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Passionsfrucht-Vanilleeis mit Crunch

{…oder wenn FKK-Urlaub zur Adventure-Reise wird…}

Passionsfruchteis

Ja, ich weiß…eigentlich ist ja schon Herbst. Aber wenn Mitte September immer noch 32 Grad  da draußen herrschen, darf man den Sommer durchaus nochmal Revue passieren lassen…. Also alles nochmal auf SOMMER!

Sommer ist Urlaubszeit

Die meisten fliegen in den Süden oder stehen stundenlang in Autokolonnen vorm Brenner oder Gotthard. Andere entspannen mit ihren Kindern auf Bauernhöfen, misten zur Erholung Kuhställe aus, lernen wie Heu eingeholt wird, melken Ziegen. Wieder andere haben zwei Wochen lang einen Eimer mit langen Strohhalmen vor sich auf den Knien und sind täglich einer Alkoholvergiftung nah.

Nachdem Hannes die Sommerurlaube in den letzten Jahren in der Türkei, in Griechenland und Italien verbracht hat, hat er sich dieses Jahr entschieden mal etwas ganz Anderes auszuprobieren. Naja eigentlich hat es seine neue Freundin Romy für sie beide entschieden. Da Romy im Osten von Berlin aufgewachsen ist und ihre Eltern schon seit vielen Jahren ein Ferienhaus außerhalb von Berlin an einem See besitzen, wurde beschlossen dieses Jahr den Sommerurlaub in Deutschland in eben diesem Ferienhaus zu verbringen.

Als es dann ans Kofferpacken ging und Hannes seine neue Badehose mit Flamingoprint in den Koffer legen wollte, kam Romy ins Zimmer und sagte: „Schatz… wofür packst Du eine Badehose ein?“ „Na, ich dachte wir fahren in ein Haus am See…?“  „Ja, aber das Haus liegt direkt an einem FKK-Badesee..! Ich glaube du kannst Dein textiles Gepäck ziemlich stark reduzieren…“  „Das sagst Du mir erst jetzt???“ Hannes war schockiert. „Jetzt sei nicht so spießig! Ich habe früher jeden Urlaub nackt verbracht!“

Passionsfruchteis

Und so fuhr er mit extrem wenig Gepäck und einem mulmigen Gefühl im Bauch 6 Stunden in Richtung Osten. Was so drei Buchstaben alles verändern können. F K K.

„Ach, da sind se ja endlich!“ empfängt Herr Kaschunke das Paar. Herr Kaschunke ist der Ferienhaus-Nachbar von Romys Eltern und seit 10 Jahren in Rente. „Ick sach ma, die Saison is eröffnet, wa?“ Herr Kaschunke ist so etwas wie der Platzwart und Bademeister der kleinen Ferienhaus-Kolonie am See. Und er mag seine Rolle.
Draufgängerisch schiebt er seine rosa nackten Hüften gerne über die Liegewiese am See und schaut ob alles „jut is“. Bei den Damen schaut er immer ziemlich genau, ob wirklich „alles jut“ ist und ob nicht die ein oder andere vielleicht auch den Rücken eingecremt bekommen muss. Längere Strecken unternimmt er „uffem Drahtesel“ und juckelt damit am Wasser entlang. Man stelle sich Harry Wineford mit kleinem Transistorradio am Lenker seines betagten Herrenrades vor…natürlich in nackt!

Hannes muss sich an die textilfreien Gegebenheiten erst gewöhnen. Da er aber vor den anderen Urlaubern und vor allem nicht vor Romy als verklemmter Spießer-Wessi alleinig in Badeshorts am See sitzen wollte, macht auch er jetzt FKK. Zwei Wochen…und einige Erkenntnisse diesbezüglich gibt es kostenfrei dazu.

Passionsfruchteis

Erkenntnis #1: Nur nackt sein reicht einfach nicht in einem FKK-Urlaub. Man muss sich schon auch nackt betätigen.
Eine der liebsten Beschäftigungen der Freikörperkultur-Anhänger ist Ballsport zu betreiben. Mit ungebremster Energie, die man sonst nur aus einschlägiger Hundefutterwerbung kennt, rennt der Urlauber Bällen hinterher. Also spielt auch Hannes Volleyball mit Herr und Frau Kaschunke. Sogar zu Boccia lässt er sich hinreißen, wobei er sich sehr ungern nach Bällen bückt. Ja er joggt sogar an der Seepromenade entlang. Beim Fahrradfahren streikt er allerdings.

Erkenntnis #2: Ein bisschen Textil ist durchaus auch bei FKK erlaubt.
Das liebste Kleidungsstück des gemeinen FKKlers an diesem See sind seine Socken und Turnschuhe. Und auch gerne mal eine Schwimmweste. Eigentlich ist alles erlaubt, solange die Geschlechtsteile frei liegen und nicht durch eine Hose verdeckt werden.

Erkenntnis #3: FKK hat leicht etwas mit Swinger-Club-Erotik zu tun!
Man sieht Dinge die man dann doch nicht sehen möchte und denen man auf einmal nicht mehr so schnell entrinnen kann.

Erkenntnis #4: FKK Urlaub und Sauna haben nichts gemeinsam.
Während man in der Saune nicht unbedingt bestrebt ist den Kontakt mit dem Saunabank-Nachbarn zu machen, sucht der erfahrene FKK Urlauber ganz bewusst das Gespräch mit anderen Feriengästen. Hannes stand also am Gartenzaun der Nachbarn und plauderte über Fußball und Politik, lieh sich Grillkohle und lief morgens zum nahegelegenen Zeitungskiosk um Brötchen zu holen. Natürlich alles nackt! Am Zeitungskiosk kam er dann unweigerlich auch in Kontakt mit komplett angezogenen Menschen, die dort ebenfalls ihre Einkäufe tätigten.

Als Hannes eines morgens einen vorwurfsvollen Blick eines Vaters mit seinem Sohn erntete, kommentiert er diesen Blick ganz selbstbewusst und lautstark mit seinem neuen Spruch:„Seien Sie doch nicht so ein Spießer!“ Er grinste den Vater herausfordernd an und schob seine Hüfte vor. Vater und Sohn flüchteten schnell mit ihrer Brötchentüte. Hannes fühlte sich danach super.

Passionsfruchteis2

Seit diesem Tag war Hannes im FKK-Urlaub angekommen und als einen Tag später Herr Kaschunke ihn zu einer Rundfahrt um den See einlud, sagte er beherzt: „Ja aber gerne!“

Die Rundfahrt um den See fand auf einem alten Klapprad statt, das bei den Kaschunkes noch im Schuppen stand. Niemals hätte Hannes es für möglich gehalten, dass er mal auf einem alten Drahtesel mit blankem Hintern, auf einem klebrigen Ledersattel sitzend durch die Lande radelte. Er fühlte sich wunderbar.

Am nächsten Tag sah das ganze allerdings ganz anders aus. Statt des erwarteten Muskelkaters hatte er eine wunde Stelle zwischen den Beinen. „Da hilft nur Eis!“ riet Frau Kaschunke mütterlich. „Ich mag nur Vanille mit Frucht!“ gab Hannes patzig zurück.  „Det is egal…Hauptsache kalt! Ick hab da noch welches im Eisfach“, und schon war Frau Kaschunke verschwunden und kam kurze Zeit später mit einer Plastikdose zurück und drückte diese Hannes beherzt an seine Männlichkeit. „Det hat meinem Mann och immer jeholfen…Schmeckt übrigens jut. Is Vanille mit Passionsfrucht…selbstgemacht!“

5 Tage später saß Hannes wieder auf seiner eigenen Couch zu Hause, komplett angezogen und ließ im Kopf den Urlaub Revue passieren. Sein Fazit: FKK kann man machen, kann man aber auch lassen. Nächstes Jahr gehts nach Kroatien. Mit Badehose! Aber das Eis von Frau Kaschunke war die Wucht! Zwar nicht an der Stelle an der es zuerst landete, aber danach aus dem Plastikbehälter gelöffelt unbedingt. Cremig, fruchtig, einfach wunderbar.

Das Rezept dazu gibt es hier:

5.0 from 1 reviews
Passionsfrucht-Vanilleeis
 
Author:
Ingredients
  • ½ Vanilleschote
  • 200 ml Milch
  • 80 g Zucker
  • 1 Prise saz
  • 3 Eigelb (L)
  • 300 ml Schlagsahne
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 3 Passionsfrüchte
Instructions
  1. Die Vanillestange längs halbieren und das Mark aus der einen Hälfte herauskratzen.
  2. Milch, Zucker, Salz, Vanilleschote und Vanillemark in einem Topf bis zum Siedepunkt erhitzen.
  3. Den Topf vom Herd nehmen und zugedeckt 30 Minuten ziehen lasen.
  4. Die Eigelbe in einer Schüssel leicht verquirlen.
  5. Die Milchmischung erneut erhitzen und unter Rühren langsam unter die Eigelbe gießen.
  6. Zurück in den Topf geben und unter ständigem Rühren erhitzen bis die Masse andickt.
  7. Die Sahne in eine Schüssel gießen und die Milch-Eimasse durch ein Sieb dazu seihen.
  8. Das Fruchtfleisch der Passionsfrucht auskratzen und darunter rühren (falls gewünscht durch ein Sieb streichen und kerne entfernen)
  9. Alles im Kühlschrank kalt stellen und danach die Masse in einer Eismaschine gefrieren lassen.
  10. Nach Wunsch mit Passonsfrucht und zerbröselten Keksen servieren.

Crunchy Cracker

Und wie siehts mit Euch aus? Habt Ihr schon mal FKK Urlaub gemacht? Los, nackte Wahrheiten auf den Tisch….

Ich wünsche Euch eine Zeit, in der Ihr Euch rundum in Eurer Haut wohlfühlt, ob mit oder ohne Klamotten.

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Cheddar-Lamm-Burger

{…und warum diese gelben Klebezettel absolute Beziehungskiller sind…}

*Werbung und Gewinnspiel*

Cheddar Burger

Es ist wieder mal OUTINGZEIT im House….
Die Housefrau leidet litt unter akuter Klebemanie. Kennt keiner?
Oh doch! Diese kleinen selbstklebenden Zettel zum Beschriften. In Schreibwaren-Deutsch auch „Post it“ genannt. Ich lieb(t)e diese Dinger.

