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Dattel-Birnen-Tartelette

{…Not macht erfinderisch…}

Datteln Birnen Tartelette

Wenn der Ofen kalt bleiben muss, weil die Küche noch im Umbau ist und man Besuch von jemand bekommt, der tierischen Produkten komplett entsagt (hier im House wird jeder empfangen und versorgt, egal mit welchen Essgewohnheiten!), dann muss man in die Trickkiste greifen.

Deshalb gibt’s heute mal ganz „Auf die Schnelle mit der HouseDame“ energiespendende und vegane Dattel-Birnen-Tartelettes. Vielleicht braucht ihr ja auch am Wochenende noch etwas für die Kaffeetafel… Und wer es lieber unvegan mag, haut noch ne ordentliche Portion Schlagsahne obendrauf! Ich kümmere mich jetzt weiter um meine Küche, damit ich in Kürze wieder 4 Herdplatten, statt nur einer mobilen Induktionsplatte, im Gebrauch haben kann. So langsam nervt dieser Zustand nämlich…

Dattel Birnen Tartelette

Hier also schnell das Rezept für dieses vegane Energie-Tartelette:

Dattel-Birnen-Tartelette
 
Author:
Ingredients
  • Boden:
  • 130 g getrocknete Aprikosen
  • 130 g Datteln
  • 20 g Kokosöl
  • 130 g grob gemahlene Mandeln
  • Füllung:
  • 500 g reife Birnen in Würfel
  • 2 EL Zucker
  • 100 g Mandelblätter
  • 1 Vanilleschote ausgekratzt
  • 3 EL Birnenschnaps (z.B. Williamsbirne)
  • ½ Zitrone frisch gepresst
  • etwas Zimt gemahlen
Instructions
  1. Die getrockneten Aprikosen und die Datteln klein schneiden und mit den Mandeln in eine Schüssel geben.
  2. Jetzt das Kokosöl langsam schmelzen und dazu geben.
  3. Die Masse in kleine Tarteletteformen drücken und einen kleinen Rand formen.
  4. Die Tarteletts bis zur Weiterverwendung in den Kühlschrank stellen.
  5. Birnen mit Zucker, Mandeln, Mark einer Vanilleschote, Birnenschnaps, Zitronensaft und einer Prise Zimt vermengen und ca. 10 Min.dünsten.
  6. Das Obst gleichmäßig auf dem Dattel-Mandel-Boden verteilen und am Ende mit gehobelten Mandeln bestreuen.
  7. Für Nicht-Veganer: Die Mandelblättchen in etwas Honig und Butter in der Pfanne karamellisieren lassen und dann darüber geben.

Und falls Ihr doch lieber backen wollt, könntet Ihr ja z.B. mal diese Brombeertörtchen mit Champagnercreme ausprobieren.

Einen wundervollen Samstag für Euch!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

Baguette mit geräucherter Entenbrust und Rote Bete Ketchup

{…ich bin zu House…}

Rote Bete Ketchup Baguette Rezept Deluxe Snack Umzugssnack

Hello alle zusammen! Hier bin ich dann wieder…

Lange Zeit blieb die Housetür jetzt geschlossen. Zeit um die Pforten wieder weit auf zu sperren und frische Luft in die Hütte zu lassen. Und frische Luft wird es geben, denn das House hat quasi eine Luftveränderung hinter sich. Nennen wir es ganz einfach Umzug.

Mitsamt der Housefrau ist das House in einen nahegelegenen Luftkurort gezogen und musste sich erst einmal aklimatisieren. Das Leben ändert sich eben nun mal von Zeit zu Zeit und manche Dinge verlangen nach radikaler Umsetzung. Das bedeutet unter anderem Abstriche von Gewohntem machen, aber auch wieder offen sein für alles was kommt und was das Leben noch so bietet. Und ich kann Euch sagen, das ist eine ganze Menge.

Umziehen bedeutet natürlich auch Ausmisten von alten Gegenständen und Gewohnheiten. Platz schaffen für Neues oder alten Dingen einen neuen Platz oder eine neue Funktion geben.

Leider kann man nicht alles mitnehmen. Zum Beispiel die Nachbarn. Die sind komplett neu. Aber auch das kann durchaus lebensbereichernd sein. Ich habe jetzt zum Beispiel über mir wieder jemanden wohnen, dessen Lebensgewohnheiten ich in Form von Geräuschen kennenlernen darf. Ich weiß wann dort über mir der Wecker klingelt, wie lange ein Kaffee benötigt, bis dieser sich durch den Vollautomaten gequält hat und auch, dass erst einmal das Wasser gefühlte 20 Minuten aus der Brause laufen muss, bis es die Temperatur erreicht hat, um mit quietschendem Fußgescharre die Duschwanne betreten zu können. Der Musikgeschmack ist akzeptabel, der dazugehörige Gesang verbesserungswürdig und die Fernsehwerbung wird netterweise immer leise gedreht. Gekocht wird gerne deftig und nie ohne Zwiebeln und/oder Knoblauch. Dafür parkt ein sportliches Fahrrad mit dick gepolstertem Sattel und praktischem Korb in der Einfahrt zu meinem Keller. Ich mag meine neuen Nachbarn über mir. Ehrlich!

Stulle Deluxe 2

Wenn ich dann morgens in aller Frühe an dem großen Fenster in meinem Wohnzimmer stehe und auf das gegenüberliegende Haus blicke, brauche ich kein Morgenfernsehen. Die Morgentoilette der mir gegenüber wohnenden Menschen ist amüsant genug und zeigt mir, dass Männer tatsächlich länger im Bad benötigen als Frauen (also manche zumindest). Der Klopapierhalter hängt in dieser Wohnung wohl weiter oben an der Wand, als in gewöhnlichen Badezimmern. Zumindest zeigt sich das bei der tastenden Handbewegung jeden Morgen pünktlich um 6.17 Uhr, nachdem 5 Minuten lang die Zeitung in sitzender Position studiert wurde. Unglaublich wie zeitpräzise ein menschlicher Körper funktioniert… Seitdem ich hier wohne bekommt der Sinn einer Milchglasscheibe am Badezimmer-, bzw. Toilettenfenster einen ganz neuen Stellenwert. Die Menschen mir gegenüber sind bestimmt auch nett. Sie kochen gemeinsam in ihrer kleinen Küche, besitzen einen überdimensionalen Fernseher und die pubertierende Tochter übt abends in ihrem Zimmer bei Festbeleuchtung für den Auftritt bei Let’s Dance.
Eigentlich könnte ich meinen Fernseher und mein Radio verkaufen und ordentlich GEZ-Gebühren sparen. Die Musik habe ich von oben, das tonlose TV-Programm von gegenüber. Herz was willst Du mehr?

Für das gesparte Geld könnte ich mir dann eine Küche kaufen, denn die fehlt quasi noch. Ok. Sie fehlt nicht ganz. Eigentlich fehlt nur noch die Arbeitsplatte, aber auch dieses Defizit wird sich in Kürze erledigt haben. So lange steht eben der Backofen funktionstüchtig im Wohnzimmer und auf der provisorischen OSB-Platte in der Küche reihen sich 3 Induktionsplatten aneinander. Irgendwie hat das gerade alles etwas von Studentenleben und verjüngt mich gedanklich ungemein (zumindest immer dann, wenn es mich nicht total nervt).  Auf Grund der desaströsen Küchensituation, gestaltet sich das Kochen natürlich gerade etwas umständlicher. Aber ganz ehrlich man kann ja auch ganz gut mal ein paar Wochen von Brot und Co. leben. Lowcarb? Äh…ja. In ein paar Wochen dann wieder. Und am Tag des Umzugs braucht Man(n)/Frau eh nur schnell etwas Handfestes zwischen den Zähnen, um einen weiteren „federleichten“ Karton mit Fotoutensilien, Flohmarktgeschirr und Hinter- und Untergründen, neben dem ganzen anderen Kram, der sich im Laufe von 10 Jahren angesammelt hat in die neue Bleibe zu wuchten.

Rote Bete Ketchup

Bei mir gab es Stullen Deluxe, denn einfach darf auch gut sein.
In diesem Falle: Selbstgebackenes Baguette mit geräucherter Entenbrust und Rote Bete Ketchup. Abgerundet mit Wildkräutersalat, Fetakäse und gerösteten Walnüssen.

Das Rezept für den Ketchup und das Baguette gibt’s hier:

5.0 from 3 reviews
Rote Bete Ketchup
 
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 700ml
Ingredients
  • 450 g Rote Bete (vorgekocht)
  • 230 ml Apfelweinessig
  • 110 g brauner Zucker
  • 1 große Zwiebel
  • ½ Teelöffel Salz
  • ¼ Teelöffel Koriander (gemahlen)
  • ¼ Teelöffel Nelkenpulver
  • schwarzer Pfeffer
Instructions
  1. Zwiebel schälen und grob hacken. Rote Bete in Würfel schneiden. Zwiebel, Rote Bete, Apfelweinessig und Zucker in eine große Stielkasserolle füllen. Kurz aufkochen, dann Hitze reduzieren und bei mittlerer Stufe etwa 25 Minuten garen, bis die Rote Bete weich ist.
  2. Stielkasserolle vom Herd nehmen. Zutaten mit einem Stabmixer fein pürieren und mit Salz, Pfeffer, Koriander und Nelkenpulver abschmecken.
  3. In ein Schraubglas füllen und imKühlschrank aufbewaren.
  4. Der Ketchup hält sich gute 6 Wochen.
  5. (Ergibt ein Glas mit ca .700 ml)

5.0 from 3 reviews
Französisches Baguette
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 2
Ingredients
  • 250 g Mehl Typ 550
  • 160 ml handwarmes Wasser
  • 10 g frische Hefe
  • 1 TL Salz
  • etwas Zucker
Instructions
  1. In einer Schüssel Mehl mit dem Salz vermischen, eine große Kule eindrücken und dort die Hefe Stück für Stück hinzufügen. Anschließend den Zucker in die Kule geben und mit 50ml Wasser angießen. Die Hefe in der Kule vorsichtig umrühren bis sie sich im Wasser gut aufgelöst hat. Das Ganze abdecken, zum Beispiel mit einem Küchentuch und 30 Minuten gehen lassen.
  2. Den Rest des lauwarmen Wassers hinzufügen und alles gründlich zu einem Teig verkneten. Anschließend zu einer Kugel formen und wieder 2 Stunden gehen lassen. Danach nochmals kurz kneten und wieder 1 Stunde aufgehen lassen.
  3. Den Teig in 2 gleiche Teile portionieren und dünn zu Rechtecken ausrollen. Anschließend einrollen bis ein Baguette entsteht. Nun auf ein Backblech geben und eine halbe Stunde in Ruhe lassen. Währenddessen den Backofen auf 220 Grad vorheizen.
  4. Baguettes mit Salzwasser bestreichen und zusammen mit einer Schale voll mit Wasser in den Backofen schieben. Rund 25 Minuten backen bis sie eine goldbraune Farbe haben.

Baguette7

Das Baguette dann einfach nach Gusto mit Ketchup bestreichen und mit  Salat, Entenbrust, Feta und Walnüssen belegen. 

Mein derzeitiges Motto: Zurück zum Einfachen, zurück zur Einschränkung, zurück zu sich selbst. Alles auf null und von vorne starten. Das ist ein schönes Gefühl, so als ob einem die Welt noch einmal von vorne offensteht. Eben nur in der Mitte des Lebens.
Aber auch, wenn es das eigentliche HOUSE ja für mich nun nicht mehr wirklich physisch gibt, bleibt das House No. 15 erhalten.  Der Standort auf der Landkarte hat sich eben nur verändert, aber auch das Gefühl nach House zu kommen. Und DAS meine Lieben, fühlt sich jetzt wieder richtig gut an!

Umzug Auto

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch (wenn auch leicht verspätet) ein gutes neues Jahr, mit ganz vielen besonderen Momenten, mit Mut für Neues und Lust auf das Leben.

