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Hirschburger mir Radicchio-Slaw

{…Achtsamkeit… was war das nochmal?}

Achtsamkeit

Sooooo…. erst einmal ein HAPPY NEW YEAR zu Euch!

Ende des vergangenen Jahres war so Einiges los in meinem Leben, weshalb ich weder in der Lage war Weihnachtspost zu verschicken, noch besinnliche Festtage zu verbringen und am allerwenigsten Blogbeiträge zu verfassen. All das hat mich zusätzlich genervt und alles noch verschlimmert. All das hat mir unheimlich gefehlt, ich konnte es aber nicht ändern! Aaaaaber… Rumheulen ist keine Option! Anpacken und Loslegen- nur das ist zielführend!!!
Und ich sage Euch: Gerade wenn man mal wieder eine Zeit durchlebt, die von einem ALLES(!) fordert (körperlich und seelisch), dann lernt man kleine Wunder, Begegnungen und Chancen erst wieder richtig zu schätzen und zu nutzen.

Wie sieht es mit dem Thema „Vorsätze für das neue Jahr“ bei Euch aus?
Habt Ihr welche oder arbeitet Ihr noch die von den letzten 10 Jahren ab?
Ich gestehe: Natürlich möchte auch ich wie immer im neuen Jahr schlanker, produktiver, disziplinierter, toller und überhaupt auf ganzer Linie erfolgreicher sein. Aber das will ich am 24.06.2019 und am 27.02.2039 (wenn ich da überhaupt noch Herr/Frau meiner Sinne bin und die Kontrolle über meine Körperausscheidungen habe…) auch noch!

Und deshalb:
Mein Wort für das Jahr 2018 heißt: ACHTSAMKEIT(oder so….)

Wer mich kennt, weiß, dass ich mit meiner persönlichen Achtsamkeit eher liederlich umgehe. Aber das soll sich jetzt ändern…

Bewusstes Leben im Augenblick- ein Trend

Das Thema Achtsamkeit hat ja nun mittlerweile einen langen Bart, denn das gibt es ja quasi schon seit den 80er Jahren, als es der amerikanische Arzt Jon Kabatt-Zin „erfunden“ hat. Er nannte es kurz mindfullness. Dieses Wort drückt nichts andres aus, als: Bewusstes Leben im Augenblick.
Klingt gut, findet Ihr nicht? Und liegt auch voll im Trend!

Die Sache mit den Trends hat bei mir aber einen Haken…. Außer beim Thema Essen bin ich nämlich bei Trends nicht immer vorne mit dabei. Das Kind rollt deshalb schon immer die Augen und versucht mir Dinge, die in einem Alter von 16 Jahren maßgeblich und unabdingbar wichtig und trendig sind in „Ein-Gehirn-Zellen-Mutter-Sprache“ zu erklären und zu veranschaulichen. Ich verstehe trotzdem nicht alles.

Hautausschlag im Gesicht- meine Reaktion auf Trends

In meinem Freundeskreis (darunter der ein oder andere (Möchte-Gern-) Hippster), sind da ebenfalls ganz anders drauf. Die Männer tragen seit einigen Jahren Bärte (ich dachte, dass die meisten zu faul zum Rasieren sind oder die Religion spontan gewechselt haben). In Frankfurt ist Multi-Kulti, in Bezug auf Glaubensfreiheit, durchaus ein Thema! Ich habe mich also an haarige Gesichter gewöhnt und an Küsschen-rechts-Küsschen-links-Begrüßungen, die ein halbstündiges Gesichtsjucken bei mir hervorrufen. Egal! Ich akzeptiere diesen Trend! Jeder soll aussehen wie es ihm gefällt…jeder soll für juckenden Ausschlag bei anderen verantwortlich gemacht werden können!

Dann fing diese Geschichte mit dem Thema „Trend-Wandern“ an. Mann nennt es aber natürlich nicht „Wandern“, sondern „Hiken“, wenn man hipp ist. Und ganz ehrlich: „Hiken“ klingt natürlich auch nicht so öde wie „Wandern“, was einen immer an warme Capri-Sonne und zerdrückte Butterbrote in einem Kinderrucksack erinnert.
Und soll ich Euch noch etwas erzählen? Ich war tatsächlich auch das erste Mal in meinem Leben im April 2017 wandern, äh hiken. Das war mitunter der schönste Urlaub im vergangenen Jahr, was aber auch an meiner Begleitperson (dem MesserDealer) lag!

Achtsamkeit

Ich bin die Trend-Nachhut

Um es kurz zu machen: Ich bin, außer bei kulinarischen Dingen, eher die Trend-Nachhut.
Eine Bekannte formulierte es erst kürzlich sehr treffend und sprach laut aus, dass ich Trends erst mitbekäme, wenn sie Teil einer Tchibo-Themenwoche sind. Nicht wirklich ein Kompliment, aber leider wahr…
Aber ich gelobe daran zu arbeiten!

Aktuell ist dann wohl (gerade am Jahresanfang) der allgemeine Lieblingstrend: Achtsamkeit.
Und dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen, nicht wieder als Letzte irgendwelche Trends mitzubekommen, sondern gleich zu Anfang mit aufzuspringen.
Einige veränderte Faktoren in meinem Leben haben jetzt tatsächlich auch dazu geführt, dass ich mehr Zeit für die Trend-Recherche habe… (ich hoffe das klappt auch alles, so wie ich mir das vorgenommen habe).

Power-Achtsamkeit für Zurückgebliebene

Nachdem ich ja das Thema Achtsamkeit die vergangenen Monate sehr erfolgreich in meinem Kopf und Leben ignoriert habe, muss ich jetzt natürlich wieder um so mehr Gas geben und tue jetzt so, als würde ich schon seit Jahren mit an Board sein.
Ich mache also jetzt Power-Achtsamkeit, um alles aufzuholen, was ich verpasst habe.

Deutlich merkt man das Ende eines Trends, wenn sich die Fachbücher zu einem bestimmten Thema irgendwann unter einer Regenfolie, rabattiert, auf dem Wühltisch im Freien vor der Lieblings-Buchhandlung stapeln. Ich habe dort vor einigen Tagen diverse Achtsamkeits-Exemplare von ganz unten herausgezogen und natürlich direkt gekauft.

Das Rosinen-Experiment

Kurz vor Neujahr hatte ich dann ein wenig Zeit, mich mal mit diesen Ratgebern auseinander zu setzen. Ein Ratgeber-Tipp war zum Beispiel, sich eine Rosine auf den Tisch zu legen und sie möglichst lange anzustarren. Angeblich entspannt es, sich die Krater auf der verhutzelten Oberfläche einzuprägen. In Kapitel 5 darf man sie dann sogar langsam und bedächtig kauen. Aber in diesem Stadium bin ich noch nicht angekommen (ich mag übrigens keine Rosinen)…Der Herr MesserDealer hat bei meinem ersten Rosinen-Selbstversuch darum gebeten, diese Übung nicht mehr beim Sonntagsfrühstück zu praktizieren, da ich ihm dabei ein beklemmendes Gefühl von autistischen Verhaltensweisen vermitteln würde.
Also habe ich gestern einen anderen Versuch ausprobiert: Achtsam gehen. Stand auch in einem der Bücher…

Man geht, spürt dabei seine Füße (die spüre ich übrigens auch, wenn ich nicht achtsam bin-ganz besonders in 15cm High-Heels!), schaut in die Luft und atmet. Hat super geklappt. Finde ich gut. In diversen Youtube-Achtsamkeits-Lehrfilmen gibt es eine Menge ähnliche Beispiele wie das Gehen. Alles sehr leicht umzusetzende Übungen, mit einem hohen Maß an motivierendem Erfolg. Unter anderem schaute ich mir 16:03 Minuten an, wie ein Mann auf einem Hocker saß und nichts tat. Mindestens 50% aller Büromenschen machen jeden Tag quasi nichts andres. Achtsam sein geht anscheinend doch leichter, als gedacht…

Achtsamkeit

Der Achtsamkeits-Gegentrend

Meine Freundin Bianca, mit der ich über meinen neuen Vorsatz gesprochen habe, ist mittlerweile schon etwas genervt von der ganzen Achtsamkeits-ich starre-auf-Rosinen-Welle. Kein Wunder! Sie ist ja auch schon in dem Stadium, in dem sie das Ding, nach jahrelangem Training, runterschlucken darf! Bianca ist der festen Überzeugung, dass wir kurz vor einem ganz neuen Gegentrend stehen: UNACHTSAMKEIT.
(Der Begriff ist allerdings noch nicht gefestigt und beschreibt lediglich den „Arbeitstitel“ dessen, was womöglich in Kürze als Welle auf uns zu rollen wird.)

Ich verspreche Euch, dass ich bei diesem Trend diesmal gaaaanz weit vorne mit dabei bin! Also ich werde sozusagen die Trendsetterin der Unachtsamkeit sein. Denkt an meine Worte!

Während ich mir gedankenverloren die schrumpelige Rosine in den Mund stecke und darauf herumkaue, stelle ich mir vor, wie ich völlig unachtsam einen Gin-Cocktail nach dem anderen auf einem der Frankfurter Hochhäuserdächer in mich hineinkippe, die Musik so laut aufdrehe, dass mein Trommelfell tagelang vibriert, ich nackt im Schlafzimmer bei Minus 10 Grad und weit geöffnetem Fenster auf und abtanze und mir tellerweise Kartoffelbrei mit Hackbraten und brauner Sauce in den Mund stopfe.

Eigentlich hatte ich ja überlegt eine weitere Rubrik auf den Blog zu bringen:
Den >>Mindful Mittwoch<<….

Achtsamkeit ist sowas von gestern!

Aber tatsächlich gefällt mir >>Happy Carelessness<< (klingt irgendwie nach einer Damenbinde) viel besser und ist mit Sicherheit ein voller Erfolg in der Umsetzung.
Achtsamkeit ist ja sowas von gestern *gähn.

Tue das, was Dir gut tut!

Ich finde DAS ist ein guter Vorsatz für das neue Jahr!

