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Vegane Pilzpfanne mit Naanbrot

{…Leben am Limit oder die Sache mit den Pilzen…}

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Was ein schöner Morgen heute im Taunus… Allerdings fing dieser Morgen bei mir alles andere als schön an, denn alles was in meinem Kopf so zu spüren war, waren tierisch schöne Kopfschmerzen.

(Lieber Rotwein von gestern Abend, ich danke Dir recht herzlich für Deine wunderbare Gesellschaft. Du hast mir den Abend versüßt und mir ein wunderbar warmes Gefühl in Bauch und Kopf gezaubert. Aber hatte ich Dir nicht gesagt, dass ich mit keinem am nächsten Tag frühstücke, wenn wir einen Abend/Nacht verbracht haben? Hallo? Du bist immer noch da… Verschwinde!)

Um den etwas anhänglichen Rotwein wieder los zu werden, habe ich beschlossen mich in meine Gummistiefel zu werfen und einen ausgedehnten Waldspaziergang zu machen. Frische Luft mag der Rotwein in meinem Kopf nämlich gar nicht. Und was gibt es Besseres als an einem Herbsttag durch die bunten Blätter zu laufen und den Duft von feuchtem Waldboden zu atmen?

Das blöde an einem Rotwein-Date ist ja, dass sich am nächsten Morgen nach kurzer Zeit nicht nur der Kopf beschwert, sondern auch der Magen ein ganz merkwürdiges Eigenleben entwickelt. Den Geräuschen nach zu urteilen, lachte er sich glucksend über meine Blödheit weg, auf den charmanten Rotwein hereinreingefallen zu sein und stellte laut gurgelnd Ansprüche auf Nahrung. Und das alles mitten im Wald. Schöner Herbstwald hin oder her. Hunger! Jetzt! Na toll! Danke lieber Körper- ich habe verstanden was Du mir mitteilen willst! Rotwein ist in nächster Zeit aus im House.

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Half mir aber natürlich nicht unbedingt weiter. Falls Ihr jetzt denkt, ich habe ganz neandertalerhaft Ameisen von Stöckchen gelutscht oder den Eichhörnchen die Nüsse ausgebuddelt und weggefuttert… Nein! Das habe ich natürlich nicht. Wobei die Idee mit den Nüssen gar nicht so schlecht wäre, im Zeitalter von der modernen Paleo-Bewegung…

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Mein Blick fiel vielmehr auf die vielen Pilze, die sich hier auf dem Waldboden in kleinen Grüppchen so lustig zusammengestellt haben. Pilze in allen Farben und Formen. Ich weiß ja nicht wie weit Ihr Euch mit Pilzen und deren Verträglichkeit auskennt…Ich für meinen Teil gehe ausschließlich im Supermarkt oder beim Gemüsehändler Pilze sammeln. Da kenne ich mich aus. Da hat jeder Pilz ein eigenes kleines Namensschildchen und ich weiß, dass ich den nächsten Morgen noch erlebe, wenn ich davon gegessen habe.

Aber es gab durchaus auch Begebenheiten in meinem Leben, da habe ich am Aufwachen am nächsten Tag ein wenig gezweifelt…

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Ich weiß noch genau, wie mich vor einigen Jahren die Oma einer Freundin zum Mittagessen eingeladen und für mich Gulasch gekocht hat. So ein richtiges Super-Oma-Wie-Von-Früher-Gulasch. Herrlich! Und als ich dann die erste köstlich gefüllte Gabel im Mund stecken hatte, sagte die Oma mit freudig geröteten Bäckchen: „Ach Tanja, das war heute so schön auf dem Friedhof. Genau neben dem Grab meines Mannes wachsen ganz viele Pilze. Die habe ich mit in das Gulasch reingeschnitten.“ Schluck… Das Gulasch hing mir in großen Brocken im Hals und wollte weder nach oben noch nach unten flutschen. Unter einem heftigen Hustenreiz, fragte ich sie, ob sie sich denn mit Pilzen auskenne. Die Antwort war schockierend: „Früher schon, als meine Augen noch gut waren. Aber man riecht doch ob ein Pilz genießbar ist oder nicht…“ Peng. Damit war ich eigentlich satt. Aber was bitte macht man, wenn eine kleine süße schrumpelige Omi vor einem an einem alten Küchentisch sitzt und sich so sehr darüber freut, mal wieder für jemanden kochen zu dürfen und beim Essen Gesellschaft zu haben. Man betet kurz, isst tapfer weiter und versucht die Pilze auszusortieren, mit der Begründung, dass man nicht so der Pilzfreund sei. Was natürlich nicht der Wahrheit entspricht. Aber man wird mir diese kleine Notlüge verzeihen. Ich sage Euch, manchmal kann man den Hashtag #lebenamlimt schneller schreiben, als man denkt. Aber zum Glück habe ich das Mittagessen überlebt und kann Euch deshalb heute diese wunderbar herbstliche Pilzpfanne zeigen. Der Clou an dem ganzen Gericht ist das warme Naanbrot, was es dazu gab. Ihr müsst das unbedingt ausprobieren…unbedingt! Und wer sich mit Pilzen auskennt, nimmt natürlich die, die in der freien Natur und nicht im Supermarkt wachsen.

Naanbrot2.1

Ich hätte ja auch gerne Ahnung von Pilzen, aber mehr als Fußpilz erkenne ich leider nicht. Naja ok. Einen Fliegenpilz gerade noch, aber dann verließen sie sie. Ist wahrscheinlich auch besser so, bevor ich oder die, die mit mir essen, nachher da liegen, wo die Omis leichtgläubig kleine Pilze fürs Gulasch sammeln und nebenbei das Grabbouquet neu arrangieren.

Woher auch immer Ihr Eure Pilze nehmt (Fußpilz würde ich übrigens nicht empfehlen, der hinterlässt immer so eine pelzigen Geschmack auf der Zunge *grins), hier findet Ihr das wirklich sehr schnell gemachte Rezept für die Pilzpfanne:

Pilzpfanne Rezept

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Pilzpfanne
 
Author:
Serves: 2
Ingredients
  • 300 g gemischte Pilze
  • 5 Frühlingszwiebeln
  • ¼ Chinakohl
  • 3 EL Öl
  • 1 Knoblauchzehe gepress
  • ½ Bund Petersilie
  • Salz und Pffer
Instructions
  1. Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
  2. Frühlingszwiebeln waschen und die Zwiebelknolle ebenfalls in Scheiben schneiden, den längeren grünen Teil in feine Streifen schneiden.
  3. Den Strunk vom Chinakohl entfernen und ebenfalls in kleine Streifen schneiden. Diese dann waschen und gut abtropfen lassen.
  4. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pilze, Chinakohl und Frühlingszwiebelscheiben unter rühren ca 12 Minuten andünsten. Kurz gegen Ende den Knoblauch hinzugeben.
  5. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie und das Grün der Frühlingszwiebeln unterheben.

 

Und hier noch das Rezept für das Naanbrot:

Naanbrot Rezept

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Naanbrot
 
Author:
Serves: 12
Ingredients
  • 1 kg Mehl Typ 405
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 4 TL Zucker
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 2 Eier
  • 4 EL Öl
  • 300 g Naturjoghurt
  • 20 g Hefe
Instructions
  1. Die Milch in eine Schüssel gießen und 0,5 EL Zucker und Hefe einrühren. An einem warmen Ort ca. 20 Minuten ruhen lassen, bis die Hefe sich aufgelöst hat und die Mischung schaumig wird.
  2. Das Mehl in eine große Schüssel geben und das Salz und Backpulver untermischen.
  3. Den restlichen Zucker, die Milch mit der aufgelösten Hefe, 2 EL Pflanzenöl, den leicht geschlagenen Joghurt und die verquirlten Eier hinzufügen.
  4. Alles gut 10 Minuten durchkneten, bis der Teig glatt und geschmeidig ist.
  5. Die Schüssel mit Frischhaltefolie bedecken und den Teig an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen, so dass er sich verdoppelt.
  6. Jetzt den Teig zu kleinen Kugeln rollen und jeweils eine Kugel auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Kreisen ausrollen.
  7. Eine Pfanne mit Öl auspinseln und den Teig darin von einer Seite anbraten bis sich Blasen bilden. Dann wenden und die andere Seite backen.
  8. Vorsicht, das Brot wird ganz schnell dunkel!
  9. Ihr könnt die kleinen Teigkugeln in Backpapier einzeln verpackt wunderbar einfrieren und dann portionsweise auftauen.
  10. Warm aus der Pfanne schmeckt das Naanbrot am besten!

 

Genießt den Herbst mit allem was er bietet!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

 

 

 

Bratapfelmarmelade

{…oder warum mir gestern der Himmel auf den Kopf gefallen ist…}

Bratapfel Marmelade 1

Äh… wisst Ihr eigentlich, dass in 52 Tagen Weihnachten ist?! Jaaaa Weihnachten… Sorry to say, aber die Zeit wird rennen. Wenn der November gestartet ist, wird die Zeit bis zum 24.12. verfliegen wie im Flug. Denkt an meine Worte!

Am Wochenende habe ich tatsächlich intensiv an Weihnachten gedacht und darüber sinniert was Weihnachten eigentlich so ausmacht. Ich gebe zu, ich hatte ein etwas melancholisches Wochenende, aber auch das gehört ja irgendwie zum Leben dazu.

Und wisst Ihr wie ich auf die ganze Weihnachts-Arie kam? Ich habe ganz unweihnachtlich Äpfel von einer Wiese geklaut. Gestern. Am heiligen Sonntag.
Der Baum hat mich bei meinem letzten Spaziergang so leidend angeblickt, weil seine Äste so sehr von den ganzen Äpfeln nach unten hingen, dass ich gestern dem Leiden einfach ein Ende machen musste. Ich habe gepflückt was da Zeug hielt und mir bei jedem Apfel gedacht: So…Du wirst zu Apfelmus verarbeite, Du zu Crumble, Du zu einem köstlich duftenden Apfelkuchen und Du zu Bratapfelmarmelade. Da keiner der gepflückten Äpfel mir ein Widerwort gab, bin ich davon ausgegangen, dass eine absolute Zustimmung in Bezug auf die Verwertungs-Verteilung der Äpfel bei ihnen lag. Ok.-ein Widerwort als solches gab es nicht, aber vielleicht doch ein sanfter Protest. Zumindest bildete ich mir dies ein, als ein kleiner frecher rotbackiger Apfel ohne Vorwarnung mit einem komischen Klong-Geräusch auf meinem Kopf landete, um dann in einem Meer von herabgefallenen Blättern zu verschwinden. Kleine Sünden werden dann wohl doch schneller bestraft, als man denkt. Die Beule am Kopf spüre ich heute nämlich ziemlich deutlich. Ich hab den Wink von da ganz oben verstanden-vielen Dank für die Lektion!

