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Hirschburger mir Radicchio-Slaw

{…Achtsamkeit… was war das nochmal?}

Achtsamkeit

Sooooo…. erst einmal ein HAPPY NEW YEAR zu Euch!

Ende des vergangenen Jahres war so Einiges los in meinem Leben, weshalb ich weder in der Lage war Weihnachtspost zu verschicken, noch besinnliche Festtage zu verbringen und am allerwenigsten Blogbeiträge zu verfassen. All das hat mich zusätzlich genervt und alles noch verschlimmert. All das hat mir unheimlich gefehlt, ich konnte es aber nicht ändern! Aaaaaber… Rumheulen ist keine Option! Anpacken und Loslegen- nur das ist zielführend!!!
Und ich sage Euch: Gerade wenn man mal wieder eine Zeit durchlebt, die von einem ALLES(!) fordert (körperlich und seelisch), dann lernt man kleine Wunder, Begegnungen und Chancen erst wieder richtig zu schätzen und zu nutzen.

Wie sieht es mit dem Thema „Vorsätze für das neue Jahr“ bei Euch aus?
Habt Ihr welche oder arbeitet Ihr noch die von den letzten 10 Jahren ab?
Ich gestehe: Natürlich möchte auch ich wie immer im neuen Jahr schlanker, produktiver, disziplinierter, toller und überhaupt auf ganzer Linie erfolgreicher sein. Aber das will ich am 24.06.2019 und am 27.02.2039 (wenn ich da überhaupt noch Herr/Frau meiner Sinne bin und die Kontrolle über meine Körperausscheidungen habe…) auch noch!

Und deshalb:
Mein Wort für das Jahr 2018 heißt: ACHTSAMKEIT(oder so….)

Wer mich kennt, weiß, dass ich mit meiner persönlichen Achtsamkeit eher liederlich umgehe. Aber das soll sich jetzt ändern…

Bewusstes Leben im Augenblick- ein Trend

Das Thema Achtsamkeit hat ja nun mittlerweile einen langen Bart, denn das gibt es ja quasi schon seit den 80er Jahren, als es der amerikanische Arzt Jon Kabatt-Zin „erfunden“ hat. Er nannte es kurz mindfullness. Dieses Wort drückt nichts andres aus, als: Bewusstes Leben im Augenblick.
Klingt gut, findet Ihr nicht? Und liegt auch voll im Trend!

Die Sache mit den Trends hat bei mir aber einen Haken…. Außer beim Thema Essen bin ich nämlich bei Trends nicht immer vorne mit dabei. Das Kind rollt deshalb schon immer die Augen und versucht mir Dinge, die in einem Alter von 16 Jahren maßgeblich und unabdingbar wichtig und trendig sind in „Ein-Gehirn-Zellen-Mutter-Sprache“ zu erklären und zu veranschaulichen. Ich verstehe trotzdem nicht alles.

Hautausschlag im Gesicht- meine Reaktion auf Trends

In meinem Freundeskreis (darunter der ein oder andere (Möchte-Gern-) Hippster), sind da ebenfalls ganz anders drauf. Die Männer tragen seit einigen Jahren Bärte (ich dachte, dass die meisten zu faul zum Rasieren sind oder die Religion spontan gewechselt haben). In Frankfurt ist Multi-Kulti, in Bezug auf Glaubensfreiheit, durchaus ein Thema! Ich habe mich also an haarige Gesichter gewöhnt und an Küsschen-rechts-Küsschen-links-Begrüßungen, die ein halbstündiges Gesichtsjucken bei mir hervorrufen. Egal! Ich akzeptiere diesen Trend! Jeder soll aussehen wie es ihm gefällt…jeder soll für juckenden Ausschlag bei anderen verantwortlich gemacht werden können!

Dann fing diese Geschichte mit dem Thema „Trend-Wandern“ an. Mann nennt es aber natürlich nicht „Wandern“, sondern „Hiken“, wenn man hipp ist. Und ganz ehrlich: „Hiken“ klingt natürlich auch nicht so öde wie „Wandern“, was einen immer an warme Capri-Sonne und zerdrückte Butterbrote in einem Kinderrucksack erinnert.
Und soll ich Euch noch etwas erzählen? Ich war tatsächlich auch das erste Mal in meinem Leben im April 2017 wandern, äh hiken. Das war mitunter der schönste Urlaub im vergangenen Jahr, was aber auch an meiner Begleitperson (dem MesserDealer) lag!

Achtsamkeit

Ich bin die Trend-Nachhut

Um es kurz zu machen: Ich bin, außer bei kulinarischen Dingen, eher die Trend-Nachhut.
Eine Bekannte formulierte es erst kürzlich sehr treffend und sprach laut aus, dass ich Trends erst mitbekäme, wenn sie Teil einer Tchibo-Themenwoche sind. Nicht wirklich ein Kompliment, aber leider wahr…
Aber ich gelobe daran zu arbeiten!

Aktuell ist dann wohl (gerade am Jahresanfang) der allgemeine Lieblingstrend: Achtsamkeit.
Und dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen, nicht wieder als Letzte irgendwelche Trends mitzubekommen, sondern gleich zu Anfang mit aufzuspringen.
Einige veränderte Faktoren in meinem Leben haben jetzt tatsächlich auch dazu geführt, dass ich mehr Zeit für die Trend-Recherche habe… (ich hoffe das klappt auch alles, so wie ich mir das vorgenommen habe).

Power-Achtsamkeit für Zurückgebliebene

Nachdem ich ja das Thema Achtsamkeit die vergangenen Monate sehr erfolgreich in meinem Kopf und Leben ignoriert habe, muss ich jetzt natürlich wieder um so mehr Gas geben und tue jetzt so, als würde ich schon seit Jahren mit an Board sein.
Ich mache also jetzt Power-Achtsamkeit, um alles aufzuholen, was ich verpasst habe.

Deutlich merkt man das Ende eines Trends, wenn sich die Fachbücher zu einem bestimmten Thema irgendwann unter einer Regenfolie, rabattiert, auf dem Wühltisch im Freien vor der Lieblings-Buchhandlung stapeln. Ich habe dort vor einigen Tagen diverse Achtsamkeits-Exemplare von ganz unten herausgezogen und natürlich direkt gekauft.

Das Rosinen-Experiment

Kurz vor Neujahr hatte ich dann ein wenig Zeit, mich mal mit diesen Ratgebern auseinander zu setzen. Ein Ratgeber-Tipp war zum Beispiel, sich eine Rosine auf den Tisch zu legen und sie möglichst lange anzustarren. Angeblich entspannt es, sich die Krater auf der verhutzelten Oberfläche einzuprägen. In Kapitel 5 darf man sie dann sogar langsam und bedächtig kauen. Aber in diesem Stadium bin ich noch nicht angekommen (ich mag übrigens keine Rosinen)…Der Herr MesserDealer hat bei meinem ersten Rosinen-Selbstversuch darum gebeten, diese Übung nicht mehr beim Sonntagsfrühstück zu praktizieren, da ich ihm dabei ein beklemmendes Gefühl von autistischen Verhaltensweisen vermitteln würde.
Also habe ich gestern einen anderen Versuch ausprobiert: Achtsam gehen. Stand auch in einem der Bücher…

Man geht, spürt dabei seine Füße (die spüre ich übrigens auch, wenn ich nicht achtsam bin-ganz besonders in 15cm High-Heels!), schaut in die Luft und atmet. Hat super geklappt. Finde ich gut. In diversen Youtube-Achtsamkeits-Lehrfilmen gibt es eine Menge ähnliche Beispiele wie das Gehen. Alles sehr leicht umzusetzende Übungen, mit einem hohen Maß an motivierendem Erfolg. Unter anderem schaute ich mir 16:03 Minuten an, wie ein Mann auf einem Hocker saß und nichts tat. Mindestens 50% aller Büromenschen machen jeden Tag quasi nichts andres. Achtsam sein geht anscheinend doch leichter, als gedacht…

Achtsamkeit

Der Achtsamkeits-Gegentrend

Meine Freundin Bianca, mit der ich über meinen neuen Vorsatz gesprochen habe, ist mittlerweile schon etwas genervt von der ganzen Achtsamkeits-ich starre-auf-Rosinen-Welle. Kein Wunder! Sie ist ja auch schon in dem Stadium, in dem sie das Ding, nach jahrelangem Training, runterschlucken darf! Bianca ist der festen Überzeugung, dass wir kurz vor einem ganz neuen Gegentrend stehen: UNACHTSAMKEIT.
(Der Begriff ist allerdings noch nicht gefestigt und beschreibt lediglich den „Arbeitstitel“ dessen, was womöglich in Kürze als Welle auf uns zu rollen wird.)

Ich verspreche Euch, dass ich bei diesem Trend diesmal gaaaanz weit vorne mit dabei bin! Also ich werde sozusagen die Trendsetterin der Unachtsamkeit sein. Denkt an meine Worte!

Während ich mir gedankenverloren die schrumpelige Rosine in den Mund stecke und darauf herumkaue, stelle ich mir vor, wie ich völlig unachtsam einen Gin-Cocktail nach dem anderen auf einem der Frankfurter Hochhäuserdächer in mich hineinkippe, die Musik so laut aufdrehe, dass mein Trommelfell tagelang vibriert, ich nackt im Schlafzimmer bei Minus 10 Grad und weit geöffnetem Fenster auf und abtanze und mir tellerweise Kartoffelbrei mit Hackbraten und brauner Sauce in den Mund stopfe.

Eigentlich hatte ich ja überlegt eine weitere Rubrik auf den Blog zu bringen:
Den >>Mindful Mittwoch<<….

Achtsamkeit ist sowas von gestern!

Aber tatsächlich gefällt mir >>Happy Carelessness<< (klingt irgendwie nach einer Damenbinde) viel besser und ist mit Sicherheit ein voller Erfolg in der Umsetzung.
Achtsamkeit ist ja sowas von gestern *gähn.

Tue das, was Dir gut tut!

Ich finde DAS ist ein guter Vorsatz für das neue Jahr!

