November 2017 archive

Gemüsechips mit Chili-Sour-Creme

{…Achtung Kontrolle am Handgelenk…}

Gemüsechips

Ich habe seit einiger Zeit eine Plastik-Allergie

Überall wo ich hinkomme, leuchten bunte Plastikarmbänder an den Handgelenken meiner Freunde, Kunden und Mitmenschen. Jeder gelaufene Schritt, jede verbrannte Kalorie, der Herzschlag, die Tiefschlafphase, die Dauer des Beischlafs…. alles wird gemessen und aufgezeichnet. Sie vibrieren, leuchten, zeigen Whats Apps und sonstige Nachrichten an und ermahnen Dich sich mehr zu bewegen und den Hintern von der Couch zu erheben. Grundsätzlich ist so ein Arschtritt am Handgelenk ja keine ganz so verkehrte Sache.
Wenn sie dir allerdings anfangen den Abend zu verderben und zur totalen Kontrolle mutieren, dann wird das Ganze schon etwas unlustiger…

Auf die Quote kommt es an

Vor Kurzem habe ich mich mit einer Bekannten zum Wein in einer unserer Lieblingsbars verabredet. Als der Kellner kam, bestellte sie einen Pfefferminztee mit frischer Minze, denn ihr Fitness-Armband hatte ihr morgens den Tipp gegeben, dass sie besser schlafe, wenn sie heute keinen Wein am Abend zu sich nehmen würde. „Mir fehlen nur noch 21% zur optimalen Schlafqualität. Ein Glas Wein schraubt das direkt mal auf satte 36,5% hoch…!“ Der Kellner und auch ich waren fassungslos. Mein Vorschlag, dass wir uns zum Frühschoppen mit Schnaps an einem Montagmorgen um 7 Uhr treffen (ist ja dann nicht Abend), kam irgendwie nicht so gut an.
Eine andere Freundin cancelte unsere Verabredung zu einem gemeinsamen Mittagessen, da sie am Vortag auf dem Kindergeburtstag ihrer Tochter bereits einen Schokoladenmuffin verdrückt hatte und laut Fitnessarmband für den nächsten Tag nur noch 231 Kalorien zur Verfügung hatte. „Dann iss halt einen Salat!“ war mein Vorschlag. „Salat? Tanja spinnst Du? So einen Salat, den es da gibt, hat mindestens 357 Kalorien… Und dann soll ich dir auch noch gegenübersitzend zusehen wie Du Dir einen ganzen Teller Pasta mit Sauce reinschaufelst? Vergiss es! Das treibt dann auch noch zusätzlich meinen Stresssensor in die Höhe… Ganz schlecht für meine Wochenquote!“
Es ist echt zum Verzweifeln. Ich fahre alleine S-Bahn, weil dem/der andere(n) noch 4500 Schritte für das Tagesziel fehlen und sie lieber laufen. Ich esse alleine mein Stück Kuchen am Nachmittag, während mein Gegenüber die Zahlen auf seinem Fitnesswecker beobachtet. Spaß und Genuss sieht für mich irgendwie anders aus!

Gemüsechips

Ein Koch, mit dem ich noch bis vor einiger Zeit zusammengearbeitet habe, sprang stündlich beim Arbeiten um mich herum, um mir unter die Nase zu reiben wie viel Schritte er jetzt  schon getan hat, damit er seine Figur- und Herzprobleme in den Griff bekommt. Komischer Weise ist er in der ganzen Zeit nicht weniger geworden und sein Blutdruck hat sich auch nicht verbessert.

Vor ein paar Jahren prophezeite der mittlerweile verstorbene Frank Schirrmann (Herausgeber der FAZ), dass demnächst eine neue Zeit anbrechen würde, als sich die EU-Kommissarin Neelie Kroes mit einer der ersten Fitness-Tracking-Armbänder zeigte. Er sagte quasi voraus, dass die zukünftige Gesellschaft zu selbstregulierten Mensch-Maschinen mutieren könnten.
Wie Recht er in manchen Bereichen damit behalten würde, habe ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht vorgestellt und dachte mir: „Immer diese mediale Schwarzmalerei…!“

