Mai 2015 archive

Ritter und Romantiker gesucht

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Gibt es sie noch, die Ritter der heutigen Zeit, die das Fräulein todesmutig vorm Drachen befreien??? Wo bitte sind die Romantiker hin, die einem den ersten Morgentau von den frischen grünen Grashalmen sammeln, um damit den Kaffee zu bereiten, dessen Duft dich morgens weckt? Einer der ein dickes Polster für Dich auf die Betonmauer tackert, auf der ihr immer gemeinsam in den Sonnenuntergang über die Dächer der Hochhaussiedlung sitzend schaut, weil er genau weiß wie anfällig Du für Hämorrhoiden bist. Wo sind sie hin? Blumen gibt’s ab und an von der Tankstelle, immerhin… Wenn die bedruckte Deko-Cellophan-Manschette und die kleinen Plastikherzen auf dem Holzspieß, nur nicht immer gleich den Tankstellenshop enttarnen würden. Aber zum Glück geht es manchmal ja doch auch anders:

Eine Freundin bekommt von ihrem Mann, von Geschäftsreisen aus der ganzen Welt, immer ganz besondere Schokolade mitgebracht. Immer eine Sorte, die es hier nicht zu kaufen gibt. Zugegeben sind da auch Sorten dabei, die wir hier als Mitteleuropäer nicht essen würden. Aus der Provence bekam sie neulich eine kleine Schachtel mit Lavendel-Pralinen geschenkt und schwärmte so von diesem Geschmack und dem Duft, dass ich mir vorgenommen habe auch mal Schokolade mit Lavendel auszuprobieren. Warum auf den Ritter hoffen? Selbst ist das Burgfräulein! Und im Zeiten von Internet, Onlineshops & Co. ist der Postbote der Ritter der Neuzeit.

Blütenschokolade3

Also begab ich mich auf Internet-Recherche, um getrocknete Blüten zu kaufen. Unglaublich welche Vielfalt es an getrockneten Blüten gibt. Und was man alles damit anstellen kann. Ich war echt begeistert und habe mir gleich mal 3 verschiedene Blüten(mischungen) beim Berliner Onlineshop „Knospenkontor“ bestellt. Die Auswahl hier ist riesig!
Der holde Ritter auf seinem gelben Ross brachte auch zwei Tage später meine bestellte Ware und schon stieg ich ganz groß in die blumige Schokoladenproduktion ein. Die Blüten sind ein echter Hingucker und geschmacklich passen sie wunderbar zu der Süße der Schokolade. Ich war am Anfang ja doch etwas skeptisch, als ich das leicht strohige Blütengemisch aus der Packung nahm. Aber in der Schokolade merkt man davon gar nichts. Und auch der Lavendel harmoniert in der weißen Schokolade mit den getrockneten Cranberries vorzüglich. Ich hatte ein wenig Angst, dass es nach dem Duftsäckchen aus Ommas Schlüpferschrank schmeckt. Tut es aber nicht.

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Falls Ihr jetzt also auch keine Lust mehr habt auf Blumensträuße und Schokolade vom Ritter zu warten, empfehle ich Euch: Rafft Eure Röcke, bestellt Euch Blüten, kauft die beste Kuvertüre und macht Euch Euren eignen Schokoladen-Blumen-Blüten-Strauß. Nur für Euch. Oder für jemand ganz besonderen.

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Ich schenke meine Schokolade heute dem Herbaversum, denn dort geht es heute um das Thema „Essbare Blüten“. Hier findet Ihr ganz viele Verwendungsmöglichkeiten von frischen und getrockneten Blüten.