Bis in Kürze wieder!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

 

 

Camembert-Zwiebel-Tarte mit Pflaumen Chutney

{…und der peinlichste Toilettengang ever…}

Camembert-Zwiebel-Tarte

Also eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen NIE wieder auf dieser Seite über Klamotten zu schreiben.Habt Ihr das Wort ‚eigentlich’ gelesen? Ein völlig sinnloses Füllwort ohne Bedeutung! Naja, eigentlich ohne Bedeutung…
Kommen wir zum Punkt: Ich habe mich also mal wieder auf einen Internet-Klamotten-Einkauf eingelassen. Ungeachtet meiner merkwürdigen Körpermaße, meines Klamottengeschmacks und so weiter.

Eine wunderbare Fotostrecke in einer einschlägigen Frauenzeitschrift suggerierte mir, dass auch in diesem Jahr unbedingt modetechnisch ein Catsuit oder Overall in jedem weiblichen Kleiderschrank zugegen sein muss. Joa. Ich gestehe: ich bin empfänglich für solche Druckmittel aus der Presse (übrigens genauso für Putzmittel, die mir als DIE neue Innovation und Zeitersparnis beim Houseputz vorgegaukelt werden). Ich bin der Traum einer jeden Marketingkampagne! Und ich habe zugeschlagen.
Ein Einteiler. In Größe M… obwohl ich mit meiner Länge eher L tragen sollte. Aber es ist eben weder alles M, noch L an mir. Und M war noch verfügbar, L nicht…
Der besagte Einteiler kommt recht schnell im House an. Und natürlich muss er auch gleich anprobiert werden.

Linkes Bein steigt in weiche Viskose, rechtes Bein steigt in weiche Viskose…Beide Arme ziehen gleichmäßig den gesamten Stoffberg über die Oberschenkel. Nichts spannt, trotz fehlendem Elastan. Ich wackle leicht mit den Hüften, um den Sitz des Overalls von Anfang an perfekt zu haben, und die Taille genau da zu platzieren, wo sie zu sitzen hat. Ich versuche es zumindest. An dieser Stelle unter uns: ich scheitere das erste Mal. Bei mir sitzt die Taille nämlich NIE an der Stelle, an der sie zu sitzen hat. Ein Gürtel kann das eventuell kaschieren. Dann beginnt die Challenge.

Der rechte Arm versucht sich in die dafür vorgesehene Öffnung zu schieben. Es klappt hervorragend. Dann versucht auch der linke Am mit dem rechten gleich zu tun und gleichzeitig das an der Hose festgenähte Oberteil nach oben zu ziehen. Es scheitert an massiver Spannkraft im Rücken. Ich hänge fest. Das Schlimme ist, dass ich weder den einen noch den anderen Arm aus den Armöffnungen bekomme, geschweige denn hinein. Ich fühle mich wie das Opfer in der Vorstellung eines Entfesselungskünstlers, der die Arme auf dem Rücken fixiert hat. In irgendeinem Film habe ich mal gesehen, wie jemand versucht hat sich aus einer Zwangsjacke zu befreien. Das versuche ich jetzt auch und hüpfe stetig auf und ab. Es bewegt sich was. Meine Arme rutschen tatsächlich komplett in die Ärmel und der Stoff schiebt sich über meine Schultern, so dass ich den Overall tatsächlich schließen kann. Äh…könnte… Ein Druckknopf sträubt sich und springt direkt nachdem ich ihn mit einem leisen Klick geschlossen habe über meiner Brust wieder auf.

Mit eingezogenem Bauch laufe ich langsam und vorsichtig zu meinem Schlafzimmerspiegel und betrachte mich skeptisch. Och… Geht eigentlich, denke ich mir. Macht schlank. Auch wenn die Hosenbeine etwas kurz sind, der eine Knopf nur mit wenig ein- und ausatmen geschlossen bleibt und die Arme sich anfühlen, als wären sie in einem Trombosestrumpf gefangen. Mit diesem Einteiler spart man sich jegliche Schummelwäsche, das erledigt dieser Overall eigenständig.

Camembert-quiche3house

Es klingelt an der Tür und meine Freundin Nicole steht davor.
„Wow! Wo willst du denn hin? Das ist ja mal ein tolles Teil! Neu? Der sitzt ja super!“ sagt sie zur Begrüßung und schaut an mir herunter.  Naja… sitzt super… „Nirgends wollte ich hin. Ich habe den eigentlich nur mal anprobiert. Aber wo willst Du denn hin?“ Nicole steht völlig aufgebrezelt vor mir. „Ich habe doch zwei Einladungskarten zu dieser exklusiven Vernissage. Carsten muss heute länger arbeiten und da dachte ich ich frag Dich einfach mal. Das wäre doch eine gute Gelegenheit Dein neues Teil gleich mal auszuführen!“ „Ich weiß noch gar nicht ob ich das Ding hier behalte. Außerdem ist es noch nicht mal gewaschen.“ „Ach, das ist doch egal, Du wirst nicht gleich einen Ausschlag bekommen! Noch dazu steh Dir das Teil großartig!“ Es gibt Tage da lasse ich mich einfach sehr schnell überzeugen. Also Gürtel um die schlecht sitzende Taille und schnell in passende Schuhe geschlüpft.

Ich hätte einfach zu Hause bleiben sollen, denn wenn ich heute an diesen Nachmittag denke, laufe ich noch im Nachhinein dunkelrot im Gesicht an.

Camembert Quiche 4 Kopie

Die Katastrophe fing schon kurz nach dem Betreten der Ausstellungsräume an. Ein netter charmanter Herr, wollte mir zur Begrüßung ein Gals Champagner anbieten. Ich strecke meine Arm danach aus. Es macht *ping und schon öffnet sich der verdammte Druckknopf über meiner Brust, der mich schon zu Hause so geärgert hat. Der Kellner grinst breit und glotzt mir  unverhohlen aufs Dekoltée. Ich drücke hektisch die beiden Knopfteile wieder aneinander und stürze beschämt das Glas Champagner in einem Schluck hinab. Wortlos reicht er mir ein weiteres und geht dann immer noch grinsend zu den anderen Gästen.

Ich versuche ganz entspannt alles einzuziehen, was ich einziehen kann, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Zwei Gläser Champagner später merke ich wie ich auf die Toilette muss. Gerade spricht der Künstler über seine Werke und erklärt theatralisch, wie es zu diesen farbenfrohen Exponaten kam, die allesamt fragwürdige Titel tragen, in denen häufig Fäkalwörter  eingebaut sind, die man normaler Weise eher nicht laut ausspricht, sondern sich nur denkt. Ich raune Nicole zu, dass ich mal eben auf dem stillen Örtchen verschwinde und gleich zurück bin. Die Tür der Toilette ist direkt im Ausstellungsraum und ich quetsche mich durch die Menschen, um leise hinter eben dieser Tür zu verschwinden.

Als ich hinter mir abgeschlossen habe und mir bewusst wird, dass man sich mit einem Overall quasi komplett entkleiden muss, um sich Erleichterung zu verschaffen, bekomme ich leichte Panik.

Der Kampf beginnt und ich überlege mir wie ich am Geschicktesten aus dieser Pelle herauskomme. Wenn hüpfen beim Anziehen geholfen hat, sollte es ja auch beim Ausziehen funktioniere. Also fange ich an in dieser kleinen Toilettenkabine so leise wie möglich auf und ab zu hüpfen. (Ich konnte noch nie leise hüpfen.) Noch dazu war der Raum so klein, dass meine Arme beim Versuch sich aus den schrecklichen Ärmeln zu schälen, ständig an die Wand schlugen. Ich fluche laut und derbe und nach gefühlten 15 Minuten und kurz vor einem Inkontinenz-Vorfall, schaffe ich es tatsächlich. Völlig erschöpft lasse ich mich auf der Toilette nieder und tupfte mir den Schweiß mit Toilettenpapier von der Stirn. Mir ist klar, dass ich mich irgendwie erneut in diesen textilen Fehlkauf quetschen muss und fange mutig wieder an, mich rumpelnd und fluchend in den Stoff zu springen. Die Frisur ist nun völlig zerstört und schlauer Weise steht meine Handtasche mit meiner Haarbürste und dem Gesichts-Restauration-Kit bei Nicole im Ausstellungsraum. So leise wie Möglich öffne ich die Tür, um mich unbemerkt aus der Toilette zurück zur Vernissage zu schleichen und schaue beim Heraustreten in gefühlt 200 Paar Augen, die alle auf mich gerichtet sind. Nicole reicht mir kopfschüttelnd meine Handtasche und der charmante Herr mit dem Champagner hält mir ein silbernes Tablett mit kleinen Zwiebeltörtchen hin. „Hellhörige Toiletten sind echt ein Abenteuer!“ raunt er mir zu.

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Der Künstler kommt zu mir, schüttelt mir strahlend die Hand und bedankt sich für meine amüsante Untermalung seiner Ansprache, die von meiner Wortwahl so wunderbar zu seinen Bildern und deren Titel gepasst hat. „Sie möchten mich nicht auf meiner Ausstellungstour begleiten?“ fragt der mich tatsächlich. „Äh…NEIN!“,  stottere ich mit knallrotem Kopf.

Jedesmal wenn es jetzt irgendwo Zwiebelquiche oder Karte gibt, werde ich zwangsläufig an diesen Tag erinnert. Und ich sage Euch, es treibt mir jedes mal wieder die Schamröte ins Gesicht.

Den Overall habe ich übrigens zur Kleidersammlung gegeben. Irgendjemand hat bestimmt die passende Größe und Figur dafür.

Zum Nachmachen bekommt Ihr natürlich trotzdem das Rezept:

5.0 from 3 reviews
Camembert-Zwiebel-Tarte
 
Author:
Ingredients
  • Teig:
  • 300 g Mehl
  • 150 g kalte Butter in kleinen Stücken
  • 0,5 Tl Salz
  • 2 Bio-Eigelb M
  • 5 El eiskaltes Wasser
  • Mehl zum Bearbeiten
  • etwas weiche Butter für die Form

  • Belag:
  • 40 g ungesalzene Butter
  • 3 rote Zwiebeln in sehr dünne Scheiben geschnitten
  • 1 Tl feiner Zucker
  • 2 Tl weißen Balsamico
  • 1 Stiel Rosmarin fein gehackt
  • 2 Bio Eier leicht verschlagen
  • 60 ml Sahne
  • 200 g Camembert in Scheiben geschnitten
  • Muskatnuss
  • Salz
  • Pfeffer
Instructions
  1. Aus den Zutaten für den Mürbeteig schnell mit den Händen einen geschmeidigen Teig kneten und diesen in Folie gewickelt für 30 min im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Eine Muffinform mit Butter einfetten.
  3. Danach den Teig dünn auf etwas Mehl ausrollen und mit einem Glas Kreise in größerem Durchmesser als die Muffinform ausstechen und in die die Vertiefungen drücken, so dass ein hoher Rand entsteht.
  4. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen.
  5. Für den Belag in einer großen Pfanne die Butter schmelzen und darin die Zwiebeln für 10 Minuten abgedeckt dünsten.
  6. Zucker und Balsamico, Rosmarin, Rosmarin und Salz und Puffer dazu geben und weitere 5 Minuten dünsten.
  7. Die Eier mit der Sahne verquirlen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  8. Die Zwiebelmischung auf den Teig geben und die Eiermasse darüber gießen.
  9. Zum Schluss üppig mit Camembert belegen und bei 180 Grad für ca. 15-20 Minuten goldbraun backen.
  10. Mit Pflaumen-Chutney servieren.

Pflaumen Chutney

Und zum Schluss noch ein kleiner Housefrauen-Tipp:
Trage nie ein Outfit, was man mit den Worten „Ich habe nicht damit gerechnet, das House verlassen zu müssen“ beschreiben kann.

Euch allen eine bequeme Restwoche!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Cheddar-Lamm-Burger

{…und warum diese gelben Klebezettel absolute Beziehungskiller sind…}

*Werbung und Gewinnspiel*

Cheddar Burger

Es ist wieder mal OUTINGZEIT im House….
Die Housefrau leidet litt unter akuter Klebemanie. Kennt keiner?
Oh doch! Diese kleinen selbstklebenden Zettel zum Beschriften. In Schreibwaren-Deutsch auch „Post it“ genannt. Ich lieb(t)e diese Dinger.

