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Lammkarree ° Graupenrisotto ° Blumenkohl

{…Achtung Wortspiel: Lamm from(m) Vogelsberg…}

Lammkarree So liebe Leute, habt Ihr mal auf den Kalender geschaut?
Yes… die Hälfte der Arbeitswoche ist angebrochen und das bedeutet:
Es ist MEATWOCH.
Zeit sich der Fleischeslust hinzugeben und zu feiern, dass die ersten Tage der Woche geschafft sind (oder dass noch zwei weitere großartige Tage vor uns liegen- je nach Laune und Stimmung, wie die Woche so läuft).

An diesem MEATWOCH möchte ich Euch einen wunderbaren Betrieb im schönen Vogelsberg vorstellen. Wir reisen nach Lauterbach in Hessen und besuchen die Metzgerei Steiger.

Hier wird noch nach alter Tradition des Fleischerhandwerks geschlachtet, gewurstet und Fleisch verarbeitet. Das Produktspektrum ist sehr hochwertig und vielfältig.

Ganz besonders möchte ich heute auf deren Lammfleisch eingehen:
Seit nunmehr 40 Jahren werden hier (vorwiegend in Freilandhaltung) Schwarzkopf Schafe gezüchtet und geschlachtet.
Der Vogelsberg ist mit ca. 2500 km² das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas. Durch den vulkanischen Ursprung der Region besteht eine sehr hohe Mineralstoffdichte in den Grünflächen und auf den Weideflächen sind zahlreiche Trinkwasserquellen vorhanden.
Durch diese besondere Weidehaltung wird der Geschmack, die Fleischfarbe und natürlich auch die Konsistenz des Fleisches maßgeblich beeinflusst.
Das vorherrschende Klima in dieser Region spielt dabei zusätzlich eine große Rolle.

Die Metzgerei Steiger überlässt nichts dem Zufall.
Hier wird alles mit Herz und Hand gemacht: die Auswahl der Tiere, die Zucht, die Fütterung und schlussendlich die Schlachtung und Fleischbehandlung.
Alles getreu dem Motto: „Genuss ist da wo Phantasie ist!“.
Tradition und Innovation. Alles in einem Betrieb.

Und genau DAS schmeckt man, wie ich selbst feststellen durfte, als ich ein wunderbares Lammkarree der Metzgerei Steiger zubereiten durfte.
Der Geschmack war unglaublich fein, das Fleisch zerging auf der Zunge und hatte eine ganz besondere Lamm-Note.
Ich persönlich esse sehr gerne Lammfleisch und durfte in diesem Jahr auch schon selbst bei einer Schlachtung dabei sein und mitwirken (dazu übrigens demnächst mehr!). Dennoch kenne ich sehr viele Leute, die bei Lammfleisch die Nase rümpfen und behaupten den intensive Geschmack nicht sonderlich schmackhaft zu finden.
All denen sei gesagt: Die Art und Weise der Haltung, der Fütterung, der Schlachtung und letztendlich der Zubereitung ist maßgeblich für den Geschmack. Und alle, die denken, dass Lamm gleich nach altem Hammel und Streichelzoo schmecken muss, sei gesagt: NEIN! Dem ist nicht so! Denn wenn bei allem so auf das Wohlergehen der Tiere geachtet wird, wie bei der Metzgerei Steiger, wird man einen feien Lammgeschmack und unglaublich gutes Fleisch bekommen.

Für die Metzgerei Steiger vergebe ich 10 von 10 *Umami-Punkten!

Wer also mal im schönen Vogelsberg unterwegs ist, sollte auf jeden Fall einen Besuch in der Metzgerei Steiger einplanen. Die Produktpalette reicht natürlich über Lammfleisch weit hinaus und auch Rind und Schwein und besondere regionale Wurstwaren werden hier in bester Qualität angeboten.

Metzgerei Werner Steiger
Helmut Casper Weg 2
36341 Lauterbach
Telefon:+49 6638 272
Fax: +49 6638 919594
E-Mail:fleischerei.steiger@t-online.de

Lammkarree

Wer mehr erfahren möchte schaut einfach mal auf der Seite der Metzgerei vorbei.
Und alle, die jetzt Lust haben selbst mal Lammkarree zu zubereiten, denen möchte ich dieses Rezept gerne ans Herz legen.
Lammkarree mit Graupenrisotto und buntem Blumenkohl. Für mich eine wirklich tolle Kombination, die nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge anspricht:

Lammkarree ° Graupenrisotto ° Blumenkohl
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • Lammkarree:
  • 2 Lammkarree, (à 450 g)
  • schwarzer Pfeffer, oder eine Pfeffermischung
  • Meersalz
  • 2 El Öl
  • 4 Stiele Thymian
  • Graupenrisotto:
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 700 ml Gemüsebrühe
  • 12 Safranfäden
  • 4 Stiele glatte Petersilie
  • 2 EL Olivenöl
  • 150 g Perlgraupen (mittelgrob)
  • 50 ml Weißwein
  • 4 EL Parmesan
  • 1 EL Butter
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zitronensaft

  • Bunter Blumenkohl:
  • 500 gr bunter Blumenkohl
  • 100 gr Parmesan, fein gerieben
  • 2 EL natives Olivenöl
  • 2 EL mildes Olivenöl
  • Meersalz
  • Schwarzer Pfeffer
  • Eine Hand voll Petersilie, gehackt
Instructions
  1. Lammkarree:
  2. El Öl in einer Pfanne erhitzen. Lamm von beiden Seiten anbraten, Thymian zugeben. Lamm auf der Knochenseite im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad (Gas 1-2, Umluft 160 Grad) auf der untersten Schiene 20 Minuten garen. Aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten zugedeckt ruhen lassen.
  3. Lamm mit Pfeffer und Salz würzen
  4. Dann zwischen den Knochen in Scheiben schneiden.

  5. Graupenrisotto:
  6. Zwiebel und 1 Knoblauchzehe fein würfeln. 700 ml Gemüsebrühe aufkochen und warm halten. 12 Safranfäden in 50 ml warmem Wasser einweichen. Blätter von 4 Stielen glatter Petersilie hacken.
  7. El Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch darin glasig dünsten. 150 g Perlgraupen zugeben und unter Rühren 2 Min. mitdünsten. Mit 50 ml Weißwein ablöschen und einkochen.
  8. Ein Drittel der Brühe zugießen und bei mittlerer Hitze unter Rühren einkochen, bis die Graupen die Flüssigkeit aufgenommen haben. Diesen Vorgang mit der restlichen Brühe zweimal wiederholen, sodass die Graupen 25 Min. kochen. Safran 5 Min. vor Ende der Garzeit untermischen.
  9. EL geriebenen Parmesan und 1 EL Butter untermischen. Graupen-Risotto mit Salz, Pfeffer und einigen Spritzern Zitronensaft abschmecken.

  10. Bunter Blumenkohl:
  11. In einer kleinen Schüssel den Parmesan mit den beiden Ölsorten verrühren. Mit Meersalz und Pfeffer würzen.
  12. In einem Topf gesalzenes Wasser zum Kochen bringen. Den Blumenkohl in Röschen teilen, ins kochende Wasser geben und 4-5 Minuten garen. Er sollte noch bissfest sein. Abgießen und abtropfen lassen.
  13. Den Blumenkohl mit dem Parmesanöl in einer Servierschüssel vorsichtig vermischen, so dass die Röschen gleichmäßig überzogen sind.

  14. Das Fleisch mit dem Risotto und dem Blumenkohl auf Tellern anrichten und servieren.

Für alle die wie ich so gerne Lamm mögen, kann ich  diesen Lammeintopf wärmstens für die kalten Wintertage empfehlen.

Und zum Abschluss mal wieder die MEATWOCHs-Parole:

AUGEN AUF BEIM FLEISCHEINKAUF!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

*Umami (aus dem Japanischen: Schmackhaftigkeit) ist der 5. Geschmackssinn. Neben süß, sauer, salzig und bitter ist umami die gustatorische Sinneswahrnehmumg für fleischig, würzig, wohlschmeckend.

Cranberry Granola mit Cashewkernen

{…hast Du Kopf wie Sieb, musst Du Granola essen…}

Granola

Warum auch immer, aber in der letzten Zeit erinnert mich mein Gehirn an das Sieb in dem ich immer meine Nudeln abseihe. Schön gleichmäßig mit kleinen Löchern durchzogen, damit alles sorgsam abfließen kann, was sich da in meinem Kopf so aufhält. Was ich damit sagen möchte: ich werde vergesslich!

—Das 70er Jahre Einkaufsnetz in meinem Kopf—

Kürzlich klingelte mein Telefon und eine weibliche Stimme singt mir entgegen: „Tanja, guuut dass ich Dich erreiche, hier ist Sabrina!“ Ich halte mir den Hörer ans Ohr und konzentriere mich auf den Singsang, der durch die kleinen Öffnungen im Hörer strömt. Mein Gehirn versucht in Wallung zu kommen, reagiert aber gerade eher wie eine Energiesparlampe, die sich langsam entschließt den Raum endlich hell werden zu lassen. „Sabrina-Sabrina-Sabrina“ rattert es in meinem Kopf und ich versuche die Stimme zu zuordnen. Es ist grauenvoll!
Um mir aber natürlich nicht anmerken zu lassen, dass mein Hirn einem dieser grobmaschig gehäkelten Einkaufsnetze aus den 70ern ähnelt, habe ich mir eine gewisse Taktik angeeignet.

Sobald ich am Telefon mit Menschen zu tun habe, an deren Namen und Gesichter ich mich nicht mehr erinnern kann, erhöhe ich meine Stimme um zwei Oktaven und rufe mit gespielter Begeisterung: „Heeeeeeey Sabrinaaaa!“ Das Wort „Hey“ ist hier wirklich dankbar einzusetzen, denn erstens ist es eine recht passable Grußform (wirkt jung und dynamisch) und zweitens kann man es so wunderbar in die Länge ziehen (was einem eventuell Zeit gibt, doch noch darauf zu kommen, wer da gerade am anderen Ende des Hörers ist).

