Sommersalat mit Hummer und LICOR 43-Dressing

{…von goldenen Momenten und von zu Hobbyköchen mutierten Männern…}

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Sommersalat mit Hummer

Irgendwie habe ich wohl den Zeitpunkt verpasst zu merken, wann die Herren in meinem Freundeskreis zu Hobbyköchen mutiert sind. Also nicht, dass ich das nicht gut finde, aber mitunter vollzieht der eine oder andere dadurch schon eine ziemliche Wandlung.
Mein guter Freund Lars zum Beispiel.
Lars ist 43 Jahre alt, Single, Versicherungsfachmann, bescheiden, zuvorkommend, einfach nett…
Seit einiger Zeit trifft man Lars nicht mehr abends in der Stammkneipe an der Ecke, sondern nur noch nach Büroschluss im Supermarkt, der auf seinem Heimweg liegt. Was allerdings im Supermarkt mit diesem sonst so smarten Kerl passiert, glaubt keiner, der es nicht live miterlebt hat. Er ist eine Art Mister Jackyl & Hyde. Ein Wolf im Schafspelz.

Mein Freund wird zum Angeber. Ok. Korrektur. Er wird ein Supermarkt-Angeber.
Hocherhobenen Hauptes schiebt er seinen Wagen durch den Markt, bleibt in der Gemüseabteilung stehen, riecht an der Ananas, klopft skeptisch auf der Melone herum, prüft jede einzelne Tomate, die in die dünne Plastiktüte wandert. Er fragt nach dem Anbaugebiet der Kartoffeln und beschwert sich, dass es die Physalis nicht lose und zum Abwiegen gibt. Lars ist ein Supermarkt-Arsch. Einer der die Verkäufer/innen zum Verzweifeln bringt und andere Kunden nötigt, sich von ihm erklären zu lassen, was man alles aus roter Beete (aber um Himmels Willen nicht die aus dem Glas!), Sprossen und Büffelmozzarella zubereiten kann.
An der Kasse geht das Schauspiel weiter: Jeder soll sehen wie sich ein Basilikumtopf, der so groß ist wie ein Ficus benjamini, nebst biomäßig verdreckten Kartoffeln, eingelegten Oliven in kleinen Plastikschälchen, Frischfisch in silbernen Thermotüten und edelste (Supermarkt-) Weine auf dem Kassenband tummeln. Schließlich soll jeder, der hinter ihm ansteht, auch mitbekommen mit welcher feinen Lebensart dieser tolle Hecht gesegnet ist, wieviel Geschmack und Stil ein einzelner Mann beim Einkaufen beweisen kann. In Gedanken klopft sich Lars jedes Mal beim Einräumen der Einkäufe auf die Schulter und gratuliert sich zu sich selbst. Er stellt sich dabei vor, wie die Weinbergpfirsiche blubbernd zu Marmelade mit Tonkabohne verkochen und er im Jamie-Oliver-Karohemd-Look seine fünf Kinder und seine attraktive Frau bekocht und dabei ganz entspannt in 15 Minuten ein 5-Gänge Menü auf den Tisch zaubert … Und das alles beim Einräumen seiner Artikel in eine umweltschonende Papiertüte, die er dann im Arm tragend (wozu braucht man Henkel an einer Tüte???) zum Auto bringt. Die Tüte ist natürlich so eingeräumt, dass dekorativ die Lauchstangen herausschauen und alle Dinge mit der Aufschrift ‚BIO’ ganz oben liegen. Die Maggi-Familiy-Werbungs-Idylle ist also hergestellt….
Aber nicht nur, dass sich das Einkaufsverhalten gewandelt hat. Nein! Auch beim Kochen ist jetzt ALLES anders. Die Abende an denen man sich einfach eine Pizza bestellt und bei einem Bier über die Welt philosophiert hat, sind vorbei. Stattdessen wird man zum Grillabend geladen, bei dem es ausschließlich selbst hergestellte Wurst gibt. Natürlich mit ausführlicher Erklärung wie diese zubereitet wurde und welch ergreifendes Gefühl es war, als sich das Brät in den Schweinedarm gepresst hat.
Zum letzten Geburtstag bekam Lars deshalb einen Fleischwolf der Extraklasse geschenkt. Seit dem besteht seine Facebookseite aus gefühlt hunderten Bildern, wie dieser Fleischwolf im Einsatz ist. Andere posten Urlaubsfotos. Lars nicht. Bei ihm sieht man wie sich Fleisch in Form von kleinen Würmchen den Weg durch die Fleischwolflöcher sucht.

Sommersalat mit Hummer

Versucht man am Wochenende mit ihm zu telefonieren hört man es grundsätzlich im Hintergrund hacken, klatschen oder knirschen.
„Lars was machst Du da?“ schreie ich in den Hörer. Zurück kommt: „Ich mariniere Lamm und mörsere dazu meine Gewürze frisch. Für das Aroma!“ *knirsch. Oder: „Ich zerteile Rehbeine, um einen Wildfond zu kochen.“ *hack. Oder auch mal: „Ich mache Hefeteig!“ *klatsch…

Er träumt heimlich von einer eignen Artikelreihe in der Männerkochzeitschrift „Beef“. Headline: >>Meditation vom Alltag: Ich schlachte selbst!<< und einer eigenen Koch-Show. Nach einem Rotwein zu viel vertraute er mir nämlich neulich an, dass er beim Kochen immer
seine Arbeitsschritte laut moderiert und mit den imaginären Zuschauern interagiert (wie damals vor 38 Jahren, als die Playmobilmännchen sprechen konnten).
Für ihn sind diese Kochzeremonien die goldenen Momente seines Lebens. (Zitat Lars!)
Das klingt doch einfach total schön. Ach wenn mich mitunter der ‚neue’ Lars mit seiner Kocherei ganz schön nervt. Aber seine Passion als goldenen Moment am Tag zu beschreiben, finde ich einfach großartig.
Man sollte sich viel mehr solcher sogenannten goldenen Momente schaffen und diese auch zelebrieren, ungeachtet dessen was andere von einem halten.

Da kam ein Paket von meinem Lieblingslikör LICOR 43 vor Kurzem genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn in diesem Jahr möchte Euch LICOR 43 alle dazu aufrufen das Leben mit allen Sinnen zu genießen und Eure ganz persönlichen Genussmomente zu sammeln und die „Goldenen Momente“ des Lebens zu zeigen.
Also habe ich mir die Flasche geschnappt, mich in meinen goldenen Fummel geworfen (ok. es war lediglich ein T-Shirt mit goldenen Pailletten bestickt und goldene Pumps) und bin zu Lars gefahren, der etwas verdattert mit verschmierter Kochschürze vor mir stand.
„Ist schon wieder Fasching?“ fragte er mich. „Nein, aber du und ich genießen jetzt zusammen einen goldenen Moment!“ Dabei drücke ich ihm wortlos die Flasche in die Hand und schiebe mich an ihm vorbei in seine Wohnung. „Du kochst für mich und ich genieße das Nichtstun und applaudiere Dir zwischendurch.“ „Und was machen wir mit dem hier?“ Lars schaut auf die Quarenta y Tres-Flasche „Damit Kochen und ein Schlückchen trinken…?“ Lars schaut mich skeptisch an. „Damit Kochen?“ „Wer ist denn hier der Super-Koch? Lass Dir gefälligst was einfallen!“ Kurz überlegt Lars, reißt sich förmlich die Schürze vom Leib und verschwindet an mir vorbei durch die Wohnungstür. „Äh, Lars?“ „Ich geh nur schnell einkaufen…“, schallt es von unten durch das Treppenhaus, „mach es Dir schon mal gemütlich, aber trink nicht den ganzen Likör aus, ich brauche den noch für unser Abendessen!“
Ganz kurz habe ich Mitleid mit allen, die jetzt im Supermarkt mit Lars konfrontiert werden, aber dann denke ich, beim Zurücklehnen in seine Couch: „Goldene Momente muss man einfach genießen. Ich genieße das Nichtstun mit einem Gläschen eisgekühltem LICOR 43 und Lars frönt seiner Supermarkt-Koch-Leidenschaft.“ Jedem seine goldenen Momente eben…

Salat mit Hummer

Und falls Ihr jetzt Lust auf einen sommerlichen Salat mit Zitrusfrüchten, Hummer und LICOR 43-Dressing bekommen habt, dann gibt’s hier das Rezept:

5.0 from 6 reviews
Sommersalat mit Hummer und LICOR 43-Dressing
 
Prep time
Total time
 
Author:
Serves: 2
Ingredients
  • 1 ausgelöster Hummer
  • 200 g wilder Blattsalat
  • 1 Grapefruit
  • 1 Orange
  • 2 EL weißen Balsamico
  • 3 EL bestes Olivenöl
  • 20 ml Licor 43
  • Salz
  • Zitronenpfeffer
Instructions
  1. Den Essig mit Salz, Pfeffer und Licor 43 verrühren und langsam das Olivenöl hinzugeben. Alles etwas ziehen lassen.
  2. In der Zwischenzeit die Orange und die Grapefruit schälen, von den weißen Häute entfernen und filetieren.
  3. Salat mit den Orangen- und Grapefruitfilets auf einem Teller anrichten und mit dem Dressing beträufeln.
  4. Den ausgelösten Hummer in mundgerechte Stücke auf dem Salat drapieren.
  5. Mit ein wenig Zitronenpfeffer bestreuen.

Licor 43

Wer den Likör noch nicht kennt:
LICOR 43 ist der meistverkaufte spanische Likör weltweit und basiert auf einem Geheimrezept, das von Generation zu Generation weitergereicht wird. Er besteht größtenteils aus exotischen Früchten, aromatischen Gewürzen und Vanille, weshalb er sich toll zu Cocktails, Süßspeisen und natürlich auch zu Salat-Dressing verarbeiten lässt.

Aktuell könnt Ihr übrigens mit LICOR 43 eine einwöchige Reise nach Barcelona gewinnen.
Fotografiert einfach bis zum 2. August 2016 Euren schönsten goldenen Moment und ladet ihn auf EyeEm.com hoch (wie es genau funktioniert könnt Ihr auf der verlinkten Webseite nachlesen). Oder schaut mal auf der Facebookseite von LICOR 43 und lasst Euch zu goldenen Momenten inspirieren. Ich drücke Euch die Daume!

Pura Pasión und eine goldene Woche für Euch!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von LICOR 43. *hicks

Mandel-Beerenkuchen

{…und weil Kuchen und Sex doch etwas miteinander zu tun haben…}

Mandel-Beerenkuchen Titel

Auch wenn meine Freundin meint, dass ich hier nicht „darüber“ schreiben soll…. Ich tue es trotzdem! Mein Blog, meine Regeln, meine Themen….
Aber jetzt mal ganz von Anfang:

Kerstin* (den Namen habe ich der Fairness wegen geändert), eine sehr gute Freundin von mir, führt seit Monaten eine Fernbeziehung.
Wenn sie nicht vor Sehnsucht jammert und mir stundenlang am Telefon die Ohren vollheult, redet sie sich gerne mal ein, dass so eine Entfernung beziehungstechnisch ja auch durchaus von Vorteil sein kann. Man freut sich aufeinander, hat diese kleinen doofen Alltagssorgen nicht, alles ist schön. (Ich korrigiere: alles MUSS schön sein, denn die Zeit von Freitag bis Sonntag ist einfach zu kurz für Blödes). Kerstin lebt also an den Wochenenden in ihrer rosa Blase. Dass man an diesen Tagen keine Nachricht oder einen Anruf von ihr bekommt, daran habe ich mich schon gewöhnt. Der Anruf kommt dann erst am Montag, wenn sich Ihr Kerl wieder kilometerweit entfernt befindet. Das mit den Vorteilen von Fernbeziehungen ist also für alle beteiligten (mich eingeschlossen) immer relativ zu betrachten.

