Februar 2019 archive

Gin Mule mit Heidelbeeren

Gin Mule { … über Gin Tonic Experten… }

*unbezahlte Werbung wegen Markenerkennung

(Achtung dieser Beitrag enthält alkoholverherrlichende Inhalte!)

Es ist mal wieder an der Zeit sich der flüssigen Nahrung im Glas zu widmen.
Nach den diversen Beispielen hier auf der Seite, wie man eine Gin (Tonic) pimpen kann, wurde ich jetzt schon des Öfteren gefragt, wie es denn dazu kam, dass ich mich so auf dieses hochprozentige Getränk eingeschossen habe.

Hier also meine Geschichte, wie auch ich zum Gin Tonic Klugscheißer wurde:

Den Anfang machte vor knapp 20 Jahren eine Freundin, die damals beschloss, dass ab sofort nur noch Alkohol, durch den man durchschauen kann, in ihr Glas kommt.
Sie war der festen Überzeugung, dass sie von Bier, Wein und Sekt am nächsten Tag immer einen fiesen Schädel hatte.
Ich war da ja schon immer eher wahllos, erklärte mich aber natürlich an den Abenden mit ihr solidarisch und schloss mich den Wodka- und Gin-Orgien an. Meist pur und unverdünnt. Wenn verdünnt, dann ausschließlich mit Tonic.

Da wir uns im Laufe der Jahre leider etwas aus den Augen verloren haben und ich natürlich trotzdem weiterhin gerne die hiesige Barkultur pflegte, war es immer ein Vergnügen zwischen all den dünn gesäten Damen an der Bar, die meist Weinschorle, Prosecco und Aperol-Spritz bestellten, einfach mal knackig: „Einen Gin-Tonic, bitte!“ rauszuhauen.

Das ging vor einigen Jahren auch noch ganz einfach und unkompliziert. Man bestellte und das gewünschte Getränk wurde einem auf einer kleinen Papierserviette auf den Bartresen gestellt.
Irgendwann wurde es komplizierter.

Gin Mule

Es war vor ca. 5 Jahren, als meine Freundin und ich uns in einer angesagten Frankfurter Bar trafen, um auf ihre gelungene Scheidung anzustoßen. Ich sage nur: es ging um seeeehr viel Geld….
Ich war in einen stylisch fließenden schwarzen Overall gehüllt und lehnte mich so lässig wie möglich an die Bar. „Zwei Gin Tonic!“ hauchte ich dem Barkeeper entgegen.
Der zog die Augenbrauen hoch und sah mich fragend an.
„Gin Tonic! Zwei! B i t t e!“ blökte ich ihm entgegen, da ich davon ausging, dass er bedingt durch die laute Musik in der Bar meine Bestellung akustisch nicht verstanden hatte.
„Schnucki, ich bin nicht schwerhörig! Welchen Gin willste denn?“
Schnucki???? Pfff….
Der Herr des Tresens schob grinsend eine Karte zu mir herüber. Hier waren knapp 28 verschiedene Gins und gefühlt 15 Tonic Sorten aufgeführt.
Wann hatte ich bitte verpasst, dass man eine Bachelor-Arbeit über Gin Tonic verfasst haben muss, bevor man sich einfach mit dem hochprozentigen Zeug wegschießen kann?
Wie es eben so häufig in angesagten Szenebars üblich ist, spart man dort mit heller Beleuchtung. Mein Teint findet das immer grandios, meine Augen haben da allerdings ein paar Schwierigkeiten.
Da ich also in dieser diffus beleuchteten Location die Karte nicht richtig entziffern konnte, beugte ich mich weit über den Tresen in Richtung Barkeeper und bestellte lasziv: „Wir nehmen einen Gin für erwachsene Frauen, die etwas Großes zu feiern haben. Überrasch uns!“
Der smarte Typ hinter der Bar nickte grinsend und wissend, hielt eine eckige Flasche hoch und sagte: „Zu dem trinkt ihr am Besten ein Thomas Henry-Tonic- das hat eine unglaublich tolle Kohlensäure.“
Ok… Wenn der Master der Getränke das sagt, wird es wohl stimmen.
Während dessen blies sich direkt neben mir ein Gockel auf, der leichte Beute in mir witterte.
„Soll ich Dir meine beste Gin Tonic Kombi verraten?“ Und schon rückte er näher.
In der Bar ist eine Frau ohne Gin-Diplom das, was früher das hilflose Frauchen am Straßenrand mit rauchendem Kühler an offener Motorhaube war. Zum Glück konnte ich schnell mit den zwei „Erwachsene-Frauen-Gin-Tonic“ zu meiner Freundin entschwinden.
„Hier!“ sagte ich und reichte ihr das Glas. „Das Tonic hat eine ganz tolle Kohlensäure…“
„Äh? Seit wann interessieren mich Luftblasen in einem Drink?“ kommentierte sie mit hochgezogener Augenbraue und fischte kurzerhand das Gurkengemüse aus dem Glas. Schließlich behindert das die Durchsicht…

