Oktober 2015 archive

Vegane grüne Super-Suppe

{…anlässlich der Stilettos in da House-Premiere und weil es bei kränkelnden Kerlen hilft…}

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*Trommelwirbel*
Ich bin ja sooo aufgeregt, denn heute startet etwas Neues hier im House. Um genau zu sein: „Stilettos in da House“ geht heute an den Start und ich freue mich wie ein Schnitzel, dass Katja von Stilettos & Sprouts jetzt hier mit mir in regelmäßigen Abständen ein Ding zusammen dreht.

Vor knapp zwei Wochen bin ich nämlich mal hier aus meinem Wald rausgefahren, um dann 100 km weiter in einem neuen Wald einzukehren. Raus aus dem Taunus, rein in den Odenwald. Und das alles so ganz ohne Plan wo ich da hinkomme….denn Katja und ich kannten uns ausschließlich über das Internet, sprich über das Bloggen, bzw. die moderne getippte Schnell-Kommunikation des Handys. Blinddate nennt man das auch in der Fachsprache…Und ich kann Euch sagen, ich war vor Aufregung auch wirklich fast „Blind“. Ein Hoch auf die Deoindustrie, die mit 24 Std Haltbarkeit wirbt. Hat prima geklappt…neee hat‘s nicht! Ich habe 4 Mal nachgesprüht und dabei jedes Mal Angst gehabt, dass mein Auto in die Luft fliegt (soll man ja nicht in kleinen engen Räumen verwenden, steht hinten auf der Dose). Das Lenkrad hat von meinen Händen schweißnass geglänzt und der Sitz unter meinem Allerwertesten war ohne Sitzheizung so warm, als hätte ich vorher eine Kaffeefahrt mit Heizdeckenverkauf überfallen und mir alle Decken auf einmal unter den Hintern geschoben. Und nein, ich habe mich nicht vor Aufregung vollgepi… ach, lassen wir das!

Egal. Ich kam bei Katja an und alles war wunderbar! Die Achseln trockneten wieder, die hektischen Flecken waren aus dem Gesicht verschwunden, die Hände wieder einsetzbar. Das Wochenende in den mir bislang unbekannten Baumreihen des Odenwalds war grandios und Katja und ich hatten einen Megaspaß, was nicht minder daran lag, dass ich hier auf eine äußerst lustige, offene und total liebenswerte Person getroffen bin und von Fremdsein nichts zu spüren war. Hach was war es schön! Und was passiert wohl noch, wenn sich Waldbewohnerin A mit Waldewohnerin B trifft?

    1. Es entsteht eine wunderbare Schnittmenge AB
    2. Es wird höllenmäßig feucht-fröhlich
    3. Es wird ungemein kreativ

Und wenn zwei kreative Köpfe die selbigen zusammen in ein Weinglas halten, entstehen die besten Ideen, oder Katja? ;) Und deshalb dürft Ihr heute live bei der Premiere von Stilettos in da House dabei sein. Eine gemeinsame Aktion, an dem Katja und ich Euch am selben Tag ein Gericht zu unserem Thema präsentieren. Nach Gemüse- und Obstsorten kochen und backen kann ja jeder… Unser Thema bei Stilettos in da House: Kochen und backen nach Farben.

Gestartet wird heute mit der Farbe GRÜN.

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Habt ihr mal nach draußen geschaut? Gerade war noch alles grün und seit gestern hat sich eine weiße Puderzuckerschicht über die Bäume gelegt (zumindes hier in meinem Taunus-Wald). Hallo?! Es ist Oktober und gedanklich liege ich eigentlich noch in einem Hauch von Nix am Strand. In der Realtität laufe ich mit dicken Socken und Schal um den Hals herum, staple Schichten von T-Shirts und Pullis übereinander (Zwiebellook), um bei aufkommender Wärme wieder etwas ablegen zu können.

