November 2015 archive

Orientalischer Flammkuchen

{…oder was Bräät a porteeee und Bauchtanz miteinander gemeinsam haben}

Orientalischer Flammkuchen1

Wenn morgens um 7.15 Uhr das Telefon klingelt, kann entweder nur eine Katstrophe oder ein Wunder passiert sein. In diesem Fall war es etwas genau zwischen Katastrophe und Wunder, als Miriam den Hörer Ihres Telefons abhob und ein unwirsches und verschlafenes: „Jaaaa?“ in den Hörer blaffte. Am anderen Ende war eine ziemlich ausgeschlafene junge Frauenstimme zu vernehmen: „Na Du bist ja wieder bestens gelaunt um diese Uhrzeit! Und falls Dein Gehörgang noch im Kissen steckt, hier ist übrigens Nathalie…!“

Miriam zählte kurz innerlich bis 3, um den aufkommenden „Was-bist-Du-um-diese-Uhrzeit-schon-so-ekelhaft-gut-gelaunt-Gedanken“ wegzuatmen. „Oh Nathalie, was verschafft mir die frühe Ehre? Also nicht dass ich mich nicht freue von Dir an einem Sonntag, an dem ich ausschlafen könnte, um diese Uhrzeit geweckt zu werden…!“ (der genervte Unterton in ihrer Stimme war einfach nicht zu unterdrücken).

„Du wirst es einfach nicht glauben! Weißt Du noch, neulich als ich Dir von dem Bauchtanzkurs erzählt habe? Ingos Frau aus dem Nachbarhaus hat mich gestern Abend beim Müll rausbringen darauf angesprochen, dass heute der neue Kurs beginnt und noch exakt 2 Plätze frei sind. Ich habe uns direkt mal angemeldet. Na, was sagst Du?“

Miriam schaute verstohlen an sich runter und nahm das verwaschene T-Shirt wahr, dass ihr ziemlich unsexy unter der Brust klemmte. Darunter zeichnete sich ein Bauch ab, der diesen Namen durchaus auch verdient hatte. Manch einer mag es gemütlich nenne, andere nennen es wohlgenährt. Miriam störte es bislang nicht.

„Komm Süße, das wird toll! Du und ich beim Kreisen der Hüften, beim Bewegen der Körpermitte…Und gerade etwas Fülligere finden in solchen Kursen ganz besonders schnell ihr Selbstbewusstsein wieder!“ „Was willst Du denn bitte damit sagen?“ fauchte Miriam, schlurfte verschlafen in Richtung Küche und goss sich Ihren Frühstücksdrink ein großes Glas Eistee mit Pfirsich-Geschmack ein. „Naja ich meine ja nur…Du und Deine Körpermitte könntet auch irgendwie dickere Freunde sein und etwas besser harmonieren, findest Du nicht?“ Ein undefinierbares Schnauben von Miriam suchte sich den Weg durch die Leitung zum anderen Ende. „Wir sind DICKE Freunde, falls es Dir noch nicht aufgefallen ist!“ „Also, um 18 Uhr geht’s los! Wir treffen uns in der Turnhalle! Zieh bequeme Klamotten an! Bis nachher!“ Und schon war nur noch das Klicken und eine dumpfe Stille im Hörer zu vernehmen. Miriam ließ sich auf ihren Küchenstuhl plumpsen und stütze Ihr Doppelkinn auf Ihre Handinnenflächen. Bauchtanz… Pffff….

Orientalischer Flammkuchen3

Um Punkt 18 Uhr stand Miriam in Ihrer helllila Leggings vor der Turnhalle und bereute es bitter, dass sie nicht eines ihrer Schlafshirts in Größe XXXL angezogen hatte. Aber warum auch? Beim Bauchtanz kann man schließlich zeigen was man hat und schon strich ihre linke Hand zärtlich über die Rollen, die Ihr etwas zu enges T-Shirt abzeichneten. Schließlich heißt es Bauchtanz und wenn einer Bauch zum Tanzen hat dann Miriam… Nathalie kam in Ihrer stylischen grauen Jogginghose an und sah natürlich belendend aus! „Na los! Schau nicht so angefressen! Das macht bestimmt einen heiden Spaß“, und schon zog Nathalie ihre Freundin an der Hand hinter sich her in die Turnhalle.