Und falls Ihr auch Lust habt Schokolade mit Blüten zu verfeinern steht hier wie es geht:

5.0 from 5 reviews
Schokoladenriegel mit getrockneten Blüten
 
Author:
Ingredients
  • Für jeweils 4 Riegel:
  • 200 g Vollmilchkuvertüre
  • 100 g ganze gehäutete Mandeln
  • 2 EL getrocknete Kornblumen-Ringelblumen-Mischung
  • 200 g Vollmilchkuvertüre
  • 2 EL getrocknete Rosenblüten-Nanaminze-Mischung
  • 200 g weiße Kuvertüre
  • 100 g gehackte getrocknete Cranberries
  • 2 EL getrocknete Lavendelblüten
Instructions
  1. Für jede Riegelsorte schmelzt Ihr die Schokolade in einem Topf über dem Wasserbad. (Achtet unbedingt darauf, dass kein Tropfen Wasser in die Schokolade gelangt!)
  2. Die Schokolade hat jetzt eine Temperatur von 40-45°C.
  3. Nun kühlt ihr die Schokolade auf 27°C herunter. Das geht am besten in dem ihr den Topf kurz in kaltes Wasser haltet-Achtung kein Wasser in die Schokolade!
  4. Nun muss die Schokolade wieder leicht auf 35°C erwärmt werden, das geht ziemlich schnell.
  5. Dieser Vorgang ist wichtig, damit die Schokolade in Eurem Mund schmelzen kann, aber zuvor fest ist.
  6. Jetzt könnt Ihr die flüssige Kuvertüre in Eure Form füllen. Hier könnt Ihr auch einfache Eiswürfelformen aus Silikon oder kleine Pralinenformen nehmen.
  7. Stellt die Schokoladenform auf ein Brett und klopf sie ein paar Mal kräftig auf, damit alle Luftblasen entweichen können.
  8. Dann drückt Ihr direkt nach Belieben die Mandeln oder Cranberries in die flüssige Schokolade und bestreut alles mit den trockenen Blüten Eurer Wahl.
  9. Stellt das Brett für 15 Minuten in den Kühlschrank.
  10. Danach ist die Schokolade schon so fest, dass Ihr sie aus der Form lösen könnt und sie anschließend bei Raumtemperatur weiter fest werden lasst.

Für alle denen das zu aufwendig ist, die aber gerne trotzdem solch eine Schokolade versuchen möchten, können sich hier die Tafeln schon fertig bestellen.

Ich wünsche Euch einen Tag mit edlen Rittern, Blumensträußen die per Hand von der Wiese gepflückt wurden und Schokolade die von ganz weit weg extra für Euch importiert wurde. Weil das aber utopisch ist, wünsche ich Euch einfach einen wunderschönen Tag. Genießt die kleinen Augenblicke und sei es ein Strauß von der Tankstelle, denn der Gedanke zählt ;-)

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Blüten-Spezial

 

 

Bauer sucht Flamme

Bauern-Flammkuchen1.1

Nachdem ich vor Kurzem in einer Vorschau im Fernsehen mal wieder mit ansehen musste, dass sich seit gestern Landwirte und die dazugehörigen Liebesanwärter/innen vor einem, vom Sender gewünschten Millionenpublikum, völlig zum Horst machen, dachte ich mir: das kann ich auch.

Manchmal sollte man erst denken und dann schreiben. Dieser Einleitungssatz könnte tatsächlich zu Verwirrungen führen.
Also: Nein, ich habe mich nicht bei einem bekannten RTL-Format beworben, um mit einem geschmückten Traktor abgeholt zu werden und mit meinem kleinen abgewetzten Lederköfferchen auf den Knien, in das kuschelige Bauernhaus mit Blümchentapete und einer Badewanne mit Schmutzrand zu ziehen. Und nein, ich möchte weder den Ziegenbauern Alfons noch den Hühnerwirt vom Hofgut Wiener Wald für 3 Wochen besser kennenlernen… Nein, nicht mal für ganz viel Geld!!! Für alle die es jetzt aufregt, dass ich so über Landwirte spreche, sei zu meiner Verteidigung gesagt: Ich finde es großartig, dass es noch Landwirte gibt, die mit Herzblut Ihrem Beruf nachgehen. Und ich verstehe auch, dass es bestimmt nicht einfach ist mit dieser Lebensaufgabe einen Partner zu finden. Aber muss man das alles gleich im Fernsehen öffentlich machen? Egal. Jedem das seine.

Zurück zu meinem „Bauer sucht Flamme„.