Den Schal nutze ich als aktive Abwehrwaffe gegen herumfliegende Keime und Viren meiner Umwelt. Irgendwie hustet, prustet und niest ja gerade jeder um mich herum. Und wenn man es, wie ich, nicht immer in einem Bruchteil der Sekunde schafft, sich vor dem Sprühnebel des niesenden Vordermanns auf der Rolltreppe oder wo auch immer zu ducken, hat man echt schlechte Karten. Also hülle ich mich in meinen Lieblingsschal, und erwecke wahrscheinlich für unwissende Außenstehende den Eindruck, als ob ich mich gerade darin übe eine Burka zu tragen. Meine Schal-Burka ist einfach fantastisch und da auch immer mal ein Brötchen unter diesem deckengleichen Woll-Accessoire verspeist wird, kann es durchaus sein, dass ich zwei Tage später immer noch einen kleinen Rest-Brötchen-Snack dort finde. Das ist sehr praktisch für den spontanen kleinen Hunger zwischendurch, wenn nicht gerade Leberwurst auf dem Brötchen war und ein Stück des selbigen wie eine Brosche an meiner Brust klebt. Kam alles schon vor.

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Jeder hat ja so sein Allheilmittel, wenn dann doch die fiese Erkältung zugeschlagen hat und Kopf, Hals und die Knochen schmerzen, die Nase undefinierbares Sekret absondert und die Lungen klingen, als würde man Topfschlagen beim Husten auf ihnen spielen. Ganz besonders bemittleidenswert sind ja die Herren der Schöpfung im Krankheitsfall. Sorry liebe Kerle da draußen, aber das musste ich jetzt einfach sagen. Und neeeeeeiiin, Ihr seid da ja ganz anders! Aber es gibt sie tatsächlich…solche Ausnahme-Kandidaten, wie z.B. ein sehr sehr guter Freund von mir zeigt.

Anstatt wie manch anderer mit leidendem Blick und schlurfendem, schleppenden Gang nach der Krankenschwester zu rufen, zwingt er sich an die frische Luft und besorgt sich ein Suppenhuhn, um sich selbst(!!!) eine Hühnersuppe zu kochen. Bisher habe ich noch kein: “Schatz, könntest Du mir mal das Kissen aufschütteln?!“ oder „Schatz, ein Tee wäre schön, ich bin doch so schlapp!“ oder gar ein „Schatz, so krank war ich schon lange nicht mehr- fühl mal, hab ich Fieber?“ gehört. Er schlürft tapfer abends seine selbst gekochte Hühnersuppe, wechselt 2 Mal in der Nacht die Klamotten und ist morgens wieder fit wie ein Turnschuh (nach eigener Aussage). Scheint also zu helfen, dieses Hühnersuppen-Ding!

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Ich muss ja gestehen, dass ich nicht ganz so sehr der Hühnersuppen-Fan bin und habe mir mal eine Alternative überlegt. Und die ist GRÜN, um auch mal wieder den Bogen zum eigentlichen Thema zurück zu spannen. Und gesund. Und vegetarisch. Und sogar vegan. Und beinhaltet zudem eine tolle Superfood-Zutat (->Chiasamen). Nur einen Namen habe ich für diese sensationelle Suppe noch nicht gefunden. Es ist einfach eine Grüne Super-Suppe.

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Mittlerweile kann man ja überall nachlesen, dass grünes Obst und Gemüse grandiose natürliche Vitalstoffbomben sind. Und genau deshalb wirkt meine Super-Suppe bestimmt auch bei Erkältung, Reizhusten, Wadenkrämpfen, Herzklopfen, Kater, Sehnsucht, Pickeln, öh…was noch? Egal, ich bin überzeugt, dass diese Suppe für ALLES gut ist und sei es nur einem kranken Mann einen Liebes-Krankenschwesterdienst zu erweisen und ihn darin zu bestätigen, dass er eigentlich reif für’s Notschlachten wäre, sooo krank wie er sei.