—Die Schleimkanone rettend im Anschlag—

Ich finde mich langsam damit ab, dass ich mit knapp über 40 nun vergesslich, schusselig, alt und debil werde/bin. Der Sinkflug ins Land der Treppenlifter ist ziemlich ernüchternd in die Nähe gerückt.
In diesem Jahr habe ich schon 3 Mal eine neue PIN für meine EC-Karte bekommen. „Wie war noch mal das Hüpfmuster auf der Geldautomaten-Tastatur?“
Auf Partys begegnen mir mitunter Menschen, die mich kennen, ich mich aber einfach nicht an sie erinnere und dann solche Sätze wie „Tanja, ich bin’s doch Matthias. Der, der dich vor ein paar Jahren bei Rock am Ring vor dem Untergang bewahrt und mit Alkaselzer am nächsten Tag versorgt hat….“ Ich habe keine Ahnung wer der blasse Typ vor mir ist. Aber auch hier gibt es eine einfache Taktik, um die Peinlichkeit der Situation zu umschiffen. „Mensch Matthias, Du hast Dich ja verändert! Hast Du etwas mit Deinen Haaren gemacht? Und abgenommen hast Du auch, oder? Ich hab’ Dich gar nicht erkannt! Gut siehst Du aus…“ *räusper
Ihr merkt, die Schleimkanone ist quasi immer im Anschlag, um einen Schuss ins Ungewisse abzufeuern, einfach um halbwegs würdevoll aus der Nummer raus zu kommen.

Granola

Als ich noch nicht an meiner eigenen beginnenden Demenz litt, fand ich Vergesslichsein sogar mitunter ein ganz charmantes Leiden. Ich hatte das Gefühl, dass sich vergessliche Menschen weniger Sorgen und Gedanken machten. Ähnlich einer Schnecke: vergesslich, lahm und sorgenfrei. Jetzt leide ich selbst daran und merke, dass es alles andere als charmant ist. Es ist peinlich und fühlt sich unglaublich doof an. PUNKT!

—„Priorität“ ist das Zauberwort—

Auch wenn man Wehwehchen und Krankheiten im Internet nicht googeln sollte, habe ich es dennoch getan und zum Glück nicht gleich mein Todesurteil gelesen. Vielmehr habe ich eine Studie der Universität Stanford gefunden, die belegt, dass es völlig normal ist Dinge zu vergessen. Ja, es ist sogar überlebenswichtig für unser Gehirn.
Unser Verstand sortiert nämlich Dinge nach ihrer Wichtigkeit, sprich: das Gehirn setzt Prioritäten.
Dass ich also meine EC-PIN immer vergesse liegt daran, dass mein Konto sowieso chronisch leer ist und deshalb die PIN-Nummer in Prio.Stufe 155 rutscht. Ebenso verflossene Bekanntschaften, die man irgendwann zufällig wieder trifft.
Ich habe wohl einfach Wichtigeres zu tun, als mir so kleine Details zu merken. (Klingt ganz schön überheblich und ich schäme ich gerade dafür!)

Granola

—Brainfood für und gegen die Löcher im Hirn—

Um der Vergesslichkeit vorzubeugen, hilft wie immer eine gesunde Ernährung und ausreichende Füssigkeitszufuhr (nein, kein Prosecco! Und leider wird man durch das Verändern seines Essverhaltens auch nicht intelligenter…)
Heutzutage spricht man von sogenanntem „Brainfood“, das kurz und langfristig die Konzentration, das Vorbeugen von Müdigkeit und das Meistern von Stresssituationen (wie Prüfungen o.ä.) fördern soll.
In diesem Artikel kann man ganz gut nachlesen welche Lebensmittel als „Brainfood“ gelten.

Ach ja… und Sabrina (die vom Telefon) ist die Sprechstundenhilfe meines Physiotherapeuten, die mich, etwas überrascht über mein leicht hysterisch freudiges „Heeeeyyyyy Sabrina!“, an meinen Termin in der nächsten Woche erinnern wollte, der einen Tag verschoben werden muss.
Den Termin hatte ich glatt vergessen….

Eure

Tanja

 

Cranberry Granola mit Cashewkernen
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • 100 g kernige Haferflocken
  • 100 g Dinkelflocken
  • 50 g Cashewkerne
  • 30 g Sonnenblumenkerne
  • 25 g gehackte Mandeln
  • 1 TL Zimt (optional)
  • 70 g Honig
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 40 g getrocknete Cranberries
Instructions
  1. Hafer- und Dinkelflocken mit Mandeln, Sonnenblumenkernen und Cashewkernen mischen. (Optimal mitZimt)
  2. Den Honig und das Öl unterrühren.
  3. Die Masse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben, gleichmäßig verteilen und im auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen ca. 25 Minuten rösten.
  4. Zwischendurch mehrmals wenden.
  5. Granola auskühlen lassen. Cranberries hacken und unterheben.
  6. Passt perfekt zu Naturjoghurt!

(Lässt sich übrigens toll verschenken, wenn man es noch schön verpackt…!)

 

 

Pfifferling-Pesto

{…Pilzbefall in angenehm…}

Pfifferling-Pesto So Herrschaften,
auch wenn jetzt Wochenende ist, heißt das nicht automatisch, dass man viel Zeit hat.
Ihr wisst: das Thema Freizeitstress, usw.

Und deshalb fackel ich auch gar nicht lange rum, denn heute könnt Ihr es mal wieder
AUF DIE SCHNELLE MIT DER HOUSEDAME machen.
Heute sogar exklusiv mit Pilzbefall…
Ähm, also ich wollte sagen: „Heute gibt es was mit Pilzen!“

Ich habe vor Kurzem noch ein paar Pfifferlinge ergattern können, konnte sie aber nicht sofort zubereiten. Was liegt also näher sie in Form von Pesto etwas länger haltbar zu machen?! Und da die Zubereitung von diesem Pesto wirklich ein schnelle Sache und kinderleicht ist, habe ich jetzt für die nächste Zeit immer mal ein schnelles und nicht alltägliches Gericht auf dem Tisch stehen. Dazu etwas cremigen Burrata, ein paar frittierte Salbeiblätter und schon ist ein perfekter Seelenfutter-Teller für einen gemütlichen Herbsttag angerichtet.
Wer gerne mehr Zeit investiert, der macht sich die Nudeln noch selbst.

Pfifferling-Pesto

Wollt Ihr Euch auch Pilze holen?
(das funktioniert nämlich auch bestens mit Champignons, Kräuterseitlingen, usw.)

Und wer noch weitere Verwendungen von Pilzen sucht, schaut sich mal z.B. diese köstliche (vegane) Pilzpfanne an.

Pfifferling-Pesto
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 250g Pfifferlinge
  • 1 Knoblauchzehe
  • 30g Pinienkerne
  • 30g Parmesan
  • 150 ml bestes Olivenöl
  • 8-10 Salbeiblätter fein gehakt
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Instructions
  1. Die Pfifferlinge putzen und in Stücke schneiden.
  2. Im heissen Olivenöl anbraten.
  3. Den Knoblauch grob hacken und ebenfalls anbraten.
  4. Jetzt die Pilze mit Salz bestreuen und weiter garen lassen.
  5. Die Pfifferlinge aus der Pfanne nehmen und gut abkühlen.
  6. In der Zwischenzeit die Pinienkerne ohne Fett in der Pfanne anrösten und anschliessend abkühlen lassen.
  7. Nun alle Zutaten, bis auf das Olivenöl, mit dem Mixer zerkleinern. (das Pesto kann nach Belieben gröber oder feiner gemixt werden)
  8. Das Olivenöl zum Schluss hinzufügen und den Salbei unterrühren
  9. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

  10. Das fertige Pesto in Gläser abfüllen und mit Olivenöl bedecken.
  11. So ist das Petso ca. zwei bis drei Wochen im Kühlschrank haltbar.
  12. Die Nudeln al dente kochen.
  13. Die Teigwaren abgiessen, so dass noch etwas Restwasser im Topf übrig bleibt.
  14. Jetzt die Nudeln wieder in den Topf zurückgeben und mit dem Pesto vermischen. Wer möchte kann noch 1-2 EL Sahne hinzufügen.
  15. Mit Burrata und frittiertem Salbei servieren.

Grundrezept Pastateig
 
Prep time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 400 g Hartweizenmehl
  • (oder 200 g Hartweizengrieß und 200 g Mehl Type 405)
  • 4 Eigelb
  • 1 Ei
  • 4 TL Olivenöl
Instructions
  1. Das Mehl auf der Arbeitsplatte anhäufeln und in die Mitte eine große Mulde drücken. In diese die Eigelbe und das Ei hineingeben.
  2. Das Ei mit etwas Mehl vom Rand mit einer Gabel verrühren.
  3. Nach und nach so viel Mehl unterrühren, bis der Brei recht fest wird und sich kaum mehr mit der Gabel verarbeiten lässt.
  4. Den Teig nun mit immer mehr Mehl verkneten. Dabei das Öl und esslöffelweise gerade so viel Wasser zufügen, dass der Teig nicht klebt. (Der Teig sollte möglichst fest sein.)
  5. Kräftig durchkneten und in Klarsichtfolie gewickelt 30 Minuten ruhen lassen.
  6. Nachdem der Teig geruht hat, wird er mit Hilfe einer Pastamaschine oder per Hand ausgerollt. Für eine schöne Konsistenz den Teig mehrfach durch die größte Einstellung der Pastamaschine drehen. (Der Teig darf dabei ruhig anfangs noch etwas brüchig sein, er wird durch das Durchdrehen geschmeidiger.)
  7. Ist der Teig noch zu weich, bestäube die Platten mit ein wenig Mehl.
  8. Nach und nach kannst Du dann die Dicke reduzieren (in 2-Stufen-Schritten möglich.)
  9. Für die meisten Pastasorten gilt, dass sie mit der dünnsten Einstellung ausgewalzt werden. Bandnudeln vertragen eine größere Stärke und schmecken besonders herzhaft, wenn sie eine Stufe dicker ausgerollt werden.