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Eigentlich müsste es nämlich richtig heißen: „Bauernbrot sucht Flammkuchen“. Und da das Bauernbrot so ein ganz aparter Bursche ist, fliegen ihm die Flamm(en)kuchen-Herzen nur so scharenweise zu.
Ok-zugegeben, das Bauernbrot kommt ein wenig derbe daher, besticht nicht unbedingt durch seine feinsinnige Art und ist eher der Brotzeit-Typ, als der Gault Millau-Anwärter. Aber es ist ehrlich, bodenständig und vielseitig einsetzbar. Und jetzt mal Hand aufs Herz Ladies. Stehen wir nicht eher auf so kernige Burschen, als auf diese metrosexuellen Kerle wie Eiweißbrot? Und ich weiß, dass auch ganz feine Dinge, die eigentlich sanft und zart daherkommen, solche Bauernbrot-Typen richtig hot finden.

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In diesem Beispiel hier habe ich einen wunderbaren Ziegenfrischkäse und hauchzarte Streifen von der Zucchini mit diesem Bauernbrot-Burschen-Teig verkuppelt. Die Krönung bilden ein leiser Regen aus bestem Olivenöl und die edlen gerösteten Kerne der Pinie. Was ein Zusammentreffen!!! Es knisterte ab der ersten Minute. Und nachdem ich dieses „Quintett“ für nur 20 Minuten in das Bauknecht-Spa-Resort geschickt habe, stand fest: Das ist Liebe auf Lebzeit! Topf hat Deckel gefunden. Oder wie in diesem Fall: Bauer findet Flamme. Und ich…ja ich stehe daneben, tupfe mir schon wieder das Pipi von den Augenwinkeln (sind Sentimentale-Wochen im House No.15, oder was???) und freue mich auf mein Abendessen. Hach, kann Liebe und Verlangen schöner sein!?!♥

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Und wenn ich nicht alles aufgegessen hätte, lebten sie noch heute.
Ende der Schmonzette!
Ein blödes Ende, oder? Also für mich nicht, denn es war saulecker (->Wort-Zitat von Schweinebauer Manfred).

Falls ihr also auch eine kleine Dating-Show in eurem Backofen ausrichten möchtet, kann ich Euch diese Rezept nur wärmstens ans Herz legen. Und vielleicht gibt es ja auch einen Zucchinibauern, Ziegenwirt, Olivenhain-Betreuer oder Pinienzapfen-Schüttler in Eurer Nähe, den Ihr zuerst besuchen müsst, um den Belag für Euren Flammkuchen zu beschaffen. Wer weiß, vielleicht ist ja genau DAS die Liebe Eures Lebens? Also: Augen auf beim Zucchinikauf ;)

5.0 from 4 reviews
Zucchini-Bauernbrot-Flammkuchen
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 6
Ingredients
  • 500 g Bauernbrotteig (hergestellt aus einer Backmischung oder mit Sauerteig angesetzt)
  • 250 g Ziegenfrischkäse
  • 3 mittelgroße Zucchinis
  • 2 EL Pinienkerne
  • 2 EL Olivenöl
  • Pfeffer und Salz
Instructions
  1. Den Bauernbrotteig laut Packungsangabe zubereiten.
  2. Während der Teig geht, hobelt Ihr von den Zucchinis mit dem Sparschäler der Länge nach dünne Scheiben herunter.
  3. Die Pinienkerne werden dann ohne Fett in der Pfanne angeröstet.
  4. Wenn der Teig fertig ist, teilt Ihr ihn in 6 Portionen und rollt ihn auf einer stark bemehlten Arbeitsfläche sehr dünn aus.
  5. Die entstandenen Fladen werden mit dem Ziegenfrischkäse bestrichen und mit den dünnen Zucchinischeiben belegt.
  6. Danach die Pinienkerne darüber streuen und alles mit Salz und Pfeffer würzen.
  7. Zum Schluss noch ein paar Tropfen Olivenöl darüber träufeln und alles bei 180 Grad in den Ofen schieben.
  8. Nach ca. 20 Minuten ist der Flammkuchen fertig und kann nach Belieben nochmals mit ein wenig Olivenöl kurz vor dem Servieren beträufelt werden.
  9. Wer keinen Ziegenkäse mag, kann alternativ auch Creme Fraîche, saure Sahne, Schmand oder normalen Frischkäse verwenden.