Bratapfel Marmelade 2

Als ich mich dann bückte, um den fiesen kleinen Apfel aus dem Blätterwust am Boden zu fischen, tasteten meine Hände zwischen all dem Laub nicht nur Apfelmus aus Fallobst, sondern zogen auch ein etwas mitgenommen aussehendes Stück Papier hervor. Zuerst dachte ich, dass es irgendeine Werbebeilage einer Zeitung sei, die vom Herbstwind hierher geweht wurde. Aber Miss W. ist ja ein eher neugieriger Mensch (eine Freundin von mir nennt es „wissbegierig“, das klingt positiver :) ) und hat sich den Zettel dann doch mal genauer betrachtet. Hach, und was soll ich Euch sagen? Nix Werbebeilage. Keine alte Zeitung. Ein Liebesbrief. Hier mitten auf der Wiese im zertretenen Fallobst unter dem Laub. Da ich den Brief natürlich nicht hier im Original online stellen wollte, habe ich ihn Euch kurz aufgeschrieben.

Liebesbrief

Ist der nicht wunderschön? Natürlich fragt man sich in diesem Moment, warum diese schönen Zeilen hier irgendwo auf dem feuchten Boden rumliegen. Hat er sich doch nicht getraut Ihr den Brief zu geben? Hat sie den Brief einfach achtlos weggeworfen? Ist er vielleicht einfach aus einer Tasche gefallen, bevor er überreicht werden konnte oder nachdem er gelesen wurde? Fragen auf die ich natürlich nie eine Antwort bekommen werde. Vielleicht sollte ich einen Aushang im Rewe machen: „Liebesbrief auf Wiese gefunden-wer ihn vermisst kann ihn im House No.15 abholen.“ Ob da einer kommt? Also ich würde meinen verlorenen Brief abholen. Ich hoffe Euch fällt auch mal der Himmel mit solch einem Brief auf den Kopf (natürlich ohne Beule am nächsten Tag).

Auf dem Nachhauseweg habe ich darüber nachgedacht, wie schade es doch ist, dass im heutigen Zeitalter von Handy, Email & Co. das Schreiben mit der Hand so völlig verloren gegangen ist. Jeder tippt nur noch alles ein. Die Sätze werden auf 3-5 Worte im Schnellsende-Modus geschrieben, meist bekräftigt durch kleine gelbe Smileys, die mal küssen, mal grinsen oder verärgert schauen, um diesen wenigen Worten wenigstens einen winzig kleinen Unterton mitgeben zu können. Ich gehöre auch zu dieser Sorte Mensch, dessen Daumen wohl schon verkürzte Muskeln und Sehnen aufweist, die mittlerweile Abkürzungen wie OMG und GN benutzt und für die es manchmal leichter ist schnell eine Nachricht über das Handy loszuschicken, als denjenigen kurz anzurufen oder gar mal einen Brief oder eine Postkarte zu schreiben. Fragt man mal in die Runde, ob andere noch „echte“ Karten und Briefe schreiben, heißt es oft: „ Ach dafür habe ich ja gar keine Zeit!“ „Das ist mir zu umständlich.“ „Hab ich schon ewig nicht gemacht. Allein weil ich dann auch noch zur Post laufen muss.“ „Email geht doch viel schneller und einfacher.“

Stimmt. Email geht schneller. Stimmt. Man muss auch noch eine Briefmarke bei der Post besorgen. Stimmt. Es beansprucht Zeit. Stimmt. Alles. Aber….

Bratapfel Marmelade 4

Während ich in meiner Küche stand und mir der wunderbare Duft der Bratapfelmarmelade, die ich aus den gesammelten Äpfeln gekocht habe, in die Nase stieg, habe ich beschlossen diese Woche zur „Housepost-Week“ zu ernennen. Irgendwie kam mir der feierliche Gedanke (es roch ja so nach Weihnachten in meiner Küche), mir einfach mal bewusst Zeit zu nehmen, um einen Brief zu schreiben. Jemandem meine Wertschätzung mit einer handgeschriebenen Karte mitzuteilen. Sich auf den Weg zur Post zu machen und alles zu verschicken. Sich Zeit nehmen für Gedanken und Wertschätzung für den anderen. Das bleibt leider auf der Strecke, in der heutigen schnelllebigen Zeit mit Handy & Co. In der Zeit von Weihnachten besinnen sich ja doch die einen oder anderen ja auch darauf. Aber warum bis Weihnachten warten?

Bratapfel Marmelade 5

Ich mache mir jetzt ein Brot mit dieser wunderbaren Bartapfelmarmelade (die übrigens auch toll auf Vanilleeis schmeckt), setzte mich an meinen Schreibtisch und werde lieben Menschen eine Karte oder einen Brief ganz altmodisch per Hand schreiben. Das Handy und der Computer bleiben in dieser Zeit aus! Kein Blinken oder blöde zwitschernde Töne sollen mich dabei ablenken.

Macht Ihr mit und verschickt handgeschriebene Post? Nehmt Euch doch mal die Zeit und macht einem Menschen, den Ihr gerne habt, eine unerwartete Freude, dass nicht nur Rechnungen und Werbung im Briefkasten liegen, sondern ein ganz persönlicher Gruß von Euch.

Falls Ihr keine Karte zur Hand habt, könnt Ihr Euch hier eine HOUSEPOST herunterladen. Und falls Ihr zu Eurem Brief oder Eurer Karte noch die Bratapfelmarmelade verschenken möchtet, gibt’s hier das Etikett dazu.

Wie die Marmelade gemacht wird seht Ihr hier:

5.0 from 8 reviews
Bratapfelmarmelade
 
Author:
Ingredients
  • 1 kg säuerliche Äpfel
  • 50 g Rosinen
  • 50 g Mandel(n), gehobelt
  • 100 ml Apfelsaft
  • 3 EL Zitronensaft
  • 500 g Gelierzucker, 2:1
  • ½ TL Zimt
  • 1 Vanilleschote(n), das Mark
Instructions
  1. Die geschälten Äpfel in kleine Würfel schneiden und mit den Rosinen, dem Apfelsaft und der ausgekratzten Vanilleschote weichkochen. (die Vanilleschote mit kochen)
  2. Die Mandeln in der Pfanne anrösten.
  3. Die Vanilleschote entfernen.
  4. Den Zimt, die Mandeln und den Zitronensaft unterrühren.
  5. Danach den Gelierzucker dazu geben und für ca. 4 Minuten sprudelnd aufkochen.
  6. Alles in heiß ausgespülte Gläser füllen.

Falls ich Euch auch mal ein paar ganz persönliche Zeilen per Hand schreiben soll, sagt mir unter mail@houseno15.de Bescheid, gebt mir Eure Adresse und schon ganz bald flattert eine kleine Housepost zu Euch in den Briefkasten.

Ich nehme mir jetzt mal 2 Stunden ganz bewusste Zeit und bin dann jetzt mal offline.

Eure

Tanja

aus dem House No.15

P.S: Dieser Beitrag entstand übrigens NICHT mit freundlicher Unterstützung diverser Brieftransport-Unternehmen! Meine Briefmarken kaufe ich mir nämlich immer selbst…am Schalter…in meiner kleinen Provinz-Poststelle…bei einer sehr netten Dame….die es verdient hätte auch mal Post zu bekommen.

Falls Ihr noch Lust auf weitere tolle Rezepte für den Herbst habt, schaut unbedingt mal hier in dieses wunderschön gestaltete Online-Magazin von Dorit Schmitt. Dort erscheint dann auch ab November in der neuen Ausgabe meine Bratapfel-Marmelade.

 

 

Olivenöl-Trüffel-Praline

{…oder die ewige Frage: „Passt das zusammen?“…}

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Irgendwie ist das ganze Leben ein großes Memoryspiel.
Ständig stellt man sich die Frage: „Passt das zusammen?“
Morgens geht das Suchspiel schon in die erste Runde. Passt der rote Pulli zur gelben Hose? Passt die braune Tasche zu den blauen Schuhen?
Am Abend ein ähnliches Schauspiel in derselben Kulisse. Passt das kleine Schwarze oder eher Jeans und Bluse zu dem Anlass der Party? Oh man… ich weiß das sind eindeutig Frauenprobleme.

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Aber nicht nur das weibliche Geschlecht hat Probleme etwas Passendes zu finden.
Meine Freundin Claudia recherchiert gerade für Ihre Doktorarbeit das Thema „Partnersuche im Internet“. Natürlich muss sie dafür im Selbstversuch diverse Plattformen testen und hat sich demnach bei einigen Anbietern angemeldet. Da sie tatsächlich ein Single-Dasein fristet (was sie nach eigener Aussage ziemlich genießt) gibt es also auch keine Eifersuchtsdramen im häuslichen Umfeld. Nach der erfolgreichen Registrierung und Sofortüberweisung der anfallenden Gebühren geht es dann auch schon gleich los. Und das tollste…Ich sitze immer live daneben.
Am lustigsten finde ich ja das Ausdenken der Nicknamen und die Beschreibung der eigenen Person, bei der ich ganz hochoffiziell Ghostwriter sein darf. Und Freunde, ich sage Euch: wenn die richtigen Getränke am Start sind, hat Claudia auf einmal Fähigkeiten und Hobbies, die selbst den uninteressiertesten Stubenhocker aufhorchen lassen. Natürlich haben wir pro Partnerportal ganz verschiedene Charaktere erschaffen, der Test musste ja schließlich vielschichtig sein.
Meine Freundin leidet, seit dem ich sie kenne, unter Höhenangt. Jetzt ganz im Ernst! Aber so ganz heimlich über Nacht hat sie auf einmal so aufregende Hobbies wie „Segelfliegen“, „Bungeejumping“ und Fallschirmspringen. In einem anderen Portal liebt sie es stundelang im Garten zu wurschteln, obwohl sie im 8. Stock eines Hochhauses in der City wohnt, in dem man die Balkone von innen grün angestrichen hat, damit man wenigstens einen Mü das Feeling hat, dass man sich tatsächlich draußen befindet. Selbst der Basilikum auf dem Küchenfensterbrett lebt bei Claudia meist nicht länger als 4 Tage.
Und seit dieser Paarsuch-Aktion hat meine Freundin schon so oft den Job gewechselt, wie andere Leute Ihre Schlüpfer. Von A wie Astrologin und Arbeitssuchende bis zu Z wie Zahnärztin, über F wie Fleischereifachangestellte und selbständige Fußpflege. Ja ja, so vielschichtig ist die Gute! Wobei es einem ja freigestellt ist, ob man den Beruf angibt. Alles eine ziemlich spannende Sache und für unsere Lachmuskeln das beste Training überhaupt.