Falls Ihr also auch so einen Patienten zu Hause rumliegen habt, oder Euch vielleicht selbst nicht so ganz auf der Höhe fühlt, kann ich Euch dieses House-Mittel nur wärmstens empfehlen. Ich habe mir gleich einen riesen Topf voll gekocht und ein paar Portionen eingefroren. Man kann ja nie wissen, wer mal hier todkrank im House aufschlägt und direkt in Pflegestufe 3 eingestuft werden muss ;)

5.0 from 6 reviews
Vegane grüne Super-Suppe
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 800 g Broccoli-Röschen
  • 500 g TK-Erbsen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 1 Liter Kokosnusswasser
  • 100 g Mandeln fein gemahlen
  • 50 g Chiasamen plus extra zum Servieren
  • 50 g Wasserkresse
  • 1 TL Olivenöl
  • Meersalz und frisch gemahlenen Pfeffer
Instructions
  1. Erhitze das Öl in einem Topf und lasse die gewürfelte Zwiebel und den Knoblauch darin glasig werden.
  2. In der Zwischenzeit schneidest Du den Strunk des Broccolis in kleine feine Streifen und hackst die Röschen klein.
  3. Gib die Strunke, die Gemüsebrühe und das Kokosnusswasser zu den Zwiebeln und dem Knoblauch und lasse alles für 8-10 Minuten köcheln.
  4. Dann gib die Broccoli-Röschen, die Erbsen, Chiasamen und Mandeln hinzu und koche alles für weitere 5 Minuten.
  5. Nimm den Topf vom Herd und gib die Wasserkresse hinzu und püriere alles.
  6. Ich mag es, wenn es nicht zu fein püriert ist, aber das ist Geschmackssache.
  7. Würze eventuell mit Salz und Pfeffer nach und streue vor demServieren noch einige Chiasamen auf die Suppe und garniere alles mit Wasserkresse aus.

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Und wer nicht so der Suppen-Kasper ist, der springt ganz schnell zu Katja rüber, die mit Ihrem grünen Grilled-Cheese-Avocado-Ziegenkäse-Sandwich mit selbstgemachtem Pesto echt in meiner Geschmacks-Liga voll den Vogel abgeschossen hat. Avocado, Mozzarella, Ziegenkäse, Babyspinat, Brot, Pesto…alles dabei was ich liebe. Wer ihren Blog nicht besucht, verpasst echt was! Sehr schön. Sehr lustig. Sehr Katja! ♥

Bleibt gesund and go green!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

P.S. Dieses Rezept erschien auch hier auf Seite 45  in dem schönen Onlinemagazin Aromenspiele „Frühlingsküche“

Herbstliches Rosenkohl-Sandwich

{…und die Sache mit dem Kohldampf…}

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So Herrschaften, heute gibt es mal wieder einen kleinen Exkurs in die wunderbar peinliche Welt der Miss W. aus dem House No.15.

Im Leben einer Kaltmamsell ist ja nicht immer alles nur aus Zucker und lecker und wohlduftend.

Ganz im Gegenteil. Manches klebt, manches erzeugt beim Zubereiten merkwürdige Geräusche , einiges lässt einem die Tränen in die Augen treiben, weiteres verursacht blöde Flecken auf den Klamotten, die beim Waschen ums Verrecken nicht mehr raus gehen und wiederum anderes riecht einfach nur…äh…nun…erst mal unschön. Zuerst beim Kochen. Dann nach dem Verzehr.

Ich habe lange überlegt, ob ich so etwas hier schreiben kann. Aber mal ganz ehrlich. Wir sind doch unter uns, oder? Und auch das gehört einfach zum Leben dazu.
Damit Ihr eine Vorstellung habt wovon ich rede, fange ich mal ganz von vorne an:

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Ich habe KOHLDAMPF! Und weil sich gelegentlich Leute beschweren, wenn etwas nicht absolut saisonal hier auf dem Blog verkocht wird (ja, ich nehme auch manchmal Dinge aus der Tiefkühltruhe!!!), halte ich mich jetzt mal an das ungeschriebene Foodblogger-Gesetz und bin gaaaanz im Herbst und dessen saisonalen Genüssen angekommen.