Achtsamkeit

Um gleich mal den neuen Trend zu fixieren, starte ich 2018 deshalb mit einem extrem leckeren Burger… Schließlich ist ja heute auch noch MEATWOCH

Hirschburger mir Radicchio-Slaw
 
Author:
Serves: 6
Ingredients
  • Patty:
  • 700 g Fleisch vom Hirsch z.B. vom Blatt oder Hals
  • 200 g fetter Speck
  • 80 g Semmelbrösel
  • 1 Ei
  • 1,5 EL Senf
  • Salz
  • Pfeffer
  • Paprikapulver edelsüß

  • Buns:
  • 3 Esslöffel lauwarme Milch
  • 230 ml lauwarmes Wasser
  • 2 Teelöffel Trockenhefe
  • 2,5 Esslöffel Zucker
  • 1,5 Teelöffel Salz
  • 2 Eier
  • 240 g Roggenvollkornmehl
  • 160 g Dinkelvollkornmehl
  • 3 Esslöffel Butter
  • 1 Eiweiß
  • Sesam, Leinsamen, Haferflocken (alles was Ihr mögt)

  • Radicchio-Slaw:
  • 2 TL Fenchelsamen
  • 3 TL Honig
  • 3 TL weißen Balsamico
  • 4 EL bestes Olivenöl (z.B. von Antikleia)
  • 1 kl. Kopf Radicchio Rosso di Treviso
  • 1 kl. Kopf Radicchio Castelfranco
  • Salz, Pfeffer und etwas Orangenschalenabrieb

  • Preiselbeere-Mayonnaise: (ergibt ca. 250g)
  • 2 sehr frische Eigelb (Gr. M)
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • ca. ¼ l neutrales Öl (zum Beispiel Sonnenblumenöl)
  • 1-2 EL Zitronensaft
  • Salz, weißer Pfeffer, Zucker
  • 3 EL Preiselbeerkonfitüre
Instructions
  1. Patty:
  2. Das Fleisch vom Reh und den fetten Speck in Würfel schneiden, mischen und fein wolfen.
  3. Die Hackmasse mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Senf würzen.
  4. Das Ei und die Semmelbrösel dazu geben und alles gut miteinander verkneten.
  5. Aus der Masse 6 gleichgroße Pattys formen und bis zum Grillen oder Braten abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
  6. Die Patties nach beliebiger Art und Garstufe braten oder grillen.

  7. Buns:
  8. Hefe mit Milch und Zucker verrühren, 5 Minuten gehen lassen.
  9. Wasser, Eier, Salz und Mehl hinzufügen und zu einem glatten Teig verkneten. Butter hinzufügen und 5-6 Minuten durchkneten.
  10. Teig zugedeckt an einem warmen Ort 1-2 Stunden gehen lassen.
  11. Backofen auf 200 °C vorheizen.
  12. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Teig in 8 gleichgroße Stücke teilen und zu Kugeln formen. Ungebackenen Buns mit jeweils 8 cm Abstand auf das Backblech legen und mit einem Handtuch abdecken, 10 Minuten ruhen lassen.
  13. Eiweiß leicht aufschlagen und Buns damit bestreichen. Mit Besam und Saaten bestreuen und im heißen Ofen 15 Minuten goldbraun backen.

  14. Radicchio-Slaw:
  15. Die Fenchelsamen bei kleiner Hitze in einer Pfanne ohne Fett anrösten.
  16. Dann in einem Mörser grob zerstoßen.
  17. Den Essig mit dem Honig, Salz, Pfeffer, Orangenschale und Fenchel kurz in einem Topf erwärmen.
  18. Vom Herd nehmen und das Olivenöl dazugeben.
  19. Die Radicchio-Köpfe in feine Streifen schneiden und gut mit dem Dressing vermischen.
  20. Kurz durchziehen lassen und den Burger damit Belegen.

  21. Preiselbeere-Mayonnaise:
  22. Eigelb und Senf für das Mayonnaise-Rezept in einen Rührbecher geben und mit den Schneebesen des Handrührgeräts kurz verrühren.
  23. Ca. ⅕ des Öls für das Mayonnaise-Rezept tröpfchenweise einrühren, bis sich Öl und Eigelb zu einer glatten Creme verbunden haben.
  24. Dann das restliche Öl in einem dünnen Strahl langsam unter ständigem Rühren zugießen und so lange aufschlagen, bis eine dickcremige Mayonnaise entsteht.
  25. Zum Schluss 1 EL Zitronensaft unter die Mayonnaise rühren.
  26. Mayonnaise mit Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker abschmecken.
  27. Dann die Preiselbeerkonfitüre darunter rühren

  28. Aus allen Komponenten den Burger nach Gusto zusammenbauen. (Ich habe noch eine Scheibe Tomate und ein Blatt Lollo Bionda mit draufgemacht).

Wie gefällt Euch mein neuer Vorsatz? Macht Ihr mit? Hier und hier gibt es übrigens noch weitere Burger-Ideen, falls Euch das zu wild ist… ;-) und hier die Gemüsechips.

Bleibt Euch treu und hört auf das was Euch gut tut!

Eure

Tanja  

Mandel-Honig-Brot mit Rosmarin

{…Runterkommen für Fortgeschrittene…}

Detox

Leute… da bin ich seit einiger Zeit mal wieder… Mein Blog- und Social-Media-Detox hat einen Grund.

Heutzutage ist der Satz „Ich bin ja so gestresst…“ irgendwie ziemlich modern geworden. Wer nicht gestresst ist, hat den falschen Job, liegt nur auf der faulen Haut und schiebt ständig eine ruhige Kugel, während die Welt da draußen um sich selbst rotiert.

UNGESCHÖNTE VERBAL-MASSAGE

Vor kurzem hatte ich meine Tante am Telefon, die mich wie immer fragte: „Und Tanja, wie geht es Dir?“ „Gestresst…“, sagte ich. Dann folgt Stille. Ich kenn das schon. „Ooooch Mäuselein…!“ Das kommt immer mit so viel Tanten-Empathie rüber, dass man damit ein ganzes Kinderheim hell erleuchten und spontan (auch außerhalb der Adventszeit) in Weihnachtsstimmung versetzen könnte.
Ich telefoniere zweimal pro Monat mit meiner Tante. Nicht nur um zu erfahren, ob sie noch unter den Lebenden ist, sondern um mir Kommentare zu meinem Leben abzuholen. Diese Kommentare haben quasi die gleiche Wirkung, wie die rabiate Massage eines 200 Kilo schweren tschechischen Physiotherapeuten. Man wird durchgewalkt und abgeschrubbt. Sind die ersten Schmerzen aber abgeebbt, fühlt man sich besser. Meine Tante nimmt kein Blatt vor den Mund und walkt mich verbal jedesmal gründlich durch…Schmerzhaft ist es mitunter, aber auch heilsam.

VOLLDAMPF! IMMER UND ÜBERALL

Vor Kurzem musste ich mir anhören: „Tanja, dauernd heulst Du rum, dass Du keine Zeit hast. Wie kann denn das sein?“
Hm… wie kann das denn sein? Gute Frage.
Irgendwie habe ich mir ein Volldampfleben angewöhnt. Morgens im Bett, wenn um 4 Uhr der Wecker klingelt, checke ich meine Mails und schaue in meinen Social Media Kanälen nach neuen Unglaublichkeiten meiner „Freunde“. Ständig hat man das Gefühl nichts verpassen zu dürfen und der Welt da draußen permanente Einsatzbereitschaft zu demonstrieren. Wahrscheinlich fühlt sich ein Jack-Russel-Terrier nach 2 Dosen Red Bull nicht anders.

Meine Tante hat mir ein rigoroses „Nein“ verordnet. Das Handy und den Computer ab 20 Uhr auszuschalten und erst ab morgens 8 Uhr wieder einzuschalten. Meine Tante besitzt weder Handy, noch Computer, sondern telefoniert noch mit einem Gerät mit Spiralkabel in waldgrün… Und sie ist seit gefühlten 100 Jahren mit ihrer Witwenrente vollends versorgt.

Dennoch glaube ich, dass sie irgendwie Recht hat. Ich sollte immer mal Handy- und PC-Detox betreiben, um mich mal wieder selbst zu spüren. Dass ich zum Detoxen so schnell gezwungen werde, konnte ja keiner wissen…

Detox

SPONTANES (UNFREIWILLIGES) ZWANGS-DETOXEN

Mein Handy wurde mir geklaut….!
Wenn ich daran denke spüre ich immer noch eine ohnmächtige Wut, die aber nichts an der Tatsache ändert, dass das Ding weg ist und ich dem Dieb wünsche, dass ihm (oder wem auch immer) das Gerät direkt am Ohr explodiert und den ganzen Kopf wegreißt… (ja ich kann nicht nur nett, sondern habe mitunter echt seeeeehr düsterer Gedanken!).

Das Ding bedeutet: 2,5 Jahre Leben in Form von Fotos, Telefonnummern (die mich seit Jahren schon begleiten) und Chats mit Menschen, die ich nicht mehr aus meinem Leben streichen möchte… alles gelöscht. Alles weg. Gelöscht von mir. Um meine Privatsphäre zu schützen. Aus der Ferne. Aus Angst, dass jemand Fremdes mit meinen Fotos, Daten, usw. Schindluder treibt.
Ja, man möge mich jetzt steinigen und für total bescheuerte halten, aber ich habe meine Daten NICHT gesichert… Und jaaaaaa… ich weiß, dass das ein Riesenfehler war. (Also jeder, der sich jetzt wegen meiner Blödheit an die Stirn klatscht, möge sich bitte zurückhalten und aus Respekt, für meine Person, still schweigen…!) Es ändert jetzt auch nichts mehr an der Tatsache, dass nun jemand im Besitz meines Telefons ist, dem ich schmerzlich hinterher trauere. Es ändert nichts…! Also bitte ich an dieser Stelle von Bele(e)(h)rungen abzusehen…

Detox

GEDÄCHTNIS-EMOTIONEN ABRUFEN

Nachdem ich mich aber mit der Tatsache abgefunden habe, dass 2,5 Jahre Fotomittschnitte und sonstige Begebenheiten meines Lebens, in welcher Form auch immer, einfach ausgelöscht sind, habe ich darüber nachgedacht was in diesen 2,5 Jahren alles passiert ist.
Und soll ich Euch etwas sagen? Es ist eine wirklich wundervolle Sache sich Ereignisse im Kopf herbeizurufen und sich seine eigene Diashow zu kreieren, in Erinnerungen abzutauchen, Erlebnisse und Situationen wiederzubeleben, ohne dass man dafür ein Foto, eine Whats App oder SMS als Reminder hinzunimmt. Einfach aus dem Gedächtnis und dem Kopf heraus.
Und genau an dieser Stelle beneide ich meine Tante, die genau diesem „Stress“ nicht unterliegt und Erlebnisse und Emotionen aus ihrem Gedächtnis heraus wiederbelebt.

Gestern Abend habe ich zum Beispiel in der Badewanne gelegen und seit über einem Jahr mal wieder ein Buch dabei gelesen (ohne mein Handy am „Beckenrand“ liegen zu haben- es könnte ja eine Whats App, eine Message von Facebook oder ein Email eintreffen…)
Da ich wusste, dass nichts kommt, war ich so tiefenentspannt in meinem Badeschaumberg und 30 Grad warmen Wasser versunken, wie schon seit langem nicht mehr. Das Detoxen scheint zu funktionieren….

Aber was zeigt mir das?
In der heutigen Zeit unterliegt jeder (je nach Ausprägung) diversen Zwängen und Ängsten etwas zu verpassen, dass es mitunter schon ungesund wird.
Auch wenn ich vielen Dingen der heutigen Zeit wirklich dankbar bin, denn sonst würdest DU gerade nicht diesen ellenlangen Text lesen und wärst nicht (wo auch immer) über meinen Blog gestolpert…. (Dafür möchte ich übrigens an dieser Stelle DANKE sagen!) Aber immer mal abschalten- und damit meine ich auch das Handy und den Computer, verschafft einem tatsächlich eine sehr qualitative Zeit für Dinge oder auch für sich selbst, die man anders nicht mehr bekommt.

