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Mango-Süßkartoffel-Suppe mit Chilipopcorn

{…dieses Ding mit Facebook und die Frage „Hast Du Lust auf poppen?“}

Mango Süßkartoffel-Suppe

Wie wahrscheinlich Millionen von anderen Menschen auf dem Planeten beginnt mein Tag neben einem starken doppelten Espresso mit dem Blick auf Facebook.
Was ist so passiert in den letzten Stunden, in denen man mal nicht auf den Handybildschirm oder Rechner geschaut und einfach mal selig geträumt hat.

Es gibt tatsächlich immer noch Menschen die noch nicht bei Facebook sind.
Ich gestehe, ich bin oftmals neidisch, dass es Leute schaffen sich gegen dieses ganze Social Media Gedöns so standhaft zu wehren. Ich bin zu schwach dazu.
Dafür bekomme ich jetzt tagtäglich Informationen von Menschen, die man eigentlich nicht kennt und deren Tagesabläufe einen nicht unbedingt interessieren. Aber der Mensch ist ja ein Voyeurist und so habe ich mir abgewöhnt mich über geposteten Krankheiten und Mitleidsaufrufe aufzuregen. Ich weiß mittlerweile wann eine alte Schulfreundin, die seit ein paar Jahren in Südafrika wohnt, Pause macht, um einen Apfel zu essen. Die dicken Kinder einer früheren Nachbarin lassen meinen Bildschirm manchmal fast platzen und dass der Hund von Herr XY gerade Durchfall hat ist auch eine Information, die ich nicht zum Überleben brauche. Aber irgendwie geht es trotzdem nicht ohne.

Plötzlich hat man 1000 Freunde.

Plötzlich hat man 1000 Freunde. Hallo? 1000!
Was wäre, wenn man mal einen virtuellen Freund wie einen echten Freund behandeln würde? Ich könnte zum Beispiel am Samstag mal bei Benjamin aus Bielefeld klingeln und mir einen Rasenmäher ausleihen und dann auch noch ungefragt zum Essen bleiben, weil ich am Abend nichts Besseres zu tun habe. So wie man das bei einem echten Freund auch machen würde. Ich könnte mich auch mal darüber beschweren, dass keiner mit Kuchen an meinem Geburtstag vor der Tür stand. Oh Gott, nein besser nicht. Nachher macht das tatsächlich noch einer….

Popcorn

Facebook ist für viele eine kostenlose Kontaktbörse.

Zumindest benehmen sie sich so. Wem Parship und Co zu teuer ist, meldet sich bei Facebook an und belästigt völlig fremde Menschen mit geschriebenen Aufdringlichkeiten und Fotos über die ich jetzt hier gar nicht sprechen möchte. Zum Glück hat ja jeder noch die eigene Entscheidungsfreiheit wann man welche Nachricht öffnet und vor allem wem und ob man dann auch noch antwortet.
Wären die Menschen wenigsten halbwegs kreativ und würden nicht einfach plumpe Anmachsprüche raushauen, dann hätte das ganze ja eventuell einen gewissen Unterhaltungswert. Aber das macht ja kaum einer.
Wer verbirgt sich hinter solchen Nachrichten? Einsame Menschen, die sich abends nicht trauen an der Bar jemanden anzusprechen? Muss ja irgendwie so sein! Menschen die nur mit einer Papiertüte auf dem Kopf das Haus verlassen sollten? Bestimmt!
Gerade neulich habe ich mich mit FrauBpunkt darüber unterhalten, wie traurig es ist, dass die Anmach-Barkultur irgendwie so völlig ausgestorben ist. Früher ging man in eine Discotheke (heutzutage heißt das ja nur noch Club), stellte sich an die Bar, flirtete mit dem Barkeeper und trank sich einen. Irgendwann stand man nicht mehr alleine dort und wer wollte ging auch nicht alleine nach Hause. Man holte sich quasi früher die Dosis Selbstbestätigung am Tresen. Und heute? Heute ist man wer, wenn man viele Facebookfreunde und Follower auf allen Sozialen Kanälen hat. Man datet sich ohne seine vier Wände zu verlassen. Solange der Akku durchhält, läuft es.
Eine geschrieben plumpe Anmache ist so schmackhaft wie warmes Bier mit Wodka gemischt. Nach dem ersten Schluck ist einem schlecht. Nach dem zweiten Schluck muss man muss sich übergeben.
Dann verlasse ich doch lieber mein Home-Zone, treffe wahrhaftig echte Menschen, die mir zumindest live in die Augen sehen. Auch wenn die Frage „Hast Du Lust auf Poppen?“ sehr direkt und vielleicht nur teilweise zielführend ist, so kommt sie dann doch von jemand, der Dir dabei nett zuzwinkert, sympatischer rüber, als wenn diese Nachricht mit einem Zunge raustreckenden Emoji auf Deinem Handy auf“poppt“.

Mango-Süsskartoffelsuppe

Echte soziale Kontakte sind zudem gesund.

Der Körper produziert schließlich nicht umsonst das Hormon Oxytocin, dass einen wichtigen Einfluss auf die sozialen Interaktionen nimmt und bei Berührung ausgeschüttet wird.
Wenn man also abends Schulter an Schulter mit seinen Kumpels ein Bier trinkt. Wenn man zu zweit und viel zu dünn angezogen auf einem Motorrad durch die Lande fährt und einem nichts anderes übrigbleibt, als sich an den Vordermann zu pressen. Wenn man sich einfach mal in den Arm nimmt.

So, jetzt mache ich mein Facebook-Fenster zu und freue mich auf meinen Freund, der heute Abend vorbeikommt. So ganz echt. Ein Mensch aus Fleisch und Blut.
Es wird nichts Digitales geben, keine Fotos von fremden Leuten, keine Geschichten aus fremden Leben.
Aber die Frage „Hast Du Lust auf Poppen?“ stelle ich ihm trotzdem. Die hat allerdings nur mit meiner Mango-Süßkartoffelsuppe zu tun, die ich heute Abend auf den Tisch bringe.
Denn ohne Chili-Popcorn ist die Suppe nur halb so gut….

4.8 from 5 reviews
Mango-Süßkartoffel-Suppe mit Chilipopcorn
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Recipe type: Suppe
Serves: 4
Ingredients
  • 500 g Süßkartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehe
  • 1 kleine Chili
  • 20 g Ingwer
  • 500 ml Kokosmilch
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Weißwein
  • 1 Mango
  • 1-3 EL Limettensaft
  • 2 EL neutrales Pflanzenöl
  • 2 EL Chiliöl
  • 30 g Popcorn-Mais
  • Salz, Pfeffer
Instructions
  1. Knoblauch, Ingwer und Zwiebel in feine Würfel schneiden und in heißem Öl anbraten. Süßkartoffeln schälen und würfeln und kurz mitdünsten.
  2. Mit Weißwein ablöschen und einreduzieren lassen.
  3. Kokosmilch und Brühe angießen und für 15 Min kochen lassen.
  4. Mango schälen,in Würfel schneiden und mit der klein geschnittenen Chili zur Suppe geben.
  5. Minuten kochen lassen und dann pürieren.
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. In einer Pfanne das Chilliöl erhitzen und den Mais dazu geben.
  8. Mit einem Deckel verschließen und warten bis alle Körner aufgepoppt sind.
  9. Mit Salz nachwürzen.
  10. Die Suppe in Schalen füllen und mit Chili-Popcorn anrichten.

Und wer lieber ne andere Suppe auslöffeln möchte, dem empfehle ich diese Pastinaken-Suppe mit Kokosschaum. Das wunderbare Chiliöl bekommt Ihr hier bei Antikleia.

