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Pastinakensuppe mit Kokosschaum

(…oder über meine Erkenntnisse, dass ich Schrumpelknie habe…)

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Ostern ist seit ein paar Tagen erfolgreich ad acta gelegt und nun warte ich sehnsüchtig darauf, dass endlich mal die Sonne scheint und die nicht gefundenen Schokoladeneier in der Wiese schmelzen. Damit ist die Gefahr, dass ich sie beim Rasenmähen finde und gierig in den Mund stopfe nämlich im Keim erstickt. In der Sonne geschmolzene Schokolade finde ich total eklig.

Der „Nachteil“ an Sonne und Wärme ist aber, dass man sich auch in der Klamottenwahl wieder völlig umstellen muss. Ab 18 Grad Außentemperatur sieht es einfach lächerlich aus, wenn man noch mit dickem Strickpulli umherläuft, nur weil er die Pfunde von Weihnachten und Ostern so schön wegschummelt. (Im Übrigen, finde ich, dass dieses Konzept nicht bei allen Menschen aufgeht… Zopf-Strick-Muster zum Beispiel befördert optisch sogar noch einige Kilos mehr auf den Leib, es sei denn man trägt Kleidergröße Zero…)

In dieser Woche traf ich mich mit einer Freundin zum After-Easter-Brunch. Ihre 15 jährige Tochter Kim saß mit uns am Tisch und irgendwann kam unweigerlich das Thema auf Klamotten und Modebewusstsein. Kim behauptete doch allen Ernstes, dass Ihre Mutter die am schlechtesten angezogene Mutter in Ihrer Klasse wäre, worauf mir fast mein Vollkornbrötchen im Hals hängen blieb. Daraufhin bekamen wir dann eine Einführung in die abstrakte Modewelt eines pubertierenden Teenagers, geprägt durch bildhafte Darstellungen von Instagram, Tumblr und Co und dem Satz: „Ihr habt ja noch nicht mal eine Jeans mit Löchern im Schrank!“ Zwei Flaschen Prosecco später, waren meine Freundin und ich davon überzeugt, dass wir echt im Mode-Aus geparkt haben.

Mit diesem Wissen bin ich dann nach House gefahren und habe mal einen intensiven Blick in meinen Kleiderschrank geworfen. Zugegeben…Spektakulär ist anders, aber zum Davonrennen fand ich es auch nicht. Ich sag mal so: ich sehe immer schwarz in meinem Kleiderschrank. Viel schwarz. Ich mag schwarz eben. Trotzdem hatte ich auf einmal das dringende Bedürfnis shoppen zu gehen.

Jetzt muss ich dazu sagen, dass ich (sehr frauenuntypisch) shoppen gehen hasse. Mag zum einen daran liegen, dass ich keine Standard-Norm-Körpergröße habe und gefühlt an alle Beine und Ärmel 15 cm drannähen könnte. Zum anderen finde ich Umkleidekabinen widerlich. Allein wenn ich den Vorhang zur Seite schiebe und mir ein Geruchsgemisch aus Parfum, Fuß- und Achselschweiß entgegenweht, könnte ich die Verkäuferin schon nach der Ausgabe von Kotztüten fragen. Noch dazu finde ich, dass das Licht und die Spiegel in diesen Zellen alles andere als vorteilhaft auf meine Figur und meinen Teint wirken.

Pastinakensuppe_1

Also entschloss ich mich, mich im Internet inspirieren zu lassen und ohne das House verlassen zu müssen shoppen zu gehen. (In außerklamottigen Angelegenheiten unterstütze ich übrigens immer den Einzelhandel!). Nachdem ich in der Rubrik Hosen fast ausschließlich verschlissene Modelle mit Löchern an den Knien und Abnutzungsstellen an den Oberschenkeln gefunden habe, war ich ganz von Kims Meinung überzeugt. Ich brauche auf jeden Fall eine Hose mit Löchern…!!! Und schon wanderte eine solche Hose (natürlich in schwarz) in den Onlinewarenkorb. Lieferzeit 1 Tag, was für mich als ungeduldiger Mensch wie Musik in meinen Ohren klang.

Und tatsächlich klingelte am nächsten Tag der Postbote und überreichte mir mein Paket. Wie gesagt kann ich nicht behaupten eine Stangengröße zu tragen, weshalb ich die Hose direkt mal in 3 verschiedenen Größen bestellt habe. In der Beschreibung stand ja, kostenlose Rückgabe…Perfekt also!

Die Ernüchterung siegte aber viel schneller, als geplant, über die Euphorie. Als ich vorm Spiegel stand und mich in perfektem Licht in meiner neuen völlig zerrissenen Hose (welch Ironie) betrachtete, grauste es mir. Kim hatte in ihrer Ausführung irgendwie nicht bedacht, dass der Altersunterschied zwischen Ihr und ihrer Mutter, bzw. mir, bei so guten 20 Jahre plus liegen. Natürlich ist 20 Jahre ältere Haut auch nicht mehr mit so viel Spannkraft besäht. Nein, auch nicht am Knie! Und genau diese Stelle stach mir, dank textilfreiem Anblick, bedingt durch das Loch in der Hose, ins Auge. Himmel…Ich habe Schrumpelknie!!! Wie ein schwarzer Bilderrahmen umrahmte der noch intakte Stoff der Hose meine unschöne Kniepartie, die mir vorher so nicht aufgefallen war. Ein Fall für den Schönheitschirurgen? Äh, nein! Eher ein Fall die Hose schnell auszuziehen, wieder einzupacken und zurückzuschicken. Und oh Wunder, als ich die Hose ausgezogen hatte, waren meine Schrumpelknie verschwunden. Alles glatt und wunderbar. Oder lag es daran, dass sie nun nicht mehr in Szene gesetzt waren??? Ganz egal, die Hose musste weg!

Ich war dennoch leicht gefrustet, dass die Zeit von trendigen teuren zerstörten Hosen wohl für mich vorbei ist. Naja, und gegen Frust hilft bei mir eines immer: Kochen und Essen.  Also auf zum Kühlschrank und erst mal inspizieren was sich so als Frustheilmittel anbot. Ganz hinten in der letzten Ecke erblickte ich dann etwas, was mich sehr stark an meine gerade gesehenen Knie erinnerte… „Ach herrje, die habe ich ja total vergessen!“ schoss es mir durch den Kopf. Drei leicht verschrumpelte Pastinaken schauten mich traurig an und schrien förmlich danach erlöst zu werden. In einem Wahn von „Was-koche-ich-alles-an-Ostern“ habe ich vor über einer Woche Pastinaken gekauft und die armen Dinger ganz einfach im Kühlschrank vergessen.

Pastinakensuppe_5

Noch mehr schrumpelige Anblicke konnte ich an diesem Tag wirklich nicht verkraften, weshalb ich die Pastinaken kurzerhand zu einer wunderbaren Suppe verarbeitet habe. (Mit meinen Knien konnte ich das ja schlecht machen *lach)

Ach und was war das Süppchen köstlich. Und tröstlich. Und wärmend. Und hat gar nicht verschrumpelt geschmeckt. Im Gegenteil, ich finde ja, dass das Pastinakenaroma sogar dadurch noch viel besser durchkam!

Und deshalb mein Fazit zu diesem Tag: Reife Früchte sehen vielleicht stellenweise nicht mehr so schön aus, aber sind auf jeden Fall besser als zu junges Gemüse!

Wer an Schrumpelknien leidet oder schrumpelige Pastinaken verwerten muss, hier das Rezept:

5.0 from 3 reviews
Pastinakensuppe mit Kokosschaum
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 50 g Schalotten
  • 150 g Kartoffeln
  • 600 g Pastinaken
  • 40 g Butter
  • 1,2 l Gemüsebrühe
  • 250 ml Schlagsahne
  • Salz
  • Muskat
  • Thymian
  • 1 El Öl
  • Pfeffer
  • 150 ml Kokosmilch (ungesüßt)
Instructions
  1. Die Schalotten fein würfeln.
  2. 150 g Kartoffeln und
 600 g Pastinaken schälen.
  3. Ca. 100g Pastinaken fein würfeln und beiseitestellen.
  4. Kartoffeln und restliche Pastinaken grob in Würfel schneiden.
  5. Die Butter in einem Topf zerlassen.
  6. Schalotten, grobe Pastinakenwürfel und Kartoffeln darin glasig andünsten.
  7. Mit 1,2 l Gemüsebrühe und 250 ml Schlagsahne auffüllen und zugedeckt aufkochen.
  8. Mit Salz und Muskat würzen. Offen weitere 20 Minuten kochen.
  9. Suppe mit dem Schneidstab fein pürieren und beiseite stellen.
  10. Das Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die restlichen Pastinaken darin 10 Minuten bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich sind.
  11. Die Kokosmilch in einem Topf kurz aufkochen und mit dem Pürrierstab gründlich aufschäumen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  12. Suppe erwärmen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit der Einlage und dem Kokosschaum in Tellern oder einer Tasse anrichten und mit Thymianblättchen bestreuen.

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So, und jetzt wisst Ihr auch warum ich einen Food- und keinen Modeblog habe…!

Frühlingshafte Grüße an Euch!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

 

 

 

 

 

 

Zoodles alla Gemüse-Arrabbiata

{…stellt Euch vor es ist Valentinstag und keiner geht hin…}

5.2

Neulich in einem Wohnzimmer irgendwo in Deutschland:

Sie: „Schatz?“
Er: „Ja?“
Sie: „Findest Du mich fett?“
Er: „Äh…nein!“
Sie: „Wieso musst Du ein Äh vor das Nein setzen? Du bist Dir also nicht sicher ob Du mich fett findest, stimmts?!“
Er: „Nein!“
Sie: „Mehr kommt da jetzt nicht, als ein NEIN???“
Er: „Es stimmt nicht! Bist Du jetzt zufrieden?“
Sie: „Aber schau doch mal hier…“ (sie kneift sich in den Oberschenkel und klopft auf ihren Bauch und ihre Hinterpartie)
Er: „Was ist da?“
Sie: „Ja schau doch mal…alles schwabbelt! Das ist doch nicht schön!“
Er: „Wenn Du es sagst!“
Sie: „Siehst Du, Du findest es auch nicht schön!“
Er: „Nein! Äh doch! Ach, Du bringst mich völlig durcheinander mit Deinem Fettschwabbel-Gerede!“

2

Sie schiebt schmollend die Unterlippe vor.
Beide schauen schweigend auf den Fernseher.

5 Minuten später:

Sie: „Schatz?“
Er: „Ja?“
Sie: „Liebst Du mich?“
Er: „Klar!“
Sie: „Warum?“
Er: „Wie warum?
Sie: „Na, warum Du mich liebst?“
Er: „Hmmm…“
Sie: „Hmmm? Mehr fällt Dir nicht ein? Schön dass Dir so viel an mir liegt!“
Er: „Ich werde ja wohl noch mal nachdenken dürfen!“
Sie: „Aber doch nicht soooo lange! Also? Was liebst Du an mir?“
Er: „Alles!“
Sie: „Wie alles? Geht’s nicht genauer?“
Er: „Nein! Alles eben!“
Genervt greift er zu seiner Autofachzeitschrift.
Sie starrt ihn an

1 .

