Juni 2015 archive

Und jetzt haben wir den Salat {Teil 3} Der 5km-Salat

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So eine Salatwoche ist ja ganz schön und gut. Aber so ganz ohne Bewegung hilft ja auch so eine Salatwoche nichts. Also habe ich mich aufgerafft und habe mich mal wieder mit dem Thema Jogging auseinandergesetzt. Ich und Jogging…das ist wie wenn Helene Fischer ACDC singen würde.

Ich bin ja eher der ACDC-Typ, als der Helene Fischer-Fan. Naja, aber ab und zu muss man ja auch mal über den Tellerrand hinausschauen und sich in Genre begeben, die einem sonst eher fremd sind.

Also mache ich heute einen auf Helene Fisher, werfe mich in meine Goldglitzer Laufhose (ist gelogen!) und starte mit wehendem Haar meine Joggingrunde (auch gelogen! Offene Haare beim Sport – schön, aber sowas von unpraktisch!). Das Ziel für den Anfang: 5 km…das sollte ja wohl zu schaffen sein. Sollte. Könnte. Würde gerne. Alles schöne Wörter. In der Praxis sieht das schon wieder ganz anders aus!

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Ich fange am besten ganz von vorne an: Eine meiner Freundinnen joggt immer total konsequent mindestens 3 Mal in der Woche (zumindest im Sommer) an meinem Bürofenster im House vorbei. Ich sehe sie schwitzen, ich sehe, dass sie Sport treibt, ich sehe, dass sie etwas für Ihren Körper tut. Das will ich auch. Rennen, bis mir die Zunge aus dem Hals baumelt, ich das Gefühl habe, dass mein Blut beim Laufen aus den Adern quillt und die Halsschlagader so sehr pulsiert, dass sie in einem Techno-Track die Baseline vorgeben könnte. Genau das will ich! 5 km. Schaffe ich!

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Also schnüre ich gestern meine Joggingschuhe, die ich mir vor einem Jahr in einem Sportfachgeschäft für 200 Euro habe anpassen lassen (ich habe nicht mal Pumps, die so teuer waren!), stecke mir die Kopfhörer ins Ohr (da läuft Tina Dico *On the run* in Hirnvibrations-Lautstärke) und laufe los.
Ganz gemütlich, ganz in Ruhe, lasse meine Gedanken treiben, während ich an Pferdekoppeln und 100jährigen Spaziergängern mit dämlichen Stöcken in der Hand freundlich grüßend, spritzig und mit einem euphorischen Lächeln auf dem Gesicht vorbeirenne.
Dabei muss ich sagen, dass die Pferdekoppeln so ca. 300 Meter vom House entfernt sind. Bei Kilometer 0,5 (-> 500 Meter) verspürte ich ein unangenehmes Ziehen in der Seitengegend. DURCHHALTEN! Jetzt bloß nicht aufgeben! Ich schleppe mich weiter mit einem eingefrorenen Lächeln auf dem Gesicht, bloß nicht schwächeln. Der Schmerz in meiner Seite wird nahezu unerträglich. Ich halte kurz an, strecke die Arme in den Himmel, wie ich es bei so einem Sport-Guru in einem You-Tube-Video gesehen habe, atme tief in den Bauch, halt die Beine in Bewegung und hoffe, dass das Ziehen so langsam nachlässt.
Kurz tut mir mein Körper den Gefallen, bis ich wieder antrabe, und in der Ferne eine Bank entdecke. Man muss sich ja Ziele setzen, habe ich mir gedacht. Die Bank ist das Ziel und die ersehnte Pause ist der Lohn. Also sitze ich kurze Zeit später mit meinen fast neuen 200 Euro teuren Laufschuhen (deren Sohlen so abgenutzt sind, wie die Spülhandschuhe der englischen Queen), der stylischen Hose und dem offenen Haar auf der Bank, sehe blenden aus (weil geschwitzt habe ich ja nicht), wippe fröhlich mit dem rechten Fuß im Takt zur Musik in meinem Ohr und lehne mich ganz entspannt zurück. Alles doof! Ich fühle mich wie ein Versager. Immerhin –  knapp einen Kilometer habe ich geschafft.
Wir erinnern uns: auf dem Plan standen 5 Kilometer. Hab ich ja fast geschafft, oder?! Sagt jetzt nichts! Die Frustration hat mich eh schon im Griff! Um zumindest meinen inneren Frieden mit dem gestrigen Bewegungsversuch zu finden, beschließe ich den Rest der Rund mit strammen Gehen zu beenden.
Und während ich darüber nachdenke, wackelt das 100jährige Paar mit seinen Stöcken, fröhlich schwatzend an mir vorbei, schaut kurz mitleidig auf mich herab, grüßt lächelnd und wissend und schreitet strammen Schrittes weiter. Danke Leute!

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Ich raffe mich also auf, und beschließe die 500 Meter wieder zurück zu laufen (ich traue mich schon gar nicht mehr das Wort „joggen“ zu benutzen). Ich trabe also noch ein letztes Mal an und fühle mich nur noch einen Bruchteil so gut, wie zu dem Zeitpunkt als ich startete, aber egal. Kurz vor der Pferdekoppel stolpere ich fast, denn unter einem Ahornbaum liegt ein Schild mit der Zahl 5 darauf. Eigentlich war das einst an dem Baum fest verschraubt, um zu kennzeichnen, dass es bis zu einem bestimmten Punkt nur noch 5 km weit ist. Mal wieder ein Zeichen? Das soll doch bestimmt heißen, dass da jemand der Meinung ist, ich habe meine 5 Kilometer erreicht. Anders als geplant, aber egal. Jeder hat seine eigenen Ziele und Vorstellungen irgendwann anzukommen. Für heute habe ich meine persönliche Zahl 5 erreicht. Ich bin nicht unbedingt stolz auf mich, aber trotzdem sehr entspannt und habe mit Sicherheit trotzdem etwas gegen einen dicken Hintern getan. Übrigens, falls Euch eine sehr lustige Theorie zum Thema „Zusammenspiel zwischen Hirn und Hintern“ interessiert, sollte Ihr auf jeden Fall bei Sandra von haseimglück vorbeischauen! Da wird dieses Thema genauer und vor allem sehr amüsant erläutert.