Als ich irgendwann mal mit jemandem (männlich!) zusammenzog, hatte ich die romantische Vorstellung, dass man sich immer mal wieder kleine vor Verliebtheit triefende Botschaften hinterlassen könnte. Ich freute mich auf Küchen-Botschaften wie: „Schatz, ich habe Dir Risotto gekocht- musst Du nur noch aufwärmen. Und die neue Staffel Deiner Lieblingsserie ist im DVD Player. P.S: Prosecco steht auch kalt! *Kuss“ Oder am Badezimmerspiegel: „Du siehst auch bezaubernd aus, wenn dir die Kissenfalten im Gesicht kleben!“
Ich hingegen sorgte dafür, dass kurz mal eine Sicherung in der Wohnung rausflog (passiert leider, wenn man eine Leitung anbohrt), nur damit er meinen Zettel im Sicherungskasten vorfinden konnte:Mit Dir brennen mir auch immer alle Sicherungen durch!*Herzchen“ 
In meinem Verliebtheitswahn von „wir-beschriften-uns-bestimmt-täglich-hunderte-von Klebezettelchen“ habe ich bei Ebay einen Schnapp von 1000 dieser kleinen Blöcke gemacht. Ein Glücksgriff….oder auch nicht.

Cheddar Burger

Leider ist es ja nun so, dass die Phase der Rosa-Brille und den Schmetterlingen in der Bauchgegend irgendwann einmal ein Ende hat. Und gerade dann, wenn man sich nicht so häufig sieht, weil die Arbeitszeiten so Grund verschieden sind, muss man eben nach geeigneten Kommunikationsmitteln suchen, um sich auszutauschen.

Plan 1: Wir telefonieren tagsüber mit dem Handy.
Dieser scheiterte daran, dass meine Küchengeräte im Hintergrund klangen, als sei ich auf einer Großbaustelle mit dementsprechendem Geräuschpegel und er in seinem Großraumbüro nur im gedämpften Bürostimmen-Murmelmodus zu mir sprach. Plan 1 scheiterte also an den räumlichen Gegebenheiten unseres Arbeitsumfeldes.

Plan 2: Wir schreiben uns Whats Apps.
Während ich ausführliche Nachrichten verfasste, um ganz viel Information in einen kleinen Text zu packen, bekam ich Ein-Wort-Antworten. Männer-Ein-Wort-Antworten… Nach einer diesbezüglichen Beschwerde meinerseits, wurden neben die Ein-Wort-Antworten noch eine Reihe küssende, schmollende oder verärgert schnaubende Emoticons gesetzt, so dass mein Handy-Bildschirm manchmal aussah wie ein Glücksspielautomat. Gewonnen habe ich leider nichts, außer an Erfahrung.

Dann kam Phase 3: Wir schreiben uns Post its (schließlich mussten die ja auch mal weg!)
Zum Anfang dieser Phase klangen die Texte auf den kleinen gelben Zetteln noch so: „Du musst die Kaffeemaschine nur noch einschalten und Dir den Kaffee schmecken lassen! *Küsschen“ Im Laufe der Zeit änderte sich der Text der Botschaften inhaltlich ein wenig. Also nur so ein klitzekleines Bisschen…
Beispielsituation: Ich saß auf der Toilette und griff nach dem Klopapier. Meine Hand tastete ins Leere und erblickte dabei einen gelben Zettel am Klopapierhalter „IST ALLE! Bitte beim nächsten Einkauf mitbringen!“ Fassungslos starrte ich auf die Botschaft und die leere Papprolle, die mich lustig anschaute und dachte über einen Gegen-Klebezettel-Angriff nach. Der folgte dann auch kurz darauf vor dem Bett, vor dem sich ein Berg seiner getragenen Strümpfe aufgetürmt hat. „STINKT!!!“  schrieb ich bewusst in Großbuchstaben darauf. Am nächsten Morgen lag ein Zettel von IHM daneben „Heul doch!“.

Cheddar Burger3 Kopie

Es lag eine leicht angriffslustige Stimmung in der Luft. Ist es nicht schön, wenn man morgens um 4 Uhr aufsteht und sich über kleine gelbe Klebezettel ärgern muss? Natürlich räumte trotzdem keiner den Sockenhaufen weg. Und auch die Flut an gelben Klebezetteln blieb an Ort und Stelle. Sie klebten überall wie ein Mahnmal. Irgendwann kam meine Mutter spontan zu Besuch und fragte, ob bei uns ein FDP-Stand mit Werbeflyern explodiert wäre. „Äh, nein…wir kommunizieren, Mama!“  Ein verständnisloser Blick und ein stummes Augenbrauenhochziehen war die Antwort von ihr. Ich fühlte mich irgendwie in Erklärungsnot. „Weißt Du, wir haben einfach beschlossen manche Dinge kurz und knackig zu formulieren und auf den Punkt zu bringen. Warum viel Lebenszeit für Geschwafel verschwenden?“ „Wenn Euch so ne Zettelwirtschaft weiterbringt… ist ja Eure Sache!“ Ihr Blick blieb an einem Zettel mit der Aufschrift „Mach Deinen Scheiß alleine!“ hängen.

Ja, es war unsere Sache. Und der Ton der „Sache“ wurde irgendwie immer zackiger. Eigentlich reduzierten wir uns auf „Milch!“ „Fenster zu!“ „Müll muss raus!“ mit ein paar kurzen knackigen Liebesschwüren dazwischen wie „Lieb Dich!“ „Ich Dich auch!“ „Schön!“ „Sehr!“ „Bestens!“ „Find ich auch!“ (…)

Aber ganz ehrlich…Zettel sind genauso bescheuert wie SMS oder Whats App. Man kann sich nie sicher sein in welcher Gemütsverfassung die jeweilige Nachricht verfasst wurde und genau deshalb ist das Eskalationspotenzial nicht zu unterschätzen. Wenn ich zum Beispiel auf einen benutzen Teller, der mal wieder achtlos einfach AUF der Spülmaschine geparkt wurde, anstatt darin eingeräumt zu werden, einen Zettel mit „Einräumen!“ klebte, klebte kurz darauf ein „Mach Dich locker!“ darauf. Da ich aber gerne das letzte Wort habe, kam natürlich direkt der klebrige gelbe Rückschlag: „Ich nix Putzfrau!“ Blöderweise konterte er ziemlich gut: „Hast Recht! Die schreibt nämlich keine dämlichen Zettel, sondern macht es direkt weg!“ TOUCHÉ… und schlechte Laune inklusive. Auf Dauer ist natürlich so ein Zettelgeschreibe der totale Beziehungskiller. Einige Zeit später waren die Zettel weg. Der Mann auch…

Seit dieser misslungenen Beziehungskiste bin ich dazu übergegangen mir nur noch dauerhafte Botschaften irgendwo hinzuhängen. Gerne in Form von gerahmten Postern und Bildern. Und auch nur noch mit Aussagen, die ich wirklich unterschreibe.

Eat clean, sty fit and have a burger to stay sane

Und gerade neulich ist mir auf Grund meiner Burger-Leidenschaft ein sehr passendes Poster in die Hände gefallen. Schaut doch mal bei Hello Sunday vorbei und stöbert mal durch die vielen witzigen Artikel und Poster. Poster sind die neuen Post its, nur in toll! Und das Beste: Ihr könnt einen 30 Euro-Gutschein für den Hello Sunday-Shop gewinnen. Beantwortet mir einfach folgende Frage:

>>> In wie vielen Produktkategorien kann man bei Hello Sunday shoppen? <<<

Schreibt mir Eure Antwort bis zum 14.08.2016 23:59 Uhr in einem Kommentar unter diesem Beitrag. Unter allen richtigen Antworten lose ich den/die Gewinner/in aus und der Gutschein flattert am 15.08.2016 in das Gewinner-Email-Postfach.

Da der Mensch sich ja auch gerne mal eine Ersatzbefriedigung sucht und meine gerade sehr burgerlastig ist, bekommt Ihr noch hier die How-To-Anleitung für den Death by Cheddar-Lamm-Burger. Aber Achtung, nix für Käsephobiker und Leute mit diätischen Anwandlungen!

Cheddar Burger

5.0 from 6 reviews
Death by Cheddar-Lamm-Burger
 
Author:
Ingredients
  • Bun:
  • 200 ml Milch
  • 50g Butter
  • 500 g Weizenmehl (Typ 405)
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 1 Ei
  • 1 TL Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 80 g geriebener Cheddar
  • 1 Eigelb
  • Patty:
  • 1 trockenes Brötchen
  • 120 ml lauwarme Milch
  • 1 Zwiebel
  • 600g Lammhack
  • 2 Eier
  • 100 g Frischkäse
  • 100 g Cheddar
  • 1 rote Chili
  • Salz, Pfeffer
  • Toppings:
  • 1 Avocado
  • 200g Tomaten
  • 1 Zitrone
  • 1 Zitrone
  • 1 EL Öl
  • 4 Landeier
  • 4 Scheiben Cheddar
  • ½ rote Chilischote
  • Knoblauchsprossen
  • Optional BBQ Sauce
Instructions
  1. Bun:
  2. Die Milch mit der Butter in einem Topf erwärmen (nicht kochen!).
  3. Das Mehl in eine Schüssel füllen und eine Mulde hineindrücken. Darin die Hefe hineinbröckeln.
  4. Das warme Butter-Milch-Gemisch über die Hefe gießen und mit dem Knethacken der Küchenmaschine oder Mixgerät auf langsamer Stufe zu einem Vorteig rühren.
  5. Die Schüssel mit einem Küchentuch abdecken und den Vorteig für 10 Minuten gehen lassen.
  6. Ei, Salz und Zucker und Käse zum Vorteig geben und so lange verrühren bis der Teig Blasen wirft und sich vom Schüsselrand löst.
  7. Die Schüssel erneut abdecken und für weitere 25 Minuten gehen lassen.
  8. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180° Umluft vorheizen.
  9. Den Teig mit Bemehlten Händen kräftig durchkneten und in 12 Portionen teilen.
  10. Diese zu Kugeln formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, abdecken und weitere 10 Min ruhen lassen.
  11. Eigelb verquirlen und den Bun damit bepinseln.
  12. Im vorgeheizten Ofen ca. 20 Minuten backen- darauf achten dass sie nicht zu dunkel werden.
  13. Patties:
  14. Das Brötchen würfeln und in der Milch 10 Minuten einweichen und gut ausdrücken.
  15. Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Chilischote entkernen und ebenfalls fein hacken.
  16. Das Hack mit den Zwiebeln, der Chili, Ei, Salz, Pfeffer und Brötchen gut vermischen.
  17. Mit angefeuchteten Händen 4 Kugeln formen und etwas platt drücken. Den Cheddar reiben und mit Frischkäse mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse auf die 4 Portionen aufteilen und in das Lammfleisch drücken. Dann das Hack um den Käse schließen und zu Pattys formen.
  18. Die Pattys für 4-5 Minuten von jeder Seite grillen.
  19. Topping:
  20. Die Avocado entkernen, schälen und in Scheiben oder Würfel schneiden.
  21. Ebenso die Tomaten in Würfel schneiden und mit der Avocado vorsichtig mischen.
  22. Chilischote sehr fein hacken. Die Schale von der Zitrone abreiben.
  23. Die Avocado und die Tomaten mit Salz, Pfeffer, Zitronenabrieb und Chili abschmecken und mit Zitronensaft beträufeln, damit die Avocado nicht braun wird.
  24. Eine Pfanne mit 1 TL Öl erhitzen und 4 Eier zu Spiegeleiern braten.
  25. Den Burger-Bun aufschneiden, Avocado-Salsa auf die Unterseite geben, darauf einen Patty geben und diesen mit einer Scheibe Cheddar belegen (leicht schmelzen lassen).
  26. (Optional BBQ Sauce darüber geben und) ein Spiegelei oben aufsetzen.
  27. Ein paar Knoblauchsprossen darüber geben und den Bundeckel daraufsetzten.