Sie: „Schatz?“
Er: „Ja?“
Sie: „Woran denkst Du gerade?“
Er: „An nichts. Ich lese.“
Sie: „Ich sehe doch, dass Du an etwas denkst! Also woran denkst Du gerade?“
Er: „An meine Mutter!“
Sie: „Was?!“
Er: „Ich denke an meine Mutter…“
Sie: „Warum an Deine Mutter?“
Er: „Weil sie nächsten Sonntag zu Besuch zu uns kommt.“
Sie: „Deine Mutter?“
Er: „Ja, MEINE MUTTER!“
Sie: „Schatz, das geht nicht!“
Er: „Wieso?“
Sie: „Da ist doch Valentinstag…!“
Er: „Na und?“
Sie: „Wie? Na und?“
Er: „Da kann meine Mutter doch trotzdem kommen!“
Sie: „Och Schaaaaaaatz….nein, bitte!“
Er: „Was ist denn mit diesem verdammten Valentinstag?“
Sie: „Na, das ist doch uuuuunser Tag…!“
Er: „Unser Tag ist am 20. Januar und der war schon!“
Sie: „Du verstehst das nicht! Valentinstag ist auch unser Tag!“
Er: „Ach ja?“
Sie: „Ja! Wir essen schön, liegen den ganzen Tag auf der Couch und schauen Liebesfilme, essen wieder schön, …“
Er: „Ich dachte Du fühlst dich fett?“
Sie: „Wie bitte?“
Er: „Du hast gesagt Du fühlst Dich fett! Und wenn wir den ganzen Tag auf der Couch liegen und essen, bekommst Du das Problem nie in den Griff!“
Sie: „Du findest ich habe ein Problem?“
Er: „Nein! Also doch… ach können wir dieses Gespräch nicht einfach lassen?“
Sie: „Nie redest Du mit mir!“
Er: „Ich rede immer mit Dir!“
Sie: „Du bist so gemein!“
Er: „Das wird gerade echt anstrengend hier!“
Sie: „Ja, ich bin anstrengend!!! Ist ja wieder klar! Weißt Du was? Vergiss den Valentinstag! Triff Du Dich mit Deiner Mutter! Ich mache auch keinen Valentinstag!“
Er: „Gut! Dann sind wir uns ja einig!“

— SENDEPAUSE —

7

Kommunikation zwischen Mann und Frau ist nicht immer einfach… und Worte sollten nicht immer auf die Goldwaage gelegt werden. Manchmal reicht es ja auch schon, wenn man, ohne etwas zu sagen, eine kleine Botschaft sendet. Z.B. eine Nachricht auf dem Badezimmerspiegel (Tipp: nicht unbedingt den erst kürzlich von ihr teuer erworbenen Lippenstift dafür verwenden!) oder ein Zettel auf dem Kopfkissen, eine Botschaft im Auto,… Es gibt so viele Möglichkeiten dem anderen mitzuteilen wie schön es ist, dass es ihn/sie gibt. Und das muss nicht immer nur in einer Partnerschaft sein. Auch Freunde freuen sich über nette (ernstgemeinte!) Worte.

Wenn Ihr mal jemandem einfach etwas Nettes auf eine etwas andere Art und Weise sagen möchtet, könnt Ihr Euch hier meine „Komplimente for take away“ herunterladen. Einfach immer mal ein Kompliment abreißen, weitergeben und sich über die Reaktion des anderen freuen.

Komplimente for take away_4

Und nochmal kurz zurück zu dem Paar von weiter oben:

Natürlich hat er sich am Valentinstag nicht mit seiner Mutter verabredet… Statt dessen zauberte er seiner Liebsten einen köstlichen Low-Carb-Teller (damit sie Ihr vermeintliches Problem in den Griff bekommt) bestehend aus Zucchininudeln (Zoodles) und einer feurigen Arrabbiata, getoppt mit Ziegenfrischkäse, während ein Rosamunde Pilcher Film nach dem anderen über den Bildschirm flimmerte. Das ist vielleicht nicht das Non-Plus-Ultra-Valentinstag-Essen, aber man muss ja auch nicht immer alles in Herzform pressen, nur weil der 14. Februar ist, oder? Außerdem sollte der Abend ja noch anders ausklingen und nicht im Fresskoma auf der Couch zu enden… Versöhnung ist doch immer das Schönste, oder?! ;-)

5.0 from 1 reviews
Zoodles alla Gemüse-Arrabbiata
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 600 g geschälte Tomaten (Dose)
  • 2 rote Paprika
  • 2 kleine Peperoni
  • 2 Karotten
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Basilikum
  • 50 g getrocknete Tomaten
  • 1 El Kapern
  • 50 g Ziegenfrischkäse
  • Öl
  • 4 mittelgroße Zucchini
  • Salz und Pffer
Instructions
  1. Die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden und mit dem Knoblauch und den klein geschnittenen Peperoni in wenig Öl glasig anbraten.
  2. Paprika, Möhren und getrocknete Tomaten ebenfalls klein würfeln und zu den Zwiebeln geben.
  3. Die geschälten Tomaten hinzufügen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  4. Alles für 2 Std köcheln lasen bis sich die Sauce bis knapp um die Hälfte reduziert hat.
  5. Den Basilikum klein hacken und kurz vor Ende hinzufügen.
  6. In der Zwischenzeit die Zucchini mit einem Spiralschneider in feine Streifen schneiden und in leicht gesalzenem Wasser 2 Minuten kochen.
  7. Die Sauce abschmecken und evtl. mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
  8. Die Zucchininudeln auf einem Teller anrichten und die Sauce darauf geben.
  9. Zum Schluss mit Kapern und Ziegenfrischkäse anrichten.

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Ob Ihr den Valentinstag zelebriert habt oder nicht, genießt den Tag und verschenkt ein paar Komplimente an Eure Lieben.

Falls Ihr noch eine andere Inspiration für ein Zoodle-Rezept braucht, dann schaut auf jeden Fall bei meiner Lieblings-Sandra von Hase im Glück vorbei, denn lustiger Weise hatten wir heute beide Zucchininudeln auf dem Speiseplan ;)

Schön, dass es Euch gibt, Ihr seid toll!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Jeder Topf hat seinen Deckel….

{…und warum es auch echt gut sein kann in die Pfanne gehauen zu werden!}

*Werbung

d. die Pfanne2

Kennt ihr diese Ansage vor einem Film aus dem Fernsehen: „Die nachfolgende Sendung ist für Kinder und Jugendlich unter 16 Jahren nicht geeignet“? Hier kommt ein Hinweis der mindestens genauso wichtig ist:

Der nachfolgende Post enthält Werbung für d. die Pfanne®, deren wunderbare Produkte ich testen und für den Onlineshop fotografieren durfte. Wer wegschalten möchte, hat genau jetzt die Möglichkeit dazu! Allerdings würde ich Euch nicht dazu raten, denn es lohnt sich für Euch dabei zu bleiben und keine der nachfolgenden Zeilen zu verpassen. Pssst…. Es gibt was zu gewinnen!

Eigentlich bin ich ja nicht so der Fernsehgucker. Zumindest nicht mehr. Denn sobald der Fernseher läuft und die Housefrau (bin ich nicht, aber das Wort ist schön!) sich bequem auf der Couch, in unzähligen Kissen vergraben danieder gelassen hat, werden die Augen schwer wie Blei. Ab Minute 36,5 eines Films schlafe ich tief und fest und träume von meinen ganz eigenen Heldenfiguren, die meist in einer Küche stehen und sinnlich in einem Topf oder einer Pfanne rühren. Zum Glück sehe ich mich beim Schlafen ja nicht selbst, aber ich habe schon des Öfteren gehört, dass es durchaus vorkommt, dass ich Kaubewegungen im Schlaf mache. Sehr peinlich…

Komischerweise wache ich immer genau in den Werbepausen auf. Toll! Echt!

d. die Pfanne 4

Ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass am Jahresanfang alle Werbeeiträge im TV von 3 großen Themen geprägt sind? Abnehmen, einen Partner fürs Leben finden und aufhören zu rauchen… Scheinbar sind das die Themen, die den Großteil der Bevölkerung interessieren, bzw. was die Vorsätze der Leute so wiederspiegelt. Wie aktuelle Studien beweisen, schmeißen die meisten Menschen ihre guten Vorsätze allerdings bereits nach der ersten Woche hin.

Während ich mit halbgeöffneten Augen dem Fernseher entgegenblinzle, flimmert ein smarter sehr gut aussehender Herr, ca. 35 Jahre alt, über den Bildschirm. Er grinst einladend, erfolgreich und einnehmend direkt in die Kamera und spricht mich mit seiner warmen und männlichen Stimme an, dass er die Partnerin seines Lebens sucht… Der meint mich? Äh…ach ne, doch nicht. Er hat sich bei einer Partnerbörse registriert, weil solche Typen ja auch nie im richtigen Leben den vermeintlich passenden Deckel zu ihrem Topf finden. Ist klar!

Kurz darauf erscheint eine 40 kg „schwere“ Schönheit auf dem Bildschirm, und reckt ihren von Bauchmuskel gestählten Körper in knappem Top in die Kamera. „Ich habe innerhalb von 30 Tagen 20 Kilo abgenommen, und wenn ich das schaffe, schaffst Du das auch!“ Während sie das mit ihrer Klein-Mädchenstimme sagt, streichen ihre Hände an ihrer Körpermitte herab, demonstrieren ihren straffen und extrem schlanken Körper und halten dann eine Dose mit undefinierbarem Eiweißpulver in das Bild. „Teste gleich heute unsere neue Geschmacksrichtung Birne-Knoblauch-Zimt und erhalte eine Gratisprobe!“ Alles natürlich vegan, gluten- und lactosefrei… Wääääh!

Der nächste Werbespot beginnt mit anschwellender dramatischer Musik. Weißer Rauch weht über den Bildschirm. Dann hustet jemand blechern im Hintergrund und ein fahles Gesicht mit glimmender Zigarette zwischen den Lippen schiebt sich ins Bild. Im unteren Bildrand erscheint eine zitternde Hand die nach der Zigarette greift, dann wieder dieses furchtbare Gehuste, bei dem man denkt, Teile der Lunge fliegen jetzt noch ins Wohnzimmer. Ab diesem Zeitpunkt habe ich einfach den Fernseher abgeschaltet. Was man sich so alles im Fernsehen ansehen muss…!!! Und alles nur, weil damit die klassischen Vorsatz-Themen bedient werden. Tse tse tse.

d. die Pfanne

Wenn ich vorm Fernseher einschlafe und dann aufwache, habe ich meist Hunger. Nicht unbedingt immer die optimale Uhrzeit zu essen- aber wenn es der Körper doch verlangt. Es kommt auch tatsächlich vor, dass ich dann das ganz große Programm fahre und die halbe Nacht noch in der Küche stehe, alle Töpfe und Pfannen in Benutzung sind und ich danach völlig zufrieden und pappsatt ins Bett falle. Meist geschieht so etwas an einem Freitagabend, denn dann ist zumindest der Aufstehdruck für den kommenden Tag nicht gegeben.

Letzten Freitag war wieder einer dieser Abende. Pünktlich um 23 Uhr stolpere ich, getrieben durch lautes Magenknurren in die Küche. Und während ich so mein Steak in der Pfanne wende, fällt mir auf, dass das Kochgeschirr von d. die Pfanne® eigentlich alle vorgenannten Vorsätze bedient. Man benötigt nämlich zum Braten nur eine minimale Menge an Fett oder Öl, dank der tollen 3-fach PTFE-Beschichtung. Und wer jetzt Angst hat, dass sich diese Beschichtung nach mehrmaligem Benutzen löst, dem kann ich versichern: „Nein, das tut sie nicht!“ (Natürlich sollte man keine Küchenhelfer aus Metall benutzen!) Und selbst wenn sich etwas ablösen sollte, besteht dabei absolut kein Gesundheitsrisiko (nachzulesen hier). Man kann also seinem Vorsatz, im neuen Jahr auf seine Figur zu achten, mit diesen Produkten auf jeden Fall treu bleiben.

d. die Pfanne Grillpfanne

Und das Thema Rauchen bekommt Ihr mit diesem Kochgeschirr auch in den Griff, denn da raucht beim Braten mal nichts! Das liegt daran, dass auf Grund der extrem hohen Wärmeleitfähigkeit dieses Kochgeschirr mit sehr moderaten Temperaturen gekocht werden kann. Mein Steak bekam in der Grillpfanne ganz wunderbare Grillstreifen, ohne dass ich gleich in Fettnebel und Rauchschwaden erstickt bin. Das Tolle an den Pfannen ist auch, dass sie ein sehr geringes Eigengewicht haben und deshalb auch für zartere Geschöpfe, die nicht permanent in die Muckibude rennen, geeignet sind und super in der Hand liegen.

d. die Pfanne Topf

Seit Kurzem gibt es jetzt von d. die Pfanne eine neue Edition mit Kochtöpfen. Alles im selben Design wie die Pfannen. Und dass auf jeden Topf auch der passende Deckel gehört (wie im wahren Leben eben!), daran haben sich die Entwickler der d. die Pfanne® auch noch gehalten. Der Deckel des neuen Bräters, kann sogar eigenständig als Grillpfanne benutzt werden! Multifunktionalität finde ich ja immer großartig! Die Töpfe und Pfannen sind für alle Herdarten geeignet und nach der Benutzung extrem einfach sauber zu bekommen. Einfach mit einem milden Spülmittel (wenn überhaupt) und heißem Wasser reinigen, kurz mit Küchenkrepp trockenwischen und schon ist man fertig.

d. die Pfanne Paella

Über den Preis des Geschirrs war ich ja am meisten erstaunt. Man bekommt hier eine Qualität zu  wirklich unschlagbar günstigen Preisen, die mit jedem Markenhersteller unbedingt mithalten kann. Noch dazu spendet d. die Pfanne® von jedem verkauften Artikel 50 Cent an WDC Whale and Dolphin Conservation und fördert dadurch den Artenschutz. Ich muss sagen, ich bin echt rundum begeistert von diesen Produkten und habe meine alten Töpfe und Pfannen komplett ersetzt.

d. die Pfanne Bräter2

d. die PfanneBräter1

So, und das Beste kommt jetzt noch zum Schluss:

Ihr könnt nämlich auch in den Genuss kommen, ein d. die Pfanne®-Produkt Euer Eigen zu nennen, denn ich habe 3 Gutscheine jeweils im Wert von 30 Euro für Euch zur Verfügung gestellt bekommen.