Erinnert Ihr Euch noch an den Geruch der Turnhalle zu Eurer Schulzeit? Ein muffiger, nach Schweiß und getragenen Socken müffelnder Dunst schlug Miriam entgegen, als sie die Halle betrat. Sofort kam ihr wieder die Erinnerung hoch, als sie in der 7. Klasse versuchte mit Anlauf eine Grätsche über den Bock (->Turngerät) zu machen und unsanft mit ihrem Puddingbauch dagegen klatschte, weil ihr irgendwie die Sprungkraft gefehlt hatte. Simon, Ihr heimlicher Schwarm, war als Hilfestellung an diesem Turnerät eingeteilt und konnte so schnell gar nicht seine Hände in Ihre Richtung strecken, als sie schon wie ein dicker Käfer rücklings auf dem Mattenboden lag. Eigentlich hatte sie sich geschworen nie wieder eine Turnhalle freiwillig zu betreten, wenn sie erwachsen ist. Und nun befand sie sich genau an so einem Ort wieder. Es war zwar kein Bock aufgebaut, dafür war der Geruch unverändert.

Und was sich an diesem Abend noch unerschied, waren die 8 anderen Damen, die sich zu diesem illustren Bauchtanzkurs eingefunden hatten. Fast alle waren in schillernd bunte Gewänder gehüllt. Eine mit einem Band aus kleinen lustig klingenden Glöckchen um Ihre ebenfalls recht üppige Hüfte gebunden, die bei jedem Atemzug klangen, als hätte man die Tür eines Gemischtwarenhändlers betreten.

Orientalischer Flammkuchen4

Und dann kam Helga die Tür herein. Helga, war die Kursleiterin. Eine braungebrannte Mitfünzigerin, mit einer Frisur, die Marge Simpson alle Ehre gemacht hätte und in ihrer eigenen rheinischen Art ein lautes „Halloooohoooo Mädels!“ in die Runde schmetterte. Ihre königsblaue Pumphose und ihr passendes mit perlen- und paillettenbesetztes Top umspielten Ihre breiten Hüften und ihre üppige Oberweite. „Wo ist denn ihr Gesichtsschleier????“ raunte Nathalie Miriam zu und musste sich ein lautes Lachen verkneifen. „Boooahhh Ihr seht ja alle tooohooooolll aahaus! Fast wie beim Brääät  a porteeee! So eine bunte Gruppe hatte ich schon lange nicht mehr!“ Und schon schwebte Helga zu ihrem Ghettoblaster und kurz darauf schwangen orientalische Klänge durch den Turnsaal und Helgas Hüften wiegten sich im Takt. „Macht einfach nach was ich mache..!“ Und dann begonnen ihre Hüfte sich zu bewegen, während der Oberkörper ganz ruhig blieb. Ganz, als ob sich Ihr Körper in zwei selbstbestimmte Partien unterteil hätte. Helgas Arme kreisten über ihrem Kopf, während Ihr Bauch anfing sanfte Wellenbewegungen auszuführen. Nathalie und Miriam sahen sich an und blickten stumm auf die anderen Kursteilnehmerinnen, die sich darin versuchten den oberen Teil Ihres Körpers getrennt von dem unteren Teil zu bewegen, während klagend und jaulend die Blas-, Schlag und Zupfinstrumente aus dem Orient aus dem Lautsprecher schnarrten.

Bei Miriam war an dieser Stelle der Abend beendet. Sie stieß Nathalie in die Seite und deutet mit ihren Augen an, den Rückzug anzutreten. Nathalie war zum Glück genauso perplex, ob des hüftschaukelnden bunten Schauspiels in dieser muffigen Kleinstadt-Turnhalle, dass sie nur stumm mit den Augen nickte. „Äh, Helga…Entschuldigung…wir müssen jetzt leider gehen!“, sagte Miriam laut in die Runde. „Ach? Warum denn???“ fragte Helga erstaunt und ließ ihre Arme auf ihren klingenden Hüftgürtel sinken. „Duuuu, Nathalie hat gerade schlimme PMS (-> prämenstruelles Syndrom). Das kam ganz plötzlich. Und ich muss sie jetzt nach Hause bringen. Habt noch einen schönen Abend!“ Und schon schwebten die beiden hüfteschwingend und seitlich mit den Armen rudern, im Takt der Musik aus der Turnhalle. Vor der Tür mussten sie sich erst einmal auf eine Bank vor der Halle setzten und schlugen sich auf die Schenkel vor Lachen.