Ich habe mir zu Hause angekommen erst mal einen 5-Km Salat gemacht. Auch wenn ich diese 5 Km nicht geschafft habe. Der Gedanke war da, einen gewissen Einsatz habe ich gezeigt und zur Not esse ich den Salat auf das nette alte 100jährige Pärchen, das jetzt bestimmt ganz entspannt und zufrieden auf dem Sofa sitzt und sich gegenseitig die angestrengten Waden und Füße massiert und mit Sicherheit 5 Kilometer mit ihren Stöcken abgerissen hat. Hach… Mist! Das Holzding mit der 5 darauf ist übrigens das besagte Schild…

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Hier also das Rezept zum 5-km-Salat mit gesundem Baby-Spinat, gerösteter Paprika und gefüllter Polenta, dazu ein super leckerer Radieschen-Dipp, dessen Rezept mir die liebe Liane verraten hat
(die gefüllte Polenta ist das Belohnungs-Prinzip, nach dieser sportlichen Hochleistung *räusper*)

5.0 from 8 reviews
Spinatsalat mit Röstpaprika und gefüllter Polenta
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • Für den Salat:
  • je 2 rote und gelbe Paprikaschoten
  • Baby-Spinat
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Balsamico
  • 1 EL Senf
  • 1 Prise Zucker
  • Salz und Pfeffer
  • Für die Polenta:
  • 350 g Maisgrieß
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 150 g Schafskäse
  • Pesto nach Wahl
  • Salz
  • Olivenöl
  • Für den Dipp:
  • 200 g Schmand
  • 200 g Frischkäse
  • Radieschen
  • Frühlingszwiebeln
  • Pfeffer und Salz
Instructions
  1. Für den Salat:
  2. Die Paprika vierteln und entkernen und für 5 Minuten im Ofen grillen, bis die Haut Blasen wirft.
  3. Dann mit einem feuchten Tuch abdecken und anschließend die Haut der Paprika entfernen.
  4. Aus Öl, Senf, Balsamico, Zucker, Pfeffer und Salz eine Sauce rühren und den gewaschenen Spinatsalat damit vermengen.
  5. Für die Polenta:
  6. Die Gemüsebrühe mit einer Prise Salz aufkochen und einen Spitzer Olivenöl hineingeben.
  7. Den Maisgrieß mit einem Schneebesen einrühren und vom Herd ziehen.
  8. Ein geöltes Blech mit der Hälfte der Polenta bestreichen, darauf das Pesto verteilen und mit klein geschnittenem Schafskäse bestreuen.
  9. Jetzt die andere Hälfte der Polenta darauf verteilen und alles auskühlen lassen.
  10. Danach die Polenta in Würfel schneiden und in einer Pfanne von beiden Seiten knusprig anbraten.
  11. Für den Dipp:
  12. Den Schmand mit dem Frischkäse cremig rühren.
  13. Radieschen und Frühlingszwiebeln klein schneiden und unter die Creme heben.
  14. Alles mit Pfeffer und Salz würzen.
  15. Die Polenta auf dem Salat anrichten und den Dipp dazu servieren.

Und was ist so mit Euch und Sport?

Ich habe ja ein bisschen Angst vor Kommentaren wie: „ Also ohne mein tägliches Fitness-Studio bin ich nur ein halber Mensch!“ oder Ähnliches. Schreibt mir bitte trotzdem- ich bin Kummer gewöhnt ;) (Spaaahhhaaaaß!)

Habt ein schönes Wochenende, mit oder ohne Sport, und einfach mit einem guten Gefühl bei allem was Ihr tut!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Und jetzt haben wir den Salat {Teil 2}

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Heute kommt also Teil 2 der Salatwoche im House. Ich merke schon wie mein Körper so langsam schwindet. Blöd, dass er oben anfängt sich in Wohlgefallen aufzulösen. Irgendwie wird man immer zuerst an den Stellen weniger, an denen man gar nicht vor hatte sich zu reduzieren. Mein Schwund beginnt gaaanz oben. Nein, ich habe keinen Haarausfall, aber kurz darunter fängt es an zu bröckeln. Heute bei Teil 2 habe ich schon das Gefühl, dass mein Gehirn mit dem Kuchen- und ungesunden Fettsäuren-Entzug gar nicht klar kommt. Was passiert denn dann bitte in den nächsten Tagen?

Gestern fing das Verwirrtsein schon an. Ich habe meinen Autoschlüssel verloren, obwohl ich nur von meinem Parkplatz in das gegenüberliegende Café gegangen bin (Kaffee steht ja nicht auf der roten Liste, Kuchen hab ich mir verkniffen!). Natürlich habe ich mein Auto ordnungsgemäß abgeschlossen. Beim Zurückkehren war der Schlüssel weg. Verschwunden. Nicht mehr da. Meine Handtasche (Modellgröße Koffer für eine 4-köpfige Familie) habe ich von oben bis unten durchkämmt und war kurz davor das Futter aufzutrennen, um auch im Innenleben der Tasche zu suchen. Nix. Der Schlüssel war verschwunden und ich stand da wie ein Depp. Zu House habe ich einen Ersatzschlüssel liegen, aber mein House-Türschlüssel lag natürlich IM Auto. Was ein Glück hat man wirklich gute Freunde, die einen Ersatz-House-Türschlüssel bei sich verwahren und wiederum eine andere gute Freundin, die mich dann nach House gefahren hat, um zuerst den Ersatz-House-Türschlüssel zu holen, um dann ins House zu kommen und dann den Ersatz-Autoschlüssel zu holen, um dann das Auto endlich wieder benutzen zu können. Ihre konntet mir folgen? Ich sag ja: Bin verwirrt… Vielen lieben Dank Yvonne und Gisela an dieser Stelle! Ihr seid meine Heros des Tages!!! Der Schlüssel war natürlich nicht weg, sondern lag im Café auf dem Klo, wie mir dann eine nette Mitarbeiterin am Telefon sagte. Schon blöd, wenn man innerhalb eines 1,5-Minütigen-Toilettengangs schon vergessen hat, dass man den Schlüssel da irgendwo hingelegt hat. Ich bin ja nur froh, dass ich Ihn nicht einfach mit weggespült habe. Tse tse tse… Ich sag doch, der Salat löst so langsam meine Gehirnzellen auf.