Und noch ein Beziehungs-Tipp von Frau Dr. House:
Mehr miteinander sprechen, statt schreiben!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

*dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Hello Sunday

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Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr Euch mit den folgenden Teilnahmebedingungen einverstanden:

  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es besteht kein Anspruch auf die Auszahlung des Gewinns.
  • Der Gewinner wird nach Ablauf des Gewinnspiels durch das Los bestimmt und per E-Mail informiert.
  • Die erhobenen Daten werden nur zum Zwecke der Zusendung des Gewinns erhoben und nicht weitergegeben oder anderweitig weiterverwendet.
  • Die Teilnahme ist erst ab 18 Jahren möglich

 

Mandel-Beerenkuchen

{…und weil Kuchen und Sex doch etwas miteinander zu tun haben…}

Mandel-Beerenkuchen Titel

Auch wenn meine Freundin meint, dass ich hier nicht „darüber“ schreiben soll…. Ich tue es trotzdem! Mein Blog, meine Regeln, meine Themen….
Aber jetzt mal ganz von Anfang:

Kerstin* (den Namen habe ich der Fairness wegen geändert), eine sehr gute Freundin von mir, führt seit Monaten eine Fernbeziehung.
Wenn sie nicht vor Sehnsucht jammert und mir stundenlang am Telefon die Ohren vollheult, redet sie sich gerne mal ein, dass so eine Entfernung beziehungstechnisch ja auch durchaus von Vorteil sein kann. Man freut sich aufeinander, hat diese kleinen doofen Alltagssorgen nicht, alles ist schön. (Ich korrigiere: alles MUSS schön sein, denn die Zeit von Freitag bis Sonntag ist einfach zu kurz für Blödes). Kerstin lebt also an den Wochenenden in ihrer rosa Blase. Dass man an diesen Tagen keine Nachricht oder einen Anruf von ihr bekommt, daran habe ich mich schon gewöhnt. Der Anruf kommt dann erst am Montag, wenn sich Ihr Kerl wieder kilometerweit entfernt befindet. Das mit den Vorteilen von Fernbeziehungen ist also für alle beteiligten (mich eingeschlossen) immer relativ zu betrachten.

Letzten Dienstag ruft sie mich völlig empört an. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass sie mir wieder die Schmacht-Whats-App von und an Mister Right vorliest. Weit gefehlt…
„Mein Nachbar von oben hat eine neue Freundin!“ bricht es direkt aus ihr heraus.
„Aha!“ mehr fällt mir dazu leider nicht ein.
„Ich konnte mal wieder die ganze Nacht nicht schlafen!“ „Wegen der neuen Freundin Deines Nachbarn?!“ „Ja, wegen der! Diese hysterische Kuh!“ „Hä? Du kennst sie also schon?“
„Seit über einer Woche kenne ich sie besser, als mir lieb ist!“ Kerstin schnauft empört in den Hörer. Ich hasse es, wenn ich in einer Unterhaltung nur Brocken vorgeworfen bekomme und mir den Rest irgendwie selbst zusammenreimen muss. „Kannst Du bitte in vollständigen Sätzen sprechen und mich aufklären, was Dich hier gerade so in Rage bringt?!“
„Nö! Das musst Du selbst erleben! Komm heute Abend zu mir und bring was zum Übernachten mit!“ Da ich nichts vorhabe und ein gemeinsamer Abend eh schon lange mal wieder fällig ist, lasse ich mich also breitschlagen und stehe mit Zahnbürste und Schlafklamotten im Gepäck um 18.30 Uhr vor Kerstins Tür.

Mandel-Beerenkuchen3

„Komm rein, wir haben nicht viel Zeit zum Quatschen! Um 22 Uhr spätestens müssen wir im Bett liegen!“ „Du spinnst doch! Ich dachte wir machen uns einen gemütlichen Abend!“ „Abwarten wie gemütlich der noch wird!“ blafft sie mir entgegen und schiebt mich in die Küche.
„Also was ist denn jetzt mit der neuen Freundin deines Nachbarn?“ „Tanja, Du kannst es Dir nicht vorstellen… Jeden Abend schieben die da über mir eine Nummer! Um Punkt 22 Uhr geht es los. Und dann diese Töne, die sie und er dabei von sich geben. Ich dreh durch!!!“ Kerstin schlägt sich theatralisch die Hände vors Gesicht, während ich mir ein Grinsen nur schwer verkneifen kann. „Freu Dich doch für Deinen Nachbarn…!“ „Freuen? Hallo? Das klingt als ob man zwei pubertierende Affen mit Kokain und Viagra zugeballert hat und einfach abwartet was geschieht! Das kann man nicht mal mehr Sex nennen, was die da treiben!“ Ich fange laut an zu lachen. „Sag mal, kann es sein, dass Du einfach eifersüchtig bist?“ „Pffff… eifersüchtig. Was ein Quatsch! Ich habe mal recherchiert: Der Durschnitts-Deutsche hat ca. 140 Mal Sex pro Jahr. Wenn die da oben so weiter machen schaffen die Ihre Quote in einem Drittel der Zeit!!!“ „Dein Nachbar und seine neue Freundin sind in der Viel-Sex-Phase. Das ist doch normal am Anfang einer Beziehung! Gönn es ihnen doch!“ Ich versuche zu klingen wie eine Waldorflehrerin auf buddhistischem Erleuchtungstrip. „Wenn Du einmal gehört hast, was ich jetzt über eine Woche lang hier jeden Abend mitmachen muss, wirst Du verstehen was ich meine!“

Mandel-Beerenkuchen4

Kerstin schaut auf die Uhr. „Los, wir müssen ins Bad und dann ins Bett!“ scheucht sie mich auf, dass ich gerade noch schnell mein Glas Rotwein herunterstürzen kann und mir noch eine Hand voll Chips in den Mund stopfe.
Um 21.57 Uhr liegen wir nebeneinander im Bett. Jeder in seinem ollen ausgeleierten Schlafshirt, ungeschminkt, auf dem Rücken und die Arme auf der Bettdecke. Keiner sagt etwas. Wir warten einfach.
Es wird 22.02 Uhr. „Die verspäten sich heute!“ merke ich trocken an und überlege mir gerade, wie es wohl für einen Außenstehenden wirken mag, wie wir hier liegen. Gerade schießt mir das Bild von Waldorf und Statler (die zwei Alten vom Balkon aus der Muppetshow) durch den Kopf, als man ein Schnaufen von oben hört.
„Da! Jetzt geht’s los!“ ruft Kerstin aufgeregt und schiebt sich ihr Kissen unter dem Kopf zurecht.
Ein weibliches „OOOOCH“ weht durch die Zimmerdecke zu uns nach unten. Es klingt als ob sie gerade sagen möchte: „Ooooch, schon wieder kein fettarmer Joghurt im Kühlschrank!“ Kurz darauf ein männliches Ächzen, was stark an einen alten Mann erinnert, der sich zu Bücken versucht, um seine Klettverschluss-Schuhe zuzumachen. So ähnlich wie: „UUUUUUHHHH, meine Knie machen auch nicht mehr so mit…“ Das Quietschen der Bettfedern vermischt sich rhythmisch mit den Ooooochs und Uhhhhhs.
Kerstin schaut triumphierend zu mir herüber. „Na, ist DAS nicht scheiße? Sag doch mal! Das klingt doch echt mies!“ Kerstin sitzt mittlerweile aufrecht und mit verschränkten Armen, schmollend im Bett. „Hm… ich sag mal so, SEX, den man nicht selbst hat, klingt irgendwie immer mies!“ denke ich laut. „Da hast Du Recht! Aber es ist doch auch wirklich grauenvoll, wenn man anderen dabei zuhören muss. Das ist wie, wenn man jemanden Kuchen essen sieht, da bekommt man auch gleich Lust selbst welchen zu essen…!“

Mandel-Beerenkuchen 2

Wir sitzen einfach da und lauschen nach oben. Kerstin schüttelt immer mal den Kopf. Ich schäme mich ein wenig über mich und überlege was wohl schlimmer ist: wenn man zugibt Frauentausch im Fernsehen zu schauen oder wenn man gesteht den Nachbarn beim Sex zuzuhören, als sei es das neuste Bestseller-Hörbuch.
Ein lautes abschließendes „Och-Uh“ kommt von oben und dann ist Stille.
„So, jetzt haben wir knapp ne Stunde Zeit, bis es weiter geht…“ sagt Kerstin und grinst mich an. „Lust auf Kuchen?“

(…)

Mandel-Beerenkuchen guten Appetit

Habt Ihr jetzt auch Lust auf….äh…. Kuchen?
Dann gibt’s hier noch schnell das Rezept:

5.0 from 4 reviews
Mandel-Beerenkuchen
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • Für den Mürbeteig:
  • 150 g Mehl
  • 80 g Zucker
  • 80 g Butter
  • 1 Eigelb
  • 1 TL abgeriebene Bio Orangenschale
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL kaltes Wasser
  • Für die Mandelfüllung:
  • 100 g weiche Butter
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 2 TL Mehl
  • 1,5 TL abgeriebene Bio Orangenschale
  • ½ Flasche Bittermandelöl
  • Für das Topping:
  • 300g Doppelrahmfrischkäse
  • 60 g Puderzucker
  • Saft einer Limette
  • 200 g Magerquark
  • gemischte Sommerbeeren nach Wunsch
  • Minze
  • Puderzucker zur Deko
Instructions
  1. Für den Mürbeteig alle Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten.
  2. Diesen dann in die Form drücken und mit Folie abgedeckt eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  3. Die Form nun aus dem Kühlschrank holen, am Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen, mit Backpapier auslegen und mit getrockneten Kichererbsen o.ä. befüllen und den Teig 10 Minuten bei 190 Grad vorbacken.
  4. Die Kichererbsen und das Backpapier entfernen und die Form noch mal für 5 Minuten in den Backofen schieben.
  5. Für die Mandelfüllung die Butter, Zucker und Eier mit dem Handmixer schaumig schlagen.
  6. Danach die restlichen Zutaten vorsichtig unterheben und in den vorgebackenen Mürbeteig füllen. Den Kuchen noch mal für 30 Minuten in den Ofen schieben.
  7. Den Kuchen auskühlen lassen und auf eine Tortenplatte setzten.
  8. Für das Topping den Frischkäse mit dem gesiebten Puderzucker und dem Limettensaft glatt rühren und anschließend den Quark unter den Frischkäse heben.
  9. Alles auf dem ausgekühlten Kuchen verteilen und großzügig mit Beeren belegen.
  10. Eventuell mit Minzblättern ausgarnieren.
  11. Mit Puderzucker bestreut servieren.