An diesem Abend wanderte ein Haufen Gin und diverse Tonic Fläschchen aus Patagonien, der Schweiz, Berlin und und und zu uns über den Tresen und wir lernten unzählige Kombinationen mit unterschiedlichen Botanicals kennen. Die ungefähr gleiche Anzahl an Männern, die uns fast alle (unter anderem) Ihr Wissen zum Thema Gin Tonic näherbringen wollten, bekamen wir quasi dazu serviert.
Am Ende des Abends war mir schlecht. Nicht etwa von den Drinks, sondern vielmehr von den Gin-Bildungstrinkern um uns herum, die sich mit ihrem angelernten Halbwissen über „London“, „Dry“, „Old Tom“ und „Sloe“-Gin brüsteten, als wären das indogermanische Stämme, die sie jahrelang studiert hatten.

Gin Mule

Gin Experten sind derzeit überall. Jeder möchte auf der Welle mitreiten.
Neuerdings wird vor einem Abendessen bei Freunden erst einmal die prall gefüllte Gin-Hausbar präsentiert und zum Tonic-Fläschchen-Paarungs-Bingo aufgerufen.
Dazu Ausrufe über passende Botanicals und der Frage ob man lieber Orangenzeste oder Pfefferkörner im Glas haben möchte.
Mittlerweile dient Gin-Fachwissen der sozialen Distinktion. Das richtige Tonic zum richtigen Gin, das sind soziale Codes, die heute scheinbar besser funktionieren als eine fette Rolex am Arm oder ein Autoschlüssel zu einer protzigen Karosse.

Die Ironie des Schicksals hat es wohl so gewollt, dass ausgerechnet der Wacholderschnaps zum Statussymbol unserer Zeit geworden ist, der in England als „Mother’s Ruin“ bezeichnet wurde. Schließlich war es früher die billigste Art sich treffsicher und ergebnisorientiert einen hinter die Binde zu kippen und wegzuschießen.

Vielleicht schlage ich meiner Freundin beim nächsten Treffen mal vor auf klaren Doppelkorn umzusteigen. Vielleicht ist das ja der nächste heiße Scheiß… abwarten!

Und da ich ja mittlerweile auch zu einer klugscheißenden Gin-Expertin geworden bin, habe ich Euch natürlich auch einen leckeren Drink mitgebracht: Gin Mule mit Heidelbeere.
(Weitere Gin-Rezepte findet Ihr hier)

5.0 from 1 reviews
Gin Mule mit Heidelbeeren
 
Author:
Recipe type: Drinks
Serves: 1
Ingredients
  • 4,5 cl Gin
  • 3 cl Heidelbeersirup
  • 2,5 cl Limettensaft
  • 3 cl Ginger Beer
  • 5-8 Heidelbeeren
  • 1 Zweig Thymian
  • Eiswürfel
  • Thymian zur Dekoration
Instructions
  1. In den Shaker Thymian, Limettensaft und Heidelbeersirup füllen.
  2. Mit dem Stößel die Zutaten zerstoßen und miteinander vermengen.
  3. Nach dem Muddlen Gin und Eis mit in den Shaker geben und schütteln.
  4. Zunächst durch das gröbere, dann durch das feinere Barsieb ins eiswürfelbestückte Glas gießen
  5. Das Glas mit Ginger Beer auffüllen.
  6. Heidelbeeren und Thymian ins Glas geben.

Gin Mule  Viel Spaß beim Genießen!
Und immer daran denken:

>>WER NICHT GENIEßT, IST UNGENIEßBAR<<

Eure

Tanja

 

Low Carb Bagels

Low Carb Bagel

{…und der Versuch einer neuen Lebensweise mit Low Carb Bagels …}

Tach alle zusammmen…

Ja ich lebe noch… Und ich lebe gut. Zu gut manchmal… sagt zumindest meine Waage.
Naja… Um ehrlich zu sein stelle ich mich nie auf die Waage, obwohl sie in meinem Badezimmer steht. Mittlerweile hindert mich aber die sanfte Staubschicht, die sich darauf gebildet hat, den Körperfett- und Wasseranteil-Analyse-Definierer zu betreten. Ok. Eigentlich habe ich Angst und höllischen Respekt vor dem Teil, aber es klingt einfach besser, wenn man bedingt durch Hygienelücken im eigenen Haushalt, nicht gewillt ist, sich staubige Socken oder Fußsohlen zu holen.

However. Es muss sich etwas ändern. Und Ihr merkt- ich habe einen ganzen Monat gewartet, um das preiszugeben. Hier soll nämlich nicht der Anschein erweckt werden, dass ich dem „Gute-Vorsätze-fürs-neue-Jahr-Trend“ folge. Mache ich nicht. Nö! Aber ändern muss sich trotzdem etwas….

Die Möglichkeiten hierfür sind ja wirklich vielfältig und die heutigen Zeitschriften und Buchhandlungen sind voll von Anleitungen, Tipps und Ratgebern.
Probieren wir uns also durch. Und finden hoffentlich im Dschungel des „Diät-Markts“ das Passende. Wobei- ich möchte KEINE DIÄT machen! Ich möchte langfristig (wieder) etwas ändern und hatte damit tatsächlich vor ein paar Jahren einen großen Erfolg.