Achtsamkeit

Um gleich mal den neuen Trend zu fixieren, starte ich 2018 deshalb mit einem extrem leckeren Burger… Schließlich ist ja heute auch noch MEATWOCH

Hirschburger mir Radicchio-Slaw
 
Author:
Serves: 6
Ingredients
  • Patty:
  • 700 g Fleisch vom Hirsch z.B. vom Blatt oder Hals
  • 200 g fetter Speck
  • 80 g Semmelbrösel
  • 1 Ei
  • 1,5 EL Senf
  • Salz
  • Pfeffer
  • Paprikapulver edelsüß

  • Buns:
  • 3 Esslöffel lauwarme Milch
  • 230 ml lauwarmes Wasser
  • 2 Teelöffel Trockenhefe
  • 2,5 Esslöffel Zucker
  • 1,5 Teelöffel Salz
  • 2 Eier
  • 240 g Roggenvollkornmehl
  • 160 g Dinkelvollkornmehl
  • 3 Esslöffel Butter
  • 1 Eiweiß
  • Sesam, Leinsamen, Haferflocken (alles was Ihr mögt)

  • Radicchio-Slaw:
  • 2 TL Fenchelsamen
  • 3 TL Honig
  • 3 TL weißen Balsamico
  • 4 EL bestes Olivenöl (z.B. von Antikleia)
  • 1 kl. Kopf Radicchio Rosso di Treviso
  • 1 kl. Kopf Radicchio Castelfranco
  • Salz, Pfeffer und etwas Orangenschalenabrieb

  • Preiselbeere-Mayonnaise: (ergibt ca. 250g)
  • 2 sehr frische Eigelb (Gr. M)
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • ca. ¼ l neutrales Öl (zum Beispiel Sonnenblumenöl)
  • 1-2 EL Zitronensaft
  • Salz, weißer Pfeffer, Zucker
  • 3 EL Preiselbeerkonfitüre
Instructions
  1. Patty:
  2. Das Fleisch vom Reh und den fetten Speck in Würfel schneiden, mischen und fein wolfen.
  3. Die Hackmasse mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Senf würzen.
  4. Das Ei und die Semmelbrösel dazu geben und alles gut miteinander verkneten.
  5. Aus der Masse 6 gleichgroße Pattys formen und bis zum Grillen oder Braten abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
  6. Die Patties nach beliebiger Art und Garstufe braten oder grillen.

  7. Buns:
  8. Hefe mit Milch und Zucker verrühren, 5 Minuten gehen lassen.
  9. Wasser, Eier, Salz und Mehl hinzufügen und zu einem glatten Teig verkneten. Butter hinzufügen und 5-6 Minuten durchkneten.
  10. Teig zugedeckt an einem warmen Ort 1-2 Stunden gehen lassen.
  11. Backofen auf 200 °C vorheizen.
  12. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Teig in 8 gleichgroße Stücke teilen und zu Kugeln formen. Ungebackenen Buns mit jeweils 8 cm Abstand auf das Backblech legen und mit einem Handtuch abdecken, 10 Minuten ruhen lassen.
  13. Eiweiß leicht aufschlagen und Buns damit bestreichen. Mit Besam und Saaten bestreuen und im heißen Ofen 15 Minuten goldbraun backen.

  14. Radicchio-Slaw:
  15. Die Fenchelsamen bei kleiner Hitze in einer Pfanne ohne Fett anrösten.
  16. Dann in einem Mörser grob zerstoßen.
  17. Den Essig mit dem Honig, Salz, Pfeffer, Orangenschale und Fenchel kurz in einem Topf erwärmen.
  18. Vom Herd nehmen und das Olivenöl dazugeben.
  19. Die Radicchio-Köpfe in feine Streifen schneiden und gut mit dem Dressing vermischen.
  20. Kurz durchziehen lassen und den Burger damit Belegen.

  21. Preiselbeere-Mayonnaise:
  22. Eigelb und Senf für das Mayonnaise-Rezept in einen Rührbecher geben und mit den Schneebesen des Handrührgeräts kurz verrühren.
  23. Ca. ⅕ des Öls für das Mayonnaise-Rezept tröpfchenweise einrühren, bis sich Öl und Eigelb zu einer glatten Creme verbunden haben.
  24. Dann das restliche Öl in einem dünnen Strahl langsam unter ständigem Rühren zugießen und so lange aufschlagen, bis eine dickcremige Mayonnaise entsteht.
  25. Zum Schluss 1 EL Zitronensaft unter die Mayonnaise rühren.
  26. Mayonnaise mit Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker abschmecken.
  27. Dann die Preiselbeerkonfitüre darunter rühren

  28. Aus allen Komponenten den Burger nach Gusto zusammenbauen. (Ich habe noch eine Scheibe Tomate und ein Blatt Lollo Bionda mit draufgemacht).

Wie gefällt Euch mein neuer Vorsatz? Macht Ihr mit? Hier und hier gibt es übrigens noch weitere Burger-Ideen, falls Euch das zu wild ist… ;-) und hier die Gemüsechips.

Bleibt Euch treu und hört auf das was Euch gut tut!

Eure

Tanja  

Mandel-Honig-Brot mit Rosmarin

{…Runterkommen für Fortgeschrittene…}

Detox

Leute… da bin ich seit einiger Zeit mal wieder… Mein Blog- und Social-Media-Detox hat einen Grund.

Heutzutage ist der Satz „Ich bin ja so gestresst…“ irgendwie ziemlich modern geworden. Wer nicht gestresst ist, hat den falschen Job, liegt nur auf der faulen Haut und schiebt ständig eine ruhige Kugel, während die Welt da draußen um sich selbst rotiert.

UNGESCHÖNTE VERBAL-MASSAGE

Vor kurzem hatte ich meine Tante am Telefon, die mich wie immer fragte: „Und Tanja, wie geht es Dir?“ „Gestresst…“, sagte ich. Dann folgt Stille. Ich kenn das schon. „Ooooch Mäuselein…!“ Das kommt immer mit so viel Tanten-Empathie rüber, dass man damit ein ganzes Kinderheim hell erleuchten und spontan (auch außerhalb der Adventszeit) in Weihnachtsstimmung versetzen könnte.
Ich telefoniere zweimal pro Monat mit meiner Tante. Nicht nur um zu erfahren, ob sie noch unter den Lebenden ist, sondern um mir Kommentare zu meinem Leben abzuholen. Diese Kommentare haben quasi die gleiche Wirkung, wie die rabiate Massage eines 200 Kilo schweren tschechischen Physiotherapeuten. Man wird durchgewalkt und abgeschrubbt. Sind die ersten Schmerzen aber abgeebbt, fühlt man sich besser. Meine Tante nimmt kein Blatt vor den Mund und walkt mich verbal jedesmal gründlich durch…Schmerzhaft ist es mitunter, aber auch heilsam.

VOLLDAMPF! IMMER UND ÜBERALL

Vor Kurzem musste ich mir anhören: „Tanja, dauernd heulst Du rum, dass Du keine Zeit hast. Wie kann denn das sein?“
Hm… wie kann das denn sein? Gute Frage.
Irgendwie habe ich mir ein Volldampfleben angewöhnt. Morgens im Bett, wenn um 4 Uhr der Wecker klingelt, checke ich meine Mails und schaue in meinen Social Media Kanälen nach neuen Unglaublichkeiten meiner „Freunde“. Ständig hat man das Gefühl nichts verpassen zu dürfen und der Welt da draußen permanente Einsatzbereitschaft zu demonstrieren. Wahrscheinlich fühlt sich ein Jack-Russel-Terrier nach 2 Dosen Red Bull nicht anders.

Meine Tante hat mir ein rigoroses „Nein“ verordnet. Das Handy und den Computer ab 20 Uhr auszuschalten und erst ab morgens 8 Uhr wieder einzuschalten. Meine Tante besitzt weder Handy, noch Computer, sondern telefoniert noch mit einem Gerät mit Spiralkabel in waldgrün… Und sie ist seit gefühlten 100 Jahren mit ihrer Witwenrente vollends versorgt.

Dennoch glaube ich, dass sie irgendwie Recht hat. Ich sollte immer mal Handy- und PC-Detox betreiben, um mich mal wieder selbst zu spüren. Dass ich zum Detoxen so schnell gezwungen werde, konnte ja keiner wissen…

Detox

SPONTANES (UNFREIWILLIGES) ZWANGS-DETOXEN

Mein Handy wurde mir geklaut….!
Wenn ich daran denke spüre ich immer noch eine ohnmächtige Wut, die aber nichts an der Tatsache ändert, dass das Ding weg ist und ich dem Dieb wünsche, dass ihm (oder wem auch immer) das Gerät direkt am Ohr explodiert und den ganzen Kopf wegreißt… (ja ich kann nicht nur nett, sondern habe mitunter echt seeeeehr düsterer Gedanken!).

Das Ding bedeutet: 2,5 Jahre Leben in Form von Fotos, Telefonnummern (die mich seit Jahren schon begleiten) und Chats mit Menschen, die ich nicht mehr aus meinem Leben streichen möchte… alles gelöscht. Alles weg. Gelöscht von mir. Um meine Privatsphäre zu schützen. Aus der Ferne. Aus Angst, dass jemand Fremdes mit meinen Fotos, Daten, usw. Schindluder treibt.
Ja, man möge mich jetzt steinigen und für total bescheuerte halten, aber ich habe meine Daten NICHT gesichert… Und jaaaaaa… ich weiß, dass das ein Riesenfehler war. (Also jeder, der sich jetzt wegen meiner Blödheit an die Stirn klatscht, möge sich bitte zurückhalten und aus Respekt, für meine Person, still schweigen…!) Es ändert jetzt auch nichts mehr an der Tatsache, dass nun jemand im Besitz meines Telefons ist, dem ich schmerzlich hinterher trauere. Es ändert nichts…! Also bitte ich an dieser Stelle von Bele(e)(h)rungen abzusehen…

Detox

GEDÄCHTNIS-EMOTIONEN ABRUFEN

Nachdem ich mich aber mit der Tatsache abgefunden habe, dass 2,5 Jahre Fotomittschnitte und sonstige Begebenheiten meines Lebens, in welcher Form auch immer, einfach ausgelöscht sind, habe ich darüber nachgedacht was in diesen 2,5 Jahren alles passiert ist.
Und soll ich Euch etwas sagen? Es ist eine wirklich wundervolle Sache sich Ereignisse im Kopf herbeizurufen und sich seine eigene Diashow zu kreieren, in Erinnerungen abzutauchen, Erlebnisse und Situationen wiederzubeleben, ohne dass man dafür ein Foto, eine Whats App oder SMS als Reminder hinzunimmt. Einfach aus dem Gedächtnis und dem Kopf heraus.
Und genau an dieser Stelle beneide ich meine Tante, die genau diesem „Stress“ nicht unterliegt und Erlebnisse und Emotionen aus ihrem Gedächtnis heraus wiederbelebt.