 

Pfifferling-Pesto

Bis bald und bleibt anständig!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Teller: Churchill 1795 Serie Stonecast
Olivenöl: Kyklopas 

Gemüsechips mit Chili-Sour-Creme

{…Achtung Kontrolle am Handgelenk…}

Gemüsechips

Ich habe seit einiger Zeit eine Plastik-Allergie

Überall wo ich hinkomme, leuchten bunte Plastikarmbänder an den Handgelenken meiner Freunde, Kunden und Mitmenschen. Jeder gelaufene Schritt, jede verbrannte Kalorie, der Herzschlag, die Tiefschlafphase, die Dauer des Beischlafs…. alles wird gemessen und aufgezeichnet. Sie vibrieren, leuchten, zeigen Whats Apps und sonstige Nachrichten an und ermahnen Dich sich mehr zu bewegen und den Hintern von der Couch zu erheben. Grundsätzlich ist so ein Arschtritt am Handgelenk ja keine ganz so verkehrte Sache.
Wenn sie dir allerdings anfangen den Abend zu verderben und zur totalen Kontrolle mutieren, dann wird das Ganze schon etwas unlustiger…

Auf die Quote kommt es an

Vor Kurzem habe ich mich mit einer Bekannten zum Wein in einer unserer Lieblingsbars verabredet. Als der Kellner kam, bestellte sie einen Pfefferminztee mit frischer Minze, denn ihr Fitness-Armband hatte ihr morgens den Tipp gegeben, dass sie besser schlafe, wenn sie heute keinen Wein am Abend zu sich nehmen würde. „Mir fehlen nur noch 21% zur optimalen Schlafqualität. Ein Glas Wein schraubt das direkt mal auf satte 36,5% hoch…!“ Der Kellner und auch ich waren fassungslos. Mein Vorschlag, dass wir uns zum Frühschoppen mit Schnaps an einem Montagmorgen um 7 Uhr treffen (ist ja dann nicht Abend), kam irgendwie nicht so gut an.
Eine andere Freundin cancelte unsere Verabredung zu einem gemeinsamen Mittagessen, da sie am Vortag auf dem Kindergeburtstag ihrer Tochter bereits einen Schokoladenmuffin verdrückt hatte und laut Fitnessarmband für den nächsten Tag nur noch 231 Kalorien zur Verfügung hatte. „Dann iss halt einen Salat!“ war mein Vorschlag. „Salat? Tanja spinnst Du? So einen Salat, den es da gibt, hat mindestens 357 Kalorien… Und dann soll ich dir auch noch gegenübersitzend zusehen wie Du Dir einen ganzen Teller Pasta mit Sauce reinschaufelst? Vergiss es! Das treibt dann auch noch zusätzlich meinen Stresssensor in die Höhe… Ganz schlecht für meine Wochenquote!“
Es ist echt zum Verzweifeln. Ich fahre alleine S-Bahn, weil dem/der andere(n) noch 4500 Schritte für das Tagesziel fehlen und sie lieber laufen. Ich esse alleine mein Stück Kuchen am Nachmittag, während mein Gegenüber die Zahlen auf seinem Fitnesswecker beobachtet. Spaß und Genuss sieht für mich irgendwie anders aus!

Gemüsechips

Ein Koch, mit dem ich noch bis vor einiger Zeit zusammengearbeitet habe, sprang stündlich beim Arbeiten um mich herum, um mir unter die Nase zu reiben wie viel Schritte er jetzt  schon getan hat, damit er seine Figur- und Herzprobleme in den Griff bekommt. Komischer Weise ist er in der ganzen Zeit nicht weniger geworden und sein Blutdruck hat sich auch nicht verbessert.

Vor ein paar Jahren prophezeite der mittlerweile verstorbene Frank Schirrmann (Herausgeber der FAZ), dass demnächst eine neue Zeit anbrechen würde, als sich die EU-Kommissarin Neelie Kroes mit einer der ersten Fitness-Tracking-Armbänder zeigte. Er sagte quasi voraus, dass die zukünftige Gesellschaft zu selbstregulierten Mensch-Maschinen mutieren könnten.
Wie Recht er in manchen Bereichen damit behalten würde, habe ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht vorgestellt und dachte mir: „Immer diese mediale Schwarzmalerei…!“

Das Fitnesskonto wird mit Fleißpunkten gefüllt

Die Plastikarmbänder scheinen die Antwort auf einige menschliche dringende Fragen zu sein: Wie nehme ich ab? Wie bringe ich viele Leute dazu sich zu bewegen? Wie bekomme ich eine gesündere Lebensweise?
Die Fitnessbänder geben einem das Gefühl überall und jederzeit mühelos anfangen zu können etwas für sich zu tun. Dazu kommt, dass sich der Mensch von diesem Gerät kontrolliert fühlt, da ja täglich mehrfach Impulse, Ermahnungen oder auch Lob am Handgelenk aufleuchten.
Morgens zur Bahn gelaufen? Wow, schon 1023 Schritte, da gönn ich mir doch direkt mal einen Schoko-Donut am Bahnhof… Kleine Sünden macht man mit kurzem Gehen um den Block wieder wett und scheffelt so Fleißpunkte auf seinem Fitnesskonto.

Es soll ja sogar mittlerweile schon Krankenkassen geben, die solche Armbänder in ihr Bonusprogramm mit aufgenommen haben. Es gilt lediglich nachzuweisen, dass man mind. 10.000 Schritte am Tag gelaufen ist oder alternativ über 30 Minuten lang einen Herzschlag von 120 aufrechterhält. Ob man joggt, fahrradfährt oder schwimmt bleibt jedem selbst überlassen. Macht schlappe 180 Euro Beitragsersparnis im Jahr.
Der Gedanke, dass dann auch noch meine Krankenkasse mitbekommt (und sogar aufzeichnet) wo ich gerade bin und weshalb mein Puls gerade so rast, gruselt mich.

Gemüsechips

Gerade gestern sitze ich mit einer Freundin gepflegt zum Serienabend auf dem Sofa, als sie wild mit ihrem linken Arm in der Luft rudert. Die Hand kreist vor und zurück, der Arm schwingt hin und her, während das kleine Display an ihrem Handgelenk munter leuchtet und ich mich nicht mehr auf das Fernsehbild konzentrieren kann.
„Äh, was machst Du da?“ „Ha! Ich habe herausgefunden, dass man mit wedelnden Bewegungen der Hand das Armband austricksen kann. Ich habe gleich zirka 600 Schritte gespart und die blöde Uhr hört auf zu motzen, dass ich hier untätig mit Dir auf der Couch sitze.“ Sagt sie, grinst und greift mit der nicht wedelnden Hand in meine Chipstüte…

Ich wünsche Euch einen tollen Sonntag, bleibt beweglich ;-)

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Diese Grünkohl-Quesadilla eignen sich übrigens auch hervorragend für einen entspannten Couchabend!

Gemüsechips mit Chili-Sour-Creme
 
Author:
Recipe type: Snack
Ingredients
  • Kartoffeln
  • Pastinaken
  • Rote Bete
  • Gelbe Bete
  • Olivenöl
  • Salz

  • 100 g Schichtkäse (ersatzweise Quark, 20% Fett)
  • 80 g Schmand
  • 50 g saure Sahne
  • 50 g Crème fraîche
  • 3 El Salat-Mayonnaise
  • 2 El Weißweinessig
  • 0.5 Tl Worcestershiresauce
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • Chili-Kresse (z.B. von Koppert Cress)
Instructions
  1. Das Gemüse putzen und schälen.
  2. Mit einem Gemüsehobel in dünne Scheiben hobeln. (Je dünner die Scheiben sind, desto knuspriger werden die Chips.)
  3. Etwas Olivenöl mit Salz in einer Schüssel verrühren. Die Gemüsechips hineingeben und Öl vermengen.
  4. Backbleche mit Backpapier auslegen und die Gemüsechips gleichmäßig darauf verteilen, so dass sie nicht übereinander liegen.
  5. Im Ofen circa 40-50 Min. bei 140°C Umluft backen. Den Ofen zwischendurch immer wieder öffnen, sodass der Wasserdampf entweichen kann. Öfter nachschauen - zwischen knusprig und verbrannt liegen nur wenige Augenblicke.

  6. Schichtkäse oder Quark mit Schmand, saurer Sahne, Crème fraîche und Salat-Mayonnaise in einer Schüssel verrühren. Mit Weißweinessig, Worcestershiresauce, Zucker, Salz und Pfeffer würzen.
  7. Die Chili-Kresse unterheben und zu den Gemüsechips servieren.

Königsberger Klopse nach Oma-Gisela-Art

{…wenn sich die Völkerwanderung of love in Bewegung setzt…}

Königsberger Klopse

Wusstet Ihr, dass ca. jede 8. Beziehung in Deutschland eine Fernbeziehung ist?
Das heißt, dass sich ein Tross von rund einer halben Millionen Menschen (meist) am Wochenende auf die Reise zu dem oder der Liebsten begibt.
Die Reiseunterlagen haben das Ziel „hier bei mir“ oder „dort bei dir“. Klingt romantisch, oder? Naja… wenn man es sich schön redet und dabei denkt: “Ach, da komme ich am Wochenende mal raus…!“ funktioniert das vielleicht.
In Wahrheit sieht die Sache ganz anders aus….

120 Minuten versus 264 km

Freitagsmorgens: Der Rollkoffer macht um 8 Uhr in der Frühe schleifende Geräusche, wenn er hinter der Wochenend-Beziehungs-Person über den Parkettboden im Büro her rollt, um dann in einer Ecke geparkt zu werden. Kurz vor 17 Uhr betet man dann, dass der Chef nicht noch spontan ein Meeting einberuft, so dass man dann pünktlich um 18 Uhr im Zug oder im Auto sitzt und in die Richtung Wochenend-Zweit-Heimat aufbrechen kann. Ich kann selbst ein Lied davon singen, denn ich bin seit einem Jahr selbst aktives Mitglied der „Völkerwanderung of Love“. Ich kenne mittlerweile die grauenvolle und völlig überteuerte Speise- und Getränkekarte der Deutschen Bahn in- und auswendig, weiß wie mein Sitznachbar heißt und freue mich schon immer auf die schlürfenden Geräusche, die er beim Trinken seines Capuccino macht. Die Strecke Frankfurt-Nürnberg wird für mich nicht in 264km, sondern in 120 Minuten gemessen. Nehme ich das Auto werden, dank der wunderbaren Baustellen auf der Strecke, direkt mal 180-240 Minuten daraus. Allerdings kann ich dann wenigstens lautstark zu meiner Musik mitgrölen, ohne gleich verhaftet zu werden und werde auch nicht durch den Geruch von Fertig-Königsberger-Klopsen im Zugabteil belästigt.