Das Fitnesskonto wird mit Fleißpunkten gefüllt

Die Plastikarmbänder scheinen die Antwort auf einige menschliche dringende Fragen zu sein: Wie nehme ich ab? Wie bringe ich viele Leute dazu sich zu bewegen? Wie bekomme ich eine gesündere Lebensweise?
Die Fitnessbänder geben einem das Gefühl überall und jederzeit mühelos anfangen zu können etwas für sich zu tun. Dazu kommt, dass sich der Mensch von diesem Gerät kontrolliert fühlt, da ja täglich mehrfach Impulse, Ermahnungen oder auch Lob am Handgelenk aufleuchten.
Morgens zur Bahn gelaufen? Wow, schon 1023 Schritte, da gönn ich mir doch direkt mal einen Schoko-Donut am Bahnhof… Kleine Sünden macht man mit kurzem Gehen um den Block wieder wett und scheffelt so Fleißpunkte auf seinem Fitnesskonto.

Es soll ja sogar mittlerweile schon Krankenkassen geben, die solche Armbänder in ihr Bonusprogramm mit aufgenommen haben. Es gilt lediglich nachzuweisen, dass man mind. 10.000 Schritte am Tag gelaufen ist oder alternativ über 30 Minuten lang einen Herzschlag von 120 aufrechterhält. Ob man joggt, fahrradfährt oder schwimmt bleibt jedem selbst überlassen. Macht schlappe 180 Euro Beitragsersparnis im Jahr.
Der Gedanke, dass dann auch noch meine Krankenkasse mitbekommt (und sogar aufzeichnet) wo ich gerade bin und weshalb mein Puls gerade so rast, gruselt mich.

Gemüsechips

Gerade gestern sitze ich mit einer Freundin gepflegt zum Serienabend auf dem Sofa, als sie wild mit ihrem linken Arm in der Luft rudert. Die Hand kreist vor und zurück, der Arm schwingt hin und her, während das kleine Display an ihrem Handgelenk munter leuchtet und ich mich nicht mehr auf das Fernsehbild konzentrieren kann.
„Äh, was machst Du da?“ „Ha! Ich habe herausgefunden, dass man mit wedelnden Bewegungen der Hand das Armband austricksen kann. Ich habe gleich zirka 600 Schritte gespart und die blöde Uhr hört auf zu motzen, dass ich hier untätig mit Dir auf der Couch sitze.“ Sagt sie, grinst und greift mit der nicht wedelnden Hand in meine Chipstüte…

Ich wünsche Euch einen tollen Sonntag, bleibt beweglich ;-)

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Diese Grünkohl-Quesadilla eignen sich übrigens auch hervorragend für einen entspannten Couchabend!

Gemüsechips mit Chili-Sour-Creme
 
Author:
Recipe type: Snack
Ingredients
  • Kartoffeln
  • Pastinaken
  • Rote Bete
  • Gelbe Bete
  • Olivenöl
  • Salz

  • 100 g Schichtkäse (ersatzweise Quark, 20% Fett)
  • 80 g Schmand
  • 50 g saure Sahne
  • 50 g Crème fraîche
  • 3 El Salat-Mayonnaise
  • 2 El Weißweinessig
  • 0.5 Tl Worcestershiresauce
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • Chili-Kresse (z.B. von Koppert Cress)
Instructions
  1. Das Gemüse putzen und schälen.
  2. Mit einem Gemüsehobel in dünne Scheiben hobeln. (Je dünner die Scheiben sind, desto knuspriger werden die Chips.)
  3. Etwas Olivenöl mit Salz in einer Schüssel verrühren. Die Gemüsechips hineingeben und Öl vermengen.
  4. Backbleche mit Backpapier auslegen und die Gemüsechips gleichmäßig darauf verteilen, so dass sie nicht übereinander liegen.
  5. Im Ofen circa 40-50 Min. bei 140°C Umluft backen. Den Ofen zwischendurch immer wieder öffnen, sodass der Wasserdampf entweichen kann. Öfter nachschauen - zwischen knusprig und verbrannt liegen nur wenige Augenblicke.

  6. Schichtkäse oder Quark mit Schmand, saurer Sahne, Crème fraîche und Salat-Mayonnaise in einer Schüssel verrühren. Mit Weißweinessig, Worcestershiresauce, Zucker, Salz und Pfeffer würzen.
  7. Die Chili-Kresse unterheben und zu den Gemüsechips servieren.