Letzten Dienstag ruft sie mich völlig empört an. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass sie mir wieder die Schmacht-Whats-App von und an Mister Right vorliest. Weit gefehlt…
„Mein Nachbar von oben hat eine neue Freundin!“ bricht es direkt aus ihr heraus.
„Aha!“ mehr fällt mir dazu leider nicht ein.
„Ich konnte mal wieder die ganze Nacht nicht schlafen!“ „Wegen der neuen Freundin Deines Nachbarn?!“ „Ja, wegen der! Diese hysterische Kuh!“ „Hä? Du kennst sie also schon?“
„Seit über einer Woche kenne ich sie besser, als mir lieb ist!“ Kerstin schnauft empört in den Hörer. Ich hasse es, wenn ich in einer Unterhaltung nur Brocken vorgeworfen bekomme und mir den Rest irgendwie selbst zusammenreimen muss. „Kannst Du bitte in vollständigen Sätzen sprechen und mich aufklären, was Dich hier gerade so in Rage bringt?!“
„Nö! Das musst Du selbst erleben! Komm heute Abend zu mir und bring was zum Übernachten mit!“ Da ich nichts vorhabe und ein gemeinsamer Abend eh schon lange mal wieder fällig ist, lasse ich mich also breitschlagen und stehe mit Zahnbürste und Schlafklamotten im Gepäck um 18.30 Uhr vor Kerstins Tür.

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„Komm rein, wir haben nicht viel Zeit zum Quatschen! Um 22 Uhr spätestens müssen wir im Bett liegen!“ „Du spinnst doch! Ich dachte wir machen uns einen gemütlichen Abend!“ „Abwarten wie gemütlich der noch wird!“ blafft sie mir entgegen und schiebt mich in die Küche.
„Also was ist denn jetzt mit der neuen Freundin deines Nachbarn?“ „Tanja, Du kannst es Dir nicht vorstellen… Jeden Abend schieben die da über mir eine Nummer! Um Punkt 22 Uhr geht es los. Und dann diese Töne, die sie und er dabei von sich geben. Ich dreh durch!!!“ Kerstin schlägt sich theatralisch die Hände vors Gesicht, während ich mir ein Grinsen nur schwer verkneifen kann. „Freu Dich doch für Deinen Nachbarn…!“ „Freuen? Hallo? Das klingt als ob man zwei pubertierende Affen mit Kokain und Viagra zugeballert hat und einfach abwartet was geschieht! Das kann man nicht mal mehr Sex nennen, was die da treiben!“ Ich fange laut an zu lachen. „Sag mal, kann es sein, dass Du einfach eifersüchtig bist?“ „Pffff… eifersüchtig. Was ein Quatsch! Ich habe mal recherchiert: Der Durschnitts-Deutsche hat ca. 140 Mal Sex pro Jahr. Wenn die da oben so weiter machen schaffen die Ihre Quote in einem Drittel der Zeit!!!“ „Dein Nachbar und seine neue Freundin sind in der Viel-Sex-Phase. Das ist doch normal am Anfang einer Beziehung! Gönn es ihnen doch!“ Ich versuche zu klingen wie eine Waldorflehrerin auf buddhistischem Erleuchtungstrip. „Wenn Du einmal gehört hast, was ich jetzt über eine Woche lang hier jeden Abend mitmachen muss, wirst Du verstehen was ich meine!“

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Kerstin schaut auf die Uhr. „Los, wir müssen ins Bad und dann ins Bett!“ scheucht sie mich auf, dass ich gerade noch schnell mein Glas Rotwein herunterstürzen kann und mir noch eine Hand voll Chips in den Mund stopfe.
Um 21.57 Uhr liegen wir nebeneinander im Bett. Jeder in seinem ollen ausgeleierten Schlafshirt, ungeschminkt, auf dem Rücken und die Arme auf der Bettdecke. Keiner sagt etwas. Wir warten einfach.
Es wird 22.02 Uhr. „Die verspäten sich heute!“ merke ich trocken an und überlege mir gerade, wie es wohl für einen Außenstehenden wirken mag, wie wir hier liegen. Gerade schießt mir das Bild von Waldorf und Statler (die zwei Alten vom Balkon aus der Muppetshow) durch den Kopf, als man ein Schnaufen von oben hört.
„Da! Jetzt geht’s los!“ ruft Kerstin aufgeregt und schiebt sich ihr Kissen unter dem Kopf zurecht.
Ein weibliches „OOOOCH“ weht durch die Zimmerdecke zu uns nach unten. Es klingt als ob sie gerade sagen möchte: „Ooooch, schon wieder kein fettarmer Joghurt im Kühlschrank!“ Kurz darauf ein männliches Ächzen, was stark an einen alten Mann erinnert, der sich zu Bücken versucht, um seine Klettverschluss-Schuhe zuzumachen. So ähnlich wie: „UUUUUUHHHH, meine Knie machen auch nicht mehr so mit…“ Das Quietschen der Bettfedern vermischt sich rhythmisch mit den Ooooochs und Uhhhhhs.
Kerstin schaut triumphierend zu mir herüber. „Na, ist DAS nicht scheiße? Sag doch mal! Das klingt doch echt mies!“ Kerstin sitzt mittlerweile aufrecht und mit verschränkten Armen, schmollend im Bett. „Hm… ich sag mal so, SEX, den man nicht selbst hat, klingt irgendwie immer mies!“ denke ich laut. „Da hast Du Recht! Aber es ist doch auch wirklich grauenvoll, wenn man anderen dabei zuhören muss. Das ist wie, wenn man jemanden Kuchen essen sieht, da bekommt man auch gleich Lust selbst welchen zu essen…!“

Mandel-Beerenkuchen 2

Wir sitzen einfach da und lauschen nach oben. Kerstin schüttelt immer mal den Kopf. Ich schäme mich ein wenig über mich und überlege was wohl schlimmer ist: wenn man zugibt Frauentausch im Fernsehen zu schauen oder wenn man gesteht den Nachbarn beim Sex zuzuhören, als sei es das neuste Bestseller-Hörbuch.
Ein lautes abschließendes „Och-Uh“ kommt von oben und dann ist Stille.
„So, jetzt haben wir knapp ne Stunde Zeit, bis es weiter geht…“ sagt Kerstin und grinst mich an. „Lust auf Kuchen?“

(…)

Mandel-Beerenkuchen guten Appetit

Habt Ihr jetzt auch Lust auf….äh…. Kuchen?
Dann gibt’s hier noch schnell das Rezept:

5.0 from 4 reviews
Mandel-Beerenkuchen
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • Für den Mürbeteig:
  • 150 g Mehl
  • 80 g Zucker
  • 80 g Butter
  • 1 Eigelb
  • 1 TL abgeriebene Bio Orangenschale
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL kaltes Wasser
  • Für die Mandelfüllung:
  • 100 g weiche Butter
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 2 TL Mehl
  • 1,5 TL abgeriebene Bio Orangenschale
  • ½ Flasche Bittermandelöl
  • Für das Topping:
  • 300g Doppelrahmfrischkäse
  • 60 g Puderzucker
  • Saft einer Limette
  • 200 g Magerquark
  • gemischte Sommerbeeren nach Wunsch
  • Minze
  • Puderzucker zur Deko
Instructions
  1. Für den Mürbeteig alle Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten.
  2. Diesen dann in die Form drücken und mit Folie abgedeckt eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  3. Die Form nun aus dem Kühlschrank holen, am Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen, mit Backpapier auslegen und mit getrockneten Kichererbsen o.ä. befüllen und den Teig 10 Minuten bei 190 Grad vorbacken.
  4. Die Kichererbsen und das Backpapier entfernen und die Form noch mal für 5 Minuten in den Backofen schieben.
  5. Für die Mandelfüllung die Butter, Zucker und Eier mit dem Handmixer schaumig schlagen.
  6. Danach die restlichen Zutaten vorsichtig unterheben und in den vorgebackenen Mürbeteig füllen. Den Kuchen noch mal für 30 Minuten in den Ofen schieben.
  7. Den Kuchen auskühlen lassen und auf eine Tortenplatte setzten.
  8. Für das Topping den Frischkäse mit dem gesiebten Puderzucker und dem Limettensaft glatt rühren und anschließend den Quark unter den Frischkäse heben.
  9. Alles auf dem ausgekühlten Kuchen verteilen und großzügig mit Beeren belegen.
  10. Eventuell mit Minzblättern ausgarnieren.
  11. Mit Puderzucker bestreut servieren.

 

 

Am Freitag darauf bekam ich dann übrigens diese Nachricht von Kerstin auf mein Handy: „Mister Right ist wieder in der Stadt *freu ! Jetzt zeigen wir denen da oben mal was Lautstärke bedeutet!!! Schönes Wochenende für Dich! *Kuss-Emoji“

Ich muss gestehen, dass mein Bedarf an Kopfkino für die nächste Zeit erst einmal gedeckt ist.

Ich wünsche Euch eine erlebnisreiche Zeit…. *hüstel

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Polnische Pierogi

(…kulturelle Freundschaften funktionieren auch ohne EM…)

Pierogi

 

Heute räume ich mal auf, bzw. mach mal reinen Tisch… (auch in den Ecken!)
Bis vor einiger Zeit habe ich den Putzfeudel und den Staublappen noch selbst geschwungen. Mein Househalt wurde immer ausschließlich von mir eingesaut und dann auch wieder von mir saubergemacht. Denn, wer den Dreck verursacht, hat ihn schließlich auch wieder zu entfernen. Dies war jahrelang meine Meinung und ist sie eigentlich ja heute noch. Viele Damen in meinem näheren und engeren Umfeld hingegen, haben schon jahrelang eine „Unterstützung“ für genau dieses Thema. Viele sind NICHT berufstätig und gönnen sich einfach den Luxus, in der Zeit, in der die „Unterstützung“ da ist, mit einer anderen Freundin (ebenfalls nicht berufstätig) Kaffee- und Prosecco trinken zu gehen und dann in ein frisch duftendes und glänzendes, gewienertes Heim zurückzukehren. Nicht, dass es hier falsch rüberkommt: ich gönne diesen Luxus jedem!
Jahrelang war ich wirklich stolz darauf mein Berufsleben, nebst Househalt ganz souverän und ohne Mühe zu meistern. Zumindest nach außen… Heimlich wünschte ich mir natürlich jede Nacht vorm Schlafengehen die Heinzelmännchen, die in der Zeit meines Schlafes alles schön, ordentlich und saubermachen. Morgens war das House leider der gleiche Saustall wie am Abend zuvor. Keiner der Heinzelmännchen hat meinen Hilferuf je gehört.
Nachdem mir aber eines Morgens auf der Toilette ein niedlicher Silberfisch über die Füße lief, wusste ich: es besteht akuter Handlungsbedarf! Und zwar schnell.
Seitdem ist Natalia einmal die Woche da. Fragt nicht was es ein Kampf für mich war, es nicht als Erniedrigung für diejenige zu sehen, meinen Dreck wegzumachen. (Ja ich gestehe: beim ersten Mal habe ich sogar vorgeputzt!) Nach Woche drei war ich im Dienstleistungsgefühl angekommen.
Nach Woche 5 konnte ich ein paar Worte polnisch. Und nach Woche 8 war ich eingeladen für Woche 11…
Ein Zettel klebte an meiner Housetür:

LIEBE FRAU TANJA,
MANN WIRD 50 UND WILL FEIERN GROSE PARTY MIT VIEL FREUNDE UND VIEL TRINKE.
ICH MICH FREUEN WENN DU AUCH KOMST. (…)

Ok. Eine Einladung zu einer polnischen Feier mit „viel trinke“ war absolutes Neuland für mich. Deshalb erst mal den Herrn Googel befragen, was denn „viel trinke“ in Polen bedeutet.
Oha! Das erste was mir entgegensprang war „Wodka“… Pur. Nicht mit Fruchtsaft, sonstigem süßen Kram oder so. Ganz alleine im Glas. Einfach so.
Himmel, wie soll ich das unbeschadet überstehen, ohne mich zu blamieren?! Also erneut Herrn Googel zu Rate ziehen.
Der erste Tipp kam von >>Lilliana1409<< „Bevor Du eine polinsche oder russische Party besuchst solltest Du Dir unbedingt Kartoffeln kochen und Dir diese mit zwei rohen Eiern und zwei Esslöffel Öl einverleiben.“  Ich soll was???? Rohe Eier und Öl… Oh man…. Was bringt man nicht für Opfer für einen Abend mit neuen Kulturen.

Pierogi_4

Der Tag der Party war gekommen und ich koche mir also besagte Kartoffeln und schlucke sie mit zwei rohen verquirlte Eiern und zwei Löffeln Öl hinunter. Den Würgereflex unterdrücke ich ganz professionell in dem ich an Götterspeise mit ähnlicher Konsistenz denke. (Waldmeistergeschmack mag ich am liebsten bei Götterspeise.) Dann setze ich mich in den Bus und mache mich auf den Weg in Richtung „Polen“.