Damit der Wochenendtrip nicht immer einem Umzug gleicht, sind Dinge wie Zahnbürste, Shampoo und Duschgel, Pyjama, Joggingschuhe und Handyaufladekabel bereist in doppelter Ausführung angeschafft worden und „hier“, bzw. „dort“ deponiert worden. Man hat auf dem Weg ins Wochenende vielleicht die neue Jeans an und war vorher nochmal auf der Sonnenbank, denn schließlich möchte man ja attraktiv, gesund gebräunt und nicht abgearbeitet beige aussehen, wenn man endlich auf seine/n Liebste/n trifft.

Königsberger Klopse

Alle Regler hoch- es ist Wochenende!

Fragt man Wochenbeziehungs-Betreiber (nennt man das so?), wie denn das Wochenende so war, wird natürlich immer mit „schööön“ geantwortet. Und mal ganz ehrlich, was soll man darauf auch anderes antworten, nach all den Kilometern und dem Leben aus der Reisetasche?
Die Regler am Wochenende werden schwungvoll nach oben gedreht. Essen gehen am Freitag, Veranstaltung am Samstag, Flohmarkt am Sonntag, irgendwann ausgedehnt frühstücken, vielleicht noch einen Film auf der Couch ansehen. Das Wochenende wird ausgequetscht wie eine Orange, bloß keine Minute vergeuden.
Manche Leute füllen eine Woche Urlaub mit all dem was man in einer Wochenendbeziehung in 48 Stunden verpresst.
Der schönste Tag ist der Samstag, denn man hat ja noch „morgen“. Dafür fühlt sich dann der Sonntag an wie der letzte Tag der Schulferien, an dem man dann irgendwann wieder in sein „Single-Leben“ zurückreist.

Mal ganz ehrlich: wer sagt, dass er Fernbeziehungen toll findet, ist für mich bescheuert!
Ich bin wirklich kein neidischer Mensch, aber wenn ich Paare an einem Mittwoch z.B. gemeinsam in die Waschstraße fahren sehe, weil an diesem Tag dort immer happy hour ist, bin ich neidisch. Überhaupt auf alle die ganz banalen Dinge, die „normale“ Paare unter der Woche zusammen machen können. Spießigkeit kann so schön sein….

Stille

Tja, und dann, wenn der Sonntag da ist…? Dann packt man wieder seine Tasche, wirft sie entweder ins Auto oder begibt sich damit wieder zum Bahnhof.
Sonntags ist es immer sehr still auf der Rückfahrt im ICE. Die meisten haben Ihre Ohrstöpsel im Ohr und lassen das Wochenende nachklingen. Die Haut riecht nicht mehr nur nach einem selbst, sondern nach dem Menschen von dem man sich jetzt Stück für Stück immer weiter entfernt. Man will mit keinem reden, starrt vor sich hin in die beginnende Dunkelheit.
Dann sieht man die Lichter seines Zielbahnhofs, steigt aus und geht nach Hause.

Das Handy leuchtet auf und man antwortet ein bisschen traurig und auch ein bisschen glücklich: „Ich dich auch!

Königsberger Klopse

Und weil Königsberger Klopse eines meiner Lieblingsessen ist (die besten hat mir nämlich immer meine Oma Gisela gemacht), zeige ich Euch heute hier mal wie die richtig gemacht werden.
Vielleicht schicke ich das Rezept mal an die Deutsche Bahn, in der Hoffnung, dass das was dort als Königsberger Klopse verkauft wird, mal optimiert wird…

(Wer noch nach einem anderen Rezept mit Hackfleisch sucht, wird bei diesem Flammkuchen übrigens auch fündig.)

Ich wünsche Euch allen ein tolles Wochenende, ob „hier“ oder „dort“.
Ich bin dann mal wieder weg…

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Königsberger Klopse
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • Zutaten
  • Für 6 Portionen
  • 1 altbackenes Brötchen, ca. 40 g
  • 80 g Schalotten
  • 6 Stiele glatte Petersilie
  • 20 g Butter
  • 3 Sardellenfilets, ca. 20 g
  • 600 g Kalbfleisch, aus der Schulter
  • 15 g Speck, mild geräuchert
  • 2 Eier , Kl.M
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Tl Macis, Muskatblüte, fein zerrieben
  • Zitronenschale, fein abgerieben von ½ Biozitrone
  • 800 g Kartoffeln, klein, z.B. Bio-Linda
  • 20 g Butter
  • 4 Stiele krause Petersilie
  • 3 Gläser Kapern, à 40 g, z.B. Nonpareilles
  • 1 Zwiebel, klein
  • 2 Nelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • 250 ml Kalbsfond
  • 250 ml Weißwein
  • 100 g Butter
  • 250 ml Schlagsahne
  • 3 El Mehl
  • 150 ml Milch
  • 2 El Zitronensaft
Instructions
  1. Für die Klopse das Brötchen in heißem Wasser einweichen, dann gut ausdrücken.
  2. Schalotten fein würfeln, die glatte Petersilienblätter abzupfen und fein schneiden.
  3. g Butter in einer Pfanne schmelzen, Schalotten darin 2 Minuten farblos dünsten. Die Petersilie unterrühren, beiseite stellen und kalt werden lassen.
  4. Jetzt die Sardellenfilets auf Küchenpapier abtropfen lassen und fein hacken.
  5. Eventuell Silberhaut, Fett und Sehnen vom Fleisch entfernen. Fleisch und Speck klein schneiden.
  6. Fleisch und Speck mit dem Brötchen, der Schalottenmischung und den Sardellenfilets zweimal durch die feine Scheibe des Fleischwolfs drehen. Hackfleisch in einer Schüssel mit den Eiern gut mischen und mit Salz, Pfeffer, ½ Tl Macis und Zitronenschale einer halben Zitrone würzen. Aus der Masse ungefähr 20 Klopse (à ca. 45 g) formen und abgedeckt kalt stellen.
  7. In der Zwischenzeit Reis nach Packungsanleitung kochen.
  8. Die Kapern in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen, dabei den Kapernsud auffangen. Die Zwiebel mit Nelken und Lorbeer spicken.
  9. l Wasser mit Fond, Weißwein und gespickter Zwiebel einmal aufkochen. Die Klopse in den Fond geben und 8-10 Minuten leise sieden lassen. In einem zweiten Topf 40 g Butter schmelzen. Das Mehl unterrühren und kurz quellen lassen. Mit 500 ml Klopsfond gut verrühren und offen bei mittlerer Hitze 8-10 Minuten schwach kochen lassen. Sahne, Milch, 6 El Kapernsud und Zitronensaft zugeben und einmal aufkochen, dann mit Salz und restlichem Macis würzen. Restliche kalte Butter mit einem Schneidstab in der Sauce fein pürieren. Kapern zugeben. Klopse mit Sauce und Reis in vorgewärmten tiefen Tellern servieren.

 

Maronencreme-Suppe, Rosmarin-Grissini, geräucherte Entenbrust

{…eine Badezimmer-Analyse…}

Maronensuppe Ganz ehrlich, ich hab’ heute mal keinen blassen Schimmer wie ich die Kurve von dieser Story zum Thema Essen bekommen soll, ohne dass es unappetitlich wird… Aber ich wollte Euch die Gedankenwelt eines Mannes in Punkto „Badezimmer-Analyse einer Frau“, hinsichtlich deren „sonstigen Vorzügen“ nicht vorenthalten.
Ich versuche einfach mal dem Thema entgegen zusteuern und zeige Euch eine wirklich leckere Suppe für den Herbst.
Auch gut geeignet als Vorspeise für das Weihnachtsmenü. Nehmt Euch ein Süppchen und lernt Frank kennen:

Alsooo…. Vor Kurzem traf ich Frank nach einer gefühlten Ewigkeit wieder. Frank und ich wohnten über einen kurzen Zeitraum in einer gemeinsamen Wohnung, die aber für zwei exzentrische Personen nicht genug Raum bot (wenn ihr wisst was ich meine…)
Auch damals schon neigte Frank zu einer ungehemmten Analyse seiner, nennen wir es fröhlichen „Kurzeit-Beziehungen“, die früher bei uns ein und aus gingen. Meist abends ein…morgens aus, dann wurden sie nicht mehr gesehen… Nun…

Das Badezimmer einer Frau- die Büchse der Pandora

Frank hat sich irgendwie nicht wirklich verändert. Nachdem wir unweigerlich auf das Thema „Beziehungsstatus“ zu sprechen kamen, eröffnet er mir seine These, dass er nur in das Badezimmer einer Frau gehen müsste, um diese schon zu kennen, bevor „irgendetwas anderes“ stattgefunden hat.
Das Badezimmer einer Frau sei nämlich eine Art „Büchse der Pandora“, die man nur mit Vorsicht öffnen sollte. Ich überlege kurz, wie man mein Badezimmer wohl analysieren könnte und fordere einen Exkurs in die Welt eines Mannes mit reichem Erfahrungsschatz zum Thema „Badezimmer-Analyse“.

Wir nennen die Dame, deren Badezimmer Frank als „Fallbeispiel“ anführt, einfach mal Stefanie* (*Name von der Redaktion geändert)

„Als ich das erste Mal Stefanies Wohnung betrat, wehte mir ein sanfter Geruch von Vanille entgegen. Es erinnerte mich sofort an meinen ersten Golf vor 25 Jahren, an dessen Spiegel ein gelber Vanille-Duftbaum baumelte. Ich fühlte mich gleich heimisch. Der Nachmittag war sehr entspannt, man redete über dieses oder jenes. Irgendwann an diesem frühen Abend musste ich dann doch mal aufs Klo.
Ehrlich, Tanja- ich hatte Angst! Stephanie war echt toll und ich wollte mir meine Illusion über diese Frau nicht durch das Öffnen der „Büchse der Pandora“ zerstören lassen…. Aber was will man machen, wenn 1,5 Liter Kaffee sich den Weg nach draußen suchen?!“ Ich musste laut Lachen, denn Frank gehörte erfahrungsgemäß nicht unbedingt zur ängstlichen Sorte Mann.

Maronencremesuppe

Relax und setzt Dich!