Als ich irgendwann mal mit jemandem (männlich!) zusammenzog, hatte ich die romantische Vorstellung, dass man sich immer mal wieder kleine vor Verliebtheit triefende Botschaften hinterlassen könnte. Ich freute mich auf Küchen-Botschaften wie: „Schatz, ich habe Dir Risotto gekocht- musst Du nur noch aufwärmen. Und die neue Staffel Deiner Lieblingsserie ist im DVD Player. P.S: Prosecco steht auch kalt! *Kuss“ Oder am Badezimmerspiegel: „Du siehst auch bezaubernd aus, wenn dir die Kissenfalten im Gesicht kleben!“
Ich hingegen sorgte dafür, dass kurz mal eine Sicherung in der Wohnung rausflog (passiert leider, wenn man eine Leitung anbohrt), nur damit er meinen Zettel im Sicherungskasten vorfinden konnte:Mit Dir brennen mir auch immer alle Sicherungen durch!*Herzchen“ 
In meinem Verliebtheitswahn von „wir-beschriften-uns-bestimmt-täglich-hunderte-von Klebezettelchen“ habe ich bei Ebay einen Schnapp von 1000 dieser kleinen Blöcke gemacht. Ein Glücksgriff….oder auch nicht.

Cheddar Burger

Leider ist es ja nun so, dass die Phase der Rosa-Brille und den Schmetterlingen in der Bauchgegend irgendwann einmal ein Ende hat. Und gerade dann, wenn man sich nicht so häufig sieht, weil die Arbeitszeiten so Grund verschieden sind, muss man eben nach geeigneten Kommunikationsmitteln suchen, um sich auszutauschen.

Plan 1: Wir telefonieren tagsüber mit dem Handy.
Dieser scheiterte daran, dass meine Küchengeräte im Hintergrund klangen, als sei ich auf einer Großbaustelle mit dementsprechendem Geräuschpegel und er in seinem Großraumbüro nur im gedämpften Bürostimmen-Murmelmodus zu mir sprach. Plan 1 scheiterte also an den räumlichen Gegebenheiten unseres Arbeitsumfeldes.

Plan 2: Wir schreiben uns Whats Apps.
Während ich ausführliche Nachrichten verfasste, um ganz viel Information in einen kleinen Text zu packen, bekam ich Ein-Wort-Antworten. Männer-Ein-Wort-Antworten… Nach einer diesbezüglichen Beschwerde meinerseits, wurden neben die Ein-Wort-Antworten noch eine Reihe küssende, schmollende oder verärgert schnaubende Emoticons gesetzt, so dass mein Handy-Bildschirm manchmal aussah wie ein Glücksspielautomat. Gewonnen habe ich leider nichts, außer an Erfahrung.

Dann kam Phase 3: Wir schreiben uns Post its (schließlich mussten die ja auch mal weg!)
Zum Anfang dieser Phase klangen die Texte auf den kleinen gelben Zetteln noch so: „Du musst die Kaffeemaschine nur noch einschalten und Dir den Kaffee schmecken lassen! *Küsschen“ Im Laufe der Zeit änderte sich der Text der Botschaften inhaltlich ein wenig. Also nur so ein klitzekleines Bisschen…
Beispielsituation: Ich saß auf der Toilette und griff nach dem Klopapier. Meine Hand tastete ins Leere und erblickte dabei einen gelben Zettel am Klopapierhalter „IST ALLE! Bitte beim nächsten Einkauf mitbringen!“ Fassungslos starrte ich auf die Botschaft und die leere Papprolle, die mich lustig anschaute und dachte über einen Gegen-Klebezettel-Angriff nach. Der folgte dann auch kurz darauf vor dem Bett, vor dem sich ein Berg seiner getragenen Strümpfe aufgetürmt hat. „STINKT!!!“  schrieb ich bewusst in Großbuchstaben darauf. Am nächsten Morgen lag ein Zettel von IHM daneben „Heul doch!“.

Cheddar Burger3 Kopie

Es lag eine leicht angriffslustige Stimmung in der Luft. Ist es nicht schön, wenn man morgens um 4 Uhr aufsteht und sich über kleine gelbe Klebezettel ärgern muss? Natürlich räumte trotzdem keiner den Sockenhaufen weg. Und auch die Flut an gelben Klebezetteln blieb an Ort und Stelle. Sie klebten überall wie ein Mahnmal. Irgendwann kam meine Mutter spontan zu Besuch und fragte, ob bei uns ein FDP-Stand mit Werbeflyern explodiert wäre. „Äh, nein…wir kommunizieren, Mama!“  Ein verständnisloser Blick und ein stummes Augenbrauenhochziehen war die Antwort von ihr. Ich fühlte mich irgendwie in Erklärungsnot. „Weißt Du, wir haben einfach beschlossen manche Dinge kurz und knackig zu formulieren und auf den Punkt zu bringen. Warum viel Lebenszeit für Geschwafel verschwenden?“ „Wenn Euch so ne Zettelwirtschaft weiterbringt… ist ja Eure Sache!“ Ihr Blick blieb an einem Zettel mit der Aufschrift „Mach Deinen Scheiß alleine!“ hängen.

Ja, es war unsere Sache. Und der Ton der „Sache“ wurde irgendwie immer zackiger. Eigentlich reduzierten wir uns auf „Milch!“ „Fenster zu!“ „Müll muss raus!“ mit ein paar kurzen knackigen Liebesschwüren dazwischen wie „Lieb Dich!“ „Ich Dich auch!“ „Schön!“ „Sehr!“ „Bestens!“ „Find ich auch!“ (…)

Aber ganz ehrlich…Zettel sind genauso bescheuert wie SMS oder Whats App. Man kann sich nie sicher sein in welcher Gemütsverfassung die jeweilige Nachricht verfasst wurde und genau deshalb ist das Eskalationspotenzial nicht zu unterschätzen. Wenn ich zum Beispiel auf einen benutzen Teller, der mal wieder achtlos einfach AUF der Spülmaschine geparkt wurde, anstatt darin eingeräumt zu werden, einen Zettel mit „Einräumen!“ klebte, klebte kurz darauf ein „Mach Dich locker!“ darauf. Da ich aber gerne das letzte Wort habe, kam natürlich direkt der klebrige gelbe Rückschlag: „Ich nix Putzfrau!“ Blöderweise konterte er ziemlich gut: „Hast Recht! Die schreibt nämlich keine dämlichen Zettel, sondern macht es direkt weg!“ TOUCHÉ… und schlechte Laune inklusive. Auf Dauer ist natürlich so ein Zettelgeschreibe der totale Beziehungskiller. Einige Zeit später waren die Zettel weg. Der Mann auch…

Seit dieser misslungenen Beziehungskiste bin ich dazu übergegangen mir nur noch dauerhafte Botschaften irgendwo hinzuhängen. Gerne in Form von gerahmten Postern und Bildern. Und auch nur noch mit Aussagen, die ich wirklich unterschreibe.

Eat clean, sty fit and have a burger to stay sane

Und gerade neulich ist mir auf Grund meiner Burger-Leidenschaft ein sehr passendes Poster in die Hände gefallen. Schaut doch mal bei Hello Sunday vorbei und stöbert mal durch die vielen witzigen Artikel und Poster. Poster sind die neuen Post its, nur in toll! Und das Beste: Ihr könnt einen 30 Euro-Gutschein für den Hello Sunday-Shop gewinnen. Beantwortet mir einfach folgende Frage:

>>> In wie vielen Produktkategorien kann man bei Hello Sunday shoppen? <<<

Schreibt mir Eure Antwort bis zum 14.08.2016 23:59 Uhr in einem Kommentar unter diesem Beitrag. Unter allen richtigen Antworten lose ich den/die Gewinner/in aus und der Gutschein flattert am 15.08.2016 in das Gewinner-Email-Postfach.

Da der Mensch sich ja auch gerne mal eine Ersatzbefriedigung sucht und meine gerade sehr burgerlastig ist, bekommt Ihr noch hier die How-To-Anleitung für den Death by Cheddar-Lamm-Burger. Aber Achtung, nix für Käsephobiker und Leute mit diätischen Anwandlungen!

Cheddar Burger

5.0 from 6 reviews
Death by Cheddar-Lamm-Burger
 
Author:
Ingredients
  • Bun:
  • 200 ml Milch
  • 50g Butter
  • 500 g Weizenmehl (Typ 405)
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 1 Ei
  • 1 TL Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 80 g geriebener Cheddar
  • 1 Eigelb
  • Patty:
  • 1 trockenes Brötchen
  • 120 ml lauwarme Milch
  • 1 Zwiebel
  • 600g Lammhack
  • 2 Eier
  • 100 g Frischkäse
  • 100 g Cheddar
  • 1 rote Chili
  • Salz, Pfeffer
  • Toppings:
  • 1 Avocado
  • 200g Tomaten
  • 1 Zitrone
  • 1 Zitrone
  • 1 EL Öl
  • 4 Landeier
  • 4 Scheiben Cheddar
  • ½ rote Chilischote
  • Knoblauchsprossen
  • Optional BBQ Sauce
Instructions
  1. Bun:
  2. Die Milch mit der Butter in einem Topf erwärmen (nicht kochen!).
  3. Das Mehl in eine Schüssel füllen und eine Mulde hineindrücken. Darin die Hefe hineinbröckeln.
  4. Das warme Butter-Milch-Gemisch über die Hefe gießen und mit dem Knethacken der Küchenmaschine oder Mixgerät auf langsamer Stufe zu einem Vorteig rühren.
  5. Die Schüssel mit einem Küchentuch abdecken und den Vorteig für 10 Minuten gehen lassen.
  6. Ei, Salz und Zucker und Käse zum Vorteig geben und so lange verrühren bis der Teig Blasen wirft und sich vom Schüsselrand löst.
  7. Die Schüssel erneut abdecken und für weitere 25 Minuten gehen lassen.
  8. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180° Umluft vorheizen.
  9. Den Teig mit Bemehlten Händen kräftig durchkneten und in 12 Portionen teilen.
  10. Diese zu Kugeln formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, abdecken und weitere 10 Min ruhen lassen.
  11. Eigelb verquirlen und den Bun damit bepinseln.
  12. Im vorgeheizten Ofen ca. 20 Minuten backen- darauf achten dass sie nicht zu dunkel werden.
  13. Patties:
  14. Das Brötchen würfeln und in der Milch 10 Minuten einweichen und gut ausdrücken.
  15. Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Chilischote entkernen und ebenfalls fein hacken.
  16. Das Hack mit den Zwiebeln, der Chili, Ei, Salz, Pfeffer und Brötchen gut vermischen.
  17. Mit angefeuchteten Händen 4 Kugeln formen und etwas platt drücken. Den Cheddar reiben und mit Frischkäse mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse auf die 4 Portionen aufteilen und in das Lammfleisch drücken. Dann das Hack um den Käse schließen und zu Pattys formen.
  18. Die Pattys für 4-5 Minuten von jeder Seite grillen.
  19. Topping:
  20. Die Avocado entkernen, schälen und in Scheiben oder Würfel schneiden.
  21. Ebenso die Tomaten in Würfel schneiden und mit der Avocado vorsichtig mischen.
  22. Chilischote sehr fein hacken. Die Schale von der Zitrone abreiben.
  23. Die Avocado und die Tomaten mit Salz, Pfeffer, Zitronenabrieb und Chili abschmecken und mit Zitronensaft beträufeln, damit die Avocado nicht braun wird.
  24. Eine Pfanne mit 1 TL Öl erhitzen und 4 Eier zu Spiegeleiern braten.
  25. Den Burger-Bun aufschneiden, Avocado-Salsa auf die Unterseite geben, darauf einen Patty geben und diesen mit einer Scheibe Cheddar belegen (leicht schmelzen lassen).
  26. (Optional BBQ Sauce darüber geben und) ein Spiegelei oben aufsetzen.
  27. Ein paar Knoblauchsprossen darüber geben und den Bundeckel daraufsetzten.