Königsberger Klopse nach Oma-Gisela-Art

{…wenn sich die Völkerwanderung of love in Bewegung setzt…}

Königsberger Klopse

Wusstet Ihr, dass ca. jede 8. Beziehung in Deutschland eine Fernbeziehung ist?
Das heißt, dass sich ein Tross von rund einer halben Millionen Menschen (meist) am Wochenende auf die Reise zu dem oder der Liebsten begibt.
Die Reiseunterlagen haben das Ziel „hier bei mir“ oder „dort bei dir“. Klingt romantisch, oder? Naja… wenn man es sich schön redet und dabei denkt: “Ach, da komme ich am Wochenende mal raus…!“ funktioniert das vielleicht.
In Wahrheit sieht die Sache ganz anders aus….

120 Minuten versus 264 km

Freitagsmorgens: Der Rollkoffer macht um 8 Uhr in der Frühe schleifende Geräusche, wenn er hinter der Wochenend-Beziehungs-Person über den Parkettboden im Büro her rollt, um dann in einer Ecke geparkt zu werden. Kurz vor 17 Uhr betet man dann, dass der Chef nicht noch spontan ein Meeting einberuft, so dass man dann pünktlich um 18 Uhr im Zug oder im Auto sitzt und in die Richtung Wochenend-Zweit-Heimat aufbrechen kann. Ich kann selbst ein Lied davon singen, denn ich bin seit einem Jahr selbst aktives Mitglied der „Völkerwanderung of Love“. Ich kenne mittlerweile die grauenvolle und völlig überteuerte Speise- und Getränkekarte der Deutschen Bahn in- und auswendig, weiß wie mein Sitznachbar heißt und freue mich schon immer auf die schlürfenden Geräusche, die er beim Trinken seines Capuccino macht. Die Strecke Frankfurt-Nürnberg wird für mich nicht in 264km, sondern in 120 Minuten gemessen. Nehme ich das Auto werden, dank der wunderbaren Baustellen auf der Strecke, direkt mal 180-240 Minuten daraus. Allerdings kann ich dann wenigstens lautstark zu meiner Musik mitgrölen, ohne gleich verhaftet zu werden und werde auch nicht durch den Geruch von Fertig-Königsberger-Klopsen im Zugabteil belästigt.

Damit der Wochenendtrip nicht immer einem Umzug gleicht, sind Dinge wie Zahnbürste, Shampoo und Duschgel, Pyjama, Joggingschuhe und Handyaufladekabel bereist in doppelter Ausführung angeschafft worden und „hier“, bzw. „dort“ deponiert worden. Man hat auf dem Weg ins Wochenende vielleicht die neue Jeans an und war vorher nochmal auf der Sonnenbank, denn schließlich möchte man ja attraktiv, gesund gebräunt und nicht abgearbeitet beige aussehen, wenn man endlich auf seine/n Liebste/n trifft.

Königsberger Klopse

Alle Regler hoch- es ist Wochenende!

Fragt man Wochenbeziehungs-Betreiber (nennt man das so?), wie denn das Wochenende so war, wird natürlich immer mit „schööön“ geantwortet. Und mal ganz ehrlich, was soll man darauf auch anderes antworten, nach all den Kilometern und dem Leben aus der Reisetasche?
Die Regler am Wochenende werden schwungvoll nach oben gedreht. Essen gehen am Freitag, Veranstaltung am Samstag, Flohmarkt am Sonntag, irgendwann ausgedehnt frühstücken, vielleicht noch einen Film auf der Couch ansehen. Das Wochenende wird ausgequetscht wie eine Orange, bloß keine Minute vergeuden.
Manche Leute füllen eine Woche Urlaub mit all dem was man in einer Wochenendbeziehung in 48 Stunden verpresst.
Der schönste Tag ist der Samstag, denn man hat ja noch „morgen“. Dafür fühlt sich dann der Sonntag an wie der letzte Tag der Schulferien, an dem man dann irgendwann wieder in sein „Single-Leben“ zurückreist.

Mal ganz ehrlich: wer sagt, dass er Fernbeziehungen toll findet, ist für mich bescheuert!
Ich bin wirklich kein neidischer Mensch, aber wenn ich Paare an einem Mittwoch z.B. gemeinsam in die Waschstraße fahren sehe, weil an diesem Tag dort immer happy hour ist, bin ich neidisch. Überhaupt auf alle die ganz banalen Dinge, die „normale“ Paare unter der Woche zusammen machen können. Spießigkeit kann so schön sein….