„Ich betrete also Stephanies Badezimmer und entdecke als Erstes eine Ansammlung an Deko-Nippes, für den man wahrscheinlich im 1 Euro-Laden noch Geld mitbekommen hätte. Über der Badewanne kleben Blumen-Tribals und kleine Muscheln und Seesterne aus Plastik, die auf buntem Sand liegen, zieren ein Tablett. Daneben ein fetter goldener Buddha, der mir grinsend beim Pinkeln zusieht. Das erledige ich übrigens im Sitzen, denn ein Klebeschild an der Klospülung weist in Zeichensprache eindringlich darauf hin.
Mein Blick fällt auf die Fensterbank und ich betrachte die aneinandergereihten Holzbuchstaben, die das Wort RELAX ergeben. Äh, sorry, wie soll das denn hier gehen??? Relax… Ich bin verwirrt.
Ist das wirklich Stefanie? Die coole, direkte, sexy Frau, die ich vor 2 Tagen im Aufzug kennengelernt habe? Das passt doch irgendwie nicht zusammen….“
„Im Aufzug, so so…!“ unterbreche ich Frank und muss bei seinen Ausführungen schon wieder laut lachen, weshalb er mich mit einem tötenden Blick bestraft.

Willkommen in der Werkstatt

„Ja, und dann Tanja…. dann stellt man fest, dass gewisses Aussehen natürlich seinen Preis hat. Überall standen Tiegel, Tuben und Dosen mit Peelings, Puder, Cremes und Kuren, Lotion-Masken usw. herum. Immer mit dem Wort „Anti“. Anti-Cellulite, Anti-Falten, Anti-Aging, Anti, Anti, Anti… da kommt einem doch unweigerlich die Frage: „Wie sähe Stefanie wohl ohne diese ganzen Gegenmittel aus?!“ Mal von der herumliegenden Hardware in Form von Lockenwicklern, Glätteisen, Wimpernzange, Hornhaustraspel, usw. abgesehen. Tanja, das war kein Badezimmer! Das war ein Hobbyraum erster Güte- eine Werkstatt…!
Und dann merkte ich, dass eine entscheidende Sache in dieser „Werkstatt“ fehlte. Wo waren bitte die Zahnpasta-Spritzer am Spiegel, die Haarsträhnen vom Kämmen im Waschbecken, Kalkablagerungen auf den Armaturen…?
Da war einfach NICHTS! N I C H T S!“
Ich rollte mich fast auf dem Fußboden vor Lachen, wegen der bildlichen Ausführungen von Frank.

  Maronencremsuppe

Bergamotte, Moschus, Klostein

„Ich sitze also immer noch auf dem Klo und schaue mich schockiert um. Plötzlich ertönt ein „Pffffffff“ hinter mir und ich beginne schon an mir zu zweifeln, dass mir dieses Badezimmer sogar meine körperlichen Empfindungen raubt und ich nicht mal mehr merke, wenn aus mir Luft entweicht*. (Anmerkung: Frank benutze hierfür ein anderes Wort, was ich hinsichtlich des Themas „Foodblog“ abgeändert habe). Zum Glück zeigt sich schnell, dass ich nichts für dieses Geräusch konnte. Hinter mir steht ein Gebilde, was wohl einer Hand nachempfunden sein soll, dessen Daumen ein penetrant riechendes Öl in regelmäßig getakteten Abständen freigibt. Bergamotte? Moschus? Klostein? Ein migränefördernder Geruch umweht mich und legt sich in kleinen fein zerstäubten Mikropartikeln auf meinem Rücken nieder. Ob dieses Ding wohl einen Sensor hat, was die Verweildauer beim Toilettengang registriert und dementsprechend Duftstoffe absondert? Ich muss einfach raus hier! Der Fluchtgedanke wurde übermächtig. Während ich nach dem 4-lagigen Toilettenpapier greife, fällt mein Blick auf den Push-Up-BH aus Spitze, der über dem erwärmten Handtuchhalter baumelt (ob sie so einen auch in diesem Moment trägt?). Dann entdecke ich in der Dusche den Rasierer… (wo rasiert sie sich?), die Kontaktlinsen-Aufbewahrung und eine Beißschiene… (was sie wohl so sehr aufregt, dass sie nachts mit den Zähnen knirschen muss?) Ich entdecke beim Händewaschen eine Tinktur gegen Nagelpilz und stelle fest, dass Stefanie Melkfett benutzt. Melkfett?!? Äh, wofür?! Und dann die Seife… „Stop water while using me!“ stand darauf. Entweder ist Stefanie sehr umweltbewusst (was ich hoffte) oder sie gibt gerne bevormundend den Ton an. Ich verließ dann eilig das Badezimmer- ich hatte genug Informationen…“
„Und dann? Bist Du dann nach diesem Schock einfach stumm weggelaufen?“ fragte ich Frank und wollte mich schon wälzen vor lauter Lachen.
„Nö. Wir hatten einen echt schönen Abend und als wir uns dann verabschiedet haben, lud ich sie für zwei Tage später wörtlich in mein „PIPIKACKALAND“ ein.
Hat sie natürlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht verstanden…“

Was sagt Euer Badezimmer über Euch aus?

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Maronencremesuppe
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 3 kleine Schalotten
  • 6 Zweige Thymian
  • 250 g Maronen gegart
  • 20 g Butter
  • 600 ml Hühnerfond
  • 150 g Schlagsahne
  • 200 ml Milch
  • Meersalz
  • Piment d‘Espelette
Instructions
  1. Zuerst die Schalotten schälen und klein schneiden.
  2. Den Thymian abspülen und trocken schütteln.
  3. Die Maronen grob hacken, ein bis zwei Esslöffel beiseite legen.
  4. Von zwei Zweigen Thymian die Blättchen abstreifen.
  5. Die Butter erhitzen und Schalotten, Thymianblättchen und den größeren Teil der gehackten Maronen darin dünsten.
  6. Dann den Fond angießen und die Sahne dazu geben.
  7. Alles knapp 10 Minuten zugedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen.
  8. Nun die Suppe mit dem Stabmixer pürieren und die Milch unterrühren.
  9. Mit Salz und Piment d'Espelette würzen.
  10. Den restlichen Thymian und die restlichen Maronen in Olivenöl anbraten und auf die Suppe geben.

Rosmarin-Grissini mit geräucherte Entenbrust
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • 500 g Mehl, (Type 405)
  • 1 Pk. Trockenhefe
  • 1 Prise Zucker
  • 2 Tl Salz
  • 3 El Olivenöl
  • 2 El getrockneter Rosmarin, zum Bestreuen
  • 150 g geräucherte Entenbrust
Instructions
  1. Das Mehl mit der Hefe, dem Zucker, dem Salz und dem Olivenöl mischen und mit 275 ml lauwarmem Wasser ca. 10 Minuten so lange kneten, bis ein glatter und elastischer Teig entstanden ist.
  2. Den Teig in eine Schüssel legen, mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort 10 Minuten gehen lassen.
  3. Den Ofen auf 200 °C (Umluft 180 °C) vorheizen.
  4. Den Teig aus der Schüssel nehmen, erneut durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick zu einem Rechteck ausrollen.
  5. In 1 cm dicke Streifen schneiden und diese mit den Händen zu langen Strängen rund rollen.
  6. Die Teilstränge auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und dünn mit etwas Wasser bepinseln und mit getrocknetem Rosmarin bestreuen.
  7. Für ca. 15 Min backen und ausgekühlt in einer luftdichten Dose aufbewahren.
  8. Als Beigabe zur Maronensuppe mit der geräucherten Entenbrust umwickeln und mit der Suppen anrichten.

 

 

Heidelbeer-Rotwein-Risotto-Liebe

{…die Sache mit der Liebe…}

Blaubeer-Risotto

Ich habe eine große Liebe.
Die Risottoliebe. Also, unter anderem die Risottoliebe…
Eine andere gibt es auch ;)

Die Sache mit der Liebe ist ja manchmal etwas unwegbar.

Habt Ihr Eure große Liebe schon gefunden?
Nein? Noch nicht?
Macht nix, denn es besteht Hoffung…!

Blaubeer-Risotto

Jeder hat 3 große Lieben

Laut Sozialpsychologen gibt es nämlich in jedem Leben drei große Lieben. Natürlich ist jede dieser Lieben anders, einzigartig und besonders und hat eine große Bedeutung für unsere Entwicklung.

Liebe Nr. 1

Die allererste Liebe ist etwas ganz Besonderes.
Meist erlebt man sie sehr jung und hat deshalb noch keine Vergleiche. Es ist alles neu. Der erst Kuss, das erste Mal… Man himmelt den anderen an und schwebt meist mit Pubertätspickeln im Gesicht auf der rosa Wolke über dem Schulhof. Man denkt, dass diese Liebe ewig hält. Allerdings ist man in diesem Alter noch sehr stark beeinflussbar und legt einen großen Wert auf die Meinung anderer. Die erste große Liebe hält in den allerseltensten Fällen für immer (aber auch das passiert natürlich!).

Liebe Nr. 2

Nachdem man den Trennungsschmerz von der allerersten Liebe verkraftet hat, wird man vorsichtiger.
Man hatte vielleicht in der Zwischenzeit den/die ein/e oder andere/n an seiner Seite und hat sich auf dem „Markt“ ein wenig umgesehen. Da man mittlerweile ein paar Erfahrungen gesammelt hat und nun weiß wie schnell eine Beziehung beendet sein kann und welchen Schmerz das mit sich zieht, geht man schon etwas kritischer an die Sache heran.
Bei der zweiten große Liebe ist man schon etwas reifer geworden. Der neue Partner ist gleichberechtigt, man weiß schon eher was man möchte und auch was man nicht mag, im Gegensatz zur großen Liebe Nr.1.
Dieses Wissen macht beide Partner kritischer und meinungsfreudiger, was häufig zu Diskussionen führt. Aber man ist in vielen Dingen auch leidenschaftlicher. Oftmals geht man bei der Liebe Nr.2 mehr mit dem Kopf an die Sache heran, möchte den anderen ändern, arbeitet an der Beziehung (was ja grundsätzlich nicht schlecht ist). Leider wird darüber hinaus manchmal vergessen auch einfach mal nur glücklich zu sein. Deshalb hält man häufig an Liebe Nr.2 lange fest, obwohl es vielleicht schon zu spät ist und man besser früher einen Schlussstrich gezogen hätte.
Laut Psychologen kann man dieser Liebe Nr.2 übrigens mehrfach begegnen, bis man die Liebe Nr.3 trifft. Auch ist eine Heirat und Kinder mit Liebe Nr.2 nicht selten.
Die zweite Liebe ist eine der wichtigsten Lieben in unserem Leben, da sie uns erkennen lässt was und wer uns glücklich macht, was man braucht und welche Form von Nähe und/oder Distanz für einen selbst richtig sind. Es ist eine lehrreiche Liebe.