Ihr müsst mir nur bis zum 24. Januar 2016, 23:59 Uhr folgende Frage richtig beantworten und mir einen Kommentar dalassen:

Wie viele Artikel umfasst das Sortiment von d. die Pfanne® ?

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den folgenden Teilnahmebedingungen einverstanden:

  • Die Teilnahme ist auf Personen aus Deutschland und Österreich beschränkt.
  • Ein Versand der Preise in andere Länder ist nicht möglich.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es besteht kein Anspruch auf die Auszahlung der Gewinne.
  • Die Gewinner werden nach Ablauf des Gewinnspiels durch das Los bestimmt und per E-Mail informiert.
  • Die erhobenen Daten werden nur zum Zwecke der Zusendung des Gewinns erhoben und nicht weitergegeben oder anderweitig weiterverwendet.

Bulgurbratlinge

Und damit Ihr auch gleich ein Rezept zum Ausprobieren Eurer neuen Pfanne habt, könnt Ihr hier lesen wie die vegetarischen Bulgurbratlinge zubereitet werden:

5.0 from 13 reviews
Vegetarische Bulgurbratlinge
 
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 10
Ingredients
  • 250 g Bulgur
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 250 g Möhren
  • 1 Zwiebeln
  • 2 EL Öl
  • 3 EL Sojamehl, oder Kichererbsenmehl
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 1 EL gehackte glatte Petersilie
Instructions
  1. Den Bulgur knapp 15 Minuten in der Gemüsebrühe kochen.
  2. Inzwischen die Zwiebel schälen und klein würfeln.
  3. Die Möhren putzen und fein raspeln.
  4. Öl in einem Topf erhitzen.
  5. Die Zwiebeln darin kurz andünsten, dann die Möhrenraspel dazugeben und zusammen ca. 3 Minuten weiter dünsten.
  6. In eine Schüssel umfüllen und den Bulgur dazugeben.
  7. Mehl und Gewürze dazu geben und alles zusammen mit dem Ei gut vermischen.
  8. Anschließend die Petersilie untermischen.
  9. Aus dem Bulgur-Gemisch kleine Bratlinge formen und diese in einer beschichteten Pfanne in wenig Öl braten.
  10. Dazu passt Kräuterquark.

Jetzt bleibt mir eigentlich nur noch Euch ganz viel Glück zu wünschen! (auch bei der Einhaltung Eurer Vorsätzen)

Habt ein tolles Wochenende,

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

Pulposalat mit Fenchel

{…Rückblick auf ein Weihnachten -Vorschau auf 2016…}

Pulposalat3

So, da saßen wir also gestriegelt, geschniegelt und gescheitelt am Weihnachtsabend alle gemeinsam unter der spärlich beleuchteten Kunsttanne. Nachdem im letzten Jahr der Baum einen laut knisternden und ziemlich spektakulären Auftritt hingelegt hatte, als er fast unbemerkt in Flammen aufging, haben sich Onkel Walter und Tante Gabi in diesem Jahr gegen die Natur entschieden. Stattdessen wurde vorher kräftig mit Tannenduft-Raumspray die Luft verseucht, so dass selbst die ehemals rot glänzenden Christbaumkugeln mit feinen Sprenkeln überzogen waren und etwas trübe aussahen. Alles für die Stimmung. Alles für die Authentizität. Von der 200er Lichterkette leuchtete nur jede Vierte. Und als der fünfjährige Paul sich wagte zu fragen, was denn mit den anderen Lichtern passiert sei, bekamen alle Anwesenden einen ausführlichen Vortrag über die derzeitigen Strompreise, nebst Anbietern.

Während Onkel Paul noch über die stetig steigenden Lebenshaltungskosten einen Monolog hielt, stand Tante Gabi in ihrer Metzgerschürze, die sie noch aus den Tagen, als sie noch in der ortsansässigen Metzgerei arbeitete und aus nostalgischem Gedanke aufgehoben hatte, in der Küche. Dass die Metzgerei wegen eines Hygieneskandals seine Pforten schließen musste, hatte sie einfach verdrängt. Und dass bis vor einem Jahr jedes Stück Fleisch, was den Weg auf den Tisch fand, ausschließlich aus diesem Betrieb kam, darüber spricht heute keiner mehr. Es ist ja alles gut gegangen und alle leben noch. Im Nachhinein wundert sich aber auch keiner mehr über die unangenehmen Gerüche, die zu späterer Stunde, begleitet durch knatternde Geräusche von Opa Heiner ausgingen. Da dieser aber immer kurz vor dem Nachtisch in Richtung Sofa wanderte und kurz darauf laut schnarchend und mit weit geöffnetem Mund einschlief, merkte er von seinem eigenen Giftgasangriff recht wenig. Der Glückliche!

Pulposalat5

In diesem Jahr war alles anders. Der Baum war aus Plastik. Die echten Kerzen durch 1/5 schwach leuchtender elektrischer Lichter ersetzt und statt Schweinelendchen mit grünlichem Schimmer gab es Gans.

Ich freute mich. Alle anderen waren irritiert. Veränderungen sind eben nicht für jedermann. Mein Bruder jammerte, dass er lieber Kartoffelbrei zur Gans gehabt hätte und Oma regte sich auf, dass eh immer viel zu viel Geschiss um das Essen gemacht wird und ein fertiger Kartoffelsalat von Rewe mit einer Rindswurst vollkommen ausgereicht hätte. Darauf brach meine Tante kurz in Tränen aus, denn die Erinnerung an Ihren verlorenen Arbeitsplatz kamen ihr unweigerlich hoch (schließlich gab es angeblich in ihrer Metzgerei die besten Rindwürste weit und breit…) Meine andere Tante Anneliese grinste seit Beginn des Abends verträumt vor sich hin, griff immer Mal verstohlen in Ihre Tasche, führte ihren kleinen silbernen Flachmann an ihre Lippen und tupfte sich danach mit der weißen Stoffserviette die Mundwinkel ab. Irgendwann nach dem Essen sangen wir alle „Oh Du Fröhliche“, und sahen eigentlich gar nicht so fröhlich dabei aus. Opa Heiner schielte die ganze Zeit schon in Richtung Baum, unter dem die Geschenke lagen, die in unterschiedlichstem Papier eingepackt waren. Jedes Jahr gab es für ihn eine Zigarre. Weihnachten war der einzige Tag, an dem meine Oma ihm zugestand zu rauchen. Die selbstgestrickten Socken und die warmen langen Unterhosen interessierten ihn verständlicher Weise nicht wirklich. Kurz darauf klingelte Tante Gabi auch schon das Glöckchen und die gesamte Familie wanderte zwei Meter vom Esstisch in Richtung Sofalandschaft. Erwartungsvoll starrten alle auf die Geschenke, bis mein Onkel die Jagd auf die verpackten Überraschungen freigab. Und wie immer wartete ich eigentlich nur noch auf ein lautes „Hallali“ was in diesem Moment irgendwo aus der Ferne erklingt. Bisher und auch all die Jahre zuvor blieb das aus. Dafür zählte mein Bruder lautstark die Geldscheine, die in diversen Weihnachtskarten steckten und beschwerte sich mit hängenden Mundwinklen, dass er 50 Euro weniger als im letzten Jahr bekommen hatte. Im Hintergrund sangen die Domspatzen „Macht hoch die Tür“ in Dauerschleife. Tante Anneliese probierte ihr neues Eau de Toilette aus, dessen Geruch dem Namen „Eau de Toilette“ alle Ehre machte und sorgte damit sogar dafür, dass der Baum nur noch schwach nach Latschenkiefer roch. Welcher Geruch der angenehmere war, konnte man nicht wirklich ausmachen.

Onkel Walter erfreute sich über einen neuen Korkenzieher, der sogar eine kleine Taschenlampe integriert hatte, damit er auch in tiefster Dunkelheit seine Rotweinflaschen entkorken konnte. Und während mein Opa sich seine ersehnte Zigarre anzündete, wickelte ich eine Aldi-Küchenmaschine aus einem ziemlich zerknitterten Geschenkpapier. Seit drei Jahren packte ich nun eine Aldi-Küchenmaschine aus schon mal benutztem Papier aus. Tante Anneliese strahlte mich an: „Du kochst doch so gerne! Ich dachte damit kannst Du bestimmt etwas anfangen!“ Onkle Walter schaute mich beschwörend an. Wir wussten alle, dass Tante Anneliese zu Respostenkäufen neigte und deshalb jedem Haushaltsgeschäft Konkurrenz machen konnte. Ich bedankte mich artig und fühlte mich wie jedes Jahr…. Irgendwie fehl am Platz.

Pulposalat6

Manchmal ist es so, als ob sich Gewohnheiten und Gepflogenheiten nie ändern. Der eine nennt es Tradition, der andere Beständigkeit-ich empfand das alles gerade einfach nur anstrengend. Und während ich beobachtete wie meine Tante Anneliese auf allen Vieren unter dem Baum herumkroch und dabei Ihre hautfarbenen Nylonkniestrümpfe unter ihrem Rock entblößte, um das Geschenkpapier aufzusammeln (kann man ja nach dem Glätten noch mal benutzen), merkte ich, dass sich etwas ändern muss. Die Lust nach Veränderung klopfte von innen an meinen Bauch.

Me and horst.1.1

Schon während ich diese dämliche Küchenmaschine auspackte, hatte ich das Gefühl als ob mir eine dicker Krake auf der Schulter sitzt und mir mit seinen Tentakeln langsam den Hals zudrückt. Und da war der Entschluss gefasst. Im neuen Jahr MUSS ganz Vieles anders werden. Veränderung muss ja nicht immer negativ sein. Wichtig ist, dass man mutig ist! Dass man alte Gewohnheiten auch mal in die Wüste schickt und dass man sich seinen Wünschen stellt. Natürlich nicht so, dass man über Leichen geht. Aber kleinste Veränderungen können ja schon oft großes in die richtige Richtung bewegen.