 

 

Am Freitag darauf bekam ich dann übrigens diese Nachricht von Kerstin auf mein Handy: „Mister Right ist wieder in der Stadt *freu ! Jetzt zeigen wir denen da oben mal was Lautstärke bedeutet!!! Schönes Wochenende für Dich! *Kuss-Emoji“

Ich muss gestehen, dass mein Bedarf an Kopfkino für die nächste Zeit erst einmal gedeckt ist.

Ich wünsche Euch eine erlebnisreiche Zeit…. *hüstel

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Olivenöl-Trüffel-Praline

{…oder die ewige Frage: „Passt das zusammen?“…}

Olivenölpralinen1.1

Irgendwie ist das ganze Leben ein großes Memoryspiel.
Ständig stellt man sich die Frage: „Passt das zusammen?“
Morgens geht das Suchspiel schon in die erste Runde. Passt der rote Pulli zur gelben Hose? Passt die braune Tasche zu den blauen Schuhen?
Am Abend ein ähnliches Schauspiel in derselben Kulisse. Passt das kleine Schwarze oder eher Jeans und Bluse zu dem Anlass der Party? Oh man… ich weiß das sind eindeutig Frauenprobleme.

Olivenölpralinen4.1

Aber nicht nur das weibliche Geschlecht hat Probleme etwas Passendes zu finden.
Meine Freundin Claudia recherchiert gerade für Ihre Doktorarbeit das Thema „Partnersuche im Internet“. Natürlich muss sie dafür im Selbstversuch diverse Plattformen testen und hat sich demnach bei einigen Anbietern angemeldet. Da sie tatsächlich ein Single-Dasein fristet (was sie nach eigener Aussage ziemlich genießt) gibt es also auch keine Eifersuchtsdramen im häuslichen Umfeld. Nach der erfolgreichen Registrierung und Sofortüberweisung der anfallenden Gebühren geht es dann auch schon gleich los. Und das tollste…Ich sitze immer live daneben.
Am lustigsten finde ich ja das Ausdenken der Nicknamen und die Beschreibung der eigenen Person, bei der ich ganz hochoffiziell Ghostwriter sein darf. Und Freunde, ich sage Euch: wenn die richtigen Getränke am Start sind, hat Claudia auf einmal Fähigkeiten und Hobbies, die selbst den uninteressiertesten Stubenhocker aufhorchen lassen. Natürlich haben wir pro Partnerportal ganz verschiedene Charaktere erschaffen, der Test musste ja schließlich vielschichtig sein.
Meine Freundin leidet, seit dem ich sie kenne, unter Höhenangt. Jetzt ganz im Ernst! Aber so ganz heimlich über Nacht hat sie auf einmal so aufregende Hobbies wie „Segelfliegen“, „Bungeejumping“ und Fallschirmspringen. In einem anderen Portal liebt sie es stundelang im Garten zu wurschteln, obwohl sie im 8. Stock eines Hochhauses in der City wohnt, in dem man die Balkone von innen grün angestrichen hat, damit man wenigstens einen Mü das Feeling hat, dass man sich tatsächlich draußen befindet. Selbst der Basilikum auf dem Küchenfensterbrett lebt bei Claudia meist nicht länger als 4 Tage.
Und seit dieser Paarsuch-Aktion hat meine Freundin schon so oft den Job gewechselt, wie andere Leute Ihre Schlüpfer. Von A wie Astrologin und Arbeitssuchende bis zu Z wie Zahnärztin, über F wie Fleischereifachangestellte und selbständige Fußpflege. Ja ja, so vielschichtig ist die Gute! Wobei es einem ja freigestellt ist, ob man den Beruf angibt. Alles eine ziemlich spannende Sache und für unsere Lachmuskeln das beste Training überhaupt.

Aber mal ehrlich: Heutzutage ist ja die Partnersuche im Netz gar nicht mehr wegzudenken. Während der frühe Neandertaler noch den Baum mit seinem Duftstoff markierte, muss der heutige Homosapiens bestenfalls im Zweifinger-Suchsystem halbwegs kreativ ein Benutzerprofil erstellen und schon hat man die Chance den Partner fürs Leben zu finden. Zumindest angenehmer und bequemer als an einem markierten Baumstamm zu schnuppern. Aber letztlich geht es doch immer nur um das zentrale Thema „Wer passt zu mir?“. Oder besser gesagt, wieviel Prozent Übereinstimmung werden vom Computer errechnet.
Nachdem Claudia dann ihre ersten Anfragen bekommen hatte, druckten wir alle Profilbilder im quadratisch-praktischen-Instagramformat in doppelter Ausführung auf dickerem Papier aus und trafen uns an einem weiteren Abend bei zwei weiteren Flaschen Rotwein, um „Kerle-Memory“ zu spielen. Die Idee dahinter war, dass das erste aufgedeckte Pärchen auch gleichzeit ihr erstes Date werden würde. Das große Los fiel auf Ansgar, der in seiner eigenen Beschreibung gerne zu Hause DVDs schaut, klassische bis moderne Musik hört (was bedeutet bitte modern?), sammelt alte Autozeitschriften und singt einmal in der Woche im Gesangsverein. Sorry Claudia, ich konnte doch nix dafür, dass ich ausgerechnet den „spannendsten“ von allen aufgedeckt habe. Optisch konnte Ansgar allerdings in der ganz oberen Liga mithalten. Und da haben wir es wieder… Wie passt so ein gottgeschaffenes optisches Wunderwerk (ooookeeee…ich übertreibe ein wenig) mit diesen Hobbies überein? Aber genau das ist es ja, was das Leben so spannend macht. Für eine andere Claudia (oder Carina, Mechthild, Silvia), irgendwo da draußen in der Welt, wäre so ein Ansgar der Held ihrer schlaflosen Nächte. Im Schlafzimmer würden die DVDs in Dauerschleife laufen, während er ihr verliebt ein Lied in D-Moll trällert und sie gemeinsam seine Autozeitschriften archivieren. Irgendwie und irgendwo gibt‘s immer das Passende. Man muss eben nur das passende Puzzleteil aufspüren, oder die richtige Memorykarte rumdrehen.

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Natürlich ist ja auch immer alles eine Frage des Geschmacks. Mag man es, bzw. „passt es einem“? Sei es bei Menschen, Farben, Muster, Kleidung, Gerüche, Musik oder aber natürlich beim Essen.
Beim Essen liegt der Spagat zwischen lecker und wääääh zumindest bei ungewöhnlichen Kombinationen sehr weit auseinander. Der Experimentierfreudige sagt: „Das könnte passen!“ Der Ängstliche denkt: „Igitt das passt doch niemals zusammen“ und steckt sich wieder eine Gabel voll althergebrachtes Wiener Schnitzel in den Mund.
Zu welcher Kategorie Ihr bei meinem heutigen Rezept gehört wird sich gleich weisen. Denn heute gibt es housegemachtes Trüffelkonfekt mit Ölivenöl und Fleur de Sel. Meine Meinung: DAS PASST! Aber sowas von perfekt!!!

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Allerdings muss ich eine kurze Einschränkung hinzufügen: es schmeckt wirklich nur, wenn Ihr bestes Olivenöl verwendet. Und natürlich beste Schokolade (aber das versteht sich bei Trüffel ja von selbst!).
Mein Olivenöl hat mir der liebe Rudi Braun von Antikleia geschenkt und ich bin sowas von beeindruckt von dieser coolen Flasche. Das Öl ist nicht nur ein Hingucker in der Küche, sondern auch im Geschmack erstklassig. Mein Olivenöl No.1!
Solltet Ihr also Lust auf bestes griechisches Olivenöl haben, schaut unbedingt hier vorbei!

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Seid auf jeden Fall mutig und experimentierfreudig und probiert diese Kombination von zartschmelzender Schokolade, kräftigem Olivenöl und einem Hauch Salz aus. Es lohnt sich und PASST!

5.0 from 7 reviews
Olivenöl-Trüffel-Praline
 
Author:
Ingredients
  • 175 g Sahne
  • 30 g Honig
  • 200 g beste dunkle Kuvertüre (70 %), gehackt
  • 200 g beste Vollmilchkuvertüre, gehackt
  • 100 ml kräftiges Olivenöl
  • Fleur de Sel
  • etwas Öl für die Form
Instructions
  1. Die Sahne und Honig aufkochen, den Topf vom Herd nehmen und beide Kuvertüresorten in der heißen Sahne schmelzen lassen.
  2. Das Olivenöl zugießen und alles mit einem Kochlöffel glatt rühren.
  3. En wenig Fleur de Sel unterrühren (ganz nach Geschmack)
  4. Eine rechteckige Form (30 x 21 cm) leicht ölen und mit Frischhaltefolie auslegen.
  5. Die Ganache etwa 1 cm hoch einfüllen und die Form über Nacht kühlstellen.
  6. Am nächsten Tag mit einem kleinen Löffel die festgewordene Ganache abstechen und in der Hand zu kleinen Kugeln rollen und wieder in den Kühlschrank stellen.
  7. Vor dem Servieren mit dunklem Kakaopulver bestreuen und nach Belieben noch etwas Fleur de Sel darüber geben.

Also ich habe den passenden Partner für meinen entspannten Nachmittagskaffee oder als Abschluss eines gelungenen Dinners in dieser schokoladigen-olivenöllastigen-Sünde gefunden.

Ich hoffe alle Eure Töpfe haben den passenden Deckel und Ihr seid Profi-Memory-Spieler!
Genießt das Wochenende!

Es grüßt Euch Eure

Tanja

aus dem House No.15

P.S. Claudia entschuldigt sich übrigens für die Schummelei zum Zwecke ihrer Doktorarbeit.