In diesem Sinne, nutzt Eure freie Zeit für echte Menschen in Eurem Leben, dann klappt’s auch mit „allem anderen“ ;)

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Rosenkohl-Eintopf

{…Männerschnupfen und warum man alle(s) in einen Topf schmeißen kann…}

Rosenkohleintopf

Vor Kurzem erreichte mich mal wieder ein Ruf der Verzweiflung.
„Ich bin kraaaaahaaaaank! Komm her und pflege mich. Nein! Erschieß mich und erlöse mich von meinem Leiden… Bittäääähäääää!“
Die nasal klingende wimmernde Stimmte stammt von Bastian, einem alten Freund, der sich am anderen Ende des Hörers erst einmal kräftig die Nase schnäuzt.
„Ich weiß mir einfach nicht mehr zu helfen. Noch nie im meinem Leben habe ich mich so schlecht gefühlt! Du bist meine letzte Rettung!“ „Wo ist denn Nathalie?“ „Nathalie..?“ ein verächtliches Schnaufen kommt durch den Hörer „Die musste ja vor 2 Tagen unbedingt mit Ihren Mädels zum Skifahren nach Österreich aufbrechen, obwohl sie genau gesehen hat, dass es mir nicht gut geht!“
„Basti, Du hast lediglich einen Schnupfen, das wirst Du doch wohl alleine durchstehen!?“
„Verrecken werde ich! Jawohl! Und keiner bekommt es mit! Ich möchte übrigens Guns’n Roses auf meiner Beerdigung gespielt bekommen!“ Ich will gerade laut auflachen, als mir ein lauter Nieser die Ohrmuschel fast wegpustet.
„Kannst Du bitte bitte bitte vorbeikommen?“ „Also gut, ich komme…“
Wohlwissend, dass Bastian nichts im Kühlschrank hat, was auch nur annähernd gesund und heilungsfördernd wäre, habe ich kurzerhand noch den nächsten Supermarkt aufgesucht.

Rosenkohleintopf2

30 Minuten später öffnet mir eine undefinierbare Gestalt die Tür. Eine graue Jogginghose, die mehr Knie ausbeult als der Träger jemals haben wird, schlackert auf den Hüften. Ein löchriges altes Nirvana T-Shirt klebt spack über Bastians Bauchansatz und die Haare stehen wild in alle Richtungen. „Ich umarme Dich jetzt mal besser nicht. Ich will Dich ja nicht anstecken!“ Und schon schlurft der Patient ins Wohnzimmer und lässt sich wieder auf die Couch fallen. Der Wohnzimmerboden ist übersäht mit zusammengeknüllten Papiertaschentüchern. Dazwischen leere Bierdosen und Chipstüten.
„Basti, Du lässt Dich echt ganz schön hängen! Hier schaut es aus, als ob ein Messi auf Urlaub ist. Nathalie bekommt die Krise, wenn sie zurück kommt…“
„Tanja, Du hast doch keine Ahnung wie ich mich fühle! Ihr Frauen habt sowieso überhaupt keine Ahnung wie es ist, wenn Mann krank ist! Ihr seid ja immer so schöööön krank…“ „Äh…wie…? Schön krank? Was soll das denn bedeuten?“
„Stell Dir mal vor, man würde einen Raum mit einer Glasscheibe trennen. Rechts kranke Frauen, links kranke Männer. Was würdest Du sehen?“ Ich muss laut lachen. „Das kann ich Dir genau sagen: Auf der Seite der Männer türmen sich die Rotzfahnen rund ums Bett, die Körperhygiene wurde bis auf Weiteres eingestellt, es müffelt ziemlich auf Eurer Seite und ich hoffe, dass die Glasscheibe schalldicht ist, damit auf der anderen Seite das Gejammer nicht zu hören ist!“
„Wir sind eben so richtig krank!!! Und nicht nur so dekorativ angeschlagen…! Ihr Frauen tragt bei Erkältung schöne pastellfarbene Schals und dicke selbstgestrickte Socken, liegt mit einem Stapel kluger Zeitschriften und übereinandergeschlagenen Beinen immer noch hübsch anzusehen auf der Couch, der Raum duftet nach Pfefferminztee und die Nase putzt Ihr Euch im Flüstermodus, nachdem Ihr Euch ein Taschentuch aus einer mit Schmetterlingen bedruckten Pappbox gezogen habt. Ihr geht trotz Todes-Schnupfen ins Büro, presst Euch frische Säfte und Blumen werden Euch auch noch gebracht…“
Ich sehe Bastian mit offenem Mund an. „Und Euch bringt eine Erkältung quasi zu einer Nahtoderfahrung. Euer Körper erleidet nach Eurer Meinung einen Totalschaden. Ihr seid nicht krank- Ihr seid verwundet. Im Stillen bettelt Ihr um den Fichtensarg… Ok. Streich im Stillen!“
„Stimmt!“ antwortet der Verwundete mir gegenüber. „Ich verstehe auch nicht, warum es noch keine speziellen Erkältungsmedikamente für Männer gibt. Ich weiß auch genau wie die Fernsehwerbung dafür aussehen würde: Man sieht einen Schützengraben irgendwo in der Einöde. Ein Kugelhagel ist zu hören. Ein Soldat geht zu Boden. Dann ruft einer der Soldaten: „John, lass den Typen liegen- er hat nur einen Bauchschuss… Hier hat einer eine verdammte Männer-Erkältung, der muss zuerst zum Sanitäter!“ Das würde genau DIE Zielgruppe ansprechen.“
Ich muss laut lachen. „Was bin ich froh, dass Männer keine Kinder kriegen können. Ihr würdet beim ersten Stammtisch nach dem Höllenereignis mit der Größe des Dammschnitts prahlen und jeder hat mindestens 34 Stunden in den Wehen gelegen, um dann doch mit einem Kaiserschnitt vom Hals bis zu den Oberschenkeln aufgeschnitten zu werden. Narbenzeigen inklusive…“

Rosenkohleintopf3

„Ich wäre auch gerne mal krank wie eine Frau…“, kommt die leise nasale Stimme von Bastian.
„Ok. Kein Problem. Ich mache Dir jetzt einen gesunden Rosenkohleintopf und während der kocht, schauen wir alte Folgen von „Sex in the city“ an und ich bemale Dir Deine Zehennägel. Das würden Frauen nämlich jetzt tun. Du musst nicht sterben- ich bin ja bei Dir. Und Dein Bild erscheint auch nicht bei Wikipedia unter dem Suchbegriff „Selbstmitleid“ und „Heulboje“. Versprochen! Es ist wirklich nur ein Schnupfen, Basti!“
Er lächelt mich an und sagt: „Ich weiß. Schön dass Du da bist!“ Und schon kuschelt er sich in seine Kissen-Taschentuch-Burg auf der Couch und seufzt zufrieden.
Irgendwie sind sie doch alle gleich….