Schon von Weitem erkenne ich, dass ich an der richtigen Adresse von Natalia und ihrem Mann bin, denn die Straße ist zugeparkt mit Autos, die mit polnischen Kennzeichen versehen sind. Klingeln ist nicht nötig, die Tür steht offen. Eine weißblonde Schönheit von ca. 22 Jahren kommt mir in der Haustür entgegen, lacht mich an und deutet wortlos mit dem Zeigefinger ins Haus hinein. Im Wohnzimmer sitzen ungefähr 40 Personen, alle mit Wassergläsern in der Hand, laut und fröhlich in fremder Sprache plaudernd und lachend. In diesem Moment kommt schon Tomasz, der Mann von Natalia um die Ecke geschossen, umarmt mich herzlich, drückt mir ein Wasserglas in die Hand und schenkt fröhlich Wodka aus einer überdimensionierten Flasche in mein Glas und in das der Umsitzenden. Eine Frau steht auf und spricht irgendeinen polnischen Trinkspruch, den jeder außer mir versteht und laut lacht. Ich lache einfach höflich mit. Dann stürze ich das klare Getränk hinunter. „Nein, Du darfst Dich jetzt nicht schütteln! Schau entspannt und tu so, als ob es nach frischer Limonade geschmeckt hat!“ rede ich mir ein. Noch ist meine Fantasie groß genug, dass mir dies gelingt… Ich setze also ein souveränes Gesicht auf. Da kommt Natalia und zieht mich mit sich in die Küche.

Wodka

Die Küche ist nicht groß, dafür aber vollgestellt mit allem was das polnische Herz höher schlagen lässt. Sie schaut mich ernst an und sagt dann: „Frau Tanja, nix trinken viel Wodka ohne essen viel vorher. Ist gefääährrrlich!“ Dabei hebt sie ihren Zeigefinger und wedelt damit vor meinem Gesicht herum. Und schon habe ich einen Teller in der Hand und bekomme von allem was das Buffet hergibt aufgeladen.
Ihr Mann kommt schnellen Schrittes in die Küche, drückt mir erneut ein Glas in meine freie Hand und sagt: „Essen nur gut mit Wodka. Nix alleine nur essen. Immer trinken. Viiiel trinken!“ Und schon knallt sein Glas an meines und wir stürzen gemeinsam den klaren Inhalt herunter. Ich schaffe es wieder ohne Schütteln. Die weißblonde Schönheit, die ich beim ankommen sah, betritt zeitgleich die Küche, sagt etwas auf polnisch und bekommt, ebenso wie ich, erneut ihr Glas vollgegossen. Sie lässt einen Trinkspruch vom Stapel, kichert, prostet mir zu und schon fließt das gekühlte klare Getränk meine Kehle hinunter. Gegessen habe ich immer noch nichts. Meine Hand klammert an dem vollen Teller und hat kurz Mühe ihn in der waagerechten zu halten. In meinen Ohrspitzen beginnt es ziemlich warm zu werden und ich weiß, dass sie in Kürze in knalligem Rot wie ein Signal an meinem Kopf leuchten werden. Ich muss etwas essen. Sofort. Die erste Gabel fördert eine Art Ravioli in meinen Mund. Es schmeckt himmlisch. Diese Füllung- weich und würzig, mit kleinen Speckwürfeln in der Sauce. Genau das, was mein alkohlberauschter Körper jetzt zum Aufsaugen dieser tückischen klaren Flüssigkeit braucht. Ich schiebe mir gierig eine nächste übervolle Gabel in den Mund und werde plötzlich von hinten ins Wohnzimmer geschoben.

Pierogi2

Kauend stehe ich da, während Tomasz mich der Runde vorstellt (auf polnisch…wie sonst?!? Natalia übersetzt in gebrochenem Deutsch). Ein junger Mann geht herum und schenkt erneut alle Gläser voll. Trinkspruch? Alle warten und sehen mich an. Ich schlucke hastig meine polnische Ravioli herunter und überlege krampfhaft nach passenden Worten. „Danke für die nette Einladung und ein Hoch auf Tomasz!“ Ich erhebe mein Glas, proste in die Runde und leere erneut den Inhalt mit einem Zug. Das Gefühl von sich-schütteln-müssen ist mittlerweile verschwunden. Einfach so. Ich merke wie ein kleiner Rinnsal Flüssigkeit an meinem Mundwinkel herunterläuft, wische ihn mit dem Handrücken weg und spüre wie sich ein kleiner Speckwürfel mit zur Seite schiebt. Huch…der klebte wohl die ganze Zeit schon in meinem Gesicht, während ich in die Runde prostete und meinen Trinkspruch sagen musste. Peinlich! Darauf gleich nochmal einen Wodka. Das Glas in meiner Hand war schon gefüllt, bevor ich darum bitten konnte. Ich muss sagen, das mit der Gastfreundschaft haben sie wirklich drauf. Ich habe mich ja vorher mit der polnischen Mentalität nie auseinander gesetzt. Aber ich bin von Glas zu Glas mehr begeistert von diesem Land und seinen Menschen. Irgendwann tanzen alle. Glaube ich. Also zumindest tanze ich. Und vor meinen Augen tanzt auch alles andere. Zeit nach Hause zu gehen. Wo war der Ausgang? Ich muss an der Küche vorbei. Und da steht sie noch, die Schüssel mit den mittlerweile kalten Pierogi. Ich mag kaltes Essen nach dem Tanzen. Also schnappe ich mir die Schüssel mit den köstlichen Nudeltaschen, verlasse das Haus und steige in das wartende Taxi.

Pierogi3

Am nächsten Morgen blickt mich die leere Schüssel eines polnischen Porzellanherstellers neben meinem Bett vorwurfsvoll an. Wer hat bitte das Gerücht in die Welt gesetzt, dass Polen klauen, frage ich mich beschämt und schreibe Natalia eine Handynachricht, in der ich mich für den Diebstahl entschuldige und für den schönen Abend bedanke.

Wodka2

Das Rezept für diese oberköstlichen Pierogi gibt’s hier:

5.0 from 8 reviews
Polnische Pierogi
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 400 g Mehl
  • 4 Eier
  • Salz
  • 400 g mehligkochende Kartoffeln
  • 2 Schalotten
  • 2 EL Butter
  • 200 g Quark
  • 1 Eigelb
  • Salz
  • bunter Pfeffer aus der Mühle
  • Speckwürfewürfel nach Belieben
  • 1 Zwiebel in feinen Ringen
  • Mehl
  • Butterschmalz
Instructions
  1. Auf der Arbeitsfläche das Mehl aufhäufen und in der Mitte eine Mulde formen.
  2. Die Eier, ½ TL Salz und nach Bedarf etwas Wasser zugeben und zu einem festen, glatten Teig verkneten. Diesen in Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 Minuten ruhen lassen.
  3. Für die Füllung die Kartoffeln waschen und in Salzwasser ca. 30 Minuten gar kochen. Anschließend schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken.
  4. Die Schalotten schälen, fein würfeln und in der Butter goldgelb anschwitzen.
  5. Zusammen mit dem Quark und dem Eigelb unter die Kartoffeln mengen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  6. Dann den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen.
  7. Mit einem Ausstecher Kreise von 6-8 cm Durchmesser ausstechen.
  8. In die Mitte von jedem Teigkreis einen gehäuften Teelöffel Füllung geben, dann den Teig zu Halbmonden zusammenklappen und die Ränder sorgfältig andrücken.
  9. Nach Belieben mit einer Gabel Muster eindrücken.
  10. In Salzwasser ca. 5 Minuten sieden lassen.
  11. Währenddessen die Zwiebelringe in Mehl wälzen und in Butterschmalz knusprig ausbacken.
  12. Nach Belieben Speckwürfel ebenfalls anbraten und alles mit den Pierogi auf einem Teller anrichten.

Und wer zu ner Wodka-Sause eingeladen ist- kleiner Tipp von meiner Seite: Immer mal heimlich ein Wasser aus dem Wodkaglas trinken (sieht aus wie Wodka und verlängert den Abend!)

In diesem Sinne,
Na zdrowie!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Hotdog nach Art des Houses

(…von Mann und Frau und dem perfekten Samstag)

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Hotdog 12.1

Freitagabend kurz vorm Schlafengehen.
Sie steht im Bad und putzt sich die Zähne, während er sich die Fußnägel über der Badewanne knipst.
„Schaaaahaaaatz?“ kommt es zwischen Zahnbürstenbrummen und Zahnpastaschaum hervor.
„Ja?“  Knips… ein Stück Fußnagel hüpft lustig in die Wanne.
„Können wir morgen so nen gaaaanz gaaaanz tollen Samstag haben?“ Lautstark wird Zahnpasta ins Waschbecken gespuckt.
„Wie meinst Du das?“ Er hält kurz mit seiner Pediküre inne und schaut misstrauisch zu ihr herüber.
„Na, mal so einen gaaaaanz gaaanz enstpannten Tag eben. Ohne Pläne. Nur Du und ich.“
„Hm…“
„Och bittttöööööö…“ Sie blinzelt zu ihm herüber und sieht dabei aus, als hätte ein Vogel sein Nest auf Ihrem Kopf errichtet. Ihre Haare sind zu einem Berg mitten auf dem Kopf aufgetürmt und mit einem Haargummi fixiert.
„Wir könnten zum Beispiel im Bett frühstücken.“
„Och nöööö…!“ Er puhlt sich einen Sockenfussel zwischen den Zehen hervor.

Hotdog 6.1

„Warum nicht?“ „Ich kann im Bett nicht essen!“ Der Sockenfussel segelt langsam auf den Badvorleger. „Ach aber das ist doch total gemütlich! Wir trinken Kaffee, essen Croissants, kuscheln uns unter die Decke…“ „Croissants im Bett? Geht’s noch?!“ Er blickt kurz von seinen Füßen auf.  „Was ist an Croissants bitte falsch?“ Ihre Stimme bekommt einen leicht schrillen Ton. „Hast Du Dich mal gesehen, wenn Du Croissants isst? Und ich spreche davon, wenn Du sie am Tisch isst…!“ „Also entschuldige mal bitte…! Was willst Du mir denn damit sagen?“ „Damit möchte ich Dir sagen, dass danach nahezu die Hälfte des Croissants überall in der Küche rumfliegt.“ „Croissanst krümeln nun mal, wenn man hineinbeißt.!“ „Aha!“ Knips. Energisch wird ein weiteres Stück Nagel vom Fußzeh getrennt. „Siehst Du, genau das meine ich… Ich hasse Krümel im Bett!“ „Och Schaaaaaaatz…!“ Sie küsst ihn mit Zahnpasta verschmierten Mund in den Nacken.

„Oder wir fahren zum Möbel-Schweden. Ich finde nämlich, dass wir unser Schlafzimmer mal ein wenig optimieren könnten.“ Dabei wischt sie mit einem Wattebausch über Ihre Augen und verteilt einen schwarzen Schatten Wimperntusche um Ihre Lieder. „Wolltest Du nicht einen gaaaaaanz gaaaaaanz tollen Tag ohne Pläne machen?“ äfft er sie nach. „Das IST doch toll!“ Sie blickt ihn verständnislos aus Marylin Manson ähnlichen Augen an. „Du findest es toll mit hunderten von Menschen, inklusive Kinderwagen mit schreienden Babys und zeternden Kleinkindern, die alle keine Idee haben wie sie ihren Samstagvormittag verbringen sollen durch den Möbel-Schweden zu rennen? Das nennst Du einen gaaaaanz gaaaaanz tollen Samstag?“ Er schnauft und knipst sich dabei unachtsam ein Stück Haut vom kleinen Fußzeh, was einen Schwall unschöner Flüche und einbeiniges hüpfen durchs Bad mit sich bringt.