Detox

IM HIER UND JETZT

Zum Handy-Detox möchte ich noch etwas anmerken:
Auch wenn es eine schmerzliche und teure (!!!) Erfahrung für mich war, mein Handy nicht mehr in meiner rechten Gesäßtasche bei mir zu führen…es war auch zugleich eine sehr lehrreiche Situation.
Ich habe gemerkt, dass man sich Begebenheiten im Gedächtnis lebendig halten soll (und nicht nach zwei Jahren von Facebook auf ein Ereignis, was man irgendwann gepostet hat, aufmerksam gemacht werden soll) und man JETZT lebt, genießt, entspannt,… und sich nicht darüber grämen soll, dass 2,5 Jahre auf einem elektronischen Gerät ausgelöscht sind.

Die Erinnerungen leben im Herzen und das ist viel intensiver als 15.354 Fotos, 1.423 Videos (ja, das war alles auf meinem Handy…ungesichert…!) und 250 Chats auf Whats App (von denen nur 3(!) die Wichtigkeit gehabt hätten, fürs Leben gespeichert zu werden…).

Ich speichere gerade DIESEN Moment, in dem ich DIR/Euch hier schreibe, in meinem persönlichen und emotionalen Gedächtnis und nicht in einer elektronischen Datenbank oder Cloud…

DANKE, dass es Dich/Euch gibt und DANKE, dass Du/Ihr mich hier immer im House besucht.

Gerüche kann man übrigens auch sehr gut im Kopf speichern: Ich genieße immer noch den Duft und den Anblick meines Mandel-Honig-Brotes mit Rosmarin, der sich tief in mein Wohlfühl-Gedächtnis eingebrannt hat…

Mandel-Honig-Brot mit Rosmarin
 
Author:
Ingredients
  • 800 g Mehl
  • 200 g Vollkornmehl
  • 1 ELZucker
  • 1 Würfel
  • Hefe, (42 g)
  • 1 EL Salz
  • 800 ml Wasser
  • 2 Handvoll Mandeln
  • 4 EL Cranberries
  • 2 EL Honig
  • 2 EL gehackter Rosmarin
Instructions
  1. Beide Mehlsorten mit Zucker mischen und eine Mulde hineindrücken.
  2. Hefe im Salzwasser auflösen und in die Vertiefung geben.
  3. Den Honig, die Cranberries, sowie die Mandeln hinzugeben.
  4. Masse sorgfältig mischen und mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten.
  5. Den Teig ca. 1½ Stunden an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen.
  6. Den Brotteig mit den Händen zu eine Laib formen und mit dem gehackten Rosmarin bestreuen. Den Laib mit einem Messer in der Mitte der Länge nach einschneiden und noch einmal gehen lassen.
  7. Dann im vorgeheizten Ofen bei 200°C ca. 50 Minuten goldbraun backen.

In diesem Sinne: genießt den Augenblick und sammelt nicht nur Erinnerungen mit dem Handy oder der Cloud in der Vergangenheit !

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Lammkarree ° Graupenrisotto ° Blumenkohl

{…Achtung Wortspiel: Lamm from(m) Vogelsberg…}

Lammkarree So liebe Leute, habt Ihr mal auf den Kalender geschaut?
Yes… die Hälfte der Arbeitswoche ist angebrochen und das bedeutet:
Es ist MEATWOCH.
Zeit sich der Fleischeslust hinzugeben und zu feiern, dass die ersten Tage der Woche geschafft sind (oder dass noch zwei weitere großartige Tage vor uns liegen- je nach Laune und Stimmung, wie die Woche so läuft).

An diesem MEATWOCH möchte ich Euch einen wunderbaren Betrieb im schönen Vogelsberg vorstellen. Wir reisen nach Lauterbach in Hessen und besuchen die Metzgerei Steiger.

Hier wird noch nach alter Tradition des Fleischerhandwerks geschlachtet, gewurstet und Fleisch verarbeitet. Das Produktspektrum ist sehr hochwertig und vielfältig.

Ganz besonders möchte ich heute auf deren Lammfleisch eingehen:
Seit nunmehr 40 Jahren werden hier (vorwiegend in Freilandhaltung) Schwarzkopf Schafe gezüchtet und geschlachtet.
Der Vogelsberg ist mit ca. 2500 km² das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas. Durch den vulkanischen Ursprung der Region besteht eine sehr hohe Mineralstoffdichte in den Grünflächen und auf den Weideflächen sind zahlreiche Trinkwasserquellen vorhanden.
Durch diese besondere Weidehaltung wird der Geschmack, die Fleischfarbe und natürlich auch die Konsistenz des Fleisches maßgeblich beeinflusst.
Das vorherrschende Klima in dieser Region spielt dabei zusätzlich eine große Rolle.

Die Metzgerei Steiger überlässt nichts dem Zufall.
Hier wird alles mit Herz und Hand gemacht: die Auswahl der Tiere, die Zucht, die Fütterung und schlussendlich die Schlachtung und Fleischbehandlung.
Alles getreu dem Motto: „Genuss ist da wo Phantasie ist!“.
Tradition und Innovation. Alles in einem Betrieb.

Und genau DAS schmeckt man, wie ich selbst feststellen durfte, als ich ein wunderbares Lammkarree der Metzgerei Steiger zubereiten durfte.
Der Geschmack war unglaublich fein, das Fleisch zerging auf der Zunge und hatte eine ganz besondere Lamm-Note.
Ich persönlich esse sehr gerne Lammfleisch und durfte in diesem Jahr auch schon selbst bei einer Schlachtung dabei sein und mitwirken (dazu übrigens demnächst mehr!). Dennoch kenne ich sehr viele Leute, die bei Lammfleisch die Nase rümpfen und behaupten den intensive Geschmack nicht sonderlich schmackhaft zu finden.
All denen sei gesagt: Die Art und Weise der Haltung, der Fütterung, der Schlachtung und letztendlich der Zubereitung ist maßgeblich für den Geschmack. Und alle, die denken, dass Lamm gleich nach altem Hammel und Streichelzoo schmecken muss, sei gesagt: NEIN! Dem ist nicht so! Denn wenn bei allem so auf das Wohlergehen der Tiere geachtet wird, wie bei der Metzgerei Steiger, wird man einen feien Lammgeschmack und unglaublich gutes Fleisch bekommen.

Für die Metzgerei Steiger vergebe ich 10 von 10 *Umami-Punkten!

Wer also mal im schönen Vogelsberg unterwegs ist, sollte auf jeden Fall einen Besuch in der Metzgerei Steiger einplanen. Die Produktpalette reicht natürlich über Lammfleisch weit hinaus und auch Rind und Schwein und besondere regionale Wurstwaren werden hier in bester Qualität angeboten.

Metzgerei Werner Steiger
Helmut Casper Weg 2
36341 Lauterbach
Telefon:+49 6638 272
Fax: +49 6638 919594
E-Mail:fleischerei.steiger@t-online.de

Lammkarree

Wer mehr erfahren möchte schaut einfach mal auf der Seite der Metzgerei vorbei.
Und alle, die jetzt Lust haben selbst mal Lammkarree zu zubereiten, denen möchte ich dieses Rezept gerne ans Herz legen.
Lammkarree mit Graupenrisotto und buntem Blumenkohl. Für mich eine wirklich tolle Kombination, die nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge anspricht:

Lammkarree ° Graupenrisotto ° Blumenkohl
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • Lammkarree:
  • 2 Lammkarree, (à 450 g)
  • schwarzer Pfeffer, oder eine Pfeffermischung
  • Meersalz
  • 2 El Öl
  • 4 Stiele Thymian
  • Graupenrisotto:
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 700 ml Gemüsebrühe
  • 12 Safranfäden
  • 4 Stiele glatte Petersilie
  • 2 EL Olivenöl
  • 150 g Perlgraupen (mittelgrob)
  • 50 ml Weißwein
  • 4 EL Parmesan
  • 1 EL Butter
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zitronensaft

  • Bunter Blumenkohl:
  • 500 gr bunter Blumenkohl
  • 100 gr Parmesan, fein gerieben
  • 2 EL natives Olivenöl
  • 2 EL mildes Olivenöl
  • Meersalz
  • Schwarzer Pfeffer
  • Eine Hand voll Petersilie, gehackt
Instructions
  1. Lammkarree:
  2. El Öl in einer Pfanne erhitzen. Lamm von beiden Seiten anbraten, Thymian zugeben. Lamm auf der Knochenseite im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad (Gas 1-2, Umluft 160 Grad) auf der untersten Schiene 20 Minuten garen. Aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten zugedeckt ruhen lassen.
  3. Lamm mit Pfeffer und Salz würzen
  4. Dann zwischen den Knochen in Scheiben schneiden.

  5. Graupenrisotto:
  6. Zwiebel und 1 Knoblauchzehe fein würfeln. 700 ml Gemüsebrühe aufkochen und warm halten. 12 Safranfäden in 50 ml warmem Wasser einweichen. Blätter von 4 Stielen glatter Petersilie hacken.
  7. El Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch darin glasig dünsten. 150 g Perlgraupen zugeben und unter Rühren 2 Min. mitdünsten. Mit 50 ml Weißwein ablöschen und einkochen.
  8. Ein Drittel der Brühe zugießen und bei mittlerer Hitze unter Rühren einkochen, bis die Graupen die Flüssigkeit aufgenommen haben. Diesen Vorgang mit der restlichen Brühe zweimal wiederholen, sodass die Graupen 25 Min. kochen. Safran 5 Min. vor Ende der Garzeit untermischen.
  9. EL geriebenen Parmesan und 1 EL Butter untermischen. Graupen-Risotto mit Salz, Pfeffer und einigen Spritzern Zitronensaft abschmecken.

  10. Bunter Blumenkohl:
  11. In einer kleinen Schüssel den Parmesan mit den beiden Ölsorten verrühren. Mit Meersalz und Pfeffer würzen.
  12. In einem Topf gesalzenes Wasser zum Kochen bringen. Den Blumenkohl in Röschen teilen, ins kochende Wasser geben und 4-5 Minuten garen. Er sollte noch bissfest sein. Abgießen und abtropfen lassen.
  13. Den Blumenkohl mit dem Parmesanöl in einer Servierschüssel vorsichtig vermischen, so dass die Röschen gleichmäßig überzogen sind.

  14. Das Fleisch mit dem Risotto und dem Blumenkohl auf Tellern anrichten und servieren.

Für alle die wie ich so gerne Lamm mögen, kann ich  diesen Lammeintopf wärmstens für die kalten Wintertage empfehlen.