Noch ein kleiner Tipp zum Teig: Meine Freundin Sherry hat mir neulich erzählt, wie liebevoll sie Ihre Teige, die eine Weile gehen müssen, behandelt. Zuerst wird der Teig mit gaaaanz viel Liebe angerührt. Und während der Knethaken in der Rührschüssel die Zutaten massiert, bereitet sie schon einmal eine Wärmflasche vor und schüttelt das Gästebett auf. Schließlich soll es der Teig auch gemütlich haben. Dann kommt der Moment in dem die Rührschüssel (samt Teig) mit einem Tuch abgedeckt und auf der Wärmflasche im Gästebett platziert wird. Liebevoll wird jetzt noch die Bettdecke darüber geschlagen und dann darf der Teig in seinem wohlig warmen Bett ganz in Ruhe vor sich hingehen. *seufz* da möchte man doch glatt im nächsten Leben als Teig auf die Welt kommen.

In diesem Sinne. Möge die Liebe mit Euch sein!

Bis bald im House No.15

Eure

Tanja

Und falls Ihr Interesse an anderen Flammkuchen-Dating-Portalen habt, kann ich Euch heute das neue Thema bei Clara von tastesheriff in Ihrer aktuellen Show von „Ich back’s mir“ empfehlen. Hier wird garantiert jeder fündig!

Wenn Frühlingspasta bei der Diashow in Neuauflage die Seele tröstet

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Hey alle zusammen,

das House No.15 ist wieder belebt. YAY! Nach zwei wöchiger Pause ist wieder Leben in der Bude.
Manchmal gibt es einfach Zeiten in denen das Leben 1.0 so übermächtig ist, dass alles andere ins Hintertreffen gerät, auch wenn man noch so viel Lust auf Anderes hätte. Nicht mal zum Staubsaugen kam ich im House No.15… Wer also sensationell wunderbar weiche und flauschiges Herr Hugo Hundehaare zum Spinnen von Wolle oder Füllen von Kopfkissen hätte, kann mir gerne schreiben, ich hätte mehrere Säcke (Fellwechsel-Fell) abzugeben. Kleiner Tipp: Mit einem Hundehaar-Pulli sollte man nicht im Regen vor die Tür gehen, das könnte eventuell zu unangenehmer Geruchsbildung führen und Eure Umwelt etwas verschrecken. Aber das nur mal so nebenbei erwähnt.

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Eigentlich wollte ich den gestrigen Abend einfach ganz entspannt auf meiner Couch verbringen und mir so richtig die Kohlenhydrat-Keule, gepaart mit einem guten Glas Rotwein, geben um vorerst die Beendigung der stressigen Zeit zu zelebrieren. Während meine Nudeln und das Gemüse so sanft auf dem Herd vor sich hin blubberten, bin ich kurz an mein Kochbuch-Regal gegangen, um mal wieder in schönen Rezepten zu stöbern.
Doch dann wurde mein Auge vom Nachbarregal abgelenkt, in denen ich meine Fotoalben aufbewahre. Kurz packte mich die Sentimentalität und schon balancierte ich statt anregenden Kochbüchern, einen ganzen Stapel Fotoalben von den letzten Jahren (äh, wohl eher Jahrzehnten) die Treppe nach oben.
Zum Glück waren meine Kohlenhydrate-Glücklichmacher just in diesem Moment fertig und warteten sehnsüchtig darauf mit wunderbarem grünen Spargel, getrockneten Tomaten, Oliven und mit bestem Olivenöl und Parmesankäse auf meinem Teller beträufelt und bestreut zu werden und sich zu einem Berg Frühlingspasta zu vereinen. Genau das Richtige, um meiner sentimentalen Stimmung den richtigen Rahmen zu geben.