Rosenkohleintopf4

Falls Ihr auch einen verwundeten halbtoten Mann mit Erkältung bei Euch rumliegen habt (soll ja in dieser Jahreszeit öfter mal vorkommen), gibt’s hier das Rezept für den „Schnell-Fitmacher-Rosenkohleintopf“:

5.0 from 1 reviews
Rosenkohl-Eintopf
 
Prep time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 2 Zwiebeln
  • 400 g Steckrübe
  • 600 g Rosenkohl
  • 2 Süßkartoffeln
  • 3 EL Öl
  • 600 g ausgelöstes Kasselerkotelett am Stück
  • 80 g Frühstücksspeck
  • 1,5 l Gemüsebrühe
  • Salz
  • Pfeffer
  • 4–5 Stiel(e) Majoran
  • 2 Lorbeerblätter
Instructions
  1. Die Zwiebeln schälen und würfeln, dann die Steckrübe in Scheiben schneiden, schälen und fein würfeln. Den Rosenkohl putzen, waschen und trocken tupfen und die Süßkartoffeln schälen und ebenfalls in Würfel schneiden.
  2. Jetzt das Fleisch waschen und mit dem Speck in Würfel schneiden.
  3. Das Öl in einem großen Topf erhitzen, Fleisch und Speck dazugeben und unter Wenden anbraten. Nun das Gemüse dazugeben, mit Brühe ablöschen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  4. Majoran waschen und trocken tupfen. Lorbeer und 3 Stiele Majoran zum Gemüse geben. Alles zugedeckt ca. 30 Minuten köcheln lassen.
  5. Vom restlichen Majoran Blättchen abzupfen und grob hacken.
  6. Den Eintopf mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Majoran bestreuen.

Kleine Info am Rande, warum Rosenkohl so gesund ist.:
Rosenkohl ist sehr reich an Zink und Vitamin C und wappnet unsere Abwehr gegen Keime und Krankheitserreger. Zudem  sorgen dieselben Vitalstoffe für heile Haut, gesundes Haar und straffes Bindegewebe. Aufgrund ihres hohen Vitamin-B-Gehalts sind die kleinen Gemüseknollen ideal geeignet zur Stressbewältigung und für stabile Nerven. Außerdem helfen sie bei Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Da Rosenkohl viel Kalium enthält, entwässert dies unseren Körper und entlastet auf diese Weise das ganze Herz-Kreislauf-System.

Rosenkohleintopf5

Ich hoffe die gefühlte männliche Sterberate in Euren vier Wänden ist nicht zu hoch und alle kommen unbeschadet aus diesem Tal der Qual heraus.

In diesem Sinne: haltet Euch warm, wascht Euch immer schön die Hände (die Viren lauern überall!) und besorgt genug Duftkerzen, um den eventuellen Krankenmief zu übertünchen.

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Pastinakensuppe mit Kokosschaum

(…oder über meine Erkenntnisse, dass ich Schrumpelknie habe…)

Pastinakensuppe_2

Ostern ist seit ein paar Tagen erfolgreich ad acta gelegt und nun warte ich sehnsüchtig darauf, dass endlich mal die Sonne scheint und die nicht gefundenen Schokoladeneier in der Wiese schmelzen. Damit ist die Gefahr, dass ich sie beim Rasenmähen finde und gierig in den Mund stopfe nämlich im Keim erstickt. In der Sonne geschmolzene Schokolade finde ich total eklig.

Der „Nachteil“ an Sonne und Wärme ist aber, dass man sich auch in der Klamottenwahl wieder völlig umstellen muss. Ab 18 Grad Außentemperatur sieht es einfach lächerlich aus, wenn man noch mit dickem Strickpulli umherläuft, nur weil er die Pfunde von Weihnachten und Ostern so schön wegschummelt. (Im Übrigen, finde ich, dass dieses Konzept nicht bei allen Menschen aufgeht… Zopf-Strick-Muster zum Beispiel befördert optisch sogar noch einige Kilos mehr auf den Leib, es sei denn man trägt Kleidergröße Zero…)

In dieser Woche traf ich mich mit einer Freundin zum After-Easter-Brunch. Ihre 15 jährige Tochter Kim saß mit uns am Tisch und irgendwann kam unweigerlich das Thema auf Klamotten und Modebewusstsein. Kim behauptete doch allen Ernstes, dass Ihre Mutter die am schlechtesten angezogene Mutter in Ihrer Klasse wäre, worauf mir fast mein Vollkornbrötchen im Hals hängen blieb. Daraufhin bekamen wir dann eine Einführung in die abstrakte Modewelt eines pubertierenden Teenagers, geprägt durch bildhafte Darstellungen von Instagram, Tumblr und Co und dem Satz: „Ihr habt ja noch nicht mal eine Jeans mit Löchern im Schrank!“ Zwei Flaschen Prosecco später, waren meine Freundin und ich davon überzeugt, dass wir echt im Mode-Aus geparkt haben.

Mit diesem Wissen bin ich dann nach House gefahren und habe mal einen intensiven Blick in meinen Kleiderschrank geworfen. Zugegeben…Spektakulär ist anders, aber zum Davonrennen fand ich es auch nicht. Ich sag mal so: ich sehe immer schwarz in meinem Kleiderschrank. Viel schwarz. Ich mag schwarz eben. Trotzdem hatte ich auf einmal das dringende Bedürfnis shoppen zu gehen.

Jetzt muss ich dazu sagen, dass ich (sehr frauenuntypisch) shoppen gehen hasse. Mag zum einen daran liegen, dass ich keine Standard-Norm-Körpergröße habe und gefühlt an alle Beine und Ärmel 15 cm drannähen könnte. Zum anderen finde ich Umkleidekabinen widerlich. Allein wenn ich den Vorhang zur Seite schiebe und mir ein Geruchsgemisch aus Parfum, Fuß- und Achselschweiß entgegenweht, könnte ich die Verkäuferin schon nach der Ausgabe von Kotztüten fragen. Noch dazu finde ich, dass das Licht und die Spiegel in diesen Zellen alles andere als vorteilhaft auf meine Figur und meinen Teint wirken.

Pastinakensuppe_1

Also entschloss ich mich, mich im Internet inspirieren zu lassen und ohne das House verlassen zu müssen shoppen zu gehen. (In außerklamottigen Angelegenheiten unterstütze ich übrigens immer den Einzelhandel!). Nachdem ich in der Rubrik Hosen fast ausschließlich verschlissene Modelle mit Löchern an den Knien und Abnutzungsstellen an den Oberschenkeln gefunden habe, war ich ganz von Kims Meinung überzeugt. Ich brauche auf jeden Fall eine Hose mit Löchern…!!! Und schon wanderte eine solche Hose (natürlich in schwarz) in den Onlinewarenkorb. Lieferzeit 1 Tag, was für mich als ungeduldiger Mensch wie Musik in meinen Ohren klang.

Und tatsächlich klingelte am nächsten Tag der Postbote und überreichte mir mein Paket. Wie gesagt kann ich nicht behaupten eine Stangengröße zu tragen, weshalb ich die Hose direkt mal in 3 verschiedenen Größen bestellt habe. In der Beschreibung stand ja, kostenlose Rückgabe…Perfekt also!

Die Ernüchterung siegte aber viel schneller, als geplant, über die Euphorie. Als ich vorm Spiegel stand und mich in perfektem Licht in meiner neuen völlig zerrissenen Hose (welch Ironie) betrachtete, grauste es mir. Kim hatte in ihrer Ausführung irgendwie nicht bedacht, dass der Altersunterschied zwischen Ihr und ihrer Mutter, bzw. mir, bei so guten 20 Jahre plus liegen. Natürlich ist 20 Jahre ältere Haut auch nicht mehr mit so viel Spannkraft besäht. Nein, auch nicht am Knie! Und genau diese Stelle stach mir, dank textilfreiem Anblick, bedingt durch das Loch in der Hose, ins Auge. Himmel…Ich habe Schrumpelknie!!! Wie ein schwarzer Bilderrahmen umrahmte der noch intakte Stoff der Hose meine unschöne Kniepartie, die mir vorher so nicht aufgefallen war. Ein Fall für den Schönheitschirurgen? Äh, nein! Eher ein Fall die Hose schnell auszuziehen, wieder einzupacken und zurückzuschicken. Und oh Wunder, als ich die Hose ausgezogen hatte, waren meine Schrumpelknie verschwunden. Alles glatt und wunderbar. Oder lag es daran, dass sie nun nicht mehr in Szene gesetzt waren??? Ganz egal, die Hose musste weg!