Ich hab beschlossen die Krake (ok eher Pulpo) nicht in die Wüste, sondern in heißes Wasser zu schicken und damit einen wunderbaren Salat zu machen. Oma wäre entsetzt, wenn sie Tentakel auf dem Teller hätte und ich überlege gerade, ob ich nicht im nächsten Jahr das Ausrichten des Weihnachtsabends übernehmen soll. Mit Oktopus und dem Motto des Abends: “Mutausbruch

Allerdings herrscht bei mir Rauch-und Nylonstrumpfverbot. Und wenn ich noch jemals an Weihnachten eine Aldi-Küchenmaschine aus einem Karton holen muss, gibt es Schlachtplatte an Heilig Abend… Die neuen Wurstsorten könnt Ihr dann in einem Jahr hier lesen ;)

Pulposalat2

Falls Ihr Eure Krake, deren Tentakel Euch eventuell auch manchmal die Luft zum Atmen nehmen,  vernichten wollt, um im neuen Jahr mit neuen Ideen und Zielen starten möchtet, kommt hier das beste Verwertungsrezept schlechthin:

5.0 from 2 reviews
Pulposalat mit Fenchel
 
Serves: 4
Ingredients
  • 1,2 kg frischer Oktopus (küchenfertig)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3 Wacholderbeeren (zerdrückt)
  • Salz
  • je 1 rote Paprika
  • je 1 rote und grüne Peperoni (à 10 g)
  • 1 rote Chilischote
  • 250 g Fenchel mit Grün
  • 120 g Staudensellerie
  • 10 El Olivenöl
  • 2-3 El Weißweinessig
  • Pfeffer
Instructions
  1. Oktopus in einem Topf mit 1 zerdrückten Knoblauchzehe, Lorbeer und Wacholder bei milder Hitze zugedeckt 1 Stunde garen; dabei einmal wenden. Kurz vor Schluss salzen. In einem Sieb abtropfen lassen, dabei 150 ml Sud auffangen, abkühlen lassen.
  2. Paprika putzen, vierteln, entkernen, mit der Hautseite nach oben auf einem Backblech unter dem vorgeheizten Backofengrill 8-10 Minuten grillen, bis die Haut Blasen wirft. In einem Gefrierbeutel 5 Minuten ausdämpfen lassen, Haut abziehen, Paprika längs in Würfel schneiden.
  3. Peperoni putzen, längs halbieren, entkernen, in feine Streifen schneiden. Chilischote putzen, in feine Ringe schneiden. Restlichen Knoblauch durchpressen.
  4. Fenchel putzen, Strunk entfernen, Grün beiseite legen. Fenchel vierteln, in dünne Scheiben hobeln.
  5. Sellerie putzen, Grün beiseite legen. Sellerie waschen, abtupfen und schräg in dünne Scheiben schneiden. .
  6. Oktopus in schmale Scheiben schneiden, (evtl. Tentakel zur Dekoration beiseite legen) und in eine Schüssel geben.
  7. Öl, Essig, Pfeffer, Salz zu einer Vinaigrette verrühren,
  8. Oktopus, Paprika, Peperoni, Chili, Knoblauch, Fenchel, Sellerie und Grün damit vermengen und auf einem Teller anrichten.

Seid mutig und traut Euch! 2016 wird toll!

Alles Liebe und nur das Beste für Euch im neuen Jahr!

Eure

Tanja aus dem House No.15

P.S. Dieses Rezept erschien auch hier auf Seite 40 von dem schönen Onlinemagazin Aromenspiele „Frühlingsküche“.

Christmas-Cranberry-Punsch

{…oder warum ich rot gesehen habe…}

Leuteeeee… ja gerade ist es etwas still im House. Ich weiß….Schuldigung! Aber manchmal ist das Leben einfach so. Da sieht man im Alltag einfach ROT. Wobei wir auch direkt beim Stichwort wären…

Christmas-Cranberry-Punch6

Ich sehe ROT. Denn Stillettos in da house. Und diesmal in knallrot. Denn es geht auf Weihnachten zu. Und welche Farbe hat das Gewand des Weihnachtsmanns? Rohooot… und welche Farbe hat die Unterwäsche der helfenden Elfen? Rohoot…vielleicht….keine Ahnung, ehrlich gesagt. Aber vielleicht tragen sie rot. Nur für ihren Santa… Reine Spekulation natürlich. Aber der Gedanke gefällt mir zugegebener Maßen.

Stilettos in da House1

Ihr erinnert Euch, Katja von Stilettos & Sprouts und ich kochen in regelmäßigen Abständen nach Farben. Und bei der Dezember-Edition ist es eben rot. Sinnlich. Erotisch. Anziehend. Okeeee….weihnachtlich. Auch. Unter anderem.

Aber jetzt mal ganz ehrlich. Was verbindet Ihr denn außer tannengrün und schneeweiß mit Weihnachten?! Schon Rot, oder? Ich habe ja diesmal nicht gekocht, sondern nur gerührt, bzw. gemixt, ganz wie ihr es nennen wollt. Aber auch das in rot und mit weihnachtlichen kleinen Vitamin C-Bomben.

Christmas-Cranberry-Punch1

Das letzte Mal als ich mit der Farbe Rot in Sachen Weihnachten konfrontiert wurde, war vor Kurzem bei der Firmen-Weihnachtsfeier meiner Freundin. Jede/r Mitarbeiter/in durfte und sollte seine bessere Hälfte mitbringen. Und da der Versuch meiner Freundin einen Partner über die Dating-Line zu akquirieren (siehe hier) noch nicht geklappt hat, durfte ich als ihre bessere Hälfte bei dieser Weihnachtsfeier mit erscheinen. Welche Ehre, oder? Ich habe mich tatsächlich sehr darüber gefreut, alleine deshalb, weil ich an diesem Abend nicht kochen musste und alle Getränke, ohne mich groß vom Fleck zu bewegen, auf dem Tablett direkt vor meine Brust gekarrt bekommen habe. Herz was willst Du mehr?! Zumindest war das mein Gedanke VOR besagtem Abend….

Meine Freundin hat mich natürlich schon vor diesem gesellschaftlichen Event vor dem/der einen oder anderen Kollegen/in vorgewarnt. „Aaaach…komm…übertreib nicht!“ War meine Antwort. Hiermit revidiere ich diese Aussage. Die Warnung war vollkommen berechtigt!

Scheinbar hatte die gesamte Belegschaft (außer meiner Freundin und mir) schon seit den frühen Morgenstunden vorgeglüht-bedeutet: selbst die Marmelade auf dem Brot um 9 Uhr war gespickt mit Rum, Tequilla und/oder Wodka, was einigen Mitarbeitern den aufrechten Gang in den Eventsaal der Weihnachtsfeier ziemlich zu erschweren schien. Eine sehr stark blondierte End-50erin stieß mich kumpelhaft an, klärte mich über die firmeninterne Vorfeier am Morgen auf und deute zwinkernd auf einen kleinen silbernen Flachmann in ihrer Louis Vuitton Tasche. „Nur falls nachher wieder die Getränke knapp werden- wie m letzten Jahr, als die Geschäftsleitung an allen Ecken gespart hat…!“

„Ach, das wird lustig!“, war noch mein Gedanke zu diesem Zeitpunkt. Doch dann erscholl ein lauter Schrei aus der Richtung des Buffets: „Eyyyyyyy….der Müller frisst alle Sushis vom Buffet !!!“ Alle Augen waren plötzlich auf Herrn Müller gerichtet, der seinen Stuhl ganz bequem am Buffet in der Höhe von Sushi und Roastbeefröllchen geparkt hatte, um mit seiner fleischigen Hand bequem seinen Teller mit den Fingerfood-Köstlichkeiten beladen zu können. Schulterzuckend angelte er sich eine zartrosa gebratene Scheibe köstlichen Roastbeefs mitsamt hessischer grüner Sauce nach der anderen vom Buffet und leckte sich genüsslich die Reste der Sauce aus den Mundwinkeln. Ich musste ihn die ganze Zeit angewidert anstarren, bis mir meine Freundin einen unsanften Hieb in die Seite gab.

Christmas-Cranberry-Punch2

Auf der anderen Seite des Saales stimmte derweil die IT-Abteilung der Firma ein Weihnachtslied an, dessen Text, in ziemlich abgewandelter Form den ganzen Raum, dank eines Mikrofons, ausfüllte und einige ältere Herrschaften, die im nächsten Jahr in den Ruhestand treten werden, mit peinlich geröteten Wangen und Ohren versehen haben. Hektisch lief eine Dame in mausgrauem Kostüm zum Kabel des Mikrofons und riss es unsanft aus der Anlage. Prompt verstummt der mit F-Wörtern gespickte Weihnachts-Song und eine kurze betretene Stille legte sich über den Saal. Aber nur kurz, denn eine Gruppe pickliger Azubis kicherte laut und ungehalten.

Zum Glück entdeckte ich in einer Ecke des Raumes, ein mit Leuchtschrift markiertes Schild mit der Aufschrift „Bar“ und buxierte meine auch schon leicht angenervte Freundin in diese Ecke. Hinter der Bar standen die zwei Vorstands-Assistentinnen. Beide ziemlich üppig in der Oberweite, dafür nur leicht mit einer Art Nachtgewand im Santa-Style gekleidet. Und schon wieder sah ich rot. Diesmal glänzte das Rot allerdings in kostengünstigem Satin-Stoff, abgerundet von einer flauschigen weißen Federbordüre am prallen Dekolleté. Vor der Bar tümmelte sich die ganze Kantinenbelegschaft und stapelte kleine, mittlerweile leere, Plastik-Schnaps-Gläschen zu einem Turm. „Goooom isch laaahd Disch su nem dring aaain…bäiibiiii“, lallte mir ein hochgeschossener ca. 25 jähriger Blonder entgegen. „Das ist der Koch unserer Kantine!“ raunte mir meine Freundin zu. „Aha…und?!“ aber weiter kam ich gar nicht, denn schon stand ein kleines Plastikgläschen mit goldgelber Flüssigkeit vor mir. Auf der Oberfläche schwammen undefinierbare Brocken…

Christmas-Cranberry-Punch5

„Äh was ist das? Und was schwimmt da oben auf?“ „Ach…dasch isch nur der Räääst von der Kiiiiiesch Loreeeen vom Schröder…“ „Wie bitte?“ „Naaaa, der Schöder haaad Kiiiiesch Loreeeen gegessen und dann war ihm son bisschen schlecht. Die Marianne ausm Büro vom Schääf hat gesagt, dass Tequilla hilft, wenn des im Magen hasddd…und dann haddd der Schröder die Tequillaflasche an den Hals angesetzt. Das is nur son bisschen Kiiisch Loreeeen vom Schröder was da schwimmt! Nich schlimm! Die Kiiiiisch hab ich heute Morgen frisch gemacht!“

Jetzt war MIR schlecht. Meine Freundin hingegen lachte sich gerade schlapp, nachdem sie von einem Kollegen erfahren hatte, dass Herr Müller (ja der mit dem Sushi und den Roastbeefröllchen) seinem Chef eine Hinterlassenschaft in dessen Aktentasche zurück gelassen hatte, weil ihm wohl der Weg zum stillen Örtchen zu weit erschien war.

Ehrlich gesagt habe ich das Thema „Ausartende Firmen-Weihnachtsfeiern“ immer für einen Mythos gehalten…aber in DIESER Firma ist Loriot & Co. zu wahrem Leben erwacht. Und „ausgeartet“ ist noch eine wirklich gelinde Umschreibung!

Christmas-Cranberry-Punch3

Nach diesem Abend habe ich beschlossen meine eigene kleine interne Weihnachtsfeier mit mir zu zelebrieren. Ohne schlechte Getränke aus Plastikgläschen mit Lebensmitteleinlagen, ohne knapp bekleidete Vorstands-Assistentinnen und ohne Herrn-Ich-hab-keinen-Anstand-Müller.

Meine House-Weihnachtsfeier fand gemütlich vor dem Kamin statt. In Rot. Zumindest im Glas. Denn ein Santa-Claus-Scharfmacher-Kostüm habe ich nicht. Sollte es also dieses Jahr an Weihnachten nicht mit der Erfüllung meiner Wünsche klappen, weiß ich zumindest woran es gelegen hat.

