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Kalte Gurken-Kefir-Suppe

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Ausgeruht, tiefenentspannt und mit 2 Kilo mehr auf den Rippen bin ich wieder aus meinem Lieblingsland Italien zurück. Woher die zwei Kilo mehr kommen, könnt Ihr Euch sicher denken, denn die Kohlenhydratverlockungen sind dort einfach viel zu groß, um sich in Verzicht zu üben.
Verbindet Ihr auch immer Erinnerungen aus dem Urlaub mit gewissem Essen? Ich mache das definitiv. Wer jetzt hier aber einen Teller Pasta oder Pizza erwartet täuscht sich. Eine der lustigsten Begebenheit in diesem Jahr verbinde ich nämlich mit Kalter Gurken-Kefir-Suppe. Völlig italien-untypisch. Aber egal! Das alles kam so…

Kalte Gurkensuppe5

„Nathalie-Simoneeee….!“ schallt es von der einen Seite des Pools zu mir herüber. „Koohommm jetscht ausm Wasser! Du bischt schon übaaa 20 Minuten da drin!“ Ich schaue irritiert von meinem Buch hoch und sehe, wie ein circa 6 jähriges Mädchen versucht unter dem Gewicht eines Neoprenanzugs und einem Gummiwal, in fast Lebensgröße, die Treppe vom Pool zu erreichen. Nathalie-Simone kann leider nicht so viel sehen, denn eine überdimensionierte Sonnenmütze, inkl. Ohrenklappen schirmt jegliche Sinne des Kindes von der Außenwelt ab. Tapfer und gehorsam erreicht die Kleine tatsächlich die befohlenen Treppe und klettert mitsamt dem Gummi-Orka leichtfüßig (soweit das in Neopren und Gummitier im Schlepptau geht) aus dem Pool.
Die Mutter, eine Mitvierzigerin, schließt Nathalie-Simone direkt in ein gefühltes 5 x 5 Meter Handtuch und rubbelt dem Kind fas vollständig die Haut vom Körper, während der Vater zeitgleich versucht die 50er Sonnencreme aus der Tube zu schütteln. Eine klodeckelgroße Hand mit ca. 100ml Sonnencreme klatscht laut schmatzend auf den Körper von Klein- Nathalie-Simone, die geduldig still steht und stumm beobachtet wie sich eine dicke 10mm-dicke Schicht Sonnencreme auf ihrem kindlich dünnen Körper ausbreitet.

Auf der anderen Seite des Pools nimmt ein dicklicher Junge gerade Anlauf und springt mit seinem Hinterteil voran laut klatschend ins Wasser. Während alle Pool-Umliegendend (ich eingeschlossen) von einer Spontandusche beregnet werden, schreit der dazugehörige Vater des Jungen freudig: “Booooaaaahhhh Hendrick, dat war ma ne Arschbombe für et Guiness Buch der Rekorde! Suuupaaaa!“ Hendrick, ca. 8 Jahre alt, wuchtet sich stolz mit wackelndem Hüftspeck die schmale Leiter empor und schaut triumphierend in die Runde. Das ältliche Ehepaar vis a vis von mir, packt gerade empört seine Sachen in den Stoffbeutel mit Apotheken-Umschau-Aufdruck und verlässt laut schimpfend den Poolbereich.

Ich hingegen amüsiere mich köstlich. Auch wenn mein Buch (Monsieur, der Hummer und ich von Stevan Paul), dass ich gerade gelesen habe, durch Hendricks Arschbombe ziemlich durchweicht wurde. Der Junge watschelt mit lautem Schritt zu seinen Eltern. Sein Vater, schon mit leichtem Hummer-Teint, hebt seine Daumen in die Luft und demonstriert seinem Sohn seinen Stolz über die gelungene Arschbomben-Präsentation, während die Mutter, mit grünlich schimmernden Haaren (super blondiertes Haar reagiert manchmal mit Chlor und neigt dazu eine leicht grünliche Farbe anzunehmen) und etwas zu knappem Bikini, mit weit geöffnetem Mund rücklings auf der Liege schläft.