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Aber erst kürzlich habe ich gelesen, dass Zungenbrecher, die Gehirnzellen in Schwung halten. Und deshalb läuft der heute Salattag unter dem Motto: „Mein Lieblings-Zungenbrecher“ (bzw. unter dem Motto des Zungenbrechers, den ich noch nieeeeee fehlerfrei von mir geben konnte).
Blaukraut bleibt Blaukraut, und Braukleid bleibt Brautkleid.
Himmel…ich werde es nie schaffen, alle Wörter fehlerfrei auszusprechen.
Hirn an Zunge : “Streng Dich gefälligst mal an!“

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Brautkleid ist heute aus. Bleibt nur noch das Blaukraut. Und daraus lässt sich ein extrem leckerer Rohkost-Salat zaubern. Ganz im Sinne von vegan, eat raw und eat clean. Ich hoffe meine Gehirnzellen freuen sich und feiern ein Fest, bei dem Sie sich orgastisch teilen und vermehren, damit ich wieder auf mein Tanja-Normal-Level komme.

Ganz ehrlich: wenn nicht, werden die nächsten Beiträge hier auf dem Blog nur noch aus Klick-Klack-Lauten bestehen und keiner wird mir auch nur ein Wort lang folgen können. Totaler Verlust der Muttersprache….

Aber nein, so weit wird es nicht kommen, denn Blaukraut oder auch Rotkohl genannt ist total gesund: Schon 200 g Rotkohl decken mit 100 mg den Tagesbedarf an Vitamin C! Damit nicht genug, stecken auch bis zu 400 % der von Ernährungs-Experten empfohlenen Tagesdosis an Vitamin K darin, außerdem reichlich Selen, Magnesium und Kalium. Auch sein hoher Gehalt an Ballaststoffen spricht für Rotkohl, denn dadurch hält er nicht nur lange satt, sondern bringt auch eine müde Verdauung auf Trab. So sieht‘s mal aus, mit dem Blau-Rot-Kohl-Kraut.

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Und deshalb haue ich hier jetzt noch schnell das Rezept dazu raus, schiebe mir noch eine Gabel davon prophylaktisch in den Mund und warte, ob ich merke dass sich im Oberstübchen etwas tut. Ich hoffe ja stark auf ganz viel lustiges *plöp* *plöp* *plöp* im Oberstübchen, wenn die Hirnzellen ihre Party feiern und sich fröhlich vermehren:

5.0 from 5 reviews
Rotkohlsalat
 
Prep time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 1 Rotkohl
  • 4 Karotten
  • 100 g Cashewkerne
  • 3 Stiele Minze
  • 1 Chilischote
  • 4 EL Sojasauce
  • 2 Biolimetten ausgepresst
  • 2 EL Zucker
  • 2 Avocados
  • 1 EL weiße und schwarze Sesamsaat
Instructions
  1. Den Rotkohl waschen, halbieren und den Strunk entfernen.
  2. Die Karotten schälen.
  3. Beides grob raspeln, bzw. hobeln
  4. Von der Minze die Blättchen abzupfen und mit der Chilischote fein hacken.
  5. Minze, Chili, Sojasauce, Limettensaft und Zucker zu einem Dressing rühren und die Karotten und den Rotkohl damit gut vermengen und mind. 1 Std ziehen lassen.
  6. Die Cashewkerne ohne Fett rösten und die Avocados halbieren, entsteinen und schälen.
  7. Den Salat mit Avocados, gerösteten Cashewkernen und Sesamsaat servieren.
  8. Wer keine Avocado mag, kann alternativ auch eine gewürfelte Birne zum Salat servieren.

Habt Ihr einen Lieblings-Zungenbrecher oder eine totsichere Art die Gehirnzellen vorm Absterben zu bewahren?

Für Tipps bin ich immer dankbar! Schreibt mir doch mal!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

*das Rezept stammt übrigens aus der aktuellen „Sweet Paul“

Und jetzt haben wir den Salat {Teil 1}

Roter Linsensalat B1.1 Ab heute ist Schluss mit dem sündigen Leben. Eigentlich ja schon seit gestern, denn ich hatte gestern noch die Nachwehen von der sonntäglichen Kuchenschlacht. Im Konkreten sah das so aus, dass mir ein leuchtend rotes Etwas am Kinn aus dem Spiegel entgegenlachte und auch selbst durch zentimeterdicke Abdeckstift-Schichten nicht unsichtbar gemacht werden konnte. Das war der erste Hieb.
An einem Montagmorgen, an dem man sich ja sowieso schon so sehr freut, dass das Wochenende „endlich“ vorbei ist, freut mich über solche anhänglichen Freunde im Gesicht ganz besonders! (Achtung Ironie).
Der zweite Hieb folgte prompt: Wie jeden Morgen hüpfte ich mit halb hochgezogener Hose durchs House, weil enge Hosen nach dem Duschen echt ungnädig beim Anziehen sind und wahrscheinlich genauso wie ich keine Lust auf Wochenanfang haben.