Orientalischer Flammkuchen2

„Weißte was?“, sagte Miriam. „Ich hab jetzt so Lust auf orientalisches Brääät a porteee! Das mache ich uns jetzt zu Hause.“  „Was machst Du uns zu Hause?“ fragte Nathalie mit lachtränenerstickter Stimme. „Na. Portables Brääät nach orientalischer Art. Aber nur unter einer Bedingung: Du schleppst mich niiiiiiee wieder zu einem Bauchtanzkurs!“ „Abgemacht!“

–  –  –

(Dies war ein kleiner Auszug aus Tanjas Märchenstunde)

Granatapfel

Wollt Ihr auch ein orientalisches Brääät a porteee haben? Ok. Nennen wir es vielleicht eher Orientalischer Flammkuchen mit Lamm-Hackfleisch, Feta und Granatapfel. So wird’s gemacht:

5.0 from 5 reviews
Orientalischer Flammkuchen
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • Flammkuchenteig:
  • 250g Weizenmehl
  • 125 ml Wasser
  • 3 EL ÖL
  • 1 TL Salz
  • Belag:
  • 250 g Lammhackfleich
  • 1 EL Öl
  • 200 g türkischer Joghurt (10%)
  • 100 g Schafskäse
  • Kerne eines Granatapfels
  • Koriander
  • Zimt, Keuzkümmel, Anis gemahlen
  • Salz, Pfeffer
  • Ölivenöl
Instructions
  1. Aus den Flammkuchenteig-Zutaten mit der Küchenmaschine einen Teig kneten und kurz in Folie gewickelt ruhen lassen.
  2. In der Zwischenzeit das Hackfleisch in einem EL Öl anbraten und mit Salz, Pfeffer, Zimt, Kreuzkümmel und Anis nach Belieben abschmecken.
  3. Den Teig in 4 Portionen teilen und jede Teigportion zu einem Fladen ausrollen.
  4. Jeden Teigfladen mit dem türkischen Joghurt bestreichen und das Hackfleisch darauf verteilen.
  5. Alles bei 180 Grad für ca. 20 Minuten auf der mittleren Backofenschiene backen.
  6. Noch warm mit zerkleinertem Schafskäse bestreuen und die Granatapfelkerne darauf verteilen.
  7. Koriander nach Belieben darüber geben und noch warm mit etwas Olivenöl beträufelt servieren.

 

Und für die Authentizität könnt Ihr euch bei You Tube noch die passende Musik anhören (könnt Ihr natürlich auch lassen!) und vor dem Spiegel die perfekte Hüft- und Bauchwelle üben.

Viel Spaß!

Und das Bräät a porteee ist echt zu empfehlen!

Ich habe gerade aufgegeben meinen Oberkörper getrennt von meiner unteren Körperregion bewegen zu wollen… Die beiden bilden einfach zu sehr eine Symbiose…vielleicht mache ich dann doch auch mal einen VHS Kurs.

Bis bald, hier in dieser Anstalt ;)

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Vegane Pilzpfanne mit Naanbrot

{…Leben am Limit oder die Sache mit den Pilzen…}

Pilzpfanne2.1

Was ein schöner Morgen heute im Taunus… Allerdings fing dieser Morgen bei mir alles andere als schön an, denn alles was in meinem Kopf so zu spüren war, waren tierisch schöne Kopfschmerzen.

(Lieber Rotwein von gestern Abend, ich danke Dir recht herzlich für Deine wunderbare Gesellschaft. Du hast mir den Abend versüßt und mir ein wunderbar warmes Gefühl in Bauch und Kopf gezaubert. Aber hatte ich Dir nicht gesagt, dass ich mit keinem am nächsten Tag frühstücke, wenn wir einen Abend/Nacht verbracht haben? Hallo? Du bist immer noch da… Verschwinde!)

Um den etwas anhänglichen Rotwein wieder los zu werden, habe ich beschlossen mich in meine Gummistiefel zu werfen und einen ausgedehnten Waldspaziergang zu machen. Frische Luft mag der Rotwein in meinem Kopf nämlich gar nicht. Und was gibt es Besseres als an einem Herbsttag durch die bunten Blätter zu laufen und den Duft von feuchtem Waldboden zu atmen?