Ich habe mal spaßeshalber das Wort „Kohldampf“ gegoogelt. Und heraus kam einzig und allein die Bedeutung „großen Hunger verspüren“. Nun ja, ich könnte ja den Wikipedia-Eintrag um eine weitere Erklärung bereichern. Eine, die der Nahrungsaufnahme nachgelagert ist und dann nichts mehr mit dem Hungergefühl, sondern nur noch mit dem Wort „Dampf“ nach der Kohlaufnahme zu tun hat.
Ich hoffe Ihr versteht mich alle, denn das möchte ich eigentlich gar nicht weiter erläutern müssen.

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Neulich stehe ich ganz unbedarft beim Bäcker, warte bis sich die Menschentraube vor mir langsam in Wohlgefallen auflöst und zufrieden drein blickende Menschen den Laden mit vollen Tüten verlassen. Hinter mir entsteht eine Lücke von ungefähr einem halben Meter. Ich denke mir nichts dabei und freue mich, dass kein fremder Mensch mir so nah auf die Pelle rückt. Ihr kennt sicher die Sache mit dem eigenen persönlichen Bereich um sich herum. Gerade wenn sich lange Schlange an Kassen oder Theken bilden, neigen doch die ein oder anderen Personen dazu, Ihren Bauch fast an den Rücken oder den Hintern des Vordermanns/frau zu pressen, weil es ja dadurch vielleicht schneller voran gehen könnte. Ich hasse das und mache in diesem Fall immer einen festen beherzten Schritt nach hinten und treffe mit 100%iger Wahrscheinlichkeit genau den Mittelfußknochen des hintendran Stehenden. Mittlerweile bin ich Profi-Fußtreter und habe mich schon soweit professionalisiert, dass ich es schaffe, fast mein gesamtes Körpergewicht bei dieser Aktion auf den zurücktretenden Fuß zu verlagern. Mit betroffenem Blick drehe ich mich um und sage dann laut: “Ach herrje das tut mir aber jetzt leid. Ises schlimm? Sie haben aber auch dicht hinter mir gestanden!“ Meist schaue ich dabei in ein ziemlich schmerzverzehrtes Gesicht, während meine innere fiese Fee vor Schadenfreude Purzelbäume schlägt.

Beim Bäcker blieb diese Situation aus. Obwohl hinter mir sehr wohl noch andere Menschen warteten, um Ihre Backwaren zu erwerben. Aus den vorderen Reihen der Schlange löste sich ein Mann und kam mir entgegen. „Ach neeee… ich dachte Du backst Dein Brot immer selbst, Tanja?!“, sagte er grinsend. Mein alter Freund Markus, den ich schon seit dem Kindergarten kenne, umarmte mich herzlich und trat dann spontan einen Schritt zurück. „Uhhhh….!“, sagte er und wedelte theatralisch mit der Hand in der Luft hin und her. „Was ist das denn für ein neuer Damenduft den Du da trägst?“ Irritiert schnupperte ich an mir und wechselte mal eben die Farbe von blassrosa über rot bis zu bordeauxfarben. Peinlichkeit kennt keine Grenzen!

Bevor ich nämlich das House verlassen habe, weil ich merkte, dass ich kein Brot mehr zu House hatte, habe ich schon mal alles für diese ultra leckeren Herbst-Sandwichs vorbereitet. Käse gerieben, Speck geschnitten und Rosenkohl mit Zwiebeln angebraten. Letzteres hat natürlich einen gewissen Kochnebel hervorgerufen, der sich ganz heimlich, still und leise wie eine Tröpfchen-Infektion auf mir niedergelassen hat. So, und nun stand ich beim Bäcker und habe wahrscheinlich den halben Laden mit meinem „Eau de Rosenkohl-Zwiebel-Odeur“ zugenebelt. Kein Wunder, dass alle Pellenrücker hinter mir gefühlt einen Kilometer Abstand gehalten haben…

Zum Glück kam ich relativ schnell dran und bin ohne nach rechts und links zu schauen aus dem Laden gestürzt. Als ich die Tür vom Auto öffnete, wurde mir das ganze Ausmaß meiner Dunstwolke noch mehr bewusst, denn hier war der „Kohldampf“ in der Zeit, die ich beim Bäcker verbracht habe, konserviert worden.