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Ebenfalls im Wasser befindet sich noch eine Dame aus der Schweiz, die mit einem riesigen Sonnenhut auf dem Kopf ihre Bahnen durch das Wasser zieht. „Hääärrrrlich!!! Hääärrlich!!!“ ruft sie mit jedem Armzug aus, wobei das „ch“ nicht weich sondern eher als kehliger Kratz-Laut ausgesprochen wird. Das Kinn wird immer knappe 4 cm über der Wasseroberfläche gehalten, die große Sonnenbrille sitzt fest auf der Nase und die Füße treten kräftig das Wasser. Alles ist gut, bis Frau Härrlich sich beschließt auf den Rücken zu drehen und mit ausholenden Arm- und Beinbewegungen den Pool zu durchqueren. Dabei hängt leider der große Sonnenhut leicht im Wasser, was ihren Kopf leicht nach hinten zieht.
Nathalie-Simone hat unterdessen auch wieder mit ihrem Gummi-Orka den Nichtschwimmer-Bereich des Pools betreten und versammelt einen bunt schillernden Sonnencreme-Film um ich herum, während sie vergebens versucht auf den Wal zu klettern. 100ml wasserfeste Sonnencreme sind übrigens die beste Methode die Kinder von Wasser-Spielzeug-Tieren fernzuhalten. Die Frustration ist einfach zu hoch, wenn die Kleinen versuchen mit glitschig-cremiger Haut auf ein glattes Wassertier zu klettern.

Da Nathalie-Simone aber kein dummes Kind ist, klettert sie wieder aus dem Wasser und schiebt vom Rand aus den Orka in das tiefere Becken. Dann läuft sie zwei Schritte an und springt beherzt auf den Gummiwal, der lautslos unter ihr hervorschieß und genau auf dem Kopf von Frau Häärrlich landet. Jetzt wittert Hendrick seine Chance und produziert auf der anderen Seite der Schweizerin eine astreine Arschbombe. Das Wasser teilt sich unter seinem wabbeligen Hintern und eine riesige Fontäne übergiest die hilflose Frau. Ich beobachte wie Frau Härrlich panisch mit den Armen rudert, die Haare kleben ihr unter dem Sonnenhut wirr im Gesicht und die Sonnenbrille wurde unfreiwillig mit Poolwasser gesäubert. Aus der Richtung von Hendricks Eltern schallt tosender Applaus und Jubelgesänge, während die Eltern von Nathalie-Simone ebenfalls beherzt ins Wasser springen, um ihre Tochter zu retten. Das Szenario erinnert stark an ein Gerangel beim American Football…nur eben im Wasser. Wer zu welcher Mannschaft gehört ist leider nicht mehr ersichtlich.

Frau Härrlichs Sonnebrille schippert mittlerweile einsam und verlassen ans andere Poolufer, Nathalie-Simone krallt sich an Frau Härrlichs linken Oberarm, während Hendrick laut jubelnd mit seinen flachen Handflächen aufs Wasser klatscht und dabei „ Jöööhhh jööööhh…versenkt!“ ruft. Die klodeckelgoßen Hände von Nathalie-Simones-Vater versuchen seine Tochter von der Schweizerin zu lösen und drücken dabei die arme Frau nur noch mehr unter Wasser. Beherzt wirft Hendricks-Mutter, aufgeweckt von dem Lärm und Geschrei, den neben ihr festgemachten Rettungsring in den Pool. Papa-Hendrick schaut enttäuscht, da er wohl schon vermutet, dass das Specktakel damit sein jähes Ende findet. Laut prustend schafft Frau Härrlich es irgendwann mit umschlungenem Rettungsring in den Nichtschwimmerberreich. Der Hut hat sich mittlerweile auch von ihrem Kopf verabschiedet und dient Hendrick als Zielpunkt für erneute Arschbomben.