Und zum Abschluss mal wieder die MEATWOCHs-Parole:

AUGEN AUF BEIM FLEISCHEINKAUF!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

*Umami (aus dem Japanischen: Schmackhaftigkeit) ist der 5. Geschmackssinn. Neben süß, sauer, salzig und bitter ist umami die gustatorische Sinneswahrnehmumg für fleischig, würzig, wohlschmeckend.

Cranberry Granola mit Cashewkernen

{…hast Du Kopf wie Sieb, musst Du Granola essen…}

Granola

Warum auch immer, aber in der letzten Zeit erinnert mich mein Gehirn an das Sieb in dem ich immer meine Nudeln abseihe. Schön gleichmäßig mit kleinen Löchern durchzogen, damit alles sorgsam abfließen kann, was sich da in meinem Kopf so aufhält. Was ich damit sagen möchte: ich werde vergesslich!

—Das 70er Jahre Einkaufsnetz in meinem Kopf—

Kürzlich klingelte mein Telefon und eine weibliche Stimme singt mir entgegen: „Tanja, guuut dass ich Dich erreiche, hier ist Sabrina!“ Ich halte mir den Hörer ans Ohr und konzentriere mich auf den Singsang, der durch die kleinen Öffnungen im Hörer strömt. Mein Gehirn versucht in Wallung zu kommen, reagiert aber gerade eher wie eine Energiesparlampe, die sich langsam entschließt den Raum endlich hell werden zu lassen. „Sabrina-Sabrina-Sabrina“ rattert es in meinem Kopf und ich versuche die Stimme zu zuordnen. Es ist grauenvoll!
Um mir aber natürlich nicht anmerken zu lassen, dass mein Hirn einem dieser grobmaschig gehäkelten Einkaufsnetze aus den 70ern ähnelt, habe ich mir eine gewisse Taktik angeeignet.

Sobald ich am Telefon mit Menschen zu tun habe, an deren Namen und Gesichter ich mich nicht mehr erinnern kann, erhöhe ich meine Stimme um zwei Oktaven und rufe mit gespielter Begeisterung: „Heeeeeeey Sabrinaaaa!“ Das Wort „Hey“ ist hier wirklich dankbar einzusetzen, denn erstens ist es eine recht passable Grußform (wirkt jung und dynamisch) und zweitens kann man es so wunderbar in die Länge ziehen (was einem eventuell Zeit gibt, doch noch darauf zu kommen, wer da gerade am anderen Ende des Hörers ist).

—Die Schleimkanone rettend im Anschlag—

Ich finde mich langsam damit ab, dass ich mit knapp über 40 nun vergesslich, schusselig, alt und debil werde/bin. Der Sinkflug ins Land der Treppenlifter ist ziemlich ernüchternd in die Nähe gerückt.
In diesem Jahr habe ich schon 3 Mal eine neue PIN für meine EC-Karte bekommen. „Wie war noch mal das Hüpfmuster auf der Geldautomaten-Tastatur?“
Auf Partys begegnen mir mitunter Menschen, die mich kennen, ich mich aber einfach nicht an sie erinnere und dann solche Sätze wie „Tanja, ich bin’s doch Matthias. Der, der dich vor ein paar Jahren bei Rock am Ring vor dem Untergang bewahrt und mit Alkaselzer am nächsten Tag versorgt hat….“ Ich habe keine Ahnung wer der blasse Typ vor mir ist. Aber auch hier gibt es eine einfache Taktik, um die Peinlichkeit der Situation zu umschiffen. „Mensch Matthias, Du hast Dich ja verändert! Hast Du etwas mit Deinen Haaren gemacht? Und abgenommen hast Du auch, oder? Ich hab’ Dich gar nicht erkannt! Gut siehst Du aus…“ *räusper
Ihr merkt, die Schleimkanone ist quasi immer im Anschlag, um einen Schuss ins Ungewisse abzufeuern, einfach um halbwegs würdevoll aus der Nummer raus zu kommen.

Granola

Als ich noch nicht an meiner eigenen beginnenden Demenz litt, fand ich Vergesslichsein sogar mitunter ein ganz charmantes Leiden. Ich hatte das Gefühl, dass sich vergessliche Menschen weniger Sorgen und Gedanken machten. Ähnlich einer Schnecke: vergesslich, lahm und sorgenfrei. Jetzt leide ich selbst daran und merke, dass es alles andere als charmant ist. Es ist peinlich und fühlt sich unglaublich doof an. PUNKT!

—„Priorität“ ist das Zauberwort—

Auch wenn man Wehwehchen und Krankheiten im Internet nicht googeln sollte, habe ich es dennoch getan und zum Glück nicht gleich mein Todesurteil gelesen. Vielmehr habe ich eine Studie der Universität Stanford gefunden, die belegt, dass es völlig normal ist Dinge zu vergessen. Ja, es ist sogar überlebenswichtig für unser Gehirn.
Unser Verstand sortiert nämlich Dinge nach ihrer Wichtigkeit, sprich: das Gehirn setzt Prioritäten.
Dass ich also meine EC-PIN immer vergesse liegt daran, dass mein Konto sowieso chronisch leer ist und deshalb die PIN-Nummer in Prio.Stufe 155 rutscht. Ebenso verflossene Bekanntschaften, die man irgendwann zufällig wieder trifft.
Ich habe wohl einfach Wichtigeres zu tun, als mir so kleine Details zu merken. (Klingt ganz schön überheblich und ich schäme ich gerade dafür!)

Granola

—Brainfood für und gegen die Löcher im Hirn—

Um der Vergesslichkeit vorzubeugen, hilft wie immer eine gesunde Ernährung und ausreichende Füssigkeitszufuhr (nein, kein Prosecco! Und leider wird man durch das Verändern seines Essverhaltens auch nicht intelligenter…)
Heutzutage spricht man von sogenanntem „Brainfood“, das kurz und langfristig die Konzentration, das Vorbeugen von Müdigkeit und das Meistern von Stresssituationen (wie Prüfungen o.ä.) fördern soll.
In diesem Artikel kann man ganz gut nachlesen welche Lebensmittel als „Brainfood“ gelten.

Ach ja… und Sabrina (die vom Telefon) ist die Sprechstundenhilfe meines Physiotherapeuten, die mich, etwas überrascht über mein leicht hysterisch freudiges „Heeeeyyyyy Sabrina!“, an meinen Termin in der nächsten Woche erinnern wollte, der einen Tag verschoben werden muss.
Den Termin hatte ich glatt vergessen….

Eure

Tanja

 

Cranberry Granola mit Cashewkernen
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • 100 g kernige Haferflocken
  • 100 g Dinkelflocken
  • 50 g Cashewkerne
  • 30 g Sonnenblumenkerne
  • 25 g gehackte Mandeln
  • 1 TL Zimt (optional)
  • 70 g Honig
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 40 g getrocknete Cranberries
Instructions
  1. Hafer- und Dinkelflocken mit Mandeln, Sonnenblumenkernen und Cashewkernen mischen. (Optimal mitZimt)
  2. Den Honig und das Öl unterrühren.
  3. Die Masse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben, gleichmäßig verteilen und im auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen ca. 25 Minuten rösten.
  4. Zwischendurch mehrmals wenden.
  5. Granola auskühlen lassen. Cranberries hacken und unterheben.
  6. Passt perfekt zu Naturjoghurt!

(Lässt sich übrigens toll verschenken, wenn man es noch schön verpackt…!)

 

 

Pfifferling-Pesto

{…Pilzbefall in angenehm…}

Pfifferling-Pesto So Herrschaften,
auch wenn jetzt Wochenende ist, heißt das nicht automatisch, dass man viel Zeit hat.
Ihr wisst: das Thema Freizeitstress, usw.

Und deshalb fackel ich auch gar nicht lange rum, denn heute könnt Ihr es mal wieder
AUF DIE SCHNELLE MIT DER HOUSEDAME machen.
Heute sogar exklusiv mit Pilzbefall…
Ähm, also ich wollte sagen: „Heute gibt es was mit Pilzen!“

Ich habe vor Kurzem noch ein paar Pfifferlinge ergattern können, konnte sie aber nicht sofort zubereiten. Was liegt also näher sie in Form von Pesto etwas länger haltbar zu machen?! Und da die Zubereitung von diesem Pesto wirklich ein schnelle Sache und kinderleicht ist, habe ich jetzt für die nächste Zeit immer mal ein schnelles und nicht alltägliches Gericht auf dem Tisch stehen. Dazu etwas cremigen Burrata, ein paar frittierte Salbeiblätter und schon ist ein perfekter Seelenfutter-Teller für einen gemütlichen Herbsttag angerichtet.
Wer gerne mehr Zeit investiert, der macht sich die Nudeln noch selbst.

Pfifferling-Pesto

Wollt Ihr Euch auch Pilze holen?
(das funktioniert nämlich auch bestens mit Champignons, Kräuterseitlingen, usw.)

Und wer noch weitere Verwendungen von Pilzen sucht, schaut sich mal z.B. diese köstliche (vegane) Pilzpfanne an.

Pfifferling-Pesto
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 250g Pfifferlinge
  • 1 Knoblauchzehe
  • 30g Pinienkerne
  • 30g Parmesan
  • 150 ml bestes Olivenöl
  • 8-10 Salbeiblätter fein gehakt
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Instructions
  1. Die Pfifferlinge putzen und in Stücke schneiden.
  2. Im heissen Olivenöl anbraten.
  3. Den Knoblauch grob hacken und ebenfalls anbraten.
  4. Jetzt die Pilze mit Salz bestreuen und weiter garen lassen.
  5. Die Pfifferlinge aus der Pfanne nehmen und gut abkühlen.
  6. In der Zwischenzeit die Pinienkerne ohne Fett in der Pfanne anrösten und anschliessend abkühlen lassen.
  7. Nun alle Zutaten, bis auf das Olivenöl, mit dem Mixer zerkleinern. (das Pesto kann nach Belieben gröber oder feiner gemixt werden)
  8. Das Olivenöl zum Schluss hinzufügen und den Salbei unterrühren
  9. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

  10. Das fertige Pesto in Gläser abfüllen und mit Olivenöl bedecken.
  11. So ist das Petso ca. zwei bis drei Wochen im Kühlschrank haltbar.
  12. Die Nudeln al dente kochen.
  13. Die Teigwaren abgiessen, so dass noch etwas Restwasser im Topf übrig bleibt.
  14. Jetzt die Nudeln wieder in den Topf zurückgeben und mit dem Pesto vermischen. Wer möchte kann noch 1-2 EL Sahne hinzufügen.
  15. Mit Burrata und frittiertem Salbei servieren.