Roter Linsensalat B3

Enge Hose… Meine Hose war unter Garantie einen Tag zuvor noch nicht so eng! Garantiert!!! Nicht nur, dass sie fast den Blutfluss in meinen Oberschenkeln zum Erliegen gebracht hat, nein, sie gab dann auch irgendwann einfach auf, den Knopf an Ort und Stelle zu halten. Und wo passierte diese Schmach? Klar, beim Einkaufen, während ich in aller Herrgottsfrühe durch den Großmarkt flitze. Nun, flitzen ging auch nicht ganz so gut, irgendwie waren meine Bewegungen durch die wenige Beinfreiheit ziemlich eingeschränkt. „Ach, das dehnt sich noch“, dachte ich. Wozu haben die Dinger einen Strechanteil von X-Prozent?
Und dann der Knopf…. *Pling!* Mit diesem unschönen Geräusch entfernte er sich spontan, und knallte ungnädig gegen einen Aktionsaufsteller eines Süßwarenherstellers. War das ein Zeichen?! Und zu allem Übel tauchte auch noch Hanne auf (diesmal ohne Lore, denn die hatte wahrscheinlich auch schon Ihre Ansage bekommen). Wer die beiden Damen sind, erfahrt Ihr hier.
„Ha! Und ich sag noch, lass das mit dem Kuchen!“ sagt sie und blickt mich finster an. „Aber nein, da musst Du erst hier in Hosen rumrennen, die sich wie Stützstrumpfhosen der Superklasse anfühlen und übrigens auch so aussehen und dann auch noch den Knopf sprengen!“ Und weg war sie, die gute Hanne. Und ich stand da mit nem echten Sch…Gefühl und einer Hose die offen stand, denn wer braucht bei so engen Dingern nen Gürtel? Hält ja alles prima,  wenn’s so eng ist…äh…hielt muss es ja jetzt heißen.

Also setzte ich meinen Einkauf einhändig fort. Die eine Hand schob entweder den riesengroßen Wagen oder lud Lebensmittel in den selbigen, während die andere versuchte die Hose an Ort und Stelle zu halten. Bücken ging irgendwie gar nicht mehr. Zumindest nicht ohne die Hälfte meines verlängerten Rückens der halben Großmarktbelegschaft zu zeigen.  Wieso sind so viele Artikel, die ich benötige, bitte ausgerechnet in den unteren Fächern der meterhohen Regale?! Montag ist ein fieser Kerl!

Aber nicht nur der Montag ist fies. Die Verlockungen und der Sündenpfuhl sind viel schlimmer. Und dem muss jetzt Einhalt geboten werden. Ab jetzt! Eine Woche Salat. Ohne Kompromisse. Ich freu mich…nicht. Doch! Ich freue mich tatsächlich, denn ich werde Euch ein paar Salate zeigen, die sich auch prima zum Grillen oder für eine Gartenparty vorbereiten lassen. Also für alle, denen die Hosen nicht so spannen wie mir, Ihr werdet nicht zwangsdiätet!

Roter Linsensalat B2

Den Anfang der Salat-Woche macht heute ein extrem leckerer Linsensalat, der nicht nur super schmeckt, sondern zudem noch echt satt macht und obendrein ganz schnell zubereitet ist und auch die veganen Herzen höher schlagen lassen wird.

Und so wird er gemacht:

5.0 from 5 reviews
Linsensalat
 
Author:
Ingredients
  • 200 g rote Linsen
  • 1 Bd. Frühlingszwiebeln
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 rote Paprika
  • kleine Cherrytomaten
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 EL weißer Balsamico
  • 1TL Senf
  • 1 TL Zucker
  • Pfeffer und Salz
Instructions
  1. Die roten Linsen in einen Topf geben und mit ca. 1 Liter Wasser bedecken.
  2. Bei geschlossenem Deckel die Linsen zum Kochen bringen, dann die Temperatur herunterdrehen und 5 Minuten garen.
  3. Jetzt erst das Salz in das Wasser geben, damit die Linsen nicht hart bleiben. Die Linsen sollten ein wenig bissfest sein.
  4. Danach werden die Linsen in ein Sieb abgegossen und anschließend in eine Salatschüssel umgefüllt.
  5. In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebel putzen, in feine Ringe schneiden und unter die Linsen mischen. Etwas Zwiebelgrün zur Dekoration aufheben.
  6. Die Tomaten und Paprikaschoten klein schneiden und ebenfalls unter die noch warmen Linsen mischen.
  7. Aus Olivenöl, Balsamico und Senf eine Marinade rühren und mit Pfeffer und Salz und dem Zucker würzen. Die Marinade über den Salat geben und gut vermengen.
  8. Jetzt den Salat mind. 2 Sd. ziehen lassen, am Besten über Nacht im Kühlschrank.
  9. Mit den restlichen Frühlingszwiebeln dekorieren.
  10. Wer mag verfeinert den Salat mit Schafs- oder Ziegenkäse.
  11. Der Salat passt hervorragend zu Fleisch- und Fischgerichten.

So, und nun muss ich noch mal ganz schnell zurück zu dem Hosen-Dillema kommen:
Der Tag war ein einziger Spießrutenlauf, so einhändig, so ohne Bewegungsfreiheit und immer in der Angst man lässt etwas fallen und muss sich bücken. Ich hab mir dann einen Notgürtel aus einem Stück Paketschnur umgebunden. Trägt man jetzt so!

Und als ich nach dem Arbeiten dann endlich nach Hause kam und mich von dem Stressfaktor des Montags (der Hose) entledigt hatte, viel mein Blick auf das kleine Schildchen im Hosenbund.
Hä? Was ist das denn bitte? Diese Größe hatte ich schon seit 15 Jahren nicht mehr in meinen Hosen gesehen (habe ich überhaupt jemals diese Größe getragen?)
Und dann schoss die Erkenntnis wie ein Blitz in mein Hirn. Das Lieblingskind hat vor Kurzem eine Hose hier liegengelassen. Und genau das gleiche Modell Hose habe ich auch in meinem Schrank. Eben so ein-zwei Nummern größer… MIST!
Ich hab mich durch den ganzen Tag in einer Hose gequält, die nicht meine ist. Ok. Kann man nicht mehr ändern. Die Hose war jedenfalls ruiniert, die Nähte völlig überdehnt und vom Knopf wollen wir gar nicht sprechen. Aber mein Ego war wieder hergestellt. Freudig schlüpfte ich in MEINE passgenaue und bequeme Hose und war kurz geneigt, zur Feier des Tages ein Stück Schokolade zu essen, mit dem mir Lore grinsend aus der Ferne entgegenwinkte. Nö! Ab heute eine Woche Salat, dabei bleibt es!