Und noch ein Beziehungs-Tipp von Frau Dr. House:
Mehr miteinander sprechen, statt schreiben!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

*dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Hello Sunday

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Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr Euch mit den folgenden Teilnahmebedingungen einverstanden:

  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es besteht kein Anspruch auf die Auszahlung des Gewinns.
  • Der Gewinner wird nach Ablauf des Gewinnspiels durch das Los bestimmt und per E-Mail informiert.
  • Die erhobenen Daten werden nur zum Zwecke der Zusendung des Gewinns erhoben und nicht weitergegeben oder anderweitig weiterverwendet.
  • Die Teilnahme ist erst ab 18 Jahren möglich

 

Mandel-Beerenkuchen

{…und weil Kuchen und Sex doch etwas miteinander zu tun haben…}

Mandel-Beerenkuchen Titel

Auch wenn meine Freundin meint, dass ich hier nicht „darüber“ schreiben soll…. Ich tue es trotzdem! Mein Blog, meine Regeln, meine Themen….
Aber jetzt mal ganz von Anfang:

Kerstin* (den Namen habe ich der Fairness wegen geändert), eine sehr gute Freundin von mir, führt seit Monaten eine Fernbeziehung.
Wenn sie nicht vor Sehnsucht jammert und mir stundenlang am Telefon die Ohren vollheult, redet sie sich gerne mal ein, dass so eine Entfernung beziehungstechnisch ja auch durchaus von Vorteil sein kann. Man freut sich aufeinander, hat diese kleinen doofen Alltagssorgen nicht, alles ist schön. (Ich korrigiere: alles MUSS schön sein, denn die Zeit von Freitag bis Sonntag ist einfach zu kurz für Blödes). Kerstin lebt also an den Wochenenden in ihrer rosa Blase. Dass man an diesen Tagen keine Nachricht oder einen Anruf von ihr bekommt, daran habe ich mich schon gewöhnt. Der Anruf kommt dann erst am Montag, wenn sich Ihr Kerl wieder kilometerweit entfernt befindet. Das mit den Vorteilen von Fernbeziehungen ist also für alle beteiligten (mich eingeschlossen) immer relativ zu betrachten.

Letzten Dienstag ruft sie mich völlig empört an. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass sie mir wieder die Schmacht-Whats-App von und an Mister Right vorliest. Weit gefehlt…
„Mein Nachbar von oben hat eine neue Freundin!“ bricht es direkt aus ihr heraus.
„Aha!“ mehr fällt mir dazu leider nicht ein.
„Ich konnte mal wieder die ganze Nacht nicht schlafen!“ „Wegen der neuen Freundin Deines Nachbarn?!“ „Ja, wegen der! Diese hysterische Kuh!“ „Hä? Du kennst sie also schon?“
„Seit über einer Woche kenne ich sie besser, als mir lieb ist!“ Kerstin schnauft empört in den Hörer. Ich hasse es, wenn ich in einer Unterhaltung nur Brocken vorgeworfen bekomme und mir den Rest irgendwie selbst zusammenreimen muss. „Kannst Du bitte in vollständigen Sätzen sprechen und mich aufklären, was Dich hier gerade so in Rage bringt?!“
„Nö! Das musst Du selbst erleben! Komm heute Abend zu mir und bring was zum Übernachten mit!“ Da ich nichts vorhabe und ein gemeinsamer Abend eh schon lange mal wieder fällig ist, lasse ich mich also breitschlagen und stehe mit Zahnbürste und Schlafklamotten im Gepäck um 18.30 Uhr vor Kerstins Tür.

Mandel-Beerenkuchen3

„Komm rein, wir haben nicht viel Zeit zum Quatschen! Um 22 Uhr spätestens müssen wir im Bett liegen!“ „Du spinnst doch! Ich dachte wir machen uns einen gemütlichen Abend!“ „Abwarten wie gemütlich der noch wird!“ blafft sie mir entgegen und schiebt mich in die Küche.
„Also was ist denn jetzt mit der neuen Freundin deines Nachbarn?“ „Tanja, Du kannst es Dir nicht vorstellen… Jeden Abend schieben die da über mir eine Nummer! Um Punkt 22 Uhr geht es los. Und dann diese Töne, die sie und er dabei von sich geben. Ich dreh durch!!!“ Kerstin schlägt sich theatralisch die Hände vors Gesicht, während ich mir ein Grinsen nur schwer verkneifen kann. „Freu Dich doch für Deinen Nachbarn…!“ „Freuen? Hallo? Das klingt als ob man zwei pubertierende Affen mit Kokain und Viagra zugeballert hat und einfach abwartet was geschieht! Das kann man nicht mal mehr Sex nennen, was die da treiben!“ Ich fange laut an zu lachen. „Sag mal, kann es sein, dass Du einfach eifersüchtig bist?“ „Pffff… eifersüchtig. Was ein Quatsch! Ich habe mal recherchiert: Der Durschnitts-Deutsche hat ca. 140 Mal Sex pro Jahr. Wenn die da oben so weiter machen schaffen die Ihre Quote in einem Drittel der Zeit!!!“ „Dein Nachbar und seine neue Freundin sind in der Viel-Sex-Phase. Das ist doch normal am Anfang einer Beziehung! Gönn es ihnen doch!“ Ich versuche zu klingen wie eine Waldorflehrerin auf buddhistischem Erleuchtungstrip. „Wenn Du einmal gehört hast, was ich jetzt über eine Woche lang hier jeden Abend mitmachen muss, wirst Du verstehen was ich meine!“

Mandel-Beerenkuchen4

Kerstin schaut auf die Uhr. „Los, wir müssen ins Bad und dann ins Bett!“ scheucht sie mich auf, dass ich gerade noch schnell mein Glas Rotwein herunterstürzen kann und mir noch eine Hand voll Chips in den Mund stopfe.
Um 21.57 Uhr liegen wir nebeneinander im Bett. Jeder in seinem ollen ausgeleierten Schlafshirt, ungeschminkt, auf dem Rücken und die Arme auf der Bettdecke. Keiner sagt etwas. Wir warten einfach.
Es wird 22.02 Uhr. „Die verspäten sich heute!“ merke ich trocken an und überlege mir gerade, wie es wohl für einen Außenstehenden wirken mag, wie wir hier liegen. Gerade schießt mir das Bild von Waldorf und Statler (die zwei Alten vom Balkon aus der Muppetshow) durch den Kopf, als man ein Schnaufen von oben hört.
„Da! Jetzt geht’s los!“ ruft Kerstin aufgeregt und schiebt sich ihr Kissen unter dem Kopf zurecht.
Ein weibliches „OOOOCH“ weht durch die Zimmerdecke zu uns nach unten. Es klingt als ob sie gerade sagen möchte: „Ooooch, schon wieder kein fettarmer Joghurt im Kühlschrank!“ Kurz darauf ein männliches Ächzen, was stark an einen alten Mann erinnert, der sich zu Bücken versucht, um seine Klettverschluss-Schuhe zuzumachen. So ähnlich wie: „UUUUUUHHHH, meine Knie machen auch nicht mehr so mit…“ Das Quietschen der Bettfedern vermischt sich rhythmisch mit den Ooooochs und Uhhhhhs.
Kerstin schaut triumphierend zu mir herüber. „Na, ist DAS nicht scheiße? Sag doch mal! Das klingt doch echt mies!“ Kerstin sitzt mittlerweile aufrecht und mit verschränkten Armen, schmollend im Bett. „Hm… ich sag mal so, SEX, den man nicht selbst hat, klingt irgendwie immer mies!“ denke ich laut. „Da hast Du Recht! Aber es ist doch auch wirklich grauenvoll, wenn man anderen dabei zuhören muss. Das ist wie, wenn man jemanden Kuchen essen sieht, da bekommt man auch gleich Lust selbst welchen zu essen…!“

Mandel-Beerenkuchen 2

Wir sitzen einfach da und lauschen nach oben. Kerstin schüttelt immer mal den Kopf. Ich schäme mich ein wenig über mich und überlege was wohl schlimmer ist: wenn man zugibt Frauentausch im Fernsehen zu schauen oder wenn man gesteht den Nachbarn beim Sex zuzuhören, als sei es das neuste Bestseller-Hörbuch.
Ein lautes abschließendes „Och-Uh“ kommt von oben und dann ist Stille.
„So, jetzt haben wir knapp ne Stunde Zeit, bis es weiter geht…“ sagt Kerstin und grinst mich an. „Lust auf Kuchen?“

(…)

Mandel-Beerenkuchen guten Appetit

Habt Ihr jetzt auch Lust auf….äh…. Kuchen?
Dann gibt’s hier noch schnell das Rezept:

5.0 from 4 reviews
Mandel-Beerenkuchen
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • Für den Mürbeteig:
  • 150 g Mehl
  • 80 g Zucker
  • 80 g Butter
  • 1 Eigelb
  • 1 TL abgeriebene Bio Orangenschale
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL kaltes Wasser
  • Für die Mandelfüllung:
  • 100 g weiche Butter
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 2 TL Mehl
  • 1,5 TL abgeriebene Bio Orangenschale
  • ½ Flasche Bittermandelöl
  • Für das Topping:
  • 300g Doppelrahmfrischkäse
  • 60 g Puderzucker
  • Saft einer Limette
  • 200 g Magerquark
  • gemischte Sommerbeeren nach Wunsch
  • Minze
  • Puderzucker zur Deko
Instructions
  1. Für den Mürbeteig alle Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten.
  2. Diesen dann in die Form drücken und mit Folie abgedeckt eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  3. Die Form nun aus dem Kühlschrank holen, am Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen, mit Backpapier auslegen und mit getrockneten Kichererbsen o.ä. befüllen und den Teig 10 Minuten bei 190 Grad vorbacken.
  4. Die Kichererbsen und das Backpapier entfernen und die Form noch mal für 5 Minuten in den Backofen schieben.
  5. Für die Mandelfüllung die Butter, Zucker und Eier mit dem Handmixer schaumig schlagen.
  6. Danach die restlichen Zutaten vorsichtig unterheben und in den vorgebackenen Mürbeteig füllen. Den Kuchen noch mal für 30 Minuten in den Ofen schieben.
  7. Den Kuchen auskühlen lassen und auf eine Tortenplatte setzten.
  8. Für das Topping den Frischkäse mit dem gesiebten Puderzucker und dem Limettensaft glatt rühren und anschließend den Quark unter den Frischkäse heben.
  9. Alles auf dem ausgekühlten Kuchen verteilen und großzügig mit Beeren belegen.
  10. Eventuell mit Minzblättern ausgarnieren.
  11. Mit Puderzucker bestreut servieren.

 

 

Am Freitag darauf bekam ich dann übrigens diese Nachricht von Kerstin auf mein Handy: „Mister Right ist wieder in der Stadt *freu ! Jetzt zeigen wir denen da oben mal was Lautstärke bedeutet!!! Schönes Wochenende für Dich! *Kuss-Emoji“

Ich muss gestehen, dass mein Bedarf an Kopfkino für die nächste Zeit erst einmal gedeckt ist.

Ich wünsche Euch eine erlebnisreiche Zeit…. *hüstel

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Hotdog nach Art des Houses

(…von Mann und Frau und dem perfekten Samstag)

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Hotdog 12.1

Freitagabend kurz vorm Schlafengehen.
Sie steht im Bad und putzt sich die Zähne, während er sich die Fußnägel über der Badewanne knipst.
„Schaaaahaaaatz?“ kommt es zwischen Zahnbürstenbrummen und Zahnpastaschaum hervor.
„Ja?“  Knips… ein Stück Fußnagel hüpft lustig in die Wanne.
„Können wir morgen so nen gaaaanz gaaaanz tollen Samstag haben?“ Lautstark wird Zahnpasta ins Waschbecken gespuckt.
„Wie meinst Du das?“ Er hält kurz mit seiner Pediküre inne und schaut misstrauisch zu ihr herüber.
„Na, mal so einen gaaaaanz gaaanz enstpannten Tag eben. Ohne Pläne. Nur Du und ich.“
„Hm…“
„Och bittttöööööö…“ Sie blinzelt zu ihm herüber und sieht dabei aus, als hätte ein Vogel sein Nest auf Ihrem Kopf errichtet. Ihre Haare sind zu einem Berg mitten auf dem Kopf aufgetürmt und mit einem Haargummi fixiert.
„Wir könnten zum Beispiel im Bett frühstücken.“
„Och nöööö…!“ Er puhlt sich einen Sockenfussel zwischen den Zehen hervor.