Grundrezept Pastateig
 
Prep time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 400 g Hartweizenmehl
  • (oder 200 g Hartweizengrieß und 200 g Mehl Type 405)
  • 4 Eigelb
  • 1 Ei
  • 4 TL Olivenöl
Instructions
  1. Das Mehl auf der Arbeitsplatte anhäufeln und in die Mitte eine große Mulde drücken. In diese die Eigelbe und das Ei hineingeben.
  2. Das Ei mit etwas Mehl vom Rand mit einer Gabel verrühren.
  3. Nach und nach so viel Mehl unterrühren, bis der Brei recht fest wird und sich kaum mehr mit der Gabel verarbeiten lässt.
  4. Den Teig nun mit immer mehr Mehl verkneten. Dabei das Öl und esslöffelweise gerade so viel Wasser zufügen, dass der Teig nicht klebt. (Der Teig sollte möglichst fest sein.)
  5. Kräftig durchkneten und in Klarsichtfolie gewickelt 30 Minuten ruhen lassen.
  6. Nachdem der Teig geruht hat, wird er mit Hilfe einer Pastamaschine oder per Hand ausgerollt. Für eine schöne Konsistenz den Teig mehrfach durch die größte Einstellung der Pastamaschine drehen. (Der Teig darf dabei ruhig anfangs noch etwas brüchig sein, er wird durch das Durchdrehen geschmeidiger.)
  7. Ist der Teig noch zu weich, bestäube die Platten mit ein wenig Mehl.
  8. Nach und nach kannst Du dann die Dicke reduzieren (in 2-Stufen-Schritten möglich.)
  9. Für die meisten Pastasorten gilt, dass sie mit der dünnsten Einstellung ausgewalzt werden. Bandnudeln vertragen eine größere Stärke und schmecken besonders herzhaft, wenn sie eine Stufe dicker ausgerollt werden.

 

Pfifferling-Pesto

Bis bald und bleibt anständig!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Teller: Churchill 1795 Serie Stonecast
Olivenöl: Kyklopas 

Gemüsechips mit Chili-Sour-Creme

{…Achtung Kontrolle am Handgelenk…}

Gemüsechips

Ich habe seit einiger Zeit eine Plastik-Allergie

Überall wo ich hinkomme, leuchten bunte Plastikarmbänder an den Handgelenken meiner Freunde, Kunden und Mitmenschen. Jeder gelaufene Schritt, jede verbrannte Kalorie, der Herzschlag, die Tiefschlafphase, die Dauer des Beischlafs…. alles wird gemessen und aufgezeichnet. Sie vibrieren, leuchten, zeigen Whats Apps und sonstige Nachrichten an und ermahnen Dich sich mehr zu bewegen und den Hintern von der Couch zu erheben. Grundsätzlich ist so ein Arschtritt am Handgelenk ja keine ganz so verkehrte Sache.
Wenn sie dir allerdings anfangen den Abend zu verderben und zur totalen Kontrolle mutieren, dann wird das Ganze schon etwas unlustiger…

Auf die Quote kommt es an

Vor Kurzem habe ich mich mit einer Bekannten zum Wein in einer unserer Lieblingsbars verabredet. Als der Kellner kam, bestellte sie einen Pfefferminztee mit frischer Minze, denn ihr Fitness-Armband hatte ihr morgens den Tipp gegeben, dass sie besser schlafe, wenn sie heute keinen Wein am Abend zu sich nehmen würde. „Mir fehlen nur noch 21% zur optimalen Schlafqualität. Ein Glas Wein schraubt das direkt mal auf satte 36,5% hoch…!“ Der Kellner und auch ich waren fassungslos. Mein Vorschlag, dass wir uns zum Frühschoppen mit Schnaps an einem Montagmorgen um 7 Uhr treffen (ist ja dann nicht Abend), kam irgendwie nicht so gut an.
Eine andere Freundin cancelte unsere Verabredung zu einem gemeinsamen Mittagessen, da sie am Vortag auf dem Kindergeburtstag ihrer Tochter bereits einen Schokoladenmuffin verdrückt hatte und laut Fitnessarmband für den nächsten Tag nur noch 231 Kalorien zur Verfügung hatte. „Dann iss halt einen Salat!“ war mein Vorschlag. „Salat? Tanja spinnst Du? So einen Salat, den es da gibt, hat mindestens 357 Kalorien… Und dann soll ich dir auch noch gegenübersitzend zusehen wie Du Dir einen ganzen Teller Pasta mit Sauce reinschaufelst? Vergiss es! Das treibt dann auch noch zusätzlich meinen Stresssensor in die Höhe… Ganz schlecht für meine Wochenquote!“
Es ist echt zum Verzweifeln. Ich fahre alleine S-Bahn, weil dem/der andere(n) noch 4500 Schritte für das Tagesziel fehlen und sie lieber laufen. Ich esse alleine mein Stück Kuchen am Nachmittag, während mein Gegenüber die Zahlen auf seinem Fitnesswecker beobachtet. Spaß und Genuss sieht für mich irgendwie anders aus!

Gemüsechips

Ein Koch, mit dem ich noch bis vor einiger Zeit zusammengearbeitet habe, sprang stündlich beim Arbeiten um mich herum, um mir unter die Nase zu reiben wie viel Schritte er jetzt  schon getan hat, damit er seine Figur- und Herzprobleme in den Griff bekommt. Komischer Weise ist er in der ganzen Zeit nicht weniger geworden und sein Blutdruck hat sich auch nicht verbessert.

Vor ein paar Jahren prophezeite der mittlerweile verstorbene Frank Schirrmann (Herausgeber der FAZ), dass demnächst eine neue Zeit anbrechen würde, als sich die EU-Kommissarin Neelie Kroes mit einer der ersten Fitness-Tracking-Armbänder zeigte. Er sagte quasi voraus, dass die zukünftige Gesellschaft zu selbstregulierten Mensch-Maschinen mutieren könnten.
Wie Recht er in manchen Bereichen damit behalten würde, habe ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht vorgestellt und dachte mir: „Immer diese mediale Schwarzmalerei…!“

Das Fitnesskonto wird mit Fleißpunkten gefüllt

Die Plastikarmbänder scheinen die Antwort auf einige menschliche dringende Fragen zu sein: Wie nehme ich ab? Wie bringe ich viele Leute dazu sich zu bewegen? Wie bekomme ich eine gesündere Lebensweise?
Die Fitnessbänder geben einem das Gefühl überall und jederzeit mühelos anfangen zu können etwas für sich zu tun. Dazu kommt, dass sich der Mensch von diesem Gerät kontrolliert fühlt, da ja täglich mehrfach Impulse, Ermahnungen oder auch Lob am Handgelenk aufleuchten.
Morgens zur Bahn gelaufen? Wow, schon 1023 Schritte, da gönn ich mir doch direkt mal einen Schoko-Donut am Bahnhof… Kleine Sünden macht man mit kurzem Gehen um den Block wieder wett und scheffelt so Fleißpunkte auf seinem Fitnesskonto.

Es soll ja sogar mittlerweile schon Krankenkassen geben, die solche Armbänder in ihr Bonusprogramm mit aufgenommen haben. Es gilt lediglich nachzuweisen, dass man mind. 10.000 Schritte am Tag gelaufen ist oder alternativ über 30 Minuten lang einen Herzschlag von 120 aufrechterhält. Ob man joggt, fahrradfährt oder schwimmt bleibt jedem selbst überlassen. Macht schlappe 180 Euro Beitragsersparnis im Jahr.
Der Gedanke, dass dann auch noch meine Krankenkasse mitbekommt (und sogar aufzeichnet) wo ich gerade bin und weshalb mein Puls gerade so rast, gruselt mich.

Gemüsechips

Gerade gestern sitze ich mit einer Freundin gepflegt zum Serienabend auf dem Sofa, als sie wild mit ihrem linken Arm in der Luft rudert. Die Hand kreist vor und zurück, der Arm schwingt hin und her, während das kleine Display an ihrem Handgelenk munter leuchtet und ich mich nicht mehr auf das Fernsehbild konzentrieren kann.
„Äh, was machst Du da?“ „Ha! Ich habe herausgefunden, dass man mit wedelnden Bewegungen der Hand das Armband austricksen kann. Ich habe gleich zirka 600 Schritte gespart und die blöde Uhr hört auf zu motzen, dass ich hier untätig mit Dir auf der Couch sitze.“ Sagt sie, grinst und greift mit der nicht wedelnden Hand in meine Chipstüte…

Ich wünsche Euch einen tollen Sonntag, bleibt beweglich ;-)

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Diese Grünkohl-Quesadilla eignen sich übrigens auch hervorragend für einen entspannten Couchabend!

Gemüsechips mit Chili-Sour-Creme
 
Author:
Recipe type: Snack
Ingredients
  • Kartoffeln
  • Pastinaken
  • Rote Bete
  • Gelbe Bete
  • Olivenöl
  • Salz

  • 100 g Schichtkäse (ersatzweise Quark, 20% Fett)
  • 80 g Schmand
  • 50 g saure Sahne
  • 50 g Crème fraîche
  • 3 El Salat-Mayonnaise
  • 2 El Weißweinessig
  • 0.5 Tl Worcestershiresauce
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • Chili-Kresse (z.B. von Koppert Cress)
Instructions
  1. Das Gemüse putzen und schälen.
  2. Mit einem Gemüsehobel in dünne Scheiben hobeln. (Je dünner die Scheiben sind, desto knuspriger werden die Chips.)
  3. Etwas Olivenöl mit Salz in einer Schüssel verrühren. Die Gemüsechips hineingeben und Öl vermengen.
  4. Backbleche mit Backpapier auslegen und die Gemüsechips gleichmäßig darauf verteilen, so dass sie nicht übereinander liegen.
  5. Im Ofen circa 40-50 Min. bei 140°C Umluft backen. Den Ofen zwischendurch immer wieder öffnen, sodass der Wasserdampf entweichen kann. Öfter nachschauen - zwischen knusprig und verbrannt liegen nur wenige Augenblicke.

  6. Schichtkäse oder Quark mit Schmand, saurer Sahne, Crème fraîche und Salat-Mayonnaise in einer Schüssel verrühren. Mit Weißweinessig, Worcestershiresauce, Zucker, Salz und Pfeffer würzen.
  7. Die Chili-Kresse unterheben und zu den Gemüsechips servieren.

Königsberger Klopse nach Oma-Gisela-Art

{…wenn sich die Völkerwanderung of love in Bewegung setzt…}

Königsberger Klopse

Wusstet Ihr, dass ca. jede 8. Beziehung in Deutschland eine Fernbeziehung ist?
Das heißt, dass sich ein Tross von rund einer halben Millionen Menschen (meist) am Wochenende auf die Reise zu dem oder der Liebsten begibt.
Die Reiseunterlagen haben das Ziel „hier bei mir“ oder „dort bei dir“. Klingt romantisch, oder? Naja… wenn man es sich schön redet und dabei denkt: “Ach, da komme ich am Wochenende mal raus…!“ funktioniert das vielleicht.
In Wahrheit sieht die Sache ganz anders aus….