Aber mal ehrlich: Heutzutage ist ja die Partnersuche im Netz gar nicht mehr wegzudenken. Während der frühe Neandertaler noch den Baum mit seinem Duftstoff markierte, muss der heutige Homosapiens bestenfalls im Zweifinger-Suchsystem halbwegs kreativ ein Benutzerprofil erstellen und schon hat man die Chance den Partner fürs Leben zu finden. Zumindest angenehmer und bequemer als an einem markierten Baumstamm zu schnuppern. Aber letztlich geht es doch immer nur um das zentrale Thema „Wer passt zu mir?“. Oder besser gesagt, wieviel Prozent Übereinstimmung werden vom Computer errechnet.
Nachdem Claudia dann ihre ersten Anfragen bekommen hatte, druckten wir alle Profilbilder im quadratisch-praktischen-Instagramformat in doppelter Ausführung auf dickerem Papier aus und trafen uns an einem weiteren Abend bei zwei weiteren Flaschen Rotwein, um „Kerle-Memory“ zu spielen. Die Idee dahinter war, dass das erste aufgedeckte Pärchen auch gleichzeit ihr erstes Date werden würde. Das große Los fiel auf Ansgar, der in seiner eigenen Beschreibung gerne zu Hause DVDs schaut, klassische bis moderne Musik hört (was bedeutet bitte modern?), sammelt alte Autozeitschriften und singt einmal in der Woche im Gesangsverein. Sorry Claudia, ich konnte doch nix dafür, dass ich ausgerechnet den „spannendsten“ von allen aufgedeckt habe. Optisch konnte Ansgar allerdings in der ganz oberen Liga mithalten. Und da haben wir es wieder… Wie passt so ein gottgeschaffenes optisches Wunderwerk (ooookeeee…ich übertreibe ein wenig) mit diesen Hobbies überein? Aber genau das ist es ja, was das Leben so spannend macht. Für eine andere Claudia (oder Carina, Mechthild, Silvia), irgendwo da draußen in der Welt, wäre so ein Ansgar der Held ihrer schlaflosen Nächte. Im Schlafzimmer würden die DVDs in Dauerschleife laufen, während er ihr verliebt ein Lied in D-Moll trällert und sie gemeinsam seine Autozeitschriften archivieren. Irgendwie und irgendwo gibt‘s immer das Passende. Man muss eben nur das passende Puzzleteil aufspüren, oder die richtige Memorykarte rumdrehen.

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Natürlich ist ja auch immer alles eine Frage des Geschmacks. Mag man es, bzw. „passt es einem“? Sei es bei Menschen, Farben, Muster, Kleidung, Gerüche, Musik oder aber natürlich beim Essen.
Beim Essen liegt der Spagat zwischen lecker und wääääh zumindest bei ungewöhnlichen Kombinationen sehr weit auseinander. Der Experimentierfreudige sagt: „Das könnte passen!“ Der Ängstliche denkt: „Igitt das passt doch niemals zusammen“ und steckt sich wieder eine Gabel voll althergebrachtes Wiener Schnitzel in den Mund.
Zu welcher Kategorie Ihr bei meinem heutigen Rezept gehört wird sich gleich weisen. Denn heute gibt es housegemachtes Trüffelkonfekt mit Ölivenöl und Fleur de Sel. Meine Meinung: DAS PASST! Aber sowas von perfekt!!!

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Allerdings muss ich eine kurze Einschränkung hinzufügen: es schmeckt wirklich nur, wenn Ihr bestes Olivenöl verwendet. Und natürlich beste Schokolade (aber das versteht sich bei Trüffel ja von selbst!).
Mein Olivenöl hat mir der liebe Rudi Braun von Antikleia geschenkt und ich bin sowas von beeindruckt von dieser coolen Flasche. Das Öl ist nicht nur ein Hingucker in der Küche, sondern auch im Geschmack erstklassig. Mein Olivenöl No.1!
Solltet Ihr also Lust auf bestes griechisches Olivenöl haben, schaut unbedingt hier vorbei!

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Seid auf jeden Fall mutig und experimentierfreudig und probiert diese Kombination von zartschmelzender Schokolade, kräftigem Olivenöl und einem Hauch Salz aus. Es lohnt sich und PASST!

5.0 from 7 reviews
Olivenöl-Trüffel-Praline
 
Author:
Ingredients
  • 175 g Sahne
  • 30 g Honig
  • 200 g beste dunkle Kuvertüre (70 %), gehackt
  • 200 g beste Vollmilchkuvertüre, gehackt
  • 100 ml kräftiges Olivenöl
  • Fleur de Sel
  • etwas Öl für die Form
Instructions
  1. Die Sahne und Honig aufkochen, den Topf vom Herd nehmen und beide Kuvertüresorten in der heißen Sahne schmelzen lassen.
  2. Das Olivenöl zugießen und alles mit einem Kochlöffel glatt rühren.
  3. En wenig Fleur de Sel unterrühren (ganz nach Geschmack)
  4. Eine rechteckige Form (30 x 21 cm) leicht ölen und mit Frischhaltefolie auslegen.
  5. Die Ganache etwa 1 cm hoch einfüllen und die Form über Nacht kühlstellen.
  6. Am nächsten Tag mit einem kleinen Löffel die festgewordene Ganache abstechen und in der Hand zu kleinen Kugeln rollen und wieder in den Kühlschrank stellen.
  7. Vor dem Servieren mit dunklem Kakaopulver bestreuen und nach Belieben noch etwas Fleur de Sel darüber geben.

Also ich habe den passenden Partner für meinen entspannten Nachmittagskaffee oder als Abschluss eines gelungenen Dinners in dieser schokoladigen-olivenöllastigen-Sünde gefunden.

Ich hoffe alle Eure Töpfe haben den passenden Deckel und Ihr seid Profi-Memory-Spieler!
Genießt das Wochenende!

Es grüßt Euch Eure

Tanja

aus dem House No.15

P.S. Claudia entschuldigt sich übrigens für die Schummelei zum Zwecke ihrer Doktorarbeit.

Kürbisquiche mit roten Zwiebeln

{…oder warum der Herbst und mein Bauchspeck dicke Freunde sind…}

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Gestern war noch Sommer…
Und gefühlt war es auch gestern, als ich den Plan hegte mich für den Sommer (Achtung jetzt kommt ein Modeausdruck der Fitnessindustrie) „in shape“ zu bringen. Der Plan stand schon länger, nur die Umsetzung wurde immer wieder nach hinten geschoben. Ich bin ja „in shape“, zumindest halsaufwärts, dachte ich mir. Alles was halsabwärts zu sehen ist, wird ja eh meist durch Klamotten verdeckt. Zumindest wenn die tägliche Tretmühle in Gang ist und man zur Arbeit muss. Und da ich nicht als Bademeister tätig bin, darf ich durchaus auch komplett angezogen morgens das House verlassen. Nach dem Duschen ist mein Spiegel grundsätzlich durch gefühlten 100 Grad heißen Wasserdampf beschlagen und das eigene Abbild wird ziemlich verzerrt dargestellt. Wassertropfen am Spiegel sind irgendwie figurschmeichelnd… bildete ich mir ein. Also gab es auch da nicht wirklich Hinweise auf etwaige Problemzonen.

So. Und dann kommt die Zeit des Jahres, auf die man sich am meisten freut. Urlaub. Entschleunigung vom Alltag. Fernweh. Wanderlust. Ich bin dann mal weg. In meinem Fall sogar Urlaub Teil2.

Doch kurz vorm Kofferpacken kommt dann die Erkenntnis. In ein paar Tagen wirst Du Dich nicht mehr hinter Deiner Alltagskluft verstecken können. Es sei denn, Du willst den Hitzetod sterben oder wie ein Außerirdischer zwischen all den leicht bekleideten Menschen im Urlaubsort herumrennen.
Also, habe ich mich in meinen Bikini gezwängt und mich mutig vor den Spiegel gestellt.
Die nächste Amtshandlung nach diesem Anblick: Vorhänge zuziehen! Willkommen in der Realität!
Da man in 4 Tagen unmöglich seinen Bauch- und Hüftumfang ohne chirurgischen Eingriff drastisch reduzieren kann, musste eine Alternative her. Schummel-Übungen so zu sagen…
Übung 1: Tief einatmen und dann den Bauch so gut wie möglich nach innen ziehen.
Mir glotzte ein unentspanntes Gesicht aus dem Spiegel entgegen.
Also direkt weiter zu Übung 2: Bauch einziehen und lächeln.
Nach ca. einer Minute, hatte ich einen Krampf im Gesicht und das Gefühl zu ersticken. Ach ja, atmen sollte man also auch noch.
Übung 3: Bauch einziehen, lächeln und flach durch die Nase atmen.
Nach ein paar Versuchen klappte das meiner Meinung ganz gut und ich fühlte mich bereit für die kommende Entschleunigung.

Vor Ort im Urlaub ist natürlich alles ganz anders. Da liegt man am ersten Tag am Strand und sieht aus wie ein Milchbrötchen-Rohling der gerade aus dem Gärautomaten gekommen ist. Auf der Nachbarliege räkelt sich eine braungebrannte Schönheit mit einem Bikini der das Wort Kleidungsstück eigentlich nicht verdient hätte, geht man davon aus, dass ein Kleidungsstück aus Textilmaterial gefertigt ist. Wo ich textiles Material an dieser Dame finden sollte, wusste ich nicht so genau. Ich beschloss einfach liegen zu bleiben. Dann verteilt sich alles zumindest gleichmäßig. Und ich begann tatsächlich zu entschleunigen. Leider nur genau bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich einen unbändigen Durst verspürte und gezwungen war, den Weg zur Strandbude zu beschreiten. Schreiten ist in diesem Fall vielleicht auch nicht ganz der richtige Ausdruck. Denn ganz in Gedanken an meine Übungen zu Hause vor dem Spiegel, setzte ich mich mit eingezogenem Bauch, lächelndem verkrampften Gesicht und durch die Nase atmend, stoisch geradeaus schauend, in Bewegung. Nach 15 Metern hatte ich den ersten Gesichtskrampf, nach 25 Metern die erste Atemnot und nach 35 Metern habe ich vor lauter Anspannung eine Sandburg von einem Kind plattgetreten, was mir finstere Blicke von den Eltern und lautes Geheule des Kindes einbrachte.
An der Strandbude angekommen hatte ich nicht nur das Bedürfnis nach kaltem Mineralwasser, sondern auch nach betäubendem Schnaps. Erschöpft musste ich mich erst einmal in einen der klebrigen Plastikstühle setzten und gründlich mein Urlaubskonzept überdenken. „Wo bitte ist es entschleunigend, wenn man permanent an seine Problemzonen denkt? “, grübelte ich. Währenddessen versuchte gerade eine Frau am Nachbartisch in zwei Anläufen von ihrem Stuhl aufzustehen. Ohne Scham wippte sie mit Schwung nach oben, während der gesamte Stuhl noch an ihrem Hinterteil klemmte und bat ihren Mann ihr behilflich zu sein. Dieser zog artig am Plastikstuhl, der sich mit einem unschönen Geräusch (schwitzender Hintern klebt an Plastik) von der Frau löste. Sie zupfte sich ihren etwas zu knappen Bikini zurecht und marschierte mit ihrem Mann Hand in Hand lächelnd in Richtung ihrer Liege. Ohne Baucheinziehen, ohne Gesichtskrampf, ohne Atemnot, wie mir schien. Einfach ganz entspannt und losgelöst von Zwängen an die Schönheitsideale der Hochglanz-Zeitschriften. Und Recht hatte sie (auch wenn ich den Anblick nicht unbedingt als Vorbild für mich nehmen wollte)!