Hotdog 6.1

„Warum nicht?“ „Ich kann im Bett nicht essen!“ Der Sockenfussel segelt langsam auf den Badvorleger. „Ach aber das ist doch total gemütlich! Wir trinken Kaffee, essen Croissants, kuscheln uns unter die Decke…“ „Croissants im Bett? Geht’s noch?!“ Er blickt kurz von seinen Füßen auf.  „Was ist an Croissants bitte falsch?“ Ihre Stimme bekommt einen leicht schrillen Ton. „Hast Du Dich mal gesehen, wenn Du Croissants isst? Und ich spreche davon, wenn Du sie am Tisch isst…!“ „Also entschuldige mal bitte…! Was willst Du mir denn damit sagen?“ „Damit möchte ich Dir sagen, dass danach nahezu die Hälfte des Croissants überall in der Küche rumfliegt.“ „Croissanst krümeln nun mal, wenn man hineinbeißt.!“ „Aha!“ Knips. Energisch wird ein weiteres Stück Nagel vom Fußzeh getrennt. „Siehst Du, genau das meine ich… Ich hasse Krümel im Bett!“ „Och Schaaaaaaatz…!“ Sie küsst ihn mit Zahnpasta verschmierten Mund in den Nacken.

„Oder wir fahren zum Möbel-Schweden. Ich finde nämlich, dass wir unser Schlafzimmer mal ein wenig optimieren könnten.“ Dabei wischt sie mit einem Wattebausch über Ihre Augen und verteilt einen schwarzen Schatten Wimperntusche um Ihre Lieder. „Wolltest Du nicht einen gaaaaaanz gaaaaaanz tollen Tag ohne Pläne machen?“ äfft er sie nach. „Das IST doch toll!“ Sie blickt ihn verständnislos aus Marylin Manson ähnlichen Augen an. „Du findest es toll mit hunderten von Menschen, inklusive Kinderwagen mit schreienden Babys und zeternden Kleinkindern, die alle keine Idee haben wie sie ihren Samstagvormittag verbringen sollen durch den Möbel-Schweden zu rennen? Das nennst Du einen gaaaaanz gaaaaanz tollen Samstag?“ Er schnauft und knipst sich dabei unachtsam ein Stück Haut vom kleinen Fußzeh, was einen Schwall unschöner Flüche und einbeiniges hüpfen durchs Bad mit sich bringt.

„Schatz, aber da gibt es doch auch immer diese leckeren Hotdogs. Die magst Du doch so gerne…“ „Ich habe mir gerade fast den kleinen Zeh amputiert und Du sprichst von Hotdogs. Du hast heute wieder ein Mitgefühl wie ein alter Käse!“ Konstantes Wimmer schallt durch das Badezimmer. Sie rennt zum Verbandskasten und klebt liebevoll ein Pflaster auf die Stelle, auf der sich ein winzig kleiner roter Blutstropfen zeigt. Leicht besänftigt lenkt er ein: „Ok. Wir machen morgen etwas gaaaaanz gaaaaanz Schönes. Aber die Nummer mit dem Möbelhaus kannst Du vergessen!“

Hotdog 9.1

Sie schaut ihn schmollend an. „Findest Du nicht, dass unser Schlafzimmer eine Schönheitskur benötigt?“ Sie zwirbelt eine Haarsträhne um ihren Zeigefinger und schaut Ihn mit großen Kulleraugen an. „Wieso? Wir haben ein Bett, jeder ein Kissen, eine Bettdecke. Der Fernseher funktioniert, so dass wir sogar Bundesligaspiele vom Bett aus sehen können… was fehlt denn?“ „Schaaaaaaaaatz!!! Atmospäre! Ich möchte mehr Atmosphäre im Schlafzimmer! „Keine Räucherstäbchen oder so einen Scheiß!!! Davon wird mir schlecht!“ „Nein, aber vielleicht ein paar neue Kissen, eine neue Farbe an der Wand. Und sich einfach ein paar Inspirationen holen…“ „Samstags, beim Schweden?“ „Ja, und im Anschluss ein Hotdog….und danach hübschen wir das Schlafzimmer auf… und danach…“ Er fällt ihr ins Wort: „Und danach gibt’s Fußball! Das ist ein ganz entscheidendes Spiel!! Es geht um den Abstieg …!“ Er schaut sie ernst an und hat beim Wort „Abstieg“ den Zeigefinger drohend erhoben. „Ein bisschen mehr Romantik fände ich schon toll!“ antwortet sie leicht pikiert. „Wenn meine Lieblingsmannschaft kurz vorm Abstieg ist, hört es leider mit Romantik auf!“  Sie schmollt und verschränkt beleidigt die Arme vor der Brust. Schweigen. Er befreit mittlerweile seine Fußsohlen von Hornhaut und ein schabendes Geräusch klingt durch das Badezimmer.

Hotdog 11.1

„Ok, Liebling. Wir machen einen Kompromiss… Wir bleiben morgen fast den ganzen Tag im Bett. Wir schauen Fußball, in der Halbzeit recherchieren wir im Internet nach tollen Schlafzimmer-Ideen und vorher machst Du uns Deine weltberühmten Hotdogs und die essen wir wegen mir auch im Bett- die krümeln zumindest nicht! Kein Mensch muss samstags zum Möbel-Schweden!“ Erwartungsvoll schaut er von seinen Fußsohlen zu ihr auf. „Hm…“, brummt sie „Okeeeee…. aber ich trinke morgen meinen Kaffee im Bett, Du gehst in der Zwischenzeit alles für die Hotdogs einkaufen und ich schaue schon mal auf auf homify was es da für Ideen zum Thema Schlafzimmer gibt!“ „Aber, wenn Du Kaffee im Bett verschüttest, dann bitte ausschließlich auf Deiner Seite!!!“ Sie rollt die Augen. „Kaffee verschütte ich auf meiner Seite, die Krümel verteile ich auf Deiner Seite.  Kompromiss?“ (…)

Hier ist das Rezept vom krümelfreien Hotdog:

5.0 from 3 reviews
Hotdog nach Art des Houses
 
Author:
Serves: 9
Ingredients
  • Hotdog-Brötchen:
  • 500 g Mehl
  • 240 ml lauwarme Milch
  • 60 ml Öl
  • 1 Ei
  • 1 Eck Trockenhefe
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • Milch zum Bestreichen
  • Hotdog-Sauce:
  • 125 g Mayonnaise (gerne selbstgemacht)
  • 2 EL gehackte Kapern
  • 1 gehackte Zwiebel
  • 1 EL Zitronensaft
  • Curry
  • Kräutersenf
  • 1 Glas gehackte Mixed Pickles
  • Salz, Zucker, Pfeffer
  • Zum Belegen:
  • Warmes Sauerkraut
  • Salat
  • Warme Wurst nach Gusto (ich hatte Geflügel-Wiener)
Instructions
  1. Hotdog-Brötchen:
  2. Mehl in eine Schüssel geben und mit der Trockenhefe, dem Salz und dem Zucker mischen.
  3. Das Ei, Öl und die lauwarme Milch hinzufügen und zu einem glatten Teig (bis er glänzt) verarbeiten.
  4. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich vergrößert hat.
  5. Danach den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kräftig durchkneten und in 9 gleich große Stücke teilen. Aus diesen Stücken jeweils eine 15 cm lange Rolle formen und auf einem mit Backpapier belegten Backblech 1 cm flachdrücken.
  6. Noch mal ca. 20-30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  7. Dünn mit Milch bestreichen und im vorgeheizten Backofen bei 175°C Umluft ca. 15 Minuten auf mittlerer Schiene backen.
  8. Hotdog-Sauce:
  9. Alle Zutaten mischen und kräftig abschmecken. Evtl. mit Sahne verfeinern.
  10. Alle Zutaten zum Belegen im Brötchen schichten und herzhaft hineinbeissen. :)

(das Sauerkraut wurde übrigens von einem tollen Menschen selbstgemacht, wenn jemand wissen möchte wie das geht, leite ich gerne die Anfrage weiter)

Kaffee im Bett1.1

 

Ich wünsche Euch allen ein entspanntes und kuscheliges Wochenende. Ich stöbere noch ein bisschen bei Homify, auch wenn ich mein Schlafzimmer sehr gemütlich finde. Inspirationen kann man sich aber dennoch holen!

Macht es Euch gemütlich!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung von Homify.

Lachsburger mit grünem Spargel

{..das Leben ist nun mal so…}

Salmon-Burger 1.1

Es gibt einfach so Tage, da ist die Welt nicht in Ordnung. Man rennt auf der Straße umher und sucht vergebens die rosa Elefanten, die wie Federn lustig und leicht durch die Lüfte schweben. Sie stehen nicht mal am Straßenrand und wollen per Anhalter mitgenommen werden. Ja, solche Tage gibt es. Das Leben ist nun mal so….
Wenn man dann noch ganz blöd sein Auto crasht, weil man für einen kurzen Augenblick darauf bedacht war, seine Handtasche vor dem Sturz in den Abgrund des Beifahrer-Fußraumes zu retten, wünscht man sich die Rückspultaste, wie damals beim Kassettenrekorder, wenn sich die Stimme von Justus Jonas so lustig piepsig mit dem schnarrenden Geräusch des Rückspulvorgangs vermischte. Kassettenrekorder hat man nicht mehr. Das Leben ist nun mal so…
Keine Lösung ist auf jeden Fall daraufhin seinen Gram in Rotwein zu ertränken! Zugegeben- es ist aber eine Möglichkeit! (Deshalb aber noch lange keine Lösung!) Möglichkeiten sind jedoch dazu da ergriffen zu werden. Habe ich getan. Gestern. Heute weiß ich, dass ich besser nach alterativen Möglichkeiten hätte suchen sollen. Habe ich aber nicht. Das Leben ist nun mal so…
Dank der falschen Möglichkeits-Wahl endete meine Nacht auf der Couch. Meine Rücken ist heute davon so begeistert, dass er beschlossen hat mir zum Dank mit lustigen kleinen Schmerzstichen den Tag zu versüßen. Ich mag meinen Rücken, wenn er sich so in den Vordergrund spielt ……………………………….NICHT!………………………………….
Das Leben ist nun mal so….

Salmon-Burger 2.1
Die Nacht hat aber leider nicht nur Spuren im Rücken, sondern auch im Gesicht hinterlassen. Ja ja, ab einem gewissen Alter verzeiht einem die Epidermis eben keine Ausflüge mehr ins Land des übermäßigen Rotweins, bzw. einer gefühlten 1 Meter hohen Couch-Armlehne, auf der der Kopf mit Kinn auf Brust für viele Stunden verharrte. Von dem kleinen angetrockneten Rinnsal, der sich Dank dieser unschönen Schlafposition den Weg von meinem linken Mundwinkel in Richtung Hals gebahnt hat, mal ganz abgesehen. Das Leben ist nun mal so….