Gestern Abend habe ich zum Beispiel in der Badewanne gelegen und seit über einem Jahr mal wieder ein Buch dabei gelesen (ohne mein Handy am „Beckenrand“ liegen zu haben- es könnte ja eine Whats App, eine Message von Facebook oder ein Email eintreffen…)
Da ich wusste, dass nichts kommt, war ich so tiefenentspannt in meinem Badeschaumberg und 30 Grad warmen Wasser versunken, wie schon seit langem nicht mehr. Das Detoxen scheint zu funktionieren….

Aber was zeigt mir das?
In der heutigen Zeit unterliegt jeder (je nach Ausprägung) diversen Zwängen und Ängsten etwas zu verpassen, dass es mitunter schon ungesund wird.
Auch wenn ich vielen Dingen der heutigen Zeit wirklich dankbar bin, denn sonst würdest DU gerade nicht diesen ellenlangen Text lesen und wärst nicht (wo auch immer) über meinen Blog gestolpert…. (Dafür möchte ich übrigens an dieser Stelle DANKE sagen!) Aber immer mal abschalten- und damit meine ich auch das Handy und den Computer, verschafft einem tatsächlich eine sehr qualitative Zeit für Dinge oder auch für sich selbst, die man anders nicht mehr bekommt.

Detox

IM HIER UND JETZT

Zum Handy-Detox möchte ich noch etwas anmerken:
Auch wenn es eine schmerzliche und teure (!!!) Erfahrung für mich war, mein Handy nicht mehr in meiner rechten Gesäßtasche bei mir zu führen…es war auch zugleich eine sehr lehrreiche Situation.
Ich habe gemerkt, dass man sich Begebenheiten im Gedächtnis lebendig halten soll (und nicht nach zwei Jahren von Facebook auf ein Ereignis, was man irgendwann gepostet hat, aufmerksam gemacht werden soll) und man JETZT lebt, genießt, entspannt,… und sich nicht darüber grämen soll, dass 2,5 Jahre auf einem elektronischen Gerät ausgelöscht sind.

Die Erinnerungen leben im Herzen und das ist viel intensiver als 15.354 Fotos, 1.423 Videos (ja, das war alles auf meinem Handy…ungesichert…!) und 250 Chats auf Whats App (von denen nur 3(!) die Wichtigkeit gehabt hätten, fürs Leben gespeichert zu werden…).

Ich speichere gerade DIESEN Moment, in dem ich DIR/Euch hier schreibe, in meinem persönlichen und emotionalen Gedächtnis und nicht in einer elektronischen Datenbank oder Cloud…

DANKE, dass es Dich/Euch gibt und DANKE, dass Du/Ihr mich hier immer im House besucht.

Gerüche kann man übrigens auch sehr gut im Kopf speichern: Ich genieße immer noch den Duft und den Anblick meines Mandel-Honig-Brotes mit Rosmarin, der sich tief in mein Wohlfühl-Gedächtnis eingebrannt hat…

Mandel-Honig-Brot mit Rosmarin
 
Author:
Ingredients
  • 800 g Mehl
  • 200 g Vollkornmehl
  • 1 ELZucker
  • 1 Würfel
  • Hefe, (42 g)
  • 1 EL Salz
  • 800 ml Wasser
  • 2 Handvoll Mandeln
  • 4 EL Cranberries
  • 2 EL Honig
  • 2 EL gehackter Rosmarin
Instructions
  1. Beide Mehlsorten mit Zucker mischen und eine Mulde hineindrücken.
  2. Hefe im Salzwasser auflösen und in die Vertiefung geben.
  3. Den Honig, die Cranberries, sowie die Mandeln hinzugeben.
  4. Masse sorgfältig mischen und mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten.
  5. Den Teig ca. 1½ Stunden an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen.
  6. Den Brotteig mit den Händen zu eine Laib formen und mit dem gehackten Rosmarin bestreuen. Den Laib mit einem Messer in der Mitte der Länge nach einschneiden und noch einmal gehen lassen.
  7. Dann im vorgeheizten Ofen bei 200°C ca. 50 Minuten goldbraun backen.

In diesem Sinne: genießt den Augenblick und sammelt nicht nur Erinnerungen mit dem Handy oder der Cloud in der Vergangenheit !

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Schokoladencreme-Cupcake

{…die Creme de la Creme…}

Schokoladencreme-Cupcake

 

Heute mal wieder Etwas auf die „Schnelle mit der HouseDame„.
Diese Schokoladencreme-Cupcake -Süß-Bomben gehen tatsächlich recht schnell und lassen sich perfekt vorbereiten.
Normalerweise ist Kuchenbacken ja nicht so mein Ding, aber in Anbetracht dessen, dass morgen Sonntag ist, habe ich mich mal an die Rührschüssel gewagt und Hüftgold produziert.
Für das gute Gewissen (und das Auge) ist Obst als Deko übrigens immer eine Lösung ;)

Grundrezept Schokomuffin
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 12
Ingredients
  • 200 g Mehl
  • 2 gestr. Tl Backpulver
  • 50 g Kakao
  • 100 g Zucker
  • 1 Pk. Vanillezucker
  • 125 g weiche Butter
  • 2 Eier
  • 5 El Milch
  • 50 g Schokoraspeln
Instructions
  1. Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.
  2. Mehl, Backpulver, Kakao, Zucker und Vanillezucker in Rührschüssel mischen.
  3. Weiche Butter und Eier unterrühren und alles zu einem gleichmäßigem Teig verrühren.
  4. So viel Milch dazu geben, bis der Teig schwer reißend vom Löffel fällt.
  5. Schokoraspel unter den Teig heben.
  6. Den Teig gleichmäßig in Muffin-Papierformen (diese vorher in ein Muffinblech setzten) füllen.
  7. Muffinblech auf der zweiten Schiene von unten in den vorgeheizten Backofen schieben und ca 12-15 Minuten backen (Stäbchenprobe).

 
Schokoladen-Buttercreme
 
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • 120 g weiche Butter
  • 60 g Kakaopulver
  • 180g Puderzucker
Instructions
  1. Die weiche Butter in die Rührschüssel geben und den Puderzucker komplett in die Rührschüssel sieben. Die Butter muss hierfür wirklich weich sein!
  2. Die Masse nun zuerst auf niedriger bis mittlerer Stufe schlagen, bis sich Puderzucker und Butter verbunden haben.
  3. Jetzt auf höher Stufe so lange schlagen bis die Creme geschmeidig ist.
  4. Um eine marmorierte Schokoladencreme zu bekommen, den Kakao darüber sieben und vorsichtig unterrühren. Für eine gleichmäßige Schokoladencreme kann der Kakao direkt am Anfang mit dem Puderzucker auf die Butter gesiebt werden.
  5. Die Creme kann jetzt mit einem Spritzbeutel auf den Kuchen/Cupcake oder was auch immer gespritzt werden.

Wer lieber mehr Beeren auf einem Kuchen hätte schaut mal hier nach dem Mandel-Beerenkuchen und wer es lieber noch schokoladiger mag, versucht sich mal an diesem Schokoladenkuchen.

Ich wünsche Euch allen ein tolles Wochenende!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

Französische Madeleines

{…Plem Plem für Anfänger…}

Madeleines

Was ein Glück könnt Ihr mich jetzt gerade nicht sehen…
Ich sitze mit einer leeren Keksdose auf dem Kopf vor meinem Computer. Links von mir liegt meine alte Blockflöte. Rechts ein Berg von leerem Mon Chérie-Papier in rosarot und eine Nasendusche. Ich trage einen Bademantel in der selben Farbe. Warum das alles? Ich übe mich in „Exzentrik“. Und alles nur, weil mich dieses ständige Angepasstsein so nervt.
Aber dazu später mehr…

Es soll ja Menschen geben, die keinen Gesundheitstrend verpassen.
Meine Freundin ist so jemand. Man könnte es natürlich auch liebevoll verzärtelter Hypochonder nennen. Kommt irgendein neues Wellness-Wohlfühl-Schrottprodukt auf den Markt, so kann man sich sicher sein, dass sie es noch vor allen anderen hat.
Eine faltbare Liege für den gesunden Power-Nap-Büroschlaf, ein Bandscheibenkissen unter dem Hintern, spezielle Johanniskrautpillen, wenn mal miese Gedanken aufkeimen und und und. Alles für teures Geld angeschafft, weil es jetzt Trend ist. Natürlich hat sie auch schon sämtliche angesagten Ernährungsweisen ausprobiert.

Von allem wenig, aber dafür indische Pornos trinken

Seit kurzem fastet meine Freundin. Klar irgendeiner fastet ja immer (auch außerhalb der Fastenzeit). Heilfasten, Alkoholfast, Süßkramfasten… Alle machen das, außer mir!
Wenn in diesem Jahr der Entsagungs-Oscar zu vergeben wäre, meine Freundin würde wahrscheinlich auf die Bühne gerufen werden. Kein Alkohol, wenig Salz, wenig rotes Fleisch (wenn überhaupt Fleisch…), wenig Zucker, wenig, wenig, wenig. Das nervt! Und ist ne echte Spaßbremse.
In der letzten Woche rief sie mich an und teilte mir ganz stolz mit: „Tanja, ich gehe jetzt zum Yoga!“ „Aha… Und?!“ „Ich wollte fragen, ob Du nicht Lust hast mitzugehen?“ sagte sie und schlürfte lautstark am anderen Ende der Leitung irgendein Getränk. „Das ist wirklich toll und wird Dich auch mal ein bisschen runterbringen!“ Wieder ein langgezogenes Schlürfen.
„Sag mal, was schlürfst Du denn da die ganze Zeit in mein Ohr?“ „Oh, das ist einer meiner neuen Wellness-Tees. Die habe ich mir extra im Internet bestellt. Gerade trinke ich „Sinnlicher Morgen des Tigers“. Aber „Herbal Dreams of Krishnapoor“ ist auch sehr bekömmlich!“
„Also mit diesen Namen könnte man auch locker indische Pornofilm-Plakate betexten… Und nein, ich gehe nicht mit zum Yoga. Meine weiße Haremshose ist nämlich gerade in der Reinigung!“ antworte ich ironisch. „Ach komm Tanja. Alle gehen doch zum Yoga! Du verpasst echt was!“ „Genau…und weil ALLE zum Yoga gehen, werde ich es genau nicht tun. Mir ist egal was ALLE machen oder denken!“
Wir beendeten kurz darauf das Telefonat, weil sie ja zu ihrem Kurs musste und ich keine Lust auf die Weiterführung von „Ich-bin-ja-so-wie-alle-Telefonat“ hatte.