Ab diesem Zeitpunkt war ich angekommen in meinem Urlaub. Ich habe 8 Tage nicht nur im Liegen verbracht, sondern auch aufrecht gesessen und dabei nicht überlegt, ob man eine Rolle am Bauch sieht. Bin entspannt zur Strandbude flaniert. Habe sogar die von mir plattgewalzte Sandburg mit dem Kind wieder aufgebaut und mit den Eltern diverse Cocktails vernichtet.
Und nun bin ich wieder zurück. Entschleunigt. Entspannt. Mit der Sehnsucht nach anhaltendem Sommer. Und sogar 2 Kilo leichter (keine Ahnung wie und warum).

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Aber ab heute ist ja offiziell Herbst und ich sitze wieder in meinen figurschmeichelnden Klamotten im kühlen, verregneten Deutschland und der Bikini ist ganz weit nach hinten in den Schrank gewandert. Nicht nur nach hinten im Schrank, sondern auch nach hinten in meinem Kopf. Irgendwann muss man ja auch mal wieder im Hier und Jetzt ankommen und Dinge so akzeptieren wie sie nun mal sind. Sommer ist vorbei-Herbst ist da. Basta!

Kürbisquiche2

Und deshalb begrüße ich heute den Herbst zur Feier des Tages mit einer nicht ganz so kalorienreduzierten Kürbis-Quiche und freue mich auf lange Spaziergänge in bunten Wäldern, Abende vor dem Kamin und einfach auf eine gemütliche Zeit, in der man nicht an Baucheinziehen denkt (außer man sieht das Dilemma, wenn man gemütlich in der heißen Badewanne dümpelt).
Wenn Euch gerade Gemütlichkeit auch mehr bedeutet, als eine straffe Strandfigur, empfehle ich Euch diese Quiche wärmstens.

Kürbisquiche1

4.8 from 6 reviews
Kürbisquiche mit roten Zwiebeln
 
Ingredients
  • Für den Teig:
  • 200 g Mehl
  • ½ TL Salz
  • 100 g Butter
  • 1 Ei
  • Für den Belag:
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 EL Rapsöl
  • 250 g Hokkaidofruchtfleisch klein gewürfelt
  • 150 g Weichkäse
  • 100 ml Sahne
  • 150 g Blauschimmelkäse (oder Ricotta)
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer
  • Thymian nach Belieben
Instructions
  1. Alle Teigzutaten rasch mit den Händen zu einem glatt Teig verkneten und ihn in Frischhaltefolie gewickelt für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  2. Während ihr die Zwiebenl schält und in feine Ringe schneidet und die kleinen Tarte-Förmchen ausbuttert, heizt ihr den Backofen auf 180 Grad Umluft vor.
  3. Die Zwiebeln in heißem Öl kurz anbraten und danach aus der Pfanne nehmen und auskühlen lassen.
  4. Jetzt werden die Kürbiswürfel für ca. 5 Minuten in der Zwiebelpfanne angebraten. Diese ebenfalls auskühlen lassen.
  5. Den Weichkäse in sehr kleine Würfel schneiden. Es empfiehlt sich hier, diesen kurz vor dem Schneiden für ca. 10 Minuten in den Tiefkühler zu legen, damit er sich besser würfeln lässt.
  6. Den Blauschimmelkäse (wer den nicht mag, kann auch Ricotta verwenden) mit Sahne pürieren und mit den verquirlten Eiern, sowie Pfeffer und Salz verrühren.
  7. Dann teilt ihr den Teig in vier gleich große Portionen und rollt diese jeweils zu einem Kreis mit einem etwas größeren Durchmesser Ihrer Form aus.
  8. Die Tarte-Förmchen mit dem Teig auskleiden und dabei einen Rand formen.
  9. Jetzt den Weichkäse auf dem Teig verteilen und mit dem Kürbis belegen.
  10. Dann die Eimasse darüber gießen und die Zwiebelscheiben gleichmäßig darauf verteilen.
  11. Im vorgeheizten Backofen für 25-30 Minuten goldbraun backen. Anschließend mit Thymian bestreuen.
  12. Die Tarte lässt sich gut vorbereiten und kann am nächsten Tag nochmal kurz aufgebacken werden. Ganz nach Belieben wird sie warm oder kalt serviert und ist ein schönes herbstliches Essen zu einem guten Glas Wein mit Freunden.

Euch allen einen schönen Start in den Herbst, ob mit oder ohne Polster am Bauch und an den Hüften!
Ihr seid toll, so wie Ihr seid!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Ricotta selbstgemacht

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Sonntag kurz vor 20 Uhr. Während die halbe Nation prall gefüllte Chips- und Nüsschen-Schüsseln vor den Fernseher schleppte und sich schon gedanklich auf den kommenden Tatort vorbereitete, stand sie vor ihrem Kleiderschrank und wühlte verzweifelt in dessen Inneren. Irgendwo musste es doch sein- ihr heißgeliebtes Lieblings-Sonntag-Abend-Fernseh-Outfit. Nein, sie gehörte nicht zu den knapp 10 Millionen aller Deutschen, die den letzten Tag, des sowieso immer viel zu kurzen Wochenendes, mit Leichen, Blut und polizeilichen Ermittlungen verbrachte. Sie reservierte diese kostbare Zeit am Sonntagabend ausschließlich für Casablanca. Sonntag, 20 Uhr war seit Ewigkeiten ihre Casablanca-Zeit. Sie wollte sich dem Melodram ganz und gar hingeben und stellte sogar eigens dafür die Klingel aus, über deren spontanes Big Ben-Läuten sie sich normaler Weise sehr freute. Und auch das Telefon, nebst Anrufbeantworter mussten für 1 Stunde und 42 Minuten verstummen.

Leicht zerzaust saß sie dann auch wahrhaftig um 20.03 Uhr auf ihrer knallgelben Couch. In ihrem Lieblings-Casablanca-Outfit. Ein zart rosafarbener Nicki-Hausanzug mit Snoopy-Aufnäher auf der linken Hosentasche.

Und als dann nach ewigen Minuten Filmlaufzeit endlich die Szene kommt, bei der Rick Ilsa zuprostet, sie anlächelt und mit seiner wundervollen Stimmte zu ihr herüber raunt: „Ich seh Dir in die Augen Kleines!“, klammerte sie sich seufzend an das Plüschherzkissen, das sie während des gesamten Films dicht an ihre Brust gedrückt hielt. Was würde sie darum geben, dass einmal ein Mann zu ihr diese Worte sagt und ihr dabei ganz tief in die Augen blickt. So tief, dass sie wahrscheinlich überlegen müsste, ob er sehen kann was sie den Tag über gegessen hatte. Erneut entwich ihr ein schmachtendes Geräusch.

An diesem Sonntagabend schaltete sie den Film vorzeitig vor dem Ende ab und ging ins Badezimmer.

Der große Spiegel war noch vom Vormieter zurückgelassen worden und hing nur aus Bequemlichkeit dort, denn sie brauchte eigentlich gar keinen so großen Spiegel. Doch an diesem Abend kam ihr der Spiegel gerade recht. Sie stellte sich ganz dicht davor und schaute sich tief in ihre eigenen Augen. So tief, dass sie mit Ihrer Nase an den Spiegel stieß und ein leichter Nasen-Fett-Stempel-Abdruck auf der Fläche zurückblieb. Irgendwie war das alles nicht zufriedenstellend. Ilsa hatte einen so wunderschönen Augenaufschlag in diesem Film, den musste sie üben. Doch zuvor brauchten ihre Augen eine ordentliche Ladung Wimperntusche. Sie stellte sich mit weit aufgerissenen dick getuschten Augen vor den Spiegel, wackelte ein wenig mit dem Kopf von rechts nach links, klimperte mit den Augen und hauchte ihrem Spiegelbild einen Kuss zu, während sie sich vorstellte, dass ihr nicht ein zuckerwatteähnlich aussehendes, verzaustes Etwas entgegenblickte, sondern Humphrey Bogart in seinen besten Jahren. Irgendwann bemerkte sie dann doch wie dämlich sie sich benahm und wollte nur noch eins…. weg vom Spiegel…weg mit der Wimperntusche an ihren Augen. Sie öffnete hektisch ihren Schrank, und holte zwischen leeren Zahnpastatuben, angestaubten Lockenwicklern, Nagelknipser und diversen Badezimmerutensilien aus der hintersten Ecke eine Flasche. Nachdem sich der kleine Wattebausch in ihrer Hand mit der Flüssigkeit vollgesogen hatte, rieb sie sich kräftig über die halbgeschlossenen Augenlieder. Kurz hielt sie inne und wunderte sich über den scharfen Geruch. Keine halbe Sekunde später setzte es ein. Das grauenvolle Brennen in ihren Augen. Die Tränen liefen ihr über das Gesicht, während sie panisch versuchte sich literweise klares Wasser in die Augen zu spülen. Mit zusammengekniffenen Augen schielte sie auf die kleine Flasche neben sich auf dem Waschbeckenrand und konnte durch einen dicken Schleier schemenhaft das Wort >> Nagellackentferner<< lesen…. Die kleine Flasche flog mit einem lauten Knall in den Schrank, während etwas anderes unsanft vor Ihren Füßen auf dem Boden landete und sich eine ölige Schicht unter ihren Fußsohlen ausbreitete. >>Augen-Make-up-Entferner, ölhaltig, auch für wasserfeste Mascara geeignet, augenärztlich geprüft<< zeichnete sich langsam vor ihrem Auge ab. (…)

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Danke dass Ihr bis hierhin tapfer gelesen habt…denn jetzt kommt der eigentliche Clou an der ganzen Sache:

Der nächste Morgen begann wieder vor besagtem Spiegel. Humphrey Bogart hätte wahrscheinlich 100 Ansätze gebraucht seinen „Ich seh Dir in die Augen Kleines!“-Satz über die Lippen zu bringen, denn außer Sehschlitzen gab es quasi keine Augen zu sehen, in die man hätte tief blicken können.

Sie tastete sich in die Küche und öffnete den Kühlschrank, dankbar dafür, dass irgendein schlauer Mensch daran gedacht hatte ein Licht in diese Erfindung zu integrieren. Zum Glück hatte sie vor ein paar Tagen Ricotta selbst gemacht- eigentlich um daraus einen Kuchen zu backen. Aber da ja auch Quark bei geschwollenen Augen helfen soll, warum also nicht auch Ricotta.