Roter Linsensalat B4.1

Seid Ihr bei der Salad-Week im House mit dabei? Ich würde mich total freuen, wenn der eine oder andere von Euch mit mir salatet.

Ich gehe jetzt erst mal eine neue Hose kaufen, um die zerstörte zu ersetzen!

Bis bald

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Süßer sündiger Sonntag

Tarte aux framboises10

Sonntag. Das kann nur der Tag der Sünde sein. Was soll man bitte sonst auch an einem Sonntag machen, außer zu sündigen?! Arbeiten muss man nicht (zumindest ich nicht an diesem Sonntag!), das Wetter ignoriert feierlich den Namen SONNtag und überhaupt kann sich jeder diesen Tag so gestalten wie es beliebt. Aber alleine das Wort „sündig“ ruft doch bestimmt schon Bilder in Eurem Kopf hervor. Wie sich dieses Wort alleine schon ausspricht. Die Zunge schiebt sich leicht an die Schneidezähne für das „s“, man schürzt ein wenig die Lippen für das „ü“, als wollte man jemanden Küssen, und der Rest der Buchstaben, die das Wort „sündig“ formen, rollen so langsam die Kehle hinunter und enden mit einem konsequenten, beharrlichen „g“.

Tarte aux framboises1

Für mich ist das Wort „sündig“ keinesfalls frivol. Eher ein Ausdruck des Genusses, sich treiben lassen, und einfach dem nachgehen, was einem vermeintlich gut tut. Vermeintlich. Das ist das Wort der Stunde. Denn meine heutige Sünde wird mir unter Garantie nicht gut tun. Aber hey! Ich lebe jetzt, es ist Sonntag, und ich habe unbändige Lust auf süß. Und ist Sonntag nicht DER perfekte Tag, um sich etwas zu gönnen, was man sich die ganze Woche über verkneift? Meine Hanne und meine Lore (die zwei Streithähne in meinem Kopf – good cop vs. bad cop, Ihr kennt das sicher!), haben heute schon Ihren Kampf gefochten. Gewonnen hat….NIEMAND! Denn während Hanne mir imaginär in den Hüftspeck stach, mich auf Pickel hinwies, die leider immer kommen, wenn ich zu viel Süßes esse und mich dabei strafend ansah, hielt mir Lore meinen Terminkalender für die nächsten Wochen vor. Viele Sonntage, die als frei gekennzeichnet sind, konnte ich bis Ende Juli nicht entdecken. So, und wer ist jetzt bitte die Böse von den Beiden? Keine, oder? Und wie der Mensch so ist, geht er einfach den Weg des geringsten Widerstandes und sündigt! Ich natürlich auch! Und soll ich Euch noch etwas verraten? Ich habe einfach Hanne und Lore zum Sündigen eingeladen und schon waren beide verstummt und ich konnte mich in Ruhe meiner Tarte aux framboises (zu deutsch: Himbeertarte) hingeben.

Tarte aux framboises8

Wenn Ihr jetzt denkt, dass Himbeeren keine Sünde sind, dann sollte ich vielleicht noch nebenbei erwähnen, dass unter den Alibi-Himbeeren eine 5cm dicke Schicht Schokoladenganache schlummert (immerhin aus 80% Schokolade…und…Sahne*räusper). Und der Mürbeteig, der alles zusammenhält, hat ja auch nur einen klitze klitze kleinen Anteil an Butter, Zucker und Mehl. Nun ja. Ich habe ja auch von einem süßen sündigen Sonntag und nicht von einem doofen diätischen Dienstag gesprochen.

Tarte aux framboises7

Also rann an den Sündenpfuhl. Hier geht’s zur Anleitung, wie Ihre Euch und Euren Geister im Kopf einen süßen sündigen Sonntag bereiten könnt. Ist auch gar nicht schwer (das ist ja das Fatale bei der Sache!)

4.8 from 5 reviews
Tarte aux framboises
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 12
Ingredients
  • Tarteteig:
  • 125 g zimmerwarme Butter
  • 80g Puderzucker
  • Salz
  • 1 Ei
  • 250 g Mehl
  • Ganache:
  • 300 g gute Zartbitterschokolade (mind. 70%)
  • 300 ml Sahne
  • 3 Schalen frische Himbeeren
  • Puderzucker zum Bestäuben
Instructions
  1. Tarteteig:
  2. Butter, Puderzucker und 1 Prise Salz mit dem ei in der Küchenmaschine verkneten.
  3. Dann das Mehl schnell unterkneten und den Teig für 1 Sdt. in den Kühlschrank legen.
  4. Den Backofen auf 200 Grad (Gas 3, Umluft 180 Grad) vorheizen.
  5. Den Teig in eine gefettete Tarteform (24cm) legen und den Rand hochziehen.
  6. Dann mit Backpapier belegen und mit Hülsenfrüchten für 10-15 Min blind backen, bis der Teig goldbraun ist.
  7. In der Form auskühlen lassen.
  8. Ganache:
  9. Die Schokolade in kleine Stücke brechen und in der Zwischenzeit die Sahne auf dem Herd erhitzen.
  10. Dann die heiße Sahne über die Schokolade geben und so lange rühren, bis sich die Schokolade in der Sahne aufgelöst hat.
  11. Die Schokoladenmasse in den vorgebackenen Tarteteig geben und mit den Himbeeren dicht an dicht belegen.
  12. Zum Abkühlen mind 2 Std. kalt stellen und kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Wie sieht bei Euch sündigen aus? Habt ihr auch eine Hanne und eine Lore im Kopf? Oder heißen die beiden vielleicht Lise und Lotte, Anne und Marie, Adal und Bert, oder oder oder? Ich bin sehr gespannt!

Und für alle die jetzt bei dieser Kalorienbombe Schnappatmung bekommen haben: ich kann Euch beruhigen, denn ab morgen startet im House No.15 die Salad-Week (Salatwoche), denn wenn’s genug ist’s genug! Hanne hat dann wohl doch über Lore gesiegt…zumindest in der nächsten Woche dann!