Um Punkt 6:30 Uhr lasse ich hunderte von Litern dampfendes heißes Wasser in meine Badewanne laufen, während ich mir einen Milchkaffee zubereite und die Tasse mit der perfekten Milchschaumkrone, nebst zwei Klatschzeitschriften, auf den Wannenrand stelle. Um genau 6:45 Uhr verbrennt sich mein rechter dicker Fußzeh als Erstes am viel zu heißen Badewasser. Die anderen 9 Zehen folgen ihm todesmutig und der Rest meines geschädigten Körpers ebenfalls. Einen kurzen Moment lang fühle ich mich wie ein Ei das pochiert wird, aber ich harre tapfer aus. Das Leben ist nun mal so…
Eine dicke Schicht Anti-Agin-Maske findet den Weg auf mein Gesicht und ich schließe die Augen. Allein der Gedanke an die Glättung meiner Gesichtszüge und meiner Augenpartie lassen mich langsam anfangen zu entspannen. Da zieht der Duft des Kaffees in meine Nase und ich taste mich blind mit der rechten Hand am Wannenrand entlang. (Den Zusatz auf der Gesichtsmaske „Augenpartie aussparen“ habe ich schlichtweg überlesen…) Ein lautes Klirren und das unschöne Geräusch von zerspringendem Porzellan hallt durch mein Badezimmer. Muss ich mehr sagen? Das Leben ist nun mal so…

Salmon-Burger 5.1
Aber nur weil das Leben nun mal so ist, heißt das noch lange nicht, dass man schulterzuckend alles hinnehmen muss, was einem das Leben so bietet (oder vielleicht auch nicht bietet).
Und deshalb gilt: Macht was! Oftmals reicht ja schon ein kräftiger Tritt in den Hintern, den man sich durchaus auch mal selbst geben kann! Oder vielleicht eine Tasse perfekten Milchkaffees, die beim Zerscheppern das Bad mit hellbrauner Flüssigkeit, gespickt mit hübschen Milchkrönchen, flutet.
Und soll ich Euch etwas sagen? Genau zu diesem Zeitpunkt habe ich imaginär meinen Mittelfinger gezückt und beschlossen nicht mehr rum zu jammern! Hilft ja auch nix! Aber Essen hilft immer… und Essen zubereiten sowieso. Zumindest mir.
Naja und da 8 Jahre katholische Mädchenschule (ja Ihr habt richtig gehört!) nicht spurlos an mir vorübergegangen sind, wird es heute an diesem Karfreitag kein Fleisch und keine Wurst im House geben. Ich würde nicht mal Tofuwurst kredenzen, wobei ich das auch außerhalb von Karfreitagen nicht tun würde.
Also gibt es heute ganz klassisch Fisch. Und weil ich noch ein wenig über das Leben nachdenken muss, brauche ich eine Zubereitungsart, die so kontemplativ ist, dass ich nachdenken kann. Könnte ich angeln, würde ich mich jetzt im Nieselregen ans Meer setzen. Blöd nur, dass ich keine Angel habe. Noch blöder, dass ich kein Meer vor der Tür habe. Das Leben ist nun mal so… Ach nein, das wollten ich ja nicht mehr sagen!
Also kurz und gut. Ich habe erst mal angefangen kleine Brötchen zu backen. Und das nicht nur sinngemäß, sondern ganz in Echt. Um genau zu sein: Hamburgerbrötchen. Und alleine das Zusehen, wie sich der Knethaken meiner Küchenmaschine langsam und stetig durch den Teig arbeitet, lässt meinen Kopf rattern. Die ersten guten Ideen schießen hinein. Wahrscheinlich habe ich noch nie so lange kleine Brötchen geformt und Teig liebevoll in meinen Händen gestreichelt, gewartet bis der Teig aufgegangen ist und ihn dann bedächtig mit Sesam und Schwarzkümmel bestreut. Ich sage Euch, das hilft!!! Von der Zubereitung der Mayonnaise möchte ich jetzt gar nicht sprechen. Und mit der Beobachtung des Bratvorgangs meiner Lachsfilets, während das Bratfett sich in Form von lustigen kleinen Spritzern auf meinem Kochfeld verteilt, möchte ich Euch auch gar nicht langweilen. Ihr denkt jetzt bestimmt: „Die Gute hat sie doch nicht alle!!!“ Doch hat sie- und es geht Ihr hervorragend.
Also, macht Euch selbst einen Therapie-Lachsburger. Egal ob das Leben so ist. Egal was das Leben so bringt.
Ich kann Euch nur eines verraten: Gestern und heute haben mir so viele Ideen und Erkenntnisse eingebracht, wie schon lange nicht mehr.
Das Leben ist nun mal so! Und das ist auch gut so!

Salmon-Burger 6.1

Hier ist das Rezept zum Therapie-Lachs-Burger:

5.0 from 2 reviews
Lachsburger mit grünem Spargel
 
Author:
Serves: 6
Ingredients
  • Burger-Buns :
  • 400 g Mehl
  • 8 g Hefe
  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 8 g Salz
  • 1 Eigelb
  • Sesam und Schwarzkümmel

  • Mayonnaise:
  • 1 Eigelb+1 gehäufter EL Senf
  • 200 ml Pflanzenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 1 EL Weinessig
  • 1-2 EL groben Senf

  • Belag:
  • 300 g Lachsfilet ohne Haut aus dem Mittelstück
  • 200 g grüner Thaispargel
  • 1 Bd. Rucolasalat
  • Salz und Pfeffer
  • Pflanzenöl
Instructions
  1. Burger-Buns:
  2. Alle zutaten bis auf Sesam und Schwarzkümmel in einer Rührschüssel vermengen und mit dem Knethaken auf kleinster Stufe für ca 5 Min kneten. Dann die Geschwindigkeit nach und nach erhöhen und 8-10 Min weiterkneten.
  3. Aus dem Teig 6 kleine Brötchen formen. Das Eigelb mit etwas Wasser vermischen und die Brötchen damit bestreichen. Jetzt nach Belieben mit Sesam und Schwarzkümmel bestreuen.
  4. Nun müssen die geformten Brötchen ca 30-45 Min bei Zimmertemperatur gehen und werden anschließend im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad ca 15-20 Minuten gebacken.

  5. Mayonnaise:
  6. Eigelb und Senf in einer Schüssel verrühren.
  7. Jetzt das Öl langsam in dünnem Strahl dazu gießen und mit dem Schneebesen kräftig verschlagen. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Schluss den Weißweinessig und den groben Senf unterrühren.

  8. Belag:
  9. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das mit Pfeffer und Salz gewürzte Lachsfilet von beiden Seiten anbraten.
  10. Den Thaispargel für 1 Min blanchieren und dann in kaltem Eiswasser abschrecken.
  11. Den Rucola waschen und in mundgerechte Größe zerteilen.
  12. Jetzt die Burgerbuns in der Mitte aufschneiden und dünn mit der Mayonnaise bestreichen.
  13. Anschließend mit Rucola und Spargel belegen.
  14. Den Lachs grob zerteilen und auf dem Spargel verteilen. Mit Mayonnaise toppen, evtl mit Pfeffer aus der Mühle nachwürzen und den Deckel des Burgerbrötchens darauf legen.

Ich wünsche Euch einen schönen Karfreitag, genießt was der Tag für Euch bereithält und denkt daran:

Wo es Schatten gibt, muss auch Licht sein!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Schokokuchen vs. Schock-Oh-Kuchen

{… oder warum frisch gebackener Schokoladenkuchen das beste Raumdeo gegen müffelnde Teenager ist…}

Schokoladenkuchen2.1

Als Michaela am letzten Freitagmittag vom Arbeiten nach Hause kam, versuchte sie die Haustür aufzuschieben und scheiterte. Erst nachdem sie, bepackt mit zwei vollen Einkaufstüten, einer Laptoptasche und einem Ordner unter dem Arm, unsanft mit ihrem rechten Fuß gegen die Tür trat, schob diese sich langsam auf. Der Grund für die Türblockade war eine cognacfarbene Kunstleder-Umhängetasche und ein paar ehemals weiße Markenturnschuhe, die jemand achtlos direkt hinter der Eingangstür ausgezogen und an Ort und Stelle liegen gelassen hat. Michaela zwängte sich durch den engen Türspalt und wuchtete ihre Tüten und den Rest in den Flur.

Hinter einer der vielen Türen, die von dem Flur abgingen, vernahm sie dumpfe wummernde Geräusche und eine junge Mädchenstimme, die in schrägen Tönen englisch sang. „Hannah, mir stinkt das ganz gewaltig…“ Sie öffnete die Tür und prallte zurück. Der Anblick des Grauens bot sich ihr, als sie in den Raum blickte. Der Boden war übersät von nahezu dem gesamten Inhalt des Kleiderschranks. Dazwischen halbleere Joghurtbecher, beschriebene Zettel, leere Getränkedosen und Chipstüten. Mit offenem Mund stand sie da und starrte ungläubig in das Zimmer, das gestern noch in einem durchaus betretbaren Zustand war. Ein säuerlicher Geruch nach vergorener Milch und Müll, gemischt mit süßem Parfum lag in der Luft. Hannah, ihre 15 jährige Tochter, stand mit einem sehr knappen T-shirt bekleidet vor dem großen Spiegel, mit einem Fuß auf einem von Michaelas Pullovern, den sie schon seit einer Woche vergebens suchte und kämmte sich die langen braunen Haare.

Schokoladenkuchen3.1

„Oh, hallo Mum!“ rief Hannah gegen die Musik an und bürstete seelenruhig ihre lange Mähne weiter. Michaela rang nach Luft. „Bevor Du Dich jetzt wieder aufregst, wie es hier aussieht… Ich räume nachher auf. Ich treffe mich nur kurz mit Lisa und Nick. So um acht bin ich dann zurück. Übrigens, ich brauche neue Unterwäsche! Kannst Du mir morgen Geld geben?“ Mit einer dicken Schicht Wimperntusche wurden noch schnell die Augen umrahmt und schon griff Hannah nach ihrer Jacke irgendwo in dem Haufen auf dem Boden und wollte an ihrer Mutter in der Tür vorbei. „Ne ne Fräulein, sooo nicht!“ presste Michaela hervor. Auf ihrer Stirn zeichnete sich schon wieder diese scheußliche Ader ab, die immer zum Vorschein kam wenn sie sich ärgerte oder aufgeregt war. „Hannah wir müssen reden!“ „Nachher Mum!“ Und schon quetschte sich das Mädchen an ihrer Mutter vorbei, machte einen großen Schritt über die immer noch im Flur liegende Tasche und Turnschuhe und verließ mit wehendem Haar die Wohnung. Michaela lehnte an der Wand im Flur und versuchte Ihre Wut weg zu atmen. Das einzige was sie atmete war der süßliche Geruch von billigem Parfum, der noch immer in der Luft hing.

Kurz darauf klingelte es Sturm an der Tür. Michaela öffnete die Tür und Simon, ihr mit unzähligen Pickeln übersäter 13 Jahre alter Sohn stand ihr mit seinen knapp 1,90 Meter gegenüber. „Sorry Mum, ich hab meinen Schlüssel vergessen – und ich muss aufs Klo!“ Während er diesen kurzen Satz hervorpresste, wechselte er dabei zweimal die Tonlage. Ein grauer Rucksack flog in den Flur, eine Sweatshirtjacke hinterher und der Junge verschwand im Badezimmer ohne sich zu bemühen die Tür zu schließen. „Was gibt’s zu essen?“ Die Frage ging in unschönen Toilettengeräuschen unter. Als Simon in die Küche kam und an seiner Mutter vorbeischlurfte, zog ein penetranter Schweißgeruch, der stark an Zwiebeln erinnerte, hinter ihm her. Der Junge ließ sich auf einen Stuhl fallen und räkelte sich ausgiebig mit in die Luft gestreckten Armen. Der Zwiebelgeruch verstärkte sich. „Was gibt’s denn jetzt heute zu essen?“ „Zwiebelkuchen!“ „Iiiiiihhhhh! Mum, ich hasse Zwiebeln!“ „Ich weiß!“ „Und warum tust Du mir das dann an?“ „Warum tust DU mir das an, Simon?“ „Hä?“ „Simon, Du musst mal duschen gehen!“ Michaela stand auf und öffnete das Küchenfenster. „Ich hab heute Morgen geduscht!“ empörte er sich. „Dann geh bitte nochmal! In deinem Alter ist es eben so, dass man häufiger duschen muss…“ „Zu viel Wasser schadet der Haut, hat mein Biolehrer gesagt. Wegen dem HP-Wert!“ „PH-Wert!“ „Ach egal, auf jeden Fall ises nicht gesund! Und außerdem liegen meine Haare gerade so gut! Wenn ich jetzt dusche, ist wieder alles für den Arsch!“

Schokoladenkuchen4.1

Michaela stand wortlos auf und öffnete nacheinander alle vorhandenen Fenster, nebst Haustür, in der Wohnung. Ein kalter Wind wehte durch die Räume. „Willst Du dass ich erfriere?“ Simon holte einen Schal aus seinem Zimmer. „Willst Du, dass ich ersticke?“, war die Antwort seiner Mutter darauf. „Simon, geh bitte duschen! J E T Z T !!!“

Mürrisch verzog er sich ins Badezimmer. Natürlich nicht ohne auf dem Weg einen ganzen Schwall der verschiedensten F-Wörter und sonstigen unschönen Dingen von sich zu geben.