Liebe Nr. 3

Tja… Und dann trifft man auf die dritte große Liebe.
Diese Liebe erwischt einen meist nicht auf den ersten Blick mit Haut und Haaren, sondern man begreift erst nach einer gewissen Zeit, dass man zusammenpasst und gehört.
Bei Liebe Nr.3 kann man durchaus schon im fortgeschrittenen Alter sein. Manch einer trifft seine Liebe Nr.3 erst im hohen Alter.
Bei der dritten großen Liebe geht man eher auch mal Kompromisse ein. Vielleicht ist die neue 3. Liebe ein ganz anderer Typ (innerlich und äußerlich), als die Vorangegangene. Das Entscheidende aber ist: Diese Liebe fühlt sich einfach nur gut und richtig an. Man ist angekommen, in der richtigen Zeit, die ab einem gewissen Alter auch nicht mehr unbegrenzt vorhanden ist und man hat das Bedürfnis, jede Minute sinnvoll und mit dem richtigen Partner zu nutzen. Man genießt das Miteinander anders und intensiver. Dramen, Tränen und Diskussionen bleiben aus.
Man hat sich gefunden.
Man will aneinander festhalten.
Einfach so.
Für immer.

An alle noch Suchenden:
Hier das Rezept zur Wartezeitverkürzung ;) Und wer noch Lust auf ein anderes Risottorezept hat schaut einfach mal hier.

Heidelbeer-Rotwein-Risotto
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 250 g Risottoreis (z. B. Carnaroli)
  • 4 dl Rotwein
  • 6 dl heiße Gemüsebrühe
  • 250 g Heidelbeeren, ca. 50 g extra
  • 1 EL Butter
  • 2 EL Parmesan, gerieben
  • Ziegenfrischkäse nach BeliebenSalz und Pfeffer
Instructions
  1. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel andünsten, Reis dazu geben.
  2. Den Reis unter Rühren anbraten bis er glasig ist.
  3. Die Hälfte des Weins dazugiessenund fast vollständig einkochenlassen.
  4. Den restlichen Wein dazugiessen und vollständig einkochen.
  5. Die Gemüsebrühe unter häufigem Rühren nach und nach dazugiessen, sodass der Reis immer knapp mit Flüssigkeit bedeckt ist.
  6. Nach ca. 10 Min. die Heidelbeeren unterrühren und ca. 10 Min. fertig köcheln, bis der Reis cremig und al dente ist.
  7. Butter und Käse darunterheben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und in Teller geben.
  8. Die beiseite gestellte Heidelbeeren darauf verteilen.
  9. Nach Belieben Ziegenkäse darüber zerbröseln und groben Pfeffer darüber geben.

Passend zum Thema Liebe kann ich Euch übrigens jeden Abend ab 20 Uhr die Radiosendung „Herzflattern“ auf Kochblogradio.de wärmstens empfehlen.

Ich wünsche mir für jeden von Euch, dass Ihr Euer „für immer“ findet oder schon gefunden habt!

Auf die Liebe!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Miesmuscheln in Kokos-Tomaten-Sud

{…man muss auch mal „Nein“ sagen könne…}

Nein sagen

Heute greift die HouseDame mal in die „Lebensweisheits-Kiste“ und schwingt nur kurz den Kochlöffel. ;)

Lebensqualität durch ein gepflegtes „Nein“ – „Ja“ das geht!

Zu so vielen Dingen im Alltag sagt man einfach „Ja“, ohne dass man eigentlich will, was oder wem man da zustimmt oder eingeht. Ein gepflegtes „Nein“ kann einem tatsächlich echte Lebensqualität bringen.

Ich habe in meinem Leben schon ziemlich oft „Ja“ zu Dingen gesagt, zu denen ich besser „Nein“ gesagt hätte. Zu Einladungen, von Menschen mit denen ich meine Freizeit eigentlich nicht „verschwenden“ wollte, zu Aufträgen, für dich eigentlich zu überarbeitet, für Partys, für die ich zu müde war. Alles aus reiner Höflichkeit. Meist weiß man erst hinterher, dass einem ein gepflegtes „Nein“ einiges an Stress, Zeitverschwendung und oftmals auch Ärger verhindert hätte. Ein „Ja“ geht einem schnell über die Lippen, ohne dass man sich häufig in diesem Moment darüber bewusst ist, was die Konsequenz für dieses „Ja“ bedeutet.

Warum sagt man „Ja“, wenn man „Nein“ meint?

Meine „Jas“, die ein „Nein“ hätten sein sollen, kamen meist aus der Angst heraus entweder etwas zu verpassen, jemanden vor den Kopf zu stoßen oder einfach nach einer „Nein-Antwort“ nie wieder gefragt zu werden.

Zeit nimmt den Druck für vorschnelle Antworten

Ich habe gelernt, dass es auf die Art und Weise ankommt „Nein“ zu sagen. Der richtige Umgang damit lässt sich lernen und erfordert nur ein wenig Übung.
Wichtig ist, dass das „Nein“ freundlich angebracht wird und dem Gegenüber nicht das Gefühl gibt auf die Füße getreten zu bekommen.
Oftmals hilft es schon, wenn man nicht voreilig und schnell eine Antwort geben muss und sich mit „Darf ich darüber nachdenken? Ich sage Dir heute Abend Bescheid!“ oder „Ich muss erst in meinem Kalender nachsehen. Ich kann Dir gerade noch keine verbindliche Antwort geben.“ Zeit für die Antwort und zum Hinterfragen seiner eigenen Empfindung schafft. Jeder hat das Recht sich Zeit für Antworten zu nehmen, was meist auch den Druck der Entscheidung nimmt. Hat man voreilig mal wieder etwas zugesagt, was man eigentlich gar nicht wollte, ist es unlängst schwieriger einen Rückzieher zu machen, denn man steht ja schon im Wort.

Erklärt man zudem kurz noch weshalb man etwas ablehnt, ist es für den Gegenüber auch leichter nachzuvollziehen. Allerdings sollte die Erklärung tatsächlich kurz ausfallen, denn sonst läuft man Gefahr in Überredungsversuche oder Debatten verwickelt zu werden.

Genauso wie jeder das Recht hat „Nein“ zu sagen, haben alle die mit einem Anliegen, einer Bitte oder Gesuch an jemanden herantreten anständig behandelt zu werden. Ein eindeutiges „Nein“ ist oft auch ein Zeichen von Respekt, so merkwürdig das vielleicht klingt. Unnötig vertröstet oder hingehalten werden, wenn man die Antwort schon längst weiß, ist also kein schöner Zug.

Alternativen für ein „Nein“

Für manche Anliegen, die man evtl. mit einem „Nein“ beantworten würde, gibt es aber auch Alternativen.
„Kannst Du bitte einen Kuchen für das Buffet am Samstag backen?“ Früher hätte ich sofort „Ja, klar! Kein Problem!“ gerufen, obwohl ich überhaupt keine Zeit hatte mich noch in die Küche zu stellen. (Aber meine Freunde sollten ja weiterhin denken, dass ich immer alles völlig unangestrengt und mit Links schaffe, egal wie stressig mein normaler Arbeitsalltag auch ist/war.) Heute sage ich einfach: „Sorry, einen Kuchen backen kann ich leider nicht, aber ich bringe eine Käseplatte mit.“ Und schon ist aus einem „Nein“, ein alternatives Angebot geworden, dass dem Gegenüber für sein Anliegen auch weiterhelfen könnte. Aber nicht, dass Ihr jetzt aus schlechtem Gewissen Wagenladungen Käse mitbringt, weil Ihr den Kuchen ausgeschlagen habt!

Kennst Du Deine „Jas“?

Damit man das mit dem „Nein-Sagen“ gut hinbekommt, muss man allerdings wissen was seine „Jas“ im Leben sind. Was möchte man? Was tut einem gut? Möchte man mehr Zeit für sich haben? Möchte man konsequenter sein Sportprogramm absolvieren? Dann schlägt man natürlich das Glas Wein, zu dem man eingeladen wird, aus, da das nicht im Trainingsplan vorgesehen ist… Wenn man weiß was man möchte, wird ein „Nein“ leichter fallen und sich auch authentisch vor sich und den anderen begründen lassen.

Lasst Euch nicht auf Diskussionen ein, wenn Euer Gegenüber Eure „Nein-Entscheidung“ nicht versteht oder akzeptiert und lasst Euch bloß keinen Egoismus vorwerfen!
Immer daran denken: Es kommt nur auf die Empfindung deines Gegenübers darauf an, wie das „Nein“ interpretiert wird. Achtet also immer darauf wie Euer „Nein“ rübergebracht wird.

Miesmuscheln in Kokos-Tomaten-sudo

Ich sage heute „Nein“ zu Kalorien und „Ja“ zu schönen Erinnerungen an den letzten Urlaub, an dem ich immer Miesmuscheln am Mittag an der Strandbude gegessen habe und mich alles andere als MIES dabei gefühlt habe.

5.0 from 1 reviews
Miesmuscheln in Kokos-Tomaten-Sud
 
Author:
Ingredients
  • 1 kg Miesmuscheln
  • 1 Dose stückige Tomaten
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • etwas Butter
  • 150ml Weißwein
  • 100ml Gemüsebrühe
  • 3 Karotten
  • 3 Stangen Stangensellerie
  • weiteres Gemüse nach Belieben
  • Salz, Pfeffer, Chili, Curry, Zitronensaft
Instructions
  1. Die Miesmuscheln gründlich säubern. Alle Muscheln die bereits vor dem Kochen geöffnet sind, bitte entsorgen!
  2. Zwiebeln, und Gemüse gleichmäßig groß in Würfel schneiden, Knoblauch fein hacken.
  3. Das Gemüse in einem großen Topf in der Butter anschwitzen und anschließend mit der Brühe und dem Weißwein ablöschen.
  4. Minuten köcheln lassen, dann die Tomaten und die Kokosmilch dazugeben.
  5. Den Sud mit Salz, Pfeffer, Chili, Curry und etwas Zitronensaft abschmecken.
  6. Jetzt die Muscheln dazugeben und solange köcheln lassen bis sie sich alle geöffnet haben.