Stille

Tja, und dann, wenn der Sonntag da ist…? Dann packt man wieder seine Tasche, wirft sie entweder ins Auto oder begibt sich damit wieder zum Bahnhof.
Sonntags ist es immer sehr still auf der Rückfahrt im ICE. Die meisten haben Ihre Ohrstöpsel im Ohr und lassen das Wochenende nachklingen. Die Haut riecht nicht mehr nur nach einem selbst, sondern nach dem Menschen von dem man sich jetzt Stück für Stück immer weiter entfernt. Man will mit keinem reden, starrt vor sich hin in die beginnende Dunkelheit.
Dann sieht man die Lichter seines Zielbahnhofs, steigt aus und geht nach Hause.

Das Handy leuchtet auf und man antwortet ein bisschen traurig und auch ein bisschen glücklich: „Ich dich auch!

Königsberger Klopse

Und weil Königsberger Klopse eines meiner Lieblingsessen ist (die besten hat mir nämlich immer meine Oma Gisela gemacht), zeige ich Euch heute hier mal wie die richtig gemacht werden.
Vielleicht schicke ich das Rezept mal an die Deutsche Bahn, in der Hoffnung, dass das was dort als Königsberger Klopse verkauft wird, mal optimiert wird…

(Wer noch nach einem anderen Rezept mit Hackfleisch sucht, wird bei diesem Flammkuchen übrigens auch fündig.)

Ich wünsche Euch allen ein tolles Wochenende, ob „hier“ oder „dort“.
Ich bin dann mal wieder weg…

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Königsberger Klopse
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • Zutaten
  • Für 6 Portionen
  • 1 altbackenes Brötchen, ca. 40 g
  • 80 g Schalotten
  • 6 Stiele glatte Petersilie
  • 20 g Butter
  • 3 Sardellenfilets, ca. 20 g
  • 600 g Kalbfleisch, aus der Schulter
  • 15 g Speck, mild geräuchert
  • 2 Eier , Kl.M
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Tl Macis, Muskatblüte, fein zerrieben
  • Zitronenschale, fein abgerieben von ½ Biozitrone
  • 800 g Kartoffeln, klein, z.B. Bio-Linda
  • 20 g Butter
  • 4 Stiele krause Petersilie
  • 3 Gläser Kapern, à 40 g, z.B. Nonpareilles
  • 1 Zwiebel, klein
  • 2 Nelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • 250 ml Kalbsfond
  • 250 ml Weißwein
  • 100 g Butter
  • 250 ml Schlagsahne
  • 3 El Mehl
  • 150 ml Milch
  • 2 El Zitronensaft
Instructions
  1. Für die Klopse das Brötchen in heißem Wasser einweichen, dann gut ausdrücken.
  2. Schalotten fein würfeln, die glatte Petersilienblätter abzupfen und fein schneiden.
  3. g Butter in einer Pfanne schmelzen, Schalotten darin 2 Minuten farblos dünsten. Die Petersilie unterrühren, beiseite stellen und kalt werden lassen.
  4. Jetzt die Sardellenfilets auf Küchenpapier abtropfen lassen und fein hacken.
  5. Eventuell Silberhaut, Fett und Sehnen vom Fleisch entfernen. Fleisch und Speck klein schneiden.
  6. Fleisch und Speck mit dem Brötchen, der Schalottenmischung und den Sardellenfilets zweimal durch die feine Scheibe des Fleischwolfs drehen. Hackfleisch in einer Schüssel mit den Eiern gut mischen und mit Salz, Pfeffer, ½ Tl Macis und Zitronenschale einer halben Zitrone würzen. Aus der Masse ungefähr 20 Klopse (à ca. 45 g) formen und abgedeckt kalt stellen.
  7. In der Zwischenzeit Reis nach Packungsanleitung kochen.
  8. Die Kapern in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen, dabei den Kapernsud auffangen. Die Zwiebel mit Nelken und Lorbeer spicken.
  9. l Wasser mit Fond, Weißwein und gespickter Zwiebel einmal aufkochen. Die Klopse in den Fond geben und 8-10 Minuten leise sieden lassen. In einem zweiten Topf 40 g Butter schmelzen. Das Mehl unterrühren und kurz quellen lassen. Mit 500 ml Klopsfond gut verrühren und offen bei mittlerer Hitze 8-10 Minuten schwach kochen lassen. Sahne, Milch, 6 El Kapernsud und Zitronensaft zugeben und einmal aufkochen, dann mit Salz und restlichem Macis würzen. Restliche kalte Butter mit einem Schneidstab in der Sauce fein pürieren. Kapern zugeben. Klopse mit Sauce und Reis in vorgewärmten tiefen Tellern servieren.