Das blöde an einem Rotwein-Date ist ja, dass sich am nächsten Morgen nach kurzer Zeit nicht nur der Kopf beschwert, sondern auch der Magen ein ganz merkwürdiges Eigenleben entwickelt. Den Geräuschen nach zu urteilen, lachte er sich glucksend über meine Blödheit weg, auf den charmanten Rotwein hereinreingefallen zu sein und stellte laut gurgelnd Ansprüche auf Nahrung. Und das alles mitten im Wald. Schöner Herbstwald hin oder her. Hunger! Jetzt! Na toll! Danke lieber Körper- ich habe verstanden was Du mir mitteilen willst! Rotwein ist in nächster Zeit aus im House.

Pilzpfanne1.1

Half mir aber natürlich nicht unbedingt weiter. Falls Ihr jetzt denkt, ich habe ganz neandertalerhaft Ameisen von Stöckchen gelutscht oder den Eichhörnchen die Nüsse ausgebuddelt und weggefuttert… Nein! Das habe ich natürlich nicht. Wobei die Idee mit den Nüssen gar nicht so schlecht wäre, im Zeitalter von der modernen Paleo-Bewegung…

Naanbrot1.1

Mein Blick fiel vielmehr auf die vielen Pilze, die sich hier auf dem Waldboden in kleinen Grüppchen so lustig zusammengestellt haben. Pilze in allen Farben und Formen. Ich weiß ja nicht wie weit Ihr Euch mit Pilzen und deren Verträglichkeit auskennt…Ich für meinen Teil gehe ausschließlich im Supermarkt oder beim Gemüsehändler Pilze sammeln. Da kenne ich mich aus. Da hat jeder Pilz ein eigenes kleines Namensschildchen und ich weiß, dass ich den nächsten Morgen noch erlebe, wenn ich davon gegessen habe.

Aber es gab durchaus auch Begebenheiten in meinem Leben, da habe ich am Aufwachen am nächsten Tag ein wenig gezweifelt…

Pilzpfanne4.1

Ich weiß noch genau, wie mich vor einigen Jahren die Oma einer Freundin zum Mittagessen eingeladen und für mich Gulasch gekocht hat. So ein richtiges Super-Oma-Wie-Von-Früher-Gulasch. Herrlich! Und als ich dann die erste köstlich gefüllte Gabel im Mund stecken hatte, sagte die Oma mit freudig geröteten Bäckchen: „Ach Tanja, das war heute so schön auf dem Friedhof. Genau neben dem Grab meines Mannes wachsen ganz viele Pilze. Die habe ich mit in das Gulasch reingeschnitten.“ Schluck… Das Gulasch hing mir in großen Brocken im Hals und wollte weder nach oben noch nach unten flutschen. Unter einem heftigen Hustenreiz, fragte ich sie, ob sie sich denn mit Pilzen auskenne. Die Antwort war schockierend: „Früher schon, als meine Augen noch gut waren. Aber man riecht doch ob ein Pilz genießbar ist oder nicht…“ Peng. Damit war ich eigentlich satt. Aber was bitte macht man, wenn eine kleine süße schrumpelige Omi vor einem an einem alten Küchentisch sitzt und sich so sehr darüber freut, mal wieder für jemanden kochen zu dürfen und beim Essen Gesellschaft zu haben. Man betet kurz, isst tapfer weiter und versucht die Pilze auszusortieren, mit der Begründung, dass man nicht so der Pilzfreund sei. Was natürlich nicht der Wahrheit entspricht. Aber man wird mir diese kleine Notlüge verzeihen. Ich sage Euch, manchmal kann man den Hashtag #lebenamlimt schneller schreiben, als man denkt. Aber zum Glück habe ich das Mittagessen überlebt und kann Euch deshalb heute diese wunderbar herbstliche Pilzpfanne zeigen. Der Clou an dem ganzen Gericht ist das warme Naanbrot, was es dazu gab. Ihr müsst das unbedingt ausprobieren…unbedingt! Und wer sich mit Pilzen auskennt, nimmt natürlich die, die in der freien Natur und nicht im Supermarkt wachsen.

Naanbrot2.1

Ich hätte ja auch gerne Ahnung von Pilzen, aber mehr als Fußpilz erkenne ich leider nicht. Naja ok. Einen Fliegenpilz gerade noch, aber dann verließen sie sie. Ist wahrscheinlich auch besser so, bevor ich oder die, die mit mir essen, nachher da liegen, wo die Omis leichtgläubig kleine Pilze fürs Gulasch sammeln und nebenbei das Grabbouquet neu arrangieren.