Kürbisquiche mit roten Zwiebeln

{…oder warum der Herbst und mein Bauchspeck dicke Freunde sind…}

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Gestern war noch Sommer…
Und gefühlt war es auch gestern, als ich den Plan hegte mich für den Sommer (Achtung jetzt kommt ein Modeausdruck der Fitnessindustrie) „in shape“ zu bringen. Der Plan stand schon länger, nur die Umsetzung wurde immer wieder nach hinten geschoben. Ich bin ja „in shape“, zumindest halsaufwärts, dachte ich mir. Alles was halsabwärts zu sehen ist, wird ja eh meist durch Klamotten verdeckt. Zumindest wenn die tägliche Tretmühle in Gang ist und man zur Arbeit muss. Und da ich nicht als Bademeister tätig bin, darf ich durchaus auch komplett angezogen morgens das House verlassen. Nach dem Duschen ist mein Spiegel grundsätzlich durch gefühlten 100 Grad heißen Wasserdampf beschlagen und das eigene Abbild wird ziemlich verzerrt dargestellt. Wassertropfen am Spiegel sind irgendwie figurschmeichelnd… bildete ich mir ein. Also gab es auch da nicht wirklich Hinweise auf etwaige Problemzonen.

So. Und dann kommt die Zeit des Jahres, auf die man sich am meisten freut. Urlaub. Entschleunigung vom Alltag. Fernweh. Wanderlust. Ich bin dann mal weg. In meinem Fall sogar Urlaub Teil2.

Doch kurz vorm Kofferpacken kommt dann die Erkenntnis. In ein paar Tagen wirst Du Dich nicht mehr hinter Deiner Alltagskluft verstecken können. Es sei denn, Du willst den Hitzetod sterben oder wie ein Außerirdischer zwischen all den leicht bekleideten Menschen im Urlaubsort herumrennen.
Also, habe ich mich in meinen Bikini gezwängt und mich mutig vor den Spiegel gestellt.
Die nächste Amtshandlung nach diesem Anblick: Vorhänge zuziehen! Willkommen in der Realität!
Da man in 4 Tagen unmöglich seinen Bauch- und Hüftumfang ohne chirurgischen Eingriff drastisch reduzieren kann, musste eine Alternative her. Schummel-Übungen so zu sagen…
Übung 1: Tief einatmen und dann den Bauch so gut wie möglich nach innen ziehen.
Mir glotzte ein unentspanntes Gesicht aus dem Spiegel entgegen.
Also direkt weiter zu Übung 2: Bauch einziehen und lächeln.
Nach ca. einer Minute, hatte ich einen Krampf im Gesicht und das Gefühl zu ersticken. Ach ja, atmen sollte man also auch noch.
Übung 3: Bauch einziehen, lächeln und flach durch die Nase atmen.
Nach ein paar Versuchen klappte das meiner Meinung ganz gut und ich fühlte mich bereit für die kommende Entschleunigung.

Vor Ort im Urlaub ist natürlich alles ganz anders. Da liegt man am ersten Tag am Strand und sieht aus wie ein Milchbrötchen-Rohling der gerade aus dem Gärautomaten gekommen ist. Auf der Nachbarliege räkelt sich eine braungebrannte Schönheit mit einem Bikini der das Wort Kleidungsstück eigentlich nicht verdient hätte, geht man davon aus, dass ein Kleidungsstück aus Textilmaterial gefertigt ist. Wo ich textiles Material an dieser Dame finden sollte, wusste ich nicht so genau. Ich beschloss einfach liegen zu bleiben. Dann verteilt sich alles zumindest gleichmäßig. Und ich begann tatsächlich zu entschleunigen. Leider nur genau bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich einen unbändigen Durst verspürte und gezwungen war, den Weg zur Strandbude zu beschreiten. Schreiten ist in diesem Fall vielleicht auch nicht ganz der richtige Ausdruck. Denn ganz in Gedanken an meine Übungen zu Hause vor dem Spiegel, setzte ich mich mit eingezogenem Bauch, lächelndem verkrampften Gesicht und durch die Nase atmend, stoisch geradeaus schauend, in Bewegung. Nach 15 Metern hatte ich den ersten Gesichtskrampf, nach 25 Metern die erste Atemnot und nach 35 Metern habe ich vor lauter Anspannung eine Sandburg von einem Kind plattgetreten, was mir finstere Blicke von den Eltern und lautes Geheule des Kindes einbrachte.
An der Strandbude angekommen hatte ich nicht nur das Bedürfnis nach kaltem Mineralwasser, sondern auch nach betäubendem Schnaps. Erschöpft musste ich mich erst einmal in einen der klebrigen Plastikstühle setzten und gründlich mein Urlaubskonzept überdenken. „Wo bitte ist es entschleunigend, wenn man permanent an seine Problemzonen denkt? “, grübelte ich. Währenddessen versuchte gerade eine Frau am Nachbartisch in zwei Anläufen von ihrem Stuhl aufzustehen. Ohne Scham wippte sie mit Schwung nach oben, während der gesamte Stuhl noch an ihrem Hinterteil klemmte und bat ihren Mann ihr behilflich zu sein. Dieser zog artig am Plastikstuhl, der sich mit einem unschönen Geräusch (schwitzender Hintern klebt an Plastik) von der Frau löste. Sie zupfte sich ihren etwas zu knappen Bikini zurecht und marschierte mit ihrem Mann Hand in Hand lächelnd in Richtung ihrer Liege. Ohne Baucheinziehen, ohne Gesichtskrampf, ohne Atemnot, wie mir schien. Einfach ganz entspannt und losgelöst von Zwängen an die Schönheitsideale der Hochglanz-Zeitschriften. Und Recht hatte sie (auch wenn ich den Anblick nicht unbedingt als Vorbild für mich nehmen wollte)!

Ab diesem Zeitpunkt war ich angekommen in meinem Urlaub. Ich habe 8 Tage nicht nur im Liegen verbracht, sondern auch aufrecht gesessen und dabei nicht überlegt, ob man eine Rolle am Bauch sieht. Bin entspannt zur Strandbude flaniert. Habe sogar die von mir plattgewalzte Sandburg mit dem Kind wieder aufgebaut und mit den Eltern diverse Cocktails vernichtet.
Und nun bin ich wieder zurück. Entschleunigt. Entspannt. Mit der Sehnsucht nach anhaltendem Sommer. Und sogar 2 Kilo leichter (keine Ahnung wie und warum).

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Aber ab heute ist ja offiziell Herbst und ich sitze wieder in meinen figurschmeichelnden Klamotten im kühlen, verregneten Deutschland und der Bikini ist ganz weit nach hinten in den Schrank gewandert. Nicht nur nach hinten im Schrank, sondern auch nach hinten in meinem Kopf. Irgendwann muss man ja auch mal wieder im Hier und Jetzt ankommen und Dinge so akzeptieren wie sie nun mal sind. Sommer ist vorbei-Herbst ist da. Basta!

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Und deshalb begrüße ich heute den Herbst zur Feier des Tages mit einer nicht ganz so kalorienreduzierten Kürbis-Quiche und freue mich auf lange Spaziergänge in bunten Wäldern, Abende vor dem Kamin und einfach auf eine gemütliche Zeit, in der man nicht an Baucheinziehen denkt (außer man sieht das Dilemma, wenn man gemütlich in der heißen Badewanne dümpelt).
Wenn Euch gerade Gemütlichkeit auch mehr bedeutet, als eine straffe Strandfigur, empfehle ich Euch diese Quiche wärmstens.

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4.8 from 6 reviews
Kürbisquiche mit roten Zwiebeln
 
Ingredients
  • Für den Teig:
  • 200 g Mehl
  • ½ TL Salz
  • 100 g Butter
  • 1 Ei
  • Für den Belag:
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 EL Rapsöl
  • 250 g Hokkaidofruchtfleisch klein gewürfelt
  • 150 g Weichkäse
  • 100 ml Sahne
  • 150 g Blauschimmelkäse (oder Ricotta)
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer
  • Thymian nach Belieben
Instructions
  1. Alle Teigzutaten rasch mit den Händen zu einem glatt Teig verkneten und ihn in Frischhaltefolie gewickelt für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  2. Während ihr die Zwiebenl schält und in feine Ringe schneidet und die kleinen Tarte-Förmchen ausbuttert, heizt ihr den Backofen auf 180 Grad Umluft vor.
  3. Die Zwiebeln in heißem Öl kurz anbraten und danach aus der Pfanne nehmen und auskühlen lassen.
  4. Jetzt werden die Kürbiswürfel für ca. 5 Minuten in der Zwiebelpfanne angebraten. Diese ebenfalls auskühlen lassen.
  5. Den Weichkäse in sehr kleine Würfel schneiden. Es empfiehlt sich hier, diesen kurz vor dem Schneiden für ca. 10 Minuten in den Tiefkühler zu legen, damit er sich besser würfeln lässt.
  6. Den Blauschimmelkäse (wer den nicht mag, kann auch Ricotta verwenden) mit Sahne pürieren und mit den verquirlten Eiern, sowie Pfeffer und Salz verrühren.
  7. Dann teilt ihr den Teig in vier gleich große Portionen und rollt diese jeweils zu einem Kreis mit einem etwas größeren Durchmesser Ihrer Form aus.
  8. Die Tarte-Förmchen mit dem Teig auskleiden und dabei einen Rand formen.
  9. Jetzt den Weichkäse auf dem Teig verteilen und mit dem Kürbis belegen.
  10. Dann die Eimasse darüber gießen und die Zwiebelscheiben gleichmäßig darauf verteilen.
  11. Im vorgeheizten Backofen für 25-30 Minuten goldbraun backen. Anschließend mit Thymian bestreuen.
  12. Die Tarte lässt sich gut vorbereiten und kann am nächsten Tag nochmal kurz aufgebacken werden. Ganz nach Belieben wird sie warm oder kalt serviert und ist ein schönes herbstliches Essen zu einem guten Glas Wein mit Freunden.

Euch allen einen schönen Start in den Herbst, ob mit oder ohne Polster am Bauch und an den Hüften!
Ihr seid toll, so wie Ihr seid!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Sommer-Kirsch-Trüffel

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Vor zwei Tagen hatte ich nachts einen akuten Nigella Lawson-Anfall.
Für alle die Nigella Lawson nicht kennen: Sie ist eine britische Fernsehköchin und Buchautorin und mittlerweile gibt es ihre Sendungen auch im deutschsprachigen Fernsehprogram. An ihren, nun sagen wir, runden weiblichen Formen, kann man durchaus erkennen, dass Sahne & Co. häufiger verwendete Zutaten in ihren Rezepten sind. Aber noch mehr, als die viele Sahne, stört mich, dass sie am Ende jeder Sendung, quasi wenn der Abspann kommt, immer im Dunkeln in die Küche tapst. Dann wird ihr Gesicht durch das fahle Kühlschranklicht beleuchtet und man sieht wie sie tief mit dem Kopf in die Kühlzone eintaucht, um sich dann gierig mit der Hand Reste vom Mittag- oder Abendessen in den Mund zu stopfen. Gerne auch mal große Stücke Kuchen mit Schlagsahne. Puh…
Aber ich darf ja gar nicht lästern. Vor zwei Tagen ging es mir nämlich ähnlich.
Wieso wacht man bitteschön nachts auf und kann vor lauter Lust auf Kekse oder Pralinen nicht mehr schlafen? Nein- ich bin nicht schwanger! Ich bin kurzzeitig mal vom Nigella-Lawson-Syndrom infiziert. Zum Glück kommt das ja äußerst selten vor, aber wenn es dann mal zuschlägt, dann so richtig.