 

Sterne-Kochclub-Deutschland

{…mit Christian Mittermeier, denn Taste matters!}

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Sterne Kochclub Deutschland

Vor gut zwei Wochen durfte die HouseDame wieder einmal an einer wirklich großartigen Veranstaltung teilnehmen.
Der Sterne-Kochclub-Deutschland lud mich nämlich zur zweiten AEG Taste Academy mit Christian Mittermeier ein.

Die AEG Taste Academy 2017 steht dieses Jahr unter dem Motto „Tales of Flavor“ und hat es sich auf die Fahne geschrieben, Genuss in neue Dimensionen zu bringen und die Geschmackshorizonte mit avantgardistischer Cuisine zu erweitern.
Bei diesen Kulinarik-Events der Extraklasse kann man zum jeweiligen Termin einem der drei Spitzenköchen Christian Mittermeier, Heike Antoniewicz und Ludwig („Lucki“) Maurer über die Schulter schauen und live miterleben, wie neue und aufregende Kombinationen, Aromen, Texturen und außergewöhnliche Lebensmittel auf die Teller wandern.

Ich könnte mir für diese Art von Events keinen geeigneteren Ort als den Sterne-Kochclub-Deutschland vorstellen. Claus Fischer, der den Kochclub vor 15 Jahren ins Leben gerufen hat, und Dirk Schneck sind zwei so herzliche, sympatische und leidenschaftliche Menschen, denen man ihre Liebe und Begeisterung für Kulinarik selbst blind abkaufen würde.
Claus Fischer hatte schon vor über 30 Jahren die Idee einen Kochclub zu gründen, um seine (Küchen-)Erfahrungen an Interessierte weitezugeben. Für ihn ist die Küche ein Ort der Kommunikation, in der er seine Ideen schmackhaft an andere weitergibt.
Dirk Schneck leitet beim Sterne-Kochclub-Deutschland die Küchenabteilung. Frische Produkte und gesunde, wertige Ernährung sind bei Dirk das A und O beim Kochen. Oft steht er bis spät abends noch in der Küche und experimentiert mit Dingen, die er z.B. auf dem Offenbacher Wochenmarkt gekauft hat.

Kochen soll Spaß machen und entspannen. Und genau das vermitteln diese beiden Experten mit sehr viel Witz, Charme, Kreativität und Fachwissen in den wirklich tollen und stylischen Räumen des Kochclubs im Offenbacher Stadtteil Lauterborn.

Ich war sehr gespannt, was mich dort an diesem Abend erwartet, denn ich durfte bereits bei dem ersten Event mit Lucki Maurer dabei sein und wirklich abgefahrene Kombinationen an meinem Gaumen kennenlernen.

Sterne Kochclub Deutschland

Christian Mittermeier, ein charismatischer Gastrosoph und Gastronom aus Leidenschaft, (noch dazu ein Franke aus Rothenburg ob der Tauber….sagte ich eigentlich, dass ich ein großer Franken Fan bin?), kocht an diesem Abend unter dem Motto „Taste matters“, denn Geschmack bleibt nicht nur kurz auf der Zunge, sondern kann lebenslang im Gedächtnis bleiben. Dass hier heute auf einem höheren Niveau gekocht wird, als in einem normalen Kochkurs, war sehr schnell klar, als ich das Menü lesen durfte:

Geräuchert Lachsforelle an Grünkern und Schlehe:

Sterne Kochclub Deutschland

 

Schweinebauch mit Peking Enten Flavour, Udon-Nudeln und Zuckerschoten:

Sterne Kochclub Deutschland  

Black Cod mit Schwarzwald Miso und Kombu Chips:

Sterne Kochclub Deutschland

 

Lammhaxe aus dem Schnellkochtopf (oooh jaaaa!), weiße Tomatenluft, Olivenöl-Pulver und schwarzes Knoblauchgel:

Sterne Kochclub Deutschland

Spätestens beim Nachtisch war klar, dass trotz Kocherfahrung nicht jeder alles nachmachen sollte. Mich & Honig war die Überschrift für das phänomenale Dessert-Highlight. Dabei wurde das Milch-Honig-Eis durch Zugabe von flüssigem Stickstoff gefroren. Für das Arbeiten mit flüssigem Stickstoff gelten Gefahrgut-Vorschriften, weshalb man in der heimischen Küche eher davon Abstand nehmen sollte.