Und während sie sich großzügig die weiße kalte Masse auf den Augenliedern verrieb, dachte sie an Humphrey der ihr leise ins Ohr flüsterte: „Ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!“

Solltet ihr also auch mal an geschwollenen Augen leiden, ist Ricotta sehr zu empfehlen. Ach ja, übrigens zum Kochen und Backen auch! Also immer einen kleinen Vorrat im Kühlschrank lagern! Man weiß ja nicht wer einem mal so richtig richtig tief in die Augen blickt. Und vielleicht danach noch zum Essen bleibt…oder so…

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So wird’s gemacht:

5.0 from 5 reviews
Ricotta selbstgemacht
 
Author:
Ingredients
  • 1 l Frisch-Milch 3,5 %
  • 50 ml Sahne
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Zitronensaft
  • Mull- oder Passiertuch
Instructions
  1. Zuerst die Milch und die Sahne mit dem Salz in einen Topf geben und aufkochen.
  2. Wenn die Milch kocht, sie vom Herd ziehen und mit dem Zitronensaft vorsichtig verrühren.
  3. Den Topf bei niedriger stufe wieder auf den Herd setztn und ohne rühren erwärmen.
  4. Jetzt erneut vom Herd nehmen und 10 Minuten ruhen lassen. Die Masse wird klumpig.
  5. Ein Sieb über einen ausreichend großen Topf stellen und dieses mit dem Passiertuch auskleiden.
  6. Die Milchmasse vorsichtig durch das Tuch abgießen und gut abtropfen lassen.
  7. Eventuell die restliche Flüssigkeit mit den Händen auspressen. Achtun zu Anfang ist es noch sehr heiß!

Übrigens: Die Personen und die Handlung dieses Beitrags sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig… In Wahrheit brauchte ich eigentlich nur einen Aufhänger Euch das Ricotta Rezept zu präsentieren, denn mit dieser Zutat wird es in Kürze einige Gerichte hier geben.

Ich hoffe Ihr habt alle einen Menschen an Eurer Seite, der Euch tief in die Augen schaut und dabei Geschichten erzählt ohne zu sprechen.

Eure

Tanja

aus dem House No.15

(ich räume jetzt mal prophylaktisch meinen Badezimmerschrank auf und stelle den Nagellackentferner ganz weit weg…)

Sommerliches Tomaten-Risotto

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Wie unterschiedlich doch die Ansichten beim Essen sind…

Vor knapp zwei Wochen war ich mit einer Bekannten verabredet. Und wie es immer so ist, kommt unweigerlich irgendwann das Gespräch aufs Essen. Tja, und genau an dieser Stelle zeigte sich, warum meine Bekannte nur eine Bekannte und nicht eine Freundin ist. Irgendwie ticken wir in Puncto Essen so ganz unterschiedlich und die Stimmung des Nachmittags began zu kippen, als sie mir sagte, dass es wirklich viel unansehnliches Essen gäbe. Äh? Wie bitte?

„Ja“, sagte sie. „Stell Dir doch mal einen Griesbrei vor. So in einem tiefen Teller mit Zucker und Zimt…“ Gut, ich bin jetzt nicht der riesen Fan von Griesbrei und mit Zimt kann man mich jagen, aber deshalb muss man dieses Gericht ja nicht als „unansehnlich“ bezeichnen. Vor allem dann nicht, wenn ein großer Löffel warme, leicht angedickte dunkelrote Kirschen träge auf den cremigen Griesbrei tropfen. Ich habe dazu nix gesagt und mir meinen Teil gedacht.
„Oder stell Dir mal so ein Gulasch in kackbrauner Sauce vor? Findest Du das ansprechend?“ Ja! Ich liebe gut gemachtes Gulasch in kackbrauner Sauce. Und ja, ich mag auch kackbraune Linsensuppe, gerne auch mit klein gewürfelten GemüseBROCKEN! Kackbraun stört mein Auge gar nicht! Was mich stört, ist das Wort „kackbraun“. Mehr aber auch nicht! Ich nenne es einfach gulaschfarben und dann weiß auch jeder welche Farbe ich meine.
Überhaupt fiel mir spontan kein Essen ein, was nicht durch ein wenig Schönsinn zu einem wundervollen Teller hätte werden können. Hier ein paar frische Kräuter obendrauf, da ein paar rote Zwiebelringe. Wo ist das Problem?
Bei grober Leberwurst allerdings musste ich tatsächlich zustimmend nicken. Denn selbst wenn die Wurst daumendick mit bestem gelben Senf bestrichen und mit knackisten Gewürzgürkchen belegt wurde, bleibt die Leberwurst grau, fahl und wirklich unattraktiv. Geschmacklich? Ein Traum von Brotzeit!
Es folgten noch einige weitere Lebensmittel und Gerichte in der Aufzählung meiner Bekannten, bis sie ganz zum Schluss empört hervorstieß:“ Ja und natürlich Risotto! Also das geht gar nicht! Alles so schleimig. Sehr unattraktiv, findest Du nicht?“
In diesem Moment konnte ich mich dann doch nicht mehr zurückhalten: Kurz tief durchatmen, bis drei zählen und so ruhig wie möglich antworten: „Nein! Ich liiiiiiebe Risotto! In allen Facetten. Und wenn es ein italienisches Restaurant in Deutschland schafft ein echtes italienisches Risotto dampfend und warm vor mir auf den Tisch zu stellen, bekommt es meinen ganz persönlichen House-Stern verliehen und wandert direkt in den Lieblings-Restaurant-Olymp. Risotto ist alles, aber niemals unattraktiv!“ (So nebenbei: Bisher habe ich noch keinen Stern verleihen können. Und direkt nach dem Italienurlaub liegt die Messlatte auch nochmal höher, als sonst. Wer also Risotto-Restaurant-Tipps hat, immer her damit!)

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„Also wenn mein Thermomix dieses Risotto quasi fertig ausspuckt, sieht das nicht schön aus! Aber meine Küche ist zumindest sauber und ich muss nicht ständig im Topf rumrühren! Schmecken tut‘s ja…“
*Pling* machte das kleine imaginäre Messer in meiner Hosentasche, als es spontan aufsprang – bereit meine Gesprächspartnerin ein wenig in Angst und Schrecken zu versetzen. Meine Fantasie blühte kurzeitig boshaft auf! Alles imaginär versteht sich!

Eine halbe Stunde später war unser Treffen beendet. Sie gab mir dann noch einen klätschigen Schokoladenmuffin (gerade frisch aus dem Thermomix) mit und fragte an der Haustür: “Wann sehen wir uns denn wieder?“ „Nie mehr!“, wollte ich eigentlich antworten, habe es mir aber mit einem Schulterzucken beim Treppenabstieg verkniffen.

Zu Hause angekommen habe ich mich in der Küche auf die Arbeitsplatte gesetzt und erst mal zum Runterkommen entspannt mit den Beinen gebaumelt. Naja. Wenn entspannt bedeutet, beim Beinebaumeln immer mit der Ferse an den Schrank unter der Arbeitsplatte zu knallen, ok. Bei jedem schmerzhaften Anstoß der Ferse wünschte ich mir eine Wohnküche. Wie in Italien. Ein langer Holztisch in der Mitte des Raumes, an dem sich die Famiglia und Freunde versammeln und stundenlang unter ohrenbetäubendem Geschnatter quatschen, essen, trinken, streiten, lachen und weinen. Ich würde dann währenddessen stundenlang im Topf rühren und mein heißgeliebtes Tomaten-Risotto vor dem Anbrennen bewahren, bevor ich es liebevoll und sanftmütig mit einer großen Kelle auf einen Teller gleiten lassen würde. Leise lasse ich in Gedanken kräftigen Pecorino darüber rieseln, um dann alles mit einer Ladung bestem schwarzen Pfeffer, süß schmeckenden kleinen Tomaten, Basilikum und Olivenöl zu vollenden. Diesen „unattraktiven Teller“ setze ich dann meinen Lieben am großen Holztisch vor und werde auf die angeekelten Gesichter warten.
Und ich weiß, dass ich endlos warten werde, denn es wird keine angeekelten Gesichter geben. Risotto sieht wundervoll aus. Finde ich! Vom Geschmack mal gar nicht zu sprechen! Aber das sieht ja jeder anders, wie ich gelernt habe.

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Beim letzten *rums* meiner Ferse am Unterschrank, wurde mir bewusst, dass meine Küche leider nicht dazu geeignet ist einen großen Holztisch in der Mitte des Raumes zu platzieren. Ich könnte natürlich die Wand zum Schlafzimmer einreißen. Da ich sowieso ständig in der Küche stehe, würde es wahrscheinlich gar nicht auffallen, wenn ich auch noch darin nächtige…
Vielleicht schaue ich mich tatsächlich mal nach einer neuen Küche um. So ganz unverbindlich. Einfach nur mal so zur Inspiration. Nur mal schauen, was andere so für Küchen haben. Hier auf homify.de* habe ich so viele tolle Kücheninspirationen gefunden, dass ich sogar kurz von meiner Holztisch-Idee abgekommen bin. Beinebaumeln ohne Fersenanschlagen wäre nämlich auch toll. Hach…
Wisst Ihr was? Ich mache mir erst mal ein richtig schönes unattraktives Risotto. Eigentlich ist dabei die Küche ja auch egal. Hauptsache man kocht mit Liebe und Leidenschaft! Findet Ihr nicht?

Falls Ihr euch auch einen Teller Risotto machen möchtet, hier ist das Rezept (aus dem neuen Kochbuch von Krautkopf):

5.0 from 5 reviews
Sommerliches Tomaten-Risotto
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Schalotten
  • 2 kg aromatische Tomaten gemischt
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Balsamico
  • Meersalz
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 1 EL Butter
  • 200 g Risottoreis
  • 2 EL Weißwein
  • 25 g Pecorino
  • Basilikum nach Belieben
Instructions
  1. Den Backofen auf 200 °C vorheizen und die Tomaten mit einer halben geschälten Schalotten und dem Knoblauch auf ein hohes Backblech geben.
  2. Alles mit Olivenöl und Balsamico beträufeln und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. Alles für ca. 15 Minuten im Ofen backen und danach abkühlen lassen.
  4. Die Gemüsebrühe erhitzen.
  5. Butter im Topf schmelzen und darin die andere Hälfte der Schalotte gewürfelt hinzugeben und glasig anschwitzen.
  6. Den Reis dazugeben und kurz mit dünsten.
  7. Jetzt alles mit Weißwein ablöschen und ein wenig Gemüsebrühe angießen.
  8. Sobald der Reis die Flüssigkeit komplett aufgenommen hat, erneut Brühe angießen und dabei rühren.
  9. In der Zwischenzeit de Tomaten häuten und das Fruchtfleisch fein hacken, dabei den Tomatensaft auffangen.
  10. Nach ca. 20 Minuten die Tomatenstücke zu dem Risotto geben und mit Salz und Pfeffer würzen und den Knoblauch aus der Schale in das Risotto drücken.
  11. Nicht vergessen zu rühren und immer wieder Gemüsebrühe anzugießen.
  12. Nach knapp 30 Minuten ist das Risotto fertig und kann mit Pecorinokäse und Basilikum verfeinert werden.
  13. Mit Salz und Pfeffer evtl. noch nachwürzen und mit ein paar Tomaten garnieren.