Spaghetti Sparegl4.1

Spaghetti spargel5.1

Und während ich versuche beim Blättern die erste Gabel, sitzend im Schneidersitz auf der Couch, unfallfrei in Richtung Mund zu lenken, muss ich schon beim Anblick der Fotos laut lachen. 2 Fotoalben weiter, ein erneutes Glas Rotwein später und einen weiteren Teller, voll beladen mit einem Berg Nudeln, krame ich nebenbei noch hektisch nach einer Packung Taschentücher, weil ich Fotos gefunden habe, die mich in vergangene Zeiten zurück versetzt haben. Ach ja…damals… Ok. Ich bin ehrlich: das zweite Glas Rotwein hat bestimmt auch seinen Beitrag geleistet, dass mir der Blick beim Durchblättern der Fotoalben leicht durch Tränen verschleiert wurde, aber egal. Manchmal muss man sich seinen Gefühlen auch ganz einfach mal hingeben. Und während ich ungelenk versuche mit einem Papiertaschentusch Wimperntusche von meiner Wange zu wischen, dachte ich, dass es wirklich schade ist, dass man im Zeitalter von digitaler Fotografie und Internet, die meisten seiner Fotos auf der Festplatte hortet. Klar klickt man sich zufällig so dann und wann auch mal durch die riesige Sammlung von Handy-, Urlaubs-, und sonstigen Fotos, aber dennoch hat das niemals die Qualität, wie ein Fotoalbum, dass man sich neben einem Teller Nudeln abends auf der Couch einfach mal wieder durchblättert.

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Meine Freundin Anke betreibt genau deshalb ein recht abendfüllendes Hobby. Von jedem Urlaub, von allen schönen Festen und Anlässen wird ein eigenes Fotobuch bei Cewe* erstellt, das dann ansehnlich und stolz im Regal, wie ein Schatz, neben den anderen Erinnerungsbüchern, aufgereiht darauf wartet, mal wieder in die Hand genommen und durchgeblättert zu werden. Kein Vergleich mit den Dia-Shows, die damals im Familienkreis im heimischen Wohnzimmern auf die schlechte Muster-Tapete projetziert wurden und häufig über Stunden und gepaart mit langen Vorträgen einhergingen. Ein Fotobuch als Dia-Show-Neuauflage so zu sagen…

Nachdem dann mein zweites Glas Rotwein geleert war, stand auch mein Entschluss fest: Ich werde mal wieder ein paar Fotos entwickeln lassen und mich beim Einkleben in ein schönes Album den Erinnerungen hingeben, die mir diese Fotos aufzeigen. Und da zu so einem Abend immer unbedingt etwas Leckeres zu essen und zu trinken gehört, könnte das tatsächlich zukünftig eine wunderbare Abendgestaltung werden. Ich könnte mir auch ein Mini-Fotobuch mit meinen Lieblingsrezepten und passenden Bildern vorstellen. Weihnachten ist dieses Jahr ja schließlich auch schon wieder am 24. Dezember, und so etwas ist doch ein schönes und persönliches Geschenk für Freunde und die Familie.

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Hier ist übrigens noch das Pasta-Rezept für einen sentimentalen „Ich-gebe-mich-alten-Zeiten-hin-und blättere-Fotoalben-Abend“. Schmeckt natürlich auch an allen anderen Abenden oder Tagen! Und geht übrigens auch wunderbar kalt am nächsten Morgen, wenn dann noch ein drittes oder gar viertes Glas Rotwein am Abend hinzugekommen ist und die Kopfschmerzen und das flaue Gefühl im Magen vernichtet werden müssen!

5.0 from 4 reviews
Frühlingspasta mit grünem Spargel
 
Prep time
Cook time
Total time
 
Author:
Serves: 4
Ingredients
  • 500 g Spaghetti
  • 500 g grüner Spargel
  • ½ Glas getrocknete Tomaten
  • ½ Glas schwarze Oliven
  • Rucolapesto nach Belieben
  • frisch geriebener Parmesan
  • Olivenöl
  • Fleur del Sel und grober Pfeffer
Instructions
  1. Schneidet von dem grünen Spargel die unteren holzigen Enden ab und blanchiert den Spargel in kochendem Salzwasser, dem Ihr eine Prise Zucker hinzugefügt habt.
  2. Währenddessen kocht Ihr die Spaghetti al dente.
  3. Die getrockneten Tomaten werden in kleine Stücke geschnitten.
  4. Wenn der Spargel fertig ist, schreckt Ihr ihn unter kaltem wasser ab, damit er seine Farbe behält und schneidet ihn in kleine Stücke.
  5. Die Nudeln werden nun mit dem Spargel, den Tomaten und den Oliven gemischt.
  6. Würzt alles mit Salz und Pfeffer und beträufelt alles nach Belieben mit Rucolapesto.
  7. Danach auf einem Teller anrichten und mit geriebenen Parmesan bestreuen und mit ein paar Tropfen Olivenöl verfeinern.
  8. Fertig ist ein super leckeres und sehr schnelles Gericht.:)