Dafür hatte ich einen erstklassigen Drink, den ich jedem nur wärmstens empfehlen kann. Klar- in ROT! Und weil ich mir ja gepflegt einen einleuchten wollte (schließlich hab ich House-Weihnachtsfeier) habe ich eine ordentliche Portion Whiskey mit rein getan. Wer alkoholfrei lebt, kann den natürlich weglassen- ist aber dann irgendwie langweilig ;)

So wird mein roter Christmas-House-Party-Punch gemacht:

5.0 from 3 reviews
Christmas-Cranberry-Punsch
 
Author:
Serves: 4-6
Ingredients
  • 200 ml Whiskey
  • 60 ml Agaven-Sirup
  • 750 ml Cranberry Saft
  • 250 ml milden Orangensaft
  • 375 ml Sprudelwasser medium
  • 150g gefrorene Cranberries
  • Zimt nach Belieben,
  • Eiwürfel
Instructions
  1. Gebt den Whiskey, den Agaven-Sirup, sowie den Orangen -und Cranberry-Saft in einen großen Krug.
  2. Fügt nach Belieben ein bis zwei Stangen Zimt hinzu und lasst alles für 2 Std im Kühlschrank durchziehen.
  3. Dann gebt das Mineralwasser hinzu und füllt alles mit den gefrorenen Cranberries und Eiswürfeln auf.

 Am „lustigsten“ ist es, wenn man nach dem dritten Glas nicht mehr in der Lage ist, die flutschigen kleinen Cranberries vorsichtig mit dem Mund einzusaugen, und sie direkt nach hinten in die Luftröhre katapultiert. Sagt also bitte nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt!

Vielleicht auch ein gutes Mitbringsel für Eure anstehende Weihnachtsfeier?

Jaaaa….und die liebe Katja hat HIER zum Thema „ROT“ einen Oberknaller-Hammer-Ketchup gezaubert. Und wie sollte es bitte bei Stilettos & Sprouts anders ein? Natürlich wurde auch noch der Nagellack in der passenden Farbe dazu gewählt. Von der designten Tischdecke mal ganz abgesehen. Schaut unbedingt bei Katja vorbei und klickt Euch durch! Bei einigen gibt es an Heilig Abend ja bestimmt Kartoffelsalat und Würstchen…da darf ein guter Ketchup natürlich nicht fehlen!

stilettos in da house3

So, Ihr Lieben, hier noch mein Tipp für bevorstehende Weihnachtsfeiern: Tut nichts, was ich nicht auch tun würde! Bedeutet: seid artig und benehmt Euch!

Eure

Tanja aus dem House No.15

P.S. Die eine Azubine aus der Firma meiner Freundin ist schwanger und es wird immer noch nach dem Vater gesucht. Noch Fragen? Frohe Weihnachten!

Vegane Pilzpfanne mit Naanbrot

{…Leben am Limit oder die Sache mit den Pilzen…}

Pilzpfanne2.1

Was ein schöner Morgen heute im Taunus… Allerdings fing dieser Morgen bei mir alles andere als schön an, denn alles was in meinem Kopf so zu spüren war, waren tierisch schöne Kopfschmerzen.

(Lieber Rotwein von gestern Abend, ich danke Dir recht herzlich für Deine wunderbare Gesellschaft. Du hast mir den Abend versüßt und mir ein wunderbar warmes Gefühl in Bauch und Kopf gezaubert. Aber hatte ich Dir nicht gesagt, dass ich mit keinem am nächsten Tag frühstücke, wenn wir einen Abend/Nacht verbracht haben? Hallo? Du bist immer noch da… Verschwinde!)

Um den etwas anhänglichen Rotwein wieder los zu werden, habe ich beschlossen mich in meine Gummistiefel zu werfen und einen ausgedehnten Waldspaziergang zu machen. Frische Luft mag der Rotwein in meinem Kopf nämlich gar nicht. Und was gibt es Besseres als an einem Herbsttag durch die bunten Blätter zu laufen und den Duft von feuchtem Waldboden zu atmen?

Das blöde an einem Rotwein-Date ist ja, dass sich am nächsten Morgen nach kurzer Zeit nicht nur der Kopf beschwert, sondern auch der Magen ein ganz merkwürdiges Eigenleben entwickelt. Den Geräuschen nach zu urteilen, lachte er sich glucksend über meine Blödheit weg, auf den charmanten Rotwein hereinreingefallen zu sein und stellte laut gurgelnd Ansprüche auf Nahrung. Und das alles mitten im Wald. Schöner Herbstwald hin oder her. Hunger! Jetzt! Na toll! Danke lieber Körper- ich habe verstanden was Du mir mitteilen willst! Rotwein ist in nächster Zeit aus im House.

Pilzpfanne1.1

Half mir aber natürlich nicht unbedingt weiter. Falls Ihr jetzt denkt, ich habe ganz neandertalerhaft Ameisen von Stöckchen gelutscht oder den Eichhörnchen die Nüsse ausgebuddelt und weggefuttert… Nein! Das habe ich natürlich nicht. Wobei die Idee mit den Nüssen gar nicht so schlecht wäre, im Zeitalter von der modernen Paleo-Bewegung…

Naanbrot1.1

Mein Blick fiel vielmehr auf die vielen Pilze, die sich hier auf dem Waldboden in kleinen Grüppchen so lustig zusammengestellt haben. Pilze in allen Farben und Formen. Ich weiß ja nicht wie weit Ihr Euch mit Pilzen und deren Verträglichkeit auskennt…Ich für meinen Teil gehe ausschließlich im Supermarkt oder beim Gemüsehändler Pilze sammeln. Da kenne ich mich aus. Da hat jeder Pilz ein eigenes kleines Namensschildchen und ich weiß, dass ich den nächsten Morgen noch erlebe, wenn ich davon gegessen habe.

Aber es gab durchaus auch Begebenheiten in meinem Leben, da habe ich am Aufwachen am nächsten Tag ein wenig gezweifelt…

Pilzpfanne4.1

Ich weiß noch genau, wie mich vor einigen Jahren die Oma einer Freundin zum Mittagessen eingeladen und für mich Gulasch gekocht hat. So ein richtiges Super-Oma-Wie-Von-Früher-Gulasch. Herrlich! Und als ich dann die erste köstlich gefüllte Gabel im Mund stecken hatte, sagte die Oma mit freudig geröteten Bäckchen: „Ach Tanja, das war heute so schön auf dem Friedhof. Genau neben dem Grab meines Mannes wachsen ganz viele Pilze. Die habe ich mit in das Gulasch reingeschnitten.“ Schluck… Das Gulasch hing mir in großen Brocken im Hals und wollte weder nach oben noch nach unten flutschen. Unter einem heftigen Hustenreiz, fragte ich sie, ob sie sich denn mit Pilzen auskenne. Die Antwort war schockierend: „Früher schon, als meine Augen noch gut waren. Aber man riecht doch ob ein Pilz genießbar ist oder nicht…“ Peng. Damit war ich eigentlich satt. Aber was bitte macht man, wenn eine kleine süße schrumpelige Omi vor einem an einem alten Küchentisch sitzt und sich so sehr darüber freut, mal wieder für jemanden kochen zu dürfen und beim Essen Gesellschaft zu haben. Man betet kurz, isst tapfer weiter und versucht die Pilze auszusortieren, mit der Begründung, dass man nicht so der Pilzfreund sei. Was natürlich nicht der Wahrheit entspricht. Aber man wird mir diese kleine Notlüge verzeihen. Ich sage Euch, manchmal kann man den Hashtag #lebenamlimt schneller schreiben, als man denkt. Aber zum Glück habe ich das Mittagessen überlebt und kann Euch deshalb heute diese wunderbar herbstliche Pilzpfanne zeigen. Der Clou an dem ganzen Gericht ist das warme Naanbrot, was es dazu gab. Ihr müsst das unbedingt ausprobieren…unbedingt! Und wer sich mit Pilzen auskennt, nimmt natürlich die, die in der freien Natur und nicht im Supermarkt wachsen.

Naanbrot2.1

Ich hätte ja auch gerne Ahnung von Pilzen, aber mehr als Fußpilz erkenne ich leider nicht. Naja ok. Einen Fliegenpilz gerade noch, aber dann verließen sie sie. Ist wahrscheinlich auch besser so, bevor ich oder die, die mit mir essen, nachher da liegen, wo die Omis leichtgläubig kleine Pilze fürs Gulasch sammeln und nebenbei das Grabbouquet neu arrangieren.

Woher auch immer Ihr Eure Pilze nehmt (Fußpilz würde ich übrigens nicht empfehlen, der hinterlässt immer so eine pelzigen Geschmack auf der Zunge *grins), hier findet Ihr das wirklich sehr schnell gemachte Rezept für die Pilzpfanne:

Pilzpfanne Rezept

5.0 from 5 reviews
Pilzpfanne
 
Author:
Serves: 2
Ingredients
  • 300 g gemischte Pilze
  • 5 Frühlingszwiebeln
  • ¼ Chinakohl
  • 3 EL Öl
  • 1 Knoblauchzehe gepress
  • ½ Bund Petersilie
  • Salz und Pffer
Instructions
  1. Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
  2. Frühlingszwiebeln waschen und die Zwiebelknolle ebenfalls in Scheiben schneiden, den längeren grünen Teil in feine Streifen schneiden.
  3. Den Strunk vom Chinakohl entfernen und ebenfalls in kleine Streifen schneiden. Diese dann waschen und gut abtropfen lassen.
  4. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pilze, Chinakohl und Frühlingszwiebelscheiben unter rühren ca 12 Minuten andünsten. Kurz gegen Ende den Knoblauch hinzugeben.
  5. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie und das Grün der Frühlingszwiebeln unterheben.

 

Und hier noch das Rezept für das Naanbrot:

Naanbrot Rezept

5.0 from 5 reviews
Naanbrot
 
Author:
Serves: 12
Ingredients
  • 1 kg Mehl Typ 405
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 4 TL Zucker
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 2 Eier
  • 4 EL Öl
  • 300 g Naturjoghurt
  • 20 g Hefe
Instructions
  1. Die Milch in eine Schüssel gießen und 0,5 EL Zucker und Hefe einrühren. An einem warmen Ort ca. 20 Minuten ruhen lassen, bis die Hefe sich aufgelöst hat und die Mischung schaumig wird.
  2. Das Mehl in eine große Schüssel geben und das Salz und Backpulver untermischen.
  3. Den restlichen Zucker, die Milch mit der aufgelösten Hefe, 2 EL Pflanzenöl, den leicht geschlagenen Joghurt und die verquirlten Eier hinzufügen.
  4. Alles gut 10 Minuten durchkneten, bis der Teig glatt und geschmeidig ist.
  5. Die Schüssel mit Frischhaltefolie bedecken und den Teig an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen, so dass er sich verdoppelt.
  6. Jetzt den Teig zu kleinen Kugeln rollen und jeweils eine Kugel auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Kreisen ausrollen.
  7. Eine Pfanne mit Öl auspinseln und den Teig darin von einer Seite anbraten bis sich Blasen bilden. Dann wenden und die andere Seite backen.
  8. Vorsicht, das Brot wird ganz schnell dunkel!
  9. Ihr könnt die kleinen Teigkugeln in Backpapier einzeln verpackt wunderbar einfrieren und dann portionsweise auftauen.
  10. Warm aus der Pfanne schmeckt das Naanbrot am besten!

 

Genießt den Herbst mit allem was er bietet!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

 

 

 

Bratapfelmarmelade

{…oder warum mir gestern der Himmel auf den Kopf gefallen ist…}

Bratapfel Marmelade 1

Äh… wisst Ihr eigentlich, dass in 52 Tagen Weihnachten ist?! Jaaaa Weihnachten… Sorry to say, aber die Zeit wird rennen. Wenn der November gestartet ist, wird die Zeit bis zum 24.12. verfliegen wie im Flug. Denkt an meine Worte!

Am Wochenende habe ich tatsächlich intensiv an Weihnachten gedacht und darüber sinniert was Weihnachten eigentlich so ausmacht. Ich gebe zu, ich hatte ein etwas melancholisches Wochenende, aber auch das gehört ja irgendwie zum Leben dazu.