Kurzer Tipp: Zerhackt die Tomaten wirklich ganz vorsichtig, sonst ist eine neue Küche schneller von Nöten, als Euch lieb ist. Ich weiß wovon ich spreche und wische immer noch rote Sprenkel von der Wand. Und, nein! Ich habe meine Bekannte nicht mit dem Messer getötet!!!!

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Euch allen eine attraktive Woche, mit viel Leidenschaft in Euren Küchen, auf Euren Tellern und … wo auch immer!
Eure

Tanja

aus dem House No.15

Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung von http://www.homify.de

*Werbelink

Sommer-Kirsch-Trüffel

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Vor zwei Tagen hatte ich nachts einen akuten Nigella Lawson-Anfall.
Für alle die Nigella Lawson nicht kennen: Sie ist eine britische Fernsehköchin und Buchautorin und mittlerweile gibt es ihre Sendungen auch im deutschsprachigen Fernsehprogram. An ihren, nun sagen wir, runden weiblichen Formen, kann man durchaus erkennen, dass Sahne & Co. häufiger verwendete Zutaten in ihren Rezepten sind. Aber noch mehr, als die viele Sahne, stört mich, dass sie am Ende jeder Sendung, quasi wenn der Abspann kommt, immer im Dunkeln in die Küche tapst. Dann wird ihr Gesicht durch das fahle Kühlschranklicht beleuchtet und man sieht wie sie tief mit dem Kopf in die Kühlzone eintaucht, um sich dann gierig mit der Hand Reste vom Mittag- oder Abendessen in den Mund zu stopfen. Gerne auch mal große Stücke Kuchen mit Schlagsahne. Puh…
Aber ich darf ja gar nicht lästern. Vor zwei Tagen ging es mir nämlich ähnlich.
Wieso wacht man bitteschön nachts auf und kann vor lauter Lust auf Kekse oder Pralinen nicht mehr schlafen? Nein- ich bin nicht schwanger! Ich bin kurzzeitig mal vom Nigella-Lawson-Syndrom infiziert. Zum Glück kommt das ja äußerst selten vor, aber wenn es dann mal zuschlägt, dann so richtig.

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Also tigerte ich in tiefster Dunkelheit durchs House in Richtung Küche, natürlich nicht ohne mir vorher mal schön den kleinen Fußzeh an einer Wasserkiste im Flur anzuschlagen. Warum parken nachts Wasserkisten bei mir im Flur? Nigella stößt sich nachts nie irgendwas in vollkommener Dunkelheit! Wie macht sie das? Noch dazu sieht sie nachts besser aus, als ich, die wie das Haarmonster aus der Muppets Show völlig orientierungslos herumirrt und bei Weitem ein nicht so schicke Schlafdress trägt wie sie! Ich sollte nachts wirklich besser schlafen…. Aber die Lust auf Kekse und/oder Pralinen war einfach zu übermächtig.

Auf dem Küchenschrank steht seit letztem Weihnachten eine Dose. Immer noch halb voll mit Keksen, bzw. selbstgebackenen Plätzchen. Genau die sollten meiner Gier heute zum Opfer fallen.
Wer mitten in der Nacht schon mal auf den Küchenschrank geklettert ist, um eine Dose von dort oben herunterzuholen, wird wissen, dass dies nicht unbedingt ein Spaziergang ist. Zumal mein Fußzeh echt ziemlich geschmerzt hat. Aber was tut man nicht alles für seine Süchte. Die Dose war zum Glück noch da. Aber vom Inhalt fehlte jede Spur. Hallo? Wo waren sie denn alle hin, die leckeren Sterne, Tannenbäume, Elchköpfe und Nikolausstiefel, dich ich vor 9 Monaten stundenlang ausgestochen und gebacken hatte? Aber es blieb keine Zeit zum Nachdenken. Der Schmacht nach Süßem meldete sich unmittelbar wieder nach dem frustrierenden Fund der leeren Keksdose. Fast wäre ich beim Runterklettern von der Arbeitsfläche in die Tiefen gestürzt. Zum Glück aber nur fast.
In einer der unzähligen Schubladen mussten doch noch die Pralinen liegen, die ich vor einiger Zeit von einem Kunden geschenkt bekommen habe… Und schon fing ich an wie eine Gestörte die Schubladen aufzuzerren und mit lautem Fluchen darin herumzuwühlen. Aber auch diesmal ohne Erfolg. Auch die Pralinen waren verschwunden. Weg. Unerklärlich.
Völlig deprimiert musste ich dann wohl oder übel die widerlichen Piemontkirschfüllungs-Dinger in den Mund stopfen (die waren bestimmt auch schon so alt wie meine Plätzchen-droht der Hersteller nicht jedes Jahr mit Sommerpause?). Naja zumindest war auch ne Ladung Kirschwasser mit drin, so dass ich danach auf schnellen und zufriedeneren Schlaf hoffen durfte. Mit einem echt ekligen Piemontkirschgeschmack bin ich dann wieder ins Bett gegangen.

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Am nächsten Morgen ging mir dieses Nigella-Lawson-Erlebnis nicht aus dem Kopf. Und egal ob Sommerpause hin oder her, habe ich beschlossen mir meine eigenen Pralinen zu machen. So! Und auch nicht mit ekliger Piemontkirsche, sondern mit erstklassigen House-Kirschen aus dem Garten. Naja und weil ich ja in der Nacht auch so furchtbare Lust auf Plätzchen hatte, wurden also kurzerhand auch noch ein paar Kekse gebacken. Das geht ja auch im Sommer bei 38 Grad ganz gut. Und als dann der Ofen noch so schön warm lief, war ich kurz in der Stimmung die White Christmas CD anzuwerfen. So viel zum Thema antizyklisches Denken und Arbeiten…
Herausgekommen sind dann zwei wundervolle Sorten Pralinen, dessen Herstellung bei diesen Außentemperaturen doch kniffliger war als gedacht. Aber sie vereinen einfach alles, was ich mir in der dieser Nacht so gewünscht hätte. Wunderbare Creme mit Kirschgeschmack, gespickt mit feinsten Butterkeksen und umhüllt von bester Schokolade.

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Jetzt lagern die kleinen Schmachtbällchen in meinem Kühlschrank. Und bevor ich das nächste Mal nachts einen Nigella-Lawson-Anfall bekomme, gehe ich jetzt noch schnell nette Nachtwäsche kaufen, damit mein Glück in Zukunft auch perfekt ist, wenn ich mit meinem Kopf genau wie sie im Kühlschrank hänge und ungeniert Süßkram in mich reinstopfe. Zumindest hat das Ganze dann optisch Stil….

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Aber wo meine Kekse und die Pralinen hingekommen sind bleibt mir immer noch ein Rätsel. Vielleicht habe ich diese Nigella-Lawson-Anfälle doch öfter als gedacht und ich merke es schon nicht mehr?!
Sollte Euch die Pralinen-Sommerpause auch völlig schnurz sein oder habt Ihr auch nachts unkontrollierbares Verlangen nach Keksen und Pralinen, verrate ich Euch schnell das Rezept. Ist übrigens auch ein tolles Weihnachtsgeschenk…nur mal so… Ich sage Euch: Weihnachten kommt wieder schneller als es einem lieb ist!

5.0 from 6 reviews
Sommer-Kirsch-Trüffel
 
Author:
Ingredients
  • Trüffel mit Kirschfüllung:
  • 400 g weiße Kuvertüre
  • 50 g weiche Butter
  • 1 Handvoll Kirschen entsteint
  • 3 EL Cassis-Pulver
  • 2 EL Zucker
  • Butterkekse nach belieben
  • Schwarze Trüffel mit Kirschwasser:
  • 150 ml Sahne
  • 100 g Kirschwasser
  • 35 g Butter
  • 600 g Zartbitter-Kuvertüre
  • Butterkekse nach Belieben
Instructions
  1. Trüffel mit Kirschfüllung:
  2. Die Kirschen kurz in 1 EL Wasser weichkochen und anschließend pürieren.
  3. Die Butterkekse grob zerkrümeln.
  4. Dann 250g Kuvertüre fein hacken und mit Butter und 2 TL Cassispulver schmelzen.
  5. Die pürierten Kirschen und die Butterkekse unterrühren.
  6. Die Masse in einer Schüssel abkühlen lassen und 3 Stunden kalt stellen.
  7. Aus der Masse etwa 15 Kugeln formen und wieder kalt stellen.
  8. Die restliche Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die Kugeln damit überziehen.
  9. Wieder erkalten lassen.
  10. Zum Schluss die Pralinen in Zucker und im übrigen Cassis-Pulver wälzen.
  11. Schwarze Trüffel mit Kirschwasser:
  12. Sahne und Butter aufkochen und vom Herd nehmen, 300 g Kuvertüre in Stücke brechen und in der heißen Sahne zu einer cremigen Masse rühren.
  13. Das Kirschwasser nach und nach unter die Schokomasse und alles etwa 10 min. rühren.
  14. Dann die Butterkekse unterheben.
  15. Die Masse bei Raumtemperatur abgedeckt mit Frischhaltefolie am besten über Nacht abkühlen.
  16. Nun mit einem Teelöffel kleine Portionen abstechen und in der Hand zu Kugeln formen. Diese Kugeln am besten auf Backpapier gelegt für etwa 15 min. in den Gefrierschrank stellen.
  17. Die restliche Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die Kugeln damit überziehen.