Wie macht Ihr das mit euren Fotos? Dümpeln sie nur traurig auf der Festplatte herum oder bestellt Ihr Euch Abzüge und/oder stellt Euch Fotobücher zusammen?

Ich wünsche Euch allen ein tolles langes Wochenende.
Bis bald!
Eure

Tanja

aus dem House No.15

*Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung von CEWE

Eine Entscheidungsfrage {Dreierlei Schokoladenmousse}

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Kann mir mal bitte jemand verraten, warum man sich im Leben permanent entscheiden muss?
Mich bringen Menschen, die sich nie für hop oder top entscheiden können, zur Verzweiflung, da ich ein Mensch bin, der sich relativ schnell und intuitiv aus dem Bauch heraus entscheidet. Natürlich nicht immer richtig und oft mit den Folgen einen Fehler gemacht zu haben. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich. Zum Glück treffe ich aber meistens doch die richtige Entscheidung- zumindest bei vielen Dingen, die im Leben wichtig sind. Bei so banalen Alltagsentscheidungen scheitere ich aber auch häufig.

Der Klassiker ist die übervolle Supermarktkasse. Es ist mir ohnehin ein Rätsel, warum zu Stoßzeiten nur 2 von 5 Kassen geöffnet sind und Menschen, die den ganzen Tag Zeit hätten den Supermarkt zu belagern, ausgerechnet dann etwas besorgen müssen, wenn berufstätige kurz nach Feierabend einkaufen. Egal, das ist ein anderes Thema. Grundsätzlich entscheide ich mich in dieser Situation falsch und stelle mich genau an die Kassenschlange an, an der dann eine Preisabfrage oder ein Umtausch oder ein ausgedehntes Schwätzchen mit der Kassiererin gehalten werden muss. In der Küche verhält es sich zuweilen ähnlich.
Selbst beim Backen eines banalen Kuchens wird einem eine Entscheidung abverlangt. Im Rezept heißt es: „…backen sie den Kuchen bei 180 ° C auf der mittleren Schiene…“. Äh, meine Backofen hat 4 Schienen. Welche ist da bitte die Mittlere?
Oder ich entscheide mich morgens für ein weißes T-Shirt und in der Mittagspause für eine Bank im Park unter einem Baum. Eine dicke Taube hat sich für denselben Baum nur eine Etage höher entschieden und den Ast zu einem Dixi-Klo-Häuschen umfunktioniert (ungeachtet meiner Wenigkeit im weißen Shirt darunter sitzend).
Natürlich sind das alles keine lebenswichtigen Entscheidungen, aber das sollten ja auch nur Beispiele sein, wie man sich unbewusst ständig bei den kleinsten Dingen im Alltag entscheiden muss. Manchmal kann man aber dem Schicksal auch eins vors Knie treten. Man entscheidet sich einfach für ALLES!

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In diesem Fall geht es um eine wirklich existenzielle Entscheidung: Schokoladenmousse. Geradezu eine lebenswichtig Entscheidung, wie Ihr sicherlich versteht. Und ich kann nur sagen: Jaaaa, manchmal wirklich lebenswichtig! Und zwar genau dann, wenn die Nerven blank liegen und man eine volle Dröhnung Zucker braucht. Zucker aber nicht in Form von Würfeln, sondern in Schokoladenform. Die dann aber auch nicht als Tafel, sondern als Mousse, weil es sich sinnlich anfühlen soll. Löffelablecken ist für mich sinnlicher als Schokolade zu lutschen. Also sinnliches Schokoladenmousse. So. Und bei drei verschiedenen Sorten Schokolade fällt die Wahl verständlicher Weise schwer. Nein, heute keine Entscheidungen! Heute einmal ALLES bitte! Und gerne gaaaanz viel von allem! Herausgekommen ist dann das hier:

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Dreierlei sinnliches Schokoladenmousse mit noch sinnlicherem Baiserhäubchen.