Sterne Kochclub Deutschland
Christian Mittermeier möchte aber trotz all den besonderen Lebensmitteln, die er auch gerne verwendet, vermitteln, dass jedes Lebensmittel, ganz egal welchen Einkaufspreis es hat, den gleichen Wert besitzt. Soll heißen: es muss nicht immer Filet sein!

Milch-Honig-Eis, Dulce de Lecce vom Tauberhasen Honig, gebratene Milch, Milch Crumbles, Milchhaut, Blätterteigkissen, Blütenpollen:

Sterne Kochclub Deutschland

Ich sage Euch, das war ein Abend, der meinen Gaumen und meine Geschmacksnerven echt auf Hochtouren gebracht hat und ich kann jedem nur empfehlen mal an einem solchen Event teilzunehmen.
Der Sterne-Kochclub-Deutschland hält viele tolle kulinarische Veranstaltungen für alle Kochbegeisterten bereit. Schaut doch einfach mal in den Veranstaltungskalender hier (klick).

Am Donnerstag, 16.11.2017 findet eine weitere AEG Taste Academy im Sternekochclub statt: diesmal mit Heiko Antoniewicz. Vielleicht sichert Ihr Euch ja noch einen der wenigen freien und begehrten Plätze.

Ach ja,  wenn einer von Euch eines der Rezepte, der hier gezeigten Gerichte, haben möchte, schreibt mir doch eine kurze Mail an mail@houseno15.de

Bis bald, genießt den Tag!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Maronencreme-Suppe, Rosmarin-Grissini, geräucherte Entenbrust

{…eine Badezimmer-Analyse…}

Maronensuppe Ganz ehrlich, ich hab’ heute mal keinen blassen Schimmer wie ich die Kurve von dieser Story zum Thema Essen bekommen soll, ohne dass es unappetitlich wird… Aber ich wollte Euch die Gedankenwelt eines Mannes in Punkto „Badezimmer-Analyse einer Frau“, hinsichtlich deren „sonstigen Vorzügen“ nicht vorenthalten.
Ich versuche einfach mal dem Thema entgegen zusteuern und zeige Euch eine wirklich leckere Suppe für den Herbst.
Auch gut geeignet als Vorspeise für das Weihnachtsmenü. Nehmt Euch ein Süppchen und lernt Frank kennen:

Alsooo…. Vor Kurzem traf ich Frank nach einer gefühlten Ewigkeit wieder. Frank und ich wohnten über einen kurzen Zeitraum in einer gemeinsamen Wohnung, die aber für zwei exzentrische Personen nicht genug Raum bot (wenn ihr wisst was ich meine…)
Auch damals schon neigte Frank zu einer ungehemmten Analyse seiner, nennen wir es fröhlichen „Kurzeit-Beziehungen“, die früher bei uns ein und aus gingen. Meist abends ein…morgens aus, dann wurden sie nicht mehr gesehen… Nun…

Das Badezimmer einer Frau- die Büchse der Pandora

Frank hat sich irgendwie nicht wirklich verändert. Nachdem wir unweigerlich auf das Thema „Beziehungsstatus“ zu sprechen kamen, eröffnet er mir seine These, dass er nur in das Badezimmer einer Frau gehen müsste, um diese schon zu kennen, bevor „irgendetwas anderes“ stattgefunden hat.
Das Badezimmer einer Frau sei nämlich eine Art „Büchse der Pandora“, die man nur mit Vorsicht öffnen sollte. Ich überlege kurz, wie man mein Badezimmer wohl analysieren könnte und fordere einen Exkurs in die Welt eines Mannes mit reichem Erfahrungsschatz zum Thema „Badezimmer-Analyse“.