Besucht mich auf jeden Fall, wenn es um gesund und lecker geht und die Super-Kalorienbomben draußen vorm Laden an der Leine warten müssen!

Schönen süßen sündigen Sonntag für Euch!

Eure

  Tanja

aus dem House No.15

 

Ach ja…und weil die Himbeeren auf meiner Tarte so wunderbar rot-pink sind, schicke ich dieses sündige Teil direkt mal zu Daniela von ullatrulla backt und bastelt, die gerade zu „pink, pink, pink sind alle meine Törtchen“ aufgerufen hat.

Was für eine schöne Schweinerei!

7.2

So meine Lieben, heute kommt dann also das große Finale von „Ab heute nur noch schön“. Der Hauptgang an diesem Abend. Nun ja, ehrlich gesagt passt das Thema nicht so ganz zu dem Hauptgang, aber egal. Zumindest sah ich nach der Nahrungsaufnahme dieses Ganges gar nicht mehr „nur noch so schön aus“. Aber auch das war egal, denn es war absolut köstlich. Wen kümmert es denn bitte dann noch wie man aussieht. Aber nun mal Butter bei die Fische…äh Schweine ins Brötchen. Der Hauptgang war ein grandioser Pulled Pork Burger. Pulled Pork ist ja irgendwie gerade in aller Munde und jeder zupft und zieht an einem Stück Fleisch herum, zerpflückt es mit der Gabel und packt es zwischen zwei Brötchenhälften. Ich auch! Allerdings nur, weil noch Braten übrig war und mir gerade nix Besseres damit eingefallen ist.

Aber so stinknormal mit Salat, Gurke, Tomate, usw. kann ja jeder. Standart. Nö! Bin ich nicht. Will ich nicht! Irgendetwas musste her, was nicht nur gut schmeckt, sondern auch noch gut aussieht. Wir erinnern uns an das Motto: “Ab heute nur noch schön!“

4.1

Von einer Freundin habe ich frische Erbsenschoten vom Markt mitgebracht bekommen und allein die Farbe dieser Schoten ist schon ein Fest für die Augen. Wer jetzt an Rot-Grün-Schwäche leidet hat wirklich etwas verpasst und mein tiefstes Mitleid. Diese Knallfarben-Schoten mussten unbedingt mit der zerpflückten Schweinerei kombiniert werden. Aber bei der Vorstellung einzelne Erbsen auf dem Burger aufzureihen wurde mir schlagartig klar, dass diese Burger-Architektur niemals annähernd auch nur meinen Mund erreichen würde. Dafür könnte ich nach Beendigung meines Abendessens noch ne Runde „Erbsen-Murmeln-Schnicken“ auf dem Fußboden spielen. Oder einfach auf dem Weg ins Bett noch eine Reserve für die Nacht unter meinen Fußsohlen ansammeln, schließlich hat man ja nachts auch mal Hunger.

Um dem Vorzubeugen habe ich mir kurzerhand aus den Erbsen ein Erbsen-Hummus gemacht. Köstlich. Köstlicher. Knaller! Nachmachen nur zu empfehlen…

6.1

Zuvor mussten natürlich auch noch die Burger-Buns gebacken werden. Ich sage Euch, wenn Ihr jemals Brötchen für Eure Burger selbst gemacht und sie gegessen habt, wollt Ihr nie wieder den Geschmack und das Gefühl von gekauften Papp-Burger-Brötchen im Mund haben. Die gekauften Dinger schmecken wie eine Styropor-Verpackung nach monatelanger Haft im Gelben Sack, im Vergleich zu diesen fluffigen, selbstgemachten Brötchen. Probiert es unbedingt aus!

Hier gibt es heute mal eine etwas andere Art der Darstellung der einzelnen Komponenten und deren Zubereitung:

2.1 3.1

8.2

Naja, und wenn Ihr das alles gemacht habt, geht es auch schon ans Zusammenbauen des Burgers:
Den Burger-Bun in der Mitte aufschneiden und beide Hälften dick mit Erbsen-Hummus bestreichen. Dann nach Belieben mit Salat belegen und eine großzügige Portion Pulled Pork darauf geben. Wer mag, haut sich noch ne Ladung BBQ-Sauce oder Ketchup auf das Fleisch. Ich für meinen Teil habe keine zusätzliche Sauce auf den Burger gemacht, denn das Erbsen-Hummus hat schon alleine so einen fantastischen Geschmack, dass mir das zu schade war, diesen mit einer Sauce platt zu machen. Ich habe noch eine Scheibe Tomate darauf gelegt und den Deckel des Brötchens darauf gesetzt.
Und dann: den Mund so weit aufreißen, bis man denkt, dass der Kiefer aus den Angeln springt und herzhaft in dieses Prachtstück von Burger beißen. Dabei unbedingt die Augen schließen und sich auf das Gefühl konzentrieren, wenn Erbsen-Hummus und Fleischsaft rechts und links von Euren Mundwinkeln heruntertropft. So schön…! Naja der Geschmack zumindest. Der Rest ist eher ne ziemliche Sauerei. Aber wer es ganz vornehm mag, nimmt Messer und Gabel zu Hilfe. Nee, vergesst das wieder! Burger werden mit den Händen gegessen!!! Ende. Keine Diskussion. Und beim Blick in den besagten Spiegel im Wohnzimmer habe ich festgestellt, dass mir die Farbe Grün eigentlich ganz gut steht. Zumindest so um den Mund herum.

5.1

Natürlich könnt Ihr die Brötchen auch zum Frühstück machen und essen, das Erbsen-Hummus einfach als Dipp nehmen und das Fleisch mit Kartoffelklößen und Apfelrotkohl genießen (so ganz passend zur warmen Jahreszeit ;-)…).

Feel free und macht es Euch schön! So schön, wie Euer Schön-Empfinden es hergibt!