Ich war dennoch leicht gefrustet, dass die Zeit von trendigen teuren zerstörten Hosen wohl für mich vorbei ist. Naja, und gegen Frust hilft bei mir eines immer: Kochen und Essen.  Also auf zum Kühlschrank und erst mal inspizieren was sich so als Frustheilmittel anbot. Ganz hinten in der letzten Ecke erblickte ich dann etwas, was mich sehr stark an meine gerade gesehenen Knie erinnerte… „Ach herrje, die habe ich ja total vergessen!“ schoss es mir durch den Kopf. Drei leicht verschrumpelte Pastinaken schauten mich traurig an und schrien förmlich danach erlöst zu werden. In einem Wahn von „Was-koche-ich-alles-an-Ostern“ habe ich vor über einer Woche Pastinaken gekauft und die armen Dinger ganz einfach im Kühlschrank vergessen.

Pastinakensuppe_5

Noch mehr schrumpelige Anblicke konnte ich an diesem Tag wirklich nicht verkraften, weshalb ich die Pastinaken kurzerhand zu einer wunderbaren Suppe verarbeitet habe. (Mit meinen Knien konnte ich das ja schlecht machen *lach)

Ach und was war das Süppchen köstlich. Und tröstlich. Und wärmend. Und hat gar nicht verschrumpelt geschmeckt. Im Gegenteil, ich finde ja, dass das Pastinakenaroma sogar dadurch noch viel besser durchkam!

Und deshalb mein Fazit zu diesem Tag: Reife Früchte sehen vielleicht stellenweise nicht mehr so schön aus, aber sind auf jeden Fall besser als zu junges Gemüse!

Wer an Schrumpelknien leidet oder schrumpelige Pastinaken verwerten muss, hier das Rezept:

5.0 from 3 reviews
Pastinakensuppe mit Kokosschaum
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 50 g Schalotten
  • 150 g Kartoffeln
  • 600 g Pastinaken
  • 40 g Butter
  • 1,2 l Gemüsebrühe
  • 250 ml Schlagsahne
  • Salz
  • Muskat
  • Thymian
  • 1 El Öl
  • Pfeffer
  • 150 ml Kokosmilch (ungesüßt)
Instructions
  1. Die Schalotten fein würfeln.
  2. 150 g Kartoffeln und
 600 g Pastinaken schälen.
  3. Ca. 100g Pastinaken fein würfeln und beiseitestellen.
  4. Kartoffeln und restliche Pastinaken grob in Würfel schneiden.
  5. Die Butter in einem Topf zerlassen.
  6. Schalotten, grobe Pastinakenwürfel und Kartoffeln darin glasig andünsten.
  7. Mit 1,2 l Gemüsebrühe und 250 ml Schlagsahne auffüllen und zugedeckt aufkochen.
  8. Mit Salz und Muskat würzen. Offen weitere 20 Minuten kochen.
  9. Suppe mit dem Schneidstab fein pürieren und beiseite stellen.
  10. Das Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die restlichen Pastinaken darin 10 Minuten bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich sind.
  11. Die Kokosmilch in einem Topf kurz aufkochen und mit dem Pürrierstab gründlich aufschäumen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  12. Suppe erwärmen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit der Einlage und dem Kokosschaum in Tellern oder einer Tasse anrichten und mit Thymianblättchen bestreuen.

Pastinakensuppe_6

So, und jetzt wisst Ihr auch warum ich einen Food- und keinen Modeblog habe…!

Frühlingshafte Grüße an Euch!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

 

 

 

 

 

 

Vegane grüne Super-Suppe

{…anlässlich der Stilettos in da House-Premiere und weil es bei kränkelnden Kerlen hilft…}

Stilettos in da House_grün1

*Trommelwirbel*
Ich bin ja sooo aufgeregt, denn heute startet etwas Neues hier im House. Um genau zu sein: „Stilettos in da House“ geht heute an den Start und ich freue mich wie ein Schnitzel, dass Katja von Stilettos & Sprouts jetzt hier mit mir in regelmäßigen Abständen ein Ding zusammen dreht.

Vor knapp zwei Wochen bin ich nämlich mal hier aus meinem Wald rausgefahren, um dann 100 km weiter in einem neuen Wald einzukehren. Raus aus dem Taunus, rein in den Odenwald. Und das alles so ganz ohne Plan wo ich da hinkomme….denn Katja und ich kannten uns ausschließlich über das Internet, sprich über das Bloggen, bzw. die moderne getippte Schnell-Kommunikation des Handys. Blinddate nennt man das auch in der Fachsprache…Und ich kann Euch sagen, ich war vor Aufregung auch wirklich fast „Blind“. Ein Hoch auf die Deoindustrie, die mit 24 Std Haltbarkeit wirbt. Hat prima geklappt…neee hat‘s nicht! Ich habe 4 Mal nachgesprüht und dabei jedes Mal Angst gehabt, dass mein Auto in die Luft fliegt (soll man ja nicht in kleinen engen Räumen verwenden, steht hinten auf der Dose). Das Lenkrad hat von meinen Händen schweißnass geglänzt und der Sitz unter meinem Allerwertesten war ohne Sitzheizung so warm, als hätte ich vorher eine Kaffeefahrt mit Heizdeckenverkauf überfallen und mir alle Decken auf einmal unter den Hintern geschoben. Und nein, ich habe mich nicht vor Aufregung vollgepi… ach, lassen wir das!

Egal. Ich kam bei Katja an und alles war wunderbar! Die Achseln trockneten wieder, die hektischen Flecken waren aus dem Gesicht verschwunden, die Hände wieder einsetzbar. Das Wochenende in den mir bislang unbekannten Baumreihen des Odenwalds war grandios und Katja und ich hatten einen Megaspaß, was nicht minder daran lag, dass ich hier auf eine äußerst lustige, offene und total liebenswerte Person getroffen bin und von Fremdsein nichts zu spüren war. Hach was war es schön! Und was passiert wohl noch, wenn sich Waldbewohnerin A mit Waldewohnerin B trifft?

    1. Es entsteht eine wunderbare Schnittmenge AB
    2. Es wird höllenmäßig feucht-fröhlich
    3. Es wird ungemein kreativ

Und wenn zwei kreative Köpfe die selbigen zusammen in ein Weinglas halten, entstehen die besten Ideen, oder Katja? ;) Und deshalb dürft Ihr heute live bei der Premiere von Stilettos in da House dabei sein. Eine gemeinsame Aktion, an dem Katja und ich Euch am selben Tag ein Gericht zu unserem Thema präsentieren. Nach Gemüse- und Obstsorten kochen und backen kann ja jeder… Unser Thema bei Stilettos in da House: Kochen und backen nach Farben.

Gestartet wird heute mit der Farbe GRÜN.

grüne Suppe2.1

Habt ihr mal nach draußen geschaut? Gerade war noch alles grün und seit gestern hat sich eine weiße Puderzuckerschicht über die Bäume gelegt (zumindes hier in meinem Taunus-Wald). Hallo?! Es ist Oktober und gedanklich liege ich eigentlich noch in einem Hauch von Nix am Strand. In der Realtität laufe ich mit dicken Socken und Schal um den Hals herum, staple Schichten von T-Shirts und Pullis übereinander (Zwiebellook), um bei aufkommender Wärme wieder etwas ablegen zu können.

