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Cranberry Granola mit Cashewkernen

{…hast Du Kopf wie Sieb, musst Du Granola essen…}

Granola

Warum auch immer, aber in der letzten Zeit erinnert mich mein Gehirn an das Sieb in dem ich immer meine Nudeln abseihe. Schön gleichmäßig mit kleinen Löchern durchzogen, damit alles sorgsam abfließen kann, was sich da in meinem Kopf so aufhält. Was ich damit sagen möchte: ich werde vergesslich!

—Das 70er Jahre Einkaufsnetz in meinem Kopf—

Kürzlich klingelte mein Telefon und eine weibliche Stimme singt mir entgegen: „Tanja, guuut dass ich Dich erreiche, hier ist Sabrina!“ Ich halte mir den Hörer ans Ohr und konzentriere mich auf den Singsang, der durch die kleinen Öffnungen im Hörer strömt. Mein Gehirn versucht in Wallung zu kommen, reagiert aber gerade eher wie eine Energiesparlampe, die sich langsam entschließt den Raum endlich hell werden zu lassen. „Sabrina-Sabrina-Sabrina“ rattert es in meinem Kopf und ich versuche die Stimme zu zuordnen. Es ist grauenvoll!
Um mir aber natürlich nicht anmerken zu lassen, dass mein Hirn einem dieser grobmaschig gehäkelten Einkaufsnetze aus den 70ern ähnelt, habe ich mir eine gewisse Taktik angeeignet.

Sobald ich am Telefon mit Menschen zu tun habe, an deren Namen und Gesichter ich mich nicht mehr erinnern kann, erhöhe ich meine Stimme um zwei Oktaven und rufe mit gespielter Begeisterung: „Heeeeeeey Sabrinaaaa!“ Das Wort „Hey“ ist hier wirklich dankbar einzusetzen, denn erstens ist es eine recht passable Grußform (wirkt jung und dynamisch) und zweitens kann man es so wunderbar in die Länge ziehen (was einem eventuell Zeit gibt, doch noch darauf zu kommen, wer da gerade am anderen Ende des Hörers ist).

—Die Schleimkanone rettend im Anschlag—

Ich finde mich langsam damit ab, dass ich mit knapp über 40 nun vergesslich, schusselig, alt und debil werde/bin. Der Sinkflug ins Land der Treppenlifter ist ziemlich ernüchternd in die Nähe gerückt.
In diesem Jahr habe ich schon 3 Mal eine neue PIN für meine EC-Karte bekommen. „Wie war noch mal das Hüpfmuster auf der Geldautomaten-Tastatur?“
Auf Partys begegnen mir mitunter Menschen, die mich kennen, ich mich aber einfach nicht an sie erinnere und dann solche Sätze wie „Tanja, ich bin’s doch Matthias. Der, der dich vor ein paar Jahren bei Rock am Ring vor dem Untergang bewahrt und mit Alkaselzer am nächsten Tag versorgt hat….“ Ich habe keine Ahnung wer der blasse Typ vor mir ist. Aber auch hier gibt es eine einfache Taktik, um die Peinlichkeit der Situation zu umschiffen. „Mensch Matthias, Du hast Dich ja verändert! Hast Du etwas mit Deinen Haaren gemacht? Und abgenommen hast Du auch, oder? Ich hab’ Dich gar nicht erkannt! Gut siehst Du aus…“ *räusper
Ihr merkt, die Schleimkanone ist quasi immer im Anschlag, um einen Schuss ins Ungewisse abzufeuern, einfach um halbwegs würdevoll aus der Nummer raus zu kommen.

Granola

Als ich noch nicht an meiner eigenen beginnenden Demenz litt, fand ich Vergesslichsein sogar mitunter ein ganz charmantes Leiden. Ich hatte das Gefühl, dass sich vergessliche Menschen weniger Sorgen und Gedanken machten. Ähnlich einer Schnecke: vergesslich, lahm und sorgenfrei. Jetzt leide ich selbst daran und merke, dass es alles andere als charmant ist. Es ist peinlich und fühlt sich unglaublich doof an. PUNKT!