„Schatz, aber da gibt es doch auch immer diese leckeren Hotdogs. Die magst Du doch so gerne…“ „Ich habe mir gerade fast den kleinen Zeh amputiert und Du sprichst von Hotdogs. Du hast heute wieder ein Mitgefühl wie ein alter Käse!“ Konstantes Wimmer schallt durch das Badezimmer. Sie rennt zum Verbandskasten und klebt liebevoll ein Pflaster auf die Stelle, auf der sich ein winzig kleiner roter Blutstropfen zeigt. Leicht besänftigt lenkt er ein: „Ok. Wir machen morgen etwas gaaaaanz gaaaaanz Schönes. Aber die Nummer mit dem Möbelhaus kannst Du vergessen!“

Hotdog 9.1

Sie schaut ihn schmollend an. „Findest Du nicht, dass unser Schlafzimmer eine Schönheitskur benötigt?“ Sie zwirbelt eine Haarsträhne um ihren Zeigefinger und schaut Ihn mit großen Kulleraugen an. „Wieso? Wir haben ein Bett, jeder ein Kissen, eine Bettdecke. Der Fernseher funktioniert, so dass wir sogar Bundesligaspiele vom Bett aus sehen können… was fehlt denn?“ „Schaaaaaaaaatz!!! Atmospäre! Ich möchte mehr Atmosphäre im Schlafzimmer! „Keine Räucherstäbchen oder so einen Scheiß!!! Davon wird mir schlecht!“ „Nein, aber vielleicht ein paar neue Kissen, eine neue Farbe an der Wand. Und sich einfach ein paar Inspirationen holen…“ „Samstags, beim Schweden?“ „Ja, und im Anschluss ein Hotdog….und danach hübschen wir das Schlafzimmer auf… und danach…“ Er fällt ihr ins Wort: „Und danach gibt’s Fußball! Das ist ein ganz entscheidendes Spiel!! Es geht um den Abstieg …!“ Er schaut sie ernst an und hat beim Wort „Abstieg“ den Zeigefinger drohend erhoben. „Ein bisschen mehr Romantik fände ich schon toll!“ antwortet sie leicht pikiert. „Wenn meine Lieblingsmannschaft kurz vorm Abstieg ist, hört es leider mit Romantik auf!“  Sie schmollt und verschränkt beleidigt die Arme vor der Brust. Schweigen. Er befreit mittlerweile seine Fußsohlen von Hornhaut und ein schabendes Geräusch klingt durch das Badezimmer.

Hotdog 11.1

„Ok, Liebling. Wir machen einen Kompromiss… Wir bleiben morgen fast den ganzen Tag im Bett. Wir schauen Fußball, in der Halbzeit recherchieren wir im Internet nach tollen Schlafzimmer-Ideen und vorher machst Du uns Deine weltberühmten Hotdogs und die essen wir wegen mir auch im Bett- die krümeln zumindest nicht! Kein Mensch muss samstags zum Möbel-Schweden!“ Erwartungsvoll schaut er von seinen Fußsohlen zu ihr auf. „Hm…“, brummt sie „Okeeeee…. aber ich trinke morgen meinen Kaffee im Bett, Du gehst in der Zwischenzeit alles für die Hotdogs einkaufen und ich schaue schon mal auf auf homify was es da für Ideen zum Thema Schlafzimmer gibt!“ „Aber, wenn Du Kaffee im Bett verschüttest, dann bitte ausschließlich auf Deiner Seite!!!“ Sie rollt die Augen. „Kaffee verschütte ich auf meiner Seite, die Krümel verteile ich auf Deiner Seite.  Kompromiss?“ (…)

Hier ist das Rezept vom krümelfreien Hotdog:

5.0 from 3 reviews
Hotdog nach Art des Houses
 
Author:
Serves: 9
Ingredients
  • Hotdog-Brötchen:
  • 500 g Mehl
  • 240 ml lauwarme Milch
  • 60 ml Öl
  • 1 Ei
  • 1 Eck Trockenhefe
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • Milch zum Bestreichen
  • Hotdog-Sauce:
  • 125 g Mayonnaise (gerne selbstgemacht)
  • 2 EL gehackte Kapern
  • 1 gehackte Zwiebel
  • 1 EL Zitronensaft
  • Curry
  • Kräutersenf
  • 1 Glas gehackte Mixed Pickles
  • Salz, Zucker, Pfeffer
  • Zum Belegen:
  • Warmes Sauerkraut
  • Salat
  • Warme Wurst nach Gusto (ich hatte Geflügel-Wiener)
Instructions
  1. Hotdog-Brötchen:
  2. Mehl in eine Schüssel geben und mit der Trockenhefe, dem Salz und dem Zucker mischen.
  3. Das Ei, Öl und die lauwarme Milch hinzufügen und zu einem glatten Teig (bis er glänzt) verarbeiten.
  4. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich vergrößert hat.
  5. Danach den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kräftig durchkneten und in 9 gleich große Stücke teilen. Aus diesen Stücken jeweils eine 15 cm lange Rolle formen und auf einem mit Backpapier belegten Backblech 1 cm flachdrücken.
  6. Noch mal ca. 20-30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  7. Dünn mit Milch bestreichen und im vorgeheizten Backofen bei 175°C Umluft ca. 15 Minuten auf mittlerer Schiene backen.
  8. Hotdog-Sauce:
  9. Alle Zutaten mischen und kräftig abschmecken. Evtl. mit Sahne verfeinern.
  10. Alle Zutaten zum Belegen im Brötchen schichten und herzhaft hineinbeissen. :)

(das Sauerkraut wurde übrigens von einem tollen Menschen selbstgemacht, wenn jemand wissen möchte wie das geht, leite ich gerne die Anfrage weiter)

Kaffee im Bett1.1

 

Ich wünsche Euch allen ein entspanntes und kuscheliges Wochenende. Ich stöbere noch ein bisschen bei Homify, auch wenn ich mein Schlafzimmer sehr gemütlich finde. Inspirationen kann man sich aber dennoch holen!

Macht es Euch gemütlich!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung von Homify.

Milchreis-Erdbeere-Sushi mit Pistazien-Minz-Pesto

(…eine neue alte Generation im Kommunikationsrausch…)

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Erdbeer-Sushi1.1

Vor ein paar Wochen wurde meine Tante Doris 75. Ein Alter, das in der heutigen Zeit ja nun noch kein Alter ist, wie sie immer betont. Tante Doris ist sehr modern. Sie hat einen exklusiven Wohngeschmack, sammelt moderne Kunst von unbekannten Künstlern und interessiert sich immer für die angesagteste Mode auf den Laufstegen dieser Welt. Das einzige wogegen sie sich die ganze Zeit gesträubt hat, war das Thema Handy.

„Warum soll mich bitte jemand anrufen, wenn ich doch eh nicht zu Hause bin?“ war ihr Argument. Dass es vielleicht auch mal Notsituationen geben könnte, schloss sie kategorisch aus. An ihrem 75. Geburtstag bekam sie von meinem Cousin und mir dennoch ein schickes Smartphone geschenkt, was erst einmal mit hochgezogenen Augenbrauen achtlos auf dem Gabentisch hinter einem Meer von Blumensträußen und Gestecken verschwand.

Erdbeer-Sushi3.1

Ein paar Tage später, es war fast Mitternacht und ich war gerade eingeschlafen, wurde ich durch das Brummen meines Handys wieder in die Wirklichkeit geholt. Das Wort TEXT steht da in der Sprechblase der SMS und erleuchtet mein dunkles Schlafzimmer. Mehr nicht. Und schon blinkt mein Handy wieder. TEXT. HALLO. TEXT. Immer mehr Nachrichten werden auf meinem Display angezeigt. Irgendwann erscheint dann HIER IST TANTE DORIS. Zuerst leicht genervt, dann belustigt, bin ich doch sehr stolz auf meine Tante, dass sie das Handy tatsächlich in Benutzung hat. Ich antworte kurz mit „Gute Nacht“.

Mein Cousin erzählt mir dann ein paar Tage später wie es dazu kam. Tante Doris hatte bei ihrem Bridge-Treffen den anderen Damen völlig empört von diesem unnützen Geschenk erzählt. Daraufhin holten alle anderen stolz Ihre Handys aus den Taschen und meinten, dass sie auf auf dieses Wunderding gar nicht mehr verzichten wollten und dies so viel Spaß machen würde.

Seit dem ist die Frau im modernen Kommunikationsrausch. Anfänglich kamen alle Nachrichten konsequent in Großbuchstaben. SONNE. Was so klang, als ob ich dafür sorgen sollte, dass gefälligst die Sonne scheinen soll. Für mich vermitteln Großbuchstaben oftmals so einen sehr bestimmenden Befehlston. Einmal hat sie, anstatt meiner Handynummer einzugeben, meine Festnetznummer getippt. Eine monotone Computerstimme las mir durch den Hörer vor: ICH FREUE MICH. MEINE ERSTEN GÄNSEBLÜMCHEN SIND AUF DER WIESE. ES WIRD FRÜHLING. Das klang als hätte Darth Vader auf einmal seine softe Seite entdeckt.

Erdbeer-Sushi2.2

Ich muss sagen, Tante Doris lernt wirklich schnell. Nach nur zwei Wochen wurden die SMS mit lustig hüpfenden Smileys ergänzt. Mal küssend, mal genervt blickend, wenn es im Supermarkt wieder zu lange dauerte. Die Kommunikationsmaschine machte keine Pause mehr und jagte zu jeder sich bietenden Situation Nachrichten am mich heraus. Dann kam eine Nachricht meines Cousins: „Meine Mutter nervt mich mit ihrem Handy und diesen SMS *rollende-Augen-Smiley* Ich bereue unser Geschenk mittlerweile etwas…“ Am Telefon erzählt er mir dann, dass er mittlerweile kaum noch Anrufe von ihr bekommt. Und wenn, dann sind diese fast genauso stenografisch wie ihre SMS. Postkarten gibt es seitdem auch nicht mehr. Nur noch ein Foto mit der Bridge-Gruppe beim Kirchenausflug in Sankt Bartholomä, ein kurzer getippter Gruß und an dessen Ende zwei schunkelnde Bierkrüge. Mein Cousin klang echt frustriert. Und ich kann ihn verstehen.

Gerade vor zwei Tagen schrieb ich nämlich Tante Doris abends eine umfangreiche SMS, in der ich ihr erzählte, dass ich das Rezept für ihren Milchreis, den sie uns damals immer einmal in der Woche nach der Schule gekocht hat nicht mehr finde und fragte sie, ob sie es mir vielleicht nochmal aufschreiben könnte. Daraufhin bekam ich ein Bild von ihr geschickt, auf dem man sie jugendlich gekleidet in einer Bar am Tresen sitzen sah, neben ihr Frau Dörrhöfer, ihre Bridge-Freundin, umringt von einem Dutzend halb so alten Männern. Darunter der Satz: „ICH MELDE MICH MORGEN BEI DIR TANJA. HAB ZU TUN. BIN JETZT OFFLINE!

Erdbeer-Sushi6.1

Das Rezept bekam ich dann ausnahmsweise handgeschrieben von meiner Tante  persönlich überreicht. Allerdings mit dem Satz: „Also, so ein Computer soll ja auch sehr praktisch sein….“

Ich war dann so frei und habe das Rezept von Tante Doris Milchreis ein wenig neu interpretiert. Heraus kam Milchreis 2.0 in Form von Milchreis-Sushi mit Erdbeeren und Pistazien-Minz-Pesto. Und um auch komplett im Zeitalter von Internet & Co. zu bleiben, habe ich mir diesmal alle Zutaten dafür einfach liefern lassen. Sehr praktisch, wenn man mal wieder keine Zeit hat das House zu verlassen oder das Auto seinen Geist aufgegeben hat.

Wenn ich das Tante Doris verrate, flippt sie total aus. Sie wird alle ihre Bridge-Damen damit neidisch machen, dass sie nun endlich nicht mehr von der aufdringlichen Frau Auperle, die seit gefühlt 100 Jahren im ortsansässigen Supermarkt an der Kasse arbeitet, darauf hingewiesen wird, dass die Plastik-Einkausfskörbe den Markt nicht verlassen dürfen.