So, und jetzt rein in die Flip Flops und den Sommer ohne Pause genießen!
Habt eine schöne Woche!
Eure

Tanja

aus dem House No.15

Coco-Loco-Kokosnuss-Eis

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Was Gerüche im Kopf so auslösen können…

Vor ein paar Tagen stehe ich im Supermarkt an der Kasse und warte mal wieder geduldig darauf meine Einkäufe bezahlen zu dürfen, während in vorderster Reihe eine sportliche Mitsiebzigjährige vor dem Beladen des Förderbands nochmal in aller Seelenruhe die Joghurts und deren Verfallsdatum kontrolliert. (Über ähnliche Situationen habe ich ja schon einmal hier berichtet.)
Direkt vor mir steht eine Dame, die bei jeder ihrer Bewegungen einen wunderbaren Duft verströmt. Kokosnuss. Bei jeder ihrer Arm- und Körperbewegungen, werde ich in Richtung Karibik katapultiert und sehe mich ganz in weiß gekleidet und mit offenem wehenden Haar, mit einem weißen Riesen-Strohhut in der Hand, locker den Strand entlang rennen. Immer das Ziel von kleinen weißen Kokosraspel ummantelten Cremebällchen vor Auge. Als sich diese Vorstellung dann auch noch mit der Melodie von „Summer dreaming“ mischt, höre ich hinter mir eine tiefe männliche Stimme ärgerlich sagen: “Junge Frau, es geht dann weiter!“ PLÖP macht es in meinem Kopf und der Traum zerplatzt mit dem gleichen Gefühl, wie wenn man auf Kaviar beißt.
Die Kokusnuss-Frau ist unterdessen mit dem Bezahlvorgang beschäftigt und ich habe noch nicht mal ein Produkt meines Einkaufs vom Wagen auf das Band verfrachtet. Der Geruch von Kokosnuss-Traumurlaub klebt immer noch in meinen inneren Nasenflügen und macht auch keine Anstalten sich zu verflüchtigen.
„Möchten Sie vielleicht vor?“, frage ich den leicht säuerlich dreinblickenden Herrn hinter mir. „Ich habe noch etwas vergessen!“ Dann setze ich meinen Hundeblick-damit-er-mir-nicht-böse-sein-kann auf, versuche in dem engen Kassengang mit meinem Einkaufswagen zu wenden und kutschiere meinen Wagen an allen wartenden Kunden mit hochrotem Kopf vorbei.
„K O K O S“ hallt es in meinem Kopf. Wie eine Süchtige schiebe ich fremdgesteuert in Richtung Drogerie-Artikel-Regal. Selbst die bunten Farben im Nagellack-Aktions-Ständer sind mir an diesem Tag nicht aufgefallen. Dafür aber die Bodylotion mit der verführerischen Aufschrift ‚mit frischem Kokosduft‘.
Keine Ahnung, ob man Bodylotin im Supermarkt testen darf, wenn nicht explizit „Tester“ drauf steht.
Meine Nase testet immer! Auch Deos (kurz in die Luft sprühen), Flüssigwaschmittel, Duschgel (was mir dann meist beim Draufdrücken eine volle Ladung in die Nase pumpt), und eben Bodylotion. Wer kauft bitteschön die Katze im Sack? Also schmiere ich mal kurz meinen linken Unterarm mit Coco-Loco-Creme ein und warte ab, was passiert.
Die Reaktion meiner Haut war phänomenal. Direkt nach dem Urlaubs-Geruch-Feeling, kam dann das Urlaubs-ich-bin-voll-zerstochen-Feeling. Zumindest hat es an der Stelle genauso gejuckt… Und wenn man bedenkt, dass ich in diesem blöden Supermarkt stehe, mein Arm stellenweise rote Hautirritationen aufweist und ich trotzdem das Bedürfniss habe direkt hineinzubeißen, ist bei der Bodylotion-Aufschrift „Coco-Loco“ echt Name Programm. Also muss Plan B zum Thema Kokosnuss her:

Kokoseis 7

Mit meinem Bounty-Rafaello-Duft-Arm steuere ich dann also die gekühlten Frischetheken an und lade mir eine Packung Kokosnussmilch in den Wagen. Dazu noch eine Dose Kokosnusscreme, pflücke im Vorbeifahren noch eine echte Kokosnuss aus der Obst-und Gemüse-Landschaft und ab geht es wieder in Richtung Kasse.
Die Kokosnuss-Frau ist natürlich schon längst weg, sonst hätte ich sie mal befragt, ob sie auch Hautirritationen von ihrer Creme bekommt, oder wie sie es schafft so lecker zu riechen. Vielleicht hatte sie ja am Abend zu vor auch nur Unmengen an Piña Colada und dünstete diese aus…?! (auch diese Methode könnte ich mal testen…hmz)
Nach dieser langen Story wollt Ihr sicher wissen, was dann aus den ganzen Zutaten geworden ist und wie ich meine Kokos-Sucht stillen konnte…

Kokoseis 2

Es gab ein erstklassiges Coco-Loco-Kokosnuss-Eis. Und für alle tierischen-Produkte-Verabscheuer unter Euch: es ist sogar VEGAN! Trotz, dass keine Sahne oder ähnliches verwendet wurde ist es super cremig und schmeckt, als hättet Ihr einen Löffel Sonnenöl eingefroren. Iiiiihhh nein, das klingt eklig! Also es schmeckt einfach unglaublich gut und versetzt einen direkt in Urlaubsstimmung.

Kokoseis
Und wenn Ihr es dann noch mit gerösteten Kokosflocken bestreut, dabei eine CD mit Merresrauschen hört, Euch in die Sonne setzt und die Augen schließt, ist Euch ein Hirn-Urlaubs-Tag garantiert. Und alles unter 8,50 €…so günstig kommt man nie wieder in den Urlaub. Fehlt nur noch einer der die Liege am Pool mit dem Handtuch um 5:23 Uhr reserviert und einer der mir den Rücken eincremt.

Kokoseis 1

Und so wird’s gemacht:

5.0 from 8 reviews
Veganes Kokosnuss-Eis
 
Author:
Ingredients
  • 200 g Kokoscreme
  • 300 ml Kokosmilch
  • 3 EL Agavendicksaft
  • 50 g Kokosraspeln
Instructions
  1. Die Kokosraspeln ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Achtung sie verbrennen sehr schnell!
  2. Dann die Kokoscreme mit der Kokosmilch und dem Agavendicksaft in einem hohen Gefäß pürieren und dann in die Eismaschine füllen.
  3. Die Masse in der Eismaschine so lange rühren, bis eine cremige Masse entstanden ist. Bei mir hat das knapp 20 Min gedauert.
  4. Vor dem Servieren mit den gerösteten Kokosraspeln bestreuen.

Was versetzt Euch denn so in Urlaubsstimmung?
Ich bin dann mal am Strand ;-)

Coco-Loco-Grüße von

Tanja

aus dem House No.15

Mein Eis schicke ich schnell noch zu Ina von what ina loves, da geh es nämlich in diesem Monat bei let’s cook together um das Thema Eis. Schaut mal bei Ina vorbei, es gibt wunderbare Eisrezepte zu entdecken!

Männlichkeit vs. Schirmchengetränk

 

3.3

Was ist des Deutschen liebste Beschäftigung im Sommer? Grillen! Genau.

Hier oben in meinem beschaulichen Taunusörtchen, sieht man bei gutem Wetter, hinter den akkurat gestutzten Hecken oder den perfekt gestrichenen Gartenhäuschen, ständig weiße Rauchwolken aufsteigen. Man könnte glatt meinen, dass auf jedem der Grundstücke heimlich der persönliche Papst gewählt wird. Der ein oder andere Ortsansässige schwebt allerdings auch oft mit eben dieser gleichen Anmut durch die Gemeinde oder schiebt das eigene Papamobil in Form eines Rollators vor sich her. Ups, jetzt werde ich gemein. Vergesst das mit dem Rollator!

Natürlich wählen die Menschen hier nicht alle den eigenen Haus-Papst, eher wird das Grillgut mit Hingabe auf den polierten Markengrills hin und her gewendet und die köstlichsten Düften wehen durch die Straßen.
Gerade am letzten Wochenende, an dem hier oben auch, wie in ganz vielen Teilen Deutschlands, Rekordtemperaturen gemessen wurden, lag ein dichter Würstchen-Grill-Smog über dem Ort . Grillen ist ja bewiesener Maßen so ein Männerding. Der Chef grillt und das Frauchen bereitet Soßen und Salate zu. Und während der Grillmeister stolz in der eigenen Designer-Schürze mit der einen Hand locker die Grillzange schwingt, wird mit der anderen Hand der Bizeps trainiert. Schließlich erfordert es ja eine gehörige Portion Kraft, die Bierflasche immer zum Mund zu führen. Und was soll ich sagen? Der Herr am Grill macht es richtig, denn in allen Medien wurde geraten, daran zu denken, bei diesen Temperaturen viel zu trinken und sich nicht in der direkten Sonne aufzuhalten. Grillflammen sind ja keine direkte Sonne…

2

Bei den dazugehörigen Damen, die für die Organisation oder Herstellung der Beilagen verantwortlich sind, steht Bier nicht unbedingt auf dem 1. Platz der Getränkeliste. Zumindest nicht in dem Kreis meiner „Salat- und Soßen-Anricht-und-Deko-Feen“. Hier herrscht der Wunsch nach sommerlichen Schirmchengetränken vor. Sprich Cocktails oder auch alkoholische Mischgetränke genannt, die dann vielleicht noch ganz mädchen-like dekoriert oder in schönen Gläsern kredenzt werden.

7

So, und jetzt kommt die Herausforderung. Wie kombiniert man die pure Männlichkeit am Grill mit dem Schönsinn und der Weiblichkeit? Ganz klar: man beauftragt die Herren damit, sich sich an der Zubereitung des Schirmchengetränks zu beteiligen. Das „Stolze-Brust-schwill-an-Barometer“ schießt dadurch in ungeahnte Höhen und die verächtlichen Blicke auf das Getränk der Damen bleibt damit auch noch aus. Was will man mehr?

6

Deshalb gab es am Wochenende bei mir gegrillte Caipirinha.

Männer grillen die Limetten, Frauen mixen den Cocktail und schlürfen mit anerkennenden Blicken zu den Grillmeistern ihr 1A-Sommergetränk. Und da ja die Auflage war bei diesen Temperaturen gaaaaanz viel zu trinken, haben wir uns natürlich ganz brav, (wie Mädchen nun mal sind) daran gehalten. *hicks* (das Kleingedruckte, dass man hauptsächlich Wasser zu sich nehmen sollte, haben wir irgendwie überlesen. Aber schließlich waren die Eiswürfel ja aus Wasser…..) Das Potenzgehabe am Grill ist übrigens nach der zweiten Caipirinha gar nicht mehr nervig, sondern nur noch urkomisch!

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Am kommenden Wochenende hat der Wetterdienst schon wieder knackige 30 Grad angekündigt. Und deshalb gibt’s jetzt hier mal eben das Rezept für den Cocktail, damit die Männer am Grill beeindrucken und die Mädels einen wunderbaren Cocktail schlürfen können.

5.0 from 4 reviews
Gegrillte Caipirinha
 
Serves: 1
Ingredients
  • 4-6 cl Cachaça
  • 1 Limette
  • etwa 2 gehäufte Teelöffel Rohrzucker
  • Crushed Ice
Instructions
  1. Die Limette halbieren und mit der Schnittfläche auf den heißen Grillrost legen.
  2. Ca. 3-4 Minuten rösten, bis die Ränder des Fruchtfleisches dunkel werden.
  3. Dann die gegrillten Limetten zusammen mit dem Zucker in einem stabilen Glas zerquetschen.
  4. Anschließend wird das Glas mit Crushed Ice aufgefüllt, der Cachaça hinzugegeben und umgerührt.
  5. Satt Cachaça kann, als alkoholfreie Variante, auch Ginger Ale verwendet werden (dann funktioniert der Drink auch wunderbar für Kinder oder Schwangere, oder oder oder….)
  6. Tipp: Durch das Grillen werden die Limetten wunderbar saftig, weshalb auch schon etwas ältere Limetten dazu gut verwendet werden können!