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Aber ich hatte ja noch meine Herbst-Sandwich-Mission zu erfüllen und habe anstatt zuerst zu duschen und mich umzuziehen erst einmal mein Essen fertig zubereitet. Auf noch ein bisschen mehr Essensgeruch am Körper kam es dann auch nicht mehr an. Und soll ich Euch was sagen? Ich habe mich sogar stinkend an den Tisch gesetzt und mit einem riesen Genuss dieses Rosenkohl-Sandwich gegessen. Ich hatte aber auch einen Kohldampf! Und leeeeeecker war’s! Ach ja: und wegen des weiter oben angesprochenen „Dampfs“ nach dem Verzehr von Rosenkohl, empfehle ich ein bisschen Kümmel beizugeben.

Falls Ihr jetzt Appetit auf einen herzhaften Herbstsnack bekommen habt, dann solltet Ihr das unbedingt nachmachen! Falls Ihr unter Kohldampf leidet übrigens auch! Und falls Euch der andere Kohldampf stört, dann wechselt vor dem Verlassen der Wohnung auf jeden Fall die Kleidungsstücke und reißt alle Fenster weit auf.

5.0 from 8 reviews
Herbstliches Rosenkohl-Sandwich
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 8 Scheiben kräftiges Bauernbrot
  • 400 g Rosenkohl geputzt und fein geschnitten
  • 1 große Zwiebel in kleine Würfel geschnitten
  • 200 g dünn geschnittener Speck
  • 150 g geriebener Gruyere Käse
  • 1 TL Zucker
  • Dijonsenf
  • Olivenöl
  • Butter
  • Kümmel nach Belieben
Instructions
  1. Heizt den Backofen auf 200 Grad vor.
  2. Das Öl kurz erhitzen und darin die Zwiebelwürfel glasig anbraten.
  3. Den Rosenkohl und den Zucker dazu geben und für knapp 5 Minuten andünsten und zur Seite stellen.
  4. Den Speck kurz in einer Pfanne ohne Beigabe von Fett anbraten und ebenfalls zur Seite stellen.
  5. Die Brotscheiben dünn mit Dijonsenf bestreichen.
  6. Brotscheiben zuerst mit Rosenkohl und dann mit dem gebratenen Speck belegen. Wer mag streut ein wenig Kümmel auf den Rosenkohl.
  7. Zum Schluss den geriebenen Käse darüber streuen und mit einer weiteren Brotscheibe verschließen.
  8. Die belegten Brote von außen dünn mit Butter bestreichen und in einer Grillpfanne oder im Kontaktgrill knusprig grillen.
  9. Danach kommen die Brote für 3 Minuten in den vorgeheizten Ofen, bis der Käse geschmolzen ist.
  10. Noch warm servieren.

Ich gehe jetzt mal einen Duftbaum fürs Auto kaufen. Gibt’s die Duftrichtung „Fischmarkt“ eigentlich schon im Handel?

Es grüßt Euch (mittlerweile wieder nach einer taufrischen Frühlingswiese duftend)

Tanja

aus dem House No.15

Olivenöl-Trüffel-Praline

{…oder die ewige Frage: „Passt das zusammen?“…}

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Irgendwie ist das ganze Leben ein großes Memoryspiel.
Ständig stellt man sich die Frage: „Passt das zusammen?“
Morgens geht das Suchspiel schon in die erste Runde. Passt der rote Pulli zur gelben Hose? Passt die braune Tasche zu den blauen Schuhen?
Am Abend ein ähnliches Schauspiel in derselben Kulisse. Passt das kleine Schwarze oder eher Jeans und Bluse zu dem Anlass der Party? Oh man… ich weiß das sind eindeutig Frauenprobleme.