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Also tigerte ich in tiefster Dunkelheit durchs House in Richtung Küche, natürlich nicht ohne mir vorher mal schön den kleinen Fußzeh an einer Wasserkiste im Flur anzuschlagen. Warum parken nachts Wasserkisten bei mir im Flur? Nigella stößt sich nachts nie irgendwas in vollkommener Dunkelheit! Wie macht sie das? Noch dazu sieht sie nachts besser aus, als ich, die wie das Haarmonster aus der Muppets Show völlig orientierungslos herumirrt und bei Weitem ein nicht so schicke Schlafdress trägt wie sie! Ich sollte nachts wirklich besser schlafen…. Aber die Lust auf Kekse und/oder Pralinen war einfach zu übermächtig.

Auf dem Küchenschrank steht seit letztem Weihnachten eine Dose. Immer noch halb voll mit Keksen, bzw. selbstgebackenen Plätzchen. Genau die sollten meiner Gier heute zum Opfer fallen.
Wer mitten in der Nacht schon mal auf den Küchenschrank geklettert ist, um eine Dose von dort oben herunterzuholen, wird wissen, dass dies nicht unbedingt ein Spaziergang ist. Zumal mein Fußzeh echt ziemlich geschmerzt hat. Aber was tut man nicht alles für seine Süchte. Die Dose war zum Glück noch da. Aber vom Inhalt fehlte jede Spur. Hallo? Wo waren sie denn alle hin, die leckeren Sterne, Tannenbäume, Elchköpfe und Nikolausstiefel, dich ich vor 9 Monaten stundenlang ausgestochen und gebacken hatte? Aber es blieb keine Zeit zum Nachdenken. Der Schmacht nach Süßem meldete sich unmittelbar wieder nach dem frustrierenden Fund der leeren Keksdose. Fast wäre ich beim Runterklettern von der Arbeitsfläche in die Tiefen gestürzt. Zum Glück aber nur fast.
In einer der unzähligen Schubladen mussten doch noch die Pralinen liegen, die ich vor einiger Zeit von einem Kunden geschenkt bekommen habe… Und schon fing ich an wie eine Gestörte die Schubladen aufzuzerren und mit lautem Fluchen darin herumzuwühlen. Aber auch diesmal ohne Erfolg. Auch die Pralinen waren verschwunden. Weg. Unerklärlich.
Völlig deprimiert musste ich dann wohl oder übel die widerlichen Piemontkirschfüllungs-Dinger in den Mund stopfen (die waren bestimmt auch schon so alt wie meine Plätzchen-droht der Hersteller nicht jedes Jahr mit Sommerpause?). Naja zumindest war auch ne Ladung Kirschwasser mit drin, so dass ich danach auf schnellen und zufriedeneren Schlaf hoffen durfte. Mit einem echt ekligen Piemontkirschgeschmack bin ich dann wieder ins Bett gegangen.

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Am nächsten Morgen ging mir dieses Nigella-Lawson-Erlebnis nicht aus dem Kopf. Und egal ob Sommerpause hin oder her, habe ich beschlossen mir meine eigenen Pralinen zu machen. So! Und auch nicht mit ekliger Piemontkirsche, sondern mit erstklassigen House-Kirschen aus dem Garten. Naja und weil ich ja in der Nacht auch so furchtbare Lust auf Plätzchen hatte, wurden also kurzerhand auch noch ein paar Kekse gebacken. Das geht ja auch im Sommer bei 38 Grad ganz gut. Und als dann der Ofen noch so schön warm lief, war ich kurz in der Stimmung die White Christmas CD anzuwerfen. So viel zum Thema antizyklisches Denken und Arbeiten…
Herausgekommen sind dann zwei wundervolle Sorten Pralinen, dessen Herstellung bei diesen Außentemperaturen doch kniffliger war als gedacht. Aber sie vereinen einfach alles, was ich mir in der dieser Nacht so gewünscht hätte. Wunderbare Creme mit Kirschgeschmack, gespickt mit feinsten Butterkeksen und umhüllt von bester Schokolade.

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Jetzt lagern die kleinen Schmachtbällchen in meinem Kühlschrank. Und bevor ich das nächste Mal nachts einen Nigella-Lawson-Anfall bekomme, gehe ich jetzt noch schnell nette Nachtwäsche kaufen, damit mein Glück in Zukunft auch perfekt ist, wenn ich mit meinem Kopf genau wie sie im Kühlschrank hänge und ungeniert Süßkram in mich reinstopfe. Zumindest hat das Ganze dann optisch Stil….

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Aber wo meine Kekse und die Pralinen hingekommen sind bleibt mir immer noch ein Rätsel. Vielleicht habe ich diese Nigella-Lawson-Anfälle doch öfter als gedacht und ich merke es schon nicht mehr?!
Sollte Euch die Pralinen-Sommerpause auch völlig schnurz sein oder habt Ihr auch nachts unkontrollierbares Verlangen nach Keksen und Pralinen, verrate ich Euch schnell das Rezept. Ist übrigens auch ein tolles Weihnachtsgeschenk…nur mal so… Ich sage Euch: Weihnachten kommt wieder schneller als es einem lieb ist!

5.0 from 6 reviews
Sommer-Kirsch-Trüffel
 
Author:
Ingredients
  • Trüffel mit Kirschfüllung:
  • 400 g weiße Kuvertüre
  • 50 g weiche Butter
  • 1 Handvoll Kirschen entsteint
  • 3 EL Cassis-Pulver
  • 2 EL Zucker
  • Butterkekse nach belieben
  • Schwarze Trüffel mit Kirschwasser:
  • 150 ml Sahne
  • 100 g Kirschwasser
  • 35 g Butter
  • 600 g Zartbitter-Kuvertüre
  • Butterkekse nach Belieben
Instructions
  1. Trüffel mit Kirschfüllung:
  2. Die Kirschen kurz in 1 EL Wasser weichkochen und anschließend pürieren.
  3. Die Butterkekse grob zerkrümeln.
  4. Dann 250g Kuvertüre fein hacken und mit Butter und 2 TL Cassispulver schmelzen.
  5. Die pürierten Kirschen und die Butterkekse unterrühren.
  6. Die Masse in einer Schüssel abkühlen lassen und 3 Stunden kalt stellen.
  7. Aus der Masse etwa 15 Kugeln formen und wieder kalt stellen.
  8. Die restliche Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die Kugeln damit überziehen.
  9. Wieder erkalten lassen.
  10. Zum Schluss die Pralinen in Zucker und im übrigen Cassis-Pulver wälzen.
  11. Schwarze Trüffel mit Kirschwasser:
  12. Sahne und Butter aufkochen und vom Herd nehmen, 300 g Kuvertüre in Stücke brechen und in der heißen Sahne zu einer cremigen Masse rühren.
  13. Das Kirschwasser nach und nach unter die Schokomasse und alles etwa 10 min. rühren.
  14. Dann die Butterkekse unterheben.
  15. Die Masse bei Raumtemperatur abgedeckt mit Frischhaltefolie am besten über Nacht abkühlen.
  16. Nun mit einem Teelöffel kleine Portionen abstechen und in der Hand zu Kugeln formen. Diese Kugeln am besten auf Backpapier gelegt für etwa 15 min. in den Gefrierschrank stellen.
  17. Die restliche Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die Kugeln damit überziehen.

So, und jetzt rein in die Flip Flops und den Sommer ohne Pause genießen!
Habt eine schöne Woche!
Eure

Tanja

aus dem House No.15

Süßer sündiger Sonntag

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Sonntag. Das kann nur der Tag der Sünde sein. Was soll man bitte sonst auch an einem Sonntag machen, außer zu sündigen?! Arbeiten muss man nicht (zumindest ich nicht an diesem Sonntag!), das Wetter ignoriert feierlich den Namen SONNtag und überhaupt kann sich jeder diesen Tag so gestalten wie es beliebt. Aber alleine das Wort „sündig“ ruft doch bestimmt schon Bilder in Eurem Kopf hervor. Wie sich dieses Wort alleine schon ausspricht. Die Zunge schiebt sich leicht an die Schneidezähne für das „s“, man schürzt ein wenig die Lippen für das „ü“, als wollte man jemanden Küssen, und der Rest der Buchstaben, die das Wort „sündig“ formen, rollen so langsam die Kehle hinunter und enden mit einem konsequenten, beharrlichen „g“.

Tarte aux framboises1

Für mich ist das Wort „sündig“ keinesfalls frivol. Eher ein Ausdruck des Genusses, sich treiben lassen, und einfach dem nachgehen, was einem vermeintlich gut tut. Vermeintlich. Das ist das Wort der Stunde. Denn meine heutige Sünde wird mir unter Garantie nicht gut tun. Aber hey! Ich lebe jetzt, es ist Sonntag, und ich habe unbändige Lust auf süß. Und ist Sonntag nicht DER perfekte Tag, um sich etwas zu gönnen, was man sich die ganze Woche über verkneift? Meine Hanne und meine Lore (die zwei Streithähne in meinem Kopf – good cop vs. bad cop, Ihr kennt das sicher!), haben heute schon Ihren Kampf gefochten. Gewonnen hat….NIEMAND! Denn während Hanne mir imaginär in den Hüftspeck stach, mich auf Pickel hinwies, die leider immer kommen, wenn ich zu viel Süßes esse und mich dabei strafend ansah, hielt mir Lore meinen Terminkalender für die nächsten Wochen vor. Viele Sonntage, die als frei gekennzeichnet sind, konnte ich bis Ende Juli nicht entdecken. So, und wer ist jetzt bitte die Böse von den Beiden? Keine, oder? Und wie der Mensch so ist, geht er einfach den Weg des geringsten Widerstandes und sündigt! Ich natürlich auch! Und soll ich Euch noch etwas verraten? Ich habe einfach Hanne und Lore zum Sündigen eingeladen und schon waren beide verstummt und ich konnte mich in Ruhe meiner Tarte aux framboises (zu deutsch: Himbeertarte) hingeben.