Viel Spaß dabei!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Antimückenschutz {Spargelpesto}

1.1

„Hach“… ich muss mal wieder seufzen… und das schon direkt am Anfang dieses Blogbeitrags.
Sommer. Endlich. Warm. Sonne. Terrasse. Biergarten. Straßenfeste. Endorphinausschüttung durch vermehrte Aufnahme von Licht.
Sommer. Zeit für dünne Kleidung. Kurze Hosen. Röcke. Offene Schuhe.
Sommer. Schlafen bei weit geöffnetem Fenster. Nur mit einem Laken zudecken. Wie im Urlaub im Süden.
So, und jetzt schiebe ich noch das zweite „Hach“ direkt nach. Denn irgendwie kommt der Sommer für mich dann doch immer wieder jedes Jahr gaaaaanz überraschend. Hallo?! Ich bin doch noch gar nicht vorbereitet!

Letztens im Biergarten bei einem Geburtstag zum Beispiel: Es waren ca. 30 Grad im Schatten, alle kamen in kurzen Hosen oder Röcken, Trägertops und waren einfach den Temperaturen angemessen gekleidet. Alle…außer mir! Wer bitte möchte albasterfarbene Beine sehen? Also ich nicht. Zumindest nicht meine eigenen. Deshalb quetschte ich mich wie gewohnt in meine enge Röhrenjeans (Spanx für Arme, sozusagen) und warf mir zumindest eine luftige Bluse über. Der Nachmittag war fantastisch, wenn auch ziemlich warm an meinen Beinen. Hey, aber das halte ich doch spielend aus! Wer schön sein will muss eben ab und an leiden! Die erste Amtshandlung zu Hause angekommen: ich versuchte die Hose von meinen Beinen zu schälen, was einen mittleren Kraftaufwand bedeutete.

4.1

Nachts sieht das ja dann anders aus. Das Fenster wird weit aufgerissen, damit die Wärme vom Tag aus dem Raum entweicht und die Jalousie bleibt oben, damit eine maximale Luftzufuhr gewährleistet ist.
Seit kurzem habe ich dann, ganz in euphorischer Urlaubsstimmung, meine Bettdecke eingemottet und durch ein dünnes Leinentuch ersetzt. Dünn. Sehr dünn. So dünn, dass ich mir dann eines Nachts doch meine Fake-Fur-Decke geholt habe *räusper*, weil es echt ziemlich frisch war und der Wohlfühlfaktor irgendwie auf der Strecke von Sommer und warm geblieben ist. Und weil es so gemütlich war, habe ich dann noch ne Runde im Bett gelesen und mich die ganze Zeit darüber gefreut, wie gemütlich es doch ist. Die Freude hielt nur so lange an, bis ich das Licht löschte und gerade ganz entspannt und eingehüllt in meine Fell-Kuscheldecke ins Land von tanzenden Kuchen und sprechenden Eintöpfen hinübergleiten wollte.
Die Damen vom Stechmücken-Geschwader waren wohl noch nicht so in Schlummerlaune und hatte nur das eine im Sinn: menschliche Blutaufnahme, um nach der Befruchtung Eier bilden zu können (was da so genau bei den Mücken los ist und warum nicht jeder gestochen wird erfahrt Ihr hier). Also ich bin ja wirklich ein sehr sozialer Mensch und auch wirklich tierlieb, aber, da hört die Liebe dann doch irgendwie auf.
Ok. Ich hatte natürlich auch das Welcome-Schild an meinem Fenster hängen.
Hell erleuchtet wie ein Premium-Kaufhaus beim Schlussverkauf. Kein Wunder, dass alle Mücken aus 10km Umkreis keine Kosten und Mühen für einen Besuch bei mir gescheut haben. Und ich kann Euch sagen: Fake-Fur kann nicht nur gemütlich. Besonders wenn man versucht einen 187cm langen Körper komplett darunter zu verschanzen und überlegt, wie man sich ein Luft-Atem-Loch verschafft, ohne eine Lücke im Mücken-Zutritts-Sicherheits-System zu riskieren.

Tolle SOMMER-Nacht. Man, was war ich ausgeschlafen am nächsten Tag!

Und da ich mal gelesen habe, dass Stechmücken den Geruch von Knoblauch nicht ab können, habe ich mir DIE Knoblauch-Keule überlegt. Saisonal versteht sich. Und ganz im Zeichen von „Ab heute nur noch schön“, denn das war meine Vorspeise an diesem Tag.

2.2

Da die Spargelsaison ja nur noch begrenzt ist, und ich so wunderbaren grünen Spargel geschenkt bekommen habe, musste der irgendwie haltbar gemacht werden. Deshalb habe ich kurzerhand Spargelpesto daraus gemacht und ordentlich Knoblauch reingemischt. Wer es nachmachen möchte und nicht so auf Knoblauch steht, reduziert diesen einfach oder lässt ihn sogar komplett weg. Ganz nach Gusto oder Nöten bezüglich Stechmücken. Das Ganze habe ich auf geröstetes Weißbrot gestrichen und mit fruchtigen Erdbeeren garniert. Wer nicht glaubt, dass diese Kombi schmeckt, sollte es ausprobieren! Ich fand es den Knaller!

9.1

11.1

Das Rezept gibt es hier:

5.0 from 6 reviews
Spargelpesto
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Ingredients
  • 500 g Spargel, grüner
  • 50 g Walnusskerne
  • 40 g Parmesan
  • 5 EL Walnussöl
  • Salz und Pfeffer
  • 3 Knoblauchzehen
Instructions
  1. Den grünen Spargel im unteren Drittel von den holzigen Stielen befreien und diese wegwerfen.
  2. Anschließend den Spargel klein schneiden und in Salzwasser 2-3 Minuten blanchieren.
  3. Danach den Spargel im Eiswasser abschrecken.
  4. Nun die Walnusskerne in einer Pfanne ohne Fett rösten und den Parmesan reiben.
  5. Alle Zutaten mit dem Öl und dem Knoblauch pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Das Pesto in Schraubgläser füllen und die Oberfläche mit Olivenöl verschließen.
  7. Das Pesto hält sich im Kühlschrank gute 2 Wochen und passt hervorragend zu Pasta oder aber auch als Antipasti auf Weißbrot.