Und so kommt jede Generation irgendwann und irgendwie im neuen Zeitalter an. Ich sage Euch, die Alten sind die neuen Jungen Wilden…

Das Milchreis-Sushi-Rezept gibt es hier:

5.0 from 5 reviews
Milchreis-Erdbeere-Sushi mit Pistazien-Minz-Pesto
 
Author:
Ingredients
  • 1 Liter Milch, zimmerwarm
  • 250 g Milchreis
  • 4 EL Zucker
  • 1 EL Butter
  • 1 Vanilleschote
  • Reispapier
  • 250g Erdbeeren gewürfelt
  • Sesam ungeschält
  • Für das Pesto:
  • 15 g gehackte Mandeln
  • 5 Stiele Minze
  • 3 Stiele Thai-Basilikum
  • 30 g Pistanzien
  • 4 Tl Honig
  • 2 El Limettensaft
  • Salz
  • 5 El Traubenkernöl
Instructions
  1. In einem ausreichend großen Topf die Butter schmelzen, anschließend den Milchreis kurz in der Butter anschwitzen. Nun die zimmerwarme Milch sowie 4 EL Zucker hinzugeben. Das Mark einer Vanilleschote sowie die aufgeschlitzte Schote ebenfalls in den Topf geben. Alles unter vorsichtigem Rühren mit dem Holzkochlöffel einmal aufkochen lassen, dabei aufpassen, dass sich nichts am Topfboden ansetzt.
  2. Nun den Topf auf eine Herdplatte stellen, die auf kleinster Stufe heizt. Den Milchreis im geschlossenen Topf ca. 30 Minuten ziehen lassen. Zwischendurch immer mal umrühren.
  3. Den Milchreis auskühlen lassen.
  4. In der Zwischenzeit für das Pistazien-Minz-Pesto die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, auf einen Teller geben und abkühlen lassen. Minze- und Basilikumblätter abzupfen. Mit Mandeln, Pistazien, Honig, Limettensaft, 1 Prise Salz und Traubenkernöl in einen Blitzhacker geben und sehr fein mixen. In ein Gläschen füllen und beiseitestellen.
  5. Die Reisblätter mit Wasser befeuchten und auf einem Brett auslegen.
  6. Im oberen Drittel den Milchreis verstreichen und mit Erdbeerwürfeln belegen.
  7. Dann aufrollen und die Enden zusammendrücken.
  8. Die noch feuchten Rollen in Sesam wälzen und kühl stellen.
  9. Die Sushi-Rollen in Scheiben schneiden und mit dem Pesto anrichten.
  10. Guten Appetit!

Mordernste Zeitalter angepasste Grüße
(keine Ahnung wie man modern grüßt…Ich sollte Tante Doris vielleicht demnächst noch die Ghettofaust beibringen :-) )

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von allyouneedfresh.de

Pastinakensuppe mit Kokosschaum

(…oder über meine Erkenntnisse, dass ich Schrumpelknie habe…)

Pastinakensuppe_2

Ostern ist seit ein paar Tagen erfolgreich ad acta gelegt und nun warte ich sehnsüchtig darauf, dass endlich mal die Sonne scheint und die nicht gefundenen Schokoladeneier in der Wiese schmelzen. Damit ist die Gefahr, dass ich sie beim Rasenmähen finde und gierig in den Mund stopfe nämlich im Keim erstickt. In der Sonne geschmolzene Schokolade finde ich total eklig.

Der „Nachteil“ an Sonne und Wärme ist aber, dass man sich auch in der Klamottenwahl wieder völlig umstellen muss. Ab 18 Grad Außentemperatur sieht es einfach lächerlich aus, wenn man noch mit dickem Strickpulli umherläuft, nur weil er die Pfunde von Weihnachten und Ostern so schön wegschummelt. (Im Übrigen, finde ich, dass dieses Konzept nicht bei allen Menschen aufgeht… Zopf-Strick-Muster zum Beispiel befördert optisch sogar noch einige Kilos mehr auf den Leib, es sei denn man trägt Kleidergröße Zero…)

In dieser Woche traf ich mich mit einer Freundin zum After-Easter-Brunch. Ihre 15 jährige Tochter Kim saß mit uns am Tisch und irgendwann kam unweigerlich das Thema auf Klamotten und Modebewusstsein. Kim behauptete doch allen Ernstes, dass Ihre Mutter die am schlechtesten angezogene Mutter in Ihrer Klasse wäre, worauf mir fast mein Vollkornbrötchen im Hals hängen blieb. Daraufhin bekamen wir dann eine Einführung in die abstrakte Modewelt eines pubertierenden Teenagers, geprägt durch bildhafte Darstellungen von Instagram, Tumblr und Co und dem Satz: „Ihr habt ja noch nicht mal eine Jeans mit Löchern im Schrank!“ Zwei Flaschen Prosecco später, waren meine Freundin und ich davon überzeugt, dass wir echt im Mode-Aus geparkt haben.

Mit diesem Wissen bin ich dann nach House gefahren und habe mal einen intensiven Blick in meinen Kleiderschrank geworfen. Zugegeben…Spektakulär ist anders, aber zum Davonrennen fand ich es auch nicht. Ich sag mal so: ich sehe immer schwarz in meinem Kleiderschrank. Viel schwarz. Ich mag schwarz eben. Trotzdem hatte ich auf einmal das dringende Bedürfnis shoppen zu gehen.

Jetzt muss ich dazu sagen, dass ich (sehr frauenuntypisch) shoppen gehen hasse. Mag zum einen daran liegen, dass ich keine Standard-Norm-Körpergröße habe und gefühlt an alle Beine und Ärmel 15 cm drannähen könnte. Zum anderen finde ich Umkleidekabinen widerlich. Allein wenn ich den Vorhang zur Seite schiebe und mir ein Geruchsgemisch aus Parfum, Fuß- und Achselschweiß entgegenweht, könnte ich die Verkäuferin schon nach der Ausgabe von Kotztüten fragen. Noch dazu finde ich, dass das Licht und die Spiegel in diesen Zellen alles andere als vorteilhaft auf meine Figur und meinen Teint wirken.

Pastinakensuppe_1

Also entschloss ich mich, mich im Internet inspirieren zu lassen und ohne das House verlassen zu müssen shoppen zu gehen. (In außerklamottigen Angelegenheiten unterstütze ich übrigens immer den Einzelhandel!). Nachdem ich in der Rubrik Hosen fast ausschließlich verschlissene Modelle mit Löchern an den Knien und Abnutzungsstellen an den Oberschenkeln gefunden habe, war ich ganz von Kims Meinung überzeugt. Ich brauche auf jeden Fall eine Hose mit Löchern…!!! Und schon wanderte eine solche Hose (natürlich in schwarz) in den Onlinewarenkorb. Lieferzeit 1 Tag, was für mich als ungeduldiger Mensch wie Musik in meinen Ohren klang.

Und tatsächlich klingelte am nächsten Tag der Postbote und überreichte mir mein Paket. Wie gesagt kann ich nicht behaupten eine Stangengröße zu tragen, weshalb ich die Hose direkt mal in 3 verschiedenen Größen bestellt habe. In der Beschreibung stand ja, kostenlose Rückgabe…Perfekt also!

Die Ernüchterung siegte aber viel schneller, als geplant, über die Euphorie. Als ich vorm Spiegel stand und mich in perfektem Licht in meiner neuen völlig zerrissenen Hose (welch Ironie) betrachtete, grauste es mir. Kim hatte in ihrer Ausführung irgendwie nicht bedacht, dass der Altersunterschied zwischen Ihr und ihrer Mutter, bzw. mir, bei so guten 20 Jahre plus liegen. Natürlich ist 20 Jahre ältere Haut auch nicht mehr mit so viel Spannkraft besäht. Nein, auch nicht am Knie! Und genau diese Stelle stach mir, dank textilfreiem Anblick, bedingt durch das Loch in der Hose, ins Auge. Himmel…Ich habe Schrumpelknie!!! Wie ein schwarzer Bilderrahmen umrahmte der noch intakte Stoff der Hose meine unschöne Kniepartie, die mir vorher so nicht aufgefallen war. Ein Fall für den Schönheitschirurgen? Äh, nein! Eher ein Fall die Hose schnell auszuziehen, wieder einzupacken und zurückzuschicken. Und oh Wunder, als ich die Hose ausgezogen hatte, waren meine Schrumpelknie verschwunden. Alles glatt und wunderbar. Oder lag es daran, dass sie nun nicht mehr in Szene gesetzt waren??? Ganz egal, die Hose musste weg!

Ich war dennoch leicht gefrustet, dass die Zeit von trendigen teuren zerstörten Hosen wohl für mich vorbei ist. Naja, und gegen Frust hilft bei mir eines immer: Kochen und Essen.  Also auf zum Kühlschrank und erst mal inspizieren was sich so als Frustheilmittel anbot. Ganz hinten in der letzten Ecke erblickte ich dann etwas, was mich sehr stark an meine gerade gesehenen Knie erinnerte… „Ach herrje, die habe ich ja total vergessen!“ schoss es mir durch den Kopf. Drei leicht verschrumpelte Pastinaken schauten mich traurig an und schrien förmlich danach erlöst zu werden. In einem Wahn von „Was-koche-ich-alles-an-Ostern“ habe ich vor über einer Woche Pastinaken gekauft und die armen Dinger ganz einfach im Kühlschrank vergessen.

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Noch mehr schrumpelige Anblicke konnte ich an diesem Tag wirklich nicht verkraften, weshalb ich die Pastinaken kurzerhand zu einer wunderbaren Suppe verarbeitet habe. (Mit meinen Knien konnte ich das ja schlecht machen *lach)

Ach und was war das Süppchen köstlich. Und tröstlich. Und wärmend. Und hat gar nicht verschrumpelt geschmeckt. Im Gegenteil, ich finde ja, dass das Pastinakenaroma sogar dadurch noch viel besser durchkam!

Und deshalb mein Fazit zu diesem Tag: Reife Früchte sehen vielleicht stellenweise nicht mehr so schön aus, aber sind auf jeden Fall besser als zu junges Gemüse!

Wer an Schrumpelknien leidet oder schrumpelige Pastinaken verwerten muss, hier das Rezept:

5.0 from 3 reviews
Pastinakensuppe mit Kokosschaum
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 50 g Schalotten
  • 150 g Kartoffeln
  • 600 g Pastinaken
  • 40 g Butter
  • 1,2 l Gemüsebrühe
  • 250 ml Schlagsahne
  • Salz
  • Muskat
  • Thymian
  • 1 El Öl
  • Pfeffer
  • 150 ml Kokosmilch (ungesüßt)
Instructions
  1. Die Schalotten fein würfeln.
  2. 150 g Kartoffeln und
 600 g Pastinaken schälen.
  3. Ca. 100g Pastinaken fein würfeln und beiseitestellen.
  4. Kartoffeln und restliche Pastinaken grob in Würfel schneiden.
  5. Die Butter in einem Topf zerlassen.
  6. Schalotten, grobe Pastinakenwürfel und Kartoffeln darin glasig andünsten.
  7. Mit 1,2 l Gemüsebrühe und 250 ml Schlagsahne auffüllen und zugedeckt aufkochen.
  8. Mit Salz und Muskat würzen. Offen weitere 20 Minuten kochen.
  9. Suppe mit dem Schneidstab fein pürieren und beiseite stellen.
  10. Das Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die restlichen Pastinaken darin 10 Minuten bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich sind.
  11. Die Kokosmilch in einem Topf kurz aufkochen und mit dem Pürrierstab gründlich aufschäumen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  12. Suppe erwärmen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit der Einlage und dem Kokosschaum in Tellern oder einer Tasse anrichten und mit Thymianblättchen bestreuen.

Pastinakensuppe_6

So, und jetzt wisst Ihr auch warum ich einen Food- und keinen Modeblog habe…!

Frühlingshafte Grüße an Euch!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

 

 

 

 

 

 

Lachsburger mit grünem Spargel

{..das Leben ist nun mal so…}

Salmon-Burger 1.1

Es gibt einfach so Tage, da ist die Welt nicht in Ordnung. Man rennt auf der Straße umher und sucht vergebens die rosa Elefanten, die wie Federn lustig und leicht durch die Lüfte schweben. Sie stehen nicht mal am Straßenrand und wollen per Anhalter mitgenommen werden. Ja, solche Tage gibt es. Das Leben ist nun mal so….
Wenn man dann noch ganz blöd sein Auto crasht, weil man für einen kurzen Augenblick darauf bedacht war, seine Handtasche vor dem Sturz in den Abgrund des Beifahrer-Fußraumes zu retten, wünscht man sich die Rückspultaste, wie damals beim Kassettenrekorder, wenn sich die Stimme von Justus Jonas so lustig piepsig mit dem schnarrenden Geräusch des Rückspulvorgangs vermischte. Kassettenrekorder hat man nicht mehr. Das Leben ist nun mal so…
Keine Lösung ist auf jeden Fall daraufhin seinen Gram in Rotwein zu ertränken! Zugegeben- es ist aber eine Möglichkeit! (Deshalb aber noch lange keine Lösung!) Möglichkeiten sind jedoch dazu da ergriffen zu werden. Habe ich getan. Gestern. Heute weiß ich, dass ich besser nach alterativen Möglichkeiten hätte suchen sollen. Habe ich aber nicht. Das Leben ist nun mal so…
Dank der falschen Möglichkeits-Wahl endete meine Nacht auf der Couch. Meine Rücken ist heute davon so begeistert, dass er beschlossen hat mir zum Dank mit lustigen kleinen Schmerzstichen den Tag zu versüßen. Ich mag meinen Rücken, wenn er sich so in den Vordergrund spielt ……………………………….NICHT!………………………………….
Das Leben ist nun mal so….