Wir nennen die Dame, deren Badezimmer Frank als „Fallbeispiel“ anführt, einfach mal Stefanie* (*Name von der Redaktion geändert)

„Als ich das erste Mal Stefanies Wohnung betrat, wehte mir ein sanfter Geruch von Vanille entgegen. Es erinnerte mich sofort an meinen ersten Golf vor 25 Jahren, an dessen Spiegel ein gelber Vanille-Duftbaum baumelte. Ich fühlte mich gleich heimisch. Der Nachmittag war sehr entspannt, man redete über dieses oder jenes. Irgendwann an diesem frühen Abend musste ich dann doch mal aufs Klo.
Ehrlich, Tanja- ich hatte Angst! Stephanie war echt toll und ich wollte mir meine Illusion über diese Frau nicht durch das Öffnen der „Büchse der Pandora“ zerstören lassen…. Aber was will man machen, wenn 1,5 Liter Kaffee sich den Weg nach draußen suchen?!“ Ich musste laut Lachen, denn Frank gehörte erfahrungsgemäß nicht unbedingt zur ängstlichen Sorte Mann.

Maronencremesuppe

Relax und setzt Dich!

„Ich betrete also Stephanies Badezimmer und entdecke als Erstes eine Ansammlung an Deko-Nippes, für den man wahrscheinlich im 1 Euro-Laden noch Geld mitbekommen hätte. Über der Badewanne kleben Blumen-Tribals und kleine Muscheln und Seesterne aus Plastik, die auf buntem Sand liegen, zieren ein Tablett. Daneben ein fetter goldener Buddha, der mir grinsend beim Pinkeln zusieht. Das erledige ich übrigens im Sitzen, denn ein Klebeschild an der Klospülung weist in Zeichensprache eindringlich darauf hin.
Mein Blick fällt auf die Fensterbank und ich betrachte die aneinandergereihten Holzbuchstaben, die das Wort RELAX ergeben. Äh, sorry, wie soll das denn hier gehen??? Relax… Ich bin verwirrt.
Ist das wirklich Stefanie? Die coole, direkte, sexy Frau, die ich vor 2 Tagen im Aufzug kennengelernt habe? Das passt doch irgendwie nicht zusammen….“
„Im Aufzug, so so…!“ unterbreche ich Frank und muss bei seinen Ausführungen schon wieder laut lachen, weshalb er mich mit einem tötenden Blick bestraft.

Willkommen in der Werkstatt

„Ja, und dann Tanja…. dann stellt man fest, dass gewisses Aussehen natürlich seinen Preis hat. Überall standen Tiegel, Tuben und Dosen mit Peelings, Puder, Cremes und Kuren, Lotion-Masken usw. herum. Immer mit dem Wort „Anti“. Anti-Cellulite, Anti-Falten, Anti-Aging, Anti, Anti, Anti… da kommt einem doch unweigerlich die Frage: „Wie sähe Stefanie wohl ohne diese ganzen Gegenmittel aus?!“ Mal von der herumliegenden Hardware in Form von Lockenwicklern, Glätteisen, Wimpernzange, Hornhaustraspel, usw. abgesehen. Tanja, das war kein Badezimmer! Das war ein Hobbyraum erster Güte- eine Werkstatt…!
Und dann merkte ich, dass eine entscheidende Sache in dieser „Werkstatt“ fehlte. Wo waren bitte die Zahnpasta-Spritzer am Spiegel, die Haarsträhnen vom Kämmen im Waschbecken, Kalkablagerungen auf den Armaturen…?
Da war einfach NICHTS! N I C H T S!“
Ich rollte mich fast auf dem Fußboden vor Lachen, wegen der bildlichen Ausführungen von Frank.