12.1

Ja, und was soll ich Euch sagen?! Die kommende Nacht war stechmückenfrei. Ich habe allerdings auch das Licht ausgelassen und bin vorher wie die weibliche Personifizierung von Fabian Hambüchen auf meinem Bett herumgesprungen, um ein schwarzes Etwas an der Decke, was sich schlussendlich als Spinnwebe entpuppt hat, zu eliminieren.

Und Ihr? Genießt Ihr den Sommer auch so wie ich? Also nur noch mal so by the way: Ich genieße ihn echt! Und Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel!

Ich wünsche Euch eine schöne Woche mit viel Sonne und Temperaturen, die an Sommer erinnern!

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Ab heute nur noch schön!

Holunder_Joghurt-Mousse1

Kennt Ihr das? Man kommt abends nach einem echt anstrengenden Tag nach Hause, haut sich etwas in die Pfanne, in den Topf, in den Ofen oder in die Microwelle (die besitze ich übrigens nicht) und wirft sich dann auf die Couch. Balanciert dann noch irgendwie den Teller vor sich her, während man sich mit der anderen Hand stupide durch das meist schlechte Fernsehprogramm zapped.
Ich habe es ja auch schon geschafft, einfach den ganzen Topf auf meine Knie zu stellen und so ganz primitiv meine Nudeln direkt aus dem Topf gegessen. Ganz ohne Teller, ganz ohne Stil, ganz ohne Hemmungen vor dem verlorenen Anstand und den abhanden gekommenen Tischmanieren (brauchte ich ja nicht, ich saß ja nicht am Tisch). Und soll ich Euch was sagen… Für den kurzen Moment war es mir auch echt völlig egal.
Ich hatte Hunger, ich wollte mich nicht mehr bewegen, ich wollte nicht mehr sprechen, ich wollte einfach sinnlos in den Fernseher starren und dabei mechanisch die Gabel zum Mund führen. Sch… auf schön!
Das war für einen kurzen Moment. Denn direkt einen Moment später, hatte ich quasi meine bisher erste außerkörperliche Erfahrung. Nun ja, es fühlte sich zumindest so an… Dazu muss ich vorher erwähnen, dass in meinem Wohnzimmer ein ziemlich großer Spiegel hängt, in dem man sich (bei ungünstiger Sitzposition auf der Couch) sehen kann. Hätte ich mal besser nicht in diese Richtung geschaut! Wobei, im Nachhinein war es gut. Denn dieses Etwas was mit butterglänzendem Mund dort auf der Couch lungerte und aussah wie ein Clochard der auf Besuch ist, war schon echt abschreckend. Und das Allerschlimmste an diesem Anblick war, dass ich die Person, die mir da entgegenglotze, auch noch ziemlich gut kenne.

„Neeeeeeeeeee!!!!“ dachte ich mir in diesem Moment und schämte mich vor mir selbst. „So nicht!“
Bevor man anfängt, nach getaner Arbeit, am Feierabend zu verwahrlosen, muss unbedingt die Notbremse gezogen werden. Wer heute seine Nudeln direkt aus dem Topf isst, trinkt morgen wahrscheinlich seinen Wein ohne Glas aus der Flasche. Und soweit sollte es nun wirklich nicht kommen!

Holunder-Joghurt-Mousse2

Und deshalb lautet das Motto: AB HEUTE NUR NOCH SCHÖN (egal wie fertig man vom Tag ist).

So, und weil ich es dann auch direkt mal krachen lasse und mir ein ganzes Drei-Gänge-Menü gekocht habe, zeige ich Euch jetzt hier mal den Nachtisch. Schöööön in ein Glas gefüllt und nicht nur in eine Schüssel gehäuft. Den Rest des Menüs gibt es dann auch bald hier peu à peu.

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Das ganze hier ist ein Holunder-Joghurt-Mousse mit fruchtigem Erdbeerpüree und genau das Richtige, um ein leckeres Sommer-Essen leicht und frisch zu beenden. Noch dazu, weil die Erdbeeren gerade den besten Geschmack ever haben und nicht nur schön aussehen.

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Probiert es doch mal aus! Wie es funktioniert könnt Ihr hier lesen:

4.9 from 8 reviews
Holunder-Joghurt-Mousse mit Erdbeeren
 
Author:
Ingredients
  • 500 g Joghurt
  • 250 ml Sahne
  • 4 Blatt Gelantine
  • 50 g Zucker
  • 50 ml Holundersirup
  • 250 g Erdbeeren
  • 1 Pg Vanillezucker
  • 2 EL Holunderblüten
Instructions
  1. Zuerst die Schlagsahne sehr steif schlagen.
  2. Dann das Joghurt mit dem Zucker und dem Holundersirup verrühren.
  3. Die Gelantine auflösen und unter die Joghurtmasse rühren.
  4. Jetzt die steife Schlagsahne unterziehen und alles in schöne Gläser füllen.
  5. Die Gläser müssen jetzt mindestens 6 Stunden in den Kühlschrank (über Nacht ist noch besser).
  6. Kurz vor dem Servieren die geputzten und gewaschenen Erdbeeren pürrieren und die Holunderblüten unterziehen.
  7. Dann die Moussegläser mit dem Erdbeerpüree auffüllen und evtl. mit einer Erdbeere und Holunderblüten dekorieren.

Und jetzt noch eine kurze Anmerkung in eigener Sache: Nicht dass hier der Eindruck entsteht, dass ich nur für Fotos mein Essen schön anrichte und sonst ein völliges Lodderleben (kulinarisch) führe, meine Küche nie aufräume und meine Teller nie spüle. Nein! Ganz entschieden Nein! An 95% aller Tage, gebe ich mir wirklich Mühe alles so schön wie es die Zeit und Möglichkeiten zulässt anzurichten, bzw. aufzutischen. Und mal im Ernst: Wenn’s schön aussieht, schmeckt es einfach mindestens dreimal so gut! Denn wie heißt es doch so treffend: Das Auge isst mit!

In diesem Sinne, macht Euch einen SCHÖNEN Sonntag (auch auf dem Teller!)

Eure

Tanja

aus dem House No.15