Salmon-Burger 2.1
Die Nacht hat aber leider nicht nur Spuren im Rücken, sondern auch im Gesicht hinterlassen. Ja ja, ab einem gewissen Alter verzeiht einem die Epidermis eben keine Ausflüge mehr ins Land des übermäßigen Rotweins, bzw. einer gefühlten 1 Meter hohen Couch-Armlehne, auf der der Kopf mit Kinn auf Brust für viele Stunden verharrte. Von dem kleinen angetrockneten Rinnsal, der sich Dank dieser unschönen Schlafposition den Weg von meinem linken Mundwinkel in Richtung Hals gebahnt hat, mal ganz abgesehen. Das Leben ist nun mal so….

Um Punkt 6:30 Uhr lasse ich hunderte von Litern dampfendes heißes Wasser in meine Badewanne laufen, während ich mir einen Milchkaffee zubereite und die Tasse mit der perfekten Milchschaumkrone, nebst zwei Klatschzeitschriften, auf den Wannenrand stelle. Um genau 6:45 Uhr verbrennt sich mein rechter dicker Fußzeh als Erstes am viel zu heißen Badewasser. Die anderen 9 Zehen folgen ihm todesmutig und der Rest meines geschädigten Körpers ebenfalls. Einen kurzen Moment lang fühle ich mich wie ein Ei das pochiert wird, aber ich harre tapfer aus. Das Leben ist nun mal so…
Eine dicke Schicht Anti-Agin-Maske findet den Weg auf mein Gesicht und ich schließe die Augen. Allein der Gedanke an die Glättung meiner Gesichtszüge und meiner Augenpartie lassen mich langsam anfangen zu entspannen. Da zieht der Duft des Kaffees in meine Nase und ich taste mich blind mit der rechten Hand am Wannenrand entlang. (Den Zusatz auf der Gesichtsmaske „Augenpartie aussparen“ habe ich schlichtweg überlesen…) Ein lautes Klirren und das unschöne Geräusch von zerspringendem Porzellan hallt durch mein Badezimmer. Muss ich mehr sagen? Das Leben ist nun mal so…

Salmon-Burger 5.1
Aber nur weil das Leben nun mal so ist, heißt das noch lange nicht, dass man schulterzuckend alles hinnehmen muss, was einem das Leben so bietet (oder vielleicht auch nicht bietet).
Und deshalb gilt: Macht was! Oftmals reicht ja schon ein kräftiger Tritt in den Hintern, den man sich durchaus auch mal selbst geben kann! Oder vielleicht eine Tasse perfekten Milchkaffees, die beim Zerscheppern das Bad mit hellbrauner Flüssigkeit, gespickt mit hübschen Milchkrönchen, flutet.
Und soll ich Euch etwas sagen? Genau zu diesem Zeitpunkt habe ich imaginär meinen Mittelfinger gezückt und beschlossen nicht mehr rum zu jammern! Hilft ja auch nix! Aber Essen hilft immer… und Essen zubereiten sowieso. Zumindest mir.
Naja und da 8 Jahre katholische Mädchenschule (ja Ihr habt richtig gehört!) nicht spurlos an mir vorübergegangen sind, wird es heute an diesem Karfreitag kein Fleisch und keine Wurst im House geben. Ich würde nicht mal Tofuwurst kredenzen, wobei ich das auch außerhalb von Karfreitagen nicht tun würde.
Also gibt es heute ganz klassisch Fisch. Und weil ich noch ein wenig über das Leben nachdenken muss, brauche ich eine Zubereitungsart, die so kontemplativ ist, dass ich nachdenken kann. Könnte ich angeln, würde ich mich jetzt im Nieselregen ans Meer setzen. Blöd nur, dass ich keine Angel habe. Noch blöder, dass ich kein Meer vor der Tür habe. Das Leben ist nun mal so… Ach nein, das wollten ich ja nicht mehr sagen!
Also kurz und gut. Ich habe erst mal angefangen kleine Brötchen zu backen. Und das nicht nur sinngemäß, sondern ganz in Echt. Um genau zu sein: Hamburgerbrötchen. Und alleine das Zusehen, wie sich der Knethaken meiner Küchenmaschine langsam und stetig durch den Teig arbeitet, lässt meinen Kopf rattern. Die ersten guten Ideen schießen hinein. Wahrscheinlich habe ich noch nie so lange kleine Brötchen geformt und Teig liebevoll in meinen Händen gestreichelt, gewartet bis der Teig aufgegangen ist und ihn dann bedächtig mit Sesam und Schwarzkümmel bestreut. Ich sage Euch, das hilft!!! Von der Zubereitung der Mayonnaise möchte ich jetzt gar nicht sprechen. Und mit der Beobachtung des Bratvorgangs meiner Lachsfilets, während das Bratfett sich in Form von lustigen kleinen Spritzern auf meinem Kochfeld verteilt, möchte ich Euch auch gar nicht langweilen. Ihr denkt jetzt bestimmt: „Die Gute hat sie doch nicht alle!!!“ Doch hat sie- und es geht Ihr hervorragend.
Also, macht Euch selbst einen Therapie-Lachsburger. Egal ob das Leben so ist. Egal was das Leben so bringt.
Ich kann Euch nur eines verraten: Gestern und heute haben mir so viele Ideen und Erkenntnisse eingebracht, wie schon lange nicht mehr.
Das Leben ist nun mal so! Und das ist auch gut so!

Salmon-Burger 6.1

Hier ist das Rezept zum Therapie-Lachs-Burger:

5.0 from 2 reviews
Lachsburger mit grünem Spargel
 
Author:
Serves: 6
Ingredients
  • Burger-Buns :
  • 400 g Mehl
  • 8 g Hefe
  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 8 g Salz
  • 1 Eigelb
  • Sesam und Schwarzkümmel

  • Mayonnaise:
  • 1 Eigelb+1 gehäufter EL Senf
  • 200 ml Pflanzenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 1 EL Weinessig
  • 1-2 EL groben Senf

  • Belag:
  • 300 g Lachsfilet ohne Haut aus dem Mittelstück
  • 200 g grüner Thaispargel
  • 1 Bd. Rucolasalat
  • Salz und Pfeffer
  • Pflanzenöl
Instructions
  1. Burger-Buns:
  2. Alle zutaten bis auf Sesam und Schwarzkümmel in einer Rührschüssel vermengen und mit dem Knethaken auf kleinster Stufe für ca 5 Min kneten. Dann die Geschwindigkeit nach und nach erhöhen und 8-10 Min weiterkneten.
  3. Aus dem Teig 6 kleine Brötchen formen. Das Eigelb mit etwas Wasser vermischen und die Brötchen damit bestreichen. Jetzt nach Belieben mit Sesam und Schwarzkümmel bestreuen.
  4. Nun müssen die geformten Brötchen ca 30-45 Min bei Zimmertemperatur gehen und werden anschließend im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad ca 15-20 Minuten gebacken.

  5. Mayonnaise:
  6. Eigelb und Senf in einer Schüssel verrühren.
  7. Jetzt das Öl langsam in dünnem Strahl dazu gießen und mit dem Schneebesen kräftig verschlagen. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Schluss den Weißweinessig und den groben Senf unterrühren.

  8. Belag:
  9. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das mit Pfeffer und Salz gewürzte Lachsfilet von beiden Seiten anbraten.
  10. Den Thaispargel für 1 Min blanchieren und dann in kaltem Eiswasser abschrecken.
  11. Den Rucola waschen und in mundgerechte Größe zerteilen.
  12. Jetzt die Burgerbuns in der Mitte aufschneiden und dünn mit der Mayonnaise bestreichen.
  13. Anschließend mit Rucola und Spargel belegen.
  14. Den Lachs grob zerteilen und auf dem Spargel verteilen. Mit Mayonnaise toppen, evtl mit Pfeffer aus der Mühle nachwürzen und den Deckel des Burgerbrötchens darauf legen.

Ich wünsche Euch einen schönen Karfreitag, genießt was der Tag für Euch bereithält und denkt daran:

Wo es Schatten gibt, muss auch Licht sein!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Schokokuchen vs. Schock-Oh-Kuchen

{… oder warum frisch gebackener Schokoladenkuchen das beste Raumdeo gegen müffelnde Teenager ist…}

Schokoladenkuchen2.1

Als Michaela am letzten Freitagmittag vom Arbeiten nach Hause kam, versuchte sie die Haustür aufzuschieben und scheiterte. Erst nachdem sie, bepackt mit zwei vollen Einkaufstüten, einer Laptoptasche und einem Ordner unter dem Arm, unsanft mit ihrem rechten Fuß gegen die Tür trat, schob diese sich langsam auf. Der Grund für die Türblockade war eine cognacfarbene Kunstleder-Umhängetasche und ein paar ehemals weiße Markenturnschuhe, die jemand achtlos direkt hinter der Eingangstür ausgezogen und an Ort und Stelle liegen gelassen hat. Michaela zwängte sich durch den engen Türspalt und wuchtete ihre Tüten und den Rest in den Flur.

Hinter einer der vielen Türen, die von dem Flur abgingen, vernahm sie dumpfe wummernde Geräusche und eine junge Mädchenstimme, die in schrägen Tönen englisch sang. „Hannah, mir stinkt das ganz gewaltig…“ Sie öffnete die Tür und prallte zurück. Der Anblick des Grauens bot sich ihr, als sie in den Raum blickte. Der Boden war übersät von nahezu dem gesamten Inhalt des Kleiderschranks. Dazwischen halbleere Joghurtbecher, beschriebene Zettel, leere Getränkedosen und Chipstüten. Mit offenem Mund stand sie da und starrte ungläubig in das Zimmer, das gestern noch in einem durchaus betretbaren Zustand war. Ein säuerlicher Geruch nach vergorener Milch und Müll, gemischt mit süßem Parfum lag in der Luft. Hannah, ihre 15 jährige Tochter, stand mit einem sehr knappen T-shirt bekleidet vor dem großen Spiegel, mit einem Fuß auf einem von Michaelas Pullovern, den sie schon seit einer Woche vergebens suchte und kämmte sich die langen braunen Haare.

Schokoladenkuchen3.1

„Oh, hallo Mum!“ rief Hannah gegen die Musik an und bürstete seelenruhig ihre lange Mähne weiter. Michaela rang nach Luft. „Bevor Du Dich jetzt wieder aufregst, wie es hier aussieht… Ich räume nachher auf. Ich treffe mich nur kurz mit Lisa und Nick. So um acht bin ich dann zurück. Übrigens, ich brauche neue Unterwäsche! Kannst Du mir morgen Geld geben?“ Mit einer dicken Schicht Wimperntusche wurden noch schnell die Augen umrahmt und schon griff Hannah nach ihrer Jacke irgendwo in dem Haufen auf dem Boden und wollte an ihrer Mutter in der Tür vorbei. „Ne ne Fräulein, sooo nicht!“ presste Michaela hervor. Auf ihrer Stirn zeichnete sich schon wieder diese scheußliche Ader ab, die immer zum Vorschein kam wenn sie sich ärgerte oder aufgeregt war. „Hannah wir müssen reden!“ „Nachher Mum!“ Und schon quetschte sich das Mädchen an ihrer Mutter vorbei, machte einen großen Schritt über die immer noch im Flur liegende Tasche und Turnschuhe und verließ mit wehendem Haar die Wohnung. Michaela lehnte an der Wand im Flur und versuchte Ihre Wut weg zu atmen. Das einzige was sie atmete war der süßliche Geruch von billigem Parfum, der noch immer in der Luft hing.