Madeleines

Plem-Plem ist gesund!

Meiner Meinung nach hat ein bisschen Plem-Plem-Sein noch keinem geschadet.
Ein schottischer Professor hat vor Jahren eine Studie durchgeführt, in der es genau um dieses Thema ging. >>>Anders sein<<< Herausgekommen ist, dass viele Menschen an Körper und Seele krank werden, weil sie sich erstens ständig anpassen und alles machen was alle anderen tun. Und weil sie sich permanent mit anderen vergleichen und dabei meistens schlechter abschneiden.
Jeder sollte mal öfter ordentlich auf die Kacke hauen und einen an der Waffel haben.
Die „Exzentriker“, wie David Weeks die optimistischen, durchgeknallten und kreativen Menschen nannte, waren hingegen weniger häufig krank und einfach glücklicher.
Egal ob man mit 7500 Gartenzwergen in einer Einzimmerwohnung lebt, ob man das Bedürfnis hat barfuß durch England zu spazieren, täglich in einer Mönchskutte zur Arbeit fährt oder seinem Schäferhund sein Haus vererbt. Völlig egal. Wenn man sich dabei wohlfühlt ist alles erlaubt, was den anderen nicht schadet.

Mon Cherie brennt in der Nase

Meine Keksdose auf dem Kopf sitzt leicht schief und riecht wunderbar nach Butter.
„Highway to hell“ auf meiner alten C-Blockflöte zu spielen ist schwieriger als gedacht und hat den Nachbarn bestimmt auch den Nachmittag unterhalten. Meine Nase brennt etwas. Die ganzen Mon Chérie durch die Nasendusche zu konsumieren ist leider nur halb geglückt. Aber egal.
Kurz überlege ich, ob ich nicht doch zum Yoga gehe und meiner Freundin unbemerkt ein Furzkissen unter die Matte schiebe….
Ich glaube meine heutige Übung zu „Wie werde ich exzentrisch“ ist voll geglückt und ich stelle mir voller stolz mein Plem-Plem-Diplom aus.

Madeleines

Die „Kekse“, die mal in der Keksdose auf meinem Kopf waren, habe ich übrigens selbst gebacken und waren gar keine Kekse, sondern diese tollen Madeleines. Da ich die Dose aber ja schon geleert hatte, bevor ich sie über meinen Kopf gestülpt habe, hab ich sie schnell nochmal gebacken. Das Rezept dazu gibt’s hier:

5.0 from 1 reviews
Französische Madeleines
 
Author:
Serves: 24
Ingredients
  • 125 g Butter oder Margarine
  • 3 Eier (Größe M)
  • 125 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • abgeriebene Schale von ½ unbehandelten Zitrone
  • 125 g Mehl
  • 2 gestrichene(r) TL Backpulver
  • 60 g gemahlene Mandeln
  • 1–2 TL Puderzucker
  • Fett für die Form
Instructions
  1. Fett in einem kleinen Topf schmelzen, vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
  2. Inzwischen Vertiefungen des Madeleineblechs gut fetten.
  3. Eier, Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale in eine Rührschüssel geben und mit den Schneebesen des Handrührgerätes auf höchster Stufe schaumig rühren.
  4. Mehl, Backpulver und Mandeln mischen und esslöffelweise unter die Eimasse heben.
  5. Fett einlaufen lassen und unterrühren.
  6. Hälfte des Teiges in einen Spritzbeutel füllen. In die gefetteten Mulden spritzen und im vorgeheizten Backofen (E-Herd: 200 °C/ Umluft: 175 °C/ Gas: Stufe 3) 10–12 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen, ca. 5 Minuten abkühlen lassen, aus den Mulden lösen.
  7. Blech säubern, erneut fetten und den restlichen Teig wie oben beschrieben verarbeiten. Madeleines nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.
  8. Schmecken frisch am besten, halten sich aber in einer Keksdose auch 3-4 Tage.

Hier findet Ihr übrigens noch ein anderes Keksrezept (inkl. Verpackungs- und Geschenkidee), falls die Dose mal intensiv nach Schokolade riechen soll.

In diesem Sinne: Seid öfter mal Plem Plem, hört nicht immer auf das, was ALLE sagen oder tun und habt eine verrückte Woche!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Döner im Glas

{…wolle habbe bissi schaaaaarf?}

Döner im Glas

Neulich in der Badeanstalt

Es ist Donnerstagabend und schon beim Anstehen an der Kasse fallen mir die vielen Herren im Anzug auf. Ich spekuliere auf eine After-Work-Schwimmgruppe, die sich in der 138. Etage eines Frankfurter Bankgebäudes zur „Wie-bekomme-ich-bis-zum-Sommer-einen-Traumbody-Challenge“ verabredet hat.
Ich breite gerade mein Handtuch auf einem der klappbaren Liegestühle aus, als sich zwei aus der besagten Gruppe in den Stühlen neben mir niederlassen.
„Boah, ich weiß gar nicht mehr wann ich das letzte Mal im Schwimmbad war…,“ kommt von Sven (ich nenne ihn jetzt einfach mal so, weil er nach Sven aussieht). „Also, ich erinnere mich ehrlich gesagt auch nicht mehr daran.“ (Nennen wir seinen Kollegen einfach mal Alexander.)
Ein 13-jähriger Junge in einer rosafarbenen Flamingo-Badehose rennt an unserer Liegestuhlreihe vorbei in Richtung Sprungturm.
„Ha! So eine Badehose hatte ich damals auch! Allerdings war die aus Frotée und ohne Flamingos. Einfach nur rosa. Ich habe diese Badehose geliebt!“ ruf Alexander erfreut aus.
Der Junge zieht sich gerade mit seinen physalisgroßen Trizepsmuskeln an der Leiter des Fünfmeter-Sprungturms hoch und steht dann mit geschwollener Brust am Brettrand, zum Absprung bereit.
Im Wasser unter dem Sprungturm tummelt sich eine Gruppe Zahnspangen-Mädchen in knappen und ziemlich wohlgefüllten Bikinioberteilen. Der Junge setzt zum Sprung an und landet mit einer perfekten Arschbombe kurz vor seinen weiblichen Fans im Wasser. Kleine spitze Schreie sind der Applaus für den Helden in der rosa Hose.

Döner im Glas

Im Fremdschämen bin ich Weltmeisterin

Die beiden „Jungs“ neben mir schauen sich an. „Also das bekomme ich auch noch hin!“ Sven erhebt sich, dank Bauchansatz etwas mühsam, aus seinem Liegestuhl. „Pffff…das können wir locker mindestens genauso gut!“ Alexander versucht etwas jungendlicher aus seinem Stuhl empor zu kommen, scheitert aber daran, dass sich die Liegestuhl-Aufricht-Vorrichtung verklemmt hat und er wie ein paarungswilliges Eichhörnchen in seinem Liegestuhl herumjuckelt, um diesen in eine aufrechte Position zu bringen.
Und genau jetzt ist der Moment, wo die Realität einem voll ins Gesicht springt. Zwei Herren, um die 40 Jahre alt, schreiten wie in der Cool-Water-Werbung in Richtung Fünfmeter-Brett.
Hätte ich mein Handy dabei, hätte ich ein Slowmotion-Video dazu gedreht. Sven streicht sich das mittlerweile nicht mehr ganz so üppig vorhandenen Haupthaare zurück, während Alexander versucht seine Badehose vorteilhaft über den Bauchansatz zurechtzurücken. Gedanklich wohnen beide in einem Body, der aus Stahl ist, sind immer noch Anfang zwanzig und stehen voll in Saft und Kraft. Gedanklich…. Die Realität sieht anders aus.
Ich beobachte das Ganze breit grinsend und frage mich, welche Vorgänge im Hirn und Körper gerade in Gang gesetzt werden, dass zwei Männer im besten Alter sich so zum Affen machen müssen. Alexander versucht gerade in seiner ziemlich engen schwarzen Badehose schwungvoll die erste Stufe der Leiter zu erklimmen, den Bauch eingezogen, die Brust und den Hintern rausgestreckt, bloß nicht atmen. Selbst aus der Ferne sind seine Beine nicht nur blassweiß, sie changieren schon ins Hellblaue. Sexy ist irgendwie anders.
Sven versucht sportlich Alexander hinterherzukommen. Wahrscheinlich hat er beim Kauf seiner zartblauen Badehose an die Szene in „Casino Royal“ gedacht, in der sich Daniel Craig in einer ebenso hellblauen Badehose, wie aus einem Granitblock herausgelutscht, aus dem Wasser schiebt. Der Unterschied: Sven ist nicht Daniel Craig. Er ähnelt eher etwas Eingeschweißtem aus der Wurstabteilung. Himmel…wann haben die beiden Kerle sich das letzte Mal eine Badehose gekauft…? Im Fremdschämen bin ich Weltmeisterin, kann aber dann doch irgendwie nicht wegschauen.