Den Schal nutze ich als aktive Abwehrwaffe gegen herumfliegende Keime und Viren meiner Umwelt. Irgendwie hustet, prustet und niest ja gerade jeder um mich herum. Und wenn man es, wie ich, nicht immer in einem Bruchteil der Sekunde schafft, sich vor dem Sprühnebel des niesenden Vordermanns auf der Rolltreppe oder wo auch immer zu ducken, hat man echt schlechte Karten. Also hülle ich mich in meinen Lieblingsschal, und erwecke wahrscheinlich für unwissende Außenstehende den Eindruck, als ob ich mich gerade darin übe eine Burka zu tragen. Meine Schal-Burka ist einfach fantastisch und da auch immer mal ein Brötchen unter diesem deckengleichen Woll-Accessoire verspeist wird, kann es durchaus sein, dass ich zwei Tage später immer noch einen kleinen Rest-Brötchen-Snack dort finde. Das ist sehr praktisch für den spontanen kleinen Hunger zwischendurch, wenn nicht gerade Leberwurst auf dem Brötchen war und ein Stück des selbigen wie eine Brosche an meiner Brust klebt. Kam alles schon vor.

grüne Suppe1.1

Jeder hat ja so sein Allheilmittel, wenn dann doch die fiese Erkältung zugeschlagen hat und Kopf, Hals und die Knochen schmerzen, die Nase undefinierbares Sekret absondert und die Lungen klingen, als würde man Topfschlagen beim Husten auf ihnen spielen. Ganz besonders bemittleidenswert sind ja die Herren der Schöpfung im Krankheitsfall. Sorry liebe Kerle da draußen, aber das musste ich jetzt einfach sagen. Und neeeeeeiiin, Ihr seid da ja ganz anders! Aber es gibt sie tatsächlich…solche Ausnahme-Kandidaten, wie z.B. ein sehr sehr guter Freund von mir zeigt.

Anstatt wie manch anderer mit leidendem Blick und schlurfendem, schleppenden Gang nach der Krankenschwester zu rufen, zwingt er sich an die frische Luft und besorgt sich ein Suppenhuhn, um sich selbst(!!!) eine Hühnersuppe zu kochen. Bisher habe ich noch kein: “Schatz, könntest Du mir mal das Kissen aufschütteln?!“ oder „Schatz, ein Tee wäre schön, ich bin doch so schlapp!“ oder gar ein „Schatz, so krank war ich schon lange nicht mehr- fühl mal, hab ich Fieber?“ gehört. Er schlürft tapfer abends seine selbst gekochte Hühnersuppe, wechselt 2 Mal in der Nacht die Klamotten und ist morgens wieder fit wie ein Turnschuh (nach eigener Aussage). Scheint also zu helfen, dieses Hühnersuppen-Ding!

grüne suppe5.1

Ich muss ja gestehen, dass ich nicht ganz so sehr der Hühnersuppen-Fan bin und habe mir mal eine Alternative überlegt. Und die ist GRÜN, um auch mal wieder den Bogen zum eigentlichen Thema zurück zu spannen. Und gesund. Und vegetarisch. Und sogar vegan. Und beinhaltet zudem eine tolle Superfood-Zutat (->Chiasamen). Nur einen Namen habe ich für diese sensationelle Suppe noch nicht gefunden. Es ist einfach eine Grüne Super-Suppe.

grüne Suppe_chiasamen

Mittlerweile kann man ja überall nachlesen, dass grünes Obst und Gemüse grandiose natürliche Vitalstoffbomben sind. Und genau deshalb wirkt meine Super-Suppe bestimmt auch bei Erkältung, Reizhusten, Wadenkrämpfen, Herzklopfen, Kater, Sehnsucht, Pickeln, öh…was noch? Egal, ich bin überzeugt, dass diese Suppe für ALLES gut ist und sei es nur einem kranken Mann einen Liebes-Krankenschwesterdienst zu erweisen und ihn darin zu bestätigen, dass er eigentlich reif für’s Notschlachten wäre, sooo krank wie er sei.

Falls Ihr also auch so einen Patienten zu Hause rumliegen habt, oder Euch vielleicht selbst nicht so ganz auf der Höhe fühlt, kann ich Euch dieses House-Mittel nur wärmstens empfehlen. Ich habe mir gleich einen riesen Topf voll gekocht und ein paar Portionen eingefroren. Man kann ja nie wissen, wer mal hier todkrank im House aufschlägt und direkt in Pflegestufe 3 eingestuft werden muss ;)

5.0 from 6 reviews
Vegane grüne Super-Suppe
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 800 g Broccoli-Röschen
  • 500 g TK-Erbsen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 1 Liter Kokosnusswasser
  • 100 g Mandeln fein gemahlen
  • 50 g Chiasamen plus extra zum Servieren
  • 50 g Wasserkresse
  • 1 TL Olivenöl
  • Meersalz und frisch gemahlenen Pfeffer
Instructions
  1. Erhitze das Öl in einem Topf und lasse die gewürfelte Zwiebel und den Knoblauch darin glasig werden.
  2. In der Zwischenzeit schneidest Du den Strunk des Broccolis in kleine feine Streifen und hackst die Röschen klein.
  3. Gib die Strunke, die Gemüsebrühe und das Kokosnusswasser zu den Zwiebeln und dem Knoblauch und lasse alles für 8-10 Minuten köcheln.
  4. Dann gib die Broccoli-Röschen, die Erbsen, Chiasamen und Mandeln hinzu und koche alles für weitere 5 Minuten.
  5. Nimm den Topf vom Herd und gib die Wasserkresse hinzu und püriere alles.
  6. Ich mag es, wenn es nicht zu fein püriert ist, aber das ist Geschmackssache.
  7. Würze eventuell mit Salz und Pfeffer nach und streue vor demServieren noch einige Chiasamen auf die Suppe und garniere alles mit Wasserkresse aus.

Stilettos in da House_grün2

Und wer nicht so der Suppen-Kasper ist, der springt ganz schnell zu Katja rüber, die mit Ihrem grünen Grilled-Cheese-Avocado-Ziegenkäse-Sandwich mit selbstgemachtem Pesto echt in meiner Geschmacks-Liga voll den Vogel abgeschossen hat. Avocado, Mozzarella, Ziegenkäse, Babyspinat, Brot, Pesto…alles dabei was ich liebe. Wer ihren Blog nicht besucht, verpasst echt was! Sehr schön. Sehr lustig. Sehr Katja! ♥

Bleibt gesund and go green!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

P.S. Dieses Rezept erschien auch hier auf Seite 45  in dem schönen Onlinemagazin Aromenspiele „Frühlingsküche“

Kalte Gurken-Kefir-Suppe

Kalte Gurkensuppe6

Ausgeruht, tiefenentspannt und mit 2 Kilo mehr auf den Rippen bin ich wieder aus meinem Lieblingsland Italien zurück. Woher die zwei Kilo mehr kommen, könnt Ihr Euch sicher denken, denn die Kohlenhydratverlockungen sind dort einfach viel zu groß, um sich in Verzicht zu üben.
Verbindet Ihr auch immer Erinnerungen aus dem Urlaub mit gewissem Essen? Ich mache das definitiv. Wer jetzt hier aber einen Teller Pasta oder Pizza erwartet täuscht sich. Eine der lustigsten Begebenheit in diesem Jahr verbinde ich nämlich mit Kalter Gurken-Kefir-Suppe. Völlig italien-untypisch. Aber egal! Das alles kam so…