Kurz darauf klingelte es Sturm an der Tür. Michaela öffnete die Tür und Simon, ihr mit unzähligen Pickeln übersäter 13 Jahre alter Sohn stand ihr mit seinen knapp 1,90 Meter gegenüber. „Sorry Mum, ich hab meinen Schlüssel vergessen – und ich muss aufs Klo!“ Während er diesen kurzen Satz hervorpresste, wechselte er dabei zweimal die Tonlage. Ein grauer Rucksack flog in den Flur, eine Sweatshirtjacke hinterher und der Junge verschwand im Badezimmer ohne sich zu bemühen die Tür zu schließen. „Was gibt’s zu essen?“ Die Frage ging in unschönen Toilettengeräuschen unter. Als Simon in die Küche kam und an seiner Mutter vorbeischlurfte, zog ein penetranter Schweißgeruch, der stark an Zwiebeln erinnerte, hinter ihm her. Der Junge ließ sich auf einen Stuhl fallen und räkelte sich ausgiebig mit in die Luft gestreckten Armen. Der Zwiebelgeruch verstärkte sich. „Was gibt’s denn jetzt heute zu essen?“ „Zwiebelkuchen!“ „Iiiiiihhhhh! Mum, ich hasse Zwiebeln!“ „Ich weiß!“ „Und warum tust Du mir das dann an?“ „Warum tust DU mir das an, Simon?“ „Hä?“ „Simon, Du musst mal duschen gehen!“ Michaela stand auf und öffnete das Küchenfenster. „Ich hab heute Morgen geduscht!“ empörte er sich. „Dann geh bitte nochmal! In deinem Alter ist es eben so, dass man häufiger duschen muss…“ „Zu viel Wasser schadet der Haut, hat mein Biolehrer gesagt. Wegen dem HP-Wert!“ „PH-Wert!“ „Ach egal, auf jeden Fall ises nicht gesund! Und außerdem liegen meine Haare gerade so gut! Wenn ich jetzt dusche, ist wieder alles für den Arsch!“

Schokoladenkuchen4.1

Michaela stand wortlos auf und öffnete nacheinander alle vorhandenen Fenster, nebst Haustür, in der Wohnung. Ein kalter Wind wehte durch die Räume. „Willst Du dass ich erfriere?“ Simon holte einen Schal aus seinem Zimmer. „Willst Du, dass ich ersticke?“, war die Antwort seiner Mutter darauf. „Simon, geh bitte duschen! J E T Z T !!!“

Mürrisch verzog er sich ins Badezimmer. Natürlich nicht ohne auf dem Weg einen ganzen Schwall der verschiedensten F-Wörter und sonstigen unschönen Dingen von sich zu geben.

Im Badezimmer setzte er sich erstmal ganz bequem angezogen auf die Toilette und blätterte ein wenig in einer der Autozeitschriften seines Vaters, die stapelweise neben der Toilettenschüssel lagen. Nach drei Minuten stellte er in der Dusche das Wasser an und ließ sich wieder auf dem Toilettendeckel nieder, während Liter um Liter Wasser den Weg in den Duschabfluss suchten. Nach weiteren 5 Minuten hatte er das Gefühl das Wasser wieder abstellen zu können, um kurz darauf einen Sprühstrahl aus der Deodorantdose laut zischend unter seinen Achseln zu verteilen. Zufrieden schnupperte er an sich, prüfte kurz den Sitz seiner Frisur im Spiegel und warf anschließend achtlos ein zerknülltes Badetuch vor die Dusche auf dem Boden, damit alles authentisch wirkte. „Frisch geduscht“ betrat er die Küche. Michaela verstaute unterdessen die Einkäufe in den Schränken. „Fertig! Hier riech!“ Und schon presste Simon seiner Mutter seine Achsel dicht vor die Nase. Ein undefinierbares Geruchsgemisch aus verschwitzem T-Shirt, Deo und Waschmittel brannte sich in ihre Nase ein. Kurz musste sie ihren Würgereflex unterdrücken. „Du hast doch niemals geduscht!“ „Aber klar habe ich geduscht! Haste doch gerochen, oder?“ „Was ich da gerade gerochen habe möchte ich nicht laut aussprechen mein lieber Sohn! Eigentlich bräuchte ich jetzt nämlich eine Nasendusche, um diesen Geruch jemals wieder aus meinen Nasenflügeln zu verbannen! Aber bitte- Du musst ja stinkend herum laufen. Und soll ich Dir noch was sagen? Mir stinkt’s auch! Und zwar ganz gewaltig! Mittagessen fällt aus wegen Appetitlosigkeit durch Geruchsbelästigung! Ich brauche frische Luft!“

Schokoladenkuchen

Michaela verließ wutenbrannt die Wohnung und verbrachte die nächsten drei Stunden bei ihrer Nachbarin, die kinder- und mannlos in einer klinisch aufgeräumten Wohnung eine Etage über ihr wohnte. Hier roch es nach nichts, außer nach teuren Möbeln und man musste niemals über Schuhe am Boden steigen, denn die wurden feinsäuberlich aufgereiht, wie in einem Showroom in einem Regal im Flur präsentiert. Eine Oase der Ruhe für Augen und Sinne sozusagen.

Nach 3 Stunden sehnte sie sich aber doch irgendwie nach ihrem stinkenden Chaos und stieg die Treppe zu ihrer Wohnung hinab und machte sich auf einen weiteren Schock gefasst, der sie vermutlich hinter der Tür erwartete. Michaela schloss die Tür auf und Schock- nein kein Schock! Ein „Oh“ entwich ihr. „Oh-Kuchen!“ Durch Ihre Nase zog ein herrlicher Duft nach selbstgebackenem Kuchen und nach dunkler Schokolade. Keine Spur von Gestank. Dann fiel ihr auf, dass sich die Haustür auch ganz einfach öffnen ließ und keine Schuhe, Taschen, Jacken oder sonstiges auf dem Boden lagen.

Vorsichtig öffnete sie Hannahs Zimmertür. Wie von Zauberhand war das Chaos verschwunden, Zettel lagen geordnet auf dem Schreibtisch, Klamotten waren ordentlich gefaltet im Schrank und auch der saure, modrige Geruch war verschwunden. Ungläubig betrat Michaela die Küche. Am Küchentisch saßen ihre beiden Kinder. Simon in einem frischen T-Shirt und neuer Frisur, Hannah ungeschminkt und in Jogginghose. Beide strichen einträchtig dicke Ganache auf einen perfekten Schokoladenkuchen vor dem ein kleiner Zettel mit >>SORRY MUM<< lag.
(…)

Auch wenn dieser Zustand von Ordnung, Friede und wohlriechendem Raumklima wohl nur eine kurze Momentaufnahme war, Schokokuchen ist und bleibt trotzdem der beste Raumduft der Welt. Das funktioniert übrigens nicht nur bei müffelnden Teenagern, sondern auch bei nassen Hunden, vollen Babywindeln und getragenen Sportsocken….

Und wenn Ihr auch mal ganz spontan Euren Raum-Mief (weshalb auch immer) bekämpfen müsst, kommt hier das beste Schokoladenkuchenrezept dafür:

5.0 from 1 reviews
Schokokuchen vs. Schock-Oh-Kuchen
 
Author:
Ingredients
  • Kuchen:
  • 250 g Zucker
  • 2 Eier Gr. M
  • 130 g Vanillejoghurt
  • 120 ml Milch
  • 200 g Mehl
  • 50 g Backkakao
  • 2 TL Backpulver
  • Mark einer Vanilleschote
  • 120 g Zartbitterschokolade
  • 125 g Butter
  • 200 g backfeste Schokotropfen
  • Ganache:
  • 250 g gehackte Zartbitterschokolade
  • 230 ml Sahne
  • Himbeeren optional
Instructions
  1. Zucker und Eier schaumig schlagen.
  2. Dann nacheinander Joghurt, Milch Mehl, Backpulver, Mark der Vanilleschote und den Backkakao dazu geben und verrühren.
  3. Die Schokolade in der Butter schmelzen und unter den Teig rühren.
  4. Zum Schluss die Schokotröpfchen unterheben.
  5. Den Teig in eine gefettete Kastenform geben und bei 180 Grad 50-60 Minuten backen.
  6. Kurz vor Ende der Backzeit die Stäbchenprobe machen.
  7. Den Kuchen in der Form auskühlen lassen und danach auf ein Kuchengitter stürzen.
  8. Für die Ganache die Schokolade in kleine Stücke brechen.
  9. Die Sahne erhitzen und über die Schokolade gießen.
  10. So lange rühren, bis sich die Schokolade in der Sahne aufgelöst hat.
  11. Den Kuchen mit der Ganache bestreichen und nach Belieben mit Himbeeren ausdekorieren.

Schokoladenkuchen

Ich hoffe Ihr verzeiht mir den kurzen Ausflug in die Welt der Pubertierenden, mitsamt deren Gerüchen… (Übrigens: Alle in diesem Post geschilderten Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.)

Habt einen duften Sonntag

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Zoodles alla Gemüse-Arrabbiata

{…stellt Euch vor es ist Valentinstag und keiner geht hin…}

5.2

Neulich in einem Wohnzimmer irgendwo in Deutschland:

Sie: „Schatz?“
Er: „Ja?“
Sie: „Findest Du mich fett?“
Er: „Äh…nein!“
Sie: „Wieso musst Du ein Äh vor das Nein setzen? Du bist Dir also nicht sicher ob Du mich fett findest, stimmts?!“
Er: „Nein!“
Sie: „Mehr kommt da jetzt nicht, als ein NEIN???“
Er: „Es stimmt nicht! Bist Du jetzt zufrieden?“
Sie: „Aber schau doch mal hier…“ (sie kneift sich in den Oberschenkel und klopft auf ihren Bauch und ihre Hinterpartie)
Er: „Was ist da?“
Sie: „Ja schau doch mal…alles schwabbelt! Das ist doch nicht schön!“
Er: „Wenn Du es sagst!“
Sie: „Siehst Du, Du findest es auch nicht schön!“
Er: „Nein! Äh doch! Ach, Du bringst mich völlig durcheinander mit Deinem Fettschwabbel-Gerede!“

2

Sie schiebt schmollend die Unterlippe vor.
Beide schauen schweigend auf den Fernseher.

5 Minuten später:

Sie: „Schatz?“
Er: „Ja?“
Sie: „Liebst Du mich?“
Er: „Klar!“
Sie: „Warum?“
Er: „Wie warum?
Sie: „Na, warum Du mich liebst?“
Er: „Hmmm…“
Sie: „Hmmm? Mehr fällt Dir nicht ein? Schön dass Dir so viel an mir liegt!“
Er: „Ich werde ja wohl noch mal nachdenken dürfen!“
Sie: „Aber doch nicht soooo lange! Also? Was liebst Du an mir?“
Er: „Alles!“
Sie: „Wie alles? Geht’s nicht genauer?“
Er: „Nein! Alles eben!“
Genervt greift er zu seiner Autofachzeitschrift.
Sie starrt ihn an

1.