Im Badezimmer setzte er sich erstmal ganz bequem angezogen auf die Toilette und blätterte ein wenig in einer der Autozeitschriften seines Vaters, die stapelweise neben der Toilettenschüssel lagen. Nach drei Minuten stellte er in der Dusche das Wasser an und ließ sich wieder auf dem Toilettendeckel nieder, während Liter um Liter Wasser den Weg in den Duschabfluss suchten. Nach weiteren 5 Minuten hatte er das Gefühl das Wasser wieder abstellen zu können, um kurz darauf einen Sprühstrahl aus der Deodorantdose laut zischend unter seinen Achseln zu verteilen. Zufrieden schnupperte er an sich, prüfte kurz den Sitz seiner Frisur im Spiegel und warf anschließend achtlos ein zerknülltes Badetuch vor die Dusche auf dem Boden, damit alles authentisch wirkte. „Frisch geduscht“ betrat er die Küche. Michaela verstaute unterdessen die Einkäufe in den Schränken. „Fertig! Hier riech!“ Und schon presste Simon seiner Mutter seine Achsel dicht vor die Nase. Ein undefinierbares Geruchsgemisch aus verschwitzem T-Shirt, Deo und Waschmittel brannte sich in ihre Nase ein. Kurz musste sie ihren Würgereflex unterdrücken. „Du hast doch niemals geduscht!“ „Aber klar habe ich geduscht! Haste doch gerochen, oder?“ „Was ich da gerade gerochen habe möchte ich nicht laut aussprechen mein lieber Sohn! Eigentlich bräuchte ich jetzt nämlich eine Nasendusche, um diesen Geruch jemals wieder aus meinen Nasenflügeln zu verbannen! Aber bitte- Du musst ja stinkend herum laufen. Und soll ich Dir noch was sagen? Mir stinkt’s auch! Und zwar ganz gewaltig! Mittagessen fällt aus wegen Appetitlosigkeit durch Geruchsbelästigung! Ich brauche frische Luft!“

Schokoladenkuchen

Michaela verließ wutenbrannt die Wohnung und verbrachte die nächsten drei Stunden bei ihrer Nachbarin, die kinder- und mannlos in einer klinisch aufgeräumten Wohnung eine Etage über ihr wohnte. Hier roch es nach nichts, außer nach teuren Möbeln und man musste niemals über Schuhe am Boden steigen, denn die wurden feinsäuberlich aufgereiht, wie in einem Showroom in einem Regal im Flur präsentiert. Eine Oase der Ruhe für Augen und Sinne sozusagen.

Nach 3 Stunden sehnte sie sich aber doch irgendwie nach ihrem stinkenden Chaos und stieg die Treppe zu ihrer Wohnung hinab und machte sich auf einen weiteren Schock gefasst, der sie vermutlich hinter der Tür erwartete. Michaela schloss die Tür auf und Schock- nein kein Schock! Ein „Oh“ entwich ihr. „Oh-Kuchen!“ Durch Ihre Nase zog ein herrlicher Duft nach selbstgebackenem Kuchen und nach dunkler Schokolade. Keine Spur von Gestank. Dann fiel ihr auf, dass sich die Haustür auch ganz einfach öffnen ließ und keine Schuhe, Taschen, Jacken oder sonstiges auf dem Boden lagen.

Vorsichtig öffnete sie Hannahs Zimmertür. Wie von Zauberhand war das Chaos verschwunden, Zettel lagen geordnet auf dem Schreibtisch, Klamotten waren ordentlich gefaltet im Schrank und auch der saure, modrige Geruch war verschwunden. Ungläubig betrat Michaela die Küche. Am Küchentisch saßen ihre beiden Kinder. Simon in einem frischen T-Shirt und neuer Frisur, Hannah ungeschminkt und in Jogginghose. Beide strichen einträchtig dicke Ganache auf einen perfekten Schokoladenkuchen vor dem ein kleiner Zettel mit >>SORRY MUM<< lag.
(…)

Auch wenn dieser Zustand von Ordnung, Friede und wohlriechendem Raumklima wohl nur eine kurze Momentaufnahme war, Schokokuchen ist und bleibt trotzdem der beste Raumduft der Welt. Das funktioniert übrigens nicht nur bei müffelnden Teenagern, sondern auch bei nassen Hunden, vollen Babywindeln und getragenen Sportsocken….

Und wenn Ihr auch mal ganz spontan Euren Raum-Mief (weshalb auch immer) bekämpfen müsst, kommt hier das beste Schokoladenkuchenrezept dafür:

5.0 from 2 reviews
Schokokuchen vs. Schock-Oh-Kuchen
 
Author:
Ingredients
  • Kuchen:
  • 250 g Zucker
  • 2 Eier Gr. M
  • 130 g Vanillejoghurt
  • 120 ml Milch
  • 200 g Mehl
  • 50 g Backkakao
  • 2 TL Backpulver
  • Mark einer Vanilleschote
  • 120 g Zartbitterschokolade
  • 125 g Butter
  • 200 g backfeste Schokotropfen
  • Ganache:
  • 250 g gehackte Zartbitterschokolade
  • 230 ml Sahne
  • Himbeeren optional
Instructions
  1. Zucker und Eier schaumig schlagen.
  2. Dann nacheinander Joghurt, Milch Mehl, Backpulver, Mark der Vanilleschote und den Backkakao dazu geben und verrühren.
  3. Die Schokolade in der Butter schmelzen und unter den Teig rühren.
  4. Zum Schluss die Schokotröpfchen unterheben.
  5. Den Teig in eine gefettete Kastenform geben und bei 180 Grad 50-60 Minuten backen.
  6. Kurz vor Ende der Backzeit die Stäbchenprobe machen.
  7. Den Kuchen in der Form auskühlen lassen und danach auf ein Kuchengitter stürzen.
  8. Für die Ganache die Schokolade in kleine Stücke brechen.
  9. Die Sahne erhitzen und über die Schokolade gießen.
  10. So lange rühren, bis sich die Schokolade in der Sahne aufgelöst hat.
  11. Den Kuchen mit der Ganache bestreichen und nach Belieben mit Himbeeren ausdekorieren.

Schokoladenkuchen

Ich hoffe Ihr verzeiht mir den kurzen Ausflug in die Welt der Pubertierenden, mitsamt deren Gerüchen… (Übrigens: Alle in diesem Post geschilderten Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.)

Habt einen duften Sonntag

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Vegane Pilzpfanne mit Naanbrot

{…Leben am Limit oder die Sache mit den Pilzen…}

Pilzpfanne2.1

Was ein schöner Morgen heute im Taunus… Allerdings fing dieser Morgen bei mir alles andere als schön an, denn alles was in meinem Kopf so zu spüren war, waren tierisch schöne Kopfschmerzen.

(Lieber Rotwein von gestern Abend, ich danke Dir recht herzlich für Deine wunderbare Gesellschaft. Du hast mir den Abend versüßt und mir ein wunderbar warmes Gefühl in Bauch und Kopf gezaubert. Aber hatte ich Dir nicht gesagt, dass ich mit keinem am nächsten Tag frühstücke, wenn wir einen Abend/Nacht verbracht haben? Hallo? Du bist immer noch da… Verschwinde!)

Um den etwas anhänglichen Rotwein wieder los zu werden, habe ich beschlossen mich in meine Gummistiefel zu werfen und einen ausgedehnten Waldspaziergang zu machen. Frische Luft mag der Rotwein in meinem Kopf nämlich gar nicht. Und was gibt es Besseres als an einem Herbsttag durch die bunten Blätter zu laufen und den Duft von feuchtem Waldboden zu atmen?

Das blöde an einem Rotwein-Date ist ja, dass sich am nächsten Morgen nach kurzer Zeit nicht nur der Kopf beschwert, sondern auch der Magen ein ganz merkwürdiges Eigenleben entwickelt. Den Geräuschen nach zu urteilen, lachte er sich glucksend über meine Blödheit weg, auf den charmanten Rotwein hereinreingefallen zu sein und stellte laut gurgelnd Ansprüche auf Nahrung. Und das alles mitten im Wald. Schöner Herbstwald hin oder her. Hunger! Jetzt! Na toll! Danke lieber Körper- ich habe verstanden was Du mir mitteilen willst! Rotwein ist in nächster Zeit aus im House.

Pilzpfanne1.1

Half mir aber natürlich nicht unbedingt weiter. Falls Ihr jetzt denkt, ich habe ganz neandertalerhaft Ameisen von Stöckchen gelutscht oder den Eichhörnchen die Nüsse ausgebuddelt und weggefuttert… Nein! Das habe ich natürlich nicht. Wobei die Idee mit den Nüssen gar nicht so schlecht wäre, im Zeitalter von der modernen Paleo-Bewegung…

Naanbrot1.1

Mein Blick fiel vielmehr auf die vielen Pilze, die sich hier auf dem Waldboden in kleinen Grüppchen so lustig zusammengestellt haben. Pilze in allen Farben und Formen. Ich weiß ja nicht wie weit Ihr Euch mit Pilzen und deren Verträglichkeit auskennt…Ich für meinen Teil gehe ausschließlich im Supermarkt oder beim Gemüsehändler Pilze sammeln. Da kenne ich mich aus. Da hat jeder Pilz ein eigenes kleines Namensschildchen und ich weiß, dass ich den nächsten Morgen noch erlebe, wenn ich davon gegessen habe.

Aber es gab durchaus auch Begebenheiten in meinem Leben, da habe ich am Aufwachen am nächsten Tag ein wenig gezweifelt…

Pilzpfanne4.1

Ich weiß noch genau, wie mich vor einigen Jahren die Oma einer Freundin zum Mittagessen eingeladen und für mich Gulasch gekocht hat. So ein richtiges Super-Oma-Wie-Von-Früher-Gulasch. Herrlich! Und als ich dann die erste köstlich gefüllte Gabel im Mund stecken hatte, sagte die Oma mit freudig geröteten Bäckchen: „Ach Tanja, das war heute so schön auf dem Friedhof. Genau neben dem Grab meines Mannes wachsen ganz viele Pilze. Die habe ich mit in das Gulasch reingeschnitten.“ Schluck… Das Gulasch hing mir in großen Brocken im Hals und wollte weder nach oben noch nach unten flutschen. Unter einem heftigen Hustenreiz, fragte ich sie, ob sie sich denn mit Pilzen auskenne. Die Antwort war schockierend: „Früher schon, als meine Augen noch gut waren. Aber man riecht doch ob ein Pilz genießbar ist oder nicht…“ Peng. Damit war ich eigentlich satt. Aber was bitte macht man, wenn eine kleine süße schrumpelige Omi vor einem an einem alten Küchentisch sitzt und sich so sehr darüber freut, mal wieder für jemanden kochen zu dürfen und beim Essen Gesellschaft zu haben. Man betet kurz, isst tapfer weiter und versucht die Pilze auszusortieren, mit der Begründung, dass man nicht so der Pilzfreund sei. Was natürlich nicht der Wahrheit entspricht. Aber man wird mir diese kleine Notlüge verzeihen. Ich sage Euch, manchmal kann man den Hashtag #lebenamlimt schneller schreiben, als man denkt. Aber zum Glück habe ich das Mittagessen überlebt und kann Euch deshalb heute diese wunderbar herbstliche Pilzpfanne zeigen. Der Clou an dem ganzen Gericht ist das warme Naanbrot, was es dazu gab. Ihr müsst das unbedingt ausprobieren…unbedingt! Und wer sich mit Pilzen auskennt, nimmt natürlich die, die in der freien Natur und nicht im Supermarkt wachsen.

Naanbrot2.1

Ich hätte ja auch gerne Ahnung von Pilzen, aber mehr als Fußpilz erkenne ich leider nicht. Naja ok. Einen Fliegenpilz gerade noch, aber dann verließen sie sie. Ist wahrscheinlich auch besser so, bevor ich oder die, die mit mir essen, nachher da liegen, wo die Omis leichtgläubig kleine Pilze fürs Gulasch sammeln und nebenbei das Grabbouquet neu arrangieren.