—„Priorität“ ist das Zauberwort—

Auch wenn man Wehwehchen und Krankheiten im Internet nicht googeln sollte, habe ich es dennoch getan und zum Glück nicht gleich mein Todesurteil gelesen. Vielmehr habe ich eine Studie der Universität Stanford gefunden, die belegt, dass es völlig normal ist Dinge zu vergessen. Ja, es ist sogar überlebenswichtig für unser Gehirn.
Unser Verstand sortiert nämlich Dinge nach ihrer Wichtigkeit, sprich: das Gehirn setzt Prioritäten.
Dass ich also meine EC-PIN immer vergesse liegt daran, dass mein Konto sowieso chronisch leer ist und deshalb die PIN-Nummer in Prio.Stufe 155 rutscht. Ebenso verflossene Bekanntschaften, die man irgendwann zufällig wieder trifft.
Ich habe wohl einfach Wichtigeres zu tun, als mir so kleine Details zu merken. (Klingt ganz schön überheblich und ich schäme ich gerade dafür!)

Granola

—Brainfood für und gegen die Löcher im Hirn—

Um der Vergesslichkeit vorzubeugen, hilft wie immer eine gesunde Ernährung und ausreichende Füssigkeitszufuhr (nein, kein Prosecco! Und leider wird man durch das Verändern seines Essverhaltens auch nicht intelligenter…)
Heutzutage spricht man von sogenanntem „Brainfood“, das kurz und langfristig die Konzentration, das Vorbeugen von Müdigkeit und das Meistern von Stresssituationen (wie Prüfungen o.ä.) fördern soll.
In diesem Artikel kann man ganz gut nachlesen welche Lebensmittel als „Brainfood“ gelten.

Ach ja… und Sabrina (die vom Telefon) ist die Sprechstundenhilfe meines Physiotherapeuten, die mich, etwas überrascht über mein leicht hysterisch freudiges „Heeeeyyyyy Sabrina!“, an meinen Termin in der nächsten Woche erinnern wollte, der einen Tag verschoben werden muss.
Den Termin hatte ich glatt vergessen….

Eure

Tanja

 

Cranberry Granola mit Cashewkernen
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • 100 g kernige Haferflocken
  • 100 g Dinkelflocken
  • 50 g Cashewkerne
  • 30 g Sonnenblumenkerne
  • 25 g gehackte Mandeln
  • 1 TL Zimt (optional)
  • 70 g Honig
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 40 g getrocknete Cranberries
Instructions
  1. Hafer- und Dinkelflocken mit Mandeln, Sonnenblumenkernen und Cashewkernen mischen. (Optimal mitZimt)
  2. Den Honig und das Öl unterrühren.
  3. Die Masse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben, gleichmäßig verteilen und im auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen ca. 25 Minuten rösten.
  4. Zwischendurch mehrmals wenden.
  5. Granola auskühlen lassen. Cranberries hacken und unterheben.
  6. Passt perfekt zu Naturjoghurt!

(Lässt sich übrigens toll verschenken, wenn man es noch schön verpackt…!)

 

 

Pulposalat mit Fenchel

{…Rückblick auf ein Weihnachten -Vorschau auf 2016…}

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So, da saßen wir also gestriegelt, geschniegelt und gescheitelt am Weihnachtsabend alle gemeinsam unter der spärlich beleuchteten Kunsttanne. Nachdem im letzten Jahr der Baum einen laut knisternden und ziemlich spektakulären Auftritt hingelegt hatte, als er fast unbemerkt in Flammen aufging, haben sich Onkel Walter und Tante Gabi in diesem Jahr gegen die Natur entschieden. Stattdessen wurde vorher kräftig mit Tannenduft-Raumspray die Luft verseucht, so dass selbst die ehemals rot glänzenden Christbaumkugeln mit feinen Sprenkeln überzogen waren und etwas trübe aussahen. Alles für die Stimmung. Alles für die Authentizität. Von der 200er Lichterkette leuchtete nur jede Vierte. Und als der fünfjährige Paul sich wagte zu fragen, was denn mit den anderen Lichtern passiert sei, bekamen alle Anwesenden einen ausführlichen Vortrag über die derzeitigen Strompreise, nebst Anbietern.

Während Onkel Paul noch über die stetig steigenden Lebenshaltungskosten einen Monolog hielt, stand Tante Gabi in ihrer Metzgerschürze, die sie noch aus den Tagen, als sie noch in der ortsansässigen Metzgerei arbeitete und aus nostalgischem Gedanke aufgehoben hatte, in der Küche. Dass die Metzgerei wegen eines Hygieneskandals seine Pforten schließen musste, hatte sie einfach verdrängt. Und dass bis vor einem Jahr jedes Stück Fleisch, was den Weg auf den Tisch fand, ausschließlich aus diesem Betrieb kam, darüber spricht heute keiner mehr. Es ist ja alles gut gegangen und alle leben noch. Im Nachhinein wundert sich aber auch keiner mehr über die unangenehmen Gerüche, die zu späterer Stunde, begleitet durch knatternde Geräusche von Opa Heiner ausgingen. Da dieser aber immer kurz vor dem Nachtisch in Richtung Sofa wanderte und kurz darauf laut schnarchend und mit weit geöffnetem Mund einschlief, merkte er von seinem eigenen Giftgasangriff recht wenig. Der Glückliche!