  Maronencremsuppe

Bergamotte, Moschus, Klostein

„Ich sitze also immer noch auf dem Klo und schaue mich schockiert um. Plötzlich ertönt ein „Pffffffff“ hinter mir und ich beginne schon an mir zu zweifeln, dass mir dieses Badezimmer sogar meine körperlichen Empfindungen raubt und ich nicht mal mehr merke, wenn aus mir Luft entweicht*. (Anmerkung: Frank benutze hierfür ein anderes Wort, was ich hinsichtlich des Themas „Foodblog“ abgeändert habe). Zum Glück zeigt sich schnell, dass ich nichts für dieses Geräusch konnte. Hinter mir steht ein Gebilde, was wohl einer Hand nachempfunden sein soll, dessen Daumen ein penetrant riechendes Öl in regelmäßig getakteten Abständen freigibt. Bergamotte? Moschus? Klostein? Ein migränefördernder Geruch umweht mich und legt sich in kleinen fein zerstäubten Mikropartikeln auf meinem Rücken nieder. Ob dieses Ding wohl einen Sensor hat, was die Verweildauer beim Toilettengang registriert und dementsprechend Duftstoffe absondert? Ich muss einfach raus hier! Der Fluchtgedanke wurde übermächtig. Während ich nach dem 4-lagigen Toilettenpapier greife, fällt mein Blick auf den Push-Up-BH aus Spitze, der über dem erwärmten Handtuchhalter baumelt (ob sie so einen auch in diesem Moment trägt?). Dann entdecke ich in der Dusche den Rasierer… (wo rasiert sie sich?), die Kontaktlinsen-Aufbewahrung und eine Beißschiene… (was sie wohl so sehr aufregt, dass sie nachts mit den Zähnen knirschen muss?) Ich entdecke beim Händewaschen eine Tinktur gegen Nagelpilz und stelle fest, dass Stefanie Melkfett benutzt. Melkfett?!? Äh, wofür?! Und dann die Seife… „Stop water while using me!“ stand darauf. Entweder ist Stefanie sehr umweltbewusst (was ich hoffte) oder sie gibt gerne bevormundend den Ton an. Ich verließ dann eilig das Badezimmer- ich hatte genug Informationen…“
„Und dann? Bist Du dann nach diesem Schock einfach stumm weggelaufen?“ fragte ich Frank und wollte mich schon wälzen vor lauter Lachen.
„Nö. Wir hatten einen echt schönen Abend und als wir uns dann verabschiedet haben, lud ich sie für zwei Tage später wörtlich in mein „PIPIKACKALAND“ ein.
Hat sie natürlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht verstanden…“

Was sagt Euer Badezimmer über Euch aus?

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Maronencremesuppe
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 3 kleine Schalotten
  • 6 Zweige Thymian
  • 250 g Maronen gegart
  • 20 g Butter
  • 600 ml Hühnerfond
  • 150 g Schlagsahne
  • 200 ml Milch
  • Meersalz
  • Piment d‘Espelette
Instructions
  1. Zuerst die Schalotten schälen und klein schneiden.
  2. Den Thymian abspülen und trocken schütteln.
  3. Die Maronen grob hacken, ein bis zwei Esslöffel beiseite legen.
  4. Von zwei Zweigen Thymian die Blättchen abstreifen.
  5. Die Butter erhitzen und Schalotten, Thymianblättchen und den größeren Teil der gehackten Maronen darin dünsten.
  6. Dann den Fond angießen und die Sahne dazu geben.
  7. Alles knapp 10 Minuten zugedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen.
  8. Nun die Suppe mit dem Stabmixer pürieren und die Milch unterrühren.
  9. Mit Salz und Piment d'Espelette würzen.
  10. Den restlichen Thymian und die restlichen Maronen in Olivenöl anbraten und auf die Suppe geben.

Rosmarin-Grissini mit geräucherte Entenbrust
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • 500 g Mehl, (Type 405)
  • 1 Pk. Trockenhefe
  • 1 Prise Zucker
  • 2 Tl Salz
  • 3 El Olivenöl
  • 2 El getrockneter Rosmarin, zum Bestreuen
  • 150 g geräucherte Entenbrust
Instructions
  1. Das Mehl mit der Hefe, dem Zucker, dem Salz und dem Olivenöl mischen und mit 275 ml lauwarmem Wasser ca. 10 Minuten so lange kneten, bis ein glatter und elastischer Teig entstanden ist.
  2. Den Teig in eine Schüssel legen, mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort 10 Minuten gehen lassen.
  3. Den Ofen auf 200 °C (Umluft 180 °C) vorheizen.
  4. Den Teig aus der Schüssel nehmen, erneut durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick zu einem Rechteck ausrollen.
  5. In 1 cm dicke Streifen schneiden und diese mit den Händen zu langen Strängen rund rollen.
  6. Die Teilstränge auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und dünn mit etwas Wasser bepinseln und mit getrocknetem Rosmarin bestreuen.
  7. Für ca. 15 Min backen und ausgekühlt in einer luftdichten Dose aufbewahren.
  8. Als Beigabe zur Maronensuppe mit der geräucherten Entenbrust umwickeln und mit der Suppen anrichten.