Und wisst Ihr wie ich auf die ganze Weihnachts-Arie kam? Ich habe ganz unweihnachtlich Äpfel von einer Wiese geklaut. Gestern. Am heiligen Sonntag.
Der Baum hat mich bei meinem letzten Spaziergang so leidend angeblickt, weil seine Äste so sehr von den ganzen Äpfeln nach unten hingen, dass ich gestern dem Leiden einfach ein Ende machen musste. Ich habe gepflückt was da Zeug hielt und mir bei jedem Apfel gedacht: So…Du wirst zu Apfelmus verarbeite, Du zu Crumble, Du zu einem köstlich duftenden Apfelkuchen und Du zu Bratapfelmarmelade. Da keiner der gepflückten Äpfel mir ein Widerwort gab, bin ich davon ausgegangen, dass eine absolute Zustimmung in Bezug auf die Verwertungs-Verteilung der Äpfel bei ihnen lag. Ok.-ein Widerwort als solches gab es nicht, aber vielleicht doch ein sanfter Protest. Zumindest bildete ich mir dies ein, als ein kleiner frecher rotbackiger Apfel ohne Vorwarnung mit einem komischen Klong-Geräusch auf meinem Kopf landete, um dann in einem Meer von herabgefallenen Blättern zu verschwinden. Kleine Sünden werden dann wohl doch schneller bestraft, als man denkt. Die Beule am Kopf spüre ich heute nämlich ziemlich deutlich. Ich hab den Wink von da ganz oben verstanden-vielen Dank für die Lektion!

Bratapfel Marmelade 2

Als ich mich dann bückte, um den fiesen kleinen Apfel aus dem Blätterwust am Boden zu fischen, tasteten meine Hände zwischen all dem Laub nicht nur Apfelmus aus Fallobst, sondern zogen auch ein etwas mitgenommen aussehendes Stück Papier hervor. Zuerst dachte ich, dass es irgendeine Werbebeilage einer Zeitung sei, die vom Herbstwind hierher geweht wurde. Aber Miss W. ist ja ein eher neugieriger Mensch (eine Freundin von mir nennt es „wissbegierig“, das klingt positiver :) ) und hat sich den Zettel dann doch mal genauer betrachtet. Hach, und was soll ich Euch sagen? Nix Werbebeilage. Keine alte Zeitung. Ein Liebesbrief. Hier mitten auf der Wiese im zertretenen Fallobst unter dem Laub. Da ich den Brief natürlich nicht hier im Original online stellen wollte, habe ich ihn Euch kurz aufgeschrieben.

Liebesbrief

Ist der nicht wunderschön? Natürlich fragt man sich in diesem Moment, warum diese schönen Zeilen hier irgendwo auf dem feuchten Boden rumliegen. Hat er sich doch nicht getraut Ihr den Brief zu geben? Hat sie den Brief einfach achtlos weggeworfen? Ist er vielleicht einfach aus einer Tasche gefallen, bevor er überreicht werden konnte oder nachdem er gelesen wurde? Fragen auf die ich natürlich nie eine Antwort bekommen werde. Vielleicht sollte ich einen Aushang im Rewe machen: „Liebesbrief auf Wiese gefunden-wer ihn vermisst kann ihn im House No.15 abholen.“ Ob da einer kommt? Also ich würde meinen verlorenen Brief abholen. Ich hoffe Euch fällt auch mal der Himmel mit solch einem Brief auf den Kopf (natürlich ohne Beule am nächsten Tag).

Auf dem Nachhauseweg habe ich darüber nachgedacht, wie schade es doch ist, dass im heutigen Zeitalter von Handy, Email & Co. das Schreiben mit der Hand so völlig verloren gegangen ist. Jeder tippt nur noch alles ein. Die Sätze werden auf 3-5 Worte im Schnellsende-Modus geschrieben, meist bekräftigt durch kleine gelbe Smileys, die mal küssen, mal grinsen oder verärgert schauen, um diesen wenigen Worten wenigstens einen winzig kleinen Unterton mitgeben zu können. Ich gehöre auch zu dieser Sorte Mensch, dessen Daumen wohl schon verkürzte Muskeln und Sehnen aufweist, die mittlerweile Abkürzungen wie OMG und GN benutzt und für die es manchmal leichter ist schnell eine Nachricht über das Handy loszuschicken, als denjenigen kurz anzurufen oder gar mal einen Brief oder eine Postkarte zu schreiben. Fragt man mal in die Runde, ob andere noch „echte“ Karten und Briefe schreiben, heißt es oft: „ Ach dafür habe ich ja gar keine Zeit!“ „Das ist mir zu umständlich.“ „Hab ich schon ewig nicht gemacht. Allein weil ich dann auch noch zur Post laufen muss.“ „Email geht doch viel schneller und einfacher.“

Stimmt. Email geht schneller. Stimmt. Man muss auch noch eine Briefmarke bei der Post besorgen. Stimmt. Es beansprucht Zeit. Stimmt. Alles. Aber….

Bratapfel Marmelade 4

Während ich in meiner Küche stand und mir der wunderbare Duft der Bratapfelmarmelade, die ich aus den gesammelten Äpfeln gekocht habe, in die Nase stieg, habe ich beschlossen diese Woche zur „Housepost-Week“ zu ernennen. Irgendwie kam mir der feierliche Gedanke (es roch ja so nach Weihnachten in meiner Küche), mir einfach mal bewusst Zeit zu nehmen, um einen Brief zu schreiben. Jemandem meine Wertschätzung mit einer handgeschriebenen Karte mitzuteilen. Sich auf den Weg zur Post zu machen und alles zu verschicken. Sich Zeit nehmen für Gedanken und Wertschätzung für den anderen. Das bleibt leider auf der Strecke, in der heutigen schnelllebigen Zeit mit Handy & Co. In der Zeit von Weihnachten besinnen sich ja doch die einen oder anderen ja auch darauf. Aber warum bis Weihnachten warten?

Bratapfel Marmelade 5

Ich mache mir jetzt ein Brot mit dieser wunderbaren Bartapfelmarmelade (die übrigens auch toll auf Vanilleeis schmeckt), setzte mich an meinen Schreibtisch und werde lieben Menschen eine Karte oder einen Brief ganz altmodisch per Hand schreiben. Das Handy und der Computer bleiben in dieser Zeit aus! Kein Blinken oder blöde zwitschernde Töne sollen mich dabei ablenken.

Macht Ihr mit und verschickt handgeschriebene Post? Nehmt Euch doch mal die Zeit und macht einem Menschen, den Ihr gerne habt, eine unerwartete Freude, dass nicht nur Rechnungen und Werbung im Briefkasten liegen, sondern ein ganz persönlicher Gruß von Euch.

Falls Ihr keine Karte zur Hand habt, könnt Ihr Euch hier eine HOUSEPOST herunterladen. Und falls Ihr zu Eurem Brief oder Eurer Karte noch die Bratapfelmarmelade verschenken möchtet, gibt’s hier das Etikett dazu.

Wie die Marmelade gemacht wird seht Ihr hier:

5.0 from 8 reviews
Bratapfelmarmelade
 
Author:
Ingredients
  • 1 kg säuerliche Äpfel
  • 50 g Rosinen
  • 50 g Mandel(n), gehobelt
  • 100 ml Apfelsaft
  • 3 EL Zitronensaft
  • 500 g Gelierzucker, 2:1
  • ½ TL Zimt
  • 1 Vanilleschote(n), das Mark
Instructions
  1. Die geschälten Äpfel in kleine Würfel schneiden und mit den Rosinen, dem Apfelsaft und der ausgekratzten Vanilleschote weichkochen. (die Vanilleschote mit kochen)
  2. Die Mandeln in der Pfanne anrösten.
  3. Die Vanilleschote entfernen.
  4. Den Zimt, die Mandeln und den Zitronensaft unterrühren.
  5. Danach den Gelierzucker dazu geben und für ca. 4 Minuten sprudelnd aufkochen.
  6. Alles in heiß ausgespülte Gläser füllen.

Falls ich Euch auch mal ein paar ganz persönliche Zeilen per Hand schreiben soll, sagt mir unter mail@houseno15.de Bescheid, gebt mir Eure Adresse und schon ganz bald flattert eine kleine Housepost zu Euch in den Briefkasten.

Ich nehme mir jetzt mal 2 Stunden ganz bewusste Zeit und bin dann jetzt mal offline.

Eure

Tanja

aus dem House No.15

P.S: Dieser Beitrag entstand übrigens NICHT mit freundlicher Unterstützung diverser Brieftransport-Unternehmen! Meine Briefmarken kaufe ich mir nämlich immer selbst…am Schalter…in meiner kleinen Provinz-Poststelle…bei einer sehr netten Dame….die es verdient hätte auch mal Post zu bekommen.

Falls Ihr noch Lust auf weitere tolle Rezepte für den Herbst habt, schaut unbedingt mal hier in dieses wunderschön gestaltete Online-Magazin von Dorit Schmitt. Dort erscheint dann auch ab November in der neuen Ausgabe meine Bratapfel-Marmelade.

 

 

Olivenöl-Trüffel-Praline

{…oder die ewige Frage: „Passt das zusammen?“…}

Olivenölpralinen1.1

Irgendwie ist das ganze Leben ein großes Memoryspiel.
Ständig stellt man sich die Frage: „Passt das zusammen?“
Morgens geht das Suchspiel schon in die erste Runde. Passt der rote Pulli zur gelben Hose? Passt die braune Tasche zu den blauen Schuhen?
Am Abend ein ähnliches Schauspiel in derselben Kulisse. Passt das kleine Schwarze oder eher Jeans und Bluse zu dem Anlass der Party? Oh man… ich weiß das sind eindeutig Frauenprobleme.

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Aber nicht nur das weibliche Geschlecht hat Probleme etwas Passendes zu finden.
Meine Freundin Claudia recherchiert gerade für Ihre Doktorarbeit das Thema „Partnersuche im Internet“. Natürlich muss sie dafür im Selbstversuch diverse Plattformen testen und hat sich demnach bei einigen Anbietern angemeldet. Da sie tatsächlich ein Single-Dasein fristet (was sie nach eigener Aussage ziemlich genießt) gibt es also auch keine Eifersuchtsdramen im häuslichen Umfeld. Nach der erfolgreichen Registrierung und Sofortüberweisung der anfallenden Gebühren geht es dann auch schon gleich los. Und das tollste…Ich sitze immer live daneben.
Am lustigsten finde ich ja das Ausdenken der Nicknamen und die Beschreibung der eigenen Person, bei der ich ganz hochoffiziell Ghostwriter sein darf. Und Freunde, ich sage Euch: wenn die richtigen Getränke am Start sind, hat Claudia auf einmal Fähigkeiten und Hobbies, die selbst den uninteressiertesten Stubenhocker aufhorchen lassen. Natürlich haben wir pro Partnerportal ganz verschiedene Charaktere erschaffen, der Test musste ja schließlich vielschichtig sein.
Meine Freundin leidet, seit dem ich sie kenne, unter Höhenangt. Jetzt ganz im Ernst! Aber so ganz heimlich über Nacht hat sie auf einmal so aufregende Hobbies wie „Segelfliegen“, „Bungeejumping“ und Fallschirmspringen. In einem anderen Portal liebt sie es stundelang im Garten zu wurschteln, obwohl sie im 8. Stock eines Hochhauses in der City wohnt, in dem man die Balkone von innen grün angestrichen hat, damit man wenigstens einen Mü das Feeling hat, dass man sich tatsächlich draußen befindet. Selbst der Basilikum auf dem Küchenfensterbrett lebt bei Claudia meist nicht länger als 4 Tage.
Und seit dieser Paarsuch-Aktion hat meine Freundin schon so oft den Job gewechselt, wie andere Leute Ihre Schlüpfer. Von A wie Astrologin und Arbeitssuchende bis zu Z wie Zahnärztin, über F wie Fleischereifachangestellte und selbständige Fußpflege. Ja ja, so vielschichtig ist die Gute! Wobei es einem ja freigestellt ist, ob man den Beruf angibt. Alles eine ziemlich spannende Sache und für unsere Lachmuskeln das beste Training überhaupt.