Döner im Glas

Der Pavian und ein evakuierter Kreuzfahrttourist

Alexander ist mittlerweile oben auf dem Fünfmeterbrett angekommen, geht lockeren Schrittes bis an die Absprungkante, prüft wippend die Federung, tritt zurück und nimmt dann Anlauf. Während des Absprungs sieht man wie Alexander überlegt die Bein an den Körper ran zu ziehen. Leider ist die Zeit bis zum Aufprall im Wasser zu kurz für umfangreiche Überlegungen und das Ergebnis ist eine ziemlich unsanfte Landung auf dem Rücken, die durch ein laut aufklatschendes Geräusch noch betont wird. Schmerzverzerrt taucht er auf und versucht betont lässig und unbeteiligt dreinschauend aus dem Wasser zu steigen. Sein Rücken macht dem Hintern eines Pavians echt Konkurrenz… Aua!
Sven, der das Ganze aus 5 Meter Höhe beobachtet hat, treten Schweißperlen auf die Stirn. Er schaut unsicher zur Leiter hinab und ich erkenne eindeutig seine Fluchtgedanken. Gerade fange ich mit mir selbst an zu wetten ob er sich traut oder nicht, da segelt er schon kerzengerade, Füße voran, ein Arm in der Luft und der andere hält die Nase zu, in Richtung Wasser. Wie ein Kreuzfahrttourist bei einer Evakuierungsübung. Eine Zehntelsekunde danach treibt ein hellblaues Stoffstück herrenlos im Wasser und ein panischer Sven versucht seine Blöße unter Wasser zu bedecken. Eine vorbeischwimmende Mittdreißigjährige zieht erstaunt ihre Augenbrauen hoch, als sich ihre Hand in dem textilen Dilemma verfängt.
„Entschuldigung, das ist meine!“ ruft Sven laut durch das Becken. Leicht errötet schwimmt er zu der Frau, die ihm grinsend seine Badehose überreicht.

Wiberg Gewürz.1

Um die Würze geht es

Als sich die beiden Kerle wieder neben mir auf Ihren Liegestühlen treffen, stößt Alexander seinen Kollegen in die Seite und raunt ihm zu: „Na das war ja auch mal ne originelle Methode sich an ne Lady ranzumachen… Respekt mein Lieber!“ „Klar! Das war alles geplant…ich kann ja schließlich zeigen was ich habe!“ Grinst Sven frivol zu Alexander.
„Weißt Du, das ist wie mit einem guten Gewürz. Wenn man es an der richtigen Stelle und richtig dosiert einsetzt, explodieren Dir die Sinne…“
Bei mir explodierte in diesem Moment ein Lachanfall, der mir abschätzende Blicke meiner Liegestuhl-Nachbarn einhandelte.
Aber in einem Punkt muss ich Sven ja doch Recht geben. Gute Würze (ob beim Essen oder im Leben) ist nicht zu verachten.
Mich hat dieser Schwimmbadbesuch auch scharf gemacht, denn danach gab’s erst mal ne Portion Döner im Glas (das Essen im Schwimmbad kann man nämlich nur mit nachträglichen Einnahme von fettabsorbierenden Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen…)
Gestapelt habe ich das Ganze in den neuen tollen BNTO-Mason Ball Jars von Lieblingsglas, in denen man sogar die Sauce extra transportieren kann.
Und beim Stapeln habe ich mich dann selbst gefragt: „Wolle habbe bissi schaaaaarf?“ Klar! Und schon wanderte noch etwas von der großartigen Cuba Nueva Mischung von Wiberg über das Fleisch. Das müsst Ihr ausprobieren. Und wer die Low Carb-Schiene gerade fährt, lässt das fluffige Fladenbrot einfach weg…(wobei das echt ne Schande ist, diese Köstlichkeit außen vor zu lassen).

Den Döner zum Nachbauen gibt’s hier:

5.0 from 1 reviews
Döner im Glas
 
Author:
Ingredients
  • 700 g Kalbsschnitzel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Zwiebel
  • 3 TL Wiberg Cuba Nueva
  • 4 EL Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • ½ Salatgurke
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 g Joghurt
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 Stangen Lauchzwiebeln
  • 2 Tomaten
  • Rotkohl fein gerieben
  • Weißkraut fein gerieben (Krautsalat)
Instructions
  1. Als erstes die Kalbsschnitzel in dünne Streifen schneiden.
  2. Die 2 Knoblauchzehen und die Zwiebel schälen und pressen bzw. ganz fein reiben.
  3. Den Zwiebelbrei mit dem gepressten Knoblauch, dem Öl und dem Cuba Nueva Gewürz zu einer Marinade verrühren. Darin die Fleischstreifen etwa 4 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen. Ab und zu durchrühren.
  4. Die Gurke waschen, halbieren und die Kerne entfernen. Danach werden die Gurken geraspelt. Die 1 Knoblauchzehe schälen und zum Joghurt pressen. Gurkenraspel untermischen und den Joghurt mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Die Lauchzwiebeln in dünne Ringe schneiden. Die Tomaten waschen und den Stielansatz entfernen. Tomaten in dünne Scheiben schneiden. Salatblätter waschen und trockenschüttern.
  6. Das Fleisch Portionsweise in einer Pfanne anbraten. Evtl mit etwas Cuba Nueva Gewürz nachwürzen.
  7. Jetzt alles nach und nach in ein Mason Ball Jar stapeln.
  8. Die Joghurt-Knoblauch-Sauce ganz zum Schluss in den BNTO Behälter füllen und alles mit dem Deckel verschließen.
  9. Dazu passt Fladenbrot.
  10. Und jetzt unterwegs den Döner im Glas genießen....

5.0 from 1 reviews
Fladenbrot
 
Author:
Ingredients
  • 500 g backstarkes Mehl
  • 10 g Salz
  • 10 g Olivenöl
  • Öl für die Schüssel
  • 7 g Zucker
  • 1 Pck. Trockenhefe
  • 360 ml Wasser
  • 1 Eigelb
  • 100 ml Wasser
  • Sesam
  • Schwarzkümmel
Instructions
  1. Die Zutaten zusammen zu einem sehr weichen Hefeteig verarbeiten und ca. 8 Minuten kneten. In einer leicht geölten Schüssel ca. 1,5h gehen lassen.
  2. Den Teig danach auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und daraus kleine Fadenbrote formen.
  3. Diese auf ein Backblech mit Backpapier geben und erneut für 20 Minuten gehen lassen.
  4. Mit den Fingern Vertiefungen in den Teig drücken und mit Mischung aus Eigelb und Wasser bestreichen.
  5. Anschließend mit Sesam und Schwarzkümmel bestreuen und bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen für ca. 10 Minuten backen.
  6. Gute verpackt halten sich die Fadenbrote 3 Tage.

In diesem Sinne eine scharfe Woche für Euch!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Hefegebäck mit weißer Kokos-Mandel-Creme

{…meine Mama ist die Beste…}

Hefegebäck mit weißer Schokolade

Heute gibt es mal wieder etwas auf die Schnelle mit der HouseDame. Auf die Schnelle deshalb, weil heute Muttertag ist und ich heute viel lieber Zeit bei meiner Mama verbringe, als hier im Internet abzuhängen. Natürlich nicht nur an Muttertag…

Kokos- und weiße Schokoladenliebe

Meine Mama liebt weiße Schokolade und auch Kokos (die blöde Texterkennung macht bei meinem Rechner immer aus Kokos ‚Koks’… unfassbar! Sollte also hier irgendwann Koks stehen: es soll KOKOS heißen!) Also habe ich ihr heute mal auf die Schnelle  einen weißen Schoko-Kokos-Aufstrich mit Mandeln gemacht. Blumen am Muttertag zu verschenken finde ich nämlich echt blöd! Ich weiß, dass es Menschen geben soll die auch gerne Nuss-Nougat-Aufstrich mit dem Löffel aus dem Glas essen… Ich ziehe es aber vor, dieses süße leckere  Zeug lieber auf ein Gebäck zu streichen. Und weil man nachmittags nicht immer Kuchen und Torte essen muss, gibt es heute mal warmes Hefegebäck dazu. Ausgestochen mit den Ausstechern meiner Oma, denn auch die hätte heute Muttertag gehabt! (Oma ich denke ganz oft an Dich und vermisse Dich!)

Hefegebäck mit weißer Schokolade

Ihr merkt, heute ist sentimentaler Sonntag im House, und bevor ich gleich noch die Stofftaschentücher meiner anderen Oma ausgraben muss, packe ich lieber diese Teilchen inklusive Aufstrich schön ein und fahre NACH HAUSE!

Wer seiner Mutter lieber einen Kuchen mit „inneren Werten“ backt, der schaut einfach mal hier.

Hefegebäck mit weißer Schokolade

Zum Nachmachen hier das Rezept:

Hefegebäck mit weißer Kokos-Mandel-Creme
 
Author:
Ingredients
  • [u][b]Hefegebäck:[/b][/u]
  • 150 ml Milch
  • 80 g Butter
  • 1 Pg Trockenhefe
  • 350 g Mehl, Typ 405
  • 150 g Mehl, Typ 550
  • 90 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • 1 Eigelb
  • 1 TL Milch
  • Puderzucker
  • Weisse Schokocreme mit Kokos:
  • 150 ml Kokosmilch
  • 70 g Butter
  • 200 g Weiße Schokolade
  • 10 g Mandeln gehackt
  • 10 Rafaello fein gehackt
Instructions
  1. Hefegebäck:
  2. Die Milch mit der Butter so lange erwärmen bis die Butter geschmolzen ist.
  3. In der Zwischenzeit die trockenen Zutaten vermischen, danach die Eier dazu geben und die warme Milch-Butter-Mischung unterrühren.
  4. Alles auf der höchsten Stufe mit dem Knethaken in der Küchenmaschine für 3 Minuten verkneten.
  5. Den Teig mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort für 1,5 Std gehen lassen.
  6. Danach noch einmal mit der Hand durchkneten.
  7. Den Teig ausrollen und Kreise ausstechen.
  8. Aus der Mitte der Hefe-Kreise ein Herz ausstechen und den Teig auf ein Backblech legen.
  9. Erneut mit einem Tuch abdecken und noch einmal 20 Minuten gehen lassen.
  10. Danach mit dem verquirlten Eigelb bestreichen und bei 170 Grad im vorgeheizte Backofen für 20 Minuten backen.
  11. Auf dem Backblech abkühlen lassen und mit nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.
  12. Weisse Schokocreme mit Kokos:
  13. Die Kokosmilch in einem Topf erhitzen.
  14. Danach den Topf von der Herdplatte nehmen und die Butter so lange unterrühren, bis sie geschmolzen ist.
  15. Die weiße Schokolade klein hacken und ebenfalls in die Kokosmilch rühren, bis sie sich aufgelöst hat.
  16. Die gehackten Mandeln in einer unbeschichteten Pfanne kurz anrösten. Die Mandeln und die zerkleinerten Rafaellos in die Schokoladen Creme rühren.
  17. Das Ganze in ein sauberes Glas füllen und über Nacht abkühlen lassen.