Dazu passt übrigens gut dieses selbstgebackene Baguette (klick) oder auch diese Fladenbrot (klick)

DIE FÄHIGKEIT DAS WORT „NEIN“ AUSZUSPRECHEN,

IST DER ERSTE SCHRITT ZUR FREIHEIT.

(Nicolas Chamfort)

franz. Schriftsteller 1741-1794

 

Macht das was Euch gut tut!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Alte Wutz von Heiko Brath

{Du Alte Wutz…was ein Glück, hab ich Schwein gehabt}

Alte Wutz von Heiko Brath

Platon behauptete ja, dass drei Teile der menschlichen Seele im Gleichgewicht sein müssen, damit der Mensch glücklich sei: Vernunft, Wille und Begehren.
Heute heißt es, dass jeder seines Glückes Schmied ist und das Glück ein Zusammenspiel von bewusst getroffenen Entscheidungen und Zufällen ist. Es gibt also das Lebensglück, das durch Faktoren wie Liebe, Familie, Beruf, Finanzen und Freizeit bestimmt ist und das Zufallsglück, das ganz unerwartet und plötzlich vor deiner Tür steht.

Am heutigen MEATwoch möchte ich von meinem kürzlich mir widerfahrenen Glück berichten und wie es sich zusammensetzt:

Glück No.1: Mein persönlicher Messer-Dealer stattete mir einen Housebesuch ab, unter dem Arm eine schwarze Tasche und ein breites Grinsen auf dem Gesicht.
„Was grinst Du denn so?“
„Alte Wutz!“ schleuderte er mir entgegen.
„Sag mal geht’s noch?! Spielen wir jetzt: >>Gib mir Tiernamen<<?“ „Eigentlich eine gute Idee…,“ murmelt er, während er in der schwarzen Tasche kramt.
„…aber leider ist der Name „Alte Wutz“ schon vergeben und kann in diesem Spiel für Dich nicht mehr verwendet werden…sehr schade übrigens!“ fügte er noch an, während er zwei Bilderbuch-Koteletts aus dem Papier wickelt, das er zuvor aus der Tasche geholt hat. „Darf ich vorstellen: Alte Wutz,“ dabei drückt sein Zeigefinger ins Fleisch, „und Alte HouseDame“, sein Zeigefinger sticht mir in die Seite. Seine Mundwinkel ziehen sich von einem Ohr bis zum anderen, während ich empört nach Luft schnappe.

Wenn ich dieses Fleisch in diesem Moment nicht als das vollkommene Glück No.2 empfunden hätte, wäre eine Aneinanderreihung von unschönen Wörtern auf ihn eingeprasselt. Aber der Anblick dieser Fleischstücke, hat mir zu sehr die Freude in die Glieder gejagt, als dass ich mir das durch solche Bemerkungen hätte vermiesen lassen. Vor mir liegen also zwei dicke Koteletts mit schöner fetter Schwarte und gleichmäßiger Marmorierung. Glück No.2 ist also pures Zufallsglück, denn damit konnte ich ja wirklich nicht rechnen.

Glück No.3: Der Messer-Dealer ist just an diesem Tag mit Heiko Brath aus Karlsruhe zusammengetroffen.
Heiko ist Inhaber der Metzgerei Brath und hat den elterlichen Betrieb seit 1998 mit seiner Frau Heike übernommen. Hier ist die Liebe zum Handwerk noch wirklich großgeschrieben, man arbeitet mit Herz und Leidenschaft und hat sich ein Netzwerk aus regionalen Bauern und Lieferanten aufgebaut. So etwas zeigt sich natürlich auch in der Qualität der Ware, die hier über die Verkaufstheke wandert.

Glück No.4: Heiko kam irgendwann auf die glorreiche Idee einen Schweinerücken zu reifen. Neben seinem Dry-Age Beef hing dann also ein Stück Borstenvieh und reifte zuerst eine, dann zwei, dann drei und letztendlich 4 Wochen vor sich hin, ohne dass der Metzgermeister wusste, was passieren würde. Es war ein Test. Und genau dieser Test ist geGLÜCKt, die „Alte Wutz“ ward geboren und kurz darauf patentiert.
Voraussetzung für so eine Fleischqualität ist natürlich die Aufzucht der Tiere. Von der Haltung bis zum Futter geht es den Wutzen der schwäbisch-hällischen Erzeugergemeinschaft, mit der die Metzgerei Brath schon jahrelang zusammenarbeite, einfach saugut.

Glück No.5: Ist in diesem Fall, dass ich kein Vegetarier bin, was eindeutig in die Kategorie Lebensglück fällt.

Alte Wutz

Glück No.6: Der Messer-Dealer ist nicht nur geschickt im Umgang mit Messern, sondern macht auch am Herd eine wirklich gute Figur, so dass ich mich um die Schweinerei gar nicht groß kümmern musste. Ausnahmsweise- ich betone: a u s n a h m s w e i s e (!) habe ich mich an diesem Tag mal auf die klassische Rollenverteilung „ER Fleisch“, „SIE Salat und Abwasch“ eingelassen. Zum einen hatte ich Hunger und zum anderen muss man sich ja auch mal etwas zurücknehmen können, damit die Herren der Schöpfung nicht völlig frustriert sind.

Glück No.7: Die Sonne scheint und es ist 30 Grad warm draußen. Also fallen warme Beilagen zum Kotelett deshalb schon mal weg, es soll ja einen sommerlichen Touch haben.

Glück No.8: Ich habe genau an diesem Tag frischen Queller vom Fischhändler geschenkt bekommen, allerdings wusste ich bis zum Zeitpunkt des Eintreffens der Alten (Messer-Dealer) Wutz nicht was ich damit anstellen sollte.

Glück No.9: Die Kartoffeln sind kurz vorm Keimen und müssen verarbeitet werden.

Glück No. 10: Ich bin im Besitz von bestem griechischem Zitronen-Olivenöl.

Alte Wutz

Und jetzt mischen wir Glück No.8-10 im Glücksrad zu einem sommerlichen Zitronen-Kartoffelsalat mit Queller. Rezept hier:

Zitronen-Kartoffelsalat mit Queller
 
Author:
Ingredients
  • 800 g festkochende Kartoffeln
  • 150 ml Gemüsebrühe
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 unbehandelte Zitrone Saft und Abrieb
  • Antikleia Zitronen-Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • 130 g Queller
  • 30 g Butter
Instructions
  1. Die Kartoffeln waschen und 25-30 Minuten gar dämpfen.
  2. Schälen, etwas ausdampfen lassen und in Scheiben schneiden.
  3. Die Zwiebeln fein schneiden, zu den Kartoffeln geben und mit heißer Brühe, dem Senf und Zitronensaft sowie -abrieb vermengen.
  4. Ca. 10 Minuten ziehen lassen und nach Bedarf noch etwas Brühe zufügen.
  5. Queller gründlich verlesen, bräunliche Partien entfernen. Dann in kaltem Wasser waschen, in einem Sieb gut abtropfen lassen und auf einem Küchentuch trocken tupfen.
  6. Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen und den Queller darin bei mittlerer bis starker Hitze 2-3 Minuten garen.
  7. Queller klein schneiden und zu den Kartoffeln geben.
  8. Anschließend das Zitronenöl untermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken,

 

Glück No.6 stelle ich Euch hier zum Beweis und erkläre Euch was der Messer-Dealer mit der Alten Wutz angestellt hat:

Alte Wutz von Heiko Brath
 
Serves: 4
Ingredients
  • 4 dicke Koteletts von der Alten Wutz von Heiko Brath
  • Fleur de sel
  • Pfeffer
Instructions
  1. Den Backofen oder Grill bis 120°C vorheizen.
  2. Die Schwarte dünn abschneiden, dabei darauf achten nicht in das Fett zu schneiden.
  3. Im Grill/Backofen bis zu einer Kerntemperatur von 42.47°C garen, dann den Grill hochdrehen und von beiden Seiten sehr heiß angrillen (wer im Backofen vorgearbeitet hat, bitte die Pfanne benutzen!)
  4. Die Kerntemperatur der Alten Wutz sollte am Ende bei 54-58°C liegen.
  5. Jetzt vom Knochen lösen und in Tranchen schneiden.
  6. Mit Salz und Pfeffer nach Belieben würzen.
  7. Die Schwarte nebenher bei mittlerer Hitze im Ofen so lange grillen bis sie "aufpoppt" und zum Fleisch, bzw. zur Beilage servieren.

Alte Wutz von Heiko Brath3.1

Glück No.11: Ich habe ein grandioses saftiges Stück Schweinefleisch auf meinem Teller vor mir, knabbere krosse Schwarte und schwebe auf der sommerlichen Zitronen-Kartoffelsalat-Wolke…

Ich finde mit 11 Punkten Glück in kürzester Zeit, ganz unverhofft an einem Tag, kann man echt zufrieden sein!

Tja, da hat alte Platon wohl tatsächlich Recht gehabt, denn: Die Vernunft hat mich dazu verleitet abends zu House zu bleiben (sodass ich den Messer-Dealer samt Alte Wutz empfangen konnte), der Wille hat mich dazu getrieben vorher noch nichts zu Essen (was aber vielmehr daran lag, dass ein Strandurlaub in nächste Nähe rückt- es war also eher Zufallsglück) und das Begehr… nun… darüber schweige ich mich jetzt aus….