Kalte Gurkensuppe5

„Nathalie-Simoneeee….!“ schallt es von der einen Seite des Pools zu mir herüber. „Koohommm jetscht ausm Wasser! Du bischt schon übaaa 20 Minuten da drin!“ Ich schaue irritiert von meinem Buch hoch und sehe, wie ein circa 6 jähriges Mädchen versucht unter dem Gewicht eines Neoprenanzugs und einem Gummiwal, in fast Lebensgröße, die Treppe vom Pool zu erreichen. Nathalie-Simone kann leider nicht so viel sehen, denn eine überdimensionierte Sonnenmütze, inkl. Ohrenklappen schirmt jegliche Sinne des Kindes von der Außenwelt ab. Tapfer und gehorsam erreicht die Kleine tatsächlich die befohlenen Treppe und klettert mitsamt dem Gummi-Orka leichtfüßig (soweit das in Neopren und Gummitier im Schlepptau geht) aus dem Pool.
Die Mutter, eine Mitvierzigerin, schließt Nathalie-Simone direkt in ein gefühltes 5 x 5 Meter Handtuch und rubbelt dem Kind fas vollständig die Haut vom Körper, während der Vater zeitgleich versucht die 50er Sonnencreme aus der Tube zu schütteln. Eine klodeckelgroße Hand mit ca. 100ml Sonnencreme klatscht laut schmatzend auf den Körper von Klein- Nathalie-Simone, die geduldig still steht und stumm beobachtet wie sich eine dicke 10mm-dicke Schicht Sonnencreme auf ihrem kindlich dünnen Körper ausbreitet.

Auf der anderen Seite des Pools nimmt ein dicklicher Junge gerade Anlauf und springt mit seinem Hinterteil voran laut klatschend ins Wasser. Während alle Pool-Umliegendend (ich eingeschlossen) von einer Spontandusche beregnet werden, schreit der dazugehörige Vater des Jungen freudig: “Booooaaaahhhh Hendrick, dat war ma ne Arschbombe für et Guiness Buch der Rekorde! Suuupaaaa!“ Hendrick, ca. 8 Jahre alt, wuchtet sich stolz mit wackelndem Hüftspeck die schmale Leiter empor und schaut triumphierend in die Runde. Das ältliche Ehepaar vis a vis von mir, packt gerade empört seine Sachen in den Stoffbeutel mit Apotheken-Umschau-Aufdruck und verlässt laut schimpfend den Poolbereich.

Ich hingegen amüsiere mich köstlich. Auch wenn mein Buch (Monsieur, der Hummer und ich von Stevan Paul), dass ich gerade gelesen habe, durch Hendricks Arschbombe ziemlich durchweicht wurde. Der Junge watschelt mit lautem Schritt zu seinen Eltern. Sein Vater, schon mit leichtem Hummer-Teint, hebt seine Daumen in die Luft und demonstriert seinem Sohn seinen Stolz über die gelungene Arschbomben-Präsentation, während die Mutter, mit grünlich schimmernden Haaren (super blondiertes Haar reagiert manchmal mit Chlor und neigt dazu eine leicht grünliche Farbe anzunehmen) und etwas zu knappem Bikini, mit weit geöffnetem Mund rücklings auf der Liege schläft.

Kalte Gurkensuppe1

Ebenfalls im Wasser befindet sich noch eine Dame aus der Schweiz, die mit einem riesigen Sonnenhut auf dem Kopf ihre Bahnen durch das Wasser zieht. „Hääärrrrlich!!! Hääärrlich!!!“ ruft sie mit jedem Armzug aus, wobei das „ch“ nicht weich sondern eher als kehliger Kratz-Laut ausgesprochen wird. Das Kinn wird immer knappe 4 cm über der Wasseroberfläche gehalten, die große Sonnenbrille sitzt fest auf der Nase und die Füße treten kräftig das Wasser. Alles ist gut, bis Frau Härrlich sich beschließt auf den Rücken zu drehen und mit ausholenden Arm- und Beinbewegungen den Pool zu durchqueren. Dabei hängt leider der große Sonnenhut leicht im Wasser, was ihren Kopf leicht nach hinten zieht.
Nathalie-Simone hat unterdessen auch wieder mit ihrem Gummi-Orka den Nichtschwimmer-Bereich des Pools betreten und versammelt einen bunt schillernden Sonnencreme-Film um ich herum, während sie vergebens versucht auf den Wal zu klettern. 100ml wasserfeste Sonnencreme sind übrigens die beste Methode die Kinder von Wasser-Spielzeug-Tieren fernzuhalten. Die Frustration ist einfach zu hoch, wenn die Kleinen versuchen mit glitschig-cremiger Haut auf ein glattes Wassertier zu klettern.

Da Nathalie-Simone aber kein dummes Kind ist, klettert sie wieder aus dem Wasser und schiebt vom Rand aus den Orka in das tiefere Becken. Dann läuft sie zwei Schritte an und springt beherzt auf den Gummiwal, der lautslos unter ihr hervorschieß und genau auf dem Kopf von Frau Häärrlich landet. Jetzt wittert Hendrick seine Chance und produziert auf der anderen Seite der Schweizerin eine astreine Arschbombe. Das Wasser teilt sich unter seinem wabbeligen Hintern und eine riesige Fontäne übergiest die hilflose Frau. Ich beobachte wie Frau Härrlich panisch mit den Armen rudert, die Haare kleben ihr unter dem Sonnenhut wirr im Gesicht und die Sonnenbrille wurde unfreiwillig mit Poolwasser gesäubert. Aus der Richtung von Hendricks Eltern schallt tosender Applaus und Jubelgesänge, während die Eltern von Nathalie-Simone ebenfalls beherzt ins Wasser springen, um ihre Tochter zu retten. Das Szenario erinnert stark an ein Gerangel beim American Football…nur eben im Wasser. Wer zu welcher Mannschaft gehört ist leider nicht mehr ersichtlich.

Frau Härrlichs Sonnebrille schippert mittlerweile einsam und verlassen ans andere Poolufer, Nathalie-Simone krallt sich an Frau Härrlichs linken Oberarm, während Hendrick laut jubelnd mit seinen flachen Handflächen aufs Wasser klatscht und dabei „ Jöööhhh jööööhh…versenkt!“ ruft. Die klodeckelgoßen Hände von Nathalie-Simones-Vater versuchen seine Tochter von der Schweizerin zu lösen und drücken dabei die arme Frau nur noch mehr unter Wasser. Beherzt wirft Hendricks-Mutter, aufgeweckt von dem Lärm und Geschrei, den neben ihr festgemachten Rettungsring in den Pool. Papa-Hendrick schaut enttäuscht, da er wohl schon vermutet, dass das Specktakel damit sein jähes Ende findet. Laut prustend schafft Frau Härrlich es irgendwann mit umschlungenem Rettungsring in den Nichtschwimmerberreich. Der Hut hat sich mittlerweile auch von ihrem Kopf verabschiedet und dient Hendrick als Zielpunkt für erneute Arschbomben.

Kalte Gurkensuppe4
Am liebsten hätte ich laut aufgelacht und noch dazu „Ach ist das häärrrlich!“ ausgerufen. Aber das hab ich mir dann doch verkniffen und bin zurück in meine Ferienwohnung, um mir auf dieses Schauspiel eine kalte Gurken-Kefir-Suppe zu gönnen. Gut für die schlanke Linie (sollte Hendrick auch mal öfter essen), beruhigend für aufgeheizte Gemüter und ideal für den Sommer.