Und für alle die jetzt denken, dass es keinen Unterschied macht, ob man die Limetten vor dem Pressen grillt oder nicht, sollten das unbedingt ausprobieren, denn die Röstaromen (andere nenne es vielleicht Acrylamit) kommen geschmacklich toll hervor.

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Cheers alle zusammen! Genießt die Sonne, den Anblick der gestählten, beschürzten Herren am Grill, den der betrunkenen Damen mit alkoholischen Getränken in der Hand und überhaupt die lauen Sommernächte!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Dieser Drink war übrigens mein Beitrag zu Jasmins Sommerspecial „Sommerliche Getränke“. Besucht sie doch mal hier und schaut Euch die anderen tollen Sommergetränke an!

Und jetzt haben wir den Salat {Teil 3} Der 5km-Salat

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So eine Salatwoche ist ja ganz schön und gut. Aber so ganz ohne Bewegung hilft ja auch so eine Salatwoche nichts. Also habe ich mich aufgerafft und habe mich mal wieder mit dem Thema Jogging auseinandergesetzt. Ich und Jogging…das ist wie wenn Helene Fischer ACDC singen würde.

Ich bin ja eher der ACDC-Typ, als der Helene Fischer-Fan. Naja, aber ab und zu muss man ja auch mal über den Tellerrand hinausschauen und sich in Genre begeben, die einem sonst eher fremd sind.

Also mache ich heute einen auf Helene Fisher, werfe mich in meine Goldglitzer Laufhose (ist gelogen!) und starte mit wehendem Haar meine Joggingrunde (auch gelogen! Offene Haare beim Sport – schön, aber sowas von unpraktisch!). Das Ziel für den Anfang: 5 km…das sollte ja wohl zu schaffen sein. Sollte. Könnte. Würde gerne. Alles schöne Wörter. In der Praxis sieht das schon wieder ganz anders aus!

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Ich fange am besten ganz von vorne an: Eine meiner Freundinnen joggt immer total konsequent mindestens 3 Mal in der Woche (zumindest im Sommer) an meinem Bürofenster im House vorbei. Ich sehe sie schwitzen, ich sehe, dass sie Sport treibt, ich sehe, dass sie etwas für Ihren Körper tut. Das will ich auch. Rennen, bis mir die Zunge aus dem Hals baumelt, ich das Gefühl habe, dass mein Blut beim Laufen aus den Adern quillt und die Halsschlagader so sehr pulsiert, dass sie in einem Techno-Track die Baseline vorgeben könnte. Genau das will ich! 5 km. Schaffe ich!

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Also schnüre ich gestern meine Joggingschuhe, die ich mir vor einem Jahr in einem Sportfachgeschäft für 200 Euro habe anpassen lassen (ich habe nicht mal Pumps, die so teuer waren!), stecke mir die Kopfhörer ins Ohr (da läuft Tina Dico *On the run* in Hirnvibrations-Lautstärke) und laufe los.
Ganz gemütlich, ganz in Ruhe, lasse meine Gedanken treiben, während ich an Pferdekoppeln und 100jährigen Spaziergängern mit dämlichen Stöcken in der Hand freundlich grüßend, spritzig und mit einem euphorischen Lächeln auf dem Gesicht vorbeirenne.
Dabei muss ich sagen, dass die Pferdekoppeln so ca. 300 Meter vom House entfernt sind. Bei Kilometer 0,5 (-> 500 Meter) verspürte ich ein unangenehmes Ziehen in der Seitengegend. DURCHHALTEN! Jetzt bloß nicht aufgeben! Ich schleppe mich weiter mit einem eingefrorenen Lächeln auf dem Gesicht, bloß nicht schwächeln. Der Schmerz in meiner Seite wird nahezu unerträglich. Ich halte kurz an, strecke die Arme in den Himmel, wie ich es bei so einem Sport-Guru in einem You-Tube-Video gesehen habe, atme tief in den Bauch, halt die Beine in Bewegung und hoffe, dass das Ziehen so langsam nachlässt.
Kurz tut mir mein Körper den Gefallen, bis ich wieder antrabe, und in der Ferne eine Bank entdecke. Man muss sich ja Ziele setzen, habe ich mir gedacht. Die Bank ist das Ziel und die ersehnte Pause ist der Lohn. Also sitze ich kurze Zeit später mit meinen fast neuen 200 Euro teuren Laufschuhen (deren Sohlen so abgenutzt sind, wie die Spülhandschuhe der englischen Queen), der stylischen Hose und dem offenen Haar auf der Bank, sehe blenden aus (weil geschwitzt habe ich ja nicht), wippe fröhlich mit dem rechten Fuß im Takt zur Musik in meinem Ohr und lehne mich ganz entspannt zurück. Alles doof! Ich fühle mich wie ein Versager. Immerhin –  knapp einen Kilometer habe ich geschafft.
Wir erinnern uns: auf dem Plan standen 5 Kilometer. Hab ich ja fast geschafft, oder?! Sagt jetzt nichts! Die Frustration hat mich eh schon im Griff! Um zumindest meinen inneren Frieden mit dem gestrigen Bewegungsversuch zu finden, beschließe ich den Rest der Rund mit strammen Gehen zu beenden.
Und während ich darüber nachdenke, wackelt das 100jährige Paar mit seinen Stöcken, fröhlich schwatzend an mir vorbei, schaut kurz mitleidig auf mich herab, grüßt lächelnd und wissend und schreitet strammen Schrittes weiter. Danke Leute!

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Ich raffe mich also auf, und beschließe die 500 Meter wieder zurück zu laufen (ich traue mich schon gar nicht mehr das Wort „joggen“ zu benutzen). Ich trabe also noch ein letztes Mal an und fühle mich nur noch einen Bruchteil so gut, wie zu dem Zeitpunkt als ich startete, aber egal. Kurz vor der Pferdekoppel stolpere ich fast, denn unter einem Ahornbaum liegt ein Schild mit der Zahl 5 darauf. Eigentlich war das einst an dem Baum fest verschraubt, um zu kennzeichnen, dass es bis zu einem bestimmten Punkt nur noch 5 km weit ist. Mal wieder ein Zeichen? Das soll doch bestimmt heißen, dass da jemand der Meinung ist, ich habe meine 5 Kilometer erreicht. Anders als geplant, aber egal. Jeder hat seine eigenen Ziele und Vorstellungen irgendwann anzukommen. Für heute habe ich meine persönliche Zahl 5 erreicht. Ich bin nicht unbedingt stolz auf mich, aber trotzdem sehr entspannt und habe mit Sicherheit trotzdem etwas gegen einen dicken Hintern getan. Übrigens, falls Euch eine sehr lustige Theorie zum Thema „Zusammenspiel zwischen Hirn und Hintern“ interessiert, sollte Ihr auf jeden Fall bei Sandra von haseimglück vorbeischauen! Da wird dieses Thema genauer und vor allem sehr amüsant erläutert.

Ich habe mir zu Hause angekommen erst mal einen 5-Km Salat gemacht. Auch wenn ich diese 5 Km nicht geschafft habe. Der Gedanke war da, einen gewissen Einsatz habe ich gezeigt und zur Not esse ich den Salat auf das nette alte 100jährige Pärchen, das jetzt bestimmt ganz entspannt und zufrieden auf dem Sofa sitzt und sich gegenseitig die angestrengten Waden und Füße massiert und mit Sicherheit 5 Kilometer mit ihren Stöcken abgerissen hat. Hach… Mist! Das Holzding mit der 5 darauf ist übrigens das besagte Schild…

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Hier also das Rezept zum 5-km-Salat mit gesundem Baby-Spinat, gerösteter Paprika und gefüllter Polenta, dazu ein super leckerer Radieschen-Dipp, dessen Rezept mir die liebe Liane verraten hat
(die gefüllte Polenta ist das Belohnungs-Prinzip, nach dieser sportlichen Hochleistung *räusper*)

5.0 from 8 reviews
Spinatsalat mit Röstpaprika und gefüllter Polenta
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • Für den Salat:
  • je 2 rote und gelbe Paprikaschoten
  • Baby-Spinat
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Balsamico
  • 1 EL Senf
  • 1 Prise Zucker
  • Salz und Pfeffer
  • Für die Polenta:
  • 350 g Maisgrieß
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 150 g Schafskäse
  • Pesto nach Wahl
  • Salz
  • Olivenöl
  • Für den Dipp:
  • 200 g Schmand
  • 200 g Frischkäse
  • Radieschen
  • Frühlingszwiebeln
  • Pfeffer und Salz
Instructions
  1. Für den Salat:
  2. Die Paprika vierteln und entkernen und für 5 Minuten im Ofen grillen, bis die Haut Blasen wirft.
  3. Dann mit einem feuchten Tuch abdecken und anschließend die Haut der Paprika entfernen.
  4. Aus Öl, Senf, Balsamico, Zucker, Pfeffer und Salz eine Sauce rühren und den gewaschenen Spinatsalat damit vermengen.
  5. Für die Polenta:
  6. Die Gemüsebrühe mit einer Prise Salz aufkochen und einen Spitzer Olivenöl hineingeben.
  7. Den Maisgrieß mit einem Schneebesen einrühren und vom Herd ziehen.
  8. Ein geöltes Blech mit der Hälfte der Polenta bestreichen, darauf das Pesto verteilen und mit klein geschnittenem Schafskäse bestreuen.
  9. Jetzt die andere Hälfte der Polenta darauf verteilen und alles auskühlen lassen.
  10. Danach die Polenta in Würfel schneiden und in einer Pfanne von beiden Seiten knusprig anbraten.
  11. Für den Dipp:
  12. Den Schmand mit dem Frischkäse cremig rühren.
  13. Radieschen und Frühlingszwiebeln klein schneiden und unter die Creme heben.
  14. Alles mit Pfeffer und Salz würzen.
  15. Die Polenta auf dem Salat anrichten und den Dipp dazu servieren.

Und was ist so mit Euch und Sport?

Ich habe ja ein bisschen Angst vor Kommentaren wie: „ Also ohne mein tägliches Fitness-Studio bin ich nur ein halber Mensch!“ oder Ähnliches. Schreibt mir bitte trotzdem- ich bin Kummer gewöhnt ;) (Spaaahhhaaaaß!)

Habt ein schönes Wochenende, mit oder ohne Sport, und einfach mit einem guten Gefühl bei allem was Ihr tut!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

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