120 Minuten versus 264 km

Freitagsmorgens: Der Rollkoffer macht um 8 Uhr in der Frühe schleifende Geräusche, wenn er hinter der Wochenend-Beziehungs-Person über den Parkettboden im Büro her rollt, um dann in einer Ecke geparkt zu werden. Kurz vor 17 Uhr betet man dann, dass der Chef nicht noch spontan ein Meeting einberuft, so dass man dann pünktlich um 18 Uhr im Zug oder im Auto sitzt und in die Richtung Wochenend-Zweit-Heimat aufbrechen kann. Ich kann selbst ein Lied davon singen, denn ich bin seit einem Jahr selbst aktives Mitglied der „Völkerwanderung of Love“. Ich kenne mittlerweile die grauenvolle und völlig überteuerte Speise- und Getränkekarte der Deutschen Bahn in- und auswendig, weiß wie mein Sitznachbar heißt und freue mich schon immer auf die schlürfenden Geräusche, die er beim Trinken seines Capuccino macht. Die Strecke Frankfurt-Nürnberg wird für mich nicht in 264km, sondern in 120 Minuten gemessen. Nehme ich das Auto werden, dank der wunderbaren Baustellen auf der Strecke, direkt mal 180-240 Minuten daraus. Allerdings kann ich dann wenigstens lautstark zu meiner Musik mitgrölen, ohne gleich verhaftet zu werden und werde auch nicht durch den Geruch von Fertig-Königsberger-Klopsen im Zugabteil belästigt.

Damit der Wochenendtrip nicht immer einem Umzug gleicht, sind Dinge wie Zahnbürste, Shampoo und Duschgel, Pyjama, Joggingschuhe und Handyaufladekabel bereist in doppelter Ausführung angeschafft worden und „hier“, bzw. „dort“ deponiert worden. Man hat auf dem Weg ins Wochenende vielleicht die neue Jeans an und war vorher nochmal auf der Sonnenbank, denn schließlich möchte man ja attraktiv, gesund gebräunt und nicht abgearbeitet beige aussehen, wenn man endlich auf seine/n Liebste/n trifft.

Königsberger Klopse

Alle Regler hoch- es ist Wochenende!

Fragt man Wochenbeziehungs-Betreiber (nennt man das so?), wie denn das Wochenende so war, wird natürlich immer mit „schööön“ geantwortet. Und mal ganz ehrlich, was soll man darauf auch anderes antworten, nach all den Kilometern und dem Leben aus der Reisetasche?
Die Regler am Wochenende werden schwungvoll nach oben gedreht. Essen gehen am Freitag, Veranstaltung am Samstag, Flohmarkt am Sonntag, irgendwann ausgedehnt frühstücken, vielleicht noch einen Film auf der Couch ansehen. Das Wochenende wird ausgequetscht wie eine Orange, bloß keine Minute vergeuden.
Manche Leute füllen eine Woche Urlaub mit all dem was man in einer Wochenendbeziehung in 48 Stunden verpresst.
Der schönste Tag ist der Samstag, denn man hat ja noch „morgen“. Dafür fühlt sich dann der Sonntag an wie der letzte Tag der Schulferien, an dem man dann irgendwann wieder in sein „Single-Leben“ zurückreist.

Mal ganz ehrlich: wer sagt, dass er Fernbeziehungen toll findet, ist für mich bescheuert!
Ich bin wirklich kein neidischer Mensch, aber wenn ich Paare an einem Mittwoch z.B. gemeinsam in die Waschstraße fahren sehe, weil an diesem Tag dort immer happy hour ist, bin ich neidisch. Überhaupt auf alle die ganz banalen Dinge, die „normale“ Paare unter der Woche zusammen machen können. Spießigkeit kann so schön sein….

Stille

Tja, und dann, wenn der Sonntag da ist…? Dann packt man wieder seine Tasche, wirft sie entweder ins Auto oder begibt sich damit wieder zum Bahnhof.
Sonntags ist es immer sehr still auf der Rückfahrt im ICE. Die meisten haben Ihre Ohrstöpsel im Ohr und lassen das Wochenende nachklingen. Die Haut riecht nicht mehr nur nach einem selbst, sondern nach dem Menschen von dem man sich jetzt Stück für Stück immer weiter entfernt. Man will mit keinem reden, starrt vor sich hin in die beginnende Dunkelheit.
Dann sieht man die Lichter seines Zielbahnhofs, steigt aus und geht nach Hause.

Das Handy leuchtet auf und man antwortet ein bisschen traurig und auch ein bisschen glücklich: „Ich dich auch!

Königsberger Klopse

Und weil Königsberger Klopse eines meiner Lieblingsessen ist (die besten hat mir nämlich immer meine Oma Gisela gemacht), zeige ich Euch heute hier mal wie die richtig gemacht werden.
Vielleicht schicke ich das Rezept mal an die Deutsche Bahn, in der Hoffnung, dass das was dort als Königsberger Klopse verkauft wird, mal optimiert wird…

(Wer noch nach einem anderen Rezept mit Hackfleisch sucht, wird bei diesem Flammkuchen übrigens auch fündig.)

Ich wünsche Euch allen ein tolles Wochenende, ob „hier“ oder „dort“.
Ich bin dann mal wieder weg…

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Königsberger Klopse
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • Zutaten
  • Für 6 Portionen
  • 1 altbackenes Brötchen, ca. 40 g
  • 80 g Schalotten
  • 6 Stiele glatte Petersilie
  • 20 g Butter
  • 3 Sardellenfilets, ca. 20 g
  • 600 g Kalbfleisch, aus der Schulter
  • 15 g Speck, mild geräuchert
  • 2 Eier , Kl.M
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Tl Macis, Muskatblüte, fein zerrieben
  • Zitronenschale, fein abgerieben von ½ Biozitrone
  • 800 g Kartoffeln, klein, z.B. Bio-Linda
  • 20 g Butter
  • 4 Stiele krause Petersilie
  • 3 Gläser Kapern, à 40 g, z.B. Nonpareilles
  • 1 Zwiebel, klein
  • 2 Nelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • 250 ml Kalbsfond
  • 250 ml Weißwein
  • 100 g Butter
  • 250 ml Schlagsahne
  • 3 El Mehl
  • 150 ml Milch
  • 2 El Zitronensaft
Instructions
  1. Für die Klopse das Brötchen in heißem Wasser einweichen, dann gut ausdrücken.
  2. Schalotten fein würfeln, die glatte Petersilienblätter abzupfen und fein schneiden.
  3. g Butter in einer Pfanne schmelzen, Schalotten darin 2 Minuten farblos dünsten. Die Petersilie unterrühren, beiseite stellen und kalt werden lassen.
  4. Jetzt die Sardellenfilets auf Küchenpapier abtropfen lassen und fein hacken.
  5. Eventuell Silberhaut, Fett und Sehnen vom Fleisch entfernen. Fleisch und Speck klein schneiden.
  6. Fleisch und Speck mit dem Brötchen, der Schalottenmischung und den Sardellenfilets zweimal durch die feine Scheibe des Fleischwolfs drehen. Hackfleisch in einer Schüssel mit den Eiern gut mischen und mit Salz, Pfeffer, ½ Tl Macis und Zitronenschale einer halben Zitrone würzen. Aus der Masse ungefähr 20 Klopse (à ca. 45 g) formen und abgedeckt kalt stellen.
  7. In der Zwischenzeit Reis nach Packungsanleitung kochen.
  8. Die Kapern in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen, dabei den Kapernsud auffangen. Die Zwiebel mit Nelken und Lorbeer spicken.
  9. l Wasser mit Fond, Weißwein und gespickter Zwiebel einmal aufkochen. Die Klopse in den Fond geben und 8-10 Minuten leise sieden lassen. In einem zweiten Topf 40 g Butter schmelzen. Das Mehl unterrühren und kurz quellen lassen. Mit 500 ml Klopsfond gut verrühren und offen bei mittlerer Hitze 8-10 Minuten schwach kochen lassen. Sahne, Milch, 6 El Kapernsud und Zitronensaft zugeben und einmal aufkochen, dann mit Salz und restlichem Macis würzen. Restliche kalte Butter mit einem Schneidstab in der Sauce fein pürieren. Kapern zugeben. Klopse mit Sauce und Reis in vorgewärmten tiefen Tellern servieren.

 

Maronencreme-Suppe, Rosmarin-Grissini, geräucherte Entenbrust

{…eine Badezimmer-Analyse…}

Maronensuppe Ganz ehrlich, ich hab’ heute mal keinen blassen Schimmer wie ich die Kurve von dieser Story zum Thema Essen bekommen soll, ohne dass es unappetitlich wird… Aber ich wollte Euch die Gedankenwelt eines Mannes in Punkto „Badezimmer-Analyse einer Frau“, hinsichtlich deren „sonstigen Vorzügen“ nicht vorenthalten.
Ich versuche einfach mal dem Thema entgegen zusteuern und zeige Euch eine wirklich leckere Suppe für den Herbst.
Auch gut geeignet als Vorspeise für das Weihnachtsmenü. Nehmt Euch ein Süppchen und lernt Frank kennen:

Alsooo…. Vor Kurzem traf ich Frank nach einer gefühlten Ewigkeit wieder. Frank und ich wohnten über einen kurzen Zeitraum in einer gemeinsamen Wohnung, die aber für zwei exzentrische Personen nicht genug Raum bot (wenn ihr wisst was ich meine…)
Auch damals schon neigte Frank zu einer ungehemmten Analyse seiner, nennen wir es fröhlichen „Kurzeit-Beziehungen“, die früher bei uns ein und aus gingen. Meist abends ein…morgens aus, dann wurden sie nicht mehr gesehen… Nun…

Das Badezimmer einer Frau- die Büchse der Pandora

Frank hat sich irgendwie nicht wirklich verändert. Nachdem wir unweigerlich auf das Thema „Beziehungsstatus“ zu sprechen kamen, eröffnet er mir seine These, dass er nur in das Badezimmer einer Frau gehen müsste, um diese schon zu kennen, bevor „irgendetwas anderes“ stattgefunden hat.
Das Badezimmer einer Frau sei nämlich eine Art „Büchse der Pandora“, die man nur mit Vorsicht öffnen sollte. Ich überlege kurz, wie man mein Badezimmer wohl analysieren könnte und fordere einen Exkurs in die Welt eines Mannes mit reichem Erfahrungsschatz zum Thema „Badezimmer-Analyse“.

Wir nennen die Dame, deren Badezimmer Frank als „Fallbeispiel“ anführt, einfach mal Stefanie* (*Name von der Redaktion geändert)

„Als ich das erste Mal Stefanies Wohnung betrat, wehte mir ein sanfter Geruch von Vanille entgegen. Es erinnerte mich sofort an meinen ersten Golf vor 25 Jahren, an dessen Spiegel ein gelber Vanille-Duftbaum baumelte. Ich fühlte mich gleich heimisch. Der Nachmittag war sehr entspannt, man redete über dieses oder jenes. Irgendwann an diesem frühen Abend musste ich dann doch mal aufs Klo.
Ehrlich, Tanja- ich hatte Angst! Stephanie war echt toll und ich wollte mir meine Illusion über diese Frau nicht durch das Öffnen der „Büchse der Pandora“ zerstören lassen…. Aber was will man machen, wenn 1,5 Liter Kaffee sich den Weg nach draußen suchen?!“ Ich musste laut Lachen, denn Frank gehörte erfahrungsgemäß nicht unbedingt zur ängstlichen Sorte Mann.