Sie: „Schatz?“
Er: „Ja?“
Sie: „Woran denkst Du gerade?“
Er: „An nichts. Ich lese.“
Sie: „Ich sehe doch, dass Du an etwas denkst! Also woran denkst Du gerade?“
Er: „An meine Mutter!“
Sie: „Was?!“
Er: „Ich denke an meine Mutter…“
Sie: „Warum an Deine Mutter?“
Er: „Weil sie nächsten Sonntag zu Besuch zu uns kommt.“
Sie: „Deine Mutter?“
Er: „Ja, MEINE MUTTER!“
Sie: „Schatz, das geht nicht!“
Er: „Wieso?“
Sie: „Da ist doch Valentinstag…!“
Er: „Na und?“
Sie: „Wie? Na und?“
Er: „Da kann meine Mutter doch trotzdem kommen!“
Sie: „Och Schaaaaaaatz….nein, bitte!“
Er: „Was ist denn mit diesem verdammten Valentinstag?“
Sie: „Na, das ist doch uuuuunser Tag…!“
Er: „Unser Tag ist am 20. Januar und der war schon!“
Sie: „Du verstehst das nicht! Valentinstag ist auch unser Tag!“
Er: „Ach ja?“
Sie: „Ja! Wir essen schön, liegen den ganzen Tag auf der Couch und schauen Liebesfilme, essen wieder schön, …“
Er: „Ich dachte Du fühlst dich fett?“
Sie: „Wie bitte?“
Er: „Du hast gesagt Du fühlst Dich fett! Und wenn wir den ganzen Tag auf der Couch liegen und essen, bekommst Du das Problem nie in den Griff!“
Sie: „Du findest ich habe ein Problem?“
Er: „Nein! Also doch… ach können wir dieses Gespräch nicht einfach lassen?“
Sie: „Nie redest Du mit mir!“
Er: „Ich rede immer mit Dir!“
Sie: „Du bist so gemein!“
Er: „Das wird gerade echt anstrengend hier!“
Sie: „Ja, ich bin anstrengend!!! Ist ja wieder klar! Weißt Du was? Vergiss den Valentinstag! Triff Du Dich mit Deiner Mutter! Ich mache auch keinen Valentinstag!“
Er: „Gut! Dann sind wir uns ja einig!“

— SENDEPAUSE —

7

Kommunikation zwischen Mann und Frau ist nicht immer einfach… und Worte sollten nicht immer auf die Goldwaage gelegt werden. Manchmal reicht es ja auch schon, wenn man, ohne etwas zu sagen, eine kleine Botschaft sendet. Z.B. eine Nachricht auf dem Badezimmerspiegel (Tipp: nicht unbedingt den erst kürzlich von ihr teuer erworbenen Lippenstift dafür verwenden!) oder ein Zettel auf dem Kopfkissen, eine Botschaft im Auto,… Es gibt so viele Möglichkeiten dem anderen mitzuteilen wie schön es ist, dass es ihn/sie gibt. Und das muss nicht immer nur in einer Partnerschaft sein. Auch Freunde freuen sich über nette (ernstgemeinte!) Worte.

Wenn Ihr mal jemandem einfach etwas Nettes auf eine etwas andere Art und Weise sagen möchtet, könnt Ihr Euch hier meine „Komplimente for take away“ herunterladen. Einfach immer mal ein Kompliment abreißen, weitergeben und sich über die Reaktion des anderen freuen.

Komplimente for take away_4

Und nochmal kurz zurück zu dem Paar von weiter oben:

Natürlich hat er sich am Valentinstag nicht mit seiner Mutter verabredet… Statt dessen zauberte er seiner Liebsten einen köstlichen Low-Carb-Teller (damit sie Ihr vermeintliches Problem in den Griff bekommt) bestehend aus Zucchininudeln (Zoodles) und einer feurigen Arrabbiata, getoppt mit Ziegenfrischkäse, während ein Rosamunde Pilcher Film nach dem anderen über den Bildschirm flimmerte. Das ist vielleicht nicht das Non-Plus-Ultra-Valentinstag-Essen, aber man muss ja auch nicht immer alles in Herzform pressen, nur weil der 14. Februar ist, oder? Außerdem sollte der Abend ja noch anders ausklingen und nicht im Fresskoma auf der Couch zu enden… Versöhnung ist doch immer das Schönste, oder?! ;-)

5.0 from 1 reviews
Zoodles alla Gemüse-Arrabbiata
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 600 g geschälte Tomaten (Dose)
  • 2 rote Paprika
  • 2 kleine Peperoni
  • 2 Karotten
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Basilikum
  • 50 g getrocknete Tomaten
  • 1 El Kapern
  • 50 g Ziegenfrischkäse
  • Öl
  • 4 mittelgroße Zucchini
  • Salz und Pffer
Instructions
  1. Die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden und mit dem Knoblauch und den klein geschnittenen Peperoni in wenig Öl glasig anbraten.
  2. Paprika, Möhren und getrocknete Tomaten ebenfalls klein würfeln und zu den Zwiebeln geben.
  3. Die geschälten Tomaten hinzufügen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  4. Alles für 2 Std köcheln lasen bis sich die Sauce bis knapp um die Hälfte reduziert hat.
  5. Den Basilikum klein hacken und kurz vor Ende hinzufügen.
  6. In der Zwischenzeit die Zucchini mit einem Spiralschneider in feine Streifen schneiden und in leicht gesalzenem Wasser 2 Minuten kochen.
  7. Die Sauce abschmecken und evtl. mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
  8. Die Zucchininudeln auf einem Teller anrichten und die Sauce darauf geben.
  9. Zum Schluss mit Kapern und Ziegenfrischkäse anrichten.

8

Ob Ihr den Valentinstag zelebriert habt oder nicht, genießt den Tag und verschenkt ein paar Komplimente an Eure Lieben.

Falls Ihr noch eine andere Inspiration für ein Zoodle-Rezept braucht, dann schaut auf jeden Fall bei meiner Lieblings-Sandra von Hase im Glück vorbei, denn lustiger Weise hatten wir heute beide Zucchininudeln auf dem Speiseplan ;)

Schön, dass es Euch gibt, Ihr seid toll!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Housemacher Leberwurst

{..und weshalb grau gar nicht grau(en)voll ist…}

Pssst…. Spitzt mal die Ohren… Hört Ihr das? Klack Klack Klack… da klappern sie wieder über das Parket. Gefährliche 12cm in betörendem schwarz.

Die Housefrau auf Mörderhacken…Und warum das Ganze? Weil es mal wieder Zeit ist für: STILETTOS IN DA HOUSE

Stilettos in da House1

Ihr kennt das ja schon: Katja von Stilettos and Sprouts und ich kochen in unregelmäßigen Abständen nach Farben. Grün und Rot haben wir ja die letzten beiden Male schon abgehandelt und wir waren beide der Meinung, dass es mal an der Zeit ist den Fortgeschrittenen-Parcours auf unseren Mörderabsätzen zu beschreiten. Deshalb wird diesmal nach der aktuellen Wetterfarbe gekocht: grau….

Ja, richtig gehört. GRAU. Also im House ist ja die eine oder andere Wand auch in mehr oder minder sanftes grau getaucht. Grau ist auch das ein oder andere T-Shirt in meinem Schrank (einfach weil es ja eine Abwandlung von schwarz ist). Und in ein nebeliges Grau taucht auch manchmal das Leben. Ach ja…*seufz* das Leben…. Man kann ja auch nicht immer mit der rosaroten Schweißerbrille herumlaufen und den Elefanten beim Fliegen zu sehen…. Und ganz ehrlich. Was hilft am besten gegen Stimmungsschwankungen, bedingt durch den grauen Alltag? Essen! Essen ist immer eine Lösung.

Leberwurst 1.1

Vor einiger Zeit hat mir ein guter Freund gebeichtet, dass es für ihn kaum etwas Tröstlicheres gibt, als ein Stück gutes Brot mit daumendicker Leberwurst zu verdrücken. Natürlich mit einer ordentlichen Portion Bauzener Senf und einem Berg Gewürzgurken. Einfach ein ehrliches Essen. Bodenständig eben. Erinnerungen an Kindheit. Gerne auch in Dosenform genommen.

Immer wenn ich an das Wort Grau in Zusammenhang mit Essen denke, ploppt jetzt das Wort „leberwurstgrau“ auf. Was liegt da also näher sich mal an einer eigenen Leberwurstproduktion zu versuchen. Housemacher Art natürlich! Und dass Leberwurst nicht nur schnöde und grau, sondern auch schön sein kann, liegt natürlich auch immer an der Präsentation und an den Nebendarstellern auf dem Teller. Denn Leberwurst kann auch sexy…ok, wenn sie in 12cm Mörderhacken zubereitet wird, ist ja quasi alles sexy. Da könnte man jemandem wahrscheinlich auch Kuhaugen als Dessert verkaufen. Aber hier geht es einfach nur um wunderbar graue Leberwurst. Die hohen Treter blendet ihr jetzt einfach mal aus!

Leberwurst 3.1

Und wer jemals seine eigene Wurst hergestellt hat, wird so schnell nichts Besseres beim Metzger (und beim Discounter schon gar nicht!) finden. Dabei ist das Ganze gar nicht so schwer in der Herstellung. Alle was Ihr an Gerätschaften braucht ist ein funktionierender Fleischwolf. Meiner stammt noch von meiner Oma und neben Wadenmuskeltraining (wegen der Schuhe), habe ich dazu gleich noch ein Bizepstraining absolviert. Mein Fleischwolf ist nämlich etwas schwerfällig im Gebrauch und man kurbelt sich quasi die Seele aus dem Leib. Aber ich habe bei dieser Wurst einfach mal wieder den Nostalgiegedanken hochgehalten, obwohl meine Küchenmaschine einen tollen Fleischwolfaufsatz hat. Ganzheitliche Körperertüchtigung durch Leberwurstherstellung. Damals nannte man das noch Leibeserziehung. Seinen Leib mit Leberwurst zu erziehen klingt so crazy, dass es einfach gut sein muss. Was will man denn noch mehr? Fit durch Leberwurst…Die Farbe Grau wird immer mehr zu meinem Freund.

Leberwurst 7.1

Und wie praktisch,dass jetzt auch noch Fasching, bzw. Karneval vor der Tür steht. Ich bin ja nach einem ordentlichen Trinkgelage eher so der herzhafte Typ. Und Leberwurst ist ein optimaler Katerkiller.

Oder man kreiert daraus einen hübschen Valentinstagsteller. So für die bodenständigen Paare. „Du Schatz, zünde doch schon mal die Kerze an, ich hol nur schnell die Leberwurst!“ Es geht doch nichts über Romantik… Dazu gesellen sich knallig-sündiges Rote Beete Tartar, knusprige Weißbrotscheiben und ein wunderschönes Wachtel-Spiegelei. Ich sag doch, Leberwurst kann auch sexy.

Leberwurst 8.1

Und damit Ihr in Kürze entweder Euren Karnevals-Kater danieder strecken oder Eurem Liebsten oder Eurer Liebsten am 14. Februar Leberwurst um den Bauchnabel pinseln könnt, hier kommt die Anleitung wie das Ganze zubereitet wird:

5.0 from 1 reviews
Housemacher Leberwurst
 
Author:
Ingredients
  • 500 g Kalbsleber
  • 250 g frischer Bauchspeck
  • 500 g nicht zu mageres Schweinefleisch
  • 3 - 4 Knoblauchzehen
  • Salz
  • 2 Zwiebeln
  • ¼ TL gemahlener Piment
  • 1 TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • geriebene Muskatnuss
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • 2 TL Sonnenblumenöl
Instructions
  1. Leber von Häutchen, Sehnen und Röhren befreien. Leber, Speck und Schweinefleisch in Würfel schneiden. Knoblauch und Zwiebeln schälen und würfeln. Alles vermischen und zweimal durch den Fleischwolf drehen. Je nachdem, wie grob oder fein die Wurst sein soll, durch die entsprechende Scheibe.
  2. Die Wurstmasse kräftig mit Salz, Piment, Pfeffer, 1 guten Prise Muskat, Majoran und Thymian abschmecken. Die sterilisierten Gläser mit Öl auspinseln.
  3. Die Wurstmasse in die Gläser füllen und mit den Deckeln verschließen. Die Fettpfanne des Backofens mit einer doppelten Lage Küchenpapier auslegen und die Gläser so daraufstellen, dass sie sich nicht berühren.
  4. Die Fettpfanne bis unter den Rand mit warmem Wasser füllen und in die Backofenmitte schieben. Den Ofen auf 160° einschalten und die Leberwurst 1½ Std. garen. Die Gläser sofort aus dem Ofen nehmen und erkalten lassen. Dann an einem kühlen Platz aufbewahren.
  5. Ergibt ca. 8 Gläser à 200ml Inhalt

Stilettos in da House2

Und es ist mal wieder grandios… Katja hat sich auch für einen grauen Brotaufstrich entschieden. Ein Baba-Ganoush-Auberginen-Dip in betörendem Grau. Schaut unbedingt hier bei Ihr vorbei und lasst Euch von dieser anderen Graunuance betören! Dafür, dass Grau bei Essen ja eher so eine Unfarbe ist und oftmals an Verdorbenes erinnert, sind diese beiden grauen Aufstrichtypen wirklich unglaublich gutaussehend und wohlschmeckend.

Stilettos in da House3

Woher stammt eigentlich das Wort grauenvoll?

Ich wünsche Euch eine grau(en)volle Woche! Bunt ist übrigens völlig überwertet!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

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