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In diesem Jahr war alles anders. Der Baum war aus Plastik. Die echten Kerzen durch 1/5 schwach leuchtender elektrischer Lichter ersetzt und statt Schweinelendchen mit grünlichem Schimmer gab es Gans.

Ich freute mich. Alle anderen waren irritiert. Veränderungen sind eben nicht für jedermann. Mein Bruder jammerte, dass er lieber Kartoffelbrei zur Gans gehabt hätte und Oma regte sich auf, dass eh immer viel zu viel Geschiss um das Essen gemacht wird und ein fertiger Kartoffelsalat von Rewe mit einer Rindswurst vollkommen ausgereicht hätte. Darauf brach meine Tante kurz in Tränen aus, denn die Erinnerung an Ihren verlorenen Arbeitsplatz kamen ihr unweigerlich hoch (schließlich gab es angeblich in ihrer Metzgerei die besten Rindwürste weit und breit…) Meine andere Tante Anneliese grinste seit Beginn des Abends verträumt vor sich hin, griff immer Mal verstohlen in Ihre Tasche, führte ihren kleinen silbernen Flachmann an ihre Lippen und tupfte sich danach mit der weißen Stoffserviette die Mundwinkel ab. Irgendwann nach dem Essen sangen wir alle „Oh Du Fröhliche“, und sahen eigentlich gar nicht so fröhlich dabei aus. Opa Heiner schielte die ganze Zeit schon in Richtung Baum, unter dem die Geschenke lagen, die in unterschiedlichstem Papier eingepackt waren. Jedes Jahr gab es für ihn eine Zigarre. Weihnachten war der einzige Tag, an dem meine Oma ihm zugestand zu rauchen. Die selbstgestrickten Socken und die warmen langen Unterhosen interessierten ihn verständlicher Weise nicht wirklich. Kurz darauf klingelte Tante Gabi auch schon das Glöckchen und die gesamte Familie wanderte zwei Meter vom Esstisch in Richtung Sofalandschaft. Erwartungsvoll starrten alle auf die Geschenke, bis mein Onkel die Jagd auf die verpackten Überraschungen freigab. Und wie immer wartete ich eigentlich nur noch auf ein lautes „Hallali“ was in diesem Moment irgendwo aus der Ferne erklingt. Bisher und auch all die Jahre zuvor blieb das aus. Dafür zählte mein Bruder lautstark die Geldscheine, die in diversen Weihnachtskarten steckten und beschwerte sich mit hängenden Mundwinklen, dass er 50 Euro weniger als im letzten Jahr bekommen hatte. Im Hintergrund sangen die Domspatzen „Macht hoch die Tür“ in Dauerschleife. Tante Anneliese probierte ihr neues Eau de Toilette aus, dessen Geruch dem Namen „Eau de Toilette“ alle Ehre machte und sorgte damit sogar dafür, dass der Baum nur noch schwach nach Latschenkiefer roch. Welcher Geruch der angenehmere war, konnte man nicht wirklich ausmachen.

Onkel Walter erfreute sich über einen neuen Korkenzieher, der sogar eine kleine Taschenlampe integriert hatte, damit er auch in tiefster Dunkelheit seine Rotweinflaschen entkorken konnte. Und während mein Opa sich seine ersehnte Zigarre anzündete, wickelte ich eine Aldi-Küchenmaschine aus einem ziemlich zerknitterten Geschenkpapier. Seit drei Jahren packte ich nun eine Aldi-Küchenmaschine aus schon mal benutztem Papier aus. Tante Anneliese strahlte mich an: „Du kochst doch so gerne! Ich dachte damit kannst Du bestimmt etwas anfangen!“ Onkle Walter schaute mich beschwörend an. Wir wussten alle, dass Tante Anneliese zu Respostenkäufen neigte und deshalb jedem Haushaltsgeschäft Konkurrenz machen konnte. Ich bedankte mich artig und fühlte mich wie jedes Jahr…. Irgendwie fehl am Platz.