Maronencremesuppe

Relax und setzt Dich!

„Ich betrete also Stephanies Badezimmer und entdecke als Erstes eine Ansammlung an Deko-Nippes, für den man wahrscheinlich im 1 Euro-Laden noch Geld mitbekommen hätte. Über der Badewanne kleben Blumen-Tribals und kleine Muscheln und Seesterne aus Plastik, die auf buntem Sand liegen, zieren ein Tablett. Daneben ein fetter goldener Buddha, der mir grinsend beim Pinkeln zusieht. Das erledige ich übrigens im Sitzen, denn ein Klebeschild an der Klospülung weist in Zeichensprache eindringlich darauf hin.
Mein Blick fällt auf die Fensterbank und ich betrachte die aneinandergereihten Holzbuchstaben, die das Wort RELAX ergeben. Äh, sorry, wie soll das denn hier gehen??? Relax… Ich bin verwirrt.
Ist das wirklich Stefanie? Die coole, direkte, sexy Frau, die ich vor 2 Tagen im Aufzug kennengelernt habe? Das passt doch irgendwie nicht zusammen….“
„Im Aufzug, so so…!“ unterbreche ich Frank und muss bei seinen Ausführungen schon wieder laut lachen, weshalb er mich mit einem tötenden Blick bestraft.

Willkommen in der Werkstatt

„Ja, und dann Tanja…. dann stellt man fest, dass gewisses Aussehen natürlich seinen Preis hat. Überall standen Tiegel, Tuben und Dosen mit Peelings, Puder, Cremes und Kuren, Lotion-Masken usw. herum. Immer mit dem Wort „Anti“. Anti-Cellulite, Anti-Falten, Anti-Aging, Anti, Anti, Anti… da kommt einem doch unweigerlich die Frage: „Wie sähe Stefanie wohl ohne diese ganzen Gegenmittel aus?!“ Mal von der herumliegenden Hardware in Form von Lockenwicklern, Glätteisen, Wimpernzange, Hornhaustraspel, usw. abgesehen. Tanja, das war kein Badezimmer! Das war ein Hobbyraum erster Güte- eine Werkstatt…!
Und dann merkte ich, dass eine entscheidende Sache in dieser „Werkstatt“ fehlte. Wo waren bitte die Zahnpasta-Spritzer am Spiegel, die Haarsträhnen vom Kämmen im Waschbecken, Kalkablagerungen auf den Armaturen…?
Da war einfach NICHTS! N I C H T S!“
Ich rollte mich fast auf dem Fußboden vor Lachen, wegen der bildlichen Ausführungen von Frank.

  Maronencremsuppe

Bergamotte, Moschus, Klostein

„Ich sitze also immer noch auf dem Klo und schaue mich schockiert um. Plötzlich ertönt ein „Pffffffff“ hinter mir und ich beginne schon an mir zu zweifeln, dass mir dieses Badezimmer sogar meine körperlichen Empfindungen raubt und ich nicht mal mehr merke, wenn aus mir Luft entweicht*. (Anmerkung: Frank benutze hierfür ein anderes Wort, was ich hinsichtlich des Themas „Foodblog“ abgeändert habe). Zum Glück zeigt sich schnell, dass ich nichts für dieses Geräusch konnte. Hinter mir steht ein Gebilde, was wohl einer Hand nachempfunden sein soll, dessen Daumen ein penetrant riechendes Öl in regelmäßig getakteten Abständen freigibt. Bergamotte? Moschus? Klostein? Ein migränefördernder Geruch umweht mich und legt sich in kleinen fein zerstäubten Mikropartikeln auf meinem Rücken nieder. Ob dieses Ding wohl einen Sensor hat, was die Verweildauer beim Toilettengang registriert und dementsprechend Duftstoffe absondert? Ich muss einfach raus hier! Der Fluchtgedanke wurde übermächtig. Während ich nach dem 4-lagigen Toilettenpapier greife, fällt mein Blick auf den Push-Up-BH aus Spitze, der über dem erwärmten Handtuchhalter baumelt (ob sie so einen auch in diesem Moment trägt?). Dann entdecke ich in der Dusche den Rasierer… (wo rasiert sie sich?), die Kontaktlinsen-Aufbewahrung und eine Beißschiene… (was sie wohl so sehr aufregt, dass sie nachts mit den Zähnen knirschen muss?) Ich entdecke beim Händewaschen eine Tinktur gegen Nagelpilz und stelle fest, dass Stefanie Melkfett benutzt. Melkfett?!? Äh, wofür?! Und dann die Seife… „Stop water while using me!“ stand darauf. Entweder ist Stefanie sehr umweltbewusst (was ich hoffte) oder sie gibt gerne bevormundend den Ton an. Ich verließ dann eilig das Badezimmer- ich hatte genug Informationen…“
„Und dann? Bist Du dann nach diesem Schock einfach stumm weggelaufen?“ fragte ich Frank und wollte mich schon wälzen vor lauter Lachen.
„Nö. Wir hatten einen echt schönen Abend und als wir uns dann verabschiedet haben, lud ich sie für zwei Tage später wörtlich in mein „PIPIKACKALAND“ ein.
Hat sie natürlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht verstanden…“

Was sagt Euer Badezimmer über Euch aus?

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Maronencremesuppe
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 3 kleine Schalotten
  • 6 Zweige Thymian
  • 250 g Maronen gegart
  • 20 g Butter
  • 600 ml Hühnerfond
  • 150 g Schlagsahne
  • 200 ml Milch
  • Meersalz
  • Piment d‘Espelette
Instructions
  1. Zuerst die Schalotten schälen und klein schneiden.
  2. Den Thymian abspülen und trocken schütteln.
  3. Die Maronen grob hacken, ein bis zwei Esslöffel beiseite legen.
  4. Von zwei Zweigen Thymian die Blättchen abstreifen.
  5. Die Butter erhitzen und Schalotten, Thymianblättchen und den größeren Teil der gehackten Maronen darin dünsten.
  6. Dann den Fond angießen und die Sahne dazu geben.
  7. Alles knapp 10 Minuten zugedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen.
  8. Nun die Suppe mit dem Stabmixer pürieren und die Milch unterrühren.
  9. Mit Salz und Piment d'Espelette würzen.
  10. Den restlichen Thymian und die restlichen Maronen in Olivenöl anbraten und auf die Suppe geben.

Rosmarin-Grissini mit geräucherte Entenbrust
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • 500 g Mehl, (Type 405)
  • 1 Pk. Trockenhefe
  • 1 Prise Zucker
  • 2 Tl Salz
  • 3 El Olivenöl
  • 2 El getrockneter Rosmarin, zum Bestreuen
  • 150 g geräucherte Entenbrust
Instructions
  1. Das Mehl mit der Hefe, dem Zucker, dem Salz und dem Olivenöl mischen und mit 275 ml lauwarmem Wasser ca. 10 Minuten so lange kneten, bis ein glatter und elastischer Teig entstanden ist.
  2. Den Teig in eine Schüssel legen, mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort 10 Minuten gehen lassen.
  3. Den Ofen auf 200 °C (Umluft 180 °C) vorheizen.
  4. Den Teig aus der Schüssel nehmen, erneut durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick zu einem Rechteck ausrollen.
  5. In 1 cm dicke Streifen schneiden und diese mit den Händen zu langen Strängen rund rollen.
  6. Die Teilstränge auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und dünn mit etwas Wasser bepinseln und mit getrocknetem Rosmarin bestreuen.
  7. Für ca. 15 Min backen und ausgekühlt in einer luftdichten Dose aufbewahren.
  8. Als Beigabe zur Maronensuppe mit der geräucherten Entenbrust umwickeln und mit der Suppen anrichten.

 

 

Heidelbeer-Rotwein-Risotto-Liebe

{…die Sache mit der Liebe…}

Blaubeer-Risotto

Ich habe eine große Liebe.
Die Risottoliebe. Also, unter anderem die Risottoliebe…
Eine andere gibt es auch ;)

Die Sache mit der Liebe ist ja manchmal etwas unwegbar.

Habt Ihr Eure große Liebe schon gefunden?
Nein? Noch nicht?
Macht nix, denn es besteht Hoffung…!

Blaubeer-Risotto

Jeder hat 3 große Lieben

Laut Sozialpsychologen gibt es nämlich in jedem Leben drei große Lieben. Natürlich ist jede dieser Lieben anders, einzigartig und besonders und hat eine große Bedeutung für unsere Entwicklung.

Liebe Nr. 1

Die allererste Liebe ist etwas ganz Besonderes.
Meist erlebt man sie sehr jung und hat deshalb noch keine Vergleiche. Es ist alles neu. Der erst Kuss, das erste Mal… Man himmelt den anderen an und schwebt meist mit Pubertätspickeln im Gesicht auf der rosa Wolke über dem Schulhof. Man denkt, dass diese Liebe ewig hält. Allerdings ist man in diesem Alter noch sehr stark beeinflussbar und legt einen großen Wert auf die Meinung anderer. Die erste große Liebe hält in den allerseltensten Fällen für immer (aber auch das passiert natürlich!).

Liebe Nr. 2

Nachdem man den Trennungsschmerz von der allerersten Liebe verkraftet hat, wird man vorsichtiger.
Man hatte vielleicht in der Zwischenzeit den/die ein/e oder andere/n an seiner Seite und hat sich auf dem „Markt“ ein wenig umgesehen. Da man mittlerweile ein paar Erfahrungen gesammelt hat und nun weiß wie schnell eine Beziehung beendet sein kann und welchen Schmerz das mit sich zieht, geht man schon etwas kritischer an die Sache heran.
Bei der zweiten große Liebe ist man schon etwas reifer geworden. Der neue Partner ist gleichberechtigt, man weiß schon eher was man möchte und auch was man nicht mag, im Gegensatz zur großen Liebe Nr.1.
Dieses Wissen macht beide Partner kritischer und meinungsfreudiger, was häufig zu Diskussionen führt. Aber man ist in vielen Dingen auch leidenschaftlicher. Oftmals geht man bei der Liebe Nr.2 mehr mit dem Kopf an die Sache heran, möchte den anderen ändern, arbeitet an der Beziehung (was ja grundsätzlich nicht schlecht ist). Leider wird darüber hinaus manchmal vergessen auch einfach mal nur glücklich zu sein. Deshalb hält man häufig an Liebe Nr.2 lange fest, obwohl es vielleicht schon zu spät ist und man besser früher einen Schlussstrich gezogen hätte.
Laut Psychologen kann man dieser Liebe Nr.2 übrigens mehrfach begegnen, bis man die Liebe Nr.3 trifft. Auch ist eine Heirat und Kinder mit Liebe Nr.2 nicht selten.
Die zweite Liebe ist eine der wichtigsten Lieben in unserem Leben, da sie uns erkennen lässt was und wer uns glücklich macht, was man braucht und welche Form von Nähe und/oder Distanz für einen selbst richtig sind. Es ist eine lehrreiche Liebe.