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Am liebsten hätte ich laut aufgelacht und noch dazu „Ach ist das häärrrlich!“ ausgerufen. Aber das hab ich mir dann doch verkniffen und bin zurück in meine Ferienwohnung, um mir auf dieses Schauspiel eine kalte Gurken-Kefir-Suppe zu gönnen. Gut für die schlanke Linie (sollte Hendrick auch mal öfter essen), beruhigend für aufgeheizte Gemüter und ideal für den Sommer.

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Ich kann Euch sagen: „Wer einmal eine Reise tut der hat was zu erzählen….“. Ich bin dann am nächsten Tag an den Strand gegangen, um neue Eindrücke zu sammeln. Aber so ein lustiges Spektakel spielte sich da leider nicht mehr vor meinen Augen ab.

Wenn Ihr jetzt auch Eure Gemüter herunterkühlen müsst (schließlich ist ja heute Montag!), kann ich diese erfrischende Suppe nur empfehlen. Gemacht wird sie übrigen so:

4.9 from 9 reviews
Kalte Gurken-Kefir-Suppe
 
Author:
Ingredients
  • 1½ Salatgurken
  • 500 ml Kefir
  • 150 g Joghurt
  • 150 g gekochte gepellte Kartoffeln
  • 1 unbehandelte Limette
  • 1½ Tl Zucker
  • 1½ Tl frisch gemahlener Anis
  • 1 TL frisch gemahlener Pfeffer
  • Kräutersalz
  • 1-2 EL Anisschnaps (nach Belieben)
  • 1 TL Forellenkaviar
Instructions
  1. Die Gurken schälen, längs halbieren und die Kerne herauskratzen.
  2. Das Fruchtfleisch in grobe Stücke schneiden und im Mixer mit Kefir und Joghurt fein pürieren.
  3. Die Kartoffeln zerkleinern, zugen und ebenfalls pürieren.
  4. Falls man eine feine Struktur wünscht, kann die Suppe jetzt durch ein Sieb gestrichen werden.
  5. Die Limette heiß waschen und die Schale fein reiben. Zwei TL Saft auspressen.
  6. Den Saft, die Schale, den Anis und Zucker in die Suppe rühren.
  7. Mit Salz und Pfeffer pikant abschmecken und nach Belieben den Anisschnaps (z.B. Sambuca) unterrühren.
  8. Die Suppe mindestens 6 Std (am besten über Nacht) kalt stellen und mit einem Klecks Joghurt und Forellenkaviar bestreut servieren.

Und falls Ihr bald in die Ferien fahrt, wünsche ich Euch eine tolle Zeit und amüsante Miturlauber!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Dieses Rezept schicke ich heute übrigens zu Ina, denn da heißt es heute: Fernweh-Rezepte

Teil 1 ab ins Glas {Bananen & Co}

Cake in the jar 1

Hello liebe Leute! I’m in da house…
Letztes Wochenende stand das House No.15 nämlich leer. Schließlich muss man ab und zu ja auch mal über den Tellerrand schauen und außerhousig nächtigen. Und so ein Wochenende woanders bringt ja auch so einiges mit sich: Zum einen natürlich eine Menge Spaß, neue Menschen und viele neue Eindrücke und zum anderen aber auch einen Lebensmittelvorrat in der eigenen Küche, der normaler Weise über das Wochenende abgebaut werden würde.

Irgendwie habe ich glatt vergessen vor meiner Abreise die Obstschale so weit platt zu machen, dass nur noch die länger haltbaren Sorten drin bleiben. Reife Banane zählt irgendwie nicht zur länger haltbaren Sorte. Und schon als ich die Housetür beim Zurückkommen öffnete, hatte ich den Geruch von reifen, naja, sagen wir überreifen Bananen in der Nase. In der Obstschale zeigte sich mir dann auch das passende Bild zu diesem Geruch: 2 Mal schwarzes Etwas auf frischen Orangen und hellgrünen Limetten. Im Joghurt mag ich solche überreifen Bananen ja nicht so wirklich (ich esse Bananen am liebsten leicht grün), aber wegschmeißen kommt für mich auch nicht in Frage! Also habe ich kurzerhand mein Gepäck in die Ecke geschoben und mich lieber den Bananen gewidmet. Kochen und Backen siegt irgendwie immer beim Duell mit Tasche auspacken und Wäsche sortieren. Komisch oder?