So, und nun komme ich wieder kurz auf das Thema „Aus Fehlern lernt man“ zurück: Die Entscheidung für dreierlei Mousse war total richtig. Die Entscheidung gleich 3 Gläser hintereinander weg zu vertilgen war absolut falsch! Und den klebrigen Danach-Durst mit super sprudeligem Mineralwasser zu stillen noch falscher (ich sag nur: Schokomousse verstopft den Hals und Megablubber-Mineralwasser schwimmt obenauf *gulp*). Aber die aller falscheste Entscheidung von allen (jaaaa ich weiß es gibt keine Steigerung von falsch) war, sich am nächsten Tag auf die Waage zu stellen. Keine Kommentare dazu bitte!

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So, und an dieser Stelle beende ich dann auch den Ausflug in die Welt der Entscheidungsfindung. Denn letztlich muss ja jeder immer selbst für sich entscheiden was die (vielleicht) richtige Entscheidung in der jeweiligen Situation ist. Schließlich muss ja jeder auch selbst mit den Konsequenzen leben. Aber dreierlei Schokomousse ist echt ne gute Entscheidung- ever! Das nur so by the way ;)

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Solltet Ihr Euch also dazu entscheiden auch die volle Schokoladendröhnung haben zu wollen, hier ist das Rezept:

5.0 from 6 reviews
Dreierlei Schokoladenmousse
 
Ingredients
  • Pro Mousseschicht:
  • 2 Tafeln Schokolade
  • 3 Ei(er)
  • 200 ml Sahne
  • 40 g Zucker
  • 50 g Butter
  • Baiserhaube:
  • 2 Eiweiß
  • 100 g gesiebter Puderzucker
Instructions
  1. Die Eier trennen.
  2. Das Eiweiß und die Sahne separat steif schlagen.
  3. Butter mit Schokolade vorsichtig im Wasserbad schmelzen.
  4. Dann die Eigelbe in einer großen Schüssel mit 2 EL heißem Wasser cremig schlagen, den Zucker einrühren bis die Masse hell und cremig ist.
  5. Die geschmolzene Schokolade unterheben, anschließend sofort Eischnee und Sahne unterziehen.
  6. Die Mousse jeweils in ein Glas füllen und 2 Std. Kühlen.
  7. Dann die nächste Mousse mit anderer Schokolade genauso zubereiten und auf die 1. Mousseschicht füllen. Jetzt wieder 2 Std. kühlen.
  8. Anschließend Mousse Nr. 3 zubereiten und ebenfalls ins Glas füllen und wieder kühlen.
  9. Für die Baiserschicht die Eiweiße mit dem Puderzucker steif schlagen und mit einem Spritzbeutel auf die Mousse spritzen.
  10. Dann mit einem Brenner kurz bräunen.

Ich wünsche Euch allen einen Tag an dem Ihr die richtigen Entscheidungen trefft und Euch nicht ärgert auch mal falsch entschieden zu haben.

Happy Friday !

Eure

Tanja

aus dem House No.15

Geschmackswandel {Caponata di melanzane}

 

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Manchmal wundert man sich ja schon, wie sich der Geschmackssinn so im Laufe eines Lebens ändert. (Oh Gott, das klingt als wäre ich 90). Aber es ist doch nun mal so, oder kennt Ihr das nicht?!
Aufgefallen ist es mir erst kürzlich wieder, an dem Tag, als ich die violetten Möhren vor der Biotonne meines Gemüsehändlers gerettet habe, obwohl ich ja mit einer ganz anderen Absicht den Laden betreten habe. Eigentlich war nämlich der Plan, kleine süß schmeckende Cherrytomaten, wunderbare Auberginen, knackigen Staudensellerie und vor allem Oliven und Kapernäpfel zu kaufen.