Liebe Nr. 3

Tja… Und dann trifft man auf die dritte große Liebe.
Diese Liebe erwischt einen meist nicht auf den ersten Blick mit Haut und Haaren, sondern man begreift erst nach einer gewissen Zeit, dass man zusammenpasst und gehört.
Bei Liebe Nr.3 kann man durchaus schon im fortgeschrittenen Alter sein. Manch einer trifft seine Liebe Nr.3 erst im hohen Alter.
Bei der dritten großen Liebe geht man eher auch mal Kompromisse ein. Vielleicht ist die neue 3. Liebe ein ganz anderer Typ (innerlich und äußerlich), als die Vorangegangene. Das Entscheidende aber ist: Diese Liebe fühlt sich einfach nur gut und richtig an. Man ist angekommen, in der richtigen Zeit, die ab einem gewissen Alter auch nicht mehr unbegrenzt vorhanden ist und man hat das Bedürfnis, jede Minute sinnvoll und mit dem richtigen Partner zu nutzen. Man genießt das Miteinander anders und intensiver. Dramen, Tränen und Diskussionen bleiben aus.
Man hat sich gefunden.
Man will aneinander festhalten.
Einfach so.
Für immer.

An alle noch Suchenden:
Hier das Rezept zur Wartezeitverkürzung ;) Und wer noch Lust auf ein anderes Risottorezept hat schaut einfach mal hier.

Heidelbeer-Rotwein-Risotto
 
Prep time
Cook time
Total time
 
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Serves: 4
Ingredients
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 250 g Risottoreis (z. B. Carnaroli)
  • 4 dl Rotwein
  • 6 dl heiße Gemüsebrühe
  • 250 g Heidelbeeren, ca. 50 g extra
  • 1 EL Butter
  • 2 EL Parmesan, gerieben
  • Ziegenfrischkäse nach BeliebenSalz und Pfeffer
Instructions
  1. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel andünsten, Reis dazu geben.
  2. Den Reis unter Rühren anbraten bis er glasig ist.
  3. Die Hälfte des Weins dazugiessenund fast vollständig einkochenlassen.
  4. Den restlichen Wein dazugiessen und vollständig einkochen.
  5. Die Gemüsebrühe unter häufigem Rühren nach und nach dazugiessen, sodass der Reis immer knapp mit Flüssigkeit bedeckt ist.
  6. Nach ca. 10 Min. die Heidelbeeren unterrühren und ca. 10 Min. fertig köcheln, bis der Reis cremig und al dente ist.
  7. Butter und Käse darunterheben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und in Teller geben.
  8. Die beiseite gestellte Heidelbeeren darauf verteilen.
  9. Nach Belieben Ziegenkäse darüber zerbröseln und groben Pfeffer darüber geben.

Passend zum Thema Liebe kann ich Euch übrigens jeden Abend ab 20 Uhr die Radiosendung „Herzflattern“ auf Kochblogradio.de wärmstens empfehlen.

Ich wünsche mir für jeden von Euch, dass Ihr Euer „für immer“ findet oder schon gefunden habt!

Auf die Liebe!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Miesmuscheln in Kokos-Tomaten-Sud

{…man muss auch mal „Nein“ sagen könne…}

Nein sagen

Heute greift die HouseDame mal in die „Lebensweisheits-Kiste“ und schwingt nur kurz den Kochlöffel. ;)

Lebensqualität durch ein gepflegtes „Nein“ – „Ja“ das geht!

Zu so vielen Dingen im Alltag sagt man einfach „Ja“, ohne dass man eigentlich will, was oder wem man da zustimmt oder eingeht. Ein gepflegtes „Nein“ kann einem tatsächlich echte Lebensqualität bringen.

Ich habe in meinem Leben schon ziemlich oft „Ja“ zu Dingen gesagt, zu denen ich besser „Nein“ gesagt hätte. Zu Einladungen, von Menschen mit denen ich meine Freizeit eigentlich nicht „verschwenden“ wollte, zu Aufträgen, für dich eigentlich zu überarbeitet, für Partys, für die ich zu müde war. Alles aus reiner Höflichkeit. Meist weiß man erst hinterher, dass einem ein gepflegtes „Nein“ einiges an Stress, Zeitverschwendung und oftmals auch Ärger verhindert hätte. Ein „Ja“ geht einem schnell über die Lippen, ohne dass man sich häufig in diesem Moment darüber bewusst ist, was die Konsequenz für dieses „Ja“ bedeutet.

Warum sagt man „Ja“, wenn man „Nein“ meint?

Meine „Jas“, die ein „Nein“ hätten sein sollen, kamen meist aus der Angst heraus entweder etwas zu verpassen, jemanden vor den Kopf zu stoßen oder einfach nach einer „Nein-Antwort“ nie wieder gefragt zu werden.

Zeit nimmt den Druck für vorschnelle Antworten

Ich habe gelernt, dass es auf die Art und Weise ankommt „Nein“ zu sagen. Der richtige Umgang damit lässt sich lernen und erfordert nur ein wenig Übung.
Wichtig ist, dass das „Nein“ freundlich angebracht wird und dem Gegenüber nicht das Gefühl gibt auf die Füße getreten zu bekommen.
Oftmals hilft es schon, wenn man nicht voreilig und schnell eine Antwort geben muss und sich mit „Darf ich darüber nachdenken? Ich sage Dir heute Abend Bescheid!“ oder „Ich muss erst in meinem Kalender nachsehen. Ich kann Dir gerade noch keine verbindliche Antwort geben.“ Zeit für die Antwort und zum Hinterfragen seiner eigenen Empfindung schafft. Jeder hat das Recht sich Zeit für Antworten zu nehmen, was meist auch den Druck der Entscheidung nimmt. Hat man voreilig mal wieder etwas zugesagt, was man eigentlich gar nicht wollte, ist es unlängst schwieriger einen Rückzieher zu machen, denn man steht ja schon im Wort.

Erklärt man zudem kurz noch weshalb man etwas ablehnt, ist es für den Gegenüber auch leichter nachzuvollziehen. Allerdings sollte die Erklärung tatsächlich kurz ausfallen, denn sonst läuft man Gefahr in Überredungsversuche oder Debatten verwickelt zu werden.

Genauso wie jeder das Recht hat „Nein“ zu sagen, haben alle die mit einem Anliegen, einer Bitte oder Gesuch an jemanden herantreten anständig behandelt zu werden. Ein eindeutiges „Nein“ ist oft auch ein Zeichen von Respekt, so merkwürdig das vielleicht klingt. Unnötig vertröstet oder hingehalten werden, wenn man die Antwort schon längst weiß, ist also kein schöner Zug.

Alternativen für ein „Nein“

Für manche Anliegen, die man evtl. mit einem „Nein“ beantworten würde, gibt es aber auch Alternativen.
„Kannst Du bitte einen Kuchen für das Buffet am Samstag backen?“ Früher hätte ich sofort „Ja, klar! Kein Problem!“ gerufen, obwohl ich überhaupt keine Zeit hatte mich noch in die Küche zu stellen. (Aber meine Freunde sollten ja weiterhin denken, dass ich immer alles völlig unangestrengt und mit Links schaffe, egal wie stressig mein normaler Arbeitsalltag auch ist/war.) Heute sage ich einfach: „Sorry, einen Kuchen backen kann ich leider nicht, aber ich bringe eine Käseplatte mit.“ Und schon ist aus einem „Nein“, ein alternatives Angebot geworden, dass dem Gegenüber für sein Anliegen auch weiterhelfen könnte. Aber nicht, dass Ihr jetzt aus schlechtem Gewissen Wagenladungen Käse mitbringt, weil Ihr den Kuchen ausgeschlagen habt!

Kennst Du Deine „Jas“?

Damit man das mit dem „Nein-Sagen“ gut hinbekommt, muss man allerdings wissen was seine „Jas“ im Leben sind. Was möchte man? Was tut einem gut? Möchte man mehr Zeit für sich haben? Möchte man konsequenter sein Sportprogramm absolvieren? Dann schlägt man natürlich das Glas Wein, zu dem man eingeladen wird, aus, da das nicht im Trainingsplan vorgesehen ist… Wenn man weiß was man möchte, wird ein „Nein“ leichter fallen und sich auch authentisch vor sich und den anderen begründen lassen.

Lasst Euch nicht auf Diskussionen ein, wenn Euer Gegenüber Eure „Nein-Entscheidung“ nicht versteht oder akzeptiert und lasst Euch bloß keinen Egoismus vorwerfen!
Immer daran denken: Es kommt nur auf die Empfindung deines Gegenübers darauf an, wie das „Nein“ interpretiert wird. Achtet also immer darauf wie Euer „Nein“ rübergebracht wird.

Miesmuscheln in Kokos-Tomaten-sudo

Ich sage heute „Nein“ zu Kalorien und „Ja“ zu schönen Erinnerungen an den letzten Urlaub, an dem ich immer Miesmuscheln am Mittag an der Strandbude gegessen habe und mich alles andere als MIES dabei gefühlt habe.

5.0 from 1 reviews
Miesmuscheln in Kokos-Tomaten-Sud
 
Author:
Ingredients
  • 1 kg Miesmuscheln
  • 1 Dose stückige Tomaten
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • etwas Butter
  • 150ml Weißwein
  • 100ml Gemüsebrühe
  • 3 Karotten
  • 3 Stangen Stangensellerie
  • weiteres Gemüse nach Belieben
  • Salz, Pfeffer, Chili, Curry, Zitronensaft
Instructions
  1. Die Miesmuscheln gründlich säubern. Alle Muscheln die bereits vor dem Kochen geöffnet sind, bitte entsorgen!
  2. Zwiebeln, und Gemüse gleichmäßig groß in Würfel schneiden, Knoblauch fein hacken.
  3. Das Gemüse in einem großen Topf in der Butter anschwitzen und anschließend mit der Brühe und dem Weißwein ablöschen.
  4. Minuten köcheln lassen, dann die Tomaten und die Kokosmilch dazugeben.
  5. Den Sud mit Salz, Pfeffer, Chili, Curry und etwas Zitronensaft abschmecken.
  6. Jetzt die Muscheln dazugeben und solange köcheln lassen bis sie sich alle geöffnet haben.

Dazu passt übrigens gut dieses selbstgebackene Baguette (klick) oder auch diese Fladenbrot (klick)

DIE FÄHIGKEIT DAS WORT „NEIN“ AUSZUSPRECHEN,

IST DER ERSTE SCHRITT ZUR FREIHEIT.

(Nicolas Chamfort)

franz. Schriftsteller 1741-1794

 

Macht das was Euch gut tut!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

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