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Aber nicht nur das weibliche Geschlecht hat Probleme etwas Passendes zu finden.
Meine Freundin Claudia recherchiert gerade für Ihre Doktorarbeit das Thema „Partnersuche im Internet“. Natürlich muss sie dafür im Selbstversuch diverse Plattformen testen und hat sich demnach bei einigen Anbietern angemeldet. Da sie tatsächlich ein Single-Dasein fristet (was sie nach eigener Aussage ziemlich genießt) gibt es also auch keine Eifersuchtsdramen im häuslichen Umfeld. Nach der erfolgreichen Registrierung und Sofortüberweisung der anfallenden Gebühren geht es dann auch schon gleich los. Und das tollste…Ich sitze immer live daneben.
Am lustigsten finde ich ja das Ausdenken der Nicknamen und die Beschreibung der eigenen Person, bei der ich ganz hochoffiziell Ghostwriter sein darf. Und Freunde, ich sage Euch: wenn die richtigen Getränke am Start sind, hat Claudia auf einmal Fähigkeiten und Hobbies, die selbst den uninteressiertesten Stubenhocker aufhorchen lassen. Natürlich haben wir pro Partnerportal ganz verschiedene Charaktere erschaffen, der Test musste ja schließlich vielschichtig sein.
Meine Freundin leidet, seit dem ich sie kenne, unter Höhenangt. Jetzt ganz im Ernst! Aber so ganz heimlich über Nacht hat sie auf einmal so aufregende Hobbies wie „Segelfliegen“, „Bungeejumping“ und Fallschirmspringen. In einem anderen Portal liebt sie es stundelang im Garten zu wurschteln, obwohl sie im 8. Stock eines Hochhauses in der City wohnt, in dem man die Balkone von innen grün angestrichen hat, damit man wenigstens einen Mü das Feeling hat, dass man sich tatsächlich draußen befindet. Selbst der Basilikum auf dem Küchenfensterbrett lebt bei Claudia meist nicht länger als 4 Tage.
Und seit dieser Paarsuch-Aktion hat meine Freundin schon so oft den Job gewechselt, wie andere Leute Ihre Schlüpfer. Von A wie Astrologin und Arbeitssuchende bis zu Z wie Zahnärztin, über F wie Fleischereifachangestellte und selbständige Fußpflege. Ja ja, so vielschichtig ist die Gute! Wobei es einem ja freigestellt ist, ob man den Beruf angibt. Alles eine ziemlich spannende Sache und für unsere Lachmuskeln das beste Training überhaupt.

Aber mal ehrlich: Heutzutage ist ja die Partnersuche im Netz gar nicht mehr wegzudenken. Während der frühe Neandertaler noch den Baum mit seinem Duftstoff markierte, muss der heutige Homosapiens bestenfalls im Zweifinger-Suchsystem halbwegs kreativ ein Benutzerprofil erstellen und schon hat man die Chance den Partner fürs Leben zu finden. Zumindest angenehmer und bequemer als an einem markierten Baumstamm zu schnuppern. Aber letztlich geht es doch immer nur um das zentrale Thema „Wer passt zu mir?“. Oder besser gesagt, wieviel Prozent Übereinstimmung werden vom Computer errechnet.
Nachdem Claudia dann ihre ersten Anfragen bekommen hatte, druckten wir alle Profilbilder im quadratisch-praktischen-Instagramformat in doppelter Ausführung auf dickerem Papier aus und trafen uns an einem weiteren Abend bei zwei weiteren Flaschen Rotwein, um „Kerle-Memory“ zu spielen. Die Idee dahinter war, dass das erste aufgedeckte Pärchen auch gleichzeit ihr erstes Date werden würde. Das große Los fiel auf Ansgar, der in seiner eigenen Beschreibung gerne zu Hause DVDs schaut, klassische bis moderne Musik hört (was bedeutet bitte modern?), sammelt alte Autozeitschriften und singt einmal in der Woche im Gesangsverein. Sorry Claudia, ich konnte doch nix dafür, dass ich ausgerechnet den „spannendsten“ von allen aufgedeckt habe. Optisch konnte Ansgar allerdings in der ganz oberen Liga mithalten. Und da haben wir es wieder… Wie passt so ein gottgeschaffenes optisches Wunderwerk (ooookeeee…ich übertreibe ein wenig) mit diesen Hobbies überein? Aber genau das ist es ja, was das Leben so spannend macht. Für eine andere Claudia (oder Carina, Mechthild, Silvia), irgendwo da draußen in der Welt, wäre so ein Ansgar der Held ihrer schlaflosen Nächte. Im Schlafzimmer würden die DVDs in Dauerschleife laufen, während er ihr verliebt ein Lied in D-Moll trällert und sie gemeinsam seine Autozeitschriften archivieren. Irgendwie und irgendwo gibt‘s immer das Passende. Man muss eben nur das passende Puzzleteil aufspüren, oder die richtige Memorykarte rumdrehen.