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Hätte man mir vor 2 Jahrzehnten gesagt, dass ich mal freiwillig Tomaten, Oliven und Kapern in meinen Korb verfrachte, hätte ich mir nicht nur mit einem Finger an die Stirn getippt. Das ging alles (damals!) überhaupt gar nicht und wurde peinlichst vom Teller sortiert, bzw. erst gar nicht bestellt oder gekauft. Selbst aus einer meiner früheren Lieblingsspeisen (Königsberger Klopse) wurden die Kapern sondiert. Das erste Mal, dass ich Oliven als nicht eklig empfunden habe, war in einem Urlaub auf Mallorca und so ist es dann auch bis heute geblieben. Was ein Glück! Ab wann ich Kapern lecker fand, kann ich leider nicht mehr sagen-irgendwann schmeckten mir die Dinger einfach. Ja und ohne Tomate geht heutzutage bei mir (fast) gar nix mehr. Außer in Ketchup, da mag ich sie nicht so. Aber Tomatenketchup ohne Tomaten muss wohl erst noch erfunden werden ;)

Da ich euch ja versprochen habe zu zeigen, was ich mit meinem ursprünglichen Gemüse-Einkauf angefangen habe, gibt’s hier schon mal das Ergebnis:

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Es gab wunderbare Caponata di melanzane mit geröstetem Brot. Ein toller Snack zum Wein oder aber auch ein leckerer Appetizer wenn man Gäste hat. Und alles macht schon ein wenig Lust auf Sommer, auch wenn das Wetter vor meiner Housetür nicht gerade den Eindruck einer Schönwetter-Periode vermittelt. Aber ich finde, dass man sich gerade dann kulinarisch behelfen muss und das Wettertief völlig nebensächlich wird.
Alles was Ihr für die Caponata braucht seht Ihr hier:

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Und wie’s gemacht wird könnt Ihr hier nachlesen:

5.0 from 7 reviews
Caponata di melanzane
 
Author:
Ingredients
  • 500 g Auberginen
  • 2 Zwiebeln
  • 200 g Stangensellerie
  • 300 g Cherrytomaten
  • 150 g grüne entsteinte Oliven
  • 3-4 EL Kapern (oder Kapernäpfel)
  • 100 ml Balsamico
  • 25 g Zucker
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • Basilikum
Instructions
  1. Die Auberginen waschen und in kleine Würfel schneiden, dann in ein Sieb geben und mit Salz bestreuen. Alles eine halbe Std. ziehen lassen.
  2. Sellerie putzen und in 1 cm breite Stücke schneiden und in Salzwasser ca 4 Minuten blanchieren.
  3. Die Zwiebel in Ringe und die Tomaten in Hälften schneiden. (alternativ Dosentomaten 400 g)
  4. Die Auberginen kalt abbrausen, trockentupfen und in heißem Olivenöl start anbraten. Herausnehmen und zur Seite stellen.
  5. Olivenöl nachgießen und darin die Zwiebelscheiben glasig dünsten, dann Sellerie, Oliven und Tomaten hinzufügen und ca. 10 Minuten köcheln lassen.
  6. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. Zucker in Balsamico auflösen und zu dem Gemüse geben.
  8. Jetzt die gebratenen Auberginenwürfel und die Kapern hinzugeben und weitere 20 Min bei kleiner Hitze köcheln lassen. Mit Basilikum garnieren.
  9. Die Caponata kann man warm oder kalt genießen.
  10. Lecker zu geröstetem Weißbrot oder als Gemüsebeilage.

Dazu ein schönes Glas Rotwein, nette Menschen um sich herum und der Abend ist gerettet!

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Schon lustig wie sich der Geschmack im Laufe der Zeit wandelt.
Habt Ihr auch Sachen, die früher absolut BÄÄÄHHHH und heute definitiv YEAAAAHHH sind?

Die liebe Janke von Jankes Soulfood hat derzeit anlässlich ihres 1. Bloggeburtstags dazu ein passendes Event ins Leben gerufen. Klickt Euch doch mal rüber und schaut Euch die tollen Rezepte an.

Ich wünsche Euch heute allen einen tollen 1.Mai Feiertag!
Bis bald,
Eure

Tanja

aus dem House No.15