Woher auch immer Ihr Eure Pilze nehmt (Fußpilz würde ich übrigens nicht empfehlen, der hinterlässt immer so eine pelzigen Geschmack auf der Zunge *grins), hier findet Ihr das wirklich sehr schnell gemachte Rezept für die Pilzpfanne:

Pilzpfanne Rezept

5.0 from 5 reviews
Pilzpfanne
 
Author:
Serves: 2
Ingredients
  • 300 g gemischte Pilze
  • 5 Frühlingszwiebeln
  • ¼ Chinakohl
  • 3 EL Öl
  • 1 Knoblauchzehe gepress
  • ½ Bund Petersilie
  • Salz und Pffer
Instructions
  1. Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
  2. Frühlingszwiebeln waschen und die Zwiebelknolle ebenfalls in Scheiben schneiden, den längeren grünen Teil in feine Streifen schneiden.
  3. Den Strunk vom Chinakohl entfernen und ebenfalls in kleine Streifen schneiden. Diese dann waschen und gut abtropfen lassen.
  4. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pilze, Chinakohl und Frühlingszwiebelscheiben unter rühren ca 12 Minuten andünsten. Kurz gegen Ende den Knoblauch hinzugeben.
  5. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie und das Grün der Frühlingszwiebeln unterheben.

 

Und hier noch das Rezept für das Naanbrot:

Naanbrot Rezept

5.0 from 5 reviews
Naanbrot
 
Author:
Serves: 12
Ingredients
  • 1 kg Mehl Typ 405
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 4 TL Zucker
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 2 Eier
  • 4 EL Öl
  • 300 g Naturjoghurt
  • 20 g Hefe
Instructions
  1. Die Milch in eine Schüssel gießen und 0,5 EL Zucker und Hefe einrühren. An einem warmen Ort ca. 20 Minuten ruhen lassen, bis die Hefe sich aufgelöst hat und die Mischung schaumig wird.
  2. Das Mehl in eine große Schüssel geben und das Salz und Backpulver untermischen.
  3. Den restlichen Zucker, die Milch mit der aufgelösten Hefe, 2 EL Pflanzenöl, den leicht geschlagenen Joghurt und die verquirlten Eier hinzufügen.
  4. Alles gut 10 Minuten durchkneten, bis der Teig glatt und geschmeidig ist.
  5. Die Schüssel mit Frischhaltefolie bedecken und den Teig an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen, so dass er sich verdoppelt.
  6. Jetzt den Teig zu kleinen Kugeln rollen und jeweils eine Kugel auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Kreisen ausrollen.
  7. Eine Pfanne mit Öl auspinseln und den Teig darin von einer Seite anbraten bis sich Blasen bilden. Dann wenden und die andere Seite backen.
  8. Vorsicht, das Brot wird ganz schnell dunkel!
  9. Ihr könnt die kleinen Teigkugeln in Backpapier einzeln verpackt wunderbar einfrieren und dann portionsweise auftauen.
  10. Warm aus der Pfanne schmeckt das Naanbrot am besten!

 

Genießt den Herbst mit allem was er bietet!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

 

 

 

 

Bratapfelmarmelade

{…oder warum mir gestern der Himmel auf den Kopf gefallen ist…}

Bratapfel Marmelade 1

Äh… wisst Ihr eigentlich, dass in 52 Tagen Weihnachten ist?! Jaaaa Weihnachten… Sorry to say, aber die Zeit wird rennen. Wenn der November gestartet ist, wird die Zeit bis zum 24.12. verfliegen wie im Flug. Denkt an meine Worte!

Am Wochenende habe ich tatsächlich intensiv an Weihnachten gedacht und darüber sinniert was Weihnachten eigentlich so ausmacht. Ich gebe zu, ich hatte ein etwas melancholisches Wochenende, aber auch das gehört ja irgendwie zum Leben dazu.