Abschließend kann ich sagen, dass es ein rundherum GLÜCKlicher Abend war und dazu hat Heiko Brath, mit seiner Alte Wutz, maßgeblich beigetragen.
Wer mal in Karlsruhe ist, sollte also unbedingt einen Abstecher in die Metzgerei Brath machen und sich etwas Alte-Wutz-Glück mit nach Hause nehmen. Zu jedem Kauf der alten Wutz gibt’s übrigens eine großartige „Gebrauchsanleitung“:

Hier die Adresse meines MEATwoch-Glücks-Lieferanten:
Heiko Brath
Metzger| Grillmeister| Macher
Klauprechtstr. 25
76137 Karlsruhe
Tel. 0721.358060
Mail: info@metzgerei-brath.de
Web: metzgerei-brath.de

In diesem Sinne, immer schön bereit sein: das Glück lauert überall…

Eure

Tanja

aus dem House No.15

P.S. Da die Alte Wutz schnell und vor allem warm(!) verspeist werden wollte, waren das heute hier einfach mal ein paar schnelle Fotos aus der Hüfte. Das Begehr war einfach zu groß, um zu viel Zeit fürs Fotografieren zu verschwenden… Ihr versteht das, oder? ;)

Messer: Friedr. Dick
Zitronen-Olivenöl: Antikleia Olivenöl von Rudi Braun

Pasta con le sarde

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{…Einladen ist das neue Ausgehen…}

Pasta con le sarde

Früher traf man sich abends mit Freunden zum Essen im Restaurant. Wer zeigen wollte wer er ist und was man hat, traf sich beim angesagten Szene-Franzosen, reservierte einen Tisch beim Japaner, der auch Kugelfisch auf der Karte hatte und bestellte gleich am Telefon bei der Reservierung beim Edelitaliener die teuerste Flasche Rotwein, damit diese auch wirklich an diesem Abend verfügbar war.
Heute geht man nicht mehr aus, heute lädt man ein. Und zwar zu sich nach Hause.
Einladen ist das neue Ausgehen….
Die Intentionen dafür sind ganz unterschiedlich. Die einen haben Familie und können wegen der Kinder das Haus quasi niiiiiie mehr verlassen, andere haben sich einen neuen Grill angeschafft und wollen dem Freundeskreis das neue Gerät im Wert eines Gebrauchtwagens stolz präsentieren und dann gibt es Menschen, die einfach gerne andere zu Hause bewirten, weil es schön ist seine Freunde an einem Tisch um sich herum zu haben. Der südländische Gedanke ist ganz hoch im Kurs.

Pasta con le sarde

Wie zum Beispiel Marc:
Marc ist ein Italienjunkie und liebt es diese Liebe auch nach Hause zu transportieren. Nicht nur, dass er jedes Jahr in sein Lieblingsland in den Urlaub fährt, seine Liebe geht weiter über das normale Urlaubs-Land-Liebe-Maß hinaus.
Angelo, ein Freund, nennt Marc einen italiengeilen Deutschen: ein Typ der von Mailand bis Palermo alles liebt. Angelo ist ein in Deutschland geborener Italiener und könnte schon aus der Haut fahren, wenn Marc ihm mit einem: „Ciaoooooo, come stai, Aaaangelooooo?“ (-> Hallo, wie geht es Angelo?) und angestrengt beigemischtem italienischen Dialekt begrüßt. Genervt kontert Angelo: „Ciao stronzo!“ (grob übersetzt: Hallo Kackhaufen!). Marc fühlt sich trotzdem geschmeichelt. Und selbst beim Bestellen in der Eisdiele glänzt er mit bestem Speisekarten-Italienisch, im Restaurant schmettert er ein „Due Espressi!“ quer durch den Saal, so dass auch der letzte im Raum begriffen haben sollte: Marc liebt Italien.

Pasta con le sarde

La dolce Vita-Import

Marc importiert Wagenladungen italienisches Waschmittel aus seinem Urlaub nach Hause, hat sein Wohnzimmer mit Vespa-Fotos gepflastert, schwärmt von dem Wetter, den Autobahnen, den lauten Müttern mit den dicken Kindern, liebt selbst Strandpromenaden die fast nur aus Beton bestehen und hat seinem 15 jährigen Sohn schon vorgeschlagen sich doch auch mal so eine coole (Zuhälter)Frisur wie die italienischen Teenager in den kleinen Dörfern zuzulegen. Grundsätzlich klappt Marc den Kragen seines Polohemdes nach oben und besitzt gefühlte 10 Paar braune Slipper, toupiert sein Brusthaar und dekoriert es ab und an mit einer goldenen Gliederkette. Italienische Schlager schmettert er lautstark und textsicher mit Rockstarsonnenbrille auf der Nase mit und ein seliges Lächeln huscht über sein Gesicht, wenn er einen Italiener fluchen hört. Dann kramt er sein kleines verknittertes Notizbuch aus seiner Gesäßtasche und notiert eifrig das Gehörte, um es bei nächster Gelegenheit bei Angelo anzubringen.

In Italien liest man rosa

Aus dem letzten Urlaub bekam sein ganzer Freundeskreis eine selbstgedruckte Foto-Postkarte geschickt. Marc, in knapper enger schwarzer Badehose, stehend im seichten Wasser eines überfüllten Strandes, unter dem Arm die rosafarbene Sportzeitung geklemmt (die er natürlich nie liest, sie aber immer auf dem Weg zum Strand kauft), am Ohr sein Handy und den Blick auf eine italienische Schönheit, die sich kurz vor ihm auf einer Luftmatratze im Wasser räkelt, gerichtet. Überschrift: La dolce Vita…
Wieder zurück werden alle die mit einer Postkarte beglückt wurden zum italienischen Abend eingeladen. Und so genervt viele von Marcs Freunden wegen seines Italien-Ticks sind, diesen Abend lässt sich keiner freiwillig entgehen. Mal von der Urlaubsfoto-Diashow, die meist im Hintergrund auf einer Leinwand läuft, abgesehen, sind diese Abende tatsächlich legendär, denn es kommt alles auf den Tisch was die Urlaubsregion so zu bieten hat.
Den letzten Urlaub verbrachte er übrigens in Sizilien, was zur Folge hatte, dass Zitronen so groß wie kleine Melonen, Fenchel, Distel-Artischocken und Mangold aus dem Auto geladen wurden, gefolgt von kistenweise Wein und wagenradgroßem Pecorino. Dann wird der große Esstisch im Wohnzimmer ausgezogen, Stühle von den Nachbarn geliehen und mit allem eingedeckt was der Geschirrschrank so hergibt.

Pasta con le sarde

Lebensfreude und Leidenschaft, darauf muss angestoßen werden

Marc verbringt zwei Tage in der Küche, schnippelt, brutzelt, knetet Pastateig, frittiert Reisbällchen (Arancini), nimmt Sardinen aus, backt knusprige Cannoli die mit Ricotta gefüllt werden und schmettert dabei glücklich italienische Schlager. Hier geht es nicht um zeigen was man hat, sondern um die Vermittlung von Leidenschaft, teilen mit guten Freunden, Lebensfreude verspüren. Eben genau das weshalb Marc Italien so liebt. Und er schafft es tatsächlich genau dieses Gefühl an diesem Abend zu verbreiten.
Und was wäre ein echter italienischer, bzw. sizilianischer Abend ohne das abschließende Standart-Getränk „Averna Amaro“? Egal ob pur genossen, auf Eis, mit oder ohne Zitrone.  Am besten schmeckt er allerdings in Gesellschaft. An einem Tisch im freien, mit Freunden die einem am Herzen liegen. Marc hat natürlich auch diesen aus Sizilien flaschenweise importiert, laut ihm schmeckt er dann noch eine Spur besser, wobei man diesen wirklich genauso gut hier kaufen kann.

Averna mit Gläsern

Am Morgen danach wacht Marc auf und könnte direkt schon wieder ins Auto springen, um sich erneut nach Sizilien aufzumachen. Das Heimweh nach Italien sitzt nach so einem Abend tief. Gequält ruft er bei Angelo an, um sich zumindest von seinem italienischen Freund etwas aufmuntern zu lassen und ein paar tröstende Worte auf italienisch von ihm zu hören. Aber alles was Angelo zu Marc’s Gejammer in seiner ganz eigenen herzlichen Art anmerken kann ist: „Nessun cazzo è duro come la vita..“ (*räusper -> Kein Schwanz ist so hart wie das Leben…)

Averna Amaro

In diesem Sinne stoße ich mit Euch nach einem üppigen Teller mit Pasta con le sarde mit einem Averna Amaro auf das Leben an.
Genießt es in vollen Zügen, seid leidenschaftlich und liebt das was ihr tut!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Hier ist noch das Rezept für die Pasta:

Pasta con le sarde
 
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Serves: 4
Ingredients
  • 3 Sardellen in Salz oder 6 Sardellenfilets in Öl
  • 100 g Semmelbrösel
  • 80 ml natives Olivenöl extra
  • 1 mittelgroße Zwiebel, gehackt
  • 50 ml Weißwein
  • 1 ½ EL Tomatenmark
  • 8 frische Sardinenfilets
  • 30 g Sultaninen
  • 30 g Pinienkerne
  • 3 wilde Fenchelzweige, fein gehackt, oder 1 TL Fenchelsament
  • Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 400 g Pasta
Instructions
  1. Sardellen abspülen und trocken tupfen. Mit einem Finger an der Mittelgräte vorsichtig entlangfahren, um sie zu lösen, und die Gräte dann einfach herausziehen. Sardellen in Öl, falls verwendet, abtropfen lassen.
  2. Die Semmelbrösel in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett bei mittlerer Hitze rösten, bis sie zwar kräftig gebräunt sind (Achtung nicht anbrennen lassen!)
  3. In einem Topf 60 Milliliter Olivenöl erhitzen und die Zwiebel unter häufigem Rühren ohne Farbe weich schwitzen.
  4. Die Sardellen hinzufügen und rühren, bis sie zerfallen.
  5. Wein dazugießen und aufkochen lassen, damit etwas Alkohol verdampft.
  6. Das Tomatenmark und so viel Wasser einrühren, dass die Mischung eine saucenartige Konsistenz bekommt. Sardinenfilets, Sultaninen, Pinienkerne, Safran und wilden Fenchel oder Fenchelsamen hinzufügen.
  7. Vorsichtig durchmischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und 10 Minuten köcheln lassen.
  8. Reichlich Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, salzen und die Pasta al dente garen (dafür von der auf der Packung angegebenen Garzeit etwa 1 Minute abziehen). Abseihen, dabei einen Teil des Kochwassers auffangen.
  9. Die Pasta zur Sardinensauce geben und durchmischen, dabei nach Bedarf ein wenig von dem Kochwasser hinzufügen, um die Sauce etwas aufzulockern.
  10. Mit dem restlichen Olivenöl beträufeln und mit den gerösteten Semmelbröseln bestreuen.

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Averna Amaro. Vielen Dank für die schöne und stimmungsvolle Zusammenarbeit!

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