 

DANKE, DASS DU DIE BESTE MAMA AUF DER WELT FÜR MICH BIST!

Muttertagsspruch

Deine/Eure

Tanja

aus dem House No.15

Crêpes Ristretto

{…amore mio, ich bin dann mal wach!}

Crêpes

Während andere in den sehr frühen Morgenstunden noch gemütlich von Ihrer Bettdecke gewärmt werden, widme ich mich der Liebe. Ok, das tun manche vielleicht auch zu dieser Uhrzeit unter ihrer Bettdecke…
In meinem Fall spreche ich aber von der Espresso-Liebe. Der starke Kaffee in den winzigen Tassen ist mein Kickstart in den Tag. Quasi der Arschtritt in flüssig. Meine morgendliche Liaison mit einem rassigen Italiener. Amore mio!

Rehamaßnahme Tee

Meine Freundin trinkt morgens Tee… Also nichts gegen Tee, aber wenn ich die Zeit stoppen würde, wann meine Augen im Vergleich zu ihren den Status „wach“ erreicht haben, gewinne ich eindeutig! Und woran liegt es? Genau! An meinem geliebten Espresso!
Neben einem Espressotrinker wirkt der Teetrinker wie ein Dauergast im Reha-Zentrum.
Einer der in einer selbstgestrickten Jacke am Tisch sitzt, immer etwas die Nase hochzieht und dabei vor sich hinmurmelt: „Ich glaub mein Tee muss noch etwas ziehen…“
In der Zeit bin ich schon mit Espresso im Blut wie Speedy Gonzales durch die Wohnung geschossen und habe im Vorbeirennen, vor lauter guter Laune, dem Tee-Trinker zwei Earl-Grey-Beutel ans Ohr gehängt.
Nichts gegen ausgedehnte Rituale am Morgen. Aber ich hab’ doch keine Zeit um diese Zeit! Noch dazu ist mir um 4 Uhr morgens nicht unbedingt nach ausgedehnten Zeremonien und warten bis der Tee durchgezogen ist.

Crêpe

Rein-raus-wach

Die italienische Autobahnraststätte ist ja schließlich auch keine Kamin-Lounge, sondern eine Durchgangsstation, in der man steht und nicht sitzt. Schnell rein, Espresso abkippen, raus, wach. In einer Autobahn-Espressobar werden die metallenen Espressosiebe nicht ausgeklopft, sondern ausgehämmert. Hier wird Energie geschmiedet und nicht nur einfach ein Getränk zubereitet. Mit einem „prego“ schießt die kleine gefüllte Tasse über den Tresen. Süß und herb und man möchte am Liebsten eine Arschbombe vor Glück in den Gardasee machen. Sagte ich schon „Amore mio!“?

Crêpe

Espresso ist eine Wissenschaft

Vor einiger Zeit durfte ich mich selbst wie so ein Gott an der Maschine fühlen. Aber auch erst am Ende meines Barista Kurses bei Lavazza. Espresso machen ist nämlich nicht einfach nur so ein Getränk, was per Knopfdruck aus der Maschine läuft, sondern beansprucht, dass man sich mit dem Mahlgrad der Bohnen, der Kaffeemenge und der Durchlaufzeit auseinandersetzt. Ein bisschen wirkt so eine Barista-Schulung wie eine Mathestunde, allerdings mit dem Ergebnis, dass man nach so einer Stunde glockenhellwach und nicht über langweiligen Zahlen eingeschlafen ist.
Für einen perfekten Espresso benötigt man 7 Gramm Espressomehl. Ja genau…Mehl. Und da fängt die Wissenschaft nämlich schon an: Die Mühle so einzustellen, dass der Kaffee nicht grob wie Sand ist, aber auch kein zu feines Puder. Wenn das Mehl leichte Klümpchen bildet, ist es genau richtig. Dann kommt das Mehl in den Siebträger und wird mit dem Tamper (ein schwerer Kaffeestempel) mit leichter Drehung in den Träger gepresst. Jetzt den Siebträger einspannen, auf den Knopf der italienischen Maschinenschönheit drücken und dabei die Zeit und den Strahl des austretenden Espressos im Auge behalten. Der Kaffee soll fein und stetig wie fließender Honig in die Tasse kommen und nach 24/25 Sekunden sollte die Tasse mit 30 ml gefüllt sein. Nach diversen Versuchen habe ich es dann tatsächlich geschafft, dass mein Espresso die richtige Füllmenge in der richtigen Zeit, mit einer festen, geschlossenen Crema und die rotbraune Farbe, ähnlich wie eine gefleckte Haselnuss, hatte. Ein vorsichtiges Rühren mit dem Löffel, dann der erste Schluck:
Volles Espressoaroma, nicht zu sauer, nicht zu bitter. Perfekt!

Lavazza Espresso

Neben der Zubereitung des perfekten Espressos bekam ich noch eine Einführung in Latte Art und eine tolle Lektion über den Anbau und die Herkunft des Kaffees.
Ich habe noch nie so viel Espresso an einem Tag in mich hineingeschüttet wie im Lavazza Trainingszentrum. Und in den drei Tagen, die ich danach durchgehend wach war, habe ich echt einiges geschafft, was sonst durch völlig überbewerteten Schlaf liegen geblieben wäre.
Ich habe unter anderem in dieser Schlaflos-Phase Crêpes Ristretto ausprobiert (aus lauter Angst, dass mein Espresso-Spiegel im Blut rasant absinken könnte).
Wenn Ihr auch den Kick sucht, dann gibt’s hier das Rezept:

Crêpes Ristretto
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Recipe type: Dessert
Serves: 4
Ingredients
  • 100 g Mehl
  • 2 Eier
  • 1 EL Puderzucker
  • 100 ml Milch
  • 50 ml starker Kaffee
  • Butter zum Braten
  • 2 Orangen
  • 1 EL Kaffeebohnen
  • 1 EL Zucker
  • 5 EL Sambuca nach Gusto
Instructions
  1. Für die Crêpes das Mehl mit den Eiern und dem Puderzucker zu einem glatten Teig verrühren.
  2. Dann die Milch und den Kaffee einrühren und 30 Minuten ruhen lassen.
  3. In der Zwischenzeit die Orangen auspressen und die Kaffeebohne grob hacken.
  4. Die Kaffeebohnen mit dem Zucker in einer großen Pfanne karamellisieren lassen und mit dem Orangensaft ablöschen und leicht einkochen lassen.
  5. Eine Crêpe-Pfanne mit Butter ausstreichen und darin einen Crêpe ausbacken. Diesen zweimal zu einem Dreieck zusammenlegen und in den warmen Sirup legen.
  6. Den ganzen Teig zu Crêpes dieser Art verarbeiten.
  7. Wer möchte, gibt noch den Sambuca darüber und flambiert die Crêpes vor den Gästen.

Dazu passt übrigens dieser Mandarinenlikör auch hervoragend!

Und wer auch mal einen Baristakurs bei Lavazza besuchen möchte, der schaut einfach mal hier.
Für jeden der meine Espressoliebe teilt: Es lohnt sich wirklich!

Ich starte jetzt mal in den Tag (es ist übrigens 4.36 Uhr ;) )

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Dattel-Birnen-Tartelette

{…Not macht erfinderisch…}

Datteln Birnen Tartelette

Wenn der Ofen kalt bleiben muss, weil die Küche noch im Umbau ist und man Besuch von jemand bekommt, der tierischen Produkten komplett entsagt (hier im House wird jeder empfangen und versorgt, egal mit welchen Essgewohnheiten!), dann muss man in die Trickkiste greifen.

Deshalb gibt’s heute mal ganz „Auf die Schnelle mit der HouseDame“ energiespendende und vegane Dattel-Birnen-Tartelettes. Vielleicht braucht ihr ja auch am Wochenende noch etwas für die Kaffeetafel… Und wer es lieber unvegan mag, haut noch ne ordentliche Portion Schlagsahne obendrauf! Ich kümmere mich jetzt weiter um meine Küche, damit ich in Kürze wieder 4 Herdplatten, statt nur einer mobilen Induktionsplatte, im Gebrauch haben kann. So langsam nervt dieser Zustand nämlich…

Dattel Birnen Tartelette

Hier also schnell das Rezept für dieses vegane Energie-Tartelette:

Dattel-Birnen-Tartelette
 
Author:
Ingredients
  • Boden:
  • 130 g getrocknete Aprikosen
  • 130 g Datteln
  • 20 g Kokosöl
  • 130 g grob gemahlene Mandeln
  • Füllung:
  • 500 g reife Birnen in Würfel
  • 2 EL Zucker
  • 100 g Mandelblätter
  • 1 Vanilleschote ausgekratzt
  • 3 EL Birnenschnaps (z.B. Williamsbirne)
  • ½ Zitrone frisch gepresst
  • etwas Zimt gemahlen
Instructions
  1. Die getrockneten Aprikosen und die Datteln klein schneiden und mit den Mandeln in eine Schüssel geben.
  2. Jetzt das Kokosöl langsam schmelzen und dazu geben.
  3. Die Masse in kleine Tarteletteformen drücken und einen kleinen Rand formen.
  4. Die Tarteletts bis zur Weiterverwendung in den Kühlschrank stellen.
  5. Birnen mit Zucker, Mandeln, Mark einer Vanilleschote, Birnenschnaps, Zitronensaft und einer Prise Zimt vermengen und ca. 10 Min.dünsten.
  6. Das Obst gleichmäßig auf dem Dattel-Mandel-Boden verteilen und am Ende mit gehobelten Mandeln bestreuen.
  7. Für Nicht-Veganer: Die Mandelblättchen in etwas Honig und Butter in der Pfanne karamellisieren lassen und dann darüber geben.

Und falls Ihr doch lieber backen wollt, könntet Ihr ja z.B. mal diese Brombeertörtchen mit Champagnercreme ausprobieren.

Einen wundervollen Samstag für Euch!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

Baguette mit geräucherter Entenbrust und Rote Bete Ketchup

{…ich bin zu House…}

Rote Bete Ketchup Baguette Rezept Deluxe Snack Umzugssnack

Hello alle zusammen! Hier bin ich dann wieder…

Lange Zeit blieb die Housetür jetzt geschlossen. Zeit um die Pforten wieder weit auf zu sperren und frische Luft in die Hütte zu lassen. Und frische Luft wird es geben, denn das House hat quasi eine Luftveränderung hinter sich. Nennen wir es ganz einfach Umzug.