Mir geht es um das Bewusstsein, sich mit seiner Nahrung und den daraus resultierenden Essgewohnheiten wieder mehr auseinanderzusetzen.

Fangen wir einfach mal mit einer kohlenhydratreduzierten und eiweißlastigen Ernährung an.
Blöderweise fällt da die Schnitzelpfanne vom vergangenen Wochenende gnadenlos raus.
3 Schnitzel: eines mit wunderbar cremiger Frischkäse-Haube, das andere mit Champignon-Rahmsauce und das letzte mit pikanter Pfeffersauce begossen. Dazu ein „wöööööönzig“ kleines Portiönchen Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln.
Passt voll in meinen neuen Ernährungsplan…NICHT! Dass ich im Anschluss dieser Portion zum Verdauen einen Schnaps brauchte, bleibt bitte unter uns! Hat Schnaps eigentlich Kalorien???

Nun gut. Suchen wir uns also ein Rezept was zu meiner Idee passt:

Low Carb Bagel

Auch außerhalb von Google kann man sich tolle Rezepte und Ideen für alles suchen.
Ich bin auf Instagram fündig geworden und habe hier zufälliger Weise Frank von >>Frank‘ Fit Kitchen<< kennengelernt (Instagram #franks.fit.kitchen- schaut unbedingt auf seinem Account vorbei!). Ein wirklich grandioser „Zufall“ -wobei ich nicht an Zufälle glaube…

Frank ist ebenfalls Koch und hat (unter anderem) ein großartiges Rezept für Low Carb Bagels am Start gehabt. Eigentlich finde ich dieses Gebäck mit dem unnötigen Loch in der Mitte völlig dämlich. Aber wenn schon „andere Ernährung“, dann darf ein Brötchen auch wie ein Schwimmreif aussehen. Hat leider irgendwie ein gewisse Ähnlichkeit von dem Ding was sich gerade so annähernd um meine Hüften schlängelt.

Low Carb Bagels

Und soll ich Euch etwas sagen? Die Dinger schmecken echt gut! Und sie machen extrem lange satt!
Ich bin ja kein klassischer Frühstücks-Typ (außer im Hotel- da muss ich es mir ja nicht selbst machen *räusper). Aber bei den Bagels werde sogar ich zum Frühstücks-Heini. Wobei die auch als Mittagessen super schmecken.

Natürlich stehe ich nicht jeden Morgen in der Küche und bereite die Pseudo-Brötchen-Kringel immer frisch zu. Ich bin von Grund auf bequem und mache natürlich eine Bagel-Portion, die für die ganze Straße reichen würde und friere sie portionsweise ein. So kann ich immer, nach Bedarf, abends eine Portion für den nächsten Tag auftauen, um diese dann auf dem Toaster morgens frisch und knusprig aufzubacken.

An dieser Stelle:
Liebe Familie Vilz (meine treuen Leser und Nachbacker): Bitte denkt daran den Toaster nicht auf volle Dröhnung zum Aufknuspern zu stellen, sondern sanft den Bräunungsgrad der „Loch-Brötchen“ zu beobachten. Die Sprinkleranlage, der Röstaromen-Duft im Haus und die allgemeine Stimmung wird es Euch danken!

Belegt habe ich das Ganze seeeehr schmackhaft mit Avocado, Tomaten und Spiegelei.
Das müsst Ihr unbedingt versuchen. Es hat mich den restlichen halben Tag wirklich total satt gehalten und mir keinerlei Gelüste auf „Zwischendurch-Snacks“ beschert.

Low Carb Bagel

Und weil ich die Dinger so schön fand, habe ich mal wieder zu Stift und Papier gegriffen (auch das habe ich schon ewig nicht mehr getan) und das Rezept für Euch kurzerhand aufgemalt. Diesmal also ein Rezept als Bild zum Ausdrucken und nicht als langweiliges PDF.
Auch in dieser Hinsicht möchte ich ein paar Änderungen vornehmen: Klar ist Kochen kreativ- aber darüber hinaus gibt es noch so viele Dinge die Spaß machen und kreativ sind, und die ich im Laufe der Zeit so sehr vernachlässigt habe. Stay tuned!

Mehr Low Carb Rezepte zum Backen und Kochen findet Ihr übrigens auch hier.

Das Rezept ergibt übrigens 3-4 mittelgroße Bagels. Ich backe sie lieber etwas kleiner, dann kann man evtl. 2 mit unterschiedlichem Belag essen. ;)

Low Carb Bagel Rezept

Also: Alles auf Anfang- alles auf NEU! Naja… nennen wir es vorsichtig den derzeitigen Ideen und Lebenskonzepten angepasst (alles andere ist zu radikal!). Also NEU 2.0, oder so…

Und was habt Ihr so vor die nächste Zeit?

Hört auf Euren Körper und bleibt Euch treu!

Eure

Tanja