Aber mal ehrlich: Heutzutage ist ja die Partnersuche im Netz gar nicht mehr wegzudenken. Während der frühe Neandertaler noch den Baum mit seinem Duftstoff markierte, muss der heutige Homosapiens bestenfalls im Zweifinger-Suchsystem halbwegs kreativ ein Benutzerprofil erstellen und schon hat man die Chance den Partner fürs Leben zu finden. Zumindest angenehmer und bequemer als an einem markierten Baumstamm zu schnuppern. Aber letztlich geht es doch immer nur um das zentrale Thema „Wer passt zu mir?“. Oder besser gesagt, wieviel Prozent Übereinstimmung werden vom Computer errechnet.
Nachdem Claudia dann ihre ersten Anfragen bekommen hatte, druckten wir alle Profilbilder im quadratisch-praktischen-Instagramformat in doppelter Ausführung auf dickerem Papier aus und trafen uns an einem weiteren Abend bei zwei weiteren Flaschen Rotwein, um „Kerle-Memory“ zu spielen. Die Idee dahinter war, dass das erste aufgedeckte Pärchen auch gleichzeit ihr erstes Date werden würde. Das große Los fiel auf Ansgar, der in seiner eigenen Beschreibung gerne zu Hause DVDs schaut, klassische bis moderne Musik hört (was bedeutet bitte modern?), sammelt alte Autozeitschriften und singt einmal in der Woche im Gesangsverein. Sorry Claudia, ich konnte doch nix dafür, dass ich ausgerechnet den „spannendsten“ von allen aufgedeckt habe. Optisch konnte Ansgar allerdings in der ganz oberen Liga mithalten. Und da haben wir es wieder… Wie passt so ein gottgeschaffenes optisches Wunderwerk (ooookeeee…ich übertreibe ein wenig) mit diesen Hobbies überein? Aber genau das ist es ja, was das Leben so spannend macht. Für eine andere Claudia (oder Carina, Mechthild, Silvia), irgendwo da draußen in der Welt, wäre so ein Ansgar der Held ihrer schlaflosen Nächte. Im Schlafzimmer würden die DVDs in Dauerschleife laufen, während er ihr verliebt ein Lied in D-Moll trällert und sie gemeinsam seine Autozeitschriften archivieren. Irgendwie und irgendwo gibt‘s immer das Passende. Man muss eben nur das passende Puzzleteil aufspüren, oder die richtige Memorykarte rumdrehen.

Olivenölpralinen5.1

Natürlich ist ja auch immer alles eine Frage des Geschmacks. Mag man es, bzw. „passt es einem“? Sei es bei Menschen, Farben, Muster, Kleidung, Gerüche, Musik oder aber natürlich beim Essen.
Beim Essen liegt der Spagat zwischen lecker und wääääh zumindest bei ungewöhnlichen Kombinationen sehr weit auseinander. Der Experimentierfreudige sagt: „Das könnte passen!“ Der Ängstliche denkt: „Igitt das passt doch niemals zusammen“ und steckt sich wieder eine Gabel voll althergebrachtes Wiener Schnitzel in den Mund.
Zu welcher Kategorie Ihr bei meinem heutigen Rezept gehört wird sich gleich weisen. Denn heute gibt es housegemachtes Trüffelkonfekt mit Ölivenöl und Fleur de Sel. Meine Meinung: DAS PASST! Aber sowas von perfekt!!!

Olivenölpralinen6.2

Allerdings muss ich eine kurze Einschränkung hinzufügen: es schmeckt wirklich nur, wenn Ihr bestes Olivenöl verwendet. Und natürlich beste Schokolade (aber das versteht sich bei Trüffel ja von selbst!).
Mein Olivenöl hat mir der liebe Rudi Braun von Antikleia geschenkt und ich bin sowas von beeindruckt von dieser coolen Flasche. Das Öl ist nicht nur ein Hingucker in der Küche, sondern auch im Geschmack erstklassig. Mein Olivenöl No.1!
Solltet Ihr also Lust auf bestes griechisches Olivenöl haben, schaut unbedingt hier vorbei!

Olivenölpralinen9.1

Seid auf jeden Fall mutig und experimentierfreudig und probiert diese Kombination von zartschmelzender Schokolade, kräftigem Olivenöl und einem Hauch Salz aus. Es lohnt sich und PASST!

5.0 from 7 reviews
Olivenöl-Trüffel-Praline
 
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Ingredients
  • 175 g Sahne
  • 30 g Honig
  • 200 g beste dunkle Kuvertüre (70 %), gehackt
  • 200 g beste Vollmilchkuvertüre, gehackt
  • 100 ml kräftiges Olivenöl
  • Fleur de Sel
  • etwas Öl für die Form
Instructions
  1. Die Sahne und Honig aufkochen, den Topf vom Herd nehmen und beide Kuvertüresorten in der heißen Sahne schmelzen lassen.
  2. Das Olivenöl zugießen und alles mit einem Kochlöffel glatt rühren.
  3. En wenig Fleur de Sel unterrühren (ganz nach Geschmack)
  4. Eine rechteckige Form (30 x 21 cm) leicht ölen und mit Frischhaltefolie auslegen.
  5. Die Ganache etwa 1 cm hoch einfüllen und die Form über Nacht kühlstellen.
  6. Am nächsten Tag mit einem kleinen Löffel die festgewordene Ganache abstechen und in der Hand zu kleinen Kugeln rollen und wieder in den Kühlschrank stellen.
  7. Vor dem Servieren mit dunklem Kakaopulver bestreuen und nach Belieben noch etwas Fleur de Sel darüber geben.

Also ich habe den passenden Partner für meinen entspannten Nachmittagskaffee oder als Abschluss eines gelungenen Dinners in dieser schokoladigen-olivenöllastigen-Sünde gefunden.

Ich hoffe alle Eure Töpfe haben den passenden Deckel und Ihr seid Profi-Memory-Spieler!
Genießt das Wochenende!

Es grüßt Euch Eure

Tanja

aus dem House No.15

P.S. Claudia entschuldigt sich übrigens für die Schummelei zum Zwecke ihrer Doktorarbeit.

Kürbisquiche mit roten Zwiebeln

{…oder warum der Herbst und mein Bauchspeck dicke Freunde sind…}

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Gestern war noch Sommer…
Und gefühlt war es auch gestern, als ich den Plan hegte mich für den Sommer (Achtung jetzt kommt ein Modeausdruck der Fitnessindustrie) „in shape“ zu bringen. Der Plan stand schon länger, nur die Umsetzung wurde immer wieder nach hinten geschoben. Ich bin ja „in shape“, zumindest halsaufwärts, dachte ich mir. Alles was halsabwärts zu sehen ist, wird ja eh meist durch Klamotten verdeckt. Zumindest wenn die tägliche Tretmühle in Gang ist und man zur Arbeit muss. Und da ich nicht als Bademeister tätig bin, darf ich durchaus auch komplett angezogen morgens das House verlassen. Nach dem Duschen ist mein Spiegel grundsätzlich durch gefühlten 100 Grad heißen Wasserdampf beschlagen und das eigene Abbild wird ziemlich verzerrt dargestellt. Wassertropfen am Spiegel sind irgendwie figurschmeichelnd… bildete ich mir ein. Also gab es auch da nicht wirklich Hinweise auf etwaige Problemzonen.

So. Und dann kommt die Zeit des Jahres, auf die man sich am meisten freut. Urlaub. Entschleunigung vom Alltag. Fernweh. Wanderlust. Ich bin dann mal weg. In meinem Fall sogar Urlaub Teil2.

Doch kurz vorm Kofferpacken kommt dann die Erkenntnis. In ein paar Tagen wirst Du Dich nicht mehr hinter Deiner Alltagskluft verstecken können. Es sei denn, Du willst den Hitzetod sterben oder wie ein Außerirdischer zwischen all den leicht bekleideten Menschen im Urlaubsort herumrennen.
Also, habe ich mich in meinen Bikini gezwängt und mich mutig vor den Spiegel gestellt.
Die nächste Amtshandlung nach diesem Anblick: Vorhänge zuziehen! Willkommen in der Realität!
Da man in 4 Tagen unmöglich seinen Bauch- und Hüftumfang ohne chirurgischen Eingriff drastisch reduzieren kann, musste eine Alternative her. Schummel-Übungen so zu sagen…
Übung 1: Tief einatmen und dann den Bauch so gut wie möglich nach innen ziehen.
Mir glotzte ein unentspanntes Gesicht aus dem Spiegel entgegen.
Also direkt weiter zu Übung 2: Bauch einziehen und lächeln.
Nach ca. einer Minute, hatte ich einen Krampf im Gesicht und das Gefühl zu ersticken. Ach ja, atmen sollte man also auch noch.
Übung 3: Bauch einziehen, lächeln und flach durch die Nase atmen.
Nach ein paar Versuchen klappte das meiner Meinung ganz gut und ich fühlte mich bereit für die kommende Entschleunigung.

Vor Ort im Urlaub ist natürlich alles ganz anders. Da liegt man am ersten Tag am Strand und sieht aus wie ein Milchbrötchen-Rohling der gerade aus dem Gärautomaten gekommen ist. Auf der Nachbarliege räkelt sich eine braungebrannte Schönheit mit einem Bikini der das Wort Kleidungsstück eigentlich nicht verdient hätte, geht man davon aus, dass ein Kleidungsstück aus Textilmaterial gefertigt ist. Wo ich textiles Material an dieser Dame finden sollte, wusste ich nicht so genau. Ich beschloss einfach liegen zu bleiben. Dann verteilt sich alles zumindest gleichmäßig. Und ich begann tatsächlich zu entschleunigen. Leider nur genau bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich einen unbändigen Durst verspürte und gezwungen war, den Weg zur Strandbude zu beschreiten. Schreiten ist in diesem Fall vielleicht auch nicht ganz der richtige Ausdruck. Denn ganz in Gedanken an meine Übungen zu Hause vor dem Spiegel, setzte ich mich mit eingezogenem Bauch, lächelndem verkrampften Gesicht und durch die Nase atmend, stoisch geradeaus schauend, in Bewegung. Nach 15 Metern hatte ich den ersten Gesichtskrampf, nach 25 Metern die erste Atemnot und nach 35 Metern habe ich vor lauter Anspannung eine Sandburg von einem Kind plattgetreten, was mir finstere Blicke von den Eltern und lautes Geheule des Kindes einbrachte.
An der Strandbude angekommen hatte ich nicht nur das Bedürfnis nach kaltem Mineralwasser, sondern auch nach betäubendem Schnaps. Erschöpft musste ich mich erst einmal in einen der klebrigen Plastikstühle setzten und gründlich mein Urlaubskonzept überdenken. „Wo bitte ist es entschleunigend, wenn man permanent an seine Problemzonen denkt? “, grübelte ich. Währenddessen versuchte gerade eine Frau am Nachbartisch in zwei Anläufen von ihrem Stuhl aufzustehen. Ohne Scham wippte sie mit Schwung nach oben, während der gesamte Stuhl noch an ihrem Hinterteil klemmte und bat ihren Mann ihr behilflich zu sein. Dieser zog artig am Plastikstuhl, der sich mit einem unschönen Geräusch (schwitzender Hintern klebt an Plastik) von der Frau löste. Sie zupfte sich ihren etwas zu knappen Bikini zurecht und marschierte mit ihrem Mann Hand in Hand lächelnd in Richtung ihrer Liege. Ohne Baucheinziehen, ohne Gesichtskrampf, ohne Atemnot, wie mir schien. Einfach ganz entspannt und losgelöst von Zwängen an die Schönheitsideale der Hochglanz-Zeitschriften. Und Recht hatte sie (auch wenn ich den Anblick nicht unbedingt als Vorbild für mich nehmen wollte)!

Ab diesem Zeitpunkt war ich angekommen in meinem Urlaub. Ich habe 8 Tage nicht nur im Liegen verbracht, sondern auch aufrecht gesessen und dabei nicht überlegt, ob man eine Rolle am Bauch sieht. Bin entspannt zur Strandbude flaniert. Habe sogar die von mir plattgewalzte Sandburg mit dem Kind wieder aufgebaut und mit den Eltern diverse Cocktails vernichtet.
Und nun bin ich wieder zurück. Entschleunigt. Entspannt. Mit der Sehnsucht nach anhaltendem Sommer. Und sogar 2 Kilo leichter (keine Ahnung wie und warum).