Kalte Gurkensuppe2
Ich kann Euch sagen: „Wer einmal eine Reise tut der hat was zu erzählen….“. Ich bin dann am nächsten Tag an den Strand gegangen, um neue Eindrücke zu sammeln. Aber so ein lustiges Spektakel spielte sich da leider nicht mehr vor meinen Augen ab.

Wenn Ihr jetzt auch Eure Gemüter herunterkühlen müsst (schließlich ist ja heute Montag!), kann ich diese erfrischende Suppe nur empfehlen. Gemacht wird sie übrigen so:

4.9 from 9 reviews
Kalte Gurken-Kefir-Suppe
 
Author:
Ingredients
  • 1½ Salatgurken
  • 500 ml Kefir
  • 150 g Joghurt
  • 150 g gekochte gepellte Kartoffeln
  • 1 unbehandelte Limette
  • 1½ Tl Zucker
  • 1½ Tl frisch gemahlener Anis
  • 1 TL frisch gemahlener Pfeffer
  • Kräutersalz
  • 1-2 EL Anisschnaps (nach Belieben)
  • 1 TL Forellenkaviar
Instructions
  1. Die Gurken schälen, längs halbieren und die Kerne herauskratzen.
  2. Das Fruchtfleisch in grobe Stücke schneiden und im Mixer mit Kefir und Joghurt fein pürieren.
  3. Die Kartoffeln zerkleinern, zugen und ebenfalls pürieren.
  4. Falls man eine feine Struktur wünscht, kann die Suppe jetzt durch ein Sieb gestrichen werden.
  5. Die Limette heiß waschen und die Schale fein reiben. Zwei TL Saft auspressen.
  6. Den Saft, die Schale, den Anis und Zucker in die Suppe rühren.
  7. Mit Salz und Pfeffer pikant abschmecken und nach Belieben den Anisschnaps (z.B. Sambuca) unterrühren.
  8. Die Suppe mindestens 6 Std (am besten über Nacht) kalt stellen und mit einem Klecks Joghurt und Forellenkaviar bestreut servieren.

Und falls Ihr bald in die Ferien fahrt, wünsche ich Euch eine tolle Zeit und amüsante Miturlauber!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Dieses Rezept schicke ich heute übrigens zu Ina, denn da heißt es heute: Fernweh-Rezepte

Es war die Wachtel, nicht die Nachtigall…

Kräutersuppe1

…und auch nicht die Lerche, die Ihr Ei zum Pochieren für dieses köstliche Frühlingskräuter-Süppchen geopfert hat. Aber das Wachtelei ist ja nur schmückendes Beiwerk zu diesem Süppchen. Denn die Hauptrollen spielen eindeutig die Frühlingskräuter. Und da ich aus dem schönen Hessen stamme und hier die Frankfurter „Grie Soß“ Nationalgericht ist, habe ich natürlich auch diese Kräuter für das Süppchen verwendet. Im Einzelnen sind das: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch.

Kräutersuppe3

Und soll ich Euch was sagen? Es schmeckt himmlisch. Cremig. Kräuterig. Sanft. Die Suppe ist leicht und doch sättigend. Die Kräuter schmecken nach Frühling, gute Laune und Ostern. Und abgerundet wird alles von einem Riesling-Schäumchen on top und einem pochierten Wachtelei.

Kräutersuppe5

Dazu muss ich noch kurz etwas sagen: ich finde, dass Wachteln wunderschöne Eier legen. Aber ich habe bis heute noch nie ein Wachtelei pochiert. Ein wenig Angst hatte ich schon dieses kleine Wunderwerk der Natur aufzuschlagen und in heißes Essigwasser gleiten zu lassen. Irgendwie kam ich mir gemein vor. Vor allem war ich wirklich erstaunt, wie robust doch so ein kleines Mini-Punkte-Ei ist. Ich war beim Aufschlagen des Eies etwas zaghaft und musste das kleine Ding wirklich kräftig aufklopfen, damit ich überhaupt an das Innere gelangte. Ein Ei ist sogar runtergefallen…und was soll ich sagen: Es gab keine Sauerei in der Küche, denn die Schale war nur leicht angeknackst. Fazit: Wachteln legen wirklich robuste und zugleich hübsche Mini-Eier und der Geschmack ist ganz besonders fein. Allerdings finde ich nicht, dass es so sehr viel anders als ein pochiertes Hühnerei schmeckt. Ist eben nur mit einem Haps weg, während man am Hühnerei ein wenig länger zu kauen hat. Genau wie bei einem Hühner-und einem Wachtelschenkel. Während die Wachtelschenkel eher an Barbie-Beinchen erinnern, hat man beim Hühnerschenkel quasi Jennifer Lopez auf dem Teller. Fans gibt es ja für beide Ladies :-)

Kräutersuppe4

So, aber jetzt zeige ich Euch geschwind, wie Ihr Euch diesen Frühlingsschmaus in die Suppenschale zaubern könnt:

5.0 from 3 reviews
Frühlingskräuter-Suppe mit pochietem Wachtelei
 
Author:
Serves: 8
Ingredients
  • 50g Butter
  • 100g Mehl
  • 11/2 l Geflügelbrühe
  • 500ml Sahne
  • 2 EL Weißwein
  • 8 gekühlte Wachteleier
  • 200g gemischte frische Kräuter
  • 1 Schuss Riesling
  • 100ml Milch
  • Salz und Pfeffer
  • Kräuter zum Garnieren
Instructions
  1. Zuerst die Butter in einem Topf aufschäumen und dann das Mehl unterrühren und andünsten.
  2. Mit der Brühe und der Sahne auffüllen und unter Rühren 4-5 Min köcheln lassen.
  3. In einem Topf 1 Liter Wasser mit Essig zum Kochen bringen und die gut gekühlten Eier vorsichtig auf schlagen und in das siedende Wasser gleiten lassen.
  4. Mit einem Kochlöffel einen Strudel im Topf rühren, dann umschließt das Eiweiß das Eigelb besser.
  5. Na 3-4 Minuten mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen und auf einem Küchentuch abtropfen lassen.
  6. Die Kräuter abbrausen und trocken schütteln, dann die Blätter von den Stielen zupfen.
  7. Ein Viertel der weißen Grundsuppe entnehmen und etwas abkühlen lassen.
  8. Dann die Kräuter mit der erkalteten Suppe im Mixer fein pürieren.
  9. Jetzt das Kräuterpüree in die restliche Suppe einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  10. Die Milch mit dem Riesling erwärmen und aufschäumen.
  11. Die Suppe in Schalen oder Tassen füllen, mit dem Milchschaum und ein paar Kräutern garnieren und mit je 1 Wachtelei servieren.

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Und wenn das hier jetzt kein passendes Gericht für Sia’s Soulfood Spring-Even ist, weiß ich es auch nicht. Also falls Ihr noch mehr Inspirationen für frühlingsfrische Küche sucht, klickt Euch zu Sia rüber.

Vielleicht passt diese Suppe ja auch zu Eurem Ostermenü. Was habt Ihr eigentlich an Ostern vor? Was kommt bei Euch auf den Tisch?

Genießt Euer Wochenende mit hoffentlich ganz viel Frühlingsgefühl!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Veganes Color-Cooking-Soulfood

Kennt Ihr das? Der Dezember klopft an die Tür und anfänglich ist alles noch gaaaaaanz easy… Doch dann… Nach 2 Wochen mutiert der Dezember zu Dezembrrrrrrrrrrrrrrrrr und nachts wird dem Nebenmann/frau die Decke geklaut, weil es gefühlte -10 Grad im Schlafzimmer sind. Irgendwie nicht schön, aber irgendwie immer wie jedes Jahr…. Dezembrrrrrrr eben!