cake in the jar 3

Und da ich wusste, dass diese Woche ziemlich stressig wird und ich mit Sicherheit einen erhöhten Bedarf an Süßem haben werde, habe ich die Bananen einfach mit Schokolade (#Teil 1 der Osterhasen-Verwertung!) in einem Kuchenteig vereint.
Damit ich den Kuchen dann auch gegebenenfalls überall mit hinnehmen kann, wanderte der Teig einfach in kleine Gläser und wurde darin gebacken. Ich sage Euch, das ist echt praktisch und irgendwie besser als sich immer eine Scheibe abzuschneiden. Zum einen krümelt man sich beim Essen nicht so voll und zum anderen bleibt der Kuchen im Glas viel länger saftig und frisch. Allerdings haben diese Gläser auch ihre Tücken. Ich weiß nämlich nie, wie viel ich von dem Teig einfüllen soll, damit er nicht wie ein Atompilz über den Rand quillt. Meine erste Portion Kuchen bestand dann aus den warmen Haufen die aufs Backblech getropft sind. Nennen wir es Ausschussware zur Qualitätskontrolle. Die Haufen waren übrigens köstlich, auch wenn ich danach Bauchschmerzen wegen übermäßigem Verzehr hatte. (Es waren wirklich ziemlich viele und große Haufen auf dem Blech…ergo, meine Gläser waren viel zu voll gefüllt). Das nächste Mal kommt dann 1/3 weniger Teig ins Glas. Das nennt man wohl Lernkurveneffekt.

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So, aber jetzt könnt Ihr Euch ja mal selbst ans Gläserfüllen wagen und vielleicht so die eine oder andere unschöne Banane verarbeiten. Wie‘s geht seht Ihr hier:

5.0 from 5 reviews
Bananen-Schokoladen-Kuchen im Glas
 
Author:
Ingredients
  • 50 g dunkle Schokolade
  • 2 sehr reifeBananen
  • 125 g Butter oder Margarine
  • 100 g Zucker
  • ½ Päckchen Vanillin-Zucker
  • 2 Eier (Größe M)
  • 25 g Kokosraspel
  • 1 EL Kakaopulver
  • 70 ml Milch
  • 150 g Mehl
  • ½ Päckchen Backpulver
Instructions
  1. Die Schokolade fein raspeln.
  2. Bananen schälen und mit einer Gabel zerdrücken.
  3. Margarine oder Butter, Zucker und Vanillin-Zucker mit den Schneebesen des Handrührgerätes cremig rühren. Eier einzeln abwechselnd mit den Kokosraspel unterrühren.
  4. Zerdrückte Bananen, Kakao, Milch und geraspelte Schokolade unterrühren.
  5. Mehl und Backpulver mischen und unterrühren.
  6. Teig in 6 gefettete, mit Paniermehl ausgestreute Einmach-Gläser (Sturz-Gläser; 160ml) füllen und im vorgeheizten Backofen bei 150 °C Umluft 20–25 Minuten backen (Stäbchenprobe machen).
  7. Kuchen aus dem Backofen nehmen, abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Cake in the jar 6

Cake in the jar 5

Heute habe ich übrigens das letzte Glas ausgelöffelt und es schmeckte immer noch himmlisch saftig, aber auch fluffig. Probiert es mal aus und erzählt mir wie’s geworden ist.

Happy Friday allerseits.
Eure

Tanja

aus dem House No.15

Bei Ina findet Ihr übrigens noch ganz viele weitere tolle Füllmöglichkeiten für die Gläser. Soll heißen: da gibt es derzeit ne Menge tolle Rezepte für Kuchen im Glas. Schaut mal schnell bei ihr vorbei (klick).