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Aber ab heute ist ja offiziell Herbst und ich sitze wieder in meinen figurschmeichelnden Klamotten im kühlen, verregneten Deutschland und der Bikini ist ganz weit nach hinten in den Schrank gewandert. Nicht nur nach hinten im Schrank, sondern auch nach hinten in meinem Kopf. Irgendwann muss man ja auch mal wieder im Hier und Jetzt ankommen und Dinge so akzeptieren wie sie nun mal sind. Sommer ist vorbei-Herbst ist da. Basta!

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Und deshalb begrüße ich heute den Herbst zur Feier des Tages mit einer nicht ganz so kalorienreduzierten Kürbis-Quiche und freue mich auf lange Spaziergänge in bunten Wäldern, Abende vor dem Kamin und einfach auf eine gemütliche Zeit, in der man nicht an Baucheinziehen denkt (außer man sieht das Dilemma, wenn man gemütlich in der heißen Badewanne dümpelt).
Wenn Euch gerade Gemütlichkeit auch mehr bedeutet, als eine straffe Strandfigur, empfehle ich Euch diese Quiche wärmstens.

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4.8 from 6 reviews
Kürbisquiche mit roten Zwiebeln
 
Ingredients
  • Für den Teig:
  • 200 g Mehl
  • ½ TL Salz
  • 100 g Butter
  • 1 Ei
  • Für den Belag:
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 EL Rapsöl
  • 250 g Hokkaidofruchtfleisch klein gewürfelt
  • 150 g Weichkäse
  • 100 ml Sahne
  • 150 g Blauschimmelkäse (oder Ricotta)
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer
  • Thymian nach Belieben
Instructions
  1. Alle Teigzutaten rasch mit den Händen zu einem glatt Teig verkneten und ihn in Frischhaltefolie gewickelt für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  2. Während ihr die Zwiebenl schält und in feine Ringe schneidet und die kleinen Tarte-Förmchen ausbuttert, heizt ihr den Backofen auf 180 Grad Umluft vor.
  3. Die Zwiebeln in heißem Öl kurz anbraten und danach aus der Pfanne nehmen und auskühlen lassen.
  4. Jetzt werden die Kürbiswürfel für ca. 5 Minuten in der Zwiebelpfanne angebraten. Diese ebenfalls auskühlen lassen.
  5. Den Weichkäse in sehr kleine Würfel schneiden. Es empfiehlt sich hier, diesen kurz vor dem Schneiden für ca. 10 Minuten in den Tiefkühler zu legen, damit er sich besser würfeln lässt.
  6. Den Blauschimmelkäse (wer den nicht mag, kann auch Ricotta verwenden) mit Sahne pürieren und mit den verquirlten Eiern, sowie Pfeffer und Salz verrühren.
  7. Dann teilt ihr den Teig in vier gleich große Portionen und rollt diese jeweils zu einem Kreis mit einem etwas größeren Durchmesser Ihrer Form aus.
  8. Die Tarte-Förmchen mit dem Teig auskleiden und dabei einen Rand formen.
  9. Jetzt den Weichkäse auf dem Teig verteilen und mit dem Kürbis belegen.
  10. Dann die Eimasse darüber gießen und die Zwiebelscheiben gleichmäßig darauf verteilen.
  11. Im vorgeheizten Backofen für 25-30 Minuten goldbraun backen. Anschließend mit Thymian bestreuen.
  12. Die Tarte lässt sich gut vorbereiten und kann am nächsten Tag nochmal kurz aufgebacken werden. Ganz nach Belieben wird sie warm oder kalt serviert und ist ein schönes herbstliches Essen zu einem guten Glas Wein mit Freunden.

Euch allen einen schönen Start in den Herbst, ob mit oder ohne Polster am Bauch und an den Hüften!
Ihr seid toll, so wie Ihr seid!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Ricotta selbstgemacht

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Sonntag kurz vor 20 Uhr. Während die halbe Nation prall gefüllte Chips- und Nüsschen-Schüsseln vor den Fernseher schleppte und sich schon gedanklich auf den kommenden Tatort vorbereitete, stand sie vor ihrem Kleiderschrank und wühlte verzweifelt in dessen Inneren. Irgendwo musste es doch sein- ihr heißgeliebtes Lieblings-Sonntag-Abend-Fernseh-Outfit. Nein, sie gehörte nicht zu den knapp 10 Millionen aller Deutschen, die den letzten Tag, des sowieso immer viel zu kurzen Wochenendes, mit Leichen, Blut und polizeilichen Ermittlungen verbrachte. Sie reservierte diese kostbare Zeit am Sonntagabend ausschließlich für Casablanca. Sonntag, 20 Uhr war seit Ewigkeiten ihre Casablanca-Zeit. Sie wollte sich dem Melodram ganz und gar hingeben und stellte sogar eigens dafür die Klingel aus, über deren spontanes Big Ben-Läuten sie sich normaler Weise sehr freute. Und auch das Telefon, nebst Anrufbeantworter mussten für 1 Stunde und 42 Minuten verstummen.

Leicht zerzaust saß sie dann auch wahrhaftig um 20.03 Uhr auf ihrer knallgelben Couch. In ihrem Lieblings-Casablanca-Outfit. Ein zart rosafarbener Nicki-Hausanzug mit Snoopy-Aufnäher auf der linken Hosentasche.

Und als dann nach ewigen Minuten Filmlaufzeit endlich die Szene kommt, bei der Rick Ilsa zuprostet, sie anlächelt und mit seiner wundervollen Stimmte zu ihr herüber raunt: „Ich seh Dir in die Augen Kleines!“, klammerte sie sich seufzend an das Plüschherzkissen, das sie während des gesamten Films dicht an ihre Brust gedrückt hielt. Was würde sie darum geben, dass einmal ein Mann zu ihr diese Worte sagt und ihr dabei ganz tief in die Augen blickt. So tief, dass sie wahrscheinlich überlegen müsste, ob er sehen kann was sie den Tag über gegessen hatte. Erneut entwich ihr ein schmachtendes Geräusch.

An diesem Sonntagabend schaltete sie den Film vorzeitig vor dem Ende ab und ging ins Badezimmer.

Der große Spiegel war noch vom Vormieter zurückgelassen worden und hing nur aus Bequemlichkeit dort, denn sie brauchte eigentlich gar keinen so großen Spiegel. Doch an diesem Abend kam ihr der Spiegel gerade recht. Sie stellte sich ganz dicht davor und schaute sich tief in ihre eigenen Augen. So tief, dass sie mit Ihrer Nase an den Spiegel stieß und ein leichter Nasen-Fett-Stempel-Abdruck auf der Fläche zurückblieb. Irgendwie war das alles nicht zufriedenstellend. Ilsa hatte einen so wunderschönen Augenaufschlag in diesem Film, den musste sie üben. Doch zuvor brauchten ihre Augen eine ordentliche Ladung Wimperntusche. Sie stellte sich mit weit aufgerissenen dick getuschten Augen vor den Spiegel, wackelte ein wenig mit dem Kopf von rechts nach links, klimperte mit den Augen und hauchte ihrem Spiegelbild einen Kuss zu, während sie sich vorstellte, dass ihr nicht ein zuckerwatteähnlich aussehendes, verzaustes Etwas entgegenblickte, sondern Humphrey Bogart in seinen besten Jahren. Irgendwann bemerkte sie dann doch wie dämlich sie sich benahm und wollte nur noch eins…. weg vom Spiegel…weg mit der Wimperntusche an ihren Augen. Sie öffnete hektisch ihren Schrank, und holte zwischen leeren Zahnpastatuben, angestaubten Lockenwicklern, Nagelknipser und diversen Badezimmerutensilien aus der hintersten Ecke eine Flasche. Nachdem sich der kleine Wattebausch in ihrer Hand mit der Flüssigkeit vollgesogen hatte, rieb sie sich kräftig über die halbgeschlossenen Augenlieder. Kurz hielt sie inne und wunderte sich über den scharfen Geruch. Keine halbe Sekunde später setzte es ein. Das grauenvolle Brennen in ihren Augen. Die Tränen liefen ihr über das Gesicht, während sie panisch versuchte sich literweise klares Wasser in die Augen zu spülen. Mit zusammengekniffenen Augen schielte sie auf die kleine Flasche neben sich auf dem Waschbeckenrand und konnte durch einen dicken Schleier schemenhaft das Wort >> Nagellackentferner<< lesen…. Die kleine Flasche flog mit einem lauten Knall in den Schrank, während etwas anderes unsanft vor Ihren Füßen auf dem Boden landete und sich eine ölige Schicht unter ihren Fußsohlen ausbreitete. >>Augen-Make-up-Entferner, ölhaltig, auch für wasserfeste Mascara geeignet, augenärztlich geprüft<< zeichnete sich langsam vor ihrem Auge ab. (…)

Ricotta2.1

Danke dass Ihr bis hierhin tapfer gelesen habt…denn jetzt kommt der eigentliche Clou an der ganzen Sache:

Der nächste Morgen begann wieder vor besagtem Spiegel. Humphrey Bogart hätte wahrscheinlich 100 Ansätze gebraucht seinen „Ich seh Dir in die Augen Kleines!“-Satz über die Lippen zu bringen, denn außer Sehschlitzen gab es quasi keine Augen zu sehen, in die man hätte tief blicken können.

Sie tastete sich in die Küche und öffnete den Kühlschrank, dankbar dafür, dass irgendein schlauer Mensch daran gedacht hatte ein Licht in diese Erfindung zu integrieren. Zum Glück hatte sie vor ein paar Tagen Ricotta selbst gemacht- eigentlich um daraus einen Kuchen zu backen. Aber da ja auch Quark bei geschwollenen Augen helfen soll, warum also nicht auch Ricotta.

Und während sie sich großzügig die weiße kalte Masse auf den Augenliedern verrieb, dachte sie an Humphrey der ihr leise ins Ohr flüsterte: „Ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!“

Solltet ihr also auch mal an geschwollenen Augen leiden, ist Ricotta sehr zu empfehlen. Ach ja, übrigens zum Kochen und Backen auch! Also immer einen kleinen Vorrat im Kühlschrank lagern! Man weiß ja nicht wer einem mal so richtig richtig tief in die Augen blickt. Und vielleicht danach noch zum Essen bleibt…oder so…

Ricotta3.1

So wird’s gemacht:

5.0 from 5 reviews
Ricotta selbstgemacht
 
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Ingredients
  • 1 l Frisch-Milch 3,5 %
  • 50 ml Sahne
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Zitronensaft
  • Mull- oder Passiertuch
Instructions
  1. Zuerst die Milch und die Sahne mit dem Salz in einen Topf geben und aufkochen.
  2. Wenn die Milch kocht, sie vom Herd ziehen und mit dem Zitronensaft vorsichtig verrühren.
  3. Den Topf bei niedriger stufe wieder auf den Herd setztn und ohne rühren erwärmen.
  4. Jetzt erneut vom Herd nehmen und 10 Minuten ruhen lassen. Die Masse wird klumpig.
  5. Ein Sieb über einen ausreichend großen Topf stellen und dieses mit dem Passiertuch auskleiden.
  6. Die Milchmasse vorsichtig durch das Tuch abgießen und gut abtropfen lassen.
  7. Eventuell die restliche Flüssigkeit mit den Händen auspressen. Achtun zu Anfang ist es noch sehr heiß!

Übrigens: Die Personen und die Handlung dieses Beitrags sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig… In Wahrheit brauchte ich eigentlich nur einen Aufhänger Euch das Ricotta Rezept zu präsentieren, denn mit dieser Zutat wird es in Kürze einige Gerichte hier geben.

Ich hoffe Ihr habt alle einen Menschen an Eurer Seite, der Euch tief in die Augen schaut und dabei Geschichten erzählt ohne zu sprechen.

Eure

Tanja

aus dem House No.15

(ich räume jetzt mal prophylaktisch meinen Badezimmerschrank auf und stelle den Nagellackentferner ganz weit weg…)

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