Und wisst Ihr wie ich auf die ganze Weihnachts-Arie kam? Ich habe ganz unweihnachtlich Äpfel von einer Wiese geklaut. Gestern. Am heiligen Sonntag.
Der Baum hat mich bei meinem letzten Spaziergang so leidend angeblickt, weil seine Äste so sehr von den ganzen Äpfeln nach unten hingen, dass ich gestern dem Leiden einfach ein Ende machen musste. Ich habe gepflückt was da Zeug hielt und mir bei jedem Apfel gedacht: So…Du wirst zu Apfelmus verarbeite, Du zu Crumble, Du zu einem köstlich duftenden Apfelkuchen und Du zu Bratapfelmarmelade. Da keiner der gepflückten Äpfel mir ein Widerwort gab, bin ich davon ausgegangen, dass eine absolute Zustimmung in Bezug auf die Verwertungs-Verteilung der Äpfel bei ihnen lag. Ok.-ein Widerwort als solches gab es nicht, aber vielleicht doch ein sanfter Protest. Zumindest bildete ich mir dies ein, als ein kleiner frecher rotbackiger Apfel ohne Vorwarnung mit einem komischen Klong-Geräusch auf meinem Kopf landete, um dann in einem Meer von herabgefallenen Blättern zu verschwinden. Kleine Sünden werden dann wohl doch schneller bestraft, als man denkt. Die Beule am Kopf spüre ich heute nämlich ziemlich deutlich. Ich hab den Wink von da ganz oben verstanden-vielen Dank für die Lektion!

Bratapfel Marmelade 2

Als ich mich dann bückte, um den fiesen kleinen Apfel aus dem Blätterwust am Boden zu fischen, tasteten meine Hände zwischen all dem Laub nicht nur Apfelmus aus Fallobst, sondern zogen auch ein etwas mitgenommen aussehendes Stück Papier hervor. Zuerst dachte ich, dass es irgendeine Werbebeilage einer Zeitung sei, die vom Herbstwind hierher geweht wurde. Aber Miss W. ist ja ein eher neugieriger Mensch (eine Freundin von mir nennt es „wissbegierig“, das klingt positiver :) ) und hat sich den Zettel dann doch mal genauer betrachtet. Hach, und was soll ich Euch sagen? Nix Werbebeilage. Keine alte Zeitung. Ein Liebesbrief. Hier mitten auf der Wiese im zertretenen Fallobst unter dem Laub. Da ich den Brief natürlich nicht hier im Original online stellen wollte, habe ich ihn Euch kurz aufgeschrieben.

Liebesbrief

Ist der nicht wunderschön? Natürlich fragt man sich in diesem Moment, warum diese schönen Zeilen hier irgendwo auf dem feuchten Boden rumliegen. Hat er sich doch nicht getraut Ihr den Brief zu geben? Hat sie den Brief einfach achtlos weggeworfen? Ist er vielleicht einfach aus einer Tasche gefallen, bevor er überreicht werden konnte oder nachdem er gelesen wurde? Fragen auf die ich natürlich nie eine Antwort bekommen werde. Vielleicht sollte ich einen Aushang im Rewe machen: „Liebesbrief auf Wiese gefunden-wer ihn vermisst kann ihn im House No.15 abholen.“ Ob da einer kommt? Also ich würde meinen verlorenen Brief abholen. Ich hoffe Euch fällt auch mal der Himmel mit solch einem Brief auf den Kopf (natürlich ohne Beule am nächsten Tag).

Auf dem Nachhauseweg habe ich darüber nachgedacht, wie schade es doch ist, dass im heutigen Zeitalter von Handy, Email & Co. das Schreiben mit der Hand so völlig verloren gegangen ist. Jeder tippt nur noch alles ein. Die Sätze werden auf 3-5 Worte im Schnellsende-Modus geschrieben, meist bekräftigt durch kleine gelbe Smileys, die mal küssen, mal grinsen oder verärgert schauen, um diesen wenigen Worten wenigstens einen winzig kleinen Unterton mitgeben zu können. Ich gehöre auch zu dieser Sorte Mensch, dessen Daumen wohl schon verkürzte Muskeln und Sehnen aufweist, die mittlerweile Abkürzungen wie OMG und GN benutzt und für die es manchmal leichter ist schnell eine Nachricht über das Handy loszuschicken, als denjenigen kurz anzurufen oder gar mal einen Brief oder eine Postkarte zu schreiben. Fragt man mal in die Runde, ob andere noch „echte“ Karten und Briefe schreiben, heißt es oft: „ Ach dafür habe ich ja gar keine Zeit!“ „Das ist mir zu umständlich.“ „Hab ich schon ewig nicht gemacht. Allein weil ich dann auch noch zur Post laufen muss.“ „Email geht doch viel schneller und einfacher.“

Stimmt. Email geht schneller. Stimmt. Man muss auch noch eine Briefmarke bei der Post besorgen. Stimmt. Es beansprucht Zeit. Stimmt. Alles. Aber….