Woher auch immer Ihr Eure Pilze nehmt (Fußpilz würde ich übrigens nicht empfehlen, der hinterlässt immer so eine pelzigen Geschmack auf der Zunge *grins), hier findet Ihr das wirklich sehr schnell gemachte Rezept für die Pilzpfanne:

Pilzpfanne Rezept

5.0 from 5 reviews
Pilzpfanne
 
Author:
Serves: 2
Ingredients
  • 300 g gemischte Pilze
  • 5 Frühlingszwiebeln
  • ¼ Chinakohl
  • 3 EL Öl
  • 1 Knoblauchzehe gepress
  • ½ Bund Petersilie
  • Salz und Pffer
Instructions
  1. Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
  2. Frühlingszwiebeln waschen und die Zwiebelknolle ebenfalls in Scheiben schneiden, den längeren grünen Teil in feine Streifen schneiden.
  3. Den Strunk vom Chinakohl entfernen und ebenfalls in kleine Streifen schneiden. Diese dann waschen und gut abtropfen lassen.
  4. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pilze, Chinakohl und Frühlingszwiebelscheiben unter rühren ca 12 Minuten andünsten. Kurz gegen Ende den Knoblauch hinzugeben.
  5. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie und das Grün der Frühlingszwiebeln unterheben.

 

Und hier noch das Rezept für das Naanbrot:

Naanbrot Rezept

5.0 from 5 reviews
Naanbrot
 
Author:
Serves: 12
Ingredients
  • 1 kg Mehl Typ 405
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 4 TL Zucker
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 2 Eier
  • 4 EL Öl
  • 300 g Naturjoghurt
  • 20 g Hefe
Instructions
  1. Die Milch in eine Schüssel gießen und 0,5 EL Zucker und Hefe einrühren. An einem warmen Ort ca. 20 Minuten ruhen lassen, bis die Hefe sich aufgelöst hat und die Mischung schaumig wird.
  2. Das Mehl in eine große Schüssel geben und das Salz und Backpulver untermischen.
  3. Den restlichen Zucker, die Milch mit der aufgelösten Hefe, 2 EL Pflanzenöl, den leicht geschlagenen Joghurt und die verquirlten Eier hinzufügen.
  4. Alles gut 10 Minuten durchkneten, bis der Teig glatt und geschmeidig ist.
  5. Die Schüssel mit Frischhaltefolie bedecken und den Teig an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen, so dass er sich verdoppelt.
  6. Jetzt den Teig zu kleinen Kugeln rollen und jeweils eine Kugel auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Kreisen ausrollen.
  7. Eine Pfanne mit Öl auspinseln und den Teig darin von einer Seite anbraten bis sich Blasen bilden. Dann wenden und die andere Seite backen.
  8. Vorsicht, das Brot wird ganz schnell dunkel!
  9. Ihr könnt die kleinen Teigkugeln in Backpapier einzeln verpackt wunderbar einfrieren und dann portionsweise auftauen.
  10. Warm aus der Pfanne schmeckt das Naanbrot am besten!

 

Genießt den Herbst mit allem was er bietet!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

 

 

 

Ombre Cake {Thank god it’s strawberry time}

Ombre Stawberry cake1

Mal ganz zu Anfang und vorneweg: dieser Beitrag hier war eigentlich gar nicht so geplant.
Er entstand quasi aus einer Not heraus, ach, was sage ich…?! Er war schlicht weg eine Überlebensstrategie.

Ok. Von vorne: Ich habe ein total tolles Wochenende in München verbracht (dazu gibt’s demnächst hier mehr) und bin gestern Mittag in den ICE nach Frankfurt gestiegen, um ganz entspannt in der 1. Klasse auf meinem Einzelsitzplatz mit Fenster und Gang 4 Stunden zu entspannen und das Wochenende revuepassieren zu lassen.
Ich stieg also in den Zug und wuchtete mein deutliches Übergepäck in die Kofferablage über meinem Sitz, ließ mich in den bequemen Stuhl fallen und schaute mich um. Das Abteil war leer. Nur ich. Hach…*seufz*, das wird eine mega-entspannte Rückfahrt. Leider habe ich mich da zu früh gefreut, denn kaum eine Minute später, als mir mein Seufzer (tatsächlich laut) über die Lippen kam, erlebte ich eine Invasion. Eine Reisgruppe aufgeregt schnatternder und trappelnder Menschen, asiatischer Herkunft, betraten ameisenartig den Wagon und strömten ziellos zwischen den einzelnen Sitzplätzen hin und her, nicht in der Lage sich zu orientieren. Das Geschnatter schwoll an. Koffer wurden wieder von der Gepäckablage gewuchtet und über einem anderen Sitzplatz verstaut. Ich hab keine Ahnung, aber wahrscheinlich stand mir tatsächlich der Mund offen und die Hoffnung auf 4 Std. Entspannung zerplatzte wie eine Seifenblase.

Nachdem jeder der Reisegruppe seinen Sitzplatz gefunden und eingenommen hatte, kehrte kurzzeitige Ruhe ein und ich atmete tief durch. Natürlich war das völlig naiv, zu denken, dass diese Ruhe die nächste Zeit in dieser Form anhalten würde, denn wie auf ein geheimes Zeichen hin, fingen alle Mitreisenden zur gleichen Zeit an, in ihren Rücksäcken und Taschen zu wühlen und das mitgebrachte Essen vor sich auszubreiten, nicht ohne zuvor den kleinen Klapptisch an der Rückseite des Vordersitzes mit einem lauten Knall herunterklappen zu lassen. (Mein Hintermann tat das übrigens auch, so dass meine Rückenlehne kurz durchgeschüttelt wurde…juhu!). Zu Ende war es mit der erhofften Stille.
Tütenkruscheln ging mit lauten Kau-und Essensgeräuschen und schlürfenden-schmatzenden Lauten einher und erfüllten das Abteil. Ich steckte mir meine Kopfhörer in die Ohren, drehte die Musik auf volle Lautstärke, lehnte mich zurück und schloss die Augen und blendete die Welt um mich herum aus. In meinen Ohren dröhnten die Beatles mit Strawberry Fields forever und ich beamte mich mit diesem Song in die Zeit, in der ich mit meinen Eltern mit dem Auto viele Stunden lang in den Urlaub gefahren bin und dabei ein Mixtape mit Beatles, Beach Boys & Co. lief. Der Plan ging voll auf und ich saß (wahrscheinlich dämlich vor mich hingrinsend) mit geschlossenen Augen und wippenden Fuß in meinem Sitz.
Das Grinsen erstarb aber leider kurz darauf und das Strawberry Field verdörrte schlagartig von einer Minute auf die andere. Ein mörderischer Geruch waberte durch das Abteil und nahm mir fast die Luft zum Atmen. Ich riss die Augen auf und war Zeuge eines skurrilen Anblicks: ca. 30 asiatische Mitreisende schlugen gleichzeitig ihre hartgekochten Eier aus dem Reiseproviant auf den kleinen Klapptischchen auf und pellten einträchtig die Schale von den Eiern.
Wer schon selbst mal ein gekochtes Ei geschält hat, weiß welch verwesungsartiger Geruch erst einmal entsteht. Und jetzt denkt Euch den Geruch von einem frisch geschälten Ei, multipliziert mit 30…. Ich kam mir vor wie in einem fahrenden Dixi-Klo, das man mit mehr als 30 anderen Personen gleichzeitig teilen muss und mit knapp 150 kmh durch die Lande raste.
Ach, was hätte ich mir jetzt den Geruch von reifen Erdbeerfeldern gewünscht! Frisch gepflückte Früchte, knackig, rot und reif… Ich sprang in meinen Gedanken mit einem geflochtenen Kranz aus weißen Erdbeerblüten im Haar durch die Wiese und genoss die Sonne auf meinen nackten Armen…. Ihr seht, ich fing schon an zu halluzinieren. Der Eierdunst hat mir völlig die Sinne vernebelt. Solche kitschigen, romantischen Vorstellungen sind sonst eher nicht so in meinem Gehirn präsent. Was so ein Eier-Smog alles anrichten kann…
Und dann fiel mir ein, dass ich ja vor kurzem eine Erdbeertorte gebacken hatte, die so wundervoll nach Erdbeeren geschmeckt hatte und obendrein noch so toll aussah, dass ich mir die Bilder auf meinem Handy ansah und versuchte mich visuell von dem Gestank abzulenken. Und oh Wunder, es hat funktioniert.

Ombre Strawberry cake2

Ombre Strawberry Cake3

Thank god it’s strawberry time!

Und da es ja gerade NOCH Erdbeeren zu kaufen gibt, dachte ich, ich teile dieses tolle Rezept mal einfach mit Euch. Vielleicht kommt Ihr ja auch mal in die Situation, in der Euch der Gedanke an einen schönen Duft retten muss. Und vielleicht sind es dann ja auch Erdbeeren (Kohl würde ich jetzt nicht unbedingt für dieses Kopfkino-Projekt empfehlen…)
Also hier das Rezept für einen wunderschönen Ombre-Erdbeer-Cake:

5.0 from 4 reviews
Ombre Cake
 
Ingredients
  • Für den Teig:
  • 300 g weiche + etwas Butter
  • 280 g Zucker
  • 6 Eier (Gr. M)
  • 50 ml Buttermilch
  • 2 gestrichene TL Backpulver
  • 220 g + etwas Mehl
  • 100 g Speisestärke
  • rote Speisefarbe
  • Für das Frosting:
  • 275 g weiche Butter
  • 275 g Puderzucker
  • 150 g Joghurt
  • ca. 150g Erdbeerpüree
Instructions
  1. Für den Teig 300 g Butter und Zucker mit den Schneebesen des Rührgeräts ca. 5 Minuten schaumig rühren. Erst nach und nach Eier, dann Buttermilch unterrühren. Backpulver, 220 g Mehl und Stärke mischen, kurz unterrühren. Teig fünfteln und auf fünf Schüsseln verteilen. Vier Teige mit der Speisefarbe in verschiedene Rosatöne einfärben – von Zart- über Hellrosa bis Pink.
  2. Backofen vorheizen (E-Herd: 175 °C/Umluft: 150 °C/Gas: s. Hersteller). Die Ombre Cake-Formen fetten und mit Mehl ausstäuben. Je 1 Teigportion in die Formen geben, glatt streichen. Die Formen auf ein Backblech stellen. Im Ofen 25–30 Minuten backen.
  3. Kuchenböden in den Formen etwas abkühlen lassen, dann herauslösen. Böden vollständig auskühlen lassen.
  4. Alle Böden evtl. auf der Oberfläche leicht begradigen.
  5. Für das Frosting Butter und Puder­zucker mit den Schneebesen des Rührgeräts ca. 6 Minuten schaumig rühren. Joghurt zum Schluss esslöffelweise unterschlagen und das Erdbeermus unterheben.
  6. Die Füllung auf die vier eingefärbten Böden verstreichen. Die Böden von hell nach kräftig pink aufeinandersetzen.
  7. Die Torte mit Frischhaltefolie abdecken, ca. 4 Stunden kalt stellen.
  8. Danach die Torte rundherum mit etwas Creme dünn einstreichen.
  9. Mit Baisertupfen, gehobelten Mandeln und Erdbeeren verzieren.
  10. Ca. 1–2 Stunden kalt stellen. Hält gekühlt 3–4 Tage.

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Ich hatte tatsächlich Glück und die Reisegruppe verließ in Augsburg genauso invasionsartig den Zug, wie sie ihn betreten hatte. Die länger geöffneten Türen sorgten für einen Frischluftaustausch und alles war gut. Das einzig blöde w, ich hatte unbändige Lust auf Erdbeerkuchen. Aber das Boardrestaurant hielt nur Königsberger Klopse und fertige Waffeln aus der Tüte parat. Also dudelten die Beatles bis Frankfurt in Dauerschleife. Kopfkino geht irgendwie immer!

Und was geht gerade so in Euren Köpfen vor?
Schreibt mir doch mal!

Habt einen guten Start in die neue (hoffentlich geruchsneutrale) Woche!
Eure

Tanja

aus dem House No.15

Die Form für den Kuchen findet Ihr übrigens hier

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