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Manchmal ist es so, als ob sich Gewohnheiten und Gepflogenheiten nie ändern. Der eine nennt es Tradition, der andere Beständigkeit-ich empfand das alles gerade einfach nur anstrengend. Und während ich beobachtete wie meine Tante Anneliese auf allen Vieren unter dem Baum herumkroch und dabei Ihre hautfarbenen Nylonkniestrümpfe unter ihrem Rock entblößte, um das Geschenkpapier aufzusammeln (kann man ja nach dem Glätten noch mal benutzen), merkte ich, dass sich etwas ändern muss. Die Lust nach Veränderung klopfte von innen an meinen Bauch.

Me and horst.1.1

Schon während ich diese dämliche Küchenmaschine auspackte, hatte ich das Gefühl als ob mir eine dicker Krake auf der Schulter sitzt und mir mit seinen Tentakeln langsam den Hals zudrückt. Und da war der Entschluss gefasst. Im neuen Jahr MUSS ganz Vieles anders werden. Veränderung muss ja nicht immer negativ sein. Wichtig ist, dass man mutig ist! Dass man alte Gewohnheiten auch mal in die Wüste schickt und dass man sich seinen Wünschen stellt. Natürlich nicht so, dass man über Leichen geht. Aber kleinste Veränderungen können ja schon oft großes in die richtige Richtung bewegen.

Ich hab beschlossen die Krake (ok eher Pulpo) nicht in die Wüste, sondern in heißes Wasser zu schicken und damit einen wunderbaren Salat zu machen. Oma wäre entsetzt, wenn sie Tentakel auf dem Teller hätte und ich überlege gerade, ob ich nicht im nächsten Jahr das Ausrichten des Weihnachtsabends übernehmen soll. Mit Oktopus und dem Motto des Abends: “Mutausbruch

Allerdings herrscht bei mir Rauch-und Nylonstrumpfverbot. Und wenn ich noch jemals an Weihnachten eine Aldi-Küchenmaschine aus einem Karton holen muss, gibt es Schlachtplatte an Heilig Abend… Die neuen Wurstsorten könnt Ihr dann in einem Jahr hier lesen ;)

Pulposalat2

Falls Ihr Eure Krake, deren Tentakel Euch eventuell auch manchmal die Luft zum Atmen nehmen,  vernichten wollt, um im neuen Jahr mit neuen Ideen und Zielen starten möchtet, kommt hier das beste Verwertungsrezept schlechthin:

5.0 from 2 reviews
Pulposalat mit Fenchel
 
Serves: 4
Ingredients
  • 1,2 kg frischer Oktopus (küchenfertig)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3 Wacholderbeeren (zerdrückt)
  • Salz
  • je 1 rote Paprika
  • je 1 rote und grüne Peperoni (à 10 g)
  • 1 rote Chilischote
  • 250 g Fenchel mit Grün
  • 120 g Staudensellerie
  • 10 El Olivenöl
  • 2-3 El Weißweinessig
  • Pfeffer
Instructions
  1. Oktopus in einem Topf mit 1 zerdrückten Knoblauchzehe, Lorbeer und Wacholder bei milder Hitze zugedeckt 1 Stunde garen; dabei einmal wenden. Kurz vor Schluss salzen. In einem Sieb abtropfen lassen, dabei 150 ml Sud auffangen, abkühlen lassen.
  2. Paprika putzen, vierteln, entkernen, mit der Hautseite nach oben auf einem Backblech unter dem vorgeheizten Backofengrill 8-10 Minuten grillen, bis die Haut Blasen wirft. In einem Gefrierbeutel 5 Minuten ausdämpfen lassen, Haut abziehen, Paprika längs in Würfel schneiden.
  3. Peperoni putzen, längs halbieren, entkernen, in feine Streifen schneiden. Chilischote putzen, in feine Ringe schneiden. Restlichen Knoblauch durchpressen.
  4. Fenchel putzen, Strunk entfernen, Grün beiseite legen. Fenchel vierteln, in dünne Scheiben hobeln.
  5. Sellerie putzen, Grün beiseite legen. Sellerie waschen, abtupfen und schräg in dünne Scheiben schneiden. .
  6. Oktopus in schmale Scheiben schneiden, (evtl. Tentakel zur Dekoration beiseite legen) und in eine Schüssel geben.
  7. Öl, Essig, Pfeffer, Salz zu einer Vinaigrette verrühren,
  8. Oktopus, Paprika, Peperoni, Chili, Knoblauch, Fenchel, Sellerie und Grün damit vermengen und auf einem Teller anrichten.

Seid mutig und traut Euch! 2016 wird toll!

Alles Liebe und nur das Beste für Euch im neuen Jahr!

Eure

Tanja aus dem House No.15

P.S. Dieses Rezept erschien auch hier auf Seite 40 von dem schönen Onlinemagazin Aromenspiele „Frühlingsküche“.