Bratapfel Marmelade 4

Während ich in meiner Küche stand und mir der wunderbare Duft der Bratapfelmarmelade, die ich aus den gesammelten Äpfeln gekocht habe, in die Nase stieg, habe ich beschlossen diese Woche zur „Housepost-Week“ zu ernennen. Irgendwie kam mir der feierliche Gedanke (es roch ja so nach Weihnachten in meiner Küche), mir einfach mal bewusst Zeit zu nehmen, um einen Brief zu schreiben. Jemandem meine Wertschätzung mit einer handgeschriebenen Karte mitzuteilen. Sich auf den Weg zur Post zu machen und alles zu verschicken. Sich Zeit nehmen für Gedanken und Wertschätzung für den anderen. Das bleibt leider auf der Strecke, in der heutigen schnelllebigen Zeit mit Handy & Co. In der Zeit von Weihnachten besinnen sich ja doch die einen oder anderen ja auch darauf. Aber warum bis Weihnachten warten?

Bratapfel Marmelade 5

Ich mache mir jetzt ein Brot mit dieser wunderbaren Bartapfelmarmelade (die übrigens auch toll auf Vanilleeis schmeckt), setzte mich an meinen Schreibtisch und werde lieben Menschen eine Karte oder einen Brief ganz altmodisch per Hand schreiben. Das Handy und der Computer bleiben in dieser Zeit aus! Kein Blinken oder blöde zwitschernde Töne sollen mich dabei ablenken.

Macht Ihr mit und verschickt handgeschriebene Post? Nehmt Euch doch mal die Zeit und macht einem Menschen, den Ihr gerne habt, eine unerwartete Freude, dass nicht nur Rechnungen und Werbung im Briefkasten liegen, sondern ein ganz persönlicher Gruß von Euch.

Falls Ihr keine Karte zur Hand habt, könnt Ihr Euch hier eine HOUSEPOST herunterladen. Und falls Ihr zu Eurem Brief oder Eurer Karte noch die Bratapfelmarmelade verschenken möchtet, gibt’s hier das Etikett dazu.

Wie die Marmelade gemacht wird seht Ihr hier:

5.0 from 8 reviews
Bratapfelmarmelade
 
Author:
Ingredients
  • 1 kg säuerliche Äpfel
  • 50 g Rosinen
  • 50 g Mandel(n), gehobelt
  • 100 ml Apfelsaft
  • 3 EL Zitronensaft
  • 500 g Gelierzucker, 2:1
  • ½ TL Zimt
  • 1 Vanilleschote(n), das Mark
Instructions
  1. Die geschälten Äpfel in kleine Würfel schneiden und mit den Rosinen, dem Apfelsaft und der ausgekratzten Vanilleschote weichkochen. (die Vanilleschote mit kochen)
  2. Die Mandeln in der Pfanne anrösten.
  3. Die Vanilleschote entfernen.
  4. Den Zimt, die Mandeln und den Zitronensaft unterrühren.
  5. Danach den Gelierzucker dazu geben und für ca. 4 Minuten sprudelnd aufkochen.
  6. Alles in heiß ausgespülte Gläser füllen.

Falls ich Euch auch mal ein paar ganz persönliche Zeilen per Hand schreiben soll, sagt mir unter mail@houseno15.de Bescheid, gebt mir Eure Adresse und schon ganz bald flattert eine kleine Housepost zu Euch in den Briefkasten.

Ich nehme mir jetzt mal 2 Stunden ganz bewusste Zeit und bin dann jetzt mal offline.

Eure

Tanja

aus dem House No.15

P.S: Dieser Beitrag entstand übrigens NICHT mit freundlicher Unterstützung diverser Brieftransport-Unternehmen! Meine Briefmarken kaufe ich mir nämlich immer selbst…am Schalter…in meiner kleinen Provinz-Poststelle…bei einer sehr netten Dame….die es verdient hätte auch mal Post zu bekommen.

Falls Ihr noch Lust auf weitere tolle Rezepte für den Herbst habt, schaut unbedingt mal hier in dieses wunderschön gestaltete Online-Magazin von Dorit Schmitt. Dort erscheint dann auch ab November in der neuen Ausgabe meine Bratapfel-Marmelade.