Mitsamt der Housefrau ist das House in einen nahegelegenen Luftkurort gezogen und musste sich erst einmal aklimatisieren. Das Leben ändert sich eben nun mal von Zeit zu Zeit und manche Dinge verlangen nach radikaler Umsetzung. Das bedeutet unter anderem Abstriche von Gewohntem machen, aber auch wieder offen sein für alles was kommt und was das Leben noch so bietet. Und ich kann Euch sagen, das ist eine ganze Menge.

Umziehen bedeutet natürlich auch Ausmisten von alten Gegenständen und Gewohnheiten. Platz schaffen für Neues oder alten Dingen einen neuen Platz oder eine neue Funktion geben.

Leider kann man nicht alles mitnehmen. Zum Beispiel die Nachbarn. Die sind komplett neu. Aber auch das kann durchaus lebensbereichernd sein. Ich habe jetzt zum Beispiel über mir wieder jemanden wohnen, dessen Lebensgewohnheiten ich in Form von Geräuschen kennenlernen darf. Ich weiß wann dort über mir der Wecker klingelt, wie lange ein Kaffee benötigt, bis dieser sich durch den Vollautomaten gequält hat und auch, dass erst einmal das Wasser gefühlte 20 Minuten aus der Brause laufen muss, bis es die Temperatur erreicht hat, um mit quietschendem Fußgescharre die Duschwanne betreten zu können. Der Musikgeschmack ist akzeptabel, der dazugehörige Gesang verbesserungswürdig und die Fernsehwerbung wird netterweise immer leise gedreht. Gekocht wird gerne deftig und nie ohne Zwiebeln und/oder Knoblauch. Dafür parkt ein sportliches Fahrrad mit dick gepolstertem Sattel und praktischem Korb in der Einfahrt zu meinem Keller. Ich mag meine neuen Nachbarn über mir. Ehrlich!

Stulle Deluxe 2

Wenn ich dann morgens in aller Frühe an dem großen Fenster in meinem Wohnzimmer stehe und auf das gegenüberliegende Haus blicke, brauche ich kein Morgenfernsehen. Die Morgentoilette der mir gegenüber wohnenden Menschen ist amüsant genug und zeigt mir, dass Männer tatsächlich länger im Bad benötigen als Frauen (also manche zumindest). Der Klopapierhalter hängt in dieser Wohnung wohl weiter oben an der Wand, als in gewöhnlichen Badezimmern. Zumindest zeigt sich das bei der tastenden Handbewegung jeden Morgen pünktlich um 6.17 Uhr, nachdem 5 Minuten lang die Zeitung in sitzender Position studiert wurde. Unglaublich wie zeitpräzise ein menschlicher Körper funktioniert… Seitdem ich hier wohne bekommt der Sinn einer Milchglasscheibe am Badezimmer-, bzw. Toilettenfenster einen ganz neuen Stellenwert. Die Menschen mir gegenüber sind bestimmt auch nett. Sie kochen gemeinsam in ihrer kleinen Küche, besitzen einen überdimensionalen Fernseher und die pubertierende Tochter übt abends in ihrem Zimmer bei Festbeleuchtung für den Auftritt bei Let’s Dance.
Eigentlich könnte ich meinen Fernseher und mein Radio verkaufen und ordentlich GEZ-Gebühren sparen. Die Musik habe ich von oben, das tonlose TV-Programm von gegenüber. Herz was willst Du mehr?

Für das gesparte Geld könnte ich mir dann eine Küche kaufen, denn die fehlt quasi noch. Ok. Sie fehlt nicht ganz. Eigentlich fehlt nur noch die Arbeitsplatte, aber auch dieses Defizit wird sich in Kürze erledigt haben. So lange steht eben der Backofen funktionstüchtig im Wohnzimmer und auf der provisorischen OSB-Platte in der Küche reihen sich 3 Induktionsplatten aneinander. Irgendwie hat das gerade alles etwas von Studentenleben und verjüngt mich gedanklich ungemein (zumindest immer dann, wenn es mich nicht total nervt).  Auf Grund der desaströsen Küchensituation, gestaltet sich das Kochen natürlich gerade etwas umständlicher. Aber ganz ehrlich man kann ja auch ganz gut mal ein paar Wochen von Brot und Co. leben. Lowcarb? Äh…ja. In ein paar Wochen dann wieder. Und am Tag des Umzugs braucht Man(n)/Frau eh nur schnell etwas Handfestes zwischen den Zähnen, um einen weiteren „federleichten“ Karton mit Fotoutensilien, Flohmarktgeschirr und Hinter- und Untergründen, neben dem ganzen anderen Kram, der sich im Laufe von 10 Jahren angesammelt hat in die neue Bleibe zu wuchten.

Rote Bete Ketchup

Bei mir gab es Stullen Deluxe, denn einfach darf auch gut sein.
In diesem Falle: Selbstgebackenes Baguette mit geräucherter Entenbrust und Rote Bete Ketchup. Abgerundet mit Wildkräutersalat, Fetakäse und gerösteten Walnüssen.

Das Rezept für den Ketchup und das Baguette gibt’s hier:

5.0 from 3 reviews
Rote Bete Ketchup
 
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 700ml
Ingredients
  • 450 g Rote Bete (vorgekocht)
  • 230 ml Apfelweinessig
  • 110 g brauner Zucker
  • 1 große Zwiebel
  • ½ Teelöffel Salz
  • ¼ Teelöffel Koriander (gemahlen)
  • ¼ Teelöffel Nelkenpulver
  • schwarzer Pfeffer
Instructions
  1. Zwiebel schälen und grob hacken. Rote Bete in Würfel schneiden. Zwiebel, Rote Bete, Apfelweinessig und Zucker in eine große Stielkasserolle füllen. Kurz aufkochen, dann Hitze reduzieren und bei mittlerer Stufe etwa 25 Minuten garen, bis die Rote Bete weich ist.
  2. Stielkasserolle vom Herd nehmen. Zutaten mit einem Stabmixer fein pürieren und mit Salz, Pfeffer, Koriander und Nelkenpulver abschmecken.
  3. In ein Schraubglas füllen und imKühlschrank aufbewaren.
  4. Der Ketchup hält sich gute 6 Wochen.
  5. (Ergibt ein Glas mit ca .700 ml)

5.0 from 3 reviews
Französisches Baguette
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 2
Ingredients
  • 250 g Mehl Typ 550
  • 160 ml handwarmes Wasser
  • 10 g frische Hefe
  • 1 TL Salz
  • etwas Zucker
Instructions
  1. In einer Schüssel Mehl mit dem Salz vermischen, eine große Kule eindrücken und dort die Hefe Stück für Stück hinzufügen. Anschließend den Zucker in die Kule geben und mit 50ml Wasser angießen. Die Hefe in der Kule vorsichtig umrühren bis sie sich im Wasser gut aufgelöst hat. Das Ganze abdecken, zum Beispiel mit einem Küchentuch und 30 Minuten gehen lassen.
  2. Den Rest des lauwarmen Wassers hinzufügen und alles gründlich zu einem Teig verkneten. Anschließend zu einer Kugel formen und wieder 2 Stunden gehen lassen. Danach nochmals kurz kneten und wieder 1 Stunde aufgehen lassen.
  3. Den Teig in 2 gleiche Teile portionieren und dünn zu Rechtecken ausrollen. Anschließend einrollen bis ein Baguette entsteht. Nun auf ein Backblech geben und eine halbe Stunde in Ruhe lassen. Währenddessen den Backofen auf 220 Grad vorheizen.
  4. Baguettes mit Salzwasser bestreichen und zusammen mit einer Schale voll mit Wasser in den Backofen schieben. Rund 25 Minuten backen bis sie eine goldbraune Farbe haben.

Baguette7

Das Baguette dann einfach nach Gusto mit Ketchup bestreichen und mit  Salat, Entenbrust, Feta und Walnüssen belegen. 

Mein derzeitiges Motto: Zurück zum Einfachen, zurück zur Einschränkung, zurück zu sich selbst. Alles auf null und von vorne starten. Das ist ein schönes Gefühl, so als ob einem die Welt noch einmal von vorne offensteht. Eben nur in der Mitte des Lebens.
Aber auch, wenn es das eigentliche HOUSE ja für mich nun nicht mehr wirklich physisch gibt, bleibt das House No. 15 erhalten.  Der Standort auf der Landkarte hat sich eben nur verändert, aber auch das Gefühl nach House zu kommen. Und DAS meine Lieben, fühlt sich jetzt wieder richtig gut an!

Umzug Auto

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch (wenn auch leicht verspätet) ein gutes neues Jahr, mit ganz vielen besonderen Momenten, mit Mut für Neues und Lust auf das Leben.

Bis in Kürze wieder!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

 

 

Camembert-Zwiebel-Tarte mit Pflaumen Chutney

{…und der peinlichste Toilettengang ever…}

Camembert-Zwiebel-Tarte

Also eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen NIE wieder auf dieser Seite über Klamotten zu schreiben.Habt Ihr das Wort ‚eigentlich’ gelesen? Ein völlig sinnloses Füllwort ohne Bedeutung! Naja, eigentlich ohne Bedeutung…
Kommen wir zum Punkt: Ich habe mich also mal wieder auf einen Internet-Klamotten-Einkauf eingelassen. Ungeachtet meiner merkwürdigen Körpermaße, meines Klamottengeschmacks und so weiter.

Eine wunderbare Fotostrecke in einer einschlägigen Frauenzeitschrift suggerierte mir, dass auch in diesem Jahr unbedingt modetechnisch ein Catsuit oder Overall in jedem weiblichen Kleiderschrank zugegen sein muss. Joa. Ich gestehe: ich bin empfänglich für solche Druckmittel aus der Presse (übrigens genauso für Putzmittel, die mir als DIE neue Innovation und Zeitersparnis beim Houseputz vorgegaukelt werden). Ich bin der Traum einer jeden Marketingkampagne! Und ich habe zugeschlagen.
Ein Einteiler. In Größe M… obwohl ich mit meiner Länge eher L tragen sollte. Aber es ist eben weder alles M, noch L an mir. Und M war noch verfügbar, L nicht…
Der besagte Einteiler kommt recht schnell im House an. Und natürlich muss er auch gleich anprobiert werden.