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Natürlich ist ja auch immer alles eine Frage des Geschmacks. Mag man es, bzw. „passt es einem“? Sei es bei Menschen, Farben, Muster, Kleidung, Gerüche, Musik oder aber natürlich beim Essen.
Beim Essen liegt der Spagat zwischen lecker und wääääh zumindest bei ungewöhnlichen Kombinationen sehr weit auseinander. Der Experimentierfreudige sagt: „Das könnte passen!“ Der Ängstliche denkt: „Igitt das passt doch niemals zusammen“ und steckt sich wieder eine Gabel voll althergebrachtes Wiener Schnitzel in den Mund.
Zu welcher Kategorie Ihr bei meinem heutigen Rezept gehört wird sich gleich weisen. Denn heute gibt es housegemachtes Trüffelkonfekt mit Ölivenöl und Fleur de Sel. Meine Meinung: DAS PASST! Aber sowas von perfekt!!!

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Allerdings muss ich eine kurze Einschränkung hinzufügen: es schmeckt wirklich nur, wenn Ihr bestes Olivenöl verwendet. Und natürlich beste Schokolade (aber das versteht sich bei Trüffel ja von selbst!).
Mein Olivenöl hat mir der liebe Rudi Braun von Antikleia geschenkt und ich bin sowas von beeindruckt von dieser coolen Flasche. Das Öl ist nicht nur ein Hingucker in der Küche, sondern auch im Geschmack erstklassig. Mein Olivenöl No.1!
Solltet Ihr also Lust auf bestes griechisches Olivenöl haben, schaut unbedingt hier vorbei!

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Seid auf jeden Fall mutig und experimentierfreudig und probiert diese Kombination von zartschmelzender Schokolade, kräftigem Olivenöl und einem Hauch Salz aus. Es lohnt sich und PASST!

5.0 from 7 reviews
Olivenöl-Trüffel-Praline
 
Author:
Ingredients
  • 175 g Sahne
  • 30 g Honig
  • 200 g beste dunkle Kuvertüre (70 %), gehackt
  • 200 g beste Vollmilchkuvertüre, gehackt
  • 100 ml kräftiges Olivenöl
  • Fleur de Sel
  • etwas Öl für die Form
Instructions
  1. Die Sahne und Honig aufkochen, den Topf vom Herd nehmen und beide Kuvertüresorten in der heißen Sahne schmelzen lassen.
  2. Das Olivenöl zugießen und alles mit einem Kochlöffel glatt rühren.
  3. En wenig Fleur de Sel unterrühren (ganz nach Geschmack)
  4. Eine rechteckige Form (30 x 21 cm) leicht ölen und mit Frischhaltefolie auslegen.
  5. Die Ganache etwa 1 cm hoch einfüllen und die Form über Nacht kühlstellen.
  6. Am nächsten Tag mit einem kleinen Löffel die festgewordene Ganache abstechen und in der Hand zu kleinen Kugeln rollen und wieder in den Kühlschrank stellen.
  7. Vor dem Servieren mit dunklem Kakaopulver bestreuen und nach Belieben noch etwas Fleur de Sel darüber geben.

Also ich habe den passenden Partner für meinen entspannten Nachmittagskaffee oder als Abschluss eines gelungenen Dinners in dieser schokoladigen-olivenöllastigen-Sünde gefunden.

Ich hoffe alle Eure Töpfe haben den passenden Deckel und Ihr seid Profi-Memory-Spieler!
Genießt das Wochenende!

Es grüßt Euch Eure

Tanja

aus dem House No.15

P.S. Claudia entschuldigt sich übrigens für die Schummelei zum Zwecke ihrer Doktorarbeit.