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Wenn Ihr jetzt denkt, dass Himbeeren keine Sünde sind, dann sollte ich vielleicht noch nebenbei erwähnen, dass unter den Alibi-Himbeeren eine 5cm dicke Schicht Schokoladenganache schlummert (immerhin aus 80% Schokolade…und…Sahne*räusper). Und der Mürbeteig, der alles zusammenhält, hat ja auch nur einen klitze klitze kleinen Anteil an Butter, Zucker und Mehl. Nun ja. Ich habe ja auch von einem süßen sündigen Sonntag und nicht von einem doofen diätischen Dienstag gesprochen.

Tarte aux framboises7

Also rann an den Sündenpfuhl. Hier geht’s zur Anleitung, wie Ihre Euch und Euren Geister im Kopf einen süßen sündigen Sonntag bereiten könnt. Ist auch gar nicht schwer (das ist ja das Fatale bei der Sache!)

4.8 from 5 reviews
Tarte aux framboises
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 12
Ingredients
  • Tarteteig:
  • 125 g zimmerwarme Butter
  • 80g Puderzucker
  • Salz
  • 1 Ei
  • 250 g Mehl
  • Ganache:
  • 300 g gute Zartbitterschokolade (mind. 70%)
  • 300 ml Sahne
  • 3 Schalen frische Himbeeren
  • Puderzucker zum Bestäuben
Instructions
  1. Tarteteig:
  2. Butter, Puderzucker und 1 Prise Salz mit dem ei in der Küchenmaschine verkneten.
  3. Dann das Mehl schnell unterkneten und den Teig für 1 Sdt. in den Kühlschrank legen.
  4. Den Backofen auf 200 Grad (Gas 3, Umluft 180 Grad) vorheizen.
  5. Den Teig in eine gefettete Tarteform (24cm) legen und den Rand hochziehen.
  6. Dann mit Backpapier belegen und mit Hülsenfrüchten für 10-15 Min blind backen, bis der Teig goldbraun ist.
  7. In der Form auskühlen lassen.
  8. Ganache:
  9. Die Schokolade in kleine Stücke brechen und in der Zwischenzeit die Sahne auf dem Herd erhitzen.
  10. Dann die heiße Sahne über die Schokolade geben und so lange rühren, bis sich die Schokolade in der Sahne aufgelöst hat.
  11. Die Schokoladenmasse in den vorgebackenen Tarteteig geben und mit den Himbeeren dicht an dicht belegen.
  12. Zum Abkühlen mind 2 Std. kalt stellen und kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Wie sieht bei Euch sündigen aus? Habt ihr auch eine Hanne und eine Lore im Kopf? Oder heißen die beiden vielleicht Lise und Lotte, Anne und Marie, Adal und Bert, oder oder oder? Ich bin sehr gespannt!

Und für alle die jetzt bei dieser Kalorienbombe Schnappatmung bekommen haben: ich kann Euch beruhigen, denn ab morgen startet im House No.15 die Salad-Week (Salatwoche), denn wenn’s genug ist’s genug! Hanne hat dann wohl doch über Lore gesiegt…zumindest in der nächsten Woche dann!

Besucht mich auf jeden Fall, wenn es um gesund und lecker geht und die Super-Kalorienbomben draußen vorm Laden an der Leine warten müssen!

Schönen süßen sündigen Sonntag für Euch!

Eure

  Tanja

aus dem House No.15

 

Ach ja…und weil die Himbeeren auf meiner Tarte so wunderbar rot-pink sind, schicke ich dieses sündige Teil direkt mal zu Daniela von ullatrulla backt und bastelt, die gerade zu „pink, pink, pink sind alle meine Törtchen“ aufgerufen hat.

Ab heute nur noch schön!

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Kennt Ihr das? Man kommt abends nach einem echt anstrengenden Tag nach Hause, haut sich etwas in die Pfanne, in den Topf, in den Ofen oder in die Microwelle (die besitze ich übrigens nicht) und wirft sich dann auf die Couch. Balanciert dann noch irgendwie den Teller vor sich her, während man sich mit der anderen Hand stupide durch das meist schlechte Fernsehprogramm zapped.
Ich habe es ja auch schon geschafft, einfach den ganzen Topf auf meine Knie zu stellen und so ganz primitiv meine Nudeln direkt aus dem Topf gegessen. Ganz ohne Teller, ganz ohne Stil, ganz ohne Hemmungen vor dem verlorenen Anstand und den abhanden gekommenen Tischmanieren (brauchte ich ja nicht, ich saß ja nicht am Tisch). Und soll ich Euch was sagen… Für den kurzen Moment war es mir auch echt völlig egal.
Ich hatte Hunger, ich wollte mich nicht mehr bewegen, ich wollte nicht mehr sprechen, ich wollte einfach sinnlos in den Fernseher starren und dabei mechanisch die Gabel zum Mund führen. Sch… auf schön!
Das war für einen kurzen Moment. Denn direkt einen Moment später, hatte ich quasi meine bisher erste außerkörperliche Erfahrung. Nun ja, es fühlte sich zumindest so an… Dazu muss ich vorher erwähnen, dass in meinem Wohnzimmer ein ziemlich großer Spiegel hängt, in dem man sich (bei ungünstiger Sitzposition auf der Couch) sehen kann. Hätte ich mal besser nicht in diese Richtung geschaut! Wobei, im Nachhinein war es gut. Denn dieses Etwas was mit butterglänzendem Mund dort auf der Couch lungerte und aussah wie ein Clochard der auf Besuch ist, war schon echt abschreckend. Und das Allerschlimmste an diesem Anblick war, dass ich die Person, die mir da entgegenglotze, auch noch ziemlich gut kenne.

„Neeeeeeeeeee!!!!“ dachte ich mir in diesem Moment und schämte mich vor mir selbst. „So nicht!“
Bevor man anfängt, nach getaner Arbeit, am Feierabend zu verwahrlosen, muss unbedingt die Notbremse gezogen werden. Wer heute seine Nudeln direkt aus dem Topf isst, trinkt morgen wahrscheinlich seinen Wein ohne Glas aus der Flasche. Und soweit sollte es nun wirklich nicht kommen!

Holunder-Joghurt-Mousse2

Und deshalb lautet das Motto: AB HEUTE NUR NOCH SCHÖN (egal wie fertig man vom Tag ist).

So, und weil ich es dann auch direkt mal krachen lasse und mir ein ganzes Drei-Gänge-Menü gekocht habe, zeige ich Euch jetzt hier mal den Nachtisch. Schöööön in ein Glas gefüllt und nicht nur in eine Schüssel gehäuft. Den Rest des Menüs gibt es dann auch bald hier peu à peu.

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Das ganze hier ist ein Holunder-Joghurt-Mousse mit fruchtigem Erdbeerpüree und genau das Richtige, um ein leckeres Sommer-Essen leicht und frisch zu beenden. Noch dazu, weil die Erdbeeren gerade den besten Geschmack ever haben und nicht nur schön aussehen.

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Probiert es doch mal aus! Wie es funktioniert könnt Ihr hier lesen:

4.9 from 8 reviews
Holunder-Joghurt-Mousse mit Erdbeeren
 
Author:
Ingredients
  • 500 g Joghurt
  • 250 ml Sahne
  • 4 Blatt Gelantine
  • 50 g Zucker
  • 50 ml Holundersirup
  • 250 g Erdbeeren
  • 1 Pg Vanillezucker
  • 2 EL Holunderblüten
Instructions
  1. Zuerst die Schlagsahne sehr steif schlagen.
  2. Dann das Joghurt mit dem Zucker und dem Holundersirup verrühren.
  3. Die Gelantine auflösen und unter die Joghurtmasse rühren.
  4. Jetzt die steife Schlagsahne unterziehen und alles in schöne Gläser füllen.
  5. Die Gläser müssen jetzt mindestens 6 Stunden in den Kühlschrank (über Nacht ist noch besser).
  6. Kurz vor dem Servieren die geputzten und gewaschenen Erdbeeren pürrieren und die Holunderblüten unterziehen.
  7. Dann die Moussegläser mit dem Erdbeerpüree auffüllen und evtl. mit einer Erdbeere und Holunderblüten dekorieren.

Und jetzt noch eine kurze Anmerkung in eigener Sache: Nicht dass hier der Eindruck entsteht, dass ich nur für Fotos mein Essen schön anrichte und sonst ein völliges Lodderleben (kulinarisch) führe, meine Küche nie aufräume und meine Teller nie spüle. Nein! Ganz entschieden Nein! An 95% aller Tage, gebe ich mir wirklich Mühe alles so schön wie es die Zeit und Möglichkeiten zulässt anzurichten, bzw. aufzutischen. Und mal im Ernst: Wenn’s schön aussieht, schmeckt es einfach mindestens dreimal so gut! Denn wie heißt es doch so treffend: Das Auge isst mit!

In diesem Sinne, macht Euch einen SCHÖNEN Sonntag (auch auf dem Teller!)

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Ritter und Romantiker gesucht

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Gibt es sie noch, die Ritter der heutigen Zeit, die das Fräulein todesmutig vorm Drachen befreien??? Wo bitte sind die Romantiker hin, die einem den ersten Morgentau von den frischen grünen Grashalmen sammeln, um damit den Kaffee zu bereiten, dessen Duft dich morgens weckt? Einer der ein dickes Polster für Dich auf die Betonmauer tackert, auf der ihr immer gemeinsam in den Sonnenuntergang über die Dächer der Hochhaussiedlung sitzend schaut, weil er genau weiß wie anfällig Du für Hämorrhoiden bist. Wo sind sie hin? Blumen gibt’s ab und an von der Tankstelle, immerhin… Wenn die bedruckte Deko-Cellophan-Manschette und die kleinen Plastikherzen auf dem Holzspieß, nur nicht immer gleich den Tankstellenshop enttarnen würden. Aber zum Glück geht es manchmal ja doch auch anders:

Eine Freundin bekommt von ihrem Mann, von Geschäftsreisen aus der ganzen Welt, immer ganz besondere Schokolade mitgebracht. Immer eine Sorte, die es hier nicht zu kaufen gibt. Zugegeben sind da auch Sorten dabei, die wir hier als Mitteleuropäer nicht essen würden. Aus der Provence bekam sie neulich eine kleine Schachtel mit Lavendel-Pralinen geschenkt und schwärmte so von diesem Geschmack und dem Duft, dass ich mir vorgenommen habe auch mal Schokolade mit Lavendel auszuprobieren. Warum auf den Ritter hoffen? Selbst ist das Burgfräulein! Und im Zeiten von Internet, Onlineshops & Co. ist der Postbote der Ritter der Neuzeit.