Linkes Bein steigt in weiche Viskose, rechtes Bein steigt in weiche Viskose…Beide Arme ziehen gleichmäßig den gesamten Stoffberg über die Oberschenkel. Nichts spannt, trotz fehlendem Elastan. Ich wackle leicht mit den Hüften, um den Sitz des Overalls von Anfang an perfekt zu haben, und die Taille genau da zu platzieren, wo sie zu sitzen hat. Ich versuche es zumindest. An dieser Stelle unter uns: ich scheitere das erste Mal. Bei mir sitzt die Taille nämlich NIE an der Stelle, an der sie zu sitzen hat. Ein Gürtel kann das eventuell kaschieren. Dann beginnt die Challenge.

Der rechte Arm versucht sich in die dafür vorgesehene Öffnung zu schieben. Es klappt hervorragend. Dann versucht auch der linke Am mit dem rechten gleich zu tun und gleichzeitig das an der Hose festgenähte Oberteil nach oben zu ziehen. Es scheitert an massiver Spannkraft im Rücken. Ich hänge fest. Das Schlimme ist, dass ich weder den einen noch den anderen Arm aus den Armöffnungen bekomme, geschweige denn hinein. Ich fühle mich wie das Opfer in der Vorstellung eines Entfesselungskünstlers, der die Arme auf dem Rücken fixiert hat. In irgendeinem Film habe ich mal gesehen, wie jemand versucht hat sich aus einer Zwangsjacke zu befreien. Das versuche ich jetzt auch und hüpfe stetig auf und ab. Es bewegt sich was. Meine Arme rutschen tatsächlich komplett in die Ärmel und der Stoff schiebt sich über meine Schultern, so dass ich den Overall tatsächlich schließen kann. Äh…könnte… Ein Druckknopf sträubt sich und springt direkt nachdem ich ihn mit einem leisen Klick geschlossen habe über meiner Brust wieder auf.

Mit eingezogenem Bauch laufe ich langsam und vorsichtig zu meinem Schlafzimmerspiegel und betrachte mich skeptisch. Och… Geht eigentlich, denke ich mir. Macht schlank. Auch wenn die Hosenbeine etwas kurz sind, der eine Knopf nur mit wenig ein- und ausatmen geschlossen bleibt und die Arme sich anfühlen, als wären sie in einem Trombosestrumpf gefangen. Mit diesem Einteiler spart man sich jegliche Schummelwäsche, das erledigt dieser Overall eigenständig.

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Es klingelt an der Tür und meine Freundin Nicole steht davor.
„Wow! Wo willst du denn hin? Das ist ja mal ein tolles Teil! Neu? Der sitzt ja super!“ sagt sie zur Begrüßung und schaut an mir herunter.  Naja… sitzt super… „Nirgends wollte ich hin. Ich habe den eigentlich nur mal anprobiert. Aber wo willst Du denn hin?“ Nicole steht völlig aufgebrezelt vor mir. „Ich habe doch zwei Einladungskarten zu dieser exklusiven Vernissage. Carsten muss heute länger arbeiten und da dachte ich ich frag Dich einfach mal. Das wäre doch eine gute Gelegenheit Dein neues Teil gleich mal auszuführen!“ „Ich weiß noch gar nicht ob ich das Ding hier behalte. Außerdem ist es noch nicht mal gewaschen.“ „Ach, das ist doch egal, Du wirst nicht gleich einen Ausschlag bekommen! Noch dazu steh Dir das Teil großartig!“ Es gibt Tage da lasse ich mich einfach sehr schnell überzeugen. Also Gürtel um die schlecht sitzende Taille und schnell in passende Schuhe geschlüpft.

Ich hätte einfach zu Hause bleiben sollen, denn wenn ich heute an diesen Nachmittag denke, laufe ich noch im Nachhinein dunkelrot im Gesicht an.

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Die Katastrophe fing schon kurz nach dem Betreten der Ausstellungsräume an. Ein netter charmanter Herr, wollte mir zur Begrüßung ein Gals Champagner anbieten. Ich strecke meine Arm danach aus. Es macht *ping und schon öffnet sich der verdammte Druckknopf über meiner Brust, der mich schon zu Hause so geärgert hat. Der Kellner grinst breit und glotzt mir  unverhohlen aufs Dekoltée. Ich drücke hektisch die beiden Knopfteile wieder aneinander und stürze beschämt das Glas Champagner in einem Schluck hinab. Wortlos reicht er mir ein weiteres und geht dann immer noch grinsend zu den anderen Gästen.

Ich versuche ganz entspannt alles einzuziehen, was ich einziehen kann, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Zwei Gläser Champagner später merke ich wie ich auf die Toilette muss. Gerade spricht der Künstler über seine Werke und erklärt theatralisch, wie es zu diesen farbenfrohen Exponaten kam, die allesamt fragwürdige Titel tragen, in denen häufig Fäkalwörter  eingebaut sind, die man normaler Weise eher nicht laut ausspricht, sondern sich nur denkt. Ich raune Nicole zu, dass ich mal eben auf dem stillen Örtchen verschwinde und gleich zurück bin. Die Tür der Toilette ist direkt im Ausstellungsraum und ich quetsche mich durch die Menschen, um leise hinter eben dieser Tür zu verschwinden.

Als ich hinter mir abgeschlossen habe und mir bewusst wird, dass man sich mit einem Overall quasi komplett entkleiden muss, um sich Erleichterung zu verschaffen, bekomme ich leichte Panik.

Der Kampf beginnt und ich überlege mir wie ich am Geschicktesten aus dieser Pelle herauskomme. Wenn hüpfen beim Anziehen geholfen hat, sollte es ja auch beim Ausziehen funktioniere. Also fange ich an in dieser kleinen Toilettenkabine so leise wie möglich auf und ab zu hüpfen. (Ich konnte noch nie leise hüpfen.) Noch dazu war der Raum so klein, dass meine Arme beim Versuch sich aus den schrecklichen Ärmeln zu schälen, ständig an die Wand schlugen. Ich fluche laut und derbe und nach gefühlten 15 Minuten und kurz vor einem Inkontinenz-Vorfall, schaffe ich es tatsächlich. Völlig erschöpft lasse ich mich auf der Toilette nieder und tupfte mir den Schweiß mit Toilettenpapier von der Stirn. Mir ist klar, dass ich mich irgendwie erneut in diesen textilen Fehlkauf quetschen muss und fange mutig wieder an, mich rumpelnd und fluchend in den Stoff zu springen. Die Frisur ist nun völlig zerstört und schlauer Weise steht meine Handtasche mit meiner Haarbürste und dem Gesichts-Restauration-Kit bei Nicole im Ausstellungsraum. So leise wie Möglich öffne ich die Tür, um mich unbemerkt aus der Toilette zurück zur Vernissage zu schleichen und schaue beim Heraustreten in gefühlt 200 Paar Augen, die alle auf mich gerichtet sind. Nicole reicht mir kopfschüttelnd meine Handtasche und der charmante Herr mit dem Champagner hält mir ein silbernes Tablett mit kleinen Zwiebeltörtchen hin. „Hellhörige Toiletten sind echt ein Abenteuer!“ raunt er mir zu.

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Der Künstler kommt zu mir, schüttelt mir strahlend die Hand und bedankt sich für meine amüsante Untermalung seiner Ansprache, die von meiner Wortwahl so wunderbar zu seinen Bildern und deren Titel gepasst hat. „Sie möchten mich nicht auf meiner Ausstellungstour begleiten?“ fragt der mich tatsächlich. „Äh…NEIN!“,  stottere ich mit knallrotem Kopf.

Jedesmal wenn es jetzt irgendwo Zwiebelquiche oder Karte gibt, werde ich zwangsläufig an diesen Tag erinnert. Und ich sage Euch, es treibt mir jedes mal wieder die Schamröte ins Gesicht.

Den Overall habe ich übrigens zur Kleidersammlung gegeben. Irgendjemand hat bestimmt die passende Größe und Figur dafür.

Zum Nachmachen bekommt Ihr natürlich trotzdem das Rezept:

5.0 from 3 reviews
Camembert-Zwiebel-Tarte
 
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Ingredients
  • Teig:
  • 300 g Mehl
  • 150 g kalte Butter in kleinen Stücken
  • 0,5 Tl Salz
  • 2 Bio-Eigelb M
  • 5 El eiskaltes Wasser
  • Mehl zum Bearbeiten
  • etwas weiche Butter für die Form

  • Belag:
  • 40 g ungesalzene Butter
  • 3 rote Zwiebeln in sehr dünne Scheiben geschnitten
  • 1 Tl feiner Zucker
  • 2 Tl weißen Balsamico
  • 1 Stiel Rosmarin fein gehackt
  • 2 Bio Eier leicht verschlagen
  • 60 ml Sahne
  • 200 g Camembert in Scheiben geschnitten
  • Muskatnuss
  • Salz
  • Pfeffer
Instructions
  1. Aus den Zutaten für den Mürbeteig schnell mit den Händen einen geschmeidigen Teig kneten und diesen in Folie gewickelt für 30 min im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Eine Muffinform mit Butter einfetten.
  3. Danach den Teig dünn auf etwas Mehl ausrollen und mit einem Glas Kreise in größerem Durchmesser als die Muffinform ausstechen und in die die Vertiefungen drücken, so dass ein hoher Rand entsteht.
  4. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen.
  5. Für den Belag in einer großen Pfanne die Butter schmelzen und darin die Zwiebeln für 10 Minuten abgedeckt dünsten.
  6. Zucker und Balsamico, Rosmarin, Rosmarin und Salz und Puffer dazu geben und weitere 5 Minuten dünsten.
  7. Die Eier mit der Sahne verquirlen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  8. Die Zwiebelmischung auf den Teig geben und die Eiermasse darüber gießen.
  9. Zum Schluss üppig mit Camembert belegen und bei 180 Grad für ca. 15-20 Minuten goldbraun backen.
  10. Mit Pflaumen-Chutney servieren.

Pflaumen Chutney

Und zum Schluss noch ein kleiner Housefrauen-Tipp:
Trage nie ein Outfit, was man mit den Worten „Ich habe nicht damit gerechnet, das House verlassen zu müssen“ beschreiben kann.

Euch allen eine bequeme Restwoche!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

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