Was hilft nun gegen massive Dezembrrr-ritis? Wärme- ganz klar! Es gibt natürlich unzählige Anbieter von Heiz- und Wolldecken, Angora-Unterwäsche oder Alpaka-Socken. Mag ja auch nicht jeder…(beim Aufwachen neben sich sehen). Deshalb geht es heute viel einfacher und auch viel schöner für’s Auge, als Angora-Unterwäsche, oder so. Ihr braucht nur ein paar saisonale Zutaten, um Euch wohlige Wärme zu verschaffen! Das Motto dazu: >>Color-Cooking-Soulfood<< Eine kurze Erklärung für alle, denen jetzt die Fragezeichen im Auge aufgepoppt sind:
Heute Morgen, als ich beim Gemüsehändler meines Vertrauens einen kurzen Blick auf seine tolle Auswahl geworfen habe, ist mir aufgefallen, dass es unheimlich viele Gemüsesorten gibt, die farblich total schön zusammen passen. Warum also nicht mal nach Farben kochen. Also wanderten Topinamburwurzeln, Kartoffeln, weiße Zwiebeln und Maronen in meine Tüte. Und in diesem Fall passen nicht nur die Farben zusammen, nein-es schmeckt auch total toll.

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Das Ergebnis ist ein wärmendes, samtig weiches und sogar veganes Topinambursüppchen mit Maronen. Genau das Richtige für den Dezembrrrrrrrrrrr. Echte Winterküche für verfrorene „25-Lagen-Kleidung-tragen-und-mir-ist-immer-noch-kalt-Typen“.

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Wollt Ihr auch schnelle innere Wohlfühlwärme mit hohem Sättigungsfaktor? Dann habe ich hier das Rezept für Euch:

5.0 from 2 reviews
Topinambursuppe mit Maronen
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Recipe type: Color-Cooking-Food
Serves: 4
Ingredients
  • 500g Topinambur geschält und grob gewürfelt
  • 100g Kartoffeln geschält und grob gewürfelt
  • 100g Zwiebeln, fein gewürfelt
  • 2 EL Öl
  • 600ml Gemüsebrühe
  • 200ml vegane Sahne (oder normale)
  • Salz und Pfeffer
  • 250g geschälte gegarte Maronen, klein geschnitten
  • Rosa Beeren und Rosmarin zur Dekoration
  • 2 EL Kürbiskernöl
Instructions
  1. Die Zwiebeln im heißen Öl glasig dünsten.
  2. Danach Topinambur und Kartoffeln dazu geben und mit dünsten.
  3. Jetzt mit Sahne und Gemüsebrühe ablöschen.
  4. Zugedeckt ca. 25 Minuten köcheln lassen und alles pürieren, wenn es weich gekocht ist.
  5. Evtl. durch ein Sieb passieren.
  6. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  7. Jetzt in einer Pfanne 1 EL Kürbiskernöl erhitzen und die Maronen darin anbraten.
  8. Die Suppe mit den Maronen servieren, mit Kürbiskernöl beträufeln und mit rosa Beeren und Rosmarin ausgarnieren.
  9. Dazu passt Weißbrot (ich hab es weihnachtlich in Sternform ausgestochen) .

Sagt mir doch mal, wie Euch das Süppchen geschmeckt hat und ob es Euch auch eine zufriedene Wärme in den Bauch gezaubert hat.

So, und weil die Suppe ja irgendwann aufgefuttert ist, habe ich mir, als Plan B gegen frostige Abende, dicke Wollsocken gekauft. Wie gut, dass es derzeit überall Weihnachtsmärkte mit diesem Saisonartikel gibt.

Wärmende Dezembrrrrr-Grüße schickt Euch

Tanja

aus dem House No.15

Hallo Herbst!

Hallo Herbst

Passend zum heutigen kalendarischen Herbstanfang packt mich die irrsinnige Lust auf Kürbiscremesuppe. Gerade gestern habe ich ein Hokaido-Prachtexemplar beim Gemüsehändler ergattert. Leider habe ich ihn nicht in seiner vollen Pracht fotografiert, deshalb mussten seine kleinen Zier-Kollegen für die Fotos herhalten. Aber eigentlich geht es ja auch um die Suppe die daraus entstanden ist.

Kürbiscremesuppe1

Kürbiscremesuppe zählt eindeutig zu meinen Lieblingssuppen und steht in meinem persönlichen Kochbuch unter der Rezepte-Rubrik *Soulfood*. Wenn draußen der Herbstwind die Blätter durch den Garten fegt und die Temperaturen immer weiter sinken, wenn die Luft nach feuchtem Laub und Erde riecht, wenn die Kastanien mit lautem *Klock* auf der Erde aufschlagen, nachdem die stachelige Schale sie freigegeben hat, spätestens dann sehne ich mich nach einer kuscheligen Decke und einem schönen Buch auf meiner Couch und nach Kürbiscremesuppe.

Kürbiscremesuppe2

Kürbiscremesuppe3

Selbst die Temperaturen passen sich dem heutigen Herbstanfang an, auch wenn jetzt gerade wieder die Sonne warm scheint. Lange wird es nicht mehr dauern, bis sich der Sommer völlig verabschiedet hat. Und wenn Ihr auch Lust auf Essen für die Seele habt und die Suppe nachkochen möchtet-hier ist das Rezept:

Kürbiscremesuppe
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Recipe type: Soulfood
Serves: 6 Personen
Ingredients
  • 1 Hokaido Kürbis (ca. 1-1,3kg)
  • 1 Zwiebel
  • 500 ml Kokosmilch (ungesüßt)
  • 500 ml Sahne
  • 2-3 große Kartoffeln (mehlig kochend)
  • 1500 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer
  • Öl
  • Weißwein nach Belieben
Instructions
  1. Den Kürbis zerteilen, von den Kernen und dem Strunk befreien und in grobe Stücke schneiden. Der Hokaidokürbis muss nicht geschält werden.
  2. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in Öl glasig anbraten.
  3. Kürbis dazu geben und kurz anrösten.
  4. Nach Belieben Weißwein angießen und kurz einkochen lassen. (Wer keinen Wein nehmen möchte, gießt ein wenig Gemüsebrühe an)
  5. In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und zu den Zwiebeln und dem Kürbis in den Topf geben.
  6. Alles mit Gemüsebrühe auffüllen und bei mittlerer Hitze weich kochen lassen.
  7. Mit dem Pürierstab pürieren und mit Sahne und Kokosmilch auffüllen, evtl. nochmal pürieren.
  8. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wenn Ihr den Kürbis ca. 15min in eine Schale mit Wasser bei 200 Grad in den Ofen schiebt, lässt er sich wunderbar leicht zerteilen, entkernen und klein schneiden. Probiert es aus- Eure Finger werden es Euch danken ;)…

Ich habe zu meiner Suppe Bacon-Streifen gereicht, die ich auf einen Spieß gefädelt und in der Pfanne von beiden Seiten knusprig angebraten habe. Einen Spritzer Kürbiskernöl auf die Suppe geträufelt rundet den Geschmack noch perfekt ab. Natürlich schmeckt die Suppe aber auch ohne alles, einfach pur mit ein bisschen Brot!

Kürbiscremesuppe5

Macht es Euch gemütlich!
Kuschelige Herbstgrüße schickt Euch

Tanja

aus dem House No.15