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Also begab ich mich auf Internet-Recherche, um getrocknete Blüten zu kaufen. Unglaublich welche Vielfalt es an getrockneten Blüten gibt. Und was man alles damit anstellen kann. Ich war echt begeistert und habe mir gleich mal 3 verschiedene Blüten(mischungen) beim Berliner Onlineshop „Knospenkontor“ bestellt. Die Auswahl hier ist riesig!
Der holde Ritter auf seinem gelben Ross brachte auch zwei Tage später meine bestellte Ware und schon stieg ich ganz groß in die blumige Schokoladenproduktion ein. Die Blüten sind ein echter Hingucker und geschmacklich passen sie wunderbar zu der Süße der Schokolade. Ich war am Anfang ja doch etwas skeptisch, als ich das leicht strohige Blütengemisch aus der Packung nahm. Aber in der Schokolade merkt man davon gar nichts. Und auch der Lavendel harmoniert in der weißen Schokolade mit den getrockneten Cranberries vorzüglich. Ich hatte ein wenig Angst, dass es nach dem Duftsäckchen aus Ommas Schlüpferschrank schmeckt. Tut es aber nicht.

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Falls Ihr jetzt also auch keine Lust mehr habt auf Blumensträuße und Schokolade vom Ritter zu warten, empfehle ich Euch: Rafft Eure Röcke, bestellt Euch Blüten, kauft die beste Kuvertüre und macht Euch Euren eignen Schokoladen-Blumen-Blüten-Strauß. Nur für Euch. Oder für jemand ganz besonderen.

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Ich schenke meine Schokolade heute dem Herbaversum, denn dort geht es heute um das Thema „Essbare Blüten“. Hier findet Ihr ganz viele Verwendungsmöglichkeiten von frischen und getrockneten Blüten.

Und falls Ihr auch Lust habt Schokolade mit Blüten zu verfeinern steht hier wie es geht:

5.0 from 5 reviews
Schokoladenriegel mit getrockneten Blüten
 
Author:
Ingredients
  • Für jeweils 4 Riegel:
  • 200 g Vollmilchkuvertüre
  • 100 g ganze gehäutete Mandeln
  • 2 EL getrocknete Kornblumen-Ringelblumen-Mischung
  • 200 g Vollmilchkuvertüre
  • 2 EL getrocknete Rosenblüten-Nanaminze-Mischung
  • 200 g weiße Kuvertüre
  • 100 g gehackte getrocknete Cranberries
  • 2 EL getrocknete Lavendelblüten
Instructions
  1. Für jede Riegelsorte schmelzt Ihr die Schokolade in einem Topf über dem Wasserbad. (Achtet unbedingt darauf, dass kein Tropfen Wasser in die Schokolade gelangt!)
  2. Die Schokolade hat jetzt eine Temperatur von 40-45°C.
  3. Nun kühlt ihr die Schokolade auf 27°C herunter. Das geht am besten in dem ihr den Topf kurz in kaltes Wasser haltet-Achtung kein Wasser in die Schokolade!
  4. Nun muss die Schokolade wieder leicht auf 35°C erwärmt werden, das geht ziemlich schnell.
  5. Dieser Vorgang ist wichtig, damit die Schokolade in Eurem Mund schmelzen kann, aber zuvor fest ist.
  6. Jetzt könnt Ihr die flüssige Kuvertüre in Eure Form füllen. Hier könnt Ihr auch einfache Eiswürfelformen aus Silikon oder kleine Pralinenformen nehmen.
  7. Stellt die Schokoladenform auf ein Brett und klopf sie ein paar Mal kräftig auf, damit alle Luftblasen entweichen können.
  8. Dann drückt Ihr direkt nach Belieben die Mandeln oder Cranberries in die flüssige Schokolade und bestreut alles mit den trockenen Blüten Eurer Wahl.
  9. Stellt das Brett für 15 Minuten in den Kühlschrank.
  10. Danach ist die Schokolade schon so fest, dass Ihr sie aus der Form lösen könnt und sie anschließend bei Raumtemperatur weiter fest werden lasst.

Für alle denen das zu aufwendig ist, die aber gerne trotzdem solch eine Schokolade versuchen möchten, können sich hier die Tafeln schon fertig bestellen.

Ich wünsche Euch einen Tag mit edlen Rittern, Blumensträußen die per Hand von der Wiese gepflückt wurden und Schokolade die von ganz weit weg extra für Euch importiert wurde. Weil das aber utopisch ist, wünsche ich Euch einfach einen wunderschönen Tag. Genießt die kleinen Augenblicke und sei es ein Strauß von der Tankstelle, denn der Gedanke zählt ;-)

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Blüten-Spezial

 

 

Eine Entscheidungsfrage {Dreierlei Schokoladenmousse}

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Kann mir mal bitte jemand verraten, warum man sich im Leben permanent entscheiden muss?
Mich bringen Menschen, die sich nie für hop oder top entscheiden können, zur Verzweiflung, da ich ein Mensch bin, der sich relativ schnell und intuitiv aus dem Bauch heraus entscheidet. Natürlich nicht immer richtig und oft mit den Folgen einen Fehler gemacht zu haben. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich. Zum Glück treffe ich aber meistens doch die richtige Entscheidung- zumindest bei vielen Dingen, die im Leben wichtig sind. Bei so banalen Alltagsentscheidungen scheitere ich aber auch häufig.

Der Klassiker ist die übervolle Supermarktkasse. Es ist mir ohnehin ein Rätsel, warum zu Stoßzeiten nur 2 von 5 Kassen geöffnet sind und Menschen, die den ganzen Tag Zeit hätten den Supermarkt zu belagern, ausgerechnet dann etwas besorgen müssen, wenn berufstätige kurz nach Feierabend einkaufen. Egal, das ist ein anderes Thema. Grundsätzlich entscheide ich mich in dieser Situation falsch und stelle mich genau an die Kassenschlange an, an der dann eine Preisabfrage oder ein Umtausch oder ein ausgedehntes Schwätzchen mit der Kassiererin gehalten werden muss. In der Küche verhält es sich zuweilen ähnlich.
Selbst beim Backen eines banalen Kuchens wird einem eine Entscheidung abverlangt. Im Rezept heißt es: „…backen sie den Kuchen bei 180 ° C auf der mittleren Schiene…“. Äh, meine Backofen hat 4 Schienen. Welche ist da bitte die Mittlere?
Oder ich entscheide mich morgens für ein weißes T-Shirt und in der Mittagspause für eine Bank im Park unter einem Baum. Eine dicke Taube hat sich für denselben Baum nur eine Etage höher entschieden und den Ast zu einem Dixi-Klo-Häuschen umfunktioniert (ungeachtet meiner Wenigkeit im weißen Shirt darunter sitzend).
Natürlich sind das alles keine lebenswichtigen Entscheidungen, aber das sollten ja auch nur Beispiele sein, wie man sich unbewusst ständig bei den kleinsten Dingen im Alltag entscheiden muss. Manchmal kann man aber dem Schicksal auch eins vors Knie treten. Man entscheidet sich einfach für ALLES!

Schokoladenmousse3

In diesem Fall geht es um eine wirklich existenzielle Entscheidung: Schokoladenmousse. Geradezu eine lebenswichtig Entscheidung, wie Ihr sicherlich versteht. Und ich kann nur sagen: Jaaaa, manchmal wirklich lebenswichtig! Und zwar genau dann, wenn die Nerven blank liegen und man eine volle Dröhnung Zucker braucht. Zucker aber nicht in Form von Würfeln, sondern in Schokoladenform. Die dann aber auch nicht als Tafel, sondern als Mousse, weil es sich sinnlich anfühlen soll. Löffelablecken ist für mich sinnlicher als Schokolade zu lutschen. Also sinnliches Schokoladenmousse. So. Und bei drei verschiedenen Sorten Schokolade fällt die Wahl verständlicher Weise schwer. Nein, heute keine Entscheidungen! Heute einmal ALLES bitte! Und gerne gaaaanz viel von allem! Herausgekommen ist dann das hier:

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Dreierlei sinnliches Schokoladenmousse mit noch sinnlicherem Baiserhäubchen.

So, und nun komme ich wieder kurz auf das Thema „Aus Fehlern lernt man“ zurück: Die Entscheidung für dreierlei Mousse war total richtig. Die Entscheidung gleich 3 Gläser hintereinander weg zu vertilgen war absolut falsch! Und den klebrigen Danach-Durst mit super sprudeligem Mineralwasser zu stillen noch falscher (ich sag nur: Schokomousse verstopft den Hals und Megablubber-Mineralwasser schwimmt obenauf *gulp*). Aber die aller falscheste Entscheidung von allen (jaaaa ich weiß es gibt keine Steigerung von falsch) war, sich am nächsten Tag auf die Waage zu stellen. Keine Kommentare dazu bitte!

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So, und an dieser Stelle beende ich dann auch den Ausflug in die Welt der Entscheidungsfindung. Denn letztlich muss ja jeder immer selbst für sich entscheiden was die (vielleicht) richtige Entscheidung in der jeweiligen Situation ist. Schließlich muss ja jeder auch selbst mit den Konsequenzen leben. Aber dreierlei Schokomousse ist echt ne gute Entscheidung- ever! Das nur so by the way ;)

Schokoladenmousse6

Solltet Ihr Euch also dazu entscheiden auch die volle Schokoladendröhnung haben zu wollen, hier ist das Rezept:

5.0 from 6 reviews
Dreierlei Schokoladenmousse
 
Ingredients
  • Pro Mousseschicht:
  • 2 Tafeln Schokolade
  • 3 Ei(er)
  • 200 ml Sahne
  • 40 g Zucker
  • 50 g Butter
  • Baiserhaube:
  • 2 Eiweiß
  • 100 g gesiebter Puderzucker
Instructions
  1. Die Eier trennen.
  2. Das Eiweiß und die Sahne separat steif schlagen.
  3. Butter mit Schokolade vorsichtig im Wasserbad schmelzen.
  4. Dann die Eigelbe in einer großen Schüssel mit 2 EL heißem Wasser cremig schlagen, den Zucker einrühren bis die Masse hell und cremig ist.
  5. Die geschmolzene Schokolade unterheben, anschließend sofort Eischnee und Sahne unterziehen.
  6. Die Mousse jeweils in ein Glas füllen und 2 Std. Kühlen.
  7. Dann die nächste Mousse mit anderer Schokolade genauso zubereiten und auf die 1. Mousseschicht füllen. Jetzt wieder 2 Std. kühlen.
  8. Anschließend Mousse Nr. 3 zubereiten und ebenfalls ins Glas füllen und wieder kühlen.
  9. Für die Baiserschicht die Eiweiße mit dem Puderzucker steif schlagen und mit einem Spritzbeutel auf die Mousse spritzen.
  10. Dann mit einem Brenner kurz bräunen.

Ich wünsche Euch allen einen Tag an dem Ihr die richtigen Entscheidungen trefft und Euch nicht ärgert auch mal falsch entschieden zu haben.

Happy Friday !

Eure